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Fusion so gut wie perfekt SVP-Wirtschaft neu bestellt - Südstern

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- Nr. 283
Samstag/Sonntag/Montag, 6./7./8. Dezember 2008
21
BANKEN / Entscheidung
Fusion so gut wie perfekt
Raikas von Tiers, Völs und Karneid-Steinegg vor Zusammenschluss – Zweiter Versuch
Bozen (hil) – Drei Raiffeisenkassen im Schlerngebiet wollen künftig gemeinsame Wege
beschreiten: Die Banken von
Tiers, Völs und Karneid-Steinegg stehen unmittelbar vor einer Fusion. Zwei der drei Anwärter haben bei außerordentlichen Mitgliederversammlungen in den vergangenen Tagen
bereits dafür abgestimmt.
In Tiers – dem Ort mit Südtirols kleinster eigenständiger
Raika – erfolgte die Abstimmung beinahe einstimmig, wie
der Geschäftsführer Karlheinz
Rabatscher auf Anfrage der
„Dolomiten“ sagte. Auch in
Völs sprach sich die überwiegende Mehrheit der Mitglieder
für einen Zusammenschluss
aus. Noch ausständig ist das
Votum von Karneid-Steinegg.
Das Ergebnis war zwar bis Redaktionsschluss nicht bekannt,
jedoch äußerte der Geschäftsführer der dortigen Raika, Peter Gasser, dass er mit einem
„positiven Ausgang“ rechne.
Das „Ja“ von der Italienischen Notenbank haben die
Fusionspartner vor einigen
Wochen ebenfalls bereits erhalten. Auch die Landesregierung
stimmte dem Plan zu.
Der Geschäftsführer der
Raika Völs, Norbert Karbon,
erklärte einige Details über den
Zusammenschluss. „Aus den
drei Banken wird die Raiffeisenkasse Schlern/Rosengarten mit Sitz in Karneid hervorgehen – mit sechs Filialen
und insgesamt rund 30 Mit-
arbeitern. Die Bilanzsumme
wird sich laut Karbon auf rund
200 Millionen Euro belaufen.
„Die verwalteten Kundenmittel bewegen sich bei knapp 300
Millionen Euro.“
Aus der Fusion ergeben sich
aus Sicht aller drei Banken wesentliche Vorteile: „Wir können
auf diese Weise unsere Fixkosten erheblich reduzieren – kostete doch allein die jährliche
Bankenlizenz rund 60.000 Euro. Durch die Fusion wird dieser Betrag nur mehr einmal für
alle drei Institute fällig. Zudem
wird die Verwaltung weitestgehend zentralisiert, so dass
sich die Mitarbeiter in den Filialen mehr auf ihr Bankengeschäft konzentrieren können.“ Die EU-Finanzrichtlini-
en Mifid und Basel II hätten
besonders kleinere Banken vor
große bürokratische Hürden
gestellt.
Am 20. Januar soll der Fusionsvertrag zwischen den
Raiffeisenkassen offiziell unterzeichnet werden. Die Gesamtkosten sollen laut Gasser
bei rund 300.000 Euro liegen.
Damit endet ein zähes Bemühen der Banken um einen Zusammenschluss, der zuvor bereits einmal gescheitert war
(wir berichteten). So hatte die
Italienische Zentralbank beim
ersten Anlauf im Sommer dieses Jahres die Zustimmung verweigert. Sie war mit dem Statut
nicht einverstanden gewesen.
WAHLEN / Ausschuss
Die Mitglieder des Südstern-Lenkungsausschusses, von links:
Armin Hilpold, Hubert Rienzner, Florian Drahorad, Christian
Foto: Südstern
Girardi, Hermann Winkler und Thomas Mur.
„Sind eine Art Vitamin B“
Jahrespressekonferenz der „Südsterne“
Bozen (sor) – Sind Südtiroler
im Ausland ein Gewinn oder
ein Verlust für unser Land?
Dieser Frage ging gestern das
Netzwerk Südstern, bei seiner
Jahrespressekonferenz nach.
„Diese Leute sind für Südtirol
nicht verloren“, lautete die klare Antwort, des Präsidenten
Christian Girardi.
Nunmehr fünf Jahre gibt es
die „Südsterne“. In dieser Zeit
sei es gelungen, mit über 1000
Südtirolern, die im Ausland tätig sind, den Kontakt aufrechtzuerhalten, sagte Girardi und
fügte hinzu, dass die Dynamik
ungebrochen sei. „In diesem
Jahr ist unser Netzwerk um 30
Prozent gewachsen.“
Südstern ermögliche einheimischen Unternehmen, von der
internationalen Erfahrung der
Mitglieder zu profitieren, betonte Hubert Rienzner, Mitglied des Südstern-Vorstandes.
„Die Entwicklung kann auch
im positiven Sinn für Südtirol
genutzt werden. Das bleibt oft
im Hintergrund der Diskussion
um die Abwanderung.“ Auslands-Südtiroler seien nämlich
Boschafter für ihr Heimatland.
Sie seien Multiplikatoren für
Südtirol, die ihre Wurzeln nicht
vergessen hätten. „Wir sind eine Art Vitamin B“, so Girardi.
Seit diesem Jahr gehört auch
die Exportorganisation Südtirol (Eos) der Handelskammer
Bozen zu den Premium Partnern des Netzwerkes. „Für uns
ist die Kooperation mit Südstern besonders wichtig, da wir
im Rahmen unserer Tätigkeit
immer wieder gerne auf Auslandssüdtiroler zurückgreifen
und die Synergien des Netzwerkes
nutzen“,
betonte
Eos-Direktor Hansjörg Prast.
Südstern hat sich zum Ziel
gesetzt, bis Ende des Jahres die
1000-Mitglieder-Marke zu erreichen. Voraussetzung für eine
Mitgliedschaft ist, eine Mindest-Auslandserfahrung von
zwei Jahren.
Siehe auch Bericht auf Seite
10.
UNTERNEHMEN / Veranstaltung
„Werte müssen mitwachsen“
Fachtagung zu Ethik in Unternehmen an der Eurac
Markus Weishaupt von der Unternehmensberatung Weissman &
Foto: „D“/oe
Cie. Italien.
Bozen – Die Kultur eines Unternehmens ist entscheidend
für dessen Erfolg oder Misserfolg. Doch wer gibt diese Leitwerte vor? „Sie müssen von
oben kommen – von der
Führungsetage“, sagte der Unternehmensberater
Markus
Weishaupt bei der Veranstaltung „Ethik als Wettbewerbsvorteil“ jüngst in Bozen.
Unternehmenskultur ist einerseits ein schwer zu greifendes Konstrukt, andererseits
aber fundamental für die Entwicklung eines Betriebes: „Es
gibt einen starken Zusammenhang zwischen Strategie und
Unternehmenskultur.“
Nur
durch klare Werte, die vom Management vorgelebt und definiert werden, könne ein Unter-
nehmen als Ganzes funktionieren.
„Unter Werten sind allgemein unter anderem Leistungsbereitschaft, Disziplin, Kontinuität und Fleiß gemeint“, so
Weishaupt. Diese Faktoren der
Unternehmenskultur müssten
sich auch in der Strategie niederschlagen.
Für die Zukunft liegt nach
Aussagen Weishaupts auch in
Südtirol die große Herausforderung darin, dass bei wachsender
Firmengröße die Wertestruktur
erhalten bleibt. „In kleineren
Betrieben ist dies sehr viel einfacher.“
Neben dem Unternehmensberater traten bei der Fachtagung in der Europäischen Akademie zahlreiche internationale
und italienische Experten auf.
SVP-Wirtschaft neu bestellt
Dieter Steger und Gerhard Brandstätter einstimmig bestätigt
Bozen – Der SVP-Wirtschaftsausschuss auf Landesebene
wurde gestern neu bestellt. Dabei wurden Gerhard Brandstätter und Dieter Steger in
ihrer Funktion für die nächsten
drei Jahre bestätigt, wie die
SVP-Wirtschaft in einer Aussendung mitteilt.
Bei der Wahl sei gestern erstmals die neue Geschäftsordnung zu tragen gekommen,
heißt es in der Aussendung.
Diese habe das Ziel, bei den
Mitgliedern die bestmögliche
Ausgewogenheit zwischen Bezirken, Verbänden und Funktionären auf allen Ebenen zu
gewährleisten. Dadurch hätten
die Bezirke eine Aufwertung,
erfahren und seien nun durch
zwei Personen vertreten. Namentlich sind dies: Thomas
Gruber und Josef Günther
Mair für Bozen, Irene Huez
und für das Unterland, Barbara Mair und Andreas Auer
für Brixen, Christian Gartner
und Phillipp Moser für Pustertal, Günther Gemassmer
und Franz Marx für den
Vinschgau, Fritz Karl Messner
und Josef Tschöll für das
Wipptal und Harald Stauder
und Michael Frasnelli für das
Burggrafenamt. Von den Verbänden wurden für den HGV
Walter Meister, Helmut Huber
und Thomas Walch entsandt,
für den LVH Herbert Fritz,
Hanspeter Munter und Markus
Bernard, für den Unternehmerverband Udo Perkmann,
Der neubestellte Wirtschaftsausschuss der Südtiroler Volkspartei.
Christine Reichegger Schramm
und Hans Morigg, für den
Kaufleuteverband
Walter
Amort, Dieter Steger und Heidi Siebenförcher und für die
Freiberufler Gerhard Brandstätter, Markus Kuntner und
Ingrid Gartner.
Rechtsmitglieder des Gremiums sind die Abgeordneten der
SVP-Wirtschaft im Landtag
(Luis Durnwalder, Hans Berger, Thomas Widmann, Dieter
Steger und Christian Egartner), im römischen Parlament
(Siegfried Brugger, Karl Zeller,
Helga Thaler Ausserhofer und
Manfred Pinzger) sowie Michl
Ebner im Europäischen Parlament. Weitere Rechtsmitglieder sind der Vorsitzende der
Stadt Bozen, Andreas Widmann, die Geschäftsführerin
des
Wirtschaftsausschusses,
Gabriela Winding, sowie Parteiobmann Elmar Pichler Rolle
und Landessekretär Alexander
Mittermair.
Bei Versammlung wurde zudem die ladinische Vertreterin
Foto: SVP
Paula Bioc Gasser kooptiert.
Somit sind auch die Ladiner
mit Sitz und Stimme im Wirtschaftsausschuss vertreten, wie
es in der Aussendung heißt.
Brandstätter und Steger betonten, dass die SVP-Wirtschaft vor großen landes-,
wirtschafts- und parteipolitische Herausforderungen stehe.
Sie versicherten, sich „mit
ganzer Kraft“ für die Erhaltung und den Ausbau des Wirtschaftsstandortes Südtirol einsetzen.
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