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Ideenmanagement in einem Humandienstleistungsunternehmen

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FACHTAGUNG IDEENMANAGEMENT
2. Juni 2008
Ideenmanagement in einem
Humandienstleistungsunternehmen
Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH
Gabriele Polanezky
Abteilung für Qualitätsentwicklung
Gabriele Polanezky
Wie IDEA „laufen“ lernte....
¾
¾
¾
¾
¾
Das Unternehmen
Die Idee oder „Es begann im Jahre 2002“
Der Widerstand
Das Ideenmanagementsystem
Die Zukunft
Gabriele Polanezky
1
Persönliches Profil
Tätig in der Abteilung Qualitätsentwicklung der Tiroler
Landeskrankenanstalten GmbH
Qualifikation
Studium Gesundheits- und Pflegewissenschaften
Ausbildung Qualitätsmanagement
Funktionen/Aufgaben
¾ Projektleitung für qualitätsrelevante Projekte
- Optimierung des Schmerzmanagements
- Riskmanagement
¾ Leitung des Servicebereiches „Büro für Patientenanliegen“
¾ Ideenkoordinator für das Landeskrankenhaus Innsbruck
Gabriele Polanezky
Tätigkeiten der Abteilung
Qualitätsentwicklung
¾ Personalentwicklung
¾ Organisationsentwicklung
¾ QM-Systeme (ISO, KTQ, Zertifikate der Fachgesellschaften)
¾ PatientInnen- und MitarbeiterInnenbefragungen
¾ Servicebereich Krankenhaushygiene
¾ QM-Instrumente
– Ideenmanagement, Beschwerdemanagement, Riskmanagement
¾ Erhebung qualitätsrelevanter Daten als Grundlage für Planungsprozesse
(Bau, medizinische Planung, etc.)
¾ Ad hoc Projekte und Initiativen
Gabriele Polanezky
2
Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH
¾Landeskrankenhaus
Innsbruck/Universitätskliniken
¾Landeskrankenhaus Hochzirl
¾Landeskrankenhaus Natters
¾Landespflegeklinik Hall
¾Psychiatrisches Krankenhaus Hall
¾Beteiligung Bezirkskrankenhaus Schwaz
Gabriele Polanezky
Kennzahlen
Leistungsdaten
2006
Betten
2.104
davon Intensivbetten
122
Auslastungsgrad
79,9%
Stationäre Aufnahmen
109.626
Frequenz in Ambulanzen
1,6 Mio.
Durchschnittliche Verweildauer
5,7
Gabriele Polanezky
3
Kennzahlen
Betriebsbudget
€ 430 Mio
Personal (korr. Beschäftigte) 5.505
Ausgaben
• Personal
€ 275 Mio
• Bau und Investitionen € 35 Mio
Ausgewählte Leistungen
• Operative Leistungen
• Nicht operative Leistungen
z. Bsp. MR und CT
49 126
265 580
65 931
Gabriele Polanezky
Operative Leistungen
Schädel, Gehirn, Wirbelsäule, Rückenmark, periphere Nerven
4.154
Augen, Orbita
5.563
Ohren, Nase, Mundhöhle, Rachen, Gesicht, Gesichtsschädel, Hals
5.521
Bronchien, Lunge, Mediastinum, Thoraxwand, Mamma
4.452
Herz, Arterien, Venen, Lymphsystem
4.241
Endokrine Drüsen
445
Ösophagus, Zwerchfell, Abdominalwand, Abdomen
3.412
Nieren, Harnwege und männlicher Genitaltrakt
5.443
Weibliche Genitalorgane, Geburtshilfe
5.496
Skelett, Weichteile, Haut
13.609
Transplantationschirurgie
539
Nicht landesfondsrelevante Leistungen
14
Summe
49.126 (134 pro Tag)
Gabriele Polanezky
4
Ausgewählte Leistungen
Univ. Klinik für Neurologie
Patienten pro Jahr
davon Schlaganfallpatienten
5.286
617 (durchschn. 1,7 Tag)
Univ. Klinik für Frauenheilkunde
Geburten pro Jahr
Kinder
Zwillinge
Drillinge
1816 (durchschn. 5 pro Tag)
1885 (908 Mädchen, 977 Buben)
66 x
1x
Gabriele Polanezky
Wann haben wir uns mit dem
Ideenmanagementvirus infiziert?
oder
...es passierte im Jahre 2002
...Inkubationszeit: 1 Jahr!
Gabriele Polanezky
5
Ausgangslage:
Krankenhaus – Diagnose 1
¾ Starke Autonomie der Subeinheiten
(Disziplinen, Berufsgruppen, Kliniken,..) im
Krankenhaus
¾ Hohe „In – Sich - Geschlossenheit“ von Wissen
und Ideen → sog. Wissensmonopole
¾ Starkes Hierarchiebewusstsein der dominanten
Berufsgruppen (Ärzte und Pflege)
– Ideen und Verbesserungsvorschläge werden
oft nicht realisiert, da diese im „Keimstadium“
bereits verhindert werden können....
Gabriele Polanezky
Ausgangslage:
Krankenhaus – Diagnose 2
Paradoxon
Viele hoch spezialisierte MitarbeiterInnen mit hohem
Kreativitätspotential
versus
enges Organisationskorsett mit ausgeprägter
Hierarchie - dies hat zur Folge, dass das
Ideenpotential nicht ausgeschöpft wird.
Gabriele Polanezky
6
Diagnose 1 und 2 in der Praxis oder:
Die Überzeugungsarbeit.......
¾ „Innovation hat jeder Mitarbeiter in seiner
Stellenbeschreibung verankert – dafür kann es keine
Prämie oder Belohnung geben.“
¾ „Vorgesetzte sind vom Ideenmanagementsystem
ausgeschlossen.“
¾ „Es kommt zu einer Projektflut.“
¾ Bedenken von Vorgesetzten, dass „Unzulänglichkeiten“
transparent werden.
¾ BVW, KVP, Ideenmanagement – das sind Konzepte für
Produktionsbetriebe aber nicht für ein Krankenhaus!
Gabriele Polanezky
Das System
Idee
IDEA
Software
Vorgesetzter
Ideenkoordinator
Formale
Überprüfung,
Expertenmeinung
bei Bedarf
einholen
Bewertungsteam
Prüfung:
Umsetzbarkeit
Umsetzungsprozess
Bewertungsteam
Bewertung
Einsparung/
Nutzens
Prämierung
Gabriele Polanezky
7
Betriebsvereinbarung
¾ Was ist eine Idee?
• Ein Verbesserungsvorschlag (VV) ist jede dem Beauftragten
(Ideenkoordinator) für das IM schriftlich eingereichte Idee, die über
den übertragenen Aufgabenbereich des Einreichers oder einer
Mitarbeitergruppe hinausgeht, grundsätzlich neu und realisierbar ist,
und somit zu einer Verbesserung führt.
• VV müssen einen konkreten Lösungsansatz für das angesprochene
Problem aufzeigen.
Rollenklärung im Ideenmanagementsystem
Bewertungsteam
Vorgehen der Bewertung
Fristen (BT-Sitzung mind. 2-monatlich, Fachgutachten 2 Wochen,
Reservierung 6 Jahre)
¾ Schiedsstelle
¾
¾
¾
¾
Gabriele Polanezky
Zentrale Rolle
des Ideenkoordinators
¾Kümmererrolle, Systempromotor,
Kommunikation mit Einreicher und
Vorgesetzten,....
¾Organisation/Moderation der BT-Sitzungen
¾Verbundenheit mit dem System,
Überzeugung, Durchhaltevermögen
¾gute Verankerung in Unternehmensleitung – IK
Rolle weniger wichtig
¾weniger gute Verankerung – IK Rolle sehr
wichtig
Gabriele Polanezky
8
IT gestützter Ideenbearbeitungsprozess
• Intranetbasiert
¾Alle MitarbeiterInnen haben Zugriff da ein
• zusätzlich PC beim Betriebsrat
• Mitarbeiterinnen aus dem hauswirtschaftl. Bereich
wurden geschult
– Möglichkeit beim IK persönlich Vorschlag einzugeben
¾Vorteil
¾Jede Aktion zum eingebrachten
Verbesserungsvorschlag löst eine Notifikation aus
und MitarbeiterInnen sind permanent über jede Aktion
zum Verbesserungsvorschlag informiert
Gabriele Polanezky
Gabriele Polanezky
9
Eingeben einer neuen Idee
Gabriele Polanezky
Arbeitsoberfläche
Gabriele Polanezky
10
Gabriele Polanezky
Gabriele Polanezky
11
Art der umgesetzten Ideen
¾mehrheitlich qualitative
Verbesserungsvorschläge
¾Prämiensystem berücksichtigt diese Tatsache
¾wenige quantitativ rechenbare
Verbesserungsvorschläge
Gabriele Polanezky
Gabriele Polanezky
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Ein- oder mehr lumige
zentralvenöse Katheter
Gabriele Polanezky
Beispiel einer qualitativen Idee:
Kompatibilität intravenöser Medikamente
Ausgangslage/Problem:
Nicht alle intravenösen Medikamente können in den gleichen
zentralvenösen Venenzugang appliziert werden.
Problem:
Treffen inkompatible Medikamente aufeinander, kann es zur
Ausfällung kommen, die neben einer Partikelbelastung eine
Embolisation im Patienten fördern kann.
Weiters kann es zu einer Veränderung der Pharmakokinetik mit
Wirkungsverlust, toxischen Abbauprodukten und Entstehung
unbekannter Produkte kommen.
Lösung:
Standard, welche Medikamente gleichzeitig an einen
zentralvenösen Katheter angeschlossen werden können?
Gabriele Polanezky
13
Kompatibilitätsstandard
Gabriele Polanezky
Gabriele Polanezky
14
Prämiensystem
Prämienberechnung - IDEA
BEWERTUNGSBETRAG
Nutzen (m ax. 3 Kriterien können ausgew ählt w erden)
qualitativer
sicherer
rationeller/effizienter
schneller
zufriedener
wirtschaftlicher
€ 40.€ 40.€ 40.€ 40.€ 40.wenn berechenbar:
10% des Erstjahresnettonutzens,
bei Summe bis € 4.000
5% des Erstjahresnettonutzens
bei Summe bis € 7.000
2,5% des Erstjahresnettonutzens
bei Summe über € 7.000
sofern über € 60
Erstjahresnutzen =
Einsparung/Mehreinnahmen - Aufw and
BEWERTUNGSPUNKTE
Wirkungsbreite
Wirkungstiefe
einzelne Personen, Produkte, Dienstleistungen
gesamter Bereich (Station, Abteilung)
gesamte Klinik oder gesamte Verwaltung,..
gesamtes Krankenhaus
TILAK-weit
0,25
0,5
0,75
1,25
2
Geringer Nutzen, marginale Verbesserung
Mittlerer Nutzen, deutliche Verbesserung
Hoher Nutzen, wesentliche Verbesserung
Sehr hoher Nutzen ausserordentliche Verbesserung
0,5
0,75
1,25
gering (wenig detailiert ausgearbeiteter Vorschlag)
mittel
hoch (sehr detailiert ausgearbeiteter Vorschlag)
Anwendungsdauer
einmalig
mehrmalig
laufend
0,5
1
2
3
Realisierungsreife
0
0,25
1,25
Summe der Bewertungsbeträge x Summe der Bewertungspunkte = Prämie
Gabriele Polanezky
„Entwicklungspotential des
Ideenmanagementsystems IDEA“
• Derzeit keine Zielvereinbarungen für IDEA
• Kein Selbstläufer
• Umgesetzte Ideen bleiben häufig
Insellösungen
• Keine durchgehende Beteiligung aller
Abteilungen
• Problem: Innovation in der Medizin und in
der Pflege = neue wissenschaftliche
Erkenntnis = Publikation
Gabriele Polanezky
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...wie wir IDEA in Schwung halten?
Ausblick
Jahresthemen
¾ Jahresthema 2007 „Patientensicherheit“
¾ Prämierung durch den TILAK Vorstand
Nachhaltigkeit sichern
¾ Führungskräfte sensibilisieren
¾ IDEA als Fixpunkt in den Managementausbildungen für
Mitarbeiter mit Führungsverantwortung
¾ IDEA als Fixpunkt in fachlichen Weiterbildungen
Dezentralisierung vorantreiben
¾ „Kürzere Wege können die Effizienz erhöhen“
Gabriele Polanezky
Nichts auf der Welt ist so mächtig,
wie eine Idee, deren Zeit
gekommen ist.
Viktor Hugo
Mag. Dr. Gabriele Polanezky MSc
gabriele.polanezky@tilak.at
Gabriele Polanezky
16
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