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menschen wie buchstaben HANS WERNER GEERDTS d

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INFO-ZEITUNG
Maison Maroc
Kunsthof von der Thüsen
La Route des Caravanes
von der Thüsen GmbH
5
A U S G A B E
Juni 2004
Das
Journal 13
Normannshausen 13
Seite 1
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Seite 4
Ausstellung
H.W.GEERDTS
Böden gestalten Räume
Petroglyphen
Marrakech
Momentaufnahmen
aus Marrakech
RUSTICUS
Märchenhaftes
Homochiffren
Carreaux Ciment
MAISON MAROC
menschen wie buchstaben
d
HANS WERNER GEERDTS
a stehen buchstaben wie menschen; geortet und geordnet.
ist: geschriebenes auslöschen, berichtetes ungeschehen machen,
ausgerichtet im rahmen einer planung, gebunden an bedin-
überliefertes in frage stellen, gewohnheiten unterbrechen, das ist:
gungen einer Gesellschaft, eingereiht in das heer der namenlosen,
den sinn ändern.
formelhaft, weder günstling noch aussenseiter, massen von men-
ziehen wir nutzen daraus!
schen, in reih und glied, die suchenden und gesuchten, in wider-
mit der zeitung, den büchern dringen die menschen in die geborgene
sprüchen vereint, wer wagt sie zu richten?
häuslichkeit, in die intimsphäre ein. dort außerhalb der buchstaben -
menschen, die unsere nachbarn sind, unsere freunde, feinde, die
treffen wir die andern. dies unerschöpfliche thema zum nachdenken.
eltern, arbeiter, beamte, könige und bettler, schwarze und weisse.
wer sind „die andern”? - jeder von uns.
das bild der menschen ersetzt das bild der buchstaben. wenn eine
wir müssen uns betroffen fühlen von den angeboten freier stellen,
aneinanderreihung von buchstaben sinn hat, warum hätte die
den todesanzeigen, von der frage „are you the man”... wir gehören
aneinanderreihung von menschen keinen sinn?
in den rahmen eines bestimmten programms. wir sind die unbekann-
buchstaben bedecken ist: der bedeckung sinn geben.
ten, mit denen gerechnet wird.
Einladung zur SOM M E RAU SSTE LLU NG
am 26. und 27. Juni 2004 auf dem Kunsthof von der Thüsen
und am 26. Juni zur Eröffnung der Ausstellung:
PETROGLYPHEN HOMOCHIFFREN
H.W.GEERDTS
MARRAKECH
Liebe Leserinnen und Leser,
bei unserer diesjährigen Sommerausstellung dreht sich alles um das
Thema Marokko. Im Mittelpunkt steht dabei ein Ereignis, auf das wir
uns schon lange gefreut haben: die Eröffnung einer
Ausstellung des Malers H.W.Geerdts, der seit 40 Jahren mitten in der Medina von Marrakech lebt und arbeitet. Wir haben ihn vor
einigen Jahren in Marrakech persönlich kennengelernt und seitdem
regelmäßig in seinem Atelier besucht.
Es ist für uns eine große Ehre, eine umfangreiche Auswahl seiner
Arbeiten auf unserem Hof ausstellen zu dürfen.
Wir bedanken uns an dieser Stelle auch für die Unterstützung des
Kulturzentrums Schloß Reinbek, das einen großen Teil der
Gemälde von H.W. Geerdts im Rahmen einer Stiftungsaufgabe betreut.
Insbesondere bei Herrn Bernd M. Kraske, dem Leiter des
Kulturzentrums, der am 26. Juni zur Ausstellungseröffnung die
inhaltliche Einführung in die Arbeit von H.W. Geerdts übernehmen
wird.
Ebenso danken wir Herrn Axel Adamietz, der in seiner Funktion
als Honorarkonsul des Königsreiches Marokko der
Ausstellung einige Grußworte mit auf den Weg geben wird.
Dank auch an alle anderen, die uns mit Filmdokumenten aus 30
Jahren über das außerordentlich spannende und schaffensreiche
Leben von H.W. Geerdts und mit praktischem künstlerischen Beistand
bei der Gestaltung der Ausstellung unterstützt haben.
Wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam durch die Ausstellung
zu gehen und wünschen uns, daß durch „unsere“ Ausstellung zu den
vielen Kunstfreunden, die H.W. Geerdts in Deutschland hat, noch viele
neue dazu kommen werden.
Noch einen langgehegten Wunsch haben wir in den letzten Wochen
zumindest zu einem guten Teil realisieren können: wir haben die
Ausstellung zum Anlaß genommen, das Innere unserer
Ausstellungsscheune umzugestalten. So entstanden Räume im typischen Marrakech Rouge und warmen Ockertönen, die auch Teil eines
Innenhofes, eines Hauses in der Altstadt, Teil einer Gasse in der
Medina sein könnten. Ein angemessener Rahmen für die Bilder von
H.W. Geerdts. Räume, in denen man sich gerne auf einem der
marokkanischen Canapés niederläßt, um die Bilder auf sich wirken
zu lassen. Sie dürfen gespannt sein.
Am Samstagabend gibt es dann was fürs Auge und
Herz von Cineasten: den Filmklassiker Casablanca vor
der Kulisse eines über vier Meter hohen, geschwungenen Stadttores in
der Scheune. „Verhaftet die üblichen Verdächtigen“ und „Play it again
Sam“ – noch ein Wunsch, der in Erfüllung geht.
Mit Märchen werden über Generationen, manchmal über Jahrtausende
in abenteuerliche Erfindungen verpackte Weisheiten weitergegeben.
Die Erzählkunst der Geschichtenerzähler auf dem Djemaa el Fna
bewegt Abend für Abend Menschenmengen, sich in Kreisen um sie zu
scharen und bis zum Ende der Geschichte wie gebannt zu verharren.
Wer Margarethe Wischnweski, Leiterin des Puppentheaters am Mecklenburgischen Staatstheater
Schwerin, bereits einmal beim Spiel erlebt hat, wird sich ähnlich
gefühlt haben. Bei „ihrem“ Gestiefelten Kater handelt es sich
zwar nicht um eine Geschichte aus Tausend und einer Nacht, aber um
beste Märchenspiel-Kultur allemal. Die Theateraufführung für große
und kleine Leute steht am Sonntagnachmittag auf dem Programm der
Sommerausstellung.
Selbstverständlich präsentieren wir Ihnen bei der Sommerausstellung
auch wieder all die schönen Möbel und artisanalen Accessoires, die
wir bei unseren Besuchen in vielen kleinen Werkstätten Marrakechs
und anderer Orte ausgewählt und wie Botschaften eines anderen
Lebensgefühls in den Norden mitgebracht haben.
Verbringen Sie mit uns anregende und angenehme Stunden auf dem
Kunsthof.
Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Familie von der Thüsen
P.S.: Falls Sie einen langen Anfahrtsweg haben und gerne in der Nähe
übernachten möchten, bitte anrufen. Wir suchen gerne eine passende
Übernachtungsmöglichkeit für Sie.
Falls Sie abends die Gelegenheit wahrnehmen möchten zu essen, bitte
wegen einer Tischreservierung direkt an die Kastanie wenden
(04255-1594), www.die-kastanie.de
oder an die Klostermühle Heiligenberg, (04252-2167),
www.klostermuehle-heiligenberg.de
Die Sommerausstellung auf einen Blick:
Samstag 26. und Sonntag 27. Juni 2004 , jeweils von 14-00 Uhr bis 19-00 Uhr
Programm:
Samstag 26. Juni
16-00
Eröffnung der Kunstausstellung Petroglyphen -Homochiffren H.W. Geerdts (26.Juni - 25. September 2004)
Grußwort durch Herrn Axel Adamietz, Honorarkonsul des Königreichs Marokko in Bremen
Einführung durch Herrn Bernd M.Kraske, Leiter des Kulturzentrums Schloß Reinbek
21-00
Filmvorführung CASABLANCA mit H. Bogart und I. Bergmann
für Fans des Filmklassikers im Ambiente einer marokkanischen Medina, Filmclub Normannshausen
Sonntag 27. Juni
15-30
„Der gestiefelte Kater“ Theater für alle ab 5
Inszenierung und Spiel:
Margarethe Wischnewski, Leiterin des Puppentheaters am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin
(Eintritt: 2,50 €, für Kinder bis 8 Jahre ist der Eintritt frei)
Dazu Kaffe & Tee, Kuchen, marokkanische Köstlichkeiten, Musik und unbegrenzte Möglichkeit zum Schauen und Plaudern in der
gemütlichen Atmosphäre des Kunsthofs von der Thüsen.
Kunsthof von der Thüsen · Normannshausen 13 · 27327 Martfeld Tel: 04255/98 28 10 oder 98 24 73
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Papier dem Zittern und Zagen des Platzes. Linie, Punkte, Punkte,
Bewußtseinszustand beschrieben, in dem man erkennt, daß alles ver-
Linien, Akzente, Ballungen, Verdichtungen, gestreut, verteilt und
gänglich ist, und nichts so bleibt wie es ist, nicht einmal für eine
getupft sind die Spuren auf der weißen Fläche. Ich weiß nicht , ob ich
Sekunde. Alles ist ständig im Begriff zu werden und zu vergehen - ein
Opfer der Masse bin oder sie bändige? Werde ich geführt oder führe ich
ständiger Fluß.
die Hand?“ (aus Yahia, es lebe Marrakech, H.W. Geerdts)
Feder, Bambus, Kreide werden abgelöst vom Pinsel. Endlose Studien
ein Leben beginnt am 23. Januar 1925 in Kiel.
primär, stoßen sie ihre Eigenkräfte aus." (W. Baumeister, Das
1945, gerade eben 20 Jahre alt, ist er ein
Unbekannte in der Kunst, Köln 1947, S. 52f )
bringen ihn aber zu der Erkenntnis, daß dieser zu weich ist, keinen
„Davongekommener“, Überlebender von Krieg, Lazarett,
„Der Künstler muß leer und offen, doch getragen von einer Tradition
Widerstand findet auf dem Papier, der Jute oder der Leinwand. Er wird
Gefangenschaft, umgeben von Ruinen. Zweifel an Vertrautem, unfrag-
sein. So ausgerichtet, suchte ich die Auseinandersetzung mit der Welt“
abgelöst durch den Spachtel, der sich härter aufsetzen läßt und ihm
lich Gültigem sind lebendig, unausweichlich. H.W. Geerdts verarbeitet,
zitiert H.W. Geerdts seinen Lehrer und beschreibt den Ausgangspunkt
noch besser dazu dient, die Bewegungen der Mengen auf dem Platz in
indem er malt und zeichnet.
für seine eigene Suche. Seine Reisezeit beginnt, „der künstlerische
bewegten Formen, rhythmischen Wirbeln und Linien, die an figürlichen
Er studiert und wird Lehrer. Den wichtigsten Wendepunkt in seinem
Kern war freigelegt“ wie er es ausdrückt. Er selbst auch innerlich frei
Tachismus (la tache „ Fleck“) erinnern bis hin zur vollkommenen
Leben kann er exakt datieren: er stand zum ersten Mal vor den 1953
für einen Streifzug durch die Welt, als Suchender, Sehender, als
Metamorphose auszudrücken.
entstandenen Montaru Bildern von Willi Baumeister.
Künstler. „Das Tummeln in fremden Geisteswelten, die
In der Ausstellung finden Sie Variationen dieser Bilder vom Djemaa el
Baumeister, der sich schon früh einer abstrahierenden Formsprache
Nachdenklichkeit fordern, beginnt. Abenteuerliche Gedankenflüge und
Fna, die H.W. Geerdts Arbeit mit unterschiedlichen Ausdrucksmitteln
zugewandt hatte und zu einem der wichtigsten Wegbereiter der
jämmerliche Durststrecken treiben schöpferische Kräfte zur Tat.“
dokumentieren.
abstrakten Malerei in Deutschland wurde, war während des sogenann-
(Gee). Er habe wie ein Gezeichneter gearbeitet, schreibt Geerdts über
ten Dritten Reiches als „entarteter Künstler“ deklariert und mit Berufs-
sich.
und Ausstellungsverbot belegt worden. Nach Kriegsende konnte er end-
Europa, Kleinasien, Nordafrika, Brasilien, Japan, USA – Malerei,
lich seine Arbeiten wieder publizieren, ausstellen, weiterentwickeln. Ein
Ausstellungen, Unterricht zum Lebensunterhalt, Studien.
Gefühl von Seelenverwandtschaft. H.W. Geerdts ließ die Sicherheit einer
Anfang der 60er Jahre kommt er nach Marrakech. Wieder ein
Lehrerstelle hinter sich, packte seine eigenen Bilder und Zeichnungen
Schlüsselerlebnis, das eine Wende bedeutet. Auf dem Djemma el Fna,
aus und wurde über mehrere Jahre, bis zu dessen Tod 1955 zum
dem großen Platz in der Altstadt von Marrakech, zieht ihn das alla-
Schüler, Sekretär und Freund von Prof. Willi Baumeister in Stuttgart.
bendliche Schauspiel in den Bann, das sich ihm von einem erhöhten
In diese Zeit der Zusammenarbeit mit Baumeister fällt auch die Über-
Position am Rande des Platzes bietet. Menschenmengen, die sich ohne
arbeitung der von Baumeister 1947 publizierten Erstausgabe seines
richtungsweisendes Ziel bewegen, sich wie einer geheimen
Buches „Das Unbekannte in der Kunst“, die intensive theoretische
Bestimmung folgend zu Kreisen um einen Punkt bilden, sich auflösen
Geerdts fängt die Dynamik dieser Momente in seinen Zeichnungen ein.
Auseinandersetzung
und sich neu formieren. Die Menschen, manchmal tausende, bewegen
Menschen in der Menge, häufig von oben, wie Ameisen gezeichnet, wie
Schaffensprozesses selbst.
sich um Musikanten, Schreiber, Schauspieler, Naturheiler, Schlangen-
Chiffren, auswechselbar und dennoch in diesem festgehaltenen Moment
Für Baumeister der Prozeß, die hinter den jeweiligen Erscheinungs-
beschwörer, Akrobaten, Tänzer und die Geschichtenerzähler wie um
an einer angedeuteten Bewegung, einer Kontur, der Positionierung
formen verborgenen Mysterien der Natur und der menschlichen
Kraftzentren. Die Hüter des gesprochenen Wortes versammeln die
innerhalb der Gruppe als Individuen voneinander zu unterscheiden.
Existenz - ohne deren äußeren Erscheinungen nachzuahmen - in mög-
dichtesten Kreise um sich, ihre Zuhörer, Kinder und Erwachsene hängen
Teile einer Menge, die sie aufsaugt und fortträgt – gleichzeitig
lichst reinen Formen sichtbar zu machen, sie mit künstlerischen Mitteln
wie gebannt an ihren Lippen, hören Geschichten, die nie aufgeschrie-
Individuen, deren Wünsche, fröhliche Neugier, Bedürfnisse ohne indivi-
zu ordnen.
ben wurden, kommen Abend für Abend, um wieder regungslos und
duelle Absicht das Nebeneinander von Bewegung und Erstarren der
Petroglyphen, Felsmalereien, älter als die ersten Schriftzeichen der
In geometrischen Figuren, in Formen, die organischen Grundformen in
gebannt das Wort zu hören. Dazu der Klang der Gnaoua, der
Menge in Kreisen bestimmen.
Menschheit und von einer fast magisch wirkenden Formenkraft, sind die
der Natur verwandt sind, aber auch in reduzierten anthropomorphen
Trommeln.
mit
dem
Wesen
des
künstlerischen
H.W.Geerdts sagt, daß er in Marrakesch seine künstlerische Identität
ersten bildhaften Äußerungen von Menschen. Zeichen aus einer fernen
Elementen und Zeichen, wie sie in archaischen und nichteuropäischen
gefunden habe.
Zeit. Chiffren.
Kulturen anzutreffen sind und Baumeister als Ausdruck einer
Er arbeitet an den Ausdrucksmitteln, die seinen im Einklang mit den
H.W. Geerdts, fasziniert von den geheimnisvollen Zeichen und Bildern,
„ursprünglichen Formenkraft„ faszinierten.
Bewegungen auf dem Platz stattfindenden impulsiven Malvorgängen
besuchte die bedeutendsten Fundstätten von Felszeichnungen in Europa,
Die „Eigenkräfte der Ausdrucksmittel“ bekommen neues Gewicht:
adäquat sind, ihm neue Aussagen erlauben.
Kleinasien und Mesopotamien. Besonders intensiv hat er sich in
„Sie stellen nicht nur seine (des Malers) Klaviatur dar, sondern sind
In Kyoto erlernt er die sehr viel Geduld erfordernde hochkomplizierte
Marokko mit den Felszeichnungen im Hohen Atlas und Anti-Atlas
gleichsam selbständige Ausdrucks- und Funktionsträger. Die Formen,
Sumi-e Technik, spontanes Zeichnen und Kalligraphieren mit weichem
beschäftigt, einem der ältesten besiedelten Gebiete überhaupt. Er doku-
die Farben, das Helle, das Dunkle, die Linienbreiten, das Exakte oder
Pinsel, von chinesischen Zen-Mönchen nach Japan gebracht. Sein Sumi-
mentierte Felszeichnungen, indem er sie durch Frottage auf Papier oder
das Modulierende, auch das Körperhafte im Gegensatz zum Flächigen
e- Lehrer wurde auch sein Zen Meister. Was Baumeister als Leere
Rupfen übertrug und damit als Kreidezeichnung sichtbar machte.
werden die Stimmen seiner Komposition. Allein für sich, also ohne
„ Die Trommelschläge der Gnauoa bringen Absichten, Wollen und
bezeichnet, „den Zustand eines neutralen Nichts, aus dem heraus scharf
Was hat Menschen vor Tausenden von Jahren dazu gebracht, in mühe-
Nachbild einer Naturerscheinung geworden zu sein, elementar und
Wünsche in ihre Gewalt. Vollends entrückt folgt die Hand auf dem
und intensiv beobachtet werden kann“ – wird in der Zen Lehre als ein
voller Arbeit die Umrisse von Körpern in harten Felsen zu schlagen,
Körper mit Augen, Geschlechtsteilen, mit Waffen oder Werkzeugen?
Die Seele von Marrakech –
We l t k u l t u r e r b e s e i t 2 0 01
dem fast alles gleichzeitig stattfindet, was das Leben ausmacht.
Begleitet vom Wummern der Trommeln, die den Rhythmus vorzugeben
scheinen, nach dem sich alles bewegt. Es bedarf nur wenige Anstöße,
um die Phantasie anzuregen, sich zu fragen, was dieser Platz über die
Jahrhunderte gesehen und gehört haben mag. Den Namen Djemaa el
ote Perle“ wird Marrakech wegen der besonderen
Orient und Europa darstellte. In arabischen Chroniken wird Marrakech
Fna, Platz der Geköpften verdankt er einer Zeit, in der die
Farbe seiner 12 km langen Stadtmauer und seiner
übrigens als Mraksch, die Stadt, bezeichnet. Daraus leitet sich sprach-
Herrschenden den Platz als Bühne für öffentlichkeitswirksame
Schönheit genannt. Auf 450 Meter Höhe eingebettet
lich der Name für das ganze Land ab: Marokko.
Hinrichtungen benutzten. Ein Mosaiksteinchen in der Geschichte des
in die fruchtbare Haouz Ebene, nur 60 km vom Hohen Atlas entfernt.
Die Stadt Marrakech hat ihr Gesicht im Laufe der Jahrhunderte ständig
Großen Platzes und sicherlich auch ein Kapitel in einer der Geschichten,
Das heutige Marrakech mit ungefähr 750.000 Einwohnern ist eine
verändert. Die Herrscher der verschiedenen Dynastien ließen in der
die Abend für Abend dort erzählt werden ohne je aufgeschrieben wor-
äußerst lebendige Provinzstadt, modernes Universitäts-, Handels- und
Regel die Paläste ihrer Vorgänger einreißen, um als Zeichen ihrer
den zu sein. Hier wird Wissen aus rund 7000 Jahren mündlich überlie-
Verwaltungszentrum und natürlich als eine der Königsstädte
Macht neue Prachtbauten zu errichten. Sie erlebte immer wieder
fert, werden Gebräuche lebendig erhalten, deren Wurzeln im Dunkeln
Tourismuszentrum. Marrakech ist aber auch der Ort, innerhalb dessen
Blütezeiten, in denen sie sich in ihrer Pracht mit anderen großen isla-
liegen, werden Geschichten erzählt, die älter sind als die Schrift und
alten Stadtmauern man sich in eine andere Welt versetzt fühlt, wie an
mischen Zentren wie Bagdad und Kairo messen konnte, aber auch
deren Inhalt trotzdem so aktuell ist, daß sich Abend für Abend die
kaum einem anderen Ort. Nicht allein wegen der verwinkelten unüber-
Zeiten des Verfalls. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts lebten bereits
Kreise von Zuhörern um die Erzähler und Spieler bilden. Geschichten
schaubaren Gassen der Medina, sondern dem Leben, auf das man dort
150.000 Menschen in der Stadt.
von Liebe, Leidenschaft, Verrat, Themen so uralt wie die Menschheit.
trifft oder als Außenstehender nur erahnen kann. Zeugnisse unter-
Zu den ältesten Bauwerken aus der Gründungszeit Marrakechs zählt
Im Mai 2001 wurde der Platz als „Meisterwerk des mündlichen und
schiedlichster Kulturen, nicht nur in der kunstvollen Gestaltung von
die Stadtmauer mit ihren beeindruckenden Toren. Erhalten blieb auch
immateriellen Erbes der Menschheit“ von der UNESCO in die Liste der
Gebäuden, sondern gelebt in den Ritualen des täglichen Lebens. Ein
der große Platz in der Altstadt von Marrakech, die „Seele Marrakechs“
kulturellen Räume aufgenommen worden, die es als Weltkulturerbe zu
Alltagsleben, von Notwendigkeiten bestimmt wie überall auf der Welt,
wie er auch genannt wird. Seit der Gründungszeit der Stadt der Ort, an
schützen gilt und für die Nachwelt zu bewahren.
aber nach Regeln gelebt, die sich dem Fremden nur schwer erschließen.
dem sich die Einwohner der Stadt abends versammeln, um sich zu
Noch ist das Leben auf dem Großen Platz authentisch, keine für
In der Tifinasch-Berbersprache bedeutet der Name „Durchzugsland“
amüsieren, Neuigkeiten auszutauschen, Geschäft anzubahnen und
Touristen inszenierte Veranstaltung.
(mar-our-kouch) und bezeichnet ein neutrales Gebiet zwischen den
abzuschließen, Rat und Hilfe zu holen bei Advokaten, Schreibern,
Modernisierungsmaßnahmen, der zunehmende Autoverkehr, die
Revieren verschiedener Sippen. Die Stelle, an der Marrakech 1062
Naturheilern, zu essen und sich staunend wie Kinder von den Worten
Ausweitung des Tourismus könnten aber dazu beitragen, daß sich dies
zunächst als Militärlager gegründet, dann zur Residenzstadt der
der Geschichtenerzähler in die Geschichte oder die Welt der Märchen
ändert. Die Stadt entwickelt ein Konzept zum Erhalt des Platzes und
Almoraviden ausgebaut wurde, war Rastplatz für Karawanen aus
entführen zu lassen. Hier treffen Menschen aus der Provinz auf Städter,
plant, ein Institut zur Erforschung der Geschichte des Djemaa el Fna, der
Zentralafrika, strategisch wichtige Durchgangsstation und Treffpunkt
Arme auf Reiche, Gaukler, Artisten und auch Scharlatane auf Publikum.
Seele von Marrakesch, einzurichten
von Reisenden, Händlern, Menschen, die unterwegs waren. So wie ins-
Hier geht man hin, wenn man gesehen werden oder sich in der
Möge es gelingen.
gesamt Marokko schon in Frühzeiten die Brücke zwischen Afrika, dem
Anonymität der Menschenmengen treffen möchte. Es ist der Platz, an
„R
Warum an diese Stellen? Man kann nur davon ausgehen, daß es sich um
existentielle Anliegen gehandelt haben muß.
Inspiriert von der Ausstrahlungskraft der Petroglyphen illustrierte
H.W.Geerdts die deutsche Ausgabe des Epos Inanna, einem aus
Keilschriftfragmenten rekonstruierten Zyklus über die von den
Sumerern am meisten geliebte Göttin. Sie verkörperte die Liebe selbst.
Als Abend- oder Morgenstern hatte man sie stets vor Augen. So bedarf
es keines Rätselratens, warum diese auf Papier und Leinwand entstandenen Petroglyphen Eros und innige Liebe manifestieren.
Petroglyphen – Homochiffren ist auch der Titel eines Buches, das
H.W.Geerdts im Nieswand Verlag herausgegeben hat. Weitere
Veröffentlichungen und ebenfalls im Nieswandverlag erschienen sind
„landeinwärts , vom berberdorf
bis safranland“ . Beide Bücher
sind während der Ausstellung
erhältlich. Sein Buch „Yahia- es
lebe Marrakesch“, ist in der
deutschen Ausgabe leider vergriffen, dafür gerade in arabischer Sprache erschienen.
H.W. Geerdt läßt sich ungern als
Schriftsteller bezeichnen. Er ist Maler. Aber er mußte schreiben, sagte er,
um die vielen Eindrücke und Bilder in Marrakech verarbeiten zu können. Wenn man seine Texte liest, sieht man die Bilder vor sich.
Ausstellung vom 26. Juni 2004 bis 25. September 2004
Öffnungszeiten:
Freitags und Sonnabends von 15.00 bis 18.00 Uhr
Sonntags nach telefonischer Verbredung
Telefon: 04255/982473 · email: thuesen@t-online.de
Das
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Momentaufnahmen aus Marokko
Der E S E L
Tagebuchauszug 5.4.02 Marrakech
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Der gestiefelte Kater
S
ie hatte es versprochen! Die Gäste des ersten
wöhnliche Katzentier von Margarethe Wischnewski selbst gespielt wird
Theaterabends mit Margarethe Wischnewski auf
Wer sie bereits kennt, wird ahnen, welches Vergnügen am
unserem Hof werden sich daran erinnern, wie sie -noch im
27. Juni um 15-30 Uhr auf große und kleine Zweibeiner
Kostüm der hochberühmten Hexe Babajaga steckend- am Ende eines
wartet.
wahrhaft zauberhaften Märchenabends mit russischen Märchen ihrem
Wer sie noch nicht kennt, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen,
ie breite Gasse führt weiter in die Medina, hier bei den
einen guten Einfall, in kleinen schnellen Schritten in Richtung des
ebenso verzaubert lauschenden Publikum spontan versprach, im näch-
eine der profiliertesten Theatermacherinnen im Bereich des
vielen Handwerkern hat sie für ein kurzes Stück fast
schmalen Tores zu den Werkstätten. Ich kann die Situation nicht
sten Jahr wiederzukommen. Und zwar mit der Geschichte vom dicken
Puppentheaters kennenzulernen.
vollständig einsehen, höre aber die laute, auf arabisch oder ber-
roten Kater, der auf zwei Beinen läuft, angetan mit roten Stiefeln und
Regie, Bühnenausstattung und seit einigen Jahren auch als
berisch kraftvoll fordernde Stimme eines Mannes, sehe den Esel
mit einem prachtvollen Hut auf dem Kopf und der das einzige Erbstück
Darstellerin auf der Bühne - Margarethe Wischnewski, Leiterin des
des jüngsten Müllersohns Henry ist. Kleines Erbe hat oft schon mehr
Puppentheaters am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, hat
genützt als großes- und manchen Leuten muß man eben zu ihrem
über Jahrzehnte mit anspruchsvollen Inszenierungen und ungewöhnli-
Glück verhelfen, so wie der Kater seinem Herrn und liebsten Freund
chen Projekten zu einer neuen Aufmerksamkeit für Puppentheater
den Charakter eines kleinen Platzes.
Rechts und links Mauern. Die rechte umrandet das Gelände einer
Schule, die linke bildet die Rückwand der kleinen Werkstätten, die
sich zögernd abwenden und sichtlich entmutigt aber gehorsam auf
durch eine schmale Öffnung in der Mauer zu erreichen sind.
seinen alten Platz zurücktrotten. Er steht wieder an seinem alten
Die tiefstehende Sonne bringt das typische „Rouge de Marrakech“
Platz, den hängenden Kopf zur Mauer gewandt, sein Fell leuchtet
Henry, für den er die Hand der Prinzessin erobert und ein ganzes
beigetragen. Zur Zeit arbeitet sie wieder an einer Faust-Inszenierung.
der rechten Mauer zum Leuchten, färbt sie in ein warmes, chan-
in der Sonne in einem wunderschönen eleganten hellem Anthrazit.
Zauberschloß dazu. Daß dabei aufregende Dinge geschehen, versteht
Keine bloße Überarbeitung ihrer früheren vielbeachteten Inszenierung
gierendes Rot von unglaublicher Intensität.
Ein oder zwei lange Minuten verharrt er bewegungslos, dann reckt
sich von selbst: Kissen verwandeln sich in brüllende Löwen,
am Volkstheater Rostock, sondern eine neue Herausforderung an
Direkt davor, 30 Meter von mir entfernt, steht geduldig ein Esel im
er seinen Kopf in die Höhe, dreht ihn soweit es geht nach hinten in
Häkelstrümpfe in Elefantenrüssel und aus dem Dorfteich von Klein
Ausstattung und Regie, bei der sie die Meßlatte für sich noch ein
Geschirr, die Sonne wirft seinen Schatten an die Mauer. Plötzlich
Richtung seines Herrn und läßt ein lautes, schimpfendes, klagen-
Bölkow werden plötzlich dutzende Fische geangelt. Die Gebrüder
bißchen höher angehängt hat. Wie bei allen Projekten, die sie in
Grimm brachten die Heldentaten des gewitzten Katers nach seinen
Angriff nimmt. Und natürlich sind auch wieder die „Puppen im Park“
eigenen Erzählungen zu Papier. Ehrensache, daß dieses außerge-
in Vorbereitung und und und.... siehe „Termine zum Vormerken“
bewegt er sich unvermittelt. Einen einachsigen Karren hinter sich
des I-A, I-A ertönen, wie man es von dem kleinen Kerl nie erwar-
herziehend, dreht der Esel um 180 Grad und läuft, so als hätte er
tet hätte.
Marokkanische
Wohnkultur &
Accessoires
Den ganzen
Sommer über
haben wir täglich
geöffnet, an den Wochentagen
ab 11-00, sonntags ab 12-.00 .
Während der Sommermonate
sind wir außer
sonntags wieder
bis 20-00 Uhr
für Sie da.
Sonntags ist
der Laden bis
18-00 geöffnet.
Am Leuchtturm 6
18119 Warnemünde
Tel 0381/5107848
email:
thuesen@t-online.de
Am 15. April startete das MAISON MAROC in Warnemünde ins 5. Jahr seines Bestehens, also in ein Jubiläumsjahr. Anlaß sich zu freuen, ein bißchen
stolz zu sein und vor allen Dingen den vielen Stammkunden, die uns immer
wieder besuchen und uns weiter empfehlen ein herzliches Dankeschön zu
sagen. Da wir die Möbel, Lampen, Stoffe und all die anderen Accessoires
persönlich aussuchen und Wert darauf legen, Produkte und Qualitäten mitzubringen, die man nicht an jeder Straßenecke kaufen kann, freuen wir uns
über die positiven Rückmeldungen auch ganz persönlich.
Auch über die Resonanz auf unsere umfangreiche Präsentation der bassetti Kollektionen bis hin zu Teppichen und Vorhängen. Dies hat uns schon
manches freundliche Wort eingetragen - auch von Kunden aus anderen
Großstädten, die von der Atmosphäre im MAISON MAROC angetan, ihre
bassetti Lieblings-Bettwäsche oder Plaid bei uns statt in Berlin oder
Hamburg gekauft haben. Herzlichen Dank auch für diesen Ansporn!
Häufig werden wir gefragt, ob wir über einen Katalog verfügen oder vorhaben, einen anfertigen zu lassen. Beide Fragen müssen wir leider mit
„nein“ beantworten. Unsere Auswahl an marokkanischen Accessoires,
die wir in Warnemünde und dem Kunsthof von der Thüsen in Martfeld präsentieren, ist einfach zu individuell und veränderlich, als daß sie sich in
einem Katalog angemessen darstellen ließe. Er wäre beim Erscheinen
bereits überholt, viele Einzelstücke ließen sich darin überhaupt nicht aufnehmen.
Falls Sie Interesse an bestimmten Gegenständen haben, können
wir Ihnen aber gerne Fotos als Anlage zu einer Email oder in
Einzelfällen auch auf dem Postweg zusenden. Das hat schon in
vielen Fällen hervorragend geklappt. Sie erreichen uns über
thuesen@t-online.de , telefonisch über unser Büro in
Martfeld (04255/982473) oder das MAISON
MAROC in Warnemünde (0381/5107848).
Außerdem werden wir unsere Internetpräsentation
www.maison-maroc.de ausbauen und Sie auf
diesem Wege über Aktuelles in der Marokko
Kollektion und im MAISON MAROC informieren.
Es lohnt sich also, öfter bei uns im Internet vorbeizuschauen – gerade weil wir den Ausbau der
Internetseiten nur Schritt für Schritt schaffen. Wir
sind halt nur ein kleines, aber wie Sie uns immer
wieder auf so nette Weisen sagen, ein feines Team.
Danke!
Impressum:
Herausgeber: von der Thüsen GmbH Normannshausen 13
27327 Martfeld, Tel. 04255/98 24 73
Fax 04255/98 24 80
email thuesen@t-online.de
Layout:
kanarski concept & design, Stuhr
Druck:
Spektrum Mediengesellschaft mbH
Bruchhausen Vilsen
Kunsthof von der Thüsen
Normannshausen 13, 27327 Martfeld
Regelmäßige Öffnungszeiten:
Do. – Sa. 14-00 bis 18-00 Uhr
Bitte Termin abstimmen, wenn Sie uns außerhalb
dieser Zeiten besuchen möchten.
Tel: 04255/98 28 10 oder 04255/98 24 73
Fax: 04255/98 24 80
Email: thuesen@t-online.de · www.von-der-thuesen.de
Informationen über das Programm des Puppentheaters im E-Werk am Mecklenburgischen Staatstheater finden Sie unter der Internet Adresse
www.theater-schwerin.de . In der Rubrik „Repertoire“ werden die zur Zeit auf dem Spielplan stehenden Theaterstücke kurz vorgestellt, in der
Rubrik „Spielplan“ des Staatstheaters finden Sie auch die Termine für das Theater im E-Werk und ebenfalls eine Vorschau auf besondere
Veranstaltungen außerhalb des Theaters.
Wer Lust hat, sich die Bilder von den Theateraufführungen „Die schöne Wassilisa“ und „Das Katzenhaus“ im letzten Mai auf dem Kunsthof von der
Thüsen anzuschauen und auch noch ein bißchen mehr über Margarethe Wischnewski nachzulesen, wird in den Archiven auf unseren Internetseiten
fündig: Unter www.maison-maroc.de/presse/ finden Sie eine Foto- Dokumentation von dh-aktuell über die Veranstaltungen vom 17.05.03
auf dem Kunsthof von der Thüsen. Das Journal-Archiv mit den vorherigen Ausgaben des Journal 13 finden Sie unter www.von-der-thuesen.de
In der Sonderausgabe vom Mai 2003 zur Ausstellungseröffnung im Rahmen der Straße der Kunst berichteten wir auch über die bisherige künstlerische Arbeit von M. Wischnewski.
Termine zum Vormerken : Puppen im Park im Schweriner Schloßgarten
Samstag 31. Juli: 14-00 Uhr bis Mitternacht, Sonntag, 1. August: 14-00 Uhr bis 20-00 Uhr
Das
Journal 13
5
A U S G A B E
Juni 2004
I N F O Z E I T U N G
A U S
M A R T F E L D ,
W A R N E M Ü N D E
Böden gestalten Räume
U
U N D
T E G U I S E
Die historischen Vorgänger
nter diesem Titel berichten wir in loser Folge über span-
Dieses Mal stellen wir Ihnen die Carreaux Ciment vor, ebenfalls
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden verschiedene Verfahren entwickelt, nach dem Vorbild
nende Referenzobjekte, in denen Fliesen aus unse-
Fliesen mit langer Tradition und ebenfalls aus Marokko:
antiker Fliesen Ornamentfliesen herzustellen, bei denen bunt eingefärbte Deckschichten mit
rem Programm verlegt wurden. Als Anregung zur
Gestaltung, aber auch Information über Gelegenheiten, die Fliesen
in einer Umgebung anzuschauen, in denen sie nicht nur ausgestellt
werden sondern mit ihnen gelebt wird.
Im Fliesen-Portrait erzählen wir Ihnen Wissenswertes über unsere Fliesen, die alle keine Fliesen vom Fließband sind: über ihre
Herstellung, ihre Geschichte, den Umgang mit ihnen und natürlich
über „Neuzugänge“ im Programm.
Im letzten Journal 13 berichteten wir ausführlich über den
Herstellungsprozeß unserer handgeformten Cottofliesen und insbesondere ihren Brand in einem Hoffmannschen Ringofen, der ihre
Qualität entscheidend prägt.
Falls Sie die letzte Ausgabe des Journal 13 nicht erhalten haben
und den Artikel über den Hoffmannschen Ringofen gerne lesen
einer Tragschicht aus Ton oder Zement verbunden wurden. Als Deckschicht wurden feiner pulverisierter Ton, farbige gebrannte Tonstifte, Natursteinchen aber tatsächlich auch eingefärbter
würden, bitten wir um eine Nachricht. Wir senden Ihnen gern
Zement benutzt. Daher rührt der Name.
einen Abdruck bisher erschienener Artikel zu. Eine
In Deutschland stellten Villeroy und Boch bunte Mosaikfliesen her, die Ende des 19. Jahrhunderts in den Fluren vieler Stadthäuser, in
Dokumentation (fast) aller Journal 13 Ausgaben finden Sie
öffentlichen Gebäuden wie auch in Kirchen verlegt und unter dem Namen „Mettlacher Platten“ berühmt wurden. Unverwüstlich und
neben detaillierten Infos zu unseren Fliesen auch im Archiv unse-
leicht zu pflegen, eigneten sie sich für Bereiche, in denen die Böden stark belastet wurden.
rer Homepage unter www.von-der-thuesen.de
Vor allen Dingen aber eröffneten sie die Möglichkeit, Flächen kreativ zu gestalten. In der Regel wurden „Teppiche“ aus mehrfarbig
Wir senden Ihnen aber auch gerne Informationsmaterial auf
gemusterten Fliesen gelegt, die mit einem Fries abschlossen. Die Restflächen an den Rändern wurden meist einfarbig verlegt. Beispiele
dem Postweg zu. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns!
Tel: 04255/98 24 73
Fax: 04255/ 98 24 80
für Mustervielfalt und die typische Verlegetechnik finden sich noch heute in vielen alten Gebäuden.
Email: thuesen@t-online.de
Ein lohnenswertes Ziel im Bergischen Land:
Fliesen Porträt: Carreaux Ciment
BAU E R N H O F R E STAU RANT R U STI C U S
arreaux Ciment ist der französische Ausdruck für
Daraus bildet sich der Zementrücken, der den schönen Fliesen ihren
„Zementfliesen“. Wir geben zu, daß wir uns für die fran-
häßlichen Namen gibt. Danach wird die Masse mit sehr hohem Druck
mit Hofladen und Witzheldener Bauernkäserei: Referenzobjekt 14
C
zösische Bezeichnung entschieden haben, weil sie sich
von ca 1,5 to mit einem schweren Metallstempel zusammengepreßt,
D
ie Inhaber Ute und Bernd Hielscher erwarben 1998 das
Tel: 02174-748612
250 Jahre alte Fachwerkhaus und bauten es mit alten
Fax: 02174-748676
Materialien und viel Liebe zum Detail wieder auf.
e-mail:
wohlklingender anhört als das deutsche Wort.
der genau in die Form paßt.
Versuchter Etikettenschwindel? Mitnichten: ob französisch oder deutsch
Anschließend wird der Flansch geöffnet, die Fliese vorsichtig aus der
ausgesprochen, das Wort Zementfliese legt die Vorstellung nahe, es
Form gehoben und senkrecht zum Trocknen in ein Regal gestellt. Die
handle sich um eingefärbten Zement und führt damit in die Irre.
Carreaux Ciment werden nicht gebrannt, sondern härten durch Druck
Deshalb entschieden sie sich auch für unsere handgeformten, im
info@rusticus-
Zumindest was die Beschaffenheit und Qualität unserer Carreaux
und den Trocknungsprozeß aus.
Hoffmanschen Ringofen gebrannten Cottofliesen, mit denen die
witzhelden.de
Ciment angeht. Tatsächlich besteht die vier Millimeter starke
Die wunderschönen und zum Teil sehr komplizierten Muster entstehen
Böden der Gasträume und der Hofladen gestaltet wurden. (Cotto
Deckschicht dieser ästhetischen Fliesen aus pigmentiertem Marmor und
dadurch, daß aus Metallstreifen die einzelnen Mustersegmente nach-
nur der Rücken ist aus Zement.
Mit Farben und Ornamenten Flächen kreativen gestalten
gebildet werden. Wie überdimensionale Ausstech-Model für die
Plätzchenbackerei sehen die Formen aus, die in den Flansch gelegt
vieux naturel hell und rot im Format 20 x 20 x 2). Eine echte
Alternative zu antiken Fliesen. Im Hofladen wurden die Wände
Internet:
www.rusticuswitzhelden.de
werden. Je aufwendiger das Muster, um so aufwendiger die Form.
hinter dem Verkaufstresen mit Carreaux Ciment im klassischen rot-
Jedes Fach wird mit einer Farbe gefüllt, dann wiederholt sich der oben
beige Schachbrettmuster und mit dem Dekorfries Liane (Efeu)
beschriebene Vorgang. Vor dem Einfüllen des Zements werden die
gestaltet . Ein interessanter Blickfang.
geöffnet - Kein Ruhetag
dünnen Musterbleche vorsichtig herausgezogen, damit die Konturen in
Nach jahrelanger harter Arbeit ist das Ziel erreicht:
den Grenzbereichen nicht zerstört werden.
Montag bis Freitag
der RUSTICUS ist genau zu dem geworden, was sich die Familie
Geöffnet
einfarbigen Fliesen.
So lassen sich auf Wunsch nach Vorlagen auch eigene
Hielscher vorgestellt hat - ein Ort an dem man gerne verweilt.
von 11:30 Uhr
Die weichen Farbtöne und stilvollen Formen regen zum Spiel mit
Musterentwürfe für Dekorfliesen umsetzen. Auch Muster, die
Herzlichen Glückwunsch!
bis 23:00 Uhr
Farben und Mustern an, bei dem Wände und Böden betont in Szene
aus mehreren Fliesen gebildet werden. Z.B. Logos, wie der feuerspuckende Drache auf der Abbildung:
Auf der Speisekarte finden sich die Käsespezialitäten aus der eige-
Warme Küche
gesetzt werden können. Friese oder Teppiche gliedern Flächen, gestal-
nen Käserei sowie Suppen, Salate und Vegetarisches,
von 11:30 Uhr
Fleischgerichte, Spezialitäten der Saison und Desserts.
bis 14:00 Uhr und
Alle Speisen werden frisch zu bereitet, es werden keine Halbfertig-
von 17:30 Uhr
Die Muster der „modernen“ Carreaux Ciment Fliesen sind zum Teil
klassischen Vorlagen nachempfunden. Jugendstilmotive finden sich
genauso wie einfache geometrische Dekore, die in der Fläche verlegt
eine verblüffende Ausdrucksstärke entwickeln. Dabei korrespondieren
die Farbabstufungen innerhalb der Muster mit einer breiten Palette von
ten Übergänge zwischen Räumen, setzen Farbakzente.
oder Fertigprodukte verwendet. Alle Produkte, die nicht vom eigenen Hof der Hielschers stammen, werden von ausgesuchten
Landwirten, Winzern und Händlern aus der Region bezogen.
Fehlende (Muster)Fliesen in alten Böden können durch Carreaux
Ciment oftmals stilgetreu ergänzt oder neue Böden nach historischen
Traditionelle Schachbrettmuster oder octogonale Fliesen mit eingelegten kleinen Quadraten wirken in den sanften Tönen des pigmentierten
Marmors wie antike Böden. Mit einfachsten Mitteln lassen Dekorfliesen
die Atmosphäre klassischer Wintergärten, großzügiger „herrschaftlicher“ Küchen oder mediterraner Räume entstehen. Da auch Muster
nach eigenen Vorlagen gefertigt werden können, sind dem
Gestaltungswillen fast keine Grenzen gesetzt.
Vorlagen nachgebildet werden.
Jeder Belastung gewachsen
Die Carreaux Ciment sind in Innenräumen universell einsetzbar, in privaten
wie
öffentlichen
Bereichen.
Sie
können
über
Zum Kaffee gibt es die typischen bergischen Waffeln und ein stets
wechselndes Angebot an
Öffnungszeiten:
Täglich durchgehend
bis 22:00 Uhr
Samstag, Sonntag
und Feiertag
Geöffnet
von 09:30 Uhr
bis 24:00 Uhr
hausgemachten Kuchen
Wir empfehlen
und Torten.
zu reservieren!
Kontakt: Rusticus ,
Fußbodenheizungen verlegt werden und übertragen die Wärme in
Krähwinkel 4,
sehr guter Weise. Nach dem Verlegen werden sie mit einem
42799 Leichlingen
sind absolut pflegeleicht. Selbst bei mechanischen Beschädigungen der
Hergestellt werden die Fliesen von Hand, Stück für Stück. In eine sta-
Oberfläche bietet die mehrere Millimeter dicke Marmorschicht noch
bile quadratische Metallform wird zunächst Farbe gegossen, darauf
genügend Substanz für Ausbesserungen.
dann gemahlener Marmor gestreut. Das fast weiße Marmorpulver
Selbstverständlich beraten wir unsere Kunden ausführlich zu allen
saugt die Farbe auf. Auf diese Weise entstehen pudrige, niemals hart
Fragen der Verlegetechnik und der Oberflächenbehandlung und lie-
wirkende Töne, die an das Aussehen alter Fliesen erinnern. Leichte
fern mit den Fliesen auch die
Abweichungen in der Farbtiefe sind Zeichen ihrer individuellen
entsprechenden Materialien
Herstellung und Teil ihres Charmes. Nach dem Einfüllen des Marmors
aus einer Hand.
wird noch eine Schicht erdfeuchten Zements in die Form gegossen.
Ob Sie Ihre Räume im Landhausstil einrichten oder den Stil von Stadthäusern aus dem 19. Jahrhundert wiederbeleben möchten –
unsere Kollektion Carreaux Ciment bietet Ihnen eine breite Auswahl von Farben und Mustern, um Ihre Vorstellungen umzusetzen.
Wir beraten Sie gerne. Unsere Carreaux Ciment importieren wir wie die handgeformten Cottofliesen direkt aus Marokko und können sie Ihnen deshalb zu fairen Preisen anbieten.
Weitere Informationen unter www.von-der-thuesen.de oder über unser Büro. Rufen Sie uns an (Tel: 04255- 98 24 73)
oder senden Sie uns ein Fax (04255-98 24 80) oder eine Email: thuesen@t-online.de
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Unsere Leistungsfähigkeit Ihre Vorteile:
• jede Fliese ein Unikat, so entstehen Böden
von beeindruckender Lebendigkeit
• nach traditionellen Verfahren hergestellt
• eine echte Alternative zu antiken Fliesen
• im Hoffmannschen Ringofen bei 1050° Celsius
in der Glut hart gebrannt
• offenporig, ideal für ein gesundes Raumklima
• unverwüstlich, werthaltig und dauerhaft schön
• Direktimport ohne Zwischenhandel
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