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Gespräch mit Minister „so schnell wie möglich“ - in Westerheim

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LAICHINGEN
Mittwoch, 16. Juli 2014
Schwäbische Zeitung 16.07.2014
Zitat des Tages
„Aus Erfahrung
weiß man, dass
Entscheidungsprozesse bei der
Bahn sich
manchmal ziehen.
Daran darf die
Sache aber nicht
scheitern.“
Landtagsabgeordneter
Jürgen Filius über den Bahnhof
bei Merklingen. ● DIESE SEITE
Das lesen Sie heute
●
Taucher-Einsatz
auf der Alb
HEROLDSTATT (sz) - Was zieht einen Taucher auf die wasserarme
Alb? Ein außergewöhnlicher Einsatz
beim ersten Xtreme Battle am Freitag
in ● HEROLDSTATT
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» schwäbische.de/laichingen
●
Ursula Bauer
gestorben
LAICHINGEN (sz)
- Viele Laichinger
der
Generation
Golf dürften sich
heute noch gerne
an die „Ursel“ erinnern. Sie war in
Ursula Bauer
den 70er und 80er
Jahren Mitinitiatorin und treibende Kraft für das erste
selbstverwaltete Jugendhaus in Laichingen. Viele Jugendliche, vor allem
mit Migrationshintergrund, fanden
bei Ursel immer ein offenes Ohr und
Unterstützung. Von 1980 bis 1992 saß
sie für die SPD im Gemeinderat. Über
ihren Spitznamen „rote Ursel“ konnte
sie nur schmunzeln, da sie nie eng hinter irgendwelchen Ideologien stand,
sondern mit viel Herz und Liebe ihre
Entscheidungen traf.
Bis Anfang 2004 arbeitete sie in ihrem gelernten Beruf als Buchhändlerin bei der Aegis-Buchhandlung. Die
letzten Jahre gehörten vor allem ihrer
Familie, vier Kindern, sieben Enkeln,
drei Urenkeln und den vielen dazugehörenden Freunden. Ihren Ruhestand
genoss sie mit zahlreichen Reisen, gemeinsam mit ihrem Mann, im Wohnmobil und mit langen Aufenthalten in
Spanien. Ursula Bauer starb am 14. Juli
nach kurzer, schwerer Krankheit.
Grüß Gott!
●
Nach zwölf
Jahren Miro
So langsam aber sicher können wir
uns von der grandiosen Weltmeisterschaft verabschieden. Unsere Kicker
sind gestern nach dem Fanfest in
Berlin in den Urlaub abgehauen,
auch die Menschen in der Region haben das WM-Fieber abgelegt. Doch
die Fußball-Weltmeisterschaft wird
einer mir bekannten Familie wohl
noch länger in Erinnerung bleiben.
„Meine Katze heißt ab jetzt Miro.
Meine Kinder haben mich auch
schon gefragt, warum die Katze nun
anders als bisher heißt. Das ist mir
aber egal“, sagte ein Kumpel zu mir.
Zwölf Jahre lang trug das Tier einen anderen Namen und darf sich
seit dem Wochenende nun Miro nennen lassen. Gut, dass die WM nun
(TG)
vorbei ist ...
Gespräch mit Minister „so schnell wie möglich“
Nächste Schritte in Sachen Bahnhalt nicht völlig klar – Sommerpause soll aber genutzt werden
Von Johannes Rauneker
Kommentar
●
LAICHINGEN - So groß die Freude
●
bei vielen über das Ergebnis der Potenzialanalyse sein dürfte, so unsicher ist weiterhin, ob der Bahnhalt
wirklich eingerichtet werden wird.
Und Vieles liegt nicht in Händen der
Region.
„So schnell wie möglich“ werde
Landrat Heinz Seiffert versuchen,
mit dem Landesverkehrsministerium und Minister Winfried Hermann
ins Gespräch zu kommen. Sein Sprecher Bernd Weltin sagte der SZ, dass
er schon davon ausgehe, dass hierfür
auch die nahende Sommerpause genutzt werden wird. Einen genauen
Zeitplan konnte Weltin aber nicht
nennen. Denn im nächsten Schritt
müssten zunächst das Münchner Büro, das die Analyse erstellt hat, und
das Verkehrsministerium abklären,
mit welchen Zahlen in die nächsten
Gespräche gegangen werden soll.
Das Verkehrsministerium rechnet
zum Beispiel mit Mehrkosten für die
benötigten schnelleren Züge (wir berichteten) in Höhe von bis zu 72 Millionen Euro. Intraplan aus München
ging in seiner Analyse von nur bis zu
45 Millionen Euro aus. Der nächste
Schritt dann: Seiffert und Bürgermeister der Laichinger Alb wollen
das Ministerium dazu bewegen, eine
Machbarkeitsstudie von der Bahn
einzufordern. Diese soll dann noch
genauer Aufschluss geben können
über den Bahnhofsbau, die neue Taktung der Züge und die Kosten. Sollte
die Machbarkeitsstudie ergeben, der
Bahnhalt ist machbar, muss die Entscheidung für oder gegen das Projekt
fallen. Denn allen Beteiligten scheint
mittlerweile klar zu sein: Wenn die
Bahn im kommenden Jahr mit dem
Trassenbau über die Alb beginnt,
muss im selben Zuge der Bahnhalt
gebaut werden. Die Nachrüstung
würde zu teuer.
Kapazitäten reichen nicht aus
Die entscheidende Frage wird, nicht
nur in Stuttgart, sein: Wer bezahlt
was? Mehrere Ausgabenposten liegen in mehreren Zuständigkeitsbereichen. Die neuen Züge müssten
wohl das Land oder die Bahn anschaffen, auch den Betrieb des Bahnhofs könnte das Land bezahlen müssen. Jährlich könnten hierfür 400 000
bis 600 000 Euro anfallen, so die
Analyse. Beim Bau des Bahnhalts (18
bis höchstens 28 Millionen Euro) wären sicher der Alb-Donau-Kreis und
im Speziellen die Gemeinden der
Reaktionen
●
Heinz Surek,
scheidender Kreisrat
„Ich danke Ihnen Herr Seiffert,
dass Sie ins Verkehrsministerium
gegangen sind. Auch Herr Riethe
vom Regionalverband hat sich
eingebracht. Es gibt jetzt ein
breites Bündnis für den Haltepunkt: Bürgermeister, Regionalverband, Landesregierung, Herrn
Hermann, Herrn Strampfer, Nils
Schmid und die IHK. Aber das
breiteste Bündnis, das BermudaDreieck auf der Laichinger Alb
endlich zu beseitigen, gibt es bei
den Menschen auf der Laichinger
Alb. „Wichtig ist, jetzt schnell zu
handeln.“ (rau)
Von Johannes Rauneker
Sinnvoller Akt der Gerechtigkeit
Auch wenn die Details
und die Art der Erhebung
noch nicht öffentlich sind,
so ist die vorgestellte Potenzialanalyse aufschlussreich – in vielerlei Hinsicht. Zum einen steht
jetzt klipp und klar fest: Treffen die
Annahmen der Münchner Ingenieure zu, so wäre der Bahnhof mit
großer Wahrscheinlichkeit ein Gewinn. Nicht nur für die Bewohner
der Laichinger Alb, sondern für den
gesamten Kreis – aus volkswirtschaftlicher Sicht wohlgemerkt.
Denn errechnet wurde, dass Faktoren wie Zeitersparnis, Umweltschutz und Verkehrssicherheit am
Ende in ihrem Nutzen gegenüber
den Kosten überwiegen. Und eine
Laichinger Alb, die infrastrukturell
gestärkt wird, kann ihrerseits noch
mehr zur Stärke des gesamten Kreises beitragen.
Nicht zuletzt wegen dieser Aussage sollten die Politiker auf Kreisund Landesebene jetzt alles daran
setzen, den Bahnhof zu realisieren.
Dieses Projekt nun nicht mit Verve
zu verfolgen, widerspräche nicht
nur dem gesunden Menschenverstand und dem Ergebnis der Analyse, sondern es wäre schlicht und ergreifend ein Verrat an den Menschen, die hier im ländlichen Raum
leben und die mit ihrer Arbeit zum
Wohlstand des gesamten Gebiets
beitragen. Und nicht zuletzt sind sie
es, die den Staub der Bahnbaustelle
schlucken müssen. Der Bahnhalt ist
mit großer Wahrscheinlichkeit
eben nicht nur aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll, sondern letztlich ein Akt zur Herstellung von Gerechtigkeit. Die Laichinger Alb ist
Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn.
Laichinger Alb gefordert. Und der
Kreis bei der Finanzierung eines
neuen, zusätzlichen Busverkehrs,
mit dem der Bahnhof erreicht werden soll. Dass ein solcher eingerichtet wird, war eine Voraussetzung des
Landes. Intraplan rechnet mit jährlichen Betriebskosten von 1,2 Millionen Euro. Denn mit den aktuellen
Buslinien könne dem Bedarf nicht
gerecht werden. Nach Intraplan wür-
Heinz Seiffert, Landrat
„Eine sorgfältige Untersuchung
ist angebracht, es geht schließlich um Steuergelder. Sorgfalt
geht vor Schnelligkeit. Andere
sind auch noch da. Ich danke
dem Büro Intraplan und dem
Verkehrsministerium. Wenn die
Daten der Analyse zwischen
diesen beiden abgeglichen sind,
ist die Bahn gefordert.“ (rau)
Kreisrat
Bernhard Schweizer
„Der Bau des Bahnhofs ist nur
sinnvoll, so lange die Bahn noch
baut. Wir dürfen jetzt auch
keine Angst haben, dass andere
Regionen ähnliche Anträge
stellen.“ (rau)
die einzige Region im
Kreis, die von der Bahn
abgehängt ist. Diese
Gleichberechtigung muss
nicht nur den Gemeinden
der Laichinger Alb etwas
wert sein, sondern auch
den anderen im Kreis. Denn dieser
wäre es vermutlich, der den neuen
Linienbusverkehr zu einem Merklinger Bahnhof zu bezahlen hätte.
Im Raum stehen 1,2 Millionen Euro
pro Jahr. Viel Geld, keine Frage.
Landrat Heinz Seiffert hat Recht,
wenn er bei den Planungen zur
Sorgfalt rät. Doch in einem irrt er:
Dass Sorgfalt vor Schnelligkeit geht,
wie er sagte. Im Fall des Merklinger
Bahnhofs muss auf beides geachtet
werden: Gute Planung, die jedoch
ebenso zügig vonstattengeht. Zu
viel Zeit wurde schon verloren, im
nächsten Jahr könnte der Trassenbau auf der Alb beginnen. Das Zeitfenster wird immer kleiner. Das
Projekt muss jetzt deshalb ganz,
ganz oben auf der Agenda des Kreises aber auch der lokalen Politiker
stehen. Sie müssen weiter bei jeder
Gelegenheit Druck machen bei ihren Parteikollegen, dass Land und
Bahn eine Machbarkeitsstudie in
Auftrag geben. Als Argumentationshilfe kann wunderbar die Potenzialanalyse dienen. Ohne Frage: Der
Bahnhof ist längst nicht durch, doch
klar ist, dass die Risiken ausschließlich finanzielle sind. Die Chancen
überwiegen deutlich. Und ob sich
etwas wirklich lohnt, weiß man in
der Regel erst Jahre später.
Nicht Bremser sind jetzt gefragt,
sondern Gestalter!
» j.rauneker@schwaebische.de
●
FOTO: DPA
den eine Linie 1 (Heroldstatt, Feldstetten, Westerheim, Laichingen,
Merklingen, Nellingen, Aufhausen,
Türkheim, Geislingen) und eine Linie 2 (Berghülen, Machtolsheim,
Merklingen) benötigt. Die bestehenden Linien 360 und 30 könnten aus
Kapazitätsgründen, weil sie auf den
Schülerverkehr ausgerichtet sind
und weil es keine abgestimmte Verbindung aus Westerheim, Feldstetten und Heroldstatt gibt, nur eingeschränkt als Zubringer dienen. Da
die Regionalexpresszüge im Stundentakt unterwegs sein werden,
müssten auch die neuen Busse
Abgeordneter Filius: Land muss Bereitschaft zeigen
Der Ulmer Grünen-Abgeordnete Jürgen
Filius findet es
„sehr erfreulich",
dass die Analyse
dem Alb-Bahnhof einen volkswirtschaftlichen
Jürgen Filius
Nutzen bescheinigt. „Es wäre ein großer Standortvorteil für die Region. Daher muss
das Anliegen mit allem Nachdruck
weiterverfolgt werden“, so Filius. Er
verwies darauf, dass die Laichinger
Alb bisher nur Nachteile durch den
Baustellenverkehr der Neubaustrecke
habe und so einen fairen Ausgleich
erhalten könnte. Filius sieht nun die
Bahn am Zug, eine Machbarkeitsstudie für das Projekt zu erstellen,
wobei „dieser nächste Schritt nur
sinnvoll ist, wenn alle Beteiligten an
einem Strang ziehen.“ Das Land
müsse Bereitschaft signalisieren, die
teureren und schnelleren Nahverkehrszüge zu bestellen. Da der
Einsatz dieser schnellen Züge auch
den Halt in Erbach ermögliche,
profitierten die Region und der
Alb-Donau-Kreis gleich doppelt. „Im
Sinne einer gerechten Kostenverteilung würde sicherlich auch vom
Kreis ein Beitrag erwartet“, so Filius.
Überdies müsste auch der ÖPNV
dann auf den Alb-Bahnhof abgestimmt werden. Der Abgeordnete
kündigte an, „schnell“ Kontakt mit
Eckart Fricke, dem Konzernbevollmächtigten der Bahn für Land Baden-Württemberg, aufzunehmen.
„Die Planfeststellung für den Zusatzhalt muss ganz schnell beginnen.
Aus Erfahrung weiß man jedoch,
dass Entscheidungsprozesse bei der
Bahn sich manchmal ziehen. Daran
darf die Sache aber nicht scheitern“,
so Jürgen Filius. (sz)
Bei Wiesensteig tritt die Trasse kurzzeitig an die Oberfläche, um auf zwei eingleisigen Brücken (485 und 472 Meter) das Filstal zu queren.
stündlich für Passagiere in Richtung
Stuttgart verkehren und zusätzlich
zumindest in den Hauptverkehrszeiten stündlich für Passagiere in Richtung Ulm.
Gerechnet wird mit täglich
850 Menschen, die das Zugangebot
von Merklingen aus nach Stuttgart
(20 Minuten Reisezeit) in Anspruch
nehmen und mit 650 nach Ulm (zehn
Minuten).
Günter Neubauer,
SPD-Kreistags-Chef
„Ich kann einen Blick nach vorne
erkennen, die Stoßrichtung
sollte jetzt in Richtung des
Bahnhofs gehen, nachdem der
Nutzen bewiesen wurde. (rau)
Gisela Steinestel,
scheidende Kreisrätin
„Der Halt ist
ein Herzensanliegen der
Laichinger
Alb. Es wäre
Klasse, wenn
die Züge
künftig nicht nur an uns vorbei
rauschen und Wind machen.“ (rau)
GRAFIK: DEUTSCHE BAHN
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