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Fachtagung: Wie kann Schule Bildungsmotivation fördern? (5.11

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fachtagung
Wie kann Schule
Bildungsmotivation fördern?
umsetzung zur strategie
zum lebenslangen lernen in österreich
5. November 2008
Österreichische Akademie der Wissenschaften
abstracts
zur person
in österreich
Barbara Schober, Monika Finsterwald, Petra Wagner & Christiane Spiel
Universität Wien und Fachhochschule Linz (Österreich)
Die Förderung von Lernmotivation und Bildungsbereitschaft als
Herausforderung für Schule und Wissenschaft
Die europaweite Aufforderung zur expliziten Förderung Lebenslangen Lernens (LLL) stellt derzeit
eine der zentralen Aufgaben der Bildungspolitik dar. Betrachtet man die aktuellen Veränderungen in Europa hin zu einer Wissensgesellschaft, wird die Diskussion um die Notwendigkeit
einer systematischen Förderung von Motivation und Fähigkeit zum Lebenslangen Lernen evident.
Im Bildungsbereich finden sich einige Ansätze dieser Forderung gerecht zu werden, allerdings
liegt eine einheitliche Definition von LLL und der dafür zentralen Kompetenzen derzeit nicht vor.
Aus bildungspsychologischer Sicht kristallisieren sich jedoch zwei zentrale Determinanten für
erfolgreiches LLL heraus: (1) Anhaltende Wertschätzung von Bildung/ Lernen verbunden mit (2)
Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Bildungsmotivation benötigt werden.
Zentral sind hier Kompetenzen zum Selbstregulierten Lernen.
Der Vortrag expliziert LLL aus bildungspsychologischer Sicht und präsentiert Studienergebnisse über die Ausprägungen dieser LLL-Kernkompetenzen bei österreichischen SchülerInnen
sowie Fördermöglichkeiten dieser Kompetenzen aus Sicht der LehrerInnen. Aufbauend auf einer
Recherche zu aktuellen Fördermaßnahmen von LLL in Österreich werden Herausforderungen
für Schule und Wissenschaft formuliert. Exemplarisch wird dabei ein vom bm:ukk finanziertes
Trainingsprogramm (TALK) genauer vorgestellt, das am Arbeitsbereich Bildungspsychologie und
Evaluation entwickelt, durchgeführt und umfassend evaluiert wird. TALK wurde im Rahmen
eines dreisemestrigen Fakultätslehrgangs realisiert und ist für LehrerInnen von weiterführenden
Schulen konzipiert. Es stellt eine Kombination aus Individualweiterbildung und Schulentwicklung dar und verfolgt das Ziel, den konkreten Unterricht ebenso wie die Schule als Lern- und
Arbeitsort für LehrerInnen und SchülerInnen bezogen auf die genannten LLL-Kernkompetenzen
zu optimieren.
zur person:
Barbara Schober
Dipl. Psych., Dr., Außerordentliche Universitätsprofessorin, Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation der Universität Wien (Österreich)
Barbara Schober studierte Psychologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Nach ihrer Promotion
im Rahmen einer DFG-Forschergruppe an der Excellence Universität LMU-München (Thema „Entwicklung
und Evaluation des Münchner Motivationstrainings“) kam sie 2001 nach Wien, wo sie sich 2007 für das Fach
Theoretische Grundlagen, Förderansätze und Evaluationen“).
Ihre derzeitigen Arbeitsschwerpunkte im Rahmen ihrer Tätigkeit am Arbeitsbereich Bildungspsychologie
und Evaluation betreffen die Bereiche Motivationsförderung in der Schule, Lebenslanges Lernen, Evaluation
bildungspsychologischer Maßnahmen und Geschlechtsspezifische Bildungsverläufe.
Zu diesen Themenbereichen leitet sie einige größere Forschungsprojekte und ist durch vielfältige Publi-
kationen, Kongressauftritte und Gutachtertätigkeiten in der internationalen Scientific Community präsent.
Monika Finsterwald
MA, Dr., Post-Doc am Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation der Universität Wien (Österreich)
Monika Finsterwald ist als Post-Doc am Arbeitsbereich Bildungspsychologie und Evaluation der Univer-
sität Wien beschäftigt. Sie studierte an der LMU München Lehramt Grundschule mit Schwerpunkt Schul-
psychologie sowie den Masterstudiengang Excellence. Im Jahr 2000 erhielt sie den Master in Educational
Psychology. Ihr Promotionsvorhaben wurde ihr durch ein Stipendium zur Förderung des wissenschaftlichen
in österreich
Psychologie habilitierte (Titel der Habilitation „Lebenslanges Lernen als Aufgabe für Schule und Hochschule:
Nachwuchses des Freistaats Bayern ermöglicht. 2003 promovierte sie sich an der Universität München.
Unter Leitung von Albert Ziegler baute sie 2002 an der Universität Ulm die Landesweite Beratungs- und
Forschungsstelle für Hochbegabung in Baden-Württemberg auf. Sie war dort in der Funktion Leitung Be-
ratung bis August 2005 tätig (Aufgabenbereiche: Beratung, Testung, Entwicklung und Durchführung von
Fördertrainings).
Seit September 2005 ist Monika Finsterwald an der Universität Wien, an der sie einerseits das Projekt
TALK (Trainingsprogramm zum Aufbauf von LehrerInnenkompetenzen zur Förderung von Lebenslangem
Lernen) betreut. Sie ist dabei hauptverantwortlich für die Konzeption, Durchführung und Evaluation von
TALK. Andererseits ist sie mit der Entwicklung eines Diagnoseinstruments zur Erfassung von LLL-Vermittlungskompetenzen von LehrerInnen betraut. Ihre Forschungsinteressen umfassen die Bereiche Lebens-
langes Lernen (LLL), Motivation, Hochbegabung, Trainings und Professionalisierung von LehrerInnen. Ihre
Arbeitsergebnisse hat sie auf Kongressen und in Publikationen dargestellt.
Petra Wagner
Mag., Dr., Prof. (FH), Fachhochschule Oberösterreich, Campus Linz (Österreich)
Petra Wagner ist derzeit als Professorin an der Fachhochschule Oberösterreich, Fakultät für Gesund-
heit und Soziales tätig. Ihr Studium der Psychologie absolvierte Petra Wagner an der Universität Wien,
wo sie auch 2003 provozierte. Ihre berufliche Laufbahn startete sie 1994 als Schulpsychologin im Lan-
desschulrat für Niederösterreich. Dort war sie sechs Jahre lang als Beratungsstellenleiterin tätig. Daran
anschließend wechselte sie als Universitätsassistentin an die Fakultät für Psychologie. Diese Funktion
hatte sie inne bis zur Annahme der Professur an der Fachhochschule Oberösterreich 2006. Ihre aktu-
ellen Forschungsaktivitäten beziehen sich auf verschiedene Fragen der Bildungspsychologie mit Fokus
auf Lebenslanges Lernen, schulische Stressfaktoren, Arbeitszeit für die Schule und Evaluation. Zu diesen
Themenbereichen publizierte sie in zahlreichen internationalen Fachzeitschriften, referierte auf internati-
onalen Kongressen und ist als Gutachterin in der internationalen Scientific Community präsent. Neben der
Lehrtätigkeit an der Fachhochschule in den Bereichen Psychologie und Forschungsmethoden ist sie auch
als Lektorin an der Universität Wien beschäftigt.
Christiane Spiel
Mag.rer.nat., Dr. phil., Dr. rer.nat., Universitätsprofessorin, Lehrstuhl für Bildungspsychologie und Evaluation der Universität Wien (Österreich)
Christiane Spiel studierte Mathematik, Geschichte und Psychologie. Stationen ihrer wissenschaftlichen
Laufbahn waren das Wiener Institut für Psychologie, das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in
Berlin und die Karl-Franzens-Universität Graz. Seit März 2000 leitet sie als Gründungsprofessorin den neu
eingerichteten Arbeitsbereich Bildungspsychologie und Evaluation. Von 2004 bis 2006 hat sie als Gründungsdekanin die Fakultät für Psychologie an der Universität Wien aufgebaut.
Christiane Spiel hat die Bildungspsychologie als wissenschaftliche Disziplin begründet. Die zwei
in österreich
zentralen Forschungsthemen im Rahmen der Bildungspsychologie, die Christiane Spiel mit ihren MitarbeiterInnen aktuell verfolgt, sind einerseits Bildungsmotivation und Lebenslanges Lernen und andererseits
Aggression versus Soziale Kompetenz mit einem speziellen Fokus auf Multikulturalität. Darüber hinaus
beschäftigt sie sich mit der Entwicklung von Evaluationsdesigns und führt mit ihren MitarbeiterInnen
Evaluationen im Bildungsbereich durch. Die Forschungen sind in über 150 internationalen Artikeln und
Buchbeiträgen publiziert.
Christiane Spiel hat ständig eine Reihe von Funktionen im Wissenschaftsbereich und an der Schnitt-
stelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft inne: Sie war und ist Mitglied in International Advisory
Boards, Präsidentin internationaler Gesellschaften (derzeit Präsidentin der European Society for Developmental Psychology), Herausgeberin internationaler wissenschaftlicher Journale, Gutachterin internationaler Einrichtungen und Programme sowie Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Programmkomitees
internationaler Konferenzen. U.a. war sie Mitglied der Zukunftskommission des österreichischen Bil-
dungsministeriums. Seit 2003 ist sie Vorstandsvorsitzender der DeGEval – Gesellschaft für Evaluation. Die
Leistungen von Christiane Spiel wurden durch eine Reihe von Preisen gewürdigt.
Ruth Deakin Crick
Universität Bristol (Großbritannien)
Pedagogy for Learning how to learn: a review of the evidence in
support of attending to dispositions in learning and teaching
(Eine Pädagogik des „Lernen lernens“: Empirische Befunde zur Relevanz
grundlegender Lehr‑ und Lernvoraussetzungen)
In diesem Vortrag wird das Konzept der learning power als ein Bündel von bestimmten Werten,
Einstellungen und Dispositionen vorgestellt, die wichtige Bausteine einer individuumsorientierten Pädagogik sind. Diese schafft die Basis für Lebenslanges Lernen (LLL) und bürgerschaftliches Engagement.
Es werden Forschungsergebnisse präsentiert, die einerseits die positiven Konsequenzen dieser
learning power für Schulleistungen, Motivation und emotionale Entwicklung evident machen.
Andererseits wird aufgezeigt, dass die learning power im Laufe der Schulzeit abnimmt. Es werden
Belege angeführt, dass dies mit einer Pädagogik zusammenhängt, die auf strikte Vorgaben und
Testsituationen ausgerichtet ist. Darauf Bezug nehmend wird auf Basis empirischer Studien verdeutlicht, was eine Pädagogik des „Lernen lernens“, die die Entwicklung von selbstbewußten und
selbstregulierten Lernenden forciert, auszeichnet. Sie beinhaltet u. a. die Feststellung von Lernvoraussetzungen als Basis für gezielte Förderung im Rahmen eines Lehrplans, der anforderungsorientiert und auf den Lernfortschritt ausgerichtet ist. Dabei wird auch deutlich, wie wichtig im
Lernkontext Beziehungen sind, die auf Vertrauen, Bestätigung und Herausforderung basieren,
um Lernbereitschaft und Kreativität zu fördern. Eine Lernumgebung, in der sich Lehrende ihrer
Rolle als Lernmodell bewusst sind und die durch einen lebendigen Diskurs auszeichnet ist, ermöglicht schon Kindern „Lernen lernen“ wert zu schätzen und bürgerschaftliches Engagement zu
entwickeln.
zur person:
Ruth Deakin Crick
Cert Ed. MEd. M.A. PhD FRSA, Senior Research Scientist an der Fellow Graduate School of Education, Universität Bristol (Großbritannien)
Ruth Deakin Crick arbeitete seit 2000 zunächst als Research Fellow an der Fellow Graduate School of Ed-
ucation der Universität Bristol, seit 2005 ist sie dort als Senior Researcher beschäftigt. Zuvor unterrichtete sie
über 20 Jahre (Musik und Sport) und war 15 Jahre als Schulleiterin tätig. Sie erwarb 1994 ein Master Degree
1997 („Zusammenhang zwischen dem Selbstmanagement von Schulen und den Visionen und Werten von
Schulleitung und LehrerInnen“).
In ihrer frühen akademischen Laufbahn beschäftigte sich Ruth Deakin Crick mit Schulforschung (Wer-
teerziehung; geistige, moralische, soziale und kulturelle Entwicklung von SchülerInnen; bürgerschaftliches
Engagement). Sie ist auch Urheberin des ELLI Learning Power Assessment Tools und leitete ein Forschungs- und
Entwicklungsprogramm im Kontext Learning how to learn. Derzeit beschäftigt sie sich mit der Entwicklung von
Indikatoren für learning to learn innerhalb der EU, mit einer personalised pedagogies mit indigenous aboriginal
students, dem Zusammenhang zwischen Werten und Lernen sowie Lernprofilen von Underachievern.
Ruth Deakin Crick ist Mitglied der Society for Organisational Learning. Sie war Mitbegründerin des
gemeinnützigen Unternehmens ViTaL Partnerships, in dem Forschung und Praxis verknüpft sind und auf
Werteerziehung und learning how to learn fokussiert wird. Sie befasst sich mit learning as ‘an ecology’
und der Entwicklung von Erhebungsmethoden, die Persönlichkeitsentwicklung und akademische Leistung
integrieren. Auch ist sie Autorin von einigen Büchern, u.a. Transforming Visions, Managing Values in Schools
oder Learning Power in Practice: A Guide for Teachers.
in österreich
in School Management, Administration and Policy und 1997 in Applied Theology. Ihren Doktortitel erhielt sie
Albert Ziegler
Universität Ulm (Deutschland)
Effektives Zusammenspiel von Lernen und Motivation:
SchülerInnen als Manager des eigenen Lernprozesses
Selbstständiges Lernen ist spätestens an weiterführenden Schulen unabdingbar: Lernende stellen
ihren Lernstand, ihre Stärken und Schwächen fest und setzen sich selbst geeignete Lern­ziele. Sie
wählen passende Lernstrategien und beobachten sich während des Lernens. Dadurch können sie
ihren persönlichen Lernstil finden und immer weiter anpassen und verbessern. Dieses Fähigkeitsbündel wird als Selbstreguliertes Lernen bezeichnet. In seiner Durchführung ähneln die SchülerInnen Managern eines eigenen kleinen Lernunternehmens.
Die Forschungslage zum selbstregulierten Lernen verursacht allerdings gemischte Gefühle.
Auf der positiven Seite ist zu vermelden, dass es sich um eine hoch effektive Form des Lernens
handelt. Auf der negativen Seite ist jedoch festzustellen, dass es sehr selten von SchülerInnen
spontan durchgeführt wird. Tatsächlich ist schulisches Lernen meist fremdinitiiert und -bestimmt. Verantwortlich hierfür ist auf Seiten der Lernenden erstens die mangelnde Kompetenz
zum selbstständigen Lernen. Zweitens verfügen sie nicht über die notwendige Motivation. Im
Vortrag wird gezeigt, wie diesen beiden Defiziten entgegengewirkt werden kann. Ein besonderes
Augenmerk gilt der Frage, was Lehrkräfte dazu beitragen können, SchülerInnen dazu zu verhelfen, zu kompetenten Managern des eigenen Lernens zu werden.
zur person:
Albert Ziegler
Dr. Dr., Prof., Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Ulm (Deutschland)
Albert Ziegler ist seit Dezember 2001 Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Ulm. Sein
Studium absolvierte er an der Universität Landau und der LMU München. Er war von 1989 bis 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Entwicklungspsychologie des Max-Planck-Instituts für psycholo-
gische Forschung und wechselte anschließend als Wissenschaftlicher Assistent an den Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und psychologische Diagnostik der LMU München. Er promovierte und habilitierte
sich dort. Im Jahr 2000 nahm er einen Ruf auf eine Professur für Pädagogische Psychologie an der Johann
Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt an. Im Oktober 2001 wechselte er schließlich an die Universität
Ulm. Als Gastprofessor war er an der Columbia Universität in New York, der Academy of Sciences in Peking
und der University of British Columbia in Vancouver tätig.
Albert Ziegler ist Mitglied in einer Vielzahl an Gremien (z.B. Wissenschaftlicher Beirat der Deutschen
Member des Creativity and Giftedness Forum, European Council for High Abilities, World Council for Gifted
and Talented Children). Außerdem ist er Leiter des Hochschuldidaktischen Zentrums an der Universität Ulm
sowie der Landesweiten Beratungs- und Forschungsstelle für Hochbegabung in Baden-Württemberg.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Leistungsexzellenz, Motivationsförderung und Lernpsychologie.
Von ihm liegen über 200 Publikationen übersetzt in 16 Sprachen vor. Derzeit ist er Herausgeber der Zeitschrift “Talentförderung- Expertiseentwicklung – Leistungsexzellenz“.
in österreich
Gesellschaft für das hochbegabte Kind, Wissenschaftlicher Beirat des Deutschen Philologenverbandes, Board
Markus Dresel
Universität Augsburg (Deutschland)
Lernmotivation und Selbstreguliertes Lernen als grundlegende
Kompetenzen zum Lebenslangen Lernen: Bedeutung, Defizite, Förderung
Eine überdauernde Lernmotivation und Kompetenzen zur Selbstregulation des eigenen Lernens
sind unbestritten notwendige Bedingungen erfolgreichen Lebenslangen Lernens (LLL) und damit
konstituierende LLL-Komponenten. Im Vortrag werden überblicksartig Ergebnisse psychologischer Forschungen zu diesen beiden LLL-Komponenten vorgestellt. Fokussiert werden Lernmotivation und Selbstreguliertes Lernen von SchülerInnen und Studierenden, also von Lernenden
in den beiden zentralen Bildungsinstitutionen Schule und Hochschule. Das Augenmerk wird
dabei auch auf das Lernen mit digitalen Informations- und Lernmedien gelegt, dem in modernen
Informationsgesellschaften eine bedeutsame Rolle für den zeitnahen und anforderungsgerechten
Erwerb von Wissen zukommt.
Zunächst werden im Vortrag verschiedene Facetten der Lernmotivation und des Selbstregulierten Lernens (die ebenso vielschichtig sind wie LLL selbst) vorgestellt und deren große Bedeutung für gelingende, lebenslange Lernprozesse beleuchtet. Weiterhin werden Belege aus der
Forschung dafür angeführt, dass die Motivation von Lernenden sowie deren Selbstregulation von
Lernprozessen in vielen Fällen nicht hinreichend für erfolgreiches LLL sind, insbesondere im
Kontext von Schule und Hochschule. Breiten Raum im Vortrag nimmt eine Reihe von Ansätzen
zur Förderung der Lernmotivation und von Kompetenzen zum Selbstregulierten Lernen ein, die
vom Autor entwickelt und evaluiert wurden und teilweise computerbasierte Methoden nutzen.
Vorgestellt werden die grundlegende Konzeption dieser Fördermaßnahmen sowie ausgewählte
Ergebnisse deren Evaluation. Letztere belegen, dass eine nachhaltige Förderung von Lernmotivation und Selbstreguliertem Lernen und mithin zweier wesentlicher LLL-Kompetenzen gelingen
kann. Auf der Grundlage des kursorischen Überblicks über relevante Befunde der psychologischen
Forschung werden abschließend Handlungsempfehlungen zur LLL‑förderlichen Gestaltung von
Bildungsprozessen diskutiert.
zur person:
Markus Dresel
Dr., Prof., Lehrstuhl für Psychologie der Universität Augsburg (Deutschland)
Markus Dresel studierte Psychologie, Pädagogik, Mathematik und Physik. Von 1998 bis 2001 war er
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pädagogische Psychologie und Empirische Pädagogik der LMU
war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt/Main und als wissenschaftlicher
Assistent an der Universität Ulm tätig. 2007 habilitierte er sich an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik
der LMU München zum Thema „Motivation in pädagogischen Kontexten – Komponenten, Zusammenhänge
mit dem Selbstregulierten Lernen (mit digitalen Medien) und (computerbasierte) Förderung“. 2007 bis 2008
übernahm er die Vertretung der Professur für empirische Unterrichtsforschung an der Universität ErlangenNürnberg, mit der die Geschäftsführung des Zentralinstituts für Lehr-Lernforschung (ZiLL) verbunden ist.
2008 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an
der Universität Paderborn und einen Ruf auf eine Professur für Psychologie (Lehrstuhl) an der Universität
Augsburg.
Markus Dresel beschäftigt sich in seinen Forschungen schwerpunktmäßig mit der Motivation und der
Motivationsförderung im schulischen Kontext, dem Selbstregulierten Lernen, dem Lernen mit digitalen Me-
dien, dem Lebenslangen Lernen, Geschlechtsunterschieden im Bildungskontext sowie der Evaluation und der
Qualitätsentwicklung universitärer Lehre. Er hat die Ergebnisse seiner Forschungen in zahlreichen deutschsprachigen und internationalen Veröffentlichungen und Vorträgen dokumentiert.
in österreich
München und promovierte dort zum Thema „Motivationsförderung im schulischen Kontext“. Anschließend
Katariina Salmela-Aro
Universität Jyväskylä (Finnland)
Interventions Promoting Engagement in Lifelong Learning
(Interventionen zur Förderung der aktiven Teilnahme am
Lebenslangen Lernen)
Die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen erfordern immer mehr Flexibilität in beruflichen
Karrieren. Vor diesem Hintergrund sind Maßnahmen nötig, die Lebenslanges Lernen auch bei
SchülerInnen und ihren LehrerInnen fördern.
Die Förderung von Lebenslangem Lernen in berufsbezogenen Übergangsphasen war das
konkrete Ziel von zwei einwöchigen Feldinterventionen: „Towards Working Life“ und „Towards
Successful Seniority“. Die erste Intervention zielte auf den Übergang von der Schule ins Berufsleben ab, während die zweite Intervention das spätere Berufsleben fokussierte. Die Interventionen
basierten auf den allgemeinen Prinzipien des „Michigan Prevention Research Centers“, zu denen
u. a. aktive Lehr- und Lernmethoden, speziell ausgebildete TrainerInnen und ein unterstützendes
Umfeld gehören. Mit beiden Interventionen sollte die Motivation für eine aktive Gestaltung der
Berufskarriere gefördert werden: Sich berufsbezogene Ziele zu setzen sowie die Strategien zum
Erreichen dieser Ziele sollten identifiziert und praktisch eingeübt werden. Zusätzlich ging es
auch darum, auf mögliche Rückschläge vorzubereiten.
Die Ergebnisse werden im Kontext der Förderung von Lebenslangem Lernen diskutiert. Dabei
wird verdeutlicht, dass Übergangsphasen sowohl in jungen Jahren als auch im späteren Berufsleben optimale Zeitpunkte für den Einsatz von Interventionen darstellen, denn die vorgestellten
Interventionen trugen erfolgreich dazu bei, sich aktiver um die Gestaltung des eigenen Berufslebens zu bemühen.
zur person:
Katariina Salmela-Aro
Ph.D., Lehrstuhl Personality and Work Psychology am Department of Psychology, Universität Jyväskylä (Finnland)
Katariina Salmela-Aro ist seit 2004 Professorin und Inhaberin des Lehrstuhls Personality and Work Psy-
chology an der Universität in Jyväskylä. Zudem ist sie Mitglied der Academy of Finland’s Centre of Excellence
in Learning and Motivation Research und General Secretary der International Society for Behavioral Develop-
ment (ISSBD). Sie arbeitete als Post-Doc im Max-Planck Institut in Berlin (Prof. P. Baltes), als wissenschaftliche
Mitarbeiterin an der Helsinki University Collegium for Advanced Studies und als Gastwissenschaftlerin am
personal projects«).
Katariina Salmela-Aro ist Mitglied der Academy of Finland Committee Research Council for Culture and
Society und einiger Lenkungsausschüsse, Vizepräsidentin der Academy of Finland’s Children and Well-being
Program und ein Mitglied der Finnish Graduate School of Psychology Executive Group. Sie ist Mitherausgeberin von European Psychologist und Psykologia.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Motivation, critical life transitions, productive development,
Wohlbefinden und Interventionsforschungen. Sie verfasste mehr als 100 Zeitschriften- und Buchbeiträge und
hielt einige Hauptvorträge auf Konferenzen.
in österreich
Institute of Education London. 1997 promovierte sie an der Universität Helsinki (»Subjective well-being and
Bernhard Schmitz
Universität Darmstadt (Deutschland)
Förderung Lebenslangen Lernens durch Trainings zur Selbstregulation
Die Bedeutung Lebenslangen Lernens (LLL) ist unbestritten. Unklar ist, wie eine Förderung des
LLL aussehen kann. Ein wesentlicher Unterschied zum üblichen Lernen besteht in der stärkeren
aktiven Rolle des Lernenden. Beim LLL werden weder Inhalte noch Rahmenbedingungen (Lernort, Lernzeit, Lernziele) vorgegeben. Vielmehr muss der Lernende erkennen, welche Themen und
Inhalte wichtig werden können, wie, wann und mit welchem Ziel er sich diese Kompetenzen
aneignen kann. All dieses sind Merkmale selbstregulierten Lernens (SRL) im Sinne von Weinert:
der Lernende bestimmt selbst, ob was, wann, wie und woraufhin er lernt. Genauer verstehen wir
unter SRL die adaptive Verfolgung selbstgesetzter Ziele (Schmitz & Wiese, 2006).
Wie lässt sich nun SRL als wichtige Kompetenz zum LLL fördern? Dem Konzept des LLL
entsprechend gehen wir davon aus, dass eine möglichst frühe und häufige, kontextbezogene
Auseinandersetzung mit dem SRL sinnvoll ist. Daher entwickeln wir Trainings für verschiedene
Altersphasen: für VorschülerInnen, SchülerInnen, Studierende und auch Berufstätige. Eine Prämisse, die sich aus zahlreichen Untersuchungen ergeben hat, ist dass SRL nicht kontextfrei, sondern am besten mit einem Inhalt verknüpft vermittelt werden kann. Deshalb beschreiben wir ein
Training zum selbstregulierten Lernen in Kombination mit Problemlösen in Mathematik. Dabei
wäre es günstig wäre, wenn die Komponenten des SRL auch in anderen Fächern und in mehreren
Jahrgangsstufen aufgegriffen werden. In dem Beitrag werden zunächst Defizite in Bezug auf die
bisherige Anwendung SRL an Hand von internationalen Vergleichsstudien aufgezeigt. Exemplarisch wird eine Trainingsstudie für SchülerInnen ausführlicher vorgestellt und schließlich ein
Überblick über weitere praktische Förderansätze gegeben.
zur person:
Bernhard Schmitz
Dipl. Psych., Dipl.-Math,. Dr., Prof., Professur für Pädagogische Psychologie an der Technischen Universität
Darmstadt (Deutschland)
Bernhard Schmitz wurde in Mönchengladbach geboren. Dort machte er 1969 sein Abitur am Hugo
Junkers-Gymnasium in Mönchengladbach. Daraufhin absolvierte er 1970 an der Universität Düsseldorf ein
Mathematikstudium, welches er 1977 mit dem Diplom abschloss. 1976 studierte Bernhard Schmitz außerdem
Psychologie an der Universität Düsseldorf und an der Universität Berlin. 1978 wurde er Assistent am Institut
für Psychologie der FU Berlin. An der TU Berlin absolvierte er sein Diplom, im Anschluss promovierte er an
forschung in Berlin und Mitarbeiter bei der TIMSS-Studie. 1993 übernahm er eine Lehrstuhlvertretung an der
Universität Potsdam, 1995 habilitierte er an der TU Berlin. Im Wintersemester 1995/1996 erhielt Bernhard
Schmitz eine Gastprofessur an der Universität Potsdam. Seit dem Sommersemester 1997 hat er eine Professur für Pädagogische Psychologie an der TU Darmstadt.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere beim Selbstregulierten Lernen sowie der Entwick-
lung und Evaluation von entsprechenden Trainings im schulischen Bereich (SchülerInnen, Eltern, Lehre-
rInnen) und bei Studierenden. Die Ergebnisse seiner Forschungen sind in zahlreichen deutschsprachigen und
internationalen Veröffentlichungen und Vorträgen dargestellt.
in österreich
der FU Berlin. Anschließend wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungs-
Barbara McCombs
Universität Denver (USA)
What a Learner-Centred Framework Can Add to Sustainable Lifelong
Learning for All Learners
(Was kann ein individuumszentrierter Lernkontext zu nachhaltigem
Lebenslangem Lernen beitragen?)
Sowohl aus wissenschaftlicher Sicht wie auch aus praktischer Erfahrung steht es außer Zweifel,
dass jede Person von Natur aus ein Leben lang dazu lernt. Bei Lernenden in Schulen, Colleges und
Universitäten kommt die Kompetenz dazu jedoch häufig nicht zum Vorschein. Warum ist das so?
In diesem Beitrag werden dazu eigene Arbeiten sowie Studien anderer WissenschaftlerInnen vorgestellt, die aus internationalen Projekten zu verschiedensten Themenbereichen stammen (z.B.
Schul-, Sozial-, Kognitionspsychologie, Erziehungswissenschaften).
Aus eigener nationaler und internationaler Forschung werden Ergebnisse von über 30.000
SchülerInnen/ StudentInnen und 7000 Lehrkräften berichtet. Diese zeigen, dass mit individuumszentrierten Prinzipien und Methoden bedeutsame Veränderungen in der Wertschätzung von
Lernen, in der Motivation und im Verhalten erreicht werden konnten und zwar auf individueller
Ebene (LehrerInnen, SchülerInnen), auf Klassenebene (LehrerInnen‑ und SchülerInnengruppen innerhalb einer Schule) und auf Systemebene (Schule, College, Universität). Ebenso wurden
Verbesserungen im Lernen, in der Leistung, höhere Partizipationsraten und geringere Drop-outs
sowie weniger Störverhalten erzielt. Die eingesetzten Fragebögen zur Einschätzung von individuumszentrierten Methoden für LehrerInnen und SchülerInnen beinhalten dabei eine reichhaltige
Palette an SchülerInnen-, LehrerInnen-, und motivationalen Variablen. Zentral ist außerdem,
dass Feedback gegeben wird und gezielte Beratung hinsichtlich der Veränderung bei LehrerInnen
und in Schule erfolgt. Abgeschlossen wird der Beitrag mit einer Vision von Schule, in der alle
Lernenden für ihr Lebenslanges Lernen profitieren können.
zur person:
Barbara McCombs
Ph.D., Senior Research Scientist am Research Institute, Colorado, Universität Denver (USA)
Barbara McCombs arbeitet als Senior Research Scientist am Research Institute, Colorado der Universität
Denver. Sie leitet das Human Motivation, Learning and Development Center. Derzeit beschäftigt sie sich mit
neuen Lernmethoden und Lebenslangem Lernen, wobei der Fokus v.a. auf transformational school redesign
Barbara McCombs verfasste mit anderen renommierten WissenschaftlerInnen eine Reihe von Büchern
für Lehrkräfte und SchulleiterInnen (z.B. Learner-Centered Classroom Practices and Assessments: Maximizing
Student Motivation, Learning, and Achievement oder A School Leader’s Guide to Creating Learner-Centered
Education: From Complexity to Simplicity). Ihr Konzept der beruflichen Weiterbildung für K-20 LehrerInnen
ist bereits 1997 in ihrem Buch The Learner-Centered Classroom and School: Strategies for Enhancing Student
Motivation and Achievement beschrieben. Zudem ist sie Erstautorin der Learner-Centered Psychological
Principles, die über die American Psychological Association (APA) verbreitet wurden.
Ihre entwickelten individuumszentrierten Lehr- und Lernmodelle werden in zahlreichen nationalen und
internationalen K-12 Schulen und Colleges verwendet. Diese basieren auf Forschungen zur Validierung der
Learner-Centered Psychological Principles und der LehrerInnen- und SchülerInnenfragebögen zum Assess-
ment of Learner-Centered Practices (ALCP). Diese Fragebögen sind Teil eines internationalen Onlinesystems
(Charysma), das mit WissenschaftlerInnen in Bristol (England) entwickelt wurde. Die ALCP Fragebögen wurden mit über 30000 SchülerInnen und 7000 LehrerInnen validiert.
in österreich
und Ansätzen der LehrerInnenbildung liegt.
Podiumsdiskussion
TeilnehmerInnen:
Eva Scholik, Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft
Christiane Spiel, Universität Wien
Heidrun Strohmeyer, Sektionschefin im Bundesministerium für Unterricht,
Kunst und Kultur
Albert Ziegler, Universität Ulm
Moderation: Elisabeth Nöstlinger, Ö 1, Präsidentin des Clubs der Bildungsund WissenschaftsjournalistInnen.
zur person:
Heidrun Stohmeyer
Sektionschefin, Mag., Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Heidrun Strohmeyer leitet seit 2004 die Sektion V im Unterrichtsministerium und ist für allgemeine
pädagogische Angelegenheiten, Erwachsenenbildung und Lebenslanges Lernen sowie Informationstechnologien zuständig.
Sie studierte Slawistik (Russisch) und Geschichte an der Universität Wien, erwarb die Lehrberechtigung
für Informatik und war auch als Informatiklehrerin an einer Wiener AHS mehrere Jahre tätig.
1992 begann sie im Unterrichtsministerium als Projektmanagerin im Bereich Neue Medien, wechselte
1997 in den Personalbereich und war zwischen 2002 und 2004 stellvertretende Leiterin der Personalsektion.
in österreich
Seit 2004 hat sie den Vorsitz des IT-Lenkungsausschusses im Unterrichtsministerium inne.
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