close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

3:1 − Bobic wie entfesselt - Archiv - Hamburger Abendblatt

EinbettenHerunterladen
SPORT
Donnerstag, 23. September 1999
Harsche Kritik
Tennis: US-Legende Jimmy Connors würde Andre
Agassi nie in einem Atemzug mit Pete Sampras, John
McEnroe, Björn Borg oder
seiner Person nennen. „Mir
ist schleierhaft, wie Agassi
sein Talent dermaßen vernachlässigen konnte, bevor
er in diesem Jahr zurückgekommen ist“, so Connors.
Fluchen verboten
Fußball: Die Polizei der türkischen Stadt Zonguldak
will künftig Spiele in der
Stadt am Schwarzen Meer
filmen und fluchende Fans
aus dem Stadion verbannen. Fluchende Menschen
hätten einen schlechten
Einfluss auf Frauen und
Kinder, sagte Polizeichef
Mümtaz Karaduman. Unklar ist, was mit fluchenden
Fußballspielern oder Trainern geschieht.
KURZ NOTIERT
Tennis: Für das Super-9Turnier (23. − 31. Oktober)
in Stuttgart haben alle
Top-50-Spieler gemeldet.
Eishockey: Der deutsche
Meister Adler Mannheim
unterlag zum Start der Europaliga Norwegens Klub
Valerenga IF Oslo 4:5 nach
Penaltyschießen.
Reiten:
US-Springreiter
McLain Ward wurde wegen Tierquälerei für acht
Monate gesperrt, muss außerdem 7500 Schweizer
Franken zahlen.
Boxen: Der ehemalige kanadische
Profimeister
Chris Clarke muss zum
zweiten Mal binnen acht
Jahren wegen Drogenhandels für zwei Jahre ins Gefängnis.
Schwimmen: Brustspezialist Mark Warnecke will
nach Olympia 2000 Autorennfahrer werden.
HAMBURG
Basketball: Die BCJ Tigers
gewannen in der dritten
Runde des DBB-Pokals
bei
Zweitliga-Aufsteiger
SG Sechtem 98:60 (48:30).
Bester Spieler war Center
Marc Suhr mit 24 Punkten
und elf Rebounds.
American Football: Die
Hamburg Blue Devils bangen vor dem Play-off-Halbfinale
am
Sonnabend
(18.30 Uhr, Volksparkstadion) um den fußverletzten
Quarterback Dino Bucciol.
Auch Edward Keyes und
Padmore Osei fehlen.
Softball: Die Hamburg
Knights und Hamburg
Wildcats
qualifizierten
sich für die Meisterschaftsendrunde am Wochenende
in Mannheim.
Handball: Die Regionalliga-Frauen
des
MTV
Wandsbek 72 müssen bei
der Heimpremiere am
Sonnabend (15 Uhr, Sporthalle Wandsbek) gegen
Zweitliga-Absteiger Holstein Kiel auf Kerstin Felkel (Knieverletzung) und
Claudia Günzel (Handbruch) verzichten.
ERGEBNISSE
sid Glasgow/München − Der Asket Ottmar Hitzfeld schmauchte
eine dicke Zigarre, die zwei stillen Helden des Abends genehmigten sich ein Mineralwasser
und selbst der ewige Besserwisser Franz Beckenbauer lächelte
zufrieden. „Das war ein Abend
der besonderen Art“, lobte der
„Kaiser“ kurz vor Mitternacht im
Grand Ballroom des Thistle Hotel in Glasgow seine Mannschaft
über das Saalmikrofon.
Der Präsident meinte vor allem zwei Angestellte: Torhüter
Nummer vier Stefan Wessels, der
unbeeindruckt von 49 960 Fans
im Ibrox-Park eine beeindruckende Vorstellung gab. Und
Scharfschütze Michael Tarnat,
der Bayern München mit seinem
Freistoßtor in der letzten Minute
das wertvolle 1:1 (1:0) im zweiten
Gruppenspiel der Champions
League bei den Glasgow Rangers rettete.
„Einzelkritik ist normalerweise Sache des Trainers, aber einen
möchte ich trotzdem heraus nehmen“,
stellte
Beckenbauer
höchst nüchtern fest: „Wessels
hat gezeigt, dass er keine Nerven
hat und ein hervorragender Torhüter ist. Normal spielt er vor 200
Fans, und dann in diesem Hexenkessel − Oliver Kahn wird es
schwer haben, in die Mannschaft
zurück zu kommen.“
Hertha sensationell −
und alle lieben Ali
PRESSESTIMMEN
Die ironische Bemerkung traf
den Richtigen. „Es war unglaublich“, schwärmte Wessels: „Das
erste Spiel, und das in so einer
Atmosphäre. Schon nach dem
Aufwärmen habe ich meine Nervosität abgelegt, dann hat Michael Tarnat alles abgerundet.“
Ausgerechnet zwei Profis, die
im Schatten der Stars stehen, bescherten den Bayern ein Happy
End. Nach dem Führungstreffer
des Ex-HSVers Jörg Albertz (22.)
war der 48-fache schottische
Meister lange Zeit die bessere
Mannschaft, aber, so Hitzfeld:
„Die Mannschaft hat großartige
Moral bewiesen. Und: „Wer hier
besteht, besteht überall auf der
Welt. Ein Punkt bei den Rangers,
damit muss man zufrieden sein.“
Wessels beschäftigte sich derweil lieber mit seinem Aufstieg
von der Regionalliga in die
Champions League. Zwar wird
Oliver Kahn schon gegen Stuttgart ins Tor zurückkehren, aber
die nächsten sechs Wochen, bis
Sven Scheuer wieder fit ist, wird
er die Nummer zwei sein. „Ist
doch riesig“, meinte der Lehrersohn, der seine Mutter Edeltraud
kurzerhand nach Glasgow eingeladen hatte. „Der Trainer hat mir
gratuliert, die Mannschaft war
super zu mir“ − keine Wünsche
mehr offen nach dem „größten
Tag“ einer kurzen Karriere.
Hertha − Chelsea 2:1
„The Independent“: „Chelsea im
Schatten von Stern Daei. Berlin
vereint in Freude, nachdem
Chelsea eine schmerzliche Niederlage erleidet.“ „The Sun“:
„Berliner Mauer hält Lucas
Jungs draußen. Chelseas bleifüßige Schwergewichte zweimal
von Ali Daei erwischt, der die
WM-Gewinner Frank Leboeuf
und Marcel Desailly zu Statuen
degradierte.“ „Daily Star“: „Daei
killt die Blauen. Nach der Magie
gegen Mailand folgte Mist in Berlin für Chelsea, dessen Verteidigung fiel wie die Berliner Mauer.“ „The Express“: „Die Blauen
fallen an der Berliner Mauer.
Tödlicher Daei zerstört schlampiges Chelsea.“ „The Times“:
„Chelsea drückt den Selbstzerstörungsknopf. Viallis Team
kann sich nicht von Defensivfehlern erholen.“
Glasgow − Bayern 1:1
„Daily Telegraph“: „Rangers von
Tarnat bestohlen. Die Rangers
wurden in der letzten Minute eines verdienten Sieges beraubt.“
„Daily Mail“: „Das deutsche
Fußball-System, vor vier Monaten von Manchester United so
brüsk gestoppt, hat wieder den
normalen Dienst aufgenommen.
Bayern kehrte zum altbekannten
Charakteristikum zurück, sich
bis zur letzten Sekunde gegen
eine Niederlage zu wehren.“
„The Scotsman“: „Die Bayern
nahmen, was sie wollten, aber
nicht verdienten.“
sid Berlin − Ali Daei wird für
Hertha BSC immer mehr zum
„Mister Champions League“.
Der Welttorjäger des Jahres 1996
hat die Berliner durch seine beiden Treffer zum 2:1 (1:0) gegen
Chelsea London zumindest für
eine Woche sensationell an die
Spitze der Vorrundengruppe H
gehievt. Spätestens seit Dienstag
ist der Iraner nicht nur seine 5,3
Millionen Mark Ablöse wert, sondern auf dem Weg zum neuen
Publikumsliebling an der Spree.
Mit „Ali, Ali“-Sprechchören
feierten 50 000 begeisterte Berliner Fans im Olympiastadion den
30 Jahre alten Matchwinner nach
dem Abpfiff. „Das war mein bestes Spiel im Hertha-Trikot. Ich
muss aber noch besser spielen“,
sagte der zu Saisonbeginn von
Bayern München gekommene
Daei. Wie in der Qualifikation zur
europäischen
Königsklasse
gegen Anorthosis Famagusta
hatte er schon nach zwei Minuten per Kopf das wegweisende
1:0 erzielt, in der 70. Minute besorgte Daei mit einem Billardschuss an den Innenpfosten
auch die Entscheidung.
Das Sonderlob von Trainer
Jürgen Röber hatte sich Daei
noch auf dem Rasen abgeholt.
Besonders hatte dem Coach an
seinem neuen Torjäger die überragende Defensivarbeit gefallen.
„Ich habe am Anfang Probleme
mit ihm gehabt, weil er nur vorn
gespielt hat und wie Michael
Preetz seine Tore erzielen wollte.
Was er mit Preetz nun wie schon
in Istanbul nach hinten gearbeitet hat, war sensationell. Dafür
ist er belohnt worden.“
Doch nicht nur Daei, sondern
die gesamte Hertha-Mannschaft
stemmte sich Chelseas multinationaler Millionentruppe entgegen. Die dezimierte Elf, bei der
Rene Tretschok nach nur elfminütigem Comeback wegen einer
Fußsohlenverletzung nun mindestens vier Wochen fehlen wird,
war stärker als die hochkarätigen Einzelkönner aus London.
„Diese Spiele sind die Schönsten“, meinte Abwehrchef Dick
van Burik. Der Niederländer
patzte nur vor dem Foulelfmeter
von Frank Leboeuf (86.) zum Anschlusstor. Trotz ihres Triumphes blieben die Berliner auf
dem Teppich und dachten schon
an die Bundesliga-Partie am
Sonnabend bei Unterhaching.
Manager Dieter Hoeneß gefiel
das Schmunzeln darüber gar
nicht: „Genau darin liegt die Gefahr. Die jetzige Emotion ist
wunderbar, aber wir müssen uns
auf das Rationale besinnen. Unterhaching ist eine sehr undankbare Aufgabe, weil die Atmosphäre ganz anders ist.“
Dortmund schlägt Porto, Leverkusen in Maribor mit starkem Finish
3:1 − Bobic
wie entfesselt
sid Dortmund − Fredi Bobic ist
für Borussia Dortmund Gold
wert. Mit seinen beiden Toren in
der 53. und 65. Minute besiegelte
der Torjäger den 3:1 (1:1)-Erfolg
der Westfalen über den portugiesischen Vizemeister Boavista
Porto und sicherte den Westfalen
damit die erste Siegprämie in der
laufenden Champions League
von 1,2 Millionen Mark.
Vor 40 000 Zuschauern im
Westfalenstadion überraschten
zunächst die Gäste mit einer Anfangsoffensive und einer Riesenchance von Rogerio (2.), dessen
Kopfball jedoch das Dortmunder Tor nur knapp verfehlte. Die
Westfalen hatten einige Mühe,
ihren Rhythmus zu finden, bevor
sich nach rund 25 Minuten der
Angriffsdruck verstärkte.
Ein Kopfball von Otto Addo
(18.), der die Latte des BoavistaGehäuses streifte, wirkte als Motivationsspritze.
Allerdings
mussten die Borussen viel Laufarbeit verrichten, um die dicht
gestaffelte Abwehrreihe der Gäste in Verlegenheit zu bringen.
Gute Szenen hatte besonders das
Mittelfeld-Tandem
Evanilson
und Giuseppe Reina. In der 35.
Minute hatte Mittelfeldspieler
Lars Ricken den Führungstreffer auf dem Fuß, jedoch das Abwehrbollwerk von Boavista Porto hielt den Angriffen der Dortmunder stand.
In der 40. Minute gelang Andreas Möller mit einem fulminanten Freistoß aus 25 Metern aber
dann doch das 1:0 für die Gastgeber. Indes, die Freude währte
nicht lang. Eine Minute vor der
Pause nutzte Bento eine Unsicherheit in der BVB-Abwehr
und erzielte per Kopf den 1:1Ausgleich.
Vor der Dortmunder Führung
spielten sich bereits zahlreiche
brisante Szenen im Strafraum
des portugiesischen Vizemeisters ab, ohne dass für die Borussen etwas Zählbares dabei herausgekam.
Die Portugiesen blieben mit
Kontern stets gefährlich, zumal
die Abwehr um Libero Stefan
Reuter nicht immer sicher wirk-
te. Ohnehin überraschten die Borussen mit einer äußerst offensiven Aufstellung. Trainer Michael
Skibbe entschied sich für den
Einsatz des Ex-Hannoveraners
Addo für den genesenen Manndecker Alfred Nijhuis.
Nach dem Wiederanpfiff setzten die Dortmunder ihren
Sturmlauf fort. Nachdem in der
47. Minute Ricken im letzten Moment von Portos Abwehr am erfolgreichen Torschuss gehindert
werden konnte, traf in der 53. Minute Fredi Bobic mit einem
platzierten Kopfball zur verdienten 2:1-Führung.
Der ehemalige Stuttgarter war
es dann auch, der in der 65. Minute auf 3:1 für die Gastgeber erhöhte. Nach herrlicher Vorarbeit
des Brasilianers Evanilson hatte
der 11,5-Millionen-Einkauf keine
Mühe, seinen zweiten Treffer innerhalb von elf Minuten zu erzielen. Für den neuen BVB-Torschützen vom Dienst war es bereits der dritte Treffer in der
Champions League. Natürlich
genoss er bei seiner Auswechslung in der 73. Minute gegen Heiko Herrlich die Ovationen von
den Rängen in vollen Zügen.
Nach dem 3:1 war die Partie
endgültig entschieden, zumal
den Gästen zunehmend die Kräfte schwanden und die BVB-Defensive an Sicherheit gewann.
BVB-Torwart Jens Lehmann,
den noch am Morgen vor dem
Spiel Magenkrämpfe geplagt
hatten, wurde in der zweiten
Hälfte seltener geprüft.
Mit den Toren von Bobic, der
in den letzten fünf Pflichtspielen
der Dortmunder sechs Mal erfolgreich war, erntete der fünfmalige deutsche Meister den
Lohn für 90 Minuten Schwerstarbeit. Die Portugiesen, die nach
dem 0:3 gegen Dortmunds
nächsten Gegner Rosenborg
Trondheim weiterhin sieglos
und Tabellenletzter der Vorrundengruppe C sind, blieben nämlich bis in die Schlussphase hinein gefährlich.
Tore: 1:0 Möller (40.), 1:1 Rui Bento (44.), 2:1
Bobic (53.), 3:1 Bobic (64.). − Schiedsrichter:
Usunow (Bulgarien) − Zuschauer: 38 000.
eben erledigt. Es ist ja auch nicht
so, dass ich mich hier unwohl
fühle“, sagt Bade, von den Kollegen „Bodo“ genannt.
Nun hofft „Bodo“ Bade auf
Freitag, er wäre bereit. „Ich weiß,
was ich kann. Im Training soll
man ja immer das Schlimmste
hinter sich haben, und ich kann
mir nicht vorstellen, dass die
Wolfsburger besser schießen als
unsere Trainer. Und: Käme ich
<>
Nr. 222
Gruppe A
NK Maribor − Bayer Leverkusen 0:2
Lazio Rom − Dynamo Kiew
2:1
1. Leverkusen
2. Lazio Rom
3. NK Maribor
4. Dynamo Kiew
2
2
2
2
110
110
101
002
3:1
3:2
1:2
1:3
4
4
3
0
Der 3. Spieltag (Mi., 29. September):
Lazio Rom − NK Maribor, Bayer Leverkusen − Dynamo Kiew.
Gruppe B
FC Arsenal − AIK Stockholm
FC Barcelona − AC Florenz
1. FC Barcelona
2. Arsenal London
3. AC Florenz
4. AIK Stockholm
2
2
2
2
200
110
011
002
3:1
4:2
6:3
3:1
2:4
2:5
6
4
1
0
Der 3. Spieltag (Mi., 29. September):
FC Barcelona − Arsenal London, AIK
Stockholm − AC Florenz.
Gruppe C
Bor. Dortmund − Boav. Porto
Trondheim − Fey. Rotterdam
1. R. Trondheim
2. Dortmund
3. Rotterdam
4. Boavista Porto
2
2
2
2
110
110
020
002
3:1
2:2
5:2
4:2
3:3
1:6
4
4
2
0
Der 3. Spieltag (Mi., 29. September):
Trondheim − Borussia Dortmund, B.
Porto − Feyenoord Rotterdam.
1. Olymp. Marseille 2
2. Manchester U. 2
3. Croatia Zagreb 2
4. Sturm Graz
2
200
110
011
002
0:3
1:2
4:1
3:0
1:2
0:5
6
4
1
0
Der 3. Spieltag (Mi., 29. September):
Croatia Zagreb − Sturm Graz, Manchester United − Olymp. Marseille.
Gruppe E
FC Porto − Olymp. Piräus
Real Madrid − Molde FK
1. FC Porto
2. Real Madrid
3. Olymp. Piräus
4. Molde FK
2
2
2
2
2:0
4:1
200
110
011
002
3:0
7:4
3:5
1:5
6
4
1
0
Der 3. Spieltag (Di., 28. September):
Real Madrid − FC Porto, Olympiakos
Piräus − Molde FK.
Gruppe F
Glasgow R. − Bayern München
PSV Eindhoven − FC Valencia
1. FC Valencia
2
2. Bayern München2
3. PSV Eindhoven 2
4. Glasgow R.
2
110
110
011
011
3:1
3:2
2:3
1:3
1:1
1:1
4
4
1
1
Der 3. Spieltag (Di., 28. September):
PSV Eindhoven − Glasgow Rangers,
Bayern München − FC Valencia.
Gruppe G
Dortmunds Stürmer Giuseppe Reina (r.) gewinnt ein Luftduell gegen Boavista Portos Mario Silva. Gegen die Portugiesen zeichnete sich Reina vor allem als laufstarker Vorbereiter aus, arbeitete dabei auch viel für die Defensive. Foto: AP
2:0 − Zivkovic lässt Bayer jubeln
HA Maribor − Geduld zahlt sich
aus. Durch zwei spät erzielte Tore
gewann Bayer Leverkusen sein
erstes Champions-League-Spiel.
Damit hat sich das Team von
Trainer Christoph Daum vor
dem Heimspiel gegen Dynamo
Kiew eine hervorragende Ausgangsposition verschafft.
Vor 10 000 Zuschauern im ausverkauften Ljudski-Stadion von
Maribor tat sich Leverkusen, das
mit dem Sturmduo Ulf Kirsten/
Oliver Neuville begann, in der
Anfangsphase zunächst schwer.
Der slowenische Meister NK Maribor agierte aus einer kompakten Abwehr heraus und versuchte, das Bayer-Team kommen zu
lassen. Maribor konzentrierte
Sorgen beim HSV: Fällt Freitag auch noch Torwart Jörg Butt aus?
digt, ob er aus seinem bis 2001
laufenden
Vertrag
heraus
kommt, aber der Verein lehnte
ab. „Ich wollte nach zwei Jahren
endlich mal wieder regelmäßig
spielen, aber der HSV wollte
nicht, jetzt hat sich das Thema
2. SPIELTAG
Gruppe D
Ohne Groth gegen Wolfsburg
ma Hamburg − Morgen mit Butt,
oder morgen mit Bade? Die Torwart-Frage des HSV geht in eine
spannende Phase. Jörg Butt, der
unter einer Lendenstauchung
leidet, trainierte nicht, war aber
im Leistungszentrum und sagte:
„Ich kann aufrecht stehen und
gehen, zur Zeit sogar schmerzfrei.“ Ob es aber für das FreitagsSpiel gegen den VfL Wolfsburg
reicht? Kaum vorstellbar, denn
Butt wurde am Dienstag einen
halben Tag lang nur getragen
oder im Liegen transportiert.
Dennoch ist es eher wahrscheinlich, dass Jörg Butt spielen kann. Die ärztliche Kunst
von Mannschaftsarzt Gerold
Schwartz macht es, die heilenden Hände von Masseur Hermann Rieger ebenfalls, und dann
der Ehrgeiz des Torhüters . . .
Sollte es wider Erwarten doch
nicht gehen, stünde Alexander
Bade vor seiner großen Bewährungschance. Der 29-Jährige bestritt sein letztes (und zehntes)
Bundesligaspiel bislang am 18.
Mai 1996, damals noch für Uerdingen. Bade hatte sich im Sommer einmal beim HSV erkun-
CHAMPIONS LEAGUE
Sturm Graz − Manchester U.
Croatia Zagreb − O. Marseille
zum Einsatz, wäre ich endlich ein
richtiger HSVer, tauche auch in
den Statistiken auf.“
Mit Butt versteht er sich im übrigen gut. Bade: „Wir sind doch
nicht im Kindergarten, wir kratzen uns doch nicht die Augen
aus.“ Spielt Bade, säße mit Michael Rechner (19) der Amateurtorwart auf der Bank.
Pech für den HSV, dass nicht
nur um Butt gebangt wird. Gestern brachen auch Martin Groth
und Christof Babatz jeweils mit
Adduktoren-Problemen
das
Training ab. Beide fallen aus.
„Ob dann Fabian Ernst spielt?“
fragte ein besorgter weiblicher
HSV-Fan. Kaum möglich. Für
Groth kommt wohl Dimitrios
Grammozis (rechts) zum Einsatz.
Der HSV rechnet mit 32 000 bis
35 000 Zuschauern, bislang sind
26 000 Karten verkauft. Manager
Bernd Wehmeyer: „Bitte rechtzeitig ins Stadion kommen, da
gab es zuletzt einige Probleme.“
L Der zuletzt fehlende Harald
Spörl wird vom FC Aberdeen
umworben. Die Schotten sind
Tabellenletzter: sieben Spiele,
1:20 Tore, kein einziger Punkt.
Seite 29
2
sich auf Konter, wobei vor allem
der Albaner Kliton Bozgo ein
ums andere Mal Gefahr in der
mit Boris Zivkovic, Jens Nowotny und Robert Kovac neu formierten Abwehrkette der Leverkusener verursachte.
Allerdings lag das auch daran,
dass Zivkovic, der nach seinem
Bundesliga-Platzverweis (beim
MSV Duisburg) erstmals wieder
mitwirkte, seinen Part auf der
rechten Seite sehr offensiv interpretierte und damit Bayers Verteidigung anfällig machte.
Bis zur ersten Leverkusener
Chance dauerte es 20 Minuten.
Mit einem Freistoß aus 20 Metern
traf Stefan Beinlich das Außennetz, 60 Sekunden später verfehl-
te ein Versuch des Brasilianers
Emerson nur knapp das Ziel.
Nachdem Kirsten die dritte Möglichkeit Leverkusens vergeben
hatte (27.), verzeichnete auch Maribor ein paar Möglichkeiten.
Ante Simundza ließ einen Fehler Nowotnys jedoch unbestraft
(35.), nach dem Seitenwechsel
rettete Bayer-Torwart Adam Matysek gegen den frei vor ihm aufgetauchten Bozgo (60.). Als sich
Leverkusens Feldüberlegenheit
nicht mehr in Tore umzuwandeln schien, traf Zivkovic per
Kopf. Kirsten machte mit dem
zweiten Tor den Sieg perfekt.
Tore: 0:1 Zivkovic (82.), 0:2 Kirsten (90.). −
Schiedsrichter: Wegereff (Niederlande). − Zuschauer: 10 000 (ausverkauft).
Helbing tritt zurück
Possenspiel beendet − neuer Ärger droht
cp Hamburg − Nun ist es also amt- ernüchternd aus: „Ich muss festlich. Der Vize-Präsident des FC St. stellen, dass es leider nie zu einer
Pauli, Wolfgang Helbing, wird zur vernünftigen Zusammenarbeit genächsten
Jahreshauptversamm- kommen ist. Die vergangenen Molung des Vereins am 10. November nate waren zwar ein guter Anfang,
zurücktreten. Das eraber offenbar habe nur
gab die gestrige Präsiich das so gesehen. Ich
diumssitzung im Arhätte gehofft, dass es
chitektenbüro Heinz
anders läuft.“
.
t
P
S
A
.
Weiseners.
Helbing
Der Rücktritt des Vihält sich damit an die
ze-Präsidenten: Auch
Vereinbarung
eines
für den Aufsichtsrat
gerichtlich geschlossekam diese Entscheinen Vergleichs vom
dung nicht überra31. März 1999.
schend. Tatjana Groe„Ich mache keinen
teke, Vorsitzende des
1 9 10
Hehl daraus, dass ich
Kontrollgremiums:
gerne weitergemacht
„Wir gehen davon aus,
hätte“, sagte Helbing
dass der Präsident uns
nach der knapp einnun umgehend einen
stündigen
Präsidiumssitzung, neuen Kandidaten benennt.“
„aber ich war nicht überrascht.“
Laut Satzung muss der AufHelbing scheidet friedlich aus dem sichtsrat bis Mittwoch entscheiPräsidium aus. Eine weitere öffent- den, ob er einem Kandidaten zuliche Schlammschlacht, die er stimmt oder ihn ablehnt. Weisener
nach eigener Aussage auslösen scheint jedoch keinen „Schnellkönnte, will er auf keinen Fall star- schuss“ machen zu wollen. Nach
ten. „Das wäre nicht im Sinn des der Hauptversammlung könnte er
FC St. Pauli. Und der Klub hat nun seinen Vize kommissarisch erneneinmal primäre Bedeutung.“
nen. Das will der Aufsichtsrat unHelbings Fazit nach seiner nur bedingt vermeiden − neuer Ärger
einjährigen Amtszeit fällt dennoch ist somit programmiert.
Schwarz
E-Blau
E-Rot
E-gelb
I
LL
Wessels und Tarnat
retten die Bayern
UL
Rad: 54. Spanien-Rundfahrt, 17.
Etappe Bronchales − Guadalajara
(225 km): 1. Moreni (Italien) 5:33:14
Std., 2. Garcia Acosta 0:02 Min. zur.,
3. Zarrabeitia (beide Spanien) gl.
Zeit., . . .23. Ullrich (Merdingen) 16:34
Gesamt: 1. Ullrich 75:09:54 Std., 2.
Gonzalez Galdeano 0:49 Min. zur., 3.
Heras (beide Spanien) 2:35.
Tennis: WTA-Turnier in Luxemburg
(180 000 Dollar), 1. Runde: Huber
(Heidelberg/Nr. 5) − Weingärtner
(München) 6:0, 5:0 Aufgabe Weingärtner.
Handball: Bundesliga, 4. Spieltag:
Willstätt − Gummersbach 19:23,
Flensburg-Handewitt − Essen 25:23,
Großwallstadt − Minden 28:20, Dormagen − Kiel 26:27, Nettelstedt −
Bad Schwartau 30:24, Wuppertal −
Eisenach 31:29, Wetzlar − Nordhorn
19:27. Tabellenspitze: 1. Nordhorn,
2. Kiel, 3. Flensburg (alle 8:0 Punkte).
Volleyball: EM in Italien, Gruppe A:
Russland − Italien 3:1, Niederlande −
Rumänien 3:2. Gruppe B: Deutschland − Kroatien 3:0 (Deutschland im
Halbfinale), Polen − Bulgarien 3:2.
Traben: Tipps für Bahrenfeld (heute
18 Uhr): 1. R.: Ass − Lady Magic − Serius; 2. R.: Hacia Frazer − Somino −
Master Kievitshof; 3. R.: Harmonius
Girl − Lybius − Patenter; 4. R.: Express Somolli − Hero Pit − Triberg; 5.
R.: Birgit Croslee − Nilema Key −
Rocca; 6. R.: Mojave − 10 Gaudina −
Tritan; 7. R.: Texas Diamond − Zolemina − Niola; 8. R.: Julio November −
Just For Fun − Speedy Body; 9. R.:
Fast Crown − Quel Diamond − Rocane Hanover; 10. R.: Miss Courtly −
Midnight Yankee − Jaki; 11. R.: Dana
Fleur − Jenny Jackson − Happy
Flight; 2. R.: Lion Window − Discovery − Sandra Bamby; Tip des Tages: Ass.
Zweiter Spieltag in der Champions League: Erleichterung in München − Jubel in Berlin
F. C
Keine Salary Cap
Fußball: Die von der UEFA
geplante Gehaltsobergrenze für Profis halten Bundesliga-Vertreter für nicht realisierbar. Dortmunds Manager Michael Meier findet die
Idee prinzipiell gut, doch
ein Salary Cap sei bereits
nach der Gründung der
Bundesliga pausenlos überschritten worden. Leverkusens
Coach
Christoph
Daum befürchtet, dass bei
der Einführung einer Obergrenze der Schwarzmarkt
blühen würde.
29
Hamburger Abendblatt
Spartak Moskau − Sparta Prag 1:1
Gir. Bordeaux − Willem II Tilburg 3:2
1. Spartak Moskau
2. Gir. Bordeaux
3. Sparta Prag
4. Willem II Tilburg
2
2
2
2
110
110
020
002
4:2
3:2
1:1
3:6
4
4
2
0
Der 3. Spieltag (Di., 28. September):
Girondins Bordeaux − Spartak Moskau, Sparta Prag − Willem II Tilburg.
Gruppe H
Hertha BSC − FC Chelsea
AC Mailand − Gal. Istanbul
1. Hertha BSC
2. AC Mailand
3. Galat. Istanbul
4. FC Chelsea
2
2
2
2
110
110
011
011
2:1
2:1
4:3
2:1
3:4
1:2
4
4
1
1
Der 3. Spieltag (Di., 28. September):
AC Mailand − Hertha BSC Berlin, FC
Chelsea − Galatasaray Istanbul.
4,4 Millionen
sahen zu
Tendenz steigend: Der neue
Champions-League-Sender
TM 3 befindet sich auf dem Vormarsch. Der frühere Frauensender hatte bei Hertha − Chelsea im
Schnitt 4,4 Millionen Zuseher,
das bedeutet einen Marktanteil
von 16,7 Prozent. Am ersten
Champions-League-Tag hatten
3,39 Millionen zugesehen.
Betrug: Valencias Trainer Hector
Cuper schimpfte nach dem 1:1
beim PSV Eindhoven auf den
Schiedsrichter: „Wir hätten gewinnen müssen, der Elfmeter
gegen uns war völlig unberechtigt.“ Recht hat der Mann, aber
Tatsache ist Tatsache.
Wundertaten: Der AC Mailand
verdankt den 2:1-Sieg gegen Galatarasay Istanbul seinem „Wundertorwart“ Abbiati, der mehrfach Großchancen der Türken
mit Weltklasse-Paraden zunichte
machte. Oliver Bierhoff erhielt
schlechte und gute Noten.
Schnüffler: Gleich zwei Platzverweise (Kowtun und Robson)
musste Spartak Moskau gegen
Sparta Prag hinnehmen, zudem
lagen die Russen mit 0:1 hinten.
Am Ende hieß es 1:1, und Spartak-Coach Oleg Romanzew war
sauer: „Der Schiedsrichter hat
förmlich nach Gründen gesucht,
um unsere Spieler vom Platz
stellen zu können.“
L
Document
Kategorie
Sport
Seitenansichten
8
Dateigröße
113 KB
Tags
1/--Seiten
melden