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Leben wie daheim - Evangelische Heimstiftung

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2/2013
Das Magazin
Aus der Heimstiftung
Hausgemeinschaften
Ein Modell für die Zukunft?
Ehrenamt aktiv
Ehrenamtspreis: Gewinner 2013
Adam-Rauscher-Haus
Leben wie daheim
Bundesfreiwilligendienst
61-Jährige engagiert sich im Haus auf der Waldau
Editorial
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
das Jahr 2013 war ein politisches Jahr – geprägt
vom Bundestagswahlkampf und politischen Forderungen aus der Pflegebranche. Welche Rolle
spielt zukünftig die Pflege? Wer sind die zukünftigen Protagonisten für die Pflege auf Bundesebene? Diese Fragen sind zum jetzigen Zeitpunkt
noch ungeklärt. Doch einen ersten Vorgeschmack
darauf, welche Positionen die Parteien im Bundestag vertreten werden, gab es auf der diesjährigen
Veranstaltung HORIZONTE, dem Pflegeforum der
Evangelischen Heimstiftung – eines der Highlights
in diesem Jahr. Hier diskutierten die Bundestagsabgeordneten über die Pflege und die Rolle, die ihr
die zukünftige Regierung beimisst.
Die vielen positiven Reaktionen auf unsere letzte
Ausgabe „Magazin Aus der Heimstiftung“ und auf
unsere pflegepolitischen Positionen haben uns
darin bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Es ist wichtig, sich weiterhin aktiv in die Pflegepolitik einzumischen und Themen kritisch zu hinterfragen, sei es der aktuelle Entwurf zum neuen
Landesheimrecht, die vielen fehlenden Pflegeplätze oder die Forderung nach einer offeneren Willkommenskultur für ausländische Pflegekräfte. Die
Pflege braucht Veränderung und den Mut, Kritik
auch laut äußern zu dürfen. Mehr dazu auf Seite 6.
Was hat die Evangelische Heimstiftung die letzten
sechs Monate sonst noch bewegt? Einen kleinen
Einblick in die wichtigsten Themen und Ereignisse
erhalten Sie in der Rubrik „Aus der Heimstiftung“
ab Seite 28.
Doch zunächst wünsche ich Ihnen ein friedvolles
Weihnachtsfest und Gottes Segen für das kommende Jahr 2014!
Ihr
Bernhard Schneider
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 3
Inhalt
10
18
2/2013
Inhalt 2/2013
Das Magazin
Aus der Heimstiftung
Hausgemeinschaften
Ein Modell für die Zukunft?
Ehrenamt aktiv
Ehrenamtspreis: Gewinner 2013
Bundesfreiwilligendienst
61-Jährige engagiert sich im Haus auf der Waldau
Adam-Rauscher-Haus
Leben wie daheim
6 |Standpunkt
16 |Kirche und Politik
Tausende Pflegeheimplätze
im Land fehlen
Informationen aus Diakonie
und Politik
Heimstiftung verhandelt
erstmals Fachkraftquote von
über 50 Prozent
Neues Heimrecht –
Von Lob kann keine Rede sein!
Willkommenskultur für
ausländische Pflegekräfte
8 |Titel
Hausgemeinschaftsmodell:
Im Pflegeheim in wohnlicher
Atmosphäre leben wie daheim
12 | Titel
Interview mit Kathrin Gradwohl,
Hausdirektorin im
Adam-Rauscher-Haus
14 | Titel
Meinung: Hausgemeinschaften
– das Modell für die
Zukunft in der Altenpflege?
4 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
18 |Ehrenamt aktiv
Schulungen fürs Ehrenamt
Ehrenamtspreis:
Unsere Gewinner 2013
22 | Impuls
Helfen? Den anderen sehen,
aber auch sich selbst
24 | Perspektiven
Johanniterstift im Sternenhimmel
Bundesfreiwilligendienst:
Nichts erfüllt mehr,
als gebraucht zu werden!
Inhalt
24
34
28 |Aus der Heimstiftung
Impressum
Jahrespressegespräch 2013
„Das Magazin. Aus der Heimstiftung“
Mitarbeiterbefragung 2013
Stuttgarter Altenpflegetag
Neue Unternehmensstruktur
Charity Dinner in Bad Boll
DEVAP-Bundeskongress in Berlin
Pflegeforum HORIZONTE
Innovationszentrum
Personalien
34 | Bau
Haus am Enzpark: Halbzeit bei
Großprojekt in Bissingen
Richtfeste und Einweihungen
Verantwortlich: Bernhard Schneider
Redaktion: Marina Deiß
Telefon (07 11) 6 36 76-124
Telefax (07 11) 6 36 76-554
magazin@ev-heimstiftung.de
Anschrift der Redaktion:
„Das Magazin. Aus der Heimstiftung“
Hackstraße 12, 70190 Stuttgart
Gestaltung:
Amedick & Sommer GmbH, Stuttgart
Fotos:
alle Fotos Evangelische Heimstiftung
mit Ausnahme von:
Sebastian Heise: Seite 17, 31
Werner Krüper: Seite 22
Fotolia.com: Seite 3, 6
Produktion und Druck:
Henkel GmbH Druckerei, Stuttgart
Nachdruck und elektronische Verwendung
nur mit schriftlicher Genehmigung.
„Das Magazin. Aus der Heimstiftung“
erscheint zweimal im Jahr.
Auflage: 20.000
Herausgeber:
Evangelische Heimstiftung GmbH
www.ev-heimstiftung.de
Der Bezugspreis ist durch den Beitrag
abgegolten.
38 |Einrichtungen
Namen und Anschriften
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 5
Standpunkt
Tausende Pflegeheimplätze im Land fehlen
183 000
147 000
132 708
57 617
105 000
76 000
Laut Statistischem Lan-
2030 – ohne Grundstückskosten. Laut Schneider
desamt wird die An-
hat die Landesregierung auf die dramatische Ent-
zahl der vollstationär
wicklung noch nicht reagiert – im Gegenteil: Im
Gepflegten bis 2030 auf
Land ist ein deutlich abgekühltes Klima für Pfle-
rund 130.000 anstei-
geheimträger zu spüren. Man kämpft mit unzu-
gen. Ende 2011 standen
reichenden Refinanzierun­gen der Investitionsko-
dafür 97.780 Plätze zur
sten, fehlenden oder teuren Grundstücken und
Verfügung, die mit 87
zusätzlicher Bürokratie im neuen Landesheimge-
Prozent ausgelastet sind.
setz. Will man wirklich so auf die Herausforde-
Demnach fehlen bis 2030 rund 32.220 Pflegeplät­ze.
rungen der Zukunft reagieren? Für die Evange-
Pflegegeldempfänger,
zu Hause von
Angehörigen gepflegt
ambulante Gepflegte
vollstationär Gepflegte
Durch die gesetzliche Vorschrift, wonach alle
lische Heimstiftung ist klar: Was die Al­ten­pflege
Doppelzimmer abgeschafft werden müssen, ergibt
in Baden-Württemberg dringend benötigt, ist ein
sich ein zusätzliches Minus. Damit fehlen in Baden-
neues Förderprogramm des Landes, um die Pfleg-
Württemberg bis 2030 rund 51.000 Pflegeheim-
einfrastruktur zu sichern. Land und Kommunen
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
plätze. Dafür müssten rein rechnerisch über 1.000
sollten die Träger aktiv bei der Entwicklung neuer
Pflegeheime mit circa 50 Plätzen ge­baut werden, das
Einrichtungen unterstützen, die als Quartiershäu-
wären jährlich 60 Einrichtungen. Für Bernhard
ser, Generationenhäuser oder Pflege­wohnhäuser
Schneider gleicht dies einem Tsunami, der auf
ein fester Bestandteil des Gemeinwesens werden.
Baden-Württemberg zurollt. Denn für den Bau
Es ist jetzt an der Zeit, die rich­tigen und not­
eines Pflegeheimplatzes rechnet man mit einer
wendigen Rahmenbedingungen in der Pflege zu
Investitionssumme von 110.000 Euro, also ein
schaffen.
87 970
130 000
2011
2030
Zahl der Pflegebedürftigen
in Baden-Württemberg
182 000
2050
Gesamtvolumen von rund 5,6 Milliarden Euro bis
Heimstiftung verhandelt erstmals
Fachkraftquote von über 50 Prozent
Seit Jahren kämpfen die Pflegeheimträger für die
So war das auch in der ersten Verhandlungsrunde
Refinanzierung einer angemessenen Fachkraft­
für das Haus im Lenninger Tal, einem Pflegeheim
quote, die von den Kostenträgern und der Schieds-
der Evangelischen Heimstiftung mit 38 Plätzen.
stelle bislang auf dem heimrechtlichen Mindest-
Die Forderung der Esslinger Heimaufsicht nach
maß von 50 Prozent gedeckelt wurde. Diese harte
ständiger Anwesenheit von zwei Pflegefachkräften
Haltung führt in den Einrichtungen regelmäßig
in den Tagschichten bedeutet eine Anhebung der
zu erheblichen Problemen: Um auch in Urlaubs-
Fachkraftquote auf über 60 Prozent. Die Evange-
und Krankheitszeiten genügend Fachpersonal zu
lische Heimstiftung hat nach dem Scheitern der
haben, müssen mehr als 50 Prozent Pflegefach-
Verhandlung der Heimaufsicht mitgeteilt, dass sie
kräfte beschäftigt sein. Das wird aber nicht refi-
ohne heimrechtliche Anordnung nicht in der Lage
nanziert. Außerdem gibt das Sozialministerium
ist, die erforderliche Finanzierung für die ge-
Baden-Württemberg in ihrer Orientierungshilfe
wünschte Fachkraftbesetzung umzusetzen. Es hat
für Heimaufsichten vor, dass in jeder Tagschicht
einige Zeit und Mühen gekostet, aber die Anord-
für je 25 Bewohner eine Pflegefachkraft anwesend
nung ist dann mit einem entsprechenden Gebüh-
sein muss. Die Umsetzung dieser heimrechtlichen
renbescheid eingegangen. Auf dieser Grundlage
63%
6 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Vorgabe stellt insbesondere kleinere Pflegeheime
hat die Evangelische Heimstiftung er­neut verhan-
vor einen unauflösbaren Widerspruch: Die Heim-
delt und deutlich gemacht, dass sie die Berück-
aufsicht fordert deutlich über 50 Prozent Fachkräf-
sichtigung der erhöhten Fachkraftquote in der
te und die Kostenträger weigern sich, das im Pfle-
Pflegesatzvereinbarung notfalls durch alle Instanzen
gesatz anzuerkennen.
durchsetzen wird.
Standpunkt
Das hat Wirkung gezeigt: Kurz vor der Schiedsstel-
ist ein Meilenstein für die ganze Altenhilfebran-
lensitzung wurde eine Einigung erzielt. Für die
che“. Ein Fachkräfteanteil von über 50 Prozent
Einrichtung wurde ab August 2013 eine Fachkraft-
war von den Kostenträgern in Baden-Württem-
quote von 63 Prozent mit einer entsprechenden
berg bisher nur in Sonderpflegebreichen, etwa für
Pflegesatzerhöhung von 8,8 Prozent vereinbart.
Wachkomapatienten oder Menschen mit Multi-
„Das war ein großer Erfolg für unser Pflegesatz­
ples Sklerose, anerkannt worden.
referat“, stellt Bernhard Schneider fest, „und es
Neues Heimrecht – Von Lob kann keine Rede sein!
In der Pressemitteilung des Sozialministeriums
seine Meinung gefragt, hat aber den Eindruck, dass
„Viel Lob für das neue Wohn-, Teilhabe- und Pfle-
die nicht sonderlich interessiert“, so Schneider
gegesetz“ freut sich Ministerin Katrin Altpeter über
weiter.
„das von vielen Seiten eingegangene Lob für diesen
Entwurf“ und bezeichnet das neue Heimrecht als
Die Heimstiftung sieht im Gesetzesentwurf mehr
„großen Wurf“. In der Fachwelt hat diese Mittei-
Bürokratie und ein offensichtliches Misstrauen,
lung für große Aufregung und Verärgerung ge-
das den Pflegeheimen entgegengebracht wird:
sorgt. Für die Evangelische Heimstiftung beispiels-
„Hier wird leider mit zweierlei Maß gemessen. Das
weise geht die Wahrnehmung des Ministeriums
geht nicht!“
eindeutig an der Realität der Pflegebranche vorbei.
„Seitenlange Stellungnahmen, zahlreiche kon-
Schneider hofft, dass sich das Ministerium bei der
krete Kritikpunkte und Änderungsvorschläge
detaillierten Auswertung der zahlreichen schrift-
können doch nicht einfach ignoriert werden und
lichen Stellungnahmen die Mühe macht, die
den Wählern als großer Wurf präsentiert werden“,
Anregungen der Fachleute ernst zu nehmen und
ärgert sich Bernhard Schneider. „Leider müssen
die zahlreichen Änderungsvorschläge und Argu-
wir einmal mehr sehen, wie die Politik des „Ge-
mente zu berücksichtigen. „Denn das ist doch der
hörtwerdens“ funktioniert: Man wird zwar um
Sinn einer Anhörung“, so Schneider.
Hauptgeschäftsführer
Schneider nutzt im Gespräch
mit Ministerin Altpeter die
Gelegenheit, den Standpunkt
der Heimstiftung zu vertreten
Willkommenskultur für ausländische Pflegekräfte
Seit Mai 2012 qualifiziert die Evangelische Heim-
Fach­k raft eingesetzt werden und müssen die
stiftung Pflegekräfte aus Südeuropa im Rahmen
Sprachkenntnisse „nachliefern“. In Hessen wurde
eines rund einjährigen Integrationskurses. Dort
das Sprachniveau „B1 plus Pflegesprache“ als aus-
werden die Pflegekräfte in den ersten fünf Mona-
reichend angesehen. „Wir in Baden-Württemberg
ten mit vier Tagen Theorie und einem Tag Praxis
müssen hier dringend nachsteuern, weil die guten
für das B1 Sprachniveau qualifiziert, anschließend
Fachkräfte sonst einen Bogen ums Ländle ma-
folgt der zweite Block mit vier Tagen Praxis und
chen“, so Schneider. Die Heimstiftung schlägt vor,
einem Tag Sprachkurs mit dem Ziel, die B2 Sprach-
an jedem Regierungspräsidium ein „Herzlich
prüfung zu bestehen. Danach hat das Regierungs-
willkommen Zentrum“ einzurichten mit Informa-
präsidium drei Monate Zeit, um die Pflegekräfte
tionen, Beratungsangeboten und einer personellen
als Fachkraft anzuerkennen.
Ausstattung, die eine individuelle Betreuung und
eine zügige Anerkennung der Fachkräfte ermöglicht.
„Doch die Qualifizierungsphase ist aufgrund des
Die Pflegekraft sollte dann unverzüglich eine An­
sehr hohen B2 Sprachniveaus sehr lange und auf-
erkennung erhalten, wenn eine Zusage über einen
wändig und die Bearbeitungsdauer gestaltet sich
entsprechenden Arbeitsvertrag vorliegt und aufge­
bei einigen Regierungspräsidien sehr lange und zu
zeigt wird, wie innerhalb eines Jahres das erforder­
bürokratisch“, resümiert Bernhard Schneider die
liche Sprachniveau nachgewiesen werden. Hierfür
ersten Erfahrungen. In Bayern beispielsweise kön-
ist das B1 Sprachniveau und eine spezielle Kursein-
nen die Bewerber bereits ab dem ersten Tag als
heit „Pflegesprache“ als ausreichend anzusehen.
Am Willkommenstag der
zweiten Gruppe europäischer
Fachkräfte backen alle
zusammen Buchstaben:
Viva la Heimstiftung.
Im Januar beginnt bereits
der vierte Kurs
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 7
Titel
Im Pflegeheim in wohnlicher Atmosphäre
Leben wie daheim
Seit dem 1. September ist das Adam-Rauscher-Haus in Betrieb. In der
neu gebauten Altenpflegeeinrichtung in Tauberbischofsheim hat die
Evangelische Heimstiftung das Konzept der stationären Hausgemeinschaften konsequent umgesetzt.
Tatsächlich wird im Adam-Rauscher-Haus ein in
der Pflegelandschaft noch eher junges Konzept für
das Wohnen im Alter umgesetzt. Jeweils zehn
Bewohner leben hier in einer sogenannten Hausgemeinschaft zusammen, den ganzen Tag über
betreut von einer Präsenzkraft. In einem großzü-
Die drei Damen der Hausgemeinschaft „Garten-
gigen Wohn-Essbereich mit einer offen gestalteten
flügel“ haben sichtlich Spaß an der Vorbereitung
Wohnküche sollen sich die Bewohner, wenn sie es
für den Kuchen, den es am Nachmittag zum Kaffee
mögen, wie zu Hause am Tagesablauf beteiligen
geben soll. Birnen müssen geschält und geschnitten
und hauswirtschaftliche Arbeiten übernehmen.
werden. Die gute Stimmung ist ansteckend für
Neben der akti­ven Beteiligung an der Zubereitung
Johannes Klinger, der mit am Tisch sitzt, seinen
der Mahlzeiten können auch die Wäscheversor-
Mitbewohnerinnen zuschaut und auch mit Kom-
gung, Blumen gießen oder die Begleitung eines
mentaren nicht spart. Tina Balbach bereitet der-
Handwerkers dazugehören. Wem der Trubel im
weil schon den Teig vor. Als sogenannte Präsenz-
Wohnbereich zwischendurch zu viel wird, der
kraft begleitet sie die zehn Bewohnerinnen und
kann sich jederzeit in die Ruhe seines Einzelzim-
Bewohner der Hausgemeinschaft im Adam-Rau-
mers zurückziehen.
scher-Haus durch den Tag. Mit dem Bild, das sich
8 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
viele Menschen von einem Altenpflegeheim ma-
Nachdem der Kuchen in den Ofen geschoben ist,
chen, hat die Szene wenig zu tun.
geht es im Wohnbereich „Gartenflügel“ an die
Titel
Vorbereitung des Mittagessens. Den Speiseplan für
umgesetzt, haben bestehende Strukturen umge-
die Woche haben die Bewohner selbst zusammen-
staltet oder das Konzept ebenfalls in Neubauten
gestellt. Die Zutaten hat ein nahe gelegener Obst-
verwirklicht. „In einer Hausgemeinschaft tritt der
und Gemüsehändler geliefert. So kann Beate
Alltag – wie zu Hause – in den Vordergrund. Der
Bartmann, die sich als Präsenzkraft heute um das
Schritt in die Pflegeeinrichtung ist durch die am
Mittagessen kümmert, vor allem frische Produkte
Alltag zu Hause orientierten Abläufe und Beschäf-
aus der Region verwenden. Mehrmals in der Woche
wird ein Kuchen gebacken. Selbst gebackene Brezeln und Gebäck oder Waffeln stehen ebenfalls
regelmäßig auf dem Programm. Ein großer Elektroherd steht offen zum Wohnbereich, so dass
jeder, der will, in Töpfe und Pfannen schauen oder
auch selbst zum Rührlöffel greifen kann. Außerdem stehen etwas abgetrennt vom offenen Küchenbereich weitere technische Ge­räte wie Kombidämpfer und eine Industriespülma­schine zur Verfügung. Schließlich sollen aus der Küche demnächst
zwei Hausgemeinschaften, also 20 Bewohner, bekocht werden.
„Für die Umsetzung des Konzeptes ist es natürlich
ein großer Vorteil, dass wir den Neubau des AdamRauscher-Hauses auch architektonisch auf die
tigungsmöglichkeiten leichter“, so Popp. „Als ich
Hausgemeinschaften ausrichten konnten“, erläu-
vor einigen Jahren angefangen habe, mich für
tert Swantje Popp, Regionaldirektorin der Evange-
dieses Modell zu interessieren, stand für mich
lischen Heimstiftung für die Region Hohenlohe/
immer der Gedanke im Vordergrund, was ich mir
Tauber. Erstes und zweites Obergeschoss stellen
für meine Eltern oder mich im Alter wünschen
den Kern des Pflegewohnhauses dar. In jedem der
würde. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Heimlei-
beiden Stockwerke sind zwei Wohngruppen mit
tung bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass
jeweils zehn Einzelzimmern untergebracht. Jede
v ie le p s yc h i s c he E rk r a n-
Wohngruppe verfügt über ein gemütlich einge-
kungen im Alter, wie zum
richtetes Wohn- und Esszimmer. Die von den Haus­
Beispiel Depressionen, aus
gemeinschaften genutzte Wohnküche bildet das
dem Gefühl herrühren, plötz-
Herzstück in jedem Stockwerk. „Neben den archi-
lich nicht mehr gebraucht zu
tektonischen Voraussetzungen ist vor allem die
werden und anderen zur Last
Atmosphäre im Haus und in den Wohngruppen
zu fallen. In der Arbeit mit
ganz besonders wichtig“, urteilt Swantje Popp.
Demenzkranken ist mir immer wieder aufgefallen,
Zusammen mit Hausdirektorin Kathrin Gradwohl
dass die Beschäftigung mit alltäglichen Dingen
und Ex­perten hat sie sich deshalb viel Mühe gege-
– ganz gleich, ob in der Hauswirtschaft, im Garten,
Ob sich eine Seniorin das
Leben in der Hausgemeinschaft vorstellen kann, wird
zunächst mit ihr und den
Angehörigen besprochen
„Die wohnliche Atmosphäre im
Haus und in den Wohngruppen
ist ganz besonders wichtig.“
Swantje Popp, Regionaldirektorin
> > >
ben bei der Auswahl der Möbel, bei Stoffen, Materialien und Farben. Herausgekommen ist ein sehr
wohnliches, einladendes Ambiente – „eben wie zu
Hause“, freut sich Swantje Popp. Gemütliche Sitz­
ecken schaffen Ruhezonen, wobei die insgesamt
trotzdem offene Gestaltung der Wohnbereiche
dafür sorgt, dass die Bewohner das Geschehen in
der Küche im Blick behalten können.
Swantje Popp und ihr Team haben das Hausgemeinschaftskonzept nicht erfunden. Viele Einrichtungen haben diese Wohnform inzwischen
Präsenz- und Pflegekräfte
begleiten die Bewohner
gemeinsam durch den Tag
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 9
Titel
> > >
im handwerklichen Bereich oder wo auch immer
Essen gemeinsam zu essen. „Das schmeckt genau
– bei diesen Menschen, die vielleicht sonst den
wie zu Hause“, hören die Mitarbeiter beim Essen
ganzen Tag umhergewandert sind oder ständig
immer wieder und freuen sich über den guten
laut gerufen haben, einen hohen Grad an Konzen-
Appetit der Bewohner. „Hier machen wir die Er-
tration, einen ruhigen und zufriedenen Eindruck
fahrung, dass auch Menschen, von denen uns die
bei dieser sinnvollen
Angehörigen berichten, dass sie kaum noch essen
Tätigkeit und oft auch
und trinken, in der Gemeinschaft und beim selbst
ein Lächeln hervorge-
gekochten und abgeschmeckten Essen wieder
rufen haben. Das war
Freude und Lust am Essen entwickeln“, berichtet
für mich die Moti­v a­
Swantje Popp. Und wer sich bei den einzelnen
tion, mich mit diesem
Aktivitäten nicht beteiligen will oder nicht mehr
Thema intensiv ausein­
kann, sitzt doch dabei und bekommt alles mit. So
ander zu setzen und es
entsteht eine Atmosphäre, wie sie die heutige
schließlich mit der Un-
Generation, insbesondere im ländlichen Raum,
terst üt zung unserer
von früher aus der Großfamilie kennt.
Ge­­s chäftsführung in
u nserer neuen E i n­
Neben den Präsenzkräften übernehmen in einer
richtung in Tauberbi-
Hausgemeinschaft ausgebildete Pflegekräfte die
schofsheim in die Tat
kompetente und umfassende pflegerische Versor-
umzusetzen.“ Zuvor
gung der Bewohner. Wie in jedem anderen Pfle-
hatte sie sich in der
geheim müssen auch im stationären Hausgemein-
Praxis umgeschaut und
schaftsmodell die Vorgaben des Heimgesetzes und
eine ganze Reihe guter
der Heimpersonalverordnung eingehalten werden,
Beispiele i n P f lege -
die unter anderem die Anzahl der ausgebildeten
heimen kennengelernt,
Pflegefachkräfte vorschreiben. Regel­mäßige Prü-
in denen sich die Be-
fungen durch Heimaufsicht oder MDK finden dort
wohner wirklich da-
in gleichem Umfang und mit den gleichen Anfor-
heim fühlen können.
derungen an die Pflege- und Betreuungsqualität
statt. Im Adam-Rauscher-Haus ist der Pflegedienst
Gemütliche Sitzecken zum
Lesen oder Ausruhen schaffen
ein wohnliches Umfeld
So orientiert sich der
im Prinzip zentral für das ganze Haus zuständig.
Tagesablauf in einer
Wie ein ambulanter Pflegedienst zu Hause küm-
Hausgemeinschaft am
mert sich der Pflegedienst in den vier Hausgemein-
Tagesablauf zu Hause, mit allen Tätigkeiten, die
schaften um die Grund- und Behandlungspflege.
dort verrichtet werden. Dazu werden vor allem die
Pflegedienstmitarbeiter sind rund um die Uhr
Bereiche Küche und Hauswirtschaft in die Wohn-
anwesend. Dazu gibt es in jedem Stockwerk einen
bereiche geholt. Damit stehen die hauswirtschaft-
kleinen, offenen Pflegestützpunkt, in dem die
lichen Mitarbeiterinnen gleichzeitig in engem
Pflegekräfte ihre organisatorischen Arbeiten erle-
Kontakt zu den Bewohnern und übernehmen
digen und durch die offene Gestaltung immer
neue, zusätzliche Aufgaben. Sie kochen und wa-
ansprechbar sind. Bei der Grundpflege morgens
schen nicht mehr nur, sondern
und abends werden die Pflegekräfte überdies durch
sie binden die Bewohner mit
die Präsenzkräfte unterstützt. Umgekehrt betei-
ein, motivieren sie mitzuma-
ligen sich die Pflegekräfte auch an der Alltagsge-
chen und aktivieren sie durch
staltung der Bewohner. Sowohl für die Pflegekräf-
die gemeinsamen Tätigkeiten.
te als auch für die hauswirtschaftlichen Mitarbei-
Je nach den Wünschen und
ter ist das eine Herausforderung – die „Schnittstel-
Möglichkeiten der Bewohner
le“ Pflege und Hauswirtschaft löst sich auf und es
„In der Gemeinschaft, beim
selbst gekochten Essen
entwickeln die Menschen wieder
Freude und Lust am Essen.“
Swantje Popp, Regionaldirektorin
10 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
kann in der Hausgemeinschaft
wird Hand in Hand gearbeitet. Auch dafür ist es
auch die Wäsche gewaschen, getrocknet und ge-
von Vorteil, dass im Adam-Rauscher-Haus bei null
bügelt werden. In jedem Fall aber gibt es immer
angefangen werden konnte. Wer sich hier bewirbt,
die Möglichkeit, gemeinsam zu kochen, den Tisch
weiß, was auf ihn zukommt, und ist bereit, Gren-
zu decken und dann das selbst gekochte leckere
zen zu überwinden und nach dem ganzheitlichen
Titel
Ansatz des Haus­gemeinschaftskonzeptes zu arbeiten. „Unsere
Mitarbeiterinnen und vor allem
auch das Führungskräfteteam mit
Frau Gradwohl an der Spitze identifizieren sich voll mit dem Modell der
Hausgemeinschaft und nur deshalb
funktioniert es“, urteilt Swantje
Popp nach den Erfah­rungen der ers­
ten Wochen. „Ohne die Begeister ung der Führ ungs­k räf te und
Mitarbeiter für diese Form der
Pflege und Betreuung wäre das
Modell nicht umsetzbar, denn
Zahl der Beschäftigten in den ambulanten und stationären
natürlich
gilt es
auch, Dinge mitPflegeeinrichtungen
in Baden-Württemberg
2009
einander
auszuprobieren
und dabei
Mögliche Entwicklung
bis 2030 und 2050 (Status-Quo-Rechnung)
Erfahrungen zu sammeln.“
Personal ambulant
53 000
Personal stationär
Gestartet ist das Adam-RauscherHaus Anfang September
mit zu38 000
nächst einer Hausgemeinschaft und
zehn Bewoh175 000
rigen können sich in den Hausgemeinschaften
nern.
Gut ein Jahr wird es wohl dauern, bis alle
25 174
engagieren und sich bei der
ZahlAlltagsgestaltung
der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg 2009
vierzig Plätze belegt und die dafür nötigen Mitar-
Mögliche Entwicklung bis 2030 und 2050 (Status-Quo-Rechnung)
einbringen, zum Beispiel, indem
sie auch einmal
Pflegegeldempfänger
einen Kuchen mit den Bewohnern
backen, vorle-
125 000
80 824
beiterinnen und Mitarbeiter gefunden sind. Zunächst soll im ersten Stock die zweite Gruppe
belegt
2050zweiten Stock
2009werden. Danach
2030 wird auch im
Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
387 12
ambulant
sen oder Bewohner zum Einkaufen
aufGepflegte
den Markt
vollstationär
Gepflegte „In
oder in den Sonntagsgottesdienst begleiten.
Leben einziehen, mit ebenfalls zwei Hausgemein-
der Hausgemeinschaft ist es für Angehörige leicht,
schaften, die sich eine Küche teilen. Damit ist
etwas zu finden, wo sie sich engagieren und sich
dann auch in einem weiteren Punkt dem Heim-
einbringen können“, ist Regionaldirektorin Popp
gesetz Genüge getan, das unter anderem vor-
76 000
überzeugt. „Gerade Ehepartner, für die der Einzug
schreibt, dass den Bewohnern zwei Mahlzeiten zur
49 650 mehr Jahre in
ihres Gefährten der letzten 50 oder
Wahl angeboten werden müssen. Wenn ein Be-
eine Pflegeeinrichtung ein schwerer
ist,000
84 019 Verlust 130
wohner mit dem in seiner Hausgemeinschaft ge-
gewinnen selbst wieder Lebensqualität durch die
kochten Essen so gar nichts anfangen kann, hat
Möglichkeit, mit ihrem Partner Statistisches
in der
Hausgemein­
Landesamt Baden-Württemberg
er vielleicht Appetit auf das, was im anderen
schaft aktiv zu sein.“
183 000
147 000
105 000
112 369
2009
2030
Stockwerk gekocht wurde. Zudem bieten die dezentralen Küchen und der enge Kontakt zwischen
Zusätzliches Leben bringt die Begegnungsstätte
Bewohnern und Präsenzkraft auch leichter die
„Kaffee Bohne“ ins Haus. Die Menschen aus der
Möglichkeit, mal eine „Extrawurst“ zuzubereiten.
Nachbarschaft, aus dem Innenstadtquartier sollen
182 000
2050
Spaß bei Bewegung und
385 12
Spiel gehören auch in den
Haus­gemeinschaften zum
Freizeitprogramm, genauso
wie die passende Lektüre
zum Vorlesen
mit diesem Café angesprochen werden: Damit das
Das erste Obergeschoss hat durch die Hanglage
Pflegeheim zum festen Bestandteil im Stadtteil wird.
des Adam-Rauscher-Hauses einen direkten Zugang
In der Begegnungsstätte werden regelmäßig Mit-
zu einem beschützenden Garten, der im kommen-
tagstisch, Kaffee und frischer Kuchen angeboten.
den Jahr mit Blumen und Gemüsebeeten in die
Und natürlich ist das auch die erste Adresse für
Alltagsgestaltung einbezogen werden soll. Denn
Bewohner der Einrichtung und des Betreuten
auch in den Hausgemeinschaften besteht der
Wohnens, die mit ihren Angehörigen auf einen
Alltag nicht nur aus Kochen und Backen. Wie in
Kaffee vorbeischauen.
anderen Altenpflegeeinrichtungen üblich, gibt es
auch hier regelmäßige Angebote wie Zeitungs­
lesen, Gedächtnistraining oder Gymnastik sowie
regelmäßige Feste und Feiern. Auch die Angehö„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 11
Titel
Interview mit Kathrin Gradwohl
Hören, sehen, riechen, schmecken –
den Alltag erleben mit allen Sinnen
Kathrin Gradwohl war schon bei der Detailplanung für das Adam-Rauscher-Haus dabei, hat Möbel, Stoffe und Farben mit ausgesucht, Konzepte für Pflege und Hauswirtschaft erarbeitet. Als Hausdirektorin setzt
sie nun das Hausgemeinschaftsmodell in dem neu gebauten Haus der
Evangelischen Heimstiftung in die Praxis um.
bei der Essenszubereitung mithilft. Wir wollen
vielmehr erreichen, dass die Bewohner sich wie
daheim fühlen, dass sie den Alltag mit allen Sinnen miterleben. Sie hören das Töpfeklappern, sehen die Aktivitäten in der Küche, riechen den Duft
der angebratenen Zwiebeln in der Pfanne und pro­
bieren, ob der Eintopf richtig gewürzt ist. Das Ab­
Frau Gradwohl, eine neue Pflegeeinrichtung
von Anfang an mit aufzubauen ist eine
spannende Aufgabe. Wie hat sich das
Adam-Rauscher-Haus seit dem Start
Anfang September entwickelt?
schmecken der Speisen beim Kochen gehört für
Wir haben im Neubau schon im August und dann
der Bewohner an. Das alles ist möglich, auch un-
noch einmal im September Tage der Offenen Tür
abhängig von der Pflegestufe. Wir wollen und
veranstaltet, die auf sehr gute Resonanz gestoßen
können auch Bewohnerinnen und Bewohner mit
sind. Viele Menschen, vor allem auch aus der
einbeziehen, die schwer pflegebedürftig in Pflege-
näheren Umgebung, haben sich das Haus angese-
stufe 3 eingestuft sind. Soweit sie das möchten,
hen, erste Kontakte geknüpft und sich über unser
können sie im Pflegerollstuhl oder im Pflegebett
Konzept informiert. So war dann auch unsere erste
im Wohn- und Essbereich mit dabei sein und den
Hausgemeinschaft mit zehn Plätzen sehr schnell
Alltag in der Hausgemeinschaft ebenso miterleben.
unsere Bewohner inzwischen zum täglichen Ritual.
Pfeffer und Salz zum Nachwürzen beim Essen
brauchen wir nicht mehr auf dem Tisch. Zudem
regen die vielen sinnlichen Eindrücke den Appetit
komplett. Auch die Begegnungsstätte „Kaffee
Haus. Und natürlich hat auch die offizielle Einwei-
Die fitteren Bewohner, beteiligen sich
die an der Hausarbeit, können Sie die
mit dem Hausgemeinschaftsmodell
zusätzlich aktivieren?
hung des Hauses am 19. November zusätzlich
Das hängt natürlich sehr davon ab, was die ein-
da­f ür gesorgt, dass wir in der Stadt und der Um-
zelnen noch leisten können. Wir wollen den Be-
gebung mit unserem speziellen Angebot wahrge-
wohnern das Gefühl geben gebraucht zu werden,
nommen werden.
wir beziehen sie ein in die täglichen Abläufe, die
Bohne“ mit unserem Mittagstisch und dem Angebot an Kaffee und Kuchen wird gut angenommen.
Kathrin Gradwohl,
Hausdirektorin im
Adam-Rauscher-Haus
Dazu passt der Blumenladen gleich nebenan im
sie aus ihrem bisherigen Leben kennen und – ganz
12 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Sie setzen im Adam-Rauscher-Haus ganz
auf das Konzept der Hausgemeinschaften,
bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner
unter anderem in hauswirtschaftliche
Tätigkeiten eingebunden werden sollen.
Lässt sich das in der Praxis umsetzen angesichts der zunehmend pflegebedürftigen
Menschen, die ins Pflegeheim kommen?
wichtig – wir nehmen ihre Anregungen und Wün-
Es geht beim Konzept der Hausgemeinschaften
darum, dass unsere Bewohner uns Arbeit abneh-
nicht in erster Linie darum, dass jeder Bewohner
men, sondern dass wir ihnen das Gefühl vermit-
sche auf. Viele helfen gerne bei der Essensvorbereitung, einige übernehmen es auch gern, die
Wäsche zusammenzulegen oder zu bügeln. Außerdem wird bei diesen Beschäftigungen viel erzählt und gelacht. Wichtig ist uns, dass die Beschäftigung mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten immer ihren Angebotscharakter behält – es geht nicht
Titel
Ist das Modell der Hausgemeinschaften auch
für dementiell erkrankte Bewohnerinnen und
Bewohner geeignet?
Ja, gerade auch für die Betreuung an einer Demenz
erkrankter Menschen ist die Hausgemeinschaft gut
geeignet. Denn das Hausgemeinschaftsmodell
bietet ihnen einen Lebensraum, der ihnen vertraut
ist. Die Tagesstruktur, die ja mit ihren alltäglichen
Aktivitäten in einem Haushalt an den Abläufen
orientiert ist, die sie von zu Hause kennen, vermittelt gerade an Demenz erkrankten Bewohnern ein
Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Im Alltag
erhalten sie zudem viele Anregungen und können
durch die Präsenz-, Betreuungs- und Pflegekräfte
sehr gut begleitet werden. Sie in die täglichen Arbeiten einzubeziehen ist in der Regel kein Problem.
Wenn Sie zum Beispiel einen MenViele Bewohner haben ihre Zimmer mit eigenen Möbeln und
persönlichen Gegenständen individuell gestaltet
schen mit fortgeschrittener Demenz
fragen: „Möchten Sie einen Apfel
schälen?“, folgt vielleicht keine Reaktion. Wenn Sie ihm aber einen
teln, wie zu Hause in die alltäglichen Aufgaben,
Apfel und einen Schäler in die Hand
die in einem Haushalt so anfallen, eingebunden
geben, beginnt er den Apfel zu schä-
zu sein, wenn sie das möchten. Nicht selten gelingt
len und freut sich am Ende über den
es dadurch, Fähigkeiten, die schon als verloren
Erfolg seiner Tätigkeit. Insbesondere
galten, wieder zu beleben. Aber es geht auch in
für Menschen mit Demenz ist der
unseren Hausgemeinschaften nicht nur um haus-
„gelingende Alltag“ wichtig, was im
wirtschaftliche Aktivitäten. Alle Angebote zur Akti-
Hausgemeinschaftsmodell gut reali-
vierung der Bewohner, die heute in einem moder-
sierbar ist.
Das Adam-Rauscher-Haus
im Überblick
nen Pflegeheim üblich sind, bieten wir selbstver-
Im Herzen der Stadt:
ständlich auch an. Dazu gehören immer wieder
Richard-Trunk-Straße 2
auch kleine Highlights, die den Alltag durchbre-
97941 Tauberbischofsheim
chen. Einmal im Monat gibt es beispielsweise ein
Telefon: 09341 84962-0
Nachtkaffee und einen Film­abend. Das Erntedankfest haben wir mit einer langen Tafel in der Wohn-
ƒƒ 4 Hausgemeinschaften
gruppe gefeiert und zu St. Martin gab es einen
mit je 10 Plätzen,
Gänsebraten. Für die Kinder vom Kindergarten,
verteilt auf 2 Wohnbereiche
die uns mit ihren Laternen besucht haben, haben
im 1. und 2. Obergeschoss,
unsere Bewohner mit der Präsenzkraft mit viel
Zugang zum beschützenden Garten
Freude kleine Martinsgänse gebacken. Aber klar
im 1. Obergeschoss,
ist auch, wenn jemand heute keine Lust hat, sich
2 Balkone im 2. Obergeschoss
aktiv zu beteiligen, dann ist das seine Entscheidung, die respektiert wird. Unsere Bewohner sollen
ƒƒ 7 Betreute Mietwohnungen
im 3. Obergeschoss
vor allem einen Alltag erleben, mit dem sie zufrie-
ƒƒ Begegnungsstätte „Kaffee Bohne“
den sind. Das steht in der Hausgemeinschaft im
ƒƒ Floristikfachgeschäft „Arte Flora“
Vordergrund, nicht die pflegerische Betreuung.
ƒƒ Gewerberäume für Physiotherapie
Die ist selbstverständlich, soll aber nicht den Ta-
oder Arztpraxis
gesablauf bestimmen.
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 13
Titel
Hausgemeinschaften
– das Modell für die Zukunft in der Altenpflege?
Die meisten Menschen möchten ihren Lebensabend zu Hause verbringen. Immer mehr Ältere jedoch bedürfen der Pflege, zu Hause durch
einen Pflegedienst oder in einem stationären Pflegeheim. Das Modell
der Hausgemeinschaften will mit wohnlicher Atmosphäre und kleinen
Gruppen eine Alternative zum klassischen Pflegeheim bieten. Lassen
sich die hohen Erwartungen, die an das Hausgemeinschaftskonzept
gestellt werden, in der Praxis erfüllen?
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das
Hausgemeinschaftskonzept eine Herausforderung.
Für Pflegemitarbeitende scheint die neue Rolle der
Pflege, die das Feld der Betreuung nun ganz den
Präsenzkräften überlässt, allerdings oft nicht einfach zu sein. Hauswirtschaftsmitarbeiterinnen,
die bislang fernab von den Bewohnern in einer
zentralen Küche gearbeitet haben, kommen nun in
Mein
Manfred Schall, Referent Altenhilfe,
Diakonisches Werk Württemberg
direkten Kontakt mit den Bewohnern. Viele Mitarbeitende entdecken dabei neue Fähigkeiten an
sich, aber nicht alle Mitarbeitenden kommen mit
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Einrich-
den veränderten Rollen klar. Es gibt Hinweise, dass
tungen auch im Bereich der Diakonie, die Haus-
die psychische Belastung von Mitarbeitenden mit
gemeinschaftskonzepte umgesetzt haben. Nach
der Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mit-
den Erfahrungen aus diesen Einrichtungen wird
arbeiter mit ihrer eigenen Einrichtung korreliert.
deutlich, dass es erheblich einfacher ist, Hausge-
Wohn-Versorgungsformen wie Hausgemeinschaften
meinschaften in einer neuen Einrichtung zu rea-
führen, nach den bisherigen Erfahrungen zu ur-
lisieren als ein bestehendes klassisches Pflegeheim
teilen, zu einer größeren Identifikation mit der
umzustrukturieren. Wesentlich für den Erfolg des
Einrichtung. Sie reduzieren damit auch die kri-
Hausgemeinschaftskonzeptes scheint zu sein, ob das
tische Belastung bei Mitarbeitenden.
Modell in der Praxis konsequent umgesetzt wird.
Insgesamt ist bei stationären Pflegeeinrichtungen
Manfred Schall
Es gibt derzeit zwar kaum wissenschaftliche Un-
ein Trend zur kleinräumigen Versorgung zu erken-
tersuchungen zu den Wirkungen der Hausgemein-
nen. Hausgemeinschaften sind da sicher eine
schaften auf die Bewohnerinnen und Bewohner.
Variante neben anderen Konzepten mit kleinen
Erste Erfahrungen und auch eine Evaluationsstu-
Wohngruppen. Gleichzeitig steigt die Zahl der sehr
die aus einer Einrichtung des Wohlfahrtswerks
schwer pflegebedürftigen Menschen und damit
zeigen aber, dass sich unter dem Hausgemein-
der Bedarf an hochprofessioneller Palliativversor-
schaftsmodell die Aufenthaltsdauer der Bewohner
gung. Hinzu kommen vermehrt Menschen wie
in den Allgemeinräumen erhöht, dass Stresssitua-
Wachkoma-, Beatmungspatienten oder jüngere
tionen besser bewältigt werden können und ins-
Pflegebedürftige, für die das klassische Pflegeheim
gesamt das Wohlbefinden der Bewohner steigt.
nicht geeignet, eine andere Versorgungsstruktur
Die Kontakte in den Kleingruppen sind intensiver,
aber nicht vorhanden ist. Auch mit Bewohnern, die
so dass positive Ereignisse, die Mitbewohner erle-
unter einer sehr schweren Demenz leiden oder
ben, geteilt werden, aber eben auch Trauer und
problema­tisches Verhalten zeigen, ist die Hausge-
Frust. Angehörige lassen sich leichter in den Tages­
meinschaft eher überfordert.
ablauf integrieren. Sie tragen in der Regel gerne
14 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
mit eigenen Beiträgen bei Festen, beim Essen und
Das Hausgemeinschaftskonzept wird aus meiner
anderen Aktivitäten zu einer gelingenden Gemein-
Sicht daher nicht das einzige Modell für die Alten-
schaft bei. Die Nachfrage nach Plätzen in Hausge-
pflege der Zukunft sein können. Sie haben aber
meinschaften ist – so die Erfahrung von Betreibern
sicher das Potential, das herkömmliche Pflegeheim
– höher als im klassischen Pflegeheim.
teilweise abzulösen. Voraussetzung wäre aber eine
Titel
Erleichterung beim ordnungs- und leistungsrecht-
tung niederschlagen, sondern von Bewohnern und
lichen Reglement. Daneben benötigen wir spezia­
Pflegenden auch gemeinsam gelebt werden. Die
lisierte stationäre Pflegeeinrichtungen. Für diese
Tagesstruktur der Hausgemeinschaft ist auf die
Ent­wicklung müssen jetzt die Weichen gestellt wer­­
gemeinsame Gestaltung des Alltags ausgerichtet
den, denn die große Welle pflegebedürftiger Men-
und von Tätigkeiten geprägt, die im Zusammen-
schen, die sich aus der demografischen Entwick­­
hang mit einer gemeinsamen Haushaltsführung
lung ergibt, steht uns ja ab 2020 erst noch bevor.
anfallen. Ein wesentliches organisatorisches Merkmal für die Umsetzung des Konzeptes ist die Dezen­
tralisierung der hauswirtschaftlichen Leistungen,
Beate Radzey,
Demenz Support Stuttgart gGmbH
d. h. alle Tätigkeiten wie Kochen und Wäsche­ver­
sorgung werden bewohnernah in der Gruppe –
wenn möglich unter Mithilfe der Bewohner – er-
In den letzten Jahren war die Entwicklung bedarfs-
bracht. Eine feste Bezugsperson hält sich kon­
gerechter baulicher und konzeptioneller Versorgungs­
tinuierlich über den Tag in der Hausgemeinschaft
angebote für demenziell erkrankte Menschen eines
auf und gestaltet gemeinsam mit den Bewohnern
der wichtigsten Themen der stationären Al­ten­hilfe.
den Alltag.
Es wurde erkannt, dass Menschen mit Demenz ganz
inung
besonders unter einer institutionell geprägten Um-
In vielen Publikationen der letzten Jahre werden
gebung leiden. Vielerorts, beispielsweise in Skandi-
Hausgemeinschaften als tragfähigste konzeptio-
navien und den Niederlanden, wer­den daher klein-
nelle Perspektive im Pflegeheimbau bewertet
räumige alltagsnahe Wohnformen mittlerweile als
(Bun­desministerium für Familie, Senioren, Frauen
idealtypische Versorgungsform für Menschen mit
und Jugend 2006). Allerdings arbeitet bisher nur
Demenz gesehen. Wichtige Argu­men­te dafür sind,
ein kleiner Teil der Einrichtungen nach diesem
dass es in kleineren Einheiten leichter gelingt, un-
Konzept. In der repräsentativen MUG IV Studie
günstige Stimuli wie zum Bei­spiel Lärm oder eine
(Schneekloth & von Törne 2007) wurde ermittelt,
zu große räumliche Dichte zu kon­trollieren, dass es
dass zu diesem Zeitpunkt 5 Prozent der Pflegeheim-
einfacher ist, ein wohnliches und vertraut anmu-
plätze in Hausgemeinschaften angeboten wurden.
Beate Radzey
tendes Umfeld zu schaffen, aber auch gün­sti­gere
Bedingungen für den Aufbau einer Be­ziehung zwi-
Ein möglicher Grund für die zögerliche Verbrei-
schen Mitarbeitern und Bewohnern gibt.
tung ist, dass die Umsetzung des Hausgemeinschaftskonzeptes kein Selbstläufer ist, sondern von
Beispielhaft für eine solche kleinräumige Versor-
allen Beteiligten ein hohes Maß an Engagement er­
gungsform sind in Deutschland die sogenannten
fordert. Insbesondere die Aufrechterhaltung einer
Hausgemeinschaften, die vom Kuratorium Deut-
angemessenen personellen Besetzung ist in kleinen
sche Altershilfe (KDA) als vierte Generation des
Gruppen unter den derzeitigen wirtschaftlichen
Pflegeheimbaus seit Ende der 90er Jahre propagiert
Rahmenbedingungen in der Altenpflege nur schwer
werden. Ursprünglich leben bei diesem Konzept
realisierbar. Hausgemeinschaften verlangen von
sechs bis acht Bewohner in kleinen, überschauba­
den Mitarbeitern neue Arbeitsweisen und eine
ren Wohngruppen zusammen. Mittlerweile wurde
andere Wahrnehmung von Menschen mit De-
die Größe auf bis zu zwölf Bewohner erweitert. Die
menz. Eine erfolgreiche Umsetzung steht und fällt
Architektursprache ist bewusst zurückhaltend und
daher mit qualifizierten und motivierten Mitar-
orientiert sich am konventionellen Wohnungsbau.
beitern sowie einer Führung, die diese fachlich
Es soll ein häusliches, nicht institutionell wirken­
angemessen leitet und unterstützt. Insgesamt je-
des Milieu geschaffen werden, das den Bewohnern
doch bietet diese Versorgungsform viele Chancen,
Geborgenheit vermittelt, indem ein zentraler
eine bedürfnisgerechte Pflege und Betreuung von
Wohn- und Essbereich mit einer offenen Küche,
Menschen mit Demenz zu realisieren.
in der die Mahlzeitenzubereitung stattfindet, den
Mittelpunkt bildet.
Alltagsnähe und Normalität sollen sich bei diesem
Konzept jedoch nicht nur in der baulichen Gestal-
BMFSFJ (2006):
Erster Bericht des Bundes­
ministeriums für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
über die Situation der Heime
und die Betreuung der
Bewohnerinnen und Bewohner
– Heimbericht.
Berlin: Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend
Schneekloth, U.;
von Törne, I. (2007): Entwicklungstrends in der stationären
Versorgung – Ergebnisse der
Infratest-Repräsentativ­
erhebung.
In: Schneekloth, U.; Wahl, H.
W. (Hg): Möglichkeiten und
Grenzen selbständiger
Lebensführung in stationären
Einrichtungen (MuG IV).
Berlin, München: Bundes­
ministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend;
TNS Infratest Sozialforschung;
Abteilung für Psychologische
Alternsforschung, Universität
Heidelberg; Forschungsprojekt
im Auftrag des BMFSFJ, 53-168
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 15
Kirche und Politik
Stuttgarter Erklärung
„Bewegungsfreiheit“
Stuttgarter Erklärung
„Bewegungsfreiheit“
Das Trägerforum Altenhilfe Stuttgart e.V. ist
ein gemeinnütziger Zusammenschluss von 19
Trägern mit insgesamt 48 Pflegeeinrichtungen und rund 4.800 Plätzen in Stuttgart.
Der Verein fokussiert auf aktuelle und zukunftsweisende Themen. Mit der Stuttgarter
Erklärung greift das Trägerforum das zentrale Thema „Bewegung“ auf und benennt im
Sinne einer Selbsterklärung fachliche Ansprüche zur Vermeidung und Reduktion freiheitseinschränkender Maßnahmen. Zudem werden
politische Forderungen formuliert, die an die
Kostenträger sowie an die Landes- und Bundespolitik adressiert sind.
Freiheit und Sicherheit im Spannungsfeld
Das Trägerforum fordert, dass Selbstbestimmung und damit einhergehende Risiken von
uns als Gesellschaft akzeptiert werden. Das
bedeutet für die Pflege- und Krankenkassen,
dass Folgen davon, wie zum Beispiel Stürze,
differenziert bewertet werden. Sie dürfen
nicht zu voreiligen Schuldzuweisungen und
Regressansprüchen gegenüber Altenpflegeeinrichtungen führen.
Bewegung mit Sinn und Freude
Das Trägerforum fordert, dass das Recht auf
Bewegung lebenslang gewahrt wird und
16 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Therapien bis ins hohe Alter ärztlich verordnet
werden. Die Landespolitik in Baden-Württemberg muss sich deshalb dafür einsetzen,
dass sich die ärztliche Versorgung künftig
stärker am Bedarf alter Menschen ausrichtet.
Wege gemeinsam gehen
Die Vermeidung von freiheitseinschränkenden
Maßnahmen muss das oberste Ziel aller Beteiligten sein. Einrichtungen, die dem Stuttgarter Trägerforum angehören, versichern,
dass in Situationen, in denen solche Maßnahmen notwendig werden, diese fachgerecht
angewendet und regelmäßig reflektiert
werden. In diesem Zusammenhang spricht
sich das Stuttgarter Trägerforum gegen eine
einseitige und abwertende Berichterstattung
in den Medien aus, da diese der Komplexität
des Themas nicht gerecht wird, Pflegende als
Gewalttäter diffamiert und das Image der
Pflegeeinrichtungen nachhaltig schädigt.
Das Trägerforum unterstützt ausdrücklich die
Initiative „Stuttgart ohne Fixierung (SoFi)“
und begrüßt die Möglichkeit, gemeinsame
Entscheidungsprozesse zu freiheitseinschränkenden Maßnahmen zu initiieren, von denen
alle Beteiligten, insbesondere aber die pflegebedürftigen Menschen, profitieren. Damit
wird aber auch die konkrete Umsetzung des
„Werdenfelser Weges“ erwartet, der gerade
den Einsatz gut ausgebildeter Verfahrenspfleger mit Pflegeexpertise und eine Beratung
auf Augenhöhe einfordert.
Das Stuttgarter Trägerforum zeigt mit dieser
Erklärung, dass Altenhilfeträger wichtige
Themen aufgreifen und „bewegen“ und sich
damit für eine verantwortungsvolle und
würdige Pflege von Menschen in ihren Einrichtungen einsetzen. Gleichzeitig fordern sie
Wertschätzung für die Arbeit von Pflegenden
sowie eine Refinanzierung des zusätzlichen
Aufwandes.
Mehr Informationen und die
vollständige Erklärung finden Sie unter
www.stuttgarteraltenpflegetag.de
Bundestarif kann weiter
als Ganzes in Württemberg
angewandt werden
Die Schlichtungsstelle hat sich am 10. Ok­to­
ber 2013 mit der Frage beschäftigt, inwieweit der diakonische Bundestarif in seiner
Gesamtheit in Württemberg weiter angewandt werden kann. Hintergrund ist, dass
im Jahr 2007 die Landessynode beschlossen hat, dass diakonische Träger prinzipiell
ein Wahlrecht bei der Anwendung des
kirchlich-diakonischen Tarifs haben. Nach
dem Beschluss der Synode können sie
wählen zwischen den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) Württemberg, die sich am
TVöD orientieren, und den AVR der bundesweiten Diakonie, ein eigenes Tarifwerk,
das auf der Bundesebene verhandelt wird.
Im Jahr 2008 haben die diakonischen
Dienstgeber und Dienstnehmer dieses
Wahlrecht realisiert und beide Wege in den
neuen AVR verankert. Die Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen (AGMAV) hat beantragt, dass beide Tarifwerke
vermischt werden. Sie wollte drei wesentliche Flexibilisierungsinstrumente des
Bundestarifs streichen und durch die Bestandssicherungsregelung der AVR Württemberg ersetzen. Ganz unabhängig von
den inhaltlichen Unterschieden hätte das
zur Folge gehabt, dass es dann einen neuen Tarif gegeben hätte: den württembergischen Bundestarif. Über alle Neuerungen
im Bundestarif in Württemberg hätte
zukünftig extra verhandelt werden müssen. Die Schiedsstelle hat diesen Antrag
jedoch abgelehnt und eindeutig entschieden, dass die Anwender der AVR Bund
diese in ihrer Gesamtheit weiter anwenden
können. Derzeit sind vom Bundestarif rund
10.000 der 40.000 diakonischen Mitarbeitenden in Württemberg betroffen.
Fazit: Das Wahlrecht ist bestätigt worden.
In Württemberg gibt es nach wie vor zwei
diakonische Tarifwerke, die von diakoni­
schen Trägern angewandt werden können.
Quelle: Diakonisches Werk Württemberg,
Oktober 2013
Kirche und Politik
Weitere Auszeichnung für „Soziale Berufe kann nicht jeder“
Diakonie-Präsident Stockmeier
bleibt weiter im Amt
Die Konferenz Diakonie und Entwicklung hat
die vom Aufsichtsrat beschlossene Verlängerung der Amtsdauer von Diakonie-Präsident
Johannes Stockmeier bestätigt. Der 65-Jährige, der auch Vorstandsvorsitzender des
Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung ist, wird bis 14. Mai 2014 im Amt
bleiben. „Ich danke der Konferenz für ihr
Vertrauen. Ich freue mich, diese Verantwortung weiter zu übernehmen und meinem
Nachfolger ein gut bestelltes Haus zu übergeben“, sagte Stockmeier am Mittwoch in
Berlin.
Der Nominierungsausschuss, der Vorschläge
für die Nachfolge erarbeitet, wird dem Aufsichtsrat Kandidatenvorschläge unterbreiten.
Aufgrund der besonderen Herausforderung
der Zusammenarbeit in dem neu gegründeten
Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung mussten zunächst Kriterien für die
Nachfolge erarbeitet werden.
Quelle: Diakonie Deutschland,
16. Oktober 2013
Die Onlinekampagne der Diakonie Deutschland „Soziale Berufe kann nicht jeder“ wurde
mit dem Silbernen Annual Multimedia Award
2014 in der Kategorie Crossmediale Kampagnen ausgezeichnet. Der AMMA ist einer der
beiden wichtigsten Onlinepreise in Deutschland. Seit 1996 markiert er die Trends im
digitalen Marketing und in der MultimediaGestaltung.
Die Erfolge für die jugendgerechte Personalmarketingstrategie der Diakonie Deutschland
reißen damit nicht ab. Erst im Frühjahr hatte
„Soziale Berufe kann nicht jeder" den Deut­schen
Preis für Onlinekommunikation 2013 in der
Kategorie "Recruiting Kampagne" gewonnen.
Beim Deutschen Bildungsmedienpreis digita
2013 und beim European Excellence Award
2012 war sie unter den Finalisten. Kurz nach
dem Start des Berufeportals www.soziale-berufe.com hatte die Kampagne im ersten Halbjahr 2012 bereits das Comenius
EduMedia Siegel und den Webfish Internet
Award der Evangelischen Kirche in Deutschland in Gold bekommen.
Quelle: Diakonie Deutschland,
15. Oktober 2013
DEVAP-Erklärung 2013 – die Zukunft der Pflege gestalten
Mit der „DEVAP-Erklärung 2013 - die Zukunft
der Pflege gestalten“ setzten 300 Verantwortungsträger aus der evangelischen
Alten­hilfe ein starkes politisches Signal und
forderten damit ein umgehendes Umsteuern
in der Pflege. „Wir haben kein Erkenntnis-,
sondern ein Umsetzungsproblem in der
Pflege“, sagte die DEVAP-Vorsitzende,
Renate Gamp, zum Abschluss auf dem
DEVAP-Bundeskongress in Berlin. Deshalb
muss eine nachhaltige Reform insbeson­dere
folgende Maßnahmen umfassen: bessere
Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen,
weniger Bürokratie, eine umgehende Umsetzung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs und die
Finanzierung der
dafür erforderlichen fünf Milliarden Euro, die Weiter ent wick lung
realistischer Prüfsysteme, die es
ermöglichen, die
Ergebnisqualität
zu messen und die
regelhafte Koordi-
nation und Förderung von sozialraumorientierter Altenarbeit.
Das Forderungspapier ist das Ergebnis eines
langen Diskussionsprozesses der DEVAP-Gremien und Mitglieder zu den Erwartungen
an die neue Regierung.
Ausgangspunkt waren dabei bestehende
Strategiepapiere des DEVAP und der Diakonie Deutschland. Bereits im November 2012
wurde ein Entwurf vorgestellt und seitdem
an verschiedenen Stellen und in den Gremien weiter diskutiert.
„Mit diesen Erwartungen wollen wir in die
nächste Legislaturperiode starten. Wir wollen ein Signal an die Politik setzen, indem wir
die Erklärung unmittelbar nach der Regierungsbildung an die neue Bundesregierung
übergeben“, erklärte die DEVAP-Vorsitzende.
„Das Erfüllen dieser Forderungen bildet die
Voraussetzung dafür, dass auch künftige
Generationen von Menschen mit Pflegebedarf angemessen begleitet werden können.“
Die vollständige Erklärung finden Sie auf
www.devap.de
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 17
Ehrenamt aktiv
Schulungen fürs Ehrenamt
Bei der letzten Ehrenamtsbefragung hat sich ein Großteil der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewünscht, neue Erfahrungen zu sammeln und weitere Kompetenzen zu erwerben. Um diesem
Anliegen nachzukommen, bietet die Evangelische Heimstiftung seit
diesem Jahr Schulungen in den einzelnen Einrichtungen an.
ren möchten, müssen möglichst viele Bürger über
den Umgang und die Kommunikation mit dementiell veränderten Menschen Bescheid wissen.
Ehrenamtliche Mitarbeiter und Betreuungsmitarbeiter haben bei ihren Aufgaben und Kontakten
ständig mit Menschen zu tun, die durch ihre
Kornelia Ehm-Widmann, Freiwilligenkoordina­
Demenz verändert sind. Vielleicht ist auch jemand
torin der Evangelischen Heimstiftung, hat dafür
im nahen Umfeld oder in der Familie bereits be-
die Schulungsangebote erarbeitet und direkt in
troffen und natürlich kann auch das eigene Älter-
den Einrichtungen durchgeführt. Schnell hat sich
werden Angst vor dieser Erkrankung machen.
gezeigt, dass durch die Inhouse-Angebote viele
ehrenamtliche Mitarbeiter erreicht werden und
Das Schulungsangebot „Demenz“ umfasst deshalb
die weiten Anfahrtswege, die oftmals eine Hürde
das fachliche Wissen über die unterschiedlichen
darstellt, wegfallen. Durch die Schulungen sind
Arten von Demenz, gibt Hilfestellung beim Um-
die freiwillig engagierten Mitarbeiter auf dem
gang und der Kommunikation mit dementiell
gleichen Wissenstand und unterstützen sich ge-
veränderten Menschen und eröffnet Einblicke in
genseitig im täglichen Umgang mit den pflege­
den validierenden Umgang nach Naomi Feil.
bedürftigen Menschen. Die Angebote sind so
konzipiert, dass sie auch für die Mitarbeiter aus
Ängste vor Begegnungen mit dementen Menschen
dem Beschäftigungsbereich interessant sind und
werden abgebaut, Verständnis wird geweckt und
sie dadurch ihr Wissen zu den Themen Bewegung,
Sicherheit im Umgang vermittelt. Durch den
Bewegungsförderung und Demenz weiter ergän-
praktischen Transfer mit Fallbeispielen gestaltet
zen. Zudem wird der Teamgedanke durch die ge-
sich eine praxisnahe und interaktive Schulung.
meinsamen Schulungen der haupt- und ehren­
Diese Schulung kann auch in der Kommune oder
amtlichen Mitarbeiter noch weiter gestärkt.
im Quartier angeboten werden. So wird der
Gedanke der Inklusion dementiell veränderter
Das Schulungs­
angebot „Demenz“
Bürger, im Sinne einer demenzfreundlichen Kommune, in das Gemeinwesen getragen.
Der Umgang mit dekann Unsicherheit ver-
Das Schulungsangebot
„In Bewegung – bleiben“
ursachen und sogar
Da ehrenamtlich Engagierte bei ihren Einsätzen
A ngst mac hen. De -
immer wieder hilfebedürftige Menschen beim
mente Menschen rea-
Aufstehen vom Stuhl und beim Gehen unterstüt-
gieren nicht rational
zen, ist es wichtig, die Anatomie des Bewegungsap-
m e nt e n M e n s c h e n
Kornelia Ehm-Widmann
bei der Schulung „Demenz“
und berechenbar auf
parates und die natürlichen und physiologischen
Zuwendung und Kommunikation. Es lässt sich
Bewegungsabläufe des eigenen Körpers zu kennen.
nicht übersehen, dass das Phänomen Demenz in
So werden eigene Erkrankungen und schmerzhafte
unserer immer älter werdenden Gesellschaft einen
Veränderungsprozesse vermieden und richtige
großen Raum einnimmt. Heute sind bereits zwei
Bewegungsmuster auf hilfebedürftige Menschen
Drittel der Pflegeheimbewohner dementiell ver­
übertragen.
ändert. Wenn wir diesen Menschen mit Würde
18 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
und Zuneigung begegnen und ihnen den Wert,
Kinästhetik ist ein Konzept, das uns hilft, gemein-
der ihnen in unserer Gesellschaft zusteht, gewäh­
sam mit einem eingeschränkten Menschen die
Ehrenamt aktiv
Bewegung zu gestalten. Nicht Heben und Tragen
ist angesagt, sondern es geht darum, die Fähig­
keiten des Menschen zu nutzen und die Bewegung
für ihn erlebbar zu machen. In der Schulung „In
Bewegung – bleiben“ erhalten die Teilnehmer das
Grundlagenwissen dieses Bewegungskonzeptes.
Sie lernen die Techniken anzuwenden, nehmen
mit allen Sinnen die eigene Bewegung wahr, und
können diese dann auf bewegungseingeschränk­te
Menschen übertragen.
Auch die Technik des Rollstuhls, über Bauchgurt,
Bremsen, der Umgang mit den Fußstützen, und
das Zusammenklappen wird vermittelt. Die Teilnehmer fahren selbst im Rollstuhl – vorwärts und
rückwärts, üben Kurven und Drehungen. Sie lernen, wie man einen Spaziergang vorbereitet, wie
man auf den Bordstein hinauf und auch wieder
hinunter fährt und wie man einem Menschen im
Rollstuhl eine Jacke anziehen kann. Mit Spaß und
Freude erlernen die Teilnehmer einen kleinen
Rollatortanz, um den Umgang mit dem Rollator
selbst zu erfahren. Dieses Schulungsangebot bietet
den fachlichen und theoretischen Teil kombiniert
Die Teilnehmerinnen in Heddesheim lernen wie
man hilfebedürftige Menschen unterstützt
mit vielen Übungen. So ist Lernen mit allen Sinnen
möglich.
Schulung trifft auf Begeisterung
„Der Mensch behält auch bei eingeschränkter
Leistungsfähigkeit seines Gehirns seine Würde“
Diese Angebote fürs Ehrenamt können von allen
Einrichtungen und Mobilen Diensten der Evan-
Kornelia Ehm-Widmann, Freiwilligenkoordinatorin
gelischen Heimstiftung angefragt werden. In
vielen Einrichtungen haben die Schulungen bereits stattgefunden und treffen bei den interessierten Teilnehmern auf große Begeisterung.
Durch das große Interesse, die Fachlichkeit im
Umgang mit unseren Klienten zu verbessern und
gleichzeitig bei den Ehrenamtlichen ein Kompetenzgewinn zu erreichen, wird zukünftig noch die
Schulung zum Thema „Biografie, der Königsweg
zur Seele des Menschen“ angeboten. „Nur wenn
wir viel über die Biografie der Menschen wissen,
die wir begleiten, können wir sie ganzheitlich
betreuen. Durch unser Wissen über das gelebte
Leben, die Hoffnungen, Wünsche und existentiellen Erfahrungen, können wir sie verstehen,
erreichen und erhalten einen Zugang zu ihrer
Seele. Der Mensch behält auch bei einge­
schränkter Leistungsfähigkeit seines Gehirns
seine Würde“, erklärt Freiwilligenkoordinatorin
Kornelia Ehm-Widmann.
In Nehren lernen die Teilnehmer den richtigen Umgang
mit Menschen im Rollstuhl
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 19
Ehrenamt aktiv
Ehrenamtspreis:
Unsere Gewinner 2013!
In der letzten Ausgabe wurden die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Evangelischen Heimstiftung dazu aufgerufen, sich
für den Ehrenamtspreis 2013 zu bewerben. Der Freundeskreis der
Heimstiftung zeichnet jährlich Personen oder Gruppen aus, die sich in
besonderer Weise engagieren. In diesem Jahr wird der Preis erstmals
an vier Projekte verliehen.
2. Preis
„Freundeskreis Pflegewohnhaus
Nehren“
1. Preis
„Tagesbetreuung Sonnenschein“
Mobile Dienste, Besigheim
Der Gewinner des Ehrenamtspreises ist die
Die Gäste der „Tagesbetreuung
Sonnenschein“ beim
gemeinsamen Singen
„Tagesbetreuung Son-
Während der Bauphase hat sich im Pflegewohn-
nenschein“ - ein nie-
haus, unter dem Dach des Krankenpflegevereins,
derschwelliges Angebot
ein Freundeskreis gegründet, um die neue Einrich-
für dementiell verän-
tung besser im Gemeinwesen einzubinden. Der
derte Menschen, die zu
Freundeskreis Pflegewohnhaus Nehren bietet den
Hause gepflegt und ver-
Bewohnern im Haus eigenständige Aktivitäten an,
sorgt werden. Das Pro-
wie beispielsweise einen Männerstammtisch,
jekt wird mit Mitteln
Stopfen, Flicken, einen Cafébetrieb sowie zahl-
vom Land Baden Württemberg gefördert und ist
reiche Ausflüge und Feste. Die Vielfalt der Ange-
auf eine Zusammenarbeit von Haupt- und Ehren-
bote hat die Jury bei ihrer Bewertung überzeugt,
amtlichen ausgelegt. An allen Öffnungstagen
zumal für Jeden etwas dabei ist und auch einge-
werden die Tagesgäste von einer gerontopsychiat-
schränkte Bewohner an den Ausflügen teilnehmen
rischen Fachkraft und mindesten drei ehrenamt-
können.
lichen Mitarbeitern betreut, wodurch die Angehörigen entlastet werden und die Betreuung im
Das Projekt ist durch die Vereinsstruktur nachhal-
häuslichen Bereich länger leistbar und bezahlbar
tig und verlässlich aufgestellt und beispielhaft und
wird. Durch den hohen Betreuungsschlüssel kann
nachahmenswert für die Profilfindung eines
auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse der zu
Krankenpflegevereins.
pflegenden Gästen besser eingegangen werden.
20 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Die Ehrenamtlichen tragen sich selbst ver-
Die persönlichen Beziehungen der Heimbewohner
pflichtend und verlässlich nach ihren zeitlichen
bleiben erhalten, da sie ins örtliche Leben einge-
Möglichkeiten in die Dienstpläne ein und organi-
bunden und vernetzt sind und auch mit den
sieren sich selbst. Die Ehrenamtlichen erleben
örtlichen Kindergärten generationenübergreifend
durch die Hauptamtlichen eine große Akzeptanz
kooperieren. Dadurch wird auch gewährleistet,
und ein hohes Maß an Anerkennung und weiter-
dass die Bewohner am gemeinschaftlichen Leben
hin einen hohen Kompetenzgewinn, da sie in
teilhaben können. Das Projekt präsentiert sich
ihrer Aufgabe begleitet und angeleitet werden –
zudem mit regelmäßigen Berichten und Informa-
Fortbildungen werden unter anderem anhand von
tionen an die lokale Presse sehr gut in der Öffent-
Fallbesprechungen durchgeführt.
lichkeit.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Erich Kästner
„Tun Sie etwas Gutes!“
Es gibt viele Möglichkeiten, Gutes zu tun.
Viele Menschen brauchen unsere Hilfe.
Auch die älteren. Helfen Sie bitte mit!
„Wir helfen Älteren!“
Der Freundeskreis der Evangelischen
Heimstiftung e.V. unterstützt mit Ihren
Spenden die Betreuung der älteren Menschen, die in den Einrichtungen der
Evangelischen Heimstiftung leben.
Ihre Spende kommt ausschließlich den
Bewohnern zugute. Mit den Spenden
werden Projekte unterstützt, die über die
allgemeinen Pflegesätze nicht finanziert
werden können. Sollten Sie wünschen,
dass Ihre Spende einer bestimmten
Einrichtung oder einem bestimmten
Zweck zufließen soll, werden wir Ihren
Wünschen natürlich entsprechen.
Ihre Spende trägt mit dazu bei, dass sich
die älteren Menschen in den Einrichtungen
zu Hause fühlen. Mit Ihrer Spende geben
Sie älteren Menschen neuen Lebensmut
und das Gefühl, nicht vergessen zu sein.
Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V.
­
Dankeschön!
Für Ihre Spende danken wir Ihnen schon jetzt ganz herzlich
– auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Evangelischen Heimstiftung Stuttgart.
Diakon Gerhard Gasser
Vorstand Freundeskreis
der Evangelischen Heimstiftung e.V.
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„Aktion Ehrenamt“ Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V.
Widdumhofstraße 19, 70499 Stuttgart, Telefon 01 51 62 95 48 57
Spendenkonto 40 40 20, Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10
Rechten Abschnitt
einfach ausfüllen,
abtrennen und im
Ja, ich möchte die Arbeit des Freundeskreises unterstützen
und
habe mich deshalb entschlossen,
Name
Fensterbriefumschlag
monatlich
vierteljährlich
Vorname
ausreichend frankiert
halbjährlich
jährlich
Straße
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PLZ/Ort
an die umseitige
Adresse schicken.
b
ab
(Monat/Jahr)
von meinem Konto abbuchen zu lassen.
Geldinstitut
Bankleitzahl
Vielen Dank!
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Diese Einzugsermächtigung können Sie jederzeit widerrufen. Ihr Förderbeitrag für den Freundeskreis der Evangelischen
Heimstiftung ist steuerrechtlich absetzbar. Ende Januar des Folgejahres erhalten Sie automatisch eine Zuwendungsbestätigung, die Sie bei Ihrem Finanzamt geltend machen können.
Zuwendungsbestätigung zur Vorlage beim Finanzamt
Der Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V. ist wegen der Förderung besonders förderungswürdig anerkannter gemeinnütziger Zwecke (Förderung der Altenpflege und Altenfürsorge) nach dem letzten zugegangenen
Freistellungsbescheid des Finanzamts Stuttgart/Körperschaften, vom 13.01.2012 für die Jahre 2008 bis 2010 nach § 5
Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftssteuergesetzes und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Körperschaftssteuer
und der Gewerbesteuer befreit. Wir bestätigen, dass wir die Spende nur zu satzungsgemäßen Zwecken verwenden werden:
Förderung der evangelischen Alten- und Behindertenarbeit. Der Satzungszweck wird insbesondere durch Unterstützung
von Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart verwirklicht. Diese ist seit dem 1. April 1952 dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Württemberg e.V. angeschlossen.
Geldzuwendung
Bis zu f 200,– gilt der abgestempelte „Beleg/Quittung für den Auftraggeber“ als Zuwendungsbestätigung
in Verbindung mit dem Kontoauszug. Für Spenden über f 200,– werden wir gesonderte Zuwendungsbestätigungen
erstellen. Deshalb bitten wir, Ihre Anschrift deutlich lesbar einzusetzen.
Beleg/Quittung für den Auftraggeber
Kontonummer des Auftraggebers
Empfänger
Freundeskreis der Evangelischen
Heimstiftung e.V., Stuttgart
Konto-Nummer
40 40 20
Bankinstitut
Evang. Kreditgenossenschaft Kassel
BLZ 520 604 10
Betrag
Geldzuwendung €
Auftraggeber/Einzahler
Bei Bareinzahlung Empfangsbestätigung des
annehmenden Kreditinstitutes
Abzugsfähige Zuwendung
für Ihre guten Taten ...
Freundeskreis der
Evangelischen Heimstiftung e.V.
Widdumhofstraße 19
70499 Stuttgart
Ein Auszug der Projekte, die der
Freundeskreis finanziell gefördert hat.
Stephanuswerk Isny: Bildungsreise
lern­behinderter Schülerinnen und
Schüler nach Rom.
Sonnenhof, Langenau: Ausflug ehren­
amtlicher Mitarbeiterinnen und Mit­ar­
beiter nach Leipheim.
Haus am Aspacher Tor, Backnang:
Restaurierung eines gebrauchten Klaviers.
Diesen Abschnitt umseitig ausfüllen, abtrennen und im Fensterbriefum­
schlag ausreichend frankiert an die nebenstehende Adresse schicken.
Dankeschön
Beispiele guter Taten
Steuerwirksame Zuwendungsbestätigung
1. Wir sind wegen der Förderung besonders förderungswürdig anerkannter gemeinnütziger Zwecke
(Förderung der Altenpflege und Altenfürsorge) nach
dem uns letzten zugegangenen Freistellungsbescheid
des Finanzamts Stuttgart/Körperschaften, Aktenzeichen 99019/34160 SG: IV/41 vom 10.02.2009 für die
Jahre 2005, 2006, 2007 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des
Körperschaftssteuergesetzes und nach § 3 Nr. 6 des
Gewerbesteuergesetzes von der Körperschaftssteuer
und der Gewerbesteuer befreit.
2. Wir bestätigen, dass wir den uns zugewendeten
Betrag ausschließlich zu satzungsgemäßen Aufgaben
verwenden werden: der Förderung der evangelischen
Alten- und Behindertenarbeit. Der Satzungszweck
wird insbesondere durch Unterstützung von Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart
verwirklicht.
Für Spenden bis € 200,– gilt der Einzahlungsbeleg als
Zuwendungsbestätigung in Verbindung mit dem Kontoauszug.
Für Spenden über € 200,– wird eine gesonderte Zuwendungsbestätigung ausgestellt. Deshalb bitten wir Sie,
Ihre Anschrift deutlich lesbar einzusetzen.
Freundeskreis der
Evangelischen Heimstiftung e.V.
Ehrenamt aktiv
Den dritten Platz teilen sich zwei Projekte, da sie
bringen ihre eigenen Ideen ein, wählen selbst die
bei der Bewertung als gleichrangig eingestuft
Wolle und die Farbkombinationen aus. Die Kom-
wurden.
munikation findet dabei auf Augenhöhe statt und
3. Preis
„Backhaus“ im Haus auf
dem Wimberg, Calw
Das Backhaus ist ein Gemeinschaftsprojekt, das
die Erinnerungspflege oder das Gedächtnistraining geschieht nebenbei und muss nicht „künstlich“ hergestellt werden. Beim Stricken wird zudem die Feinmotorik der Bewohner gefördert und
bleibt so länger erhalten, ebenso die geistige und
kommunikative Beweglichkeit.
von Schülern, Lehrern und verschiedenen Handwerkern gemeinsam errichtet wurde. Schon wäh-
Das Projekt „Guerillastricken“ fand die Jury beson-
rend der Bauphase bot dieses Backhaus für die
ders innovativ. Guerillastricken ist eine Art gestrick-
Bewohnerinnen und Bewohner viel Abwechslung,
tes Graffiti, es werden Gegenstände im öffentlichen
Gesprächsstoff und interessante Begegnungen.
Raum bestrickt. Das kann lediglich der Verschöne-
Schon zu früheren Zeiten waren Backhäuser in
rung dienen, aber auch eine symbolische Bedeutung
den Kommunen ein beliebter Treffpunkt, um
haben. In Deutschland sind die ersten bestrickten
Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch auszutauschen.
Straßenlaternen im Jahre 2010 entstanden. Diese
Die Wiederbelebung dieses alten Brauchtums
Art zu stricken, spricht natürlich vor allem junge
weckt positive Erinnerungen und ist bereichernd
Menschen an. Die Bewohner der Pflegeeinrichtung
für die Einrichtung in Calw.
ließen sich aber mit Begeisterung darauf ein und so
Gemeinsam stolz auf das
Geleistete: Das neue Backhaus
im Haus auf dem Wimberg
wurde zusammen mit der Graf-Soden-Realschule in
Das Wissen der älteren Generation wird genutzt
Friedrichshafen eine Parkbank eingestrickt, die nun
und gebraucht. Die Wissensvermittlung an Kinder
in deren Schulhof einen Platz gefunden hat. In der
und jüngere Generationen ist ein wichtiger Beitrag
Zwischenzeit stricken die Bewohner bereits die
zur gesunden Ernährung und zur Ökologie. Man
dritte Parkbank ein.
kann lernen, wie man den Ofen anfeuert, einen
Sauerteig zubereitet und Brot backt.
Das Backhaus trägt zur Vernetzung und Kooperation im Gemeinwesen bei: sei es als Kommunikationstreffpunkt für die Bürger der Kommune und
die Bewohner der Einrichtung oder als Mittelpunkt für Feste, Projekte und Backkurse.
„Die fingerfertigen Paulinchen“
Königin Paulinenstift,
Friedrichshafen
Die Bewohner stricken zusammen mit den
Schülern der Graf-Soden-Realschule
Die Strickgruppe „die fingerfertigen Paulinchen“
ist eine offene Gruppe, die sich einmal wöchent-
Die Bewohner erleben sich dadurch als selbstwirk-
„Wir bedanken uns bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern
für die eingegangenen Bewerbungen, das tolle Engagement, die innovativen Ideen und die Zeit, die sie einbringen, um den pflegebedürftigen Menschen in unseren
Einrichtungen Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben zu
ermöglichen!“
sam, da sie etwas herstellen, das einen Wert hat,
Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V.
lich im Café der Einrichtung trifft. Jeder Interessierte kann kommen, um mitzustricken, zu zuschauen, zu plaudern oder zu musizieren. Auch
Angehörige und Besucher schauen einfach mal
vorbei und sind herzlich willkommen.
sinnvoll ist und sogar verkauft werden kann. Sie
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 21
Impuls
Helfen?
setzt die Wahrnehmung des anderen und eine
unbedingt einzuhaltenden Distanz voraus. Nicht
umsonst spricht der amerikanische Soziologe
Richard Sennett von der Empathie als Grundvoraussetzung für echte Begegnung und wirkliche
Kooperation. Eine Haltung, die immer wieder neu
gesucht und gefunden werden muss.
Menschen wollen helfen und erleben dabei aber
auch, wie sie sich im Helfen erschöpfen. Die ständige Orientierung nach außen birgt in sich die
Gefährdung, das eigene Leben aufzuschieben und
hinten anzustellen. Wenn aber die eigenen Bedürfnisse auf Dauer keinen oder nicht ausreichenden Raum haben, läuft man Gefahr, müde
und reizbar zu werden.
Wie können wir tun, was wir tun wollen? Was
müssen wir beim Helfen bedenken?
Not am Mann. Sorgen tut gut!
Dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein sei, steht
am Anfang der Bibel. Gott, der im Anfang adam aus
Menschen wollen helfen. Das wundert nicht. Denn Helfen vermittelt
das gute Gefühl, für andere etwas tun zu können. Es stärkt das
Selbstvertrauen. Es reizt, die eigenen Gaben und Begabungen für
andere einsetzen zu können. „Ich bekomme sehr viel zurück“ – so
sagen viele, die in sogenannten helfenden Berufen tätig sind. Daraus
schöpfen sie Kraft und Motivation zum Weitermachen.
der adama (dem Erdboden) wie ein Töpfer formte,
stellt fest, dass dieses Wesen allein nicht leben kann.
Können die Tiere den offenkundigen Mangel ausfüllen? Gott versucht es, schafft Tier um Tier, zeigt
jedes neue Geschöpf dem adam und stellt fest: Das
war es noch nicht. Denn der adam gibt jedem Tier
einen Namen und demonstriert auf diese Weise
seine Überlegenheit. Das aber passt nicht zur „Hilfe,
Menschen wollen helfen. Wer einen anderen lei-
die ihm entspricht“ und die er braucht, um sein
den sieht, will Not beenden oder wenigstens lin-
Leben zu bewältigen. Erst als Gott aus der Seite des
dern. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter
adam ein Gegenüber „baut“, ruft der aus dem Tief-
hat unsere Augen geschärft und unsere Herzen
schlaf Erwachte überrascht und glücklich zugleich:
geschult. Es ist uns nicht gleichgültig, was mit dem
Dieses Mal ist sie es! Das ist doch Bein von meinem
geschieht, der unter die Räuber gefallen ist. Wir
Bein und Fleisch von meinem Fleisch.Schöner kann
haben gelernt, stehen zu bleiben und Verantwor-
man wohl nicht zum Ausdruck bringen, dass Men-
tung für den Bruder oder die Schwester zu über-
schen aufeinander angewiesen sind und sich erst
nehmen. Dass bei unserem Helfen dann aber nicht
im Gegenüber selbst erkennen.
die eigenen Wünsche, Erwartungen und Vorstel-
22 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
lungen leitend werden, sondern die Bedürfnisse
Was aber geschieht, wenn diese Hilfe, diese Art der
des Gegenübers zum Tragen kommen, ist Teil des
solidarischen Lebensunterstützung fraglich wird?
Lernprozesses, dem sich alle zu unterziehen haben,
Was geschieht, wenn Sachzwänge, ökonomische
die in helfenden Berufen unterwegs sind. Mit den
Vernunft und Rahmenbedingungen Menschen so
Jahren und mit den damit verbundenen Erfah-
einengen, dass Spontaneität und Freiheit im Hel-
rungen wachsen Einsicht und Erkenntnis. Im
fen abhanden zu kommen drohen?
besten Fall versteht man immer besser, dass Helfen
Mitarbeitende in der Diakonie haben in den letz-
Sensibilität und Taktgefühl braucht. Denn Helfen
ten Jahren und Jahrzehnten einen Systemwandel
Impuls
erlebt und manchmal auch erlitten. Und nicht nur
Zum Helfen gehört also das Sehen des anderen,
sie. Die Ökonomisierung vieler Lebens- und Ar-
genauso wie die Selbstwahrnehmung. Nur wer sich
beitsbereiche ist für uns inzwischen ganz selbst-
selbst kennt (oder sich zumindest mit sich selbst
verständlich geworden und wird kaum mehr
auseinandersetzt), hat die Chance, nicht alles
hinterfragt. Und doch verändert diese Sicht unser
wiederholen zu müssen, was ihm oder ihr an
Leben und unser Handeln.
Vorgaben gemacht, an Mustern in Verhalten und
Reaktion mitgegeben und an Erwartungen heran-
Je mehr die Kostenstellen und Bilanzen unsere
getragen wird.
Aufmerksamkeit fordern, umso wichtiger werden
die kleinen Momente der Freiheit, in denen sich
Umgekehrt gilt: Wer sich
Menschen nicht nur als Klienten, Kunden oder
d ie s e n – m it u nte r auc h
Dienstleister sehen, sondern als „Gottes Kinder
schmerzhaften – Prozessen
und seine Hausgenossen“ erfahren.
nicht aussetzen will, der wird
die Erfahrung machen, dass
Mir fällt auf, dass in immer mehr kirchlichen und
die Zähne stumpf, das Herz
diakonischen Zusammenhängen von „Kultur“
leer, die Augen trüb und die
und „Haltung“ die Rede ist, die den Unterschied
Ohren taub werden.
„Zum Helfen gehört also das
Sehen des anderen, genauso
wie die Selbstwahrnehmung.“
mache. Damit ist gemeint: Tue ich das, was ich tue
aus innerer Überzeugung und verankert in einem
Aber was hat das mit dem Helfen zu tun?
Gesamtsystem, oder sehe ich mich als getriebenes
Die Bibel ist an dieser Stelle klar. Helfen ist ab-
Rädchen in einem unüberschaubaren Hamsterrad?
sichtsloses Tun. Es schielt nicht nach einem hö-
Das sind Fragen, die den einen oder die andere in
heren Zweck, nicht nach einem Ideal, das zu
einer kritischen Selbstreflexion immer mal wieder
verwirklichen, oder einer Norm, die zu erfüllen
beschäftigen und die den ganzen Unterschied
wäre. Helfen ist spontan und selbstverständlich.
ausmachen.
So wie im Gleichnis vom großen Weltgericht, in
dem die eine Gruppe höchst erstaunt fragt, wann
Mich berührt dabei sehr, dass alte und pflegebe-
sie denn jemals Jesus hungrig, nackt, fremd, ge-
dürftige Menschen vor allem die Freundlichkeit
fangen oder krank gesehen hätten. Sie hatten doch
derer schätzen, die für sie sorgen und sich um sie
einfach getan, was nötig war, ohne nach einer
kümmern. Ich sehe dahinter auch den Wunsch
Vergeltung oder einem Lohn zu fragen.
und die Hoffnung, dass auch in den schwierigen
Zeiten des eigenen Lebens Menschen da sind, die
Spontaneität und Absichtslosigkeit sind etwas
einen akzeptieren und respektieren.
Wunderbares. Aber sie lassen sich nicht erlernen
und auch nicht in Leitbildern verpflichtend ma-
Zu solchem Respekt gehört das Ernstnehmen des
chen.
gelebten Lebens – mit all den gemachten Erfahrungen und den daraus resultierenden Eigen-
Auch wenn das manche Unschärfe in sich birgt,
heiten. Und alle, die in der Pflege tätig sind, wissen,
so sollten wir uns doch daran freuen, dass die
wie das Alter das gelebte Leben und die Erinne-
Taten der Liebe Unruhe in die Welt bringen. Die
rungen wieder an die Oberfläche bringt. Wie
Systeme mögen so etwas nicht. Sie wollen die Tat,
wohltuend ist es, wenn das nicht als lästig abgetan,
die in ihrem Ziel aufgeht und darin ganz und gar
sondern gewürdigt wird.
plan- und messbar (auch dokumentierbar) ist. Das
ist wichtig für den guten und reibungslosen Ab-
Ich denke: Es ist kein Zufall, dass das 4. Gebot,
lauf. Aber Glanz und Licht kommen in unser Le-
Vater und Mutter zu ehren, uns als Erwachsene
ben, wenn wir spüren, dass wir angesehen, geach-
einschärft, die Erfahrungen der vorausgehenden
tet und gewürdigt werden. Das ist nicht auf Dauer
Generation ernst zu nehmen. Dass wir dem Ge-
zu stellen. Aber in den kleinen Momenten ereignet
wicht geben, was Eltern und Großeltern erlebt
sich die große Freiheit. Deshalb sagt Jesus auch:
haben, ist für die Bibel sogar die Voraussetzung
Tut das – und ihr werdet das ewige Leben haben.
dafür, dass eigene Leben leben zu können und
Zukunft zu gewinnen.
Prälatin Gabriele Wulz
Prälatin Gabriele Wulz
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 23
Perspektiven
Johanniterstift
im Sternenhimmel
Der Demenz Support Stuttgart hatte die Idee, Sterneköche für den
Einsatz im Pflegeheim zu gewinnen und sich dem Thema „Essen und
Kochen“ einmal ganz anders zu nähern. Kein leichtes Unterfangen, denn
den meistens Köchen war die Anfrage keine Reaktion wert – bis auf
Frank Oehler, der Sternekoch aus der Speisemeisterei in Hohenheim
war sofort begeistert.
– egal, ob für die Gäste meines Lokals oder für eure
Tobias Lechner, Hausdirektor im Johanniterstift,
der erste Unterschied gleich ins Auge: Die Heim-
war von der Idee gleich angetan, gemeinsam mit
köche müssen mit einem kleinen Team von nur
einem prominenten Sternekoch im Pflegeheim zu
vier bis fünf Personen vormittags und zwei nach-
kochen. Aber nicht, weil er an der Qualität seiner
mittags für 120 und mehr Bewohner kochen. Das
Küche zweifelt, sondern weil auch ihm das Thema
Team von Frank Oehler besteht aus 20 Personen,
Essen und Ernährung im Heim wichtig ist. Seine
die im Schnitt 60 Gäste bewirten.

24 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Heimbewohner!“ Dem konnten die beiden
Plochinger Köche zustimmen. „Wir erhoffen uns
aber spannende Inspirationen durch den Austausch mit Frank Oehler“.
Als sie die Hohenheimer Küche besichtigten, stach
Wenige Tage später stand
leitende Köche Bernd Zerahn und Jürgen Hrastnik
waren anfangs noch etwas
verunsichert. „Na ja, zuerst
habe ich auch gedacht:
Kochen w ir et wa so
„Respekt, Respekt! Trotz kleinem
Budget zaubern die Köche im
Johanniterstift viel Leckeres auf
den Tisch!“
schlecht, dass uns jetzt ein
der Gegenbesuch in
Plochingen auf dem Plan
und Frank Oehler half dem
d o r t i ge n Kü c he nte a m
beim letzten „Pfiff“ des
Tagesessens. Doch bevor
Starkoch retten muss?“, gesteht Bernd Zerahn.
gekocht wurde, berichteten die Plochinger Köche
Doch im Nachhinein bestand bei beiden kein
von den Herausforderungen, denen sie sich als
Zweifel mehr am Sinn dieser Aktion.
Heimköche gegenüber gestellt sehen. „Wir haben
Zur Vorbereitung trafen sich im Vorfeld alle Betei-
hier viele ältere Bewohner mit körperbedingtem
ligte in der Speisemeisterei in Hohenheim, um sich
Pflegebedarf, solche mit Demenz und auch noch
kennen zu lernen und vorab auszutauschen. Frank
eine Wohngruppe für jüngere Personen“, ergänzt
Oehler interessiert sich sehr für die Arbeit der
Tobias Lechner. „Und das muss man alles unter
Köche im Heim. „Wir müssen natürlich über die
einen Hut bringen“. Klar, dass es da durchaus auch
Unterschiede reden, aber das Verbindende ist doch
unterschiedliche Anforderungen ans Essen gibt.
unser Verständnis vom Kochen: Es soll gut sein,
„Und das wird sich zukünftig ja ohnehin noch
es soll schmecken, es soll mit Liebe zubereitet sein
verstärken“, wirft Frank Oehler ein. „Demnächst
Perspektiven
kommen doch schon die ersten Bewohner mit
Bewohnern hinaus. „Guten Appetit, lassen Sie es
Jeans und Tattoos auf dem Rücken ins Heim. Die
sich gut schmecken!“
nachrückenden Generationen haben doch viel
individuellere Vorstellungen, als die, die heute alt
Bei einer abschließenden Auswertungsrunde war
sind. Und nicht nur beim Essen“.
Frank Oehler angetan von dem, was seine Kollegen
In einem Restaurant mit gehobener Küche wie der
unter nicht ganz üppigen Bedingungen auf die
Speisemeisterei essen zu gehen, hat bekannterma-
Beine stellen. „Respekt, Respekt“. „Leider steht es
ßen seinen Preis. Verständlich, wenn Frank Oeh-
um das Kochen und Essen nicht überall so gut,
wie wir das hier gesehen ha-
ler von den Kollegen aus
dem Heim auch deren finanzielle Rahmenbedingungen wissen wollte. „Wir
haben hier pro Bewohner
einen Betrag von 4,80 Euro
zur Verfügung“, klärt ihn
Bernd Zerahn auf. „Für das
ganze Mittagessen?“, hakte
„Wir haben pro Bewohner
4,80 Euro täglich für das
Essen zur Verfügung.“
„Was? Für das ganze Mittagessen nur 4,80 Euro?“
„Nein, für den ganzen Tag!“
ben“, warf ein Teilnehmer der
Die drei Köche bilden ein gutes
Team in der Küche
kleinen Gesprächsrunde ein.
Das können viele andere bestätigen. Fazit am Ende des
Tages: Alle Beteiligten waren
sehr zufrieden mit der Aktion.
Und aus ihr sollten weitere
Initiativen erwachsen. „Ich
komme nicht nur mal kurz in
der überraschte Frank Oehler nach. „Schön wär’s“, meine Tobias Lechner.
ein Heim rein und das war’s dann“, versprach
„Da ist alles drin: Frühstück, Mittag- und Abend-
Frank Oehler. „Lasst uns da mal weitermachen.
essen, Zwischenmahlzeiten und Getränke“. Der
Ich bin dabei!“
Sternekoch konnte es kaum fassen. „Diese Sätze
Ein herzlicher Dank für die Unterstützung an
werden mit den Kostenträgern so ausgehandelt,
demenz.DAS MAGAZIN und den Demenz Support
damit sind wir natürlich nicht zufrieden“, warf
Stuttgart.
Tobias Lechner ein.
Bei der Hausführung gab es natürlich die ersten
neugierigen Blicke, nicht nur durch Heimbewohner, auch die Mitarbeiter erkannten den Promikoch aus der RTL II-Serie „Kochprofis im Einsatz“.
„Guck mal, das ist der Frank Oehler aus dem
Fernsehen“, raunte eine Pflegekraft im vorbei gehen ihrer Kollegin zu. Eine Bewohnerin war so
freundlich, dem prominenten Gast einen Blick in
ihr Zimmer zu gewähren.
Der Rundgang endete schließlich in der Cafeteria
der Einrichtung. Hier essen mittags diejenigen
Bewohner, die noch fit genug dafür sind. Ansonsten finden die Mahlzeiten auf den Wohnbereichen statt. „Schick, hier lässt’s sich aushalten“,
lautete der Kommentar des Sternekochs. In der
Küche angekommen, wurde gleich Hand angelegt.
Es standen Rinderbrust mit Meerrettichsauce,
Boullionkartoffeln und Rote Beetesalat auf dem
Speiseplan. Die vegetarische Alternative bestand
aus hausgemachten Reibekuchen mit Apfelmus.
Alle drei Köche schmeckten ab, tauschten sich aus
und würzten hier und dort ein wenig nach. „Alle
Achtung, das kann sich sehen lassen“, kommentierte Frank Oehler. Er griff sich zwei Teller mit
Rinderbrust und trug sie zu den überraschten
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 25
Perspektiven
Bundesfreiwilligendienst bei der Evangelischen Heimstiftung
Nichts erfüllt mehr,
als gebraucht zu werden!
Wie kamen Sie dazu, sich im Bundesfreiwilligendienst zu engagieren?
Wir sind eigentlich im Familiengespräch drauf
gekommen, dass es jetzt dies auch für ältere Menschen gibt. Das war bis dato eigentlich völlig unbekannt. Ich wusste am Anfang gar nicht, wohin ich
mich wenden muss. Ich habe mir bei der Diakonie
die Homepage angeschaut und mich informiert.
Ich habe mir ein Herz gefasst und bei der Diakonie
angerufen. Mir wurde gleich eine Liste zugeschickt
mit vielen Adressen, bei denen ich anrufen konnte.
Haben Sie sich dann gleich für das Haus auf der
Waldau entschieden?
Nein, ich habe mir erst einmal angeschaut, was es
Die 61-jährige Dorothea Schmid absolviert seit April 2013 ihren Bundesfreiwilligendienst im Haus auf der Waldau in Stuttgart-Degerloch und
möchte gerne mehr Menschen dafür motivieren, sich zu engagieren.
für unterschiedliche Einrichtungen bei der Diakonie gibt. Als ich im Krankenhaus in der Stadt angefragt habe, wollten sie lieber jüngere Personen
und keine wie mich. Vor den Altenheimen hatte
ich Anfangs etwas Angst, denn ich konnte mir es
Nach dem Frühstück will
Dorothea Schmid alles sauber und
geputzt hinterlassen, da gehört
für Sie das Putzen ganz selbst­
verständlich mit dazu
Sie hätten doch jetzt endlich mal Zeit für sich.
überhaupt nicht vorstellen, wie das im Heim ist.
Warum wollten Sie sich nochmals umorientieren?
Trotzdem habe ich Mut gefasst und bei Herrn Seitz
Naja, ich bin seit Dezember 2012 in Altersteilzeit,
angerufen. Er hat sich gleich wahnsinnig gefreut
ich nenne das immer „im Unruhestand sein“. Die
und mich sofort eingeladen. Dann ging alles recht
erste Zeit verging recht schnell, aber dann im neu-
schnell. Ich habe mich vorgestellt und es hat gleich
en Jahr fragte ich mich plötzlich, was ich jetzt mit
einfach super gepasst. Ich wusste zwar nicht was
der vielen freien Zeit anstellen soll. Anfangs dachte
mich erwartet, aber ich habe mir gesagt, ich lass es
ich noch, dass ich dann endlich mal Zeit für mich
halt einfach mal auf mich zukommen. Jetzt bin ich
habe, um beispielweise gemütlich in die Stadt zu
ganz froh darüber.
gehen. Aber mal ehrlich, das macht man auch nicht
jeden Tag, und es wird langweilig. Ich möchte die
Welche Aufgaben übernehmen Sie hier?
freie Zeit gerne sinnvoll nutzen.
Herr Seitz hat mir eine perfekte Stelle kreiert. Eine
Mischung aus Verwaltung und Betreuung. Diese
26 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Warum haben Sie sich für einen sozialen Bereich
Woche beispielsweise bereite ich um kurz nach
entschieden?
sieben Uhr das Frühstück für die Bewohner vor. Das
Ich wollte schon als junges Mädchen beruflich et-
macht auch richtig Spaß, denn es sind dann alle
was im sozialen Bereich machen, aber meine Mut-
Leute da, die auch aufstehen können und einiger-
ter war damals strikt dagegen. Ich habe dann etwas
maßen fit sind. Gegen halb zehn Uhr wechsle ich
Anderes gelernt und bin in der Wirtschaft gelandet.
an den Empfang, dort bleibe ich bis zwölf Uhr. Hier
Jetzt ging es darum, was ich selbst gerne noch tun
erledige ich alles, was am Empfang eben anfällt.
möchte.
Meistens bleibe ich dann noch zum Mittagessen
Perspektiven
und trinke anschließend noch einen schnellen
Mensch eingeht. Ich war nie da-
Kaffee mit Kollegen, bevor ich mich auf den Heim-
heim, deshalb kann ich mir auch
weg mache. Dann bleiben mir immer noch der
gar nicht so vorstellen, was andere
ganzen Mittag und Abend zu Hause für mich. Vier
Frauen in meinem Alter machen,
Tage die Woche arbeite ich hier. Dienstags ist immer
wenn sie zu Hause sind. Ich muss
mein freier Tag, da kümmere ich mich dann um
ja schon auch ehrlich sagen, dass
meine Enkel.
ich Bammel hatte, bei der Diakonie
und hier anzurufen, ich war völlig
Gibt es auch Momente, in denen Ihnen die Arbeit
verunsichert. Aber man muss auch
hier schwer fällt?
einmal im Leben mutig sein und
Ich war noch nie ein geduldiger Mensch, das kann
etwas wagen. Man wird reichlich
ich hier lernen, weil die Menschen einfach lang-
dafür belohnt!
samer sind. Aber auch beim Frühstück muss ich
ihnen einfach die Zeit geben, die sie brauchen, egal
Gibt es einen Unterscheid zu jüngeren Bufdis?
wie lange es dauert.
Ich könnte mir vorstellen, dass ich für die Bewohner
eher ein Ansprechpartner bin als beispielsweise eine
Mit dem Tod hier umzugehen fällt schwer. Man
18-Jährige. Ich bin altersmäßig näher an Ihnen dran.
hat mir ja erzählt, dass es hier im Haus eine Ster-
Da kommt es dann einfach vor, dass die Bewohner
bekultur gibt und wie man sie lebt. Man wird in
am Empfang vorbei kommen und man ein
ein Buch eingetragen und daneben wird eine
„Pläuschle“ hält.
Kerze angezündet. Auf dem Wohnbereich stehen
dann am Platz des verstorbenen Bewohner für zwei
Wie lange geht ihr Bundesfreiwilligendienst noch?
bis drei Tage eine Kerze und Blumen. Das bewegt
Bis April 2014 und dann schauen wir mal. Ich
mich dann schon. Und es wird einem bewusst,
könnte danach verlängern oder fragen, ob ich auch
dass jeder einmal an den Punkt kommt, sich damit
so weiterhin in der Einrichtung bleiben kann, aber
auseinander zu setzen. In meinem Alter macht
das ist dann erst einmal eine Budgetfrage. Auch
man sich da dann noch mehr Gedanken, weil man
seitens der Diakonie hat man nachgefragt, ob es
einfach näher dran ist.
mir hier gut geht und ich muss sagen, dass ich es
Dorothea Schmid kümmert
sich um die Bewohner beim Frühstücken auf dem Wohnbereich
wirklich einfach super erwischt habe. Es passt einSie waren jahrelang Assistentin eines Managers im
fach alles. Mir gefällt es hier und es macht mir Spaß.
Finanzbereich. Da war sicherlich vieles anders, oder
Meine Altersteilzeit läuft insgesamt drei Jahre, also
nicht?
im Dezember noch zwei weitere Jahre, erst dann
Natürlich, der große Unterschied ist vor allem, dass
bin ich eine „normale Rentnerin“.
es bei meinem alten Job immer um Zahlen und
Fakten ging. Im Heim geht es um ältere Menschen,
Gibt es noch etwas, das Sie uns allen zum Schluss
die Hilfe brauchen und um die man sicher mehr
mit auf den Weg geben möchten?
Wer sich einen per-
kümmern muss. In meinem alten Job habe ich den
Ja, da gibt es etwas. Mir gefällt es nicht, dass dieser
sönlichen Eindruck
Respekt vermisst, das ist hier anders. In der Wirt-
Bundesfreiwilligendienst in der Gesellschaft noch
von Frau Schmid ver-
schaft muss man mehr Ellenbogen einsetzen und
gar nicht so bekannt ist. Gerade meine Generation
schaf fen möchte,
sobald man das macht, kann man auch nicht mehr
ist doch noch fit, engagiert und am besten dafür
kann sich gerne auf
respektvoll miteinander umgehen, da zählen dann
geeignet, dafür muss man mehr werben. Dann
der Homepage der
andere Dinge. Die Arbeit hier kommt mir also sehr
würden sicherlich auch mehr Menschen für sich
Einrichtung den Be-
entgegen und entspricht meinen Werten.
eine sinnvolle Arbeit finden und nicht gelangweilt
richt des Kirchen-
zu Hause sitzen. Jeder möchte doch schließlich
fernsehens „Men-
Was würden Sie anderen Menschen auf den Weg
gebraucht werden. Hätte ich nicht in einem Ge-
schen im Freiwilli-
geben, die zu Hause sind und gerne noch etwas
spräch mit meiner Familie durch Zufall davon er-
g e ndie ns t : Ke ine
Sinnvolles machen möchten?
fahren, wüsste ich auch nichts davon. Und das wäre
Spur von Altersmü-
Sie sollten es versuchen und den Mut aufbringen,
doch jetzt schade!
digkeit“ mit Frau
sich auf den Freiwilligendienst einzulassen. Es ist
Schmid anschauen.
wichtig, sich eine sinnvolle Aufgabe zu suchen,
bevor man zu Hause sitzt, sich langweilt und als
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 27
Aus der Heimstiftung
Jahrespressegespräch 2013
Bei dem diesjährigen Jahrespressegespräch
der Evangelischen Heimstiftung am 13. August 2013 wurden die Journalisten ins Demenzzentrum Haus am See nach HeilbronnBöckingen eingeladen. Dort bekamen zehn
regionale und überregionale Pressevertreter
die Möglichkeit sich intensiv über die derzeit
wichtigsten Themen der Pflege zu informieren. Denn mit der Pflegereform und dem
aktuellen Bericht zur Pflegebedürftigkeit war
das Thema Pflege in den letzten Wochen und
Monaten immer stärker in die öffentliche
Wahrnehmung gerückt. Im Rahmen eines
zweieinhalbstündigen Gespräches berichtete
Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider
über die Evangelische Heimstiftung und ihre
Bilanz 2012. Neben den pflegepolitischen
Positionen der Heimstiftung wurden zudem
auch die Herausforderungen der Pflegeinfrastruktur in Baden-Württemberg und die
Personalsituation angesprochen. Regional­
direktor der Region Heilbronn Jürgen Link be­
rich­tete abschließend über das Thema De­
menz und führte die interessierten Medienvertreter durchs Haus.
Seniorentreffen
Weiterweg und Himmelsleiter in Alfdorf-Pfahlbronn
„Wenn dir der Sommer des Lebens lacht, …“
Unter diesem Motto fanden fünf Seniorentreffen im August und September statt. In
F reudens t adt , B e sigheim, Ulm, A lfdorf-Pfahlbronn und Stuttgart haben sich die
ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Evangelischen Heimstiftung getroffen
und sich ausgetauscht. Viele Teilnehmende
waren zu diesen Treffen von weither angereist. Über die aktive Beteiligung unserer
Senioren haben wir uns sehr gefreut, zumal
es für viele mit einem großen Aufwand verbunden war, daran teilzunehmen. Diese
Treffen finden jährlich statt, da die Ehemaligen wichtige Botschafter der Heimstiftung
und der Unternehmenskultur sind.
Mitarbeiterbefragung 2013
Bernhard Schneider berichtet über
die pflegepolitischen Positionen
der Evangelischen Heimstiftung
28 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Alle zwei Jahre führt die Evangelische Heimstiftung konzernweit bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Hilfe eines
unabhängigen Marktforschungsinstituts
eine Befragung durch. Hier geht es vor allem
darum, die bestehenden Erwartungen und
Belange der Mitarbeiter kontinuierlich aufzugreifen, ihre Zufriedenheit und Motivation zu sichern und Maßnahmen zu ergreifen,
um diese weiter zu erhöhen. Auch in diesem
Jahr können sich die Ergebnisse wieder sehen lassen. Bei der Gesamtzufriedenheit
erreicht der Träger durchschnittlich die Note
2,1. Gleich drei Einrichtungen erhalten für
ihre hohe Beteiligung einen Preis. Die höchsten Rücklaufquoten erzielten das Seniorenstift „Auf den Wäldern“ in Fichtenau-Wildenstein (100 Prozent), das Franz-GehrigHaus in Bad Mergentheim (98 Prozent)
und das Pflegewohnhaus Nehren in Nehren
(95 Prozent).
Herzlichen Glückwunsch.
Aus der Heimstiftung
Stuttgarter Altenpflegetag
Treffen mit Prälatin Wulz in Ulm
Der 7. Stuttgarter Altenpflegetag stand in
diesem Jahr unter dem Leitthema „Pflege
bewegt“. Der durch das Trägerforum Alten­
hilfe Stuttgart e.V. durchgeführte Altenpflegetag ist ein Forum für Themen rund
um eine professionelle Pflege und Betreu­
ung älterer und pflegebedürftiger Menschen. Der Fachtag hat sich im Laufe der
Jahre zum wohl bedeutendsten Altenpflege-Event in Stuttgart entwickelt. Informationen aus erster Hand sowie Austausch
und Kommunikation kennzeichnen den
Altenpflegetag. In diesem Jahr stand das
Thema „Bewegung“ im Fokus. Die rund 400
Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die vorwiegend aus stationären und ambulanten
Altenhilfeeinrichtungen kommen, wurden
für das Thema „Förderung von Bewegung
im Alltag und die Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen“ sensibilisiert. Gerade den Auszubildenden vermittelte der Fachtag einen Einblick in den
richtigen Umgang mit dem Thema Bewegung in der Pflege. Die Referenten gaben
in ihren Vorträgen Antworten auf die
Fragen, welche Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen in der Praxis
wirken, wie man gemeinsam zu guten
Entscheidungen findet und wie Bewegung
sinnstiftend in den Einrichtungen initiiert
werden kann.
Auf dem Bild zu sehen sind Ruth Schumann, Regionaldirektorin Ulm, Hauptgeschäftsführer Bernhard
Schneider, Rolf Jehle, Direktor des Stephanuswerkes Isny, Prälatin Gabriele Wulz, Karin Stiebler, Regional­
direktorin Rems/Neckar/Alb (v. links)
Seit 2001 ist Gabriele Wulz Prälatin von Ulm
und damit für die Kirchenbezirke Aalen, Biberach, Blaubeuren, Geislingen/Steige, Göppingen, Heidenheim, Ravensburg, Schwäbisch
Gmünd und Ulm verantwortlich. Die Evangelische Heimstiftung unterhält in dieser Prälatur gleich 15 ihrer Einrichtungen. Bei einem
gemeinsamen Treffen im Ulmer Dreifaltigkeitshof Mitte Juli tauschten sich die Vertreter der Heimstiftung und die Prälatin über
gemeinsame Wünsche, Projekte und mögliche
Synergie-Effekte aus. Für Dr. Thomas Mäule,
Pfarrer und Stabsstellenleiter Theologie und
Ethik bei der Evangelischen Heimstiftung, ist
der wiederkehrende Austausch mit Regionalbischöfen ungemein wichtig. In den Kirchengemeinden schlummert ein soziales und
spirituelles „Kapital“, das bei der Bewältigung
sozialpolitischer Herausforderungen zum
Tragen kommen kann. Oft gehen zentrale
Initiativen nicht von Hauptamtlichen, sondern
von Männern und Frauen aus, die aus der
Mitte der Gemeinden kommen, die nicht mehr
zulassen wollen, dass Menschen in ihrer Stadt
immer stärker ins soziale Abseits gedrängt
werden. Nur gemeinsam schaffen Kirche und
Diakonie den Aufbruch zu einem zukunftsfähigen diakonischen Gemeindeaufbau.
DaSein – Ein persönlicher Blick auf die Pflege
Kleine Momentaufnahmen aus dem Pflegealltag, ein Schnappschuss oder ein Foto, das
an eine schöne Begegnung erinnert. So persönlich und vielfältig wie die Pflege selbst sind
auch die 14 Motive der neuen Ausstellung
„DaSein – Ein persönlicher Blick auf die Pflege“ des Bundesministeriums für Gesundheit,
die die Evangelische Heimstiftung noch bis
20. Dezember im Paul-Collmer-Heim in Stuttgart-Untertürkheim zeigt.
Die Bildmotive machen auf das Thema Pflege
aufmerksam. Ein Blick auf die Entwicklung der
Bevölkerung in Deutschland zeigt: Die Zahl
der Pflegebedürftigen steigt in den nächsten
Jahren stark an. Wir werden noch mehr Pflege brauchen. Das heißt auch, jeder muss eine
persönliche Haltung zum Thema Pflege finden: Kann und möchte ich meine Großeltern,
Eltern oder meinen Lebenspartner selbst
pflegen? Wie möchte ich selbst gepflegt
werden? Von wem kann die letzte Phase des
Lebens begleitet werden? Wie erreichen wir,
dass die wertvolle Arbeit der Pflegenden mehr
Wertschätzung erfährt? Welchen Stellenwert
hat Pflege in unserer Gesellschaft?
Die Ausstellung liefert zwar keine Antworten
auf diese zum Teil sehr persönlichen Fragen,
doch sie zeigt, wie vielfältig und lebensbejahend die Antworten ausfallen können, wie
nahe es liegt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Anschauen lohnt sich!
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 29
Aus der Heimstiftung
Konsolidierung der Unternehmensstruktur
Ende letzten Jahres hat der Aufsichtsrat der
Evangelischen Heimstiftung die Entscheidung getroffen, dass die Unternehmensstruktur vereinfacht werden soll. Die Verschmelzung der 29 württembergischen
Tochtergesellschaften auf die Evangelische
Heimstiftung Württemberg GmbH und der
7 badischen Tochtergesellschaften auf die
Evangelische Heimstiftung Baden GmbH
konnte Ende August vollzogen werden.
Unter dem Dach der Evangelischen Heim-
stiftung GmbH gibt es jetzt zwei Tochtergesellschaften, die Evangelische Heimstiftung
Baden GmbH mit allen badischen Einrichtungen und die Evangelische Heimstiftung
Württemberg GmbH mit allen Einrichtungen
in Württemberg. Die konsequente Vereinfachung ist vor allem eine strategische Weichenstellung für die Weiterentwicklung des
Konzerns, da auch für neu entstehende
Einrichtungen einheitlich kirchliches Arbeitsrecht angewendet werden kann.
Neue Unternehmensstruktur der Evangelischen Heimstiftung
Evangelische Heimstiftung GmbH
40 Einrichtungen
Evangelische Heimstiftung
Baden GmbH
Evangelische Heimstiftung
Württemberg GmbH
8 Einrichtungen
29 Einrichtungen
Konstituierende Sitzung der Konzern-MAV
Durch die Verschmelzung der einzelnen
Tochtergesellschaften der Evangelischen
Heimstiftung hat sich die Gesamtmitarbeitervertretung an die neue Konzernstruktur
angepasst. Die Delegierten der Mitarbeitervertretungen haben sich am 22. Oktober
2013 in einer konstituierenden Vollversammlung getroffen und die Konzern-Mitarbeitervertretung gebildet. Der neue ge-
30 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
schäftsführende Ausschuss der Konzern-MAV mit Hauptgeschäftsführer
Bernhard Schneider (v.l.n.r): Sebastian
Kampf, Heike Stefke, Ulf Mitsch, Sieglinde
Hoffmann, Eva Bringmann, Ingrid Ebersold-Kopf, Ilka Steck, Angelika Kalb, Bernhard Schneider, Bernd Popp und Vorsitzender der Konzern-MAV Otto Ziegler.
Genießen für einen guten Zweck
Das Benefizessen feierte Anfang November
sein 10-jähriges Bestehen. 2003 luden Heike
und Hans-Ulrich Kauder erstmals zum „Charity Dinner“ in ihr Badhotel Stauferland in Bad
Boll ein. Dabei kreiierte das erstklassige
Res­taurantteam ein hervorragendes Menu,
dessen Zutaten von Lieferanten und Kooperationspartnern großzügig gespendet wurden.
Den Service übernahmen prominente Helfer
aus Politik und Unternehmen der Region,
darunter Hauptgeschäftsführer Bernhard
Schneider. Auch Hans-Rudi Bührle, Bürgermeister von Bad Boll, bediente die zahlreichen
Gäste und bewies darüber hinaus mit seiner
Rede dichterisches Talent. Der komplette Erlös
des kulinarischen Höhepunkts geht jeweils zur
Hälfte an das Michael-Hörauf-Stift für die
Bebilderung der Wohnbereiche und an das
Projekt „integratives Café in der Neuen Linde“
der Arbeits- und Lebensgemeinschaft Bad
Boll.
In den Grußworten dankten Corinna Schiefer,
Hausdirektorin des Michael-Hörauf-Stift, und
Tobias Krickl von der Arbeits- und Lebensgemeinschaft allen Gästen und Unterstützern
und besonders der Familie Kauderer als Initiatoren für den gelungenen Abend. Für das
großzügige Engagement der letzten zehn
Jahre erhalten sie von der Einrichtung und der
Gemeinde ein „Freizeitpaket“ mit einer Führung durch das Kloster Lorch.
„Dieser Abend ist etwas ganz Besonderes und
das Engagement von Gästen und Spendern
zeigt, wie gut die Verbindung zwischen den
sozialen Einrichtungen und den Menschen der
Region ist“, so Corinna Schiefer bei ihrer
Dankesrede.
Aus der Heimstiftung
Führungskräftetagung 2013
in Bad Boll
Auch in diesem Jahr fand Anfang November
in der Evangelischen Akademie Bad Boll die
Führungskräftetagung der Evangelischen
Heimstiftung statt. Für zwei Tage stand ein
Thema im Mittelpunkt: „Die Pflege alter Menschen im Wandel – die Zukunft gestalten“. Im
Rahmen eines Fachkongresses mit Workshops,
Impulsvorträgen und einer Posterpräsenta­tion
studentischer Projekte, diskutierten die rund
100 Führungskräfte zusammen mit der Geschäftsführung und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Helmut Mäule über zahlreiche Fragen
und Herausforderungen der Zukunft:
• Wie können die Lebensorte und die Versorgungssituation alter Menschen zukünftig
gestaltet werden?
• Welche Konzepte sind sinnvoll und welche
inhaltlichen Schwerpunkte sollten gesetzt
werden?
Die neuen Führungskräfte nach der liturgischen Einführung
•W
ie werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter qualifiziert, um die künftigen Heraus­
forderungen wahrnehmen zu können?
Auf dem Programm stand nicht nur operative
Arbeit, sondern wie jedes Jahr wurde die Tagung mit einer Andacht begonnen, bei der
neue Leitungskräfte mit einem Segen in ihre
Aufgaben eingeführt wurden und endete mit
einem gemeinsamen Abendmahlgottesdienst.
Dazwischen gab es viele Begegnungen und
Zeit für Gespräche, gegenseitiges Kennenlernen und kollegiale Austausch.
„Zukunft gestalten –
Wirtschaftsfaktor Pflege“
Der 12. DEVAP-Bundeskongress, der Ende
September in Berlin stattfand, stand unter
dem Motto „Zukunft gestalten – Wirtschaftsfaktor Pflege“. Den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern wurde ein abwechslungsreiches
und spannendes Programm geboten, bei dem
auch die Evangelische Heimstiftung drei Foren
geleitet hat.
Im Forum „Pflegen auf Portugiesisch“ wurde
über die Anerkennung, Chancen und Erfahrungen zur Gewinnung und Qualifizierung von
europäischen Fachkräften diskutiert. Gerald
Bößler, Referatsleiter Personalservice, zeigte
im Workshop erste Erfahrungen aus den
einjährigen Sprach- und Integrationsprozessen südeuropäischer Pflegefachkräfte bei der
Evangelischen Heimstiftung und gab zusammen mit dem portugiesischen Mitarbeiter
Ruben Castell authentische Einblicke in die
Umsetzung.
Bernhard Schneider und Frank Weidner
Ruben Castell und Gerald Bößler
Im Forum AAL-Altersgerechte Assistenzsysteme erläuterte Matthias Brauchle, Referent
des Innovationszentrums, am Beispiel der
Evangelischen Heimstiftung, wie durch Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft und
Einrichtungsträgern dieses neue Geschäftsfeld erschlossen werden kann.
amtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
fördert und auch fordert. Denn Fakt ist, die
Ehemaligen und Ehrenamtliche sind wichtige
Botschafter des Unternehmens.
Mit Spannung wurde auch die Podiumsdiskussion zum Thema „Bildung als Basis für
Entwicklung in der Pflege“ verfolgt. In diesem
Forum wurde der offene Briefwechsel zwischen Bernhard Schneider und Frank Weidner
(dip) zur Frage „Welche Pflegeausbildung
brauchen wir für die Zukunft?“ aufgegriffen
und mit dem Plenum diskutiert.
Im dritten Forum „Ehrenamt neu denken“
erklärte Freiwilligenkoordinatorin Kornelia
Ehm-Widmann, wie die Heimstiftung dieses
Thema zu einem strategischen Schwerpunkt
macht und das Engagement der vielen ehren-
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 31
Aus der Heimstiftung
Foto zu HORIZONTE 2013
HORIZONTE 2013 –
Das Pflegeforum der
Evangelischen Heimstiftung
Die Wähler haben ihre Stimme am 22. September 2013 abgegeben und sich damit neue
Konstellationen für den Deutschen Bundestag
gewünscht. Die Politiker haben vom Wahlkampfmodus über die Sondierungsphase zu
den Koalitionsverhandlungen umgeschaltet.
Welche Rolle wird dabei zukünftig die Pflege
spielen? Wer sind die zukünftigen Protagonisten für die Pflege auf Bundesebene? Mit
den pflegepolitischen Positionen hat die
Evangelische Heimstiftung im Frühjahr dieses
Jahres die Politik dazu aufgefordert, die Rahmenbedingungen für die Pflege spürbar zu
verbessern. Die zentrale Forderung lautete:
die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung zu verdoppeln. Wie sind die Positionen
der im Bundestag vertretenen Parteien?
Welche Politik können und wollen sie durchsetzen? Kann der Durchbruch für eine Pflegereform gelingen? Diesen und weiteren Fragen
sind wir mit der diesjährigen Veranstaltung
aus der Reihe HORIZONTE Ende November
nachgegangen und haben von den frisch
gewählten Bundestagsabgeordneten Näheres
erfahren über die Rolle der Pflege der zukünftigen Regierung. Auf dem Podium haben die
Abgeordneten Heike Baehrens (SPD), Elisabeth
Scharfenberg (Bündnis 90/DIE GRÜNEN),
Erwin Rüddel (CDU), Michael Schlecht (Die
Linke) zusammen mit Prof. Dr. Heinz Rothgang,
Prof. Roland Klinger und Bernhard Schneider
diskutiert.
32 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Innovationszentrum
Seit September 2012 hat das Innovationszentrum (IZ) seine Arbeit aufgenommen und
orientiert sich bei seinen Aufgabenstellungen an zukunftsweisenden Themen.
Mittlerweile wurde ein kreatives, multiprofessionelles Team gebildet, dessen Mitglieder fachliche Arbeitsschwerpunkte
übernehmen und vorwiegend projektbezogen agieren. Als Stabsstelle ist das IZ der
Hauptgeschäftsführung zugeordnet, um die
strategische Ausrichtung zu betonen sowie
die Vernetzung innerhalb der Evangelischen
Heimstiftung sicherzustellen. Das Innovationsverständnis orientiert sich an einer
modernen Sichtweise, die einerseits auf
einen gemeinsamen, aktiven Problemlösungsprozess abzielt und unterschiedliche Akteure
und Professionen einbezieht, andererseits
Entwicklungsprozesse betont sowie einen
Wertebezug zum Leitbild den Handlungsgrundsätzen herstellt. In jedem Magazin
werden wir künftig über die Projekte des IZ
berichten, hier ein erster Vorgeschmack:
Bewegung und Freiheitserhalt als eine
Voraussetzung zur Teilhabe
Bianca Berger, Leiterin des IZ, beteiligt sich
derzeit als Expertin beim Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege
(DNQP) an der Erarbeitung des ersten SGB
XI-Expertenstandards „Mobilitätsförderung
und -erhalt in der Pflege“. Dieser Standard
wird künftig bundesweit in allen Einrichtungen der Altenhilfe umgesetzt und zeigt
das pflegerische Qualitätsniveau auf, um die
Mobilität alter und pflegebedürftiger Menschen zu fördern und zu erhalten. Bewegung
wird als ein zentrales Moment von Teilhabe
Bianca Berger, Leiterin Innovationszentrum
im Sozialraum und Lebensqualität verstanden, weshalb sich die Heimstiftung in dem
trägerweiten Projekt „Menschen in Bewegung – Angebote, die bewegen“ intensiv mit
diesem Thema auseinandersetzt. Bewegungsförderung und -erhalt sind mit der
Reduktion von Fixierungen und der Aufrechterhaltung von funktionellen und kognitiven Fähigkeiten verbunden, aber auch
mit der Vermeidung von Kontrakturen,
Dekubitus und Stürzen. Das Projekt spricht
wichtige Fragen an: Wie können freiheitsentziehende Maßnahmen auf ein Minimum
reduziert werden? Wie kann sinnstiftende
Bewegung im Alltag gefördert werden? Wir
setzen uns für eine generationengerechte
Infrastruktur in der Kommune ein und dafür,
Vereine und Initiativen zu gewinnen, um
Bewegungsangebote für alte Menschen mit
und ohne Demenz zu initiieren. Das IZ ist
zudem Partner einer durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Vorstudie zur bedarfsorientierten
Technikentwicklung mit dem Ziel, die Mobilität von Menschen mit Demenz im Sozialraum zu fördern.
Aus der Heimstiftung
Neustrukturierung der Regionen
Personalien
Die Evangelische Heimstiftung ordnet die
Regionen zum 1. Januar 2014 neu: Die Pflegeheime in Tübingen, Balingen, Nehren und
Rosenfeld, die bisher von Volker Gurski (oben)
verantwortet wurden, werden dem Verantwortungsbereich von Clemens Miola (Mitte)
und damit der Region Tübingen zugeordnet.
Gurski wird neben seiner Funktion als Geschäftsführer der Bad Sebastiansweiler GmbH
die Mobilen Dienste der Evangelischen Heimstiftung leiten.
Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider führte in ihr neues Amt ein:
19. September 2013: Corinna Schiefer, Hausdirektion, Michael-Hörauf-Stift, Bad Boll (1)
25. Oktober 2013: Stefanie Vollmer, Hausdirektion, Seniorenzentrum Torgasse, Calw (2)
19. November 2013: Kathrin Gradwohl, Hausdirektion, Adam-Rauscher-Haus,
Tauberbischofsheim (3)
22. November 2013: Roswitha Brenner, Hausdirektion, Pflegezentrum Rot am See (4)
1
2
3
4
Die Pflegeheime in der Ortenau (Neuried,
Kehl-Goldscheuer und Kappelrodeck) ver­
antwortet zukünftig zusätzlich Thomas
Becker (unten), Regionaldirektor der Region
Kurpfalz/Ortenau.
Stefan Munder wurde am 1. Oktober zum
weiteren Geschäftsführer der ABG bestellt.
Gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Ludger Eilers wird er künftig die
Tochtergesellschaft leiten.
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 33
Bau
Bissingen
„Wenn nun das Glas in Scherben springt noch einmal
unser Gruß erklingt hinaus mit Freude und Gebraus:
Glück und Segen diesem Neuen Haus! Prost!“
Maurermeister Stefan Fauser
Evangelische Heimstiftung erreicht
Halbzeit bei Großprojekt
in Bissingen
Am 15. Oktober wurde in Bietigheim-Bissingen das Richtfest gefeiert.
Mit einem Gesamtvolumen von rund
9,35 Millionen Euro ist das Haus am
Enzpark eines der größeren Projekte
der Evangelischen Heimstiftung, das
der diakonische Träger frei finanziert.
gestattet, so dass jeder Bewohner auf seiner Wohnebene den herrlichen Enzblick
genießen und dabei auch im Freien sitzen
kann“, freut sich Hauptgeschäftsführer
Bernhard Schneider.
Beim feierlichen Richtfest bedankte sich
Schneider bei allen Handwerkern und
Nur zehn Monate nach dem Spatenstich
Verantwortlichen, die an der Planung
steht in Bietigheim-Bissingen der Roh­bau.
und Realisierung des großen Projektes
Derzeit werden im Haus am Enzpark 76
beteiligt sind: „Wir wollen gemeinsam
Luscher, Hauptgeschäftsführer Bernhard
Pfle­geplätze als Einzelzimmer mit eige-
mit denen, die das Neue errichten, inne-
Schneider, Oberbürgermeister Jürgen
nem Bewohnerbad gebaut. Zusätzlich wer­
halten, das Geleistete betrachten und
Kessing, Aufsichtsratsvorsitzender Hel-
den sechs heimgebundene betreute Seni-
würdigen und Anlauf nehmen für die
mut Mäule, Bürgermeister Joachim Kölz,
orenwohnungen zur Verfügung stehen.
zweite Etappe bis zur Fertigstellung“.
Pfarrer Dr. Ulrich Beuttler, Regionaldirektor Walter Kohler, Geschäftsführer der
„Im Gartengeschoss planen wir einen be­
schützenden Wohnbereich mit 17 Plätzen,
Auf dem Foto v.l.n.r: Prokurist Ralf Olden­
Gottlob Rommel Bau GmbH Rainer Alber
als Hausgemeinschaft mit einem schönen
dorf, Architekt Michael Kerker, Sozial-
und Eberhard Rommel.
Innenhof. Die zwei oberen Pflege­ge­schos­
fachbereichsleiterin Heike Dierbach, stv.
se sind mit Terrassen und Balkonen aus-
Auf­sichts­­ratsvorsitzender Dekan Martin
34 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Bau
Kehl-Goldscheuer
St. Ilgen
Richtfeste
Neben dem „Haus am Enzpark“ wurde
seit Juli in drei Einrichtungen das
Richtfest gefeiert.
12. Juli 2013:
Generationenzentrum
St. Ilgen
auch etwas Einmaliges in der Geschichte
Rohbau. Zukünftig bietet die neue Ein-
der Heimstiftung. Junge und ältere Men-
richtung in Baden 45 Pflegeplätze, aus-
schen leben unter einem Dach zusam-
schließlich als Einzelzimmer mit eigenem
men, das hat Vorbildcharakter auch für
Bewohnerbad. Zusätzlich werden elf heim­
andere Gemeinden“.
gebundene betreute Wohnungen zur
Miete angeboten. Schöne Gemeinschafts-
Auf dem Foto v.l.n.r: Architekten Andreas
räume, ein Friseursalon und ein Café
Sischka und Jörg Küpferle, Reinhardt
werden im Seniorenzentrum ebenfalls
Pflüger, Hauptgeschäftsführer Bernhard
Platz finden. Insgesamt investiert die
Im Juli 2013 feierte die Evangelische
Schneider, Jürgen Machmeier, Zimmer-
Evangelische Heimstiftung in das Seni-
Heimstiftung bei sommerlichen Tempe-
mann Gerhard Hartmann, Prokurist Ralf
orenzentrum rund sechs Millionen Euro
raturen das Richtfest für das Generatio-
Oldendorf, Regional­d irektor Thomas
in freier Finanzierung.
nenzentrum St. Ilgen. Dort entsteht in
Becker, Pfarrer Jörg Geißler, Hauptamts-
den kommenden Monaten ein modernes
leiter Stadt Leimen Ralf Berggold, Oliver
Auf dem Foto v.l.n.r: Ortsvorsteher
und wohnliches Pflegewohnhaus im
Schlums und Romeo Kühnl.
Richard Schüler, Vorstandsvorsitzender
Wohngemeinschaftsmodell mit 45 Einzelzimmern und einer Kindertagesstätte
mit fast 500 qm Fläche unter einem Dach.
In das generationenübergreifende Leuchtturmprojekt investiert die Evangelische
27. September 2013:
Seniorenzentrum
Goldscheuer
Heimstiftung fast sechs Millionen Euro in
Am neuen Standort Kehl-Goldscheuer
frei­er Finanzierung. Bernhard Schneider
feierten Handwerker, Bauherren und alle
freut sich auf die zweite Einrichtung in
am Bau Beteiligten zusammen Ende Sep-
Leimen: „Was hier in St. Ilgen entsteht ist
tember das Richtfest. Nur fünf Monate
etwas ganz Besonderes und sicherlich
nach der Grundsteinlegung stand der
Diakonie Kork Frank Stefan, Oliver Wolfbeiß, Hauptgeschäftsführer Bernhard
Schneider, Architekt Rolf-Dieter Schink
(verdeckt), Oberbürgermeister Günther
Petry, Regionaldirektor Clemens Miola.
> > >
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 35
Bau
Schloß Kirchberg
Waldenbuch
Tauberbischofsheim
> > >
Einweihungen
21. Juni 2013:
Haus an der Aich,
Waldenbuch
2. Juli 2013:
Langer Bau,
Schloß Kirchberg
Im Juni feierten die Stadtbau Waldenbuch
dem Anbau stehen nun in Waldenbuch
Anfangs Juli weihte die Evangelische
GmbH und die Evangelische Heimstif-
48 Pflegeplätze zur Verfügung.
Heimstiftung die neuen Räumlichkeiten
tung gemeinsam die Einweihung für den
des Pflegeheimes im „Langen Bau“ im
Anbau beim Haus an der Aich in Wal­
Sozialministerin Katrin Altpeter und
Schloss Kirchberg ein. Die Heimstiftung
denbuch. „Wir freuen uns, dass wir als
Landrat Roland Bernhard waren ebenfalls
stand als Eigentümerin von Schloss Kir-
Pächter diese modellhafte Einrichtung
als Grußwortredner zu Gast auf dem
chberg an einem Scheideweg, weil der
betreiben dürfen. Die Waldenbucher
Festakt. Ein Signal an die Gesellschaft,
Betrieb des Pflegeheimes im Schloss An-
Bürger können nun mit einem erweiter­
das Thema Pflege in der Politik ernst zu
fang 2013 wegen baurechtlicher Vorga-
ten Angebot wohnort- und zentrumsnah
nehmen, und sich für die Belange der
ben eingestellt wurde und vollständig auf
versorgt werden“, so Prokurist Ralf Olden­
Altenpflege einzusetzen.
den angrenzenden Gebäudeteil „Langer
dorf. „Mit 16 zusätzlichen Pflegeplätzen,
Bau“ überführt werden musste. „Heute
in ausschließlich Einzelzimmern, mit
Auf dem Foto v.l.n.r: Prokurist Ralf Olden­
ist der Verein „Aufgeschlossen“ Pächter
neuen Aufenthaltsräumen, gr ünem
dorf, Landrat Roland Bernhard, Abgeord-
des Hauptbaus, die Bewohnerinnen und
Wohnzimmer und mehr Bewegungsflä-
neter Florian Wahl, Hausdirektor Sascha
Bewohner des Pflegeheimes sind in wun-
che gehen wir gemeinsam einen Schritt
Keller, Regionaldirektorin Susanne Mai-
derschöne Einzelzimmer ins Dachge-
in Richtung Zukunft, zu einer wohn­
er-Koltschak, Sozialministerin Katrin
schoss des „Langen Baus“ umgezogen
ortnahen Versorgung. Im Neubau möch-
Altpeter, Geschäftsführer der Stadtbau
und es kehrt nach Monaten des Bauens
ten wir mit einem offenen Atelier unsere
Waldenbuch GmbH Hubert Rüde­nauer,
wieder Ruhe ins Schloss ein“, freute sich
Bewohner und die Bürger von Walden-
Bürgermeister Michael Lutz, Geschäfts-
Geschäftsführer Ralf Rüdiger Kirchhof.
buch miteinander vernetzen“, be­tonte
führer der Stadtbau Waldenbuch GmbH
Insgesamt hat die Evangelische Heimstif-
Regionaldirektorin Maier-Koltschak. Mit
Hans-Joachim Raich.
tung hier in den Gebäudetrakt mit einem
36 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
Bau
Tauberbischofsheim
Bauprojekte der Evangelischen Heimstiftung im Überblick*
Ort
Bissingen
Heilbronn
Kehl-Goldscheuer
Kirchberg
Leimen
Satteldorf
Tauberbischofsheim
Waldenbuch
Einrichtung
Haus am Enzpark
Haus am Staufenberg
Seniorenzentrum Goldscheuer
Schloss Kirchberg
Generationenzentrum St. Ilgen
Alexandrinenstift
Adam-Rauscher-Haus
Haus an der Aich
Baumaßnahme
Neubau APH, BTW
Sanierung
Neubau
Ausbau APH
Neubau APH, Kita
Anbau APH
Neubau APH
Neubau Anbau APH
Leimen
Fertigstellung
Kirchberg
Heilbronn
Satteldorf
Bissingen
X
X
X
Waldenbuch
Kehl
APH=Altenpflegeheim, BTW=Betreute Wohnungen, APHD=Altenpflegeheim für Demenzkranke Stand 12/2013
*Die Tabelle gibt einen Überblick über die aktuellen Bauprojekte der Evangelischen Heimstiftung
bis zu deren Fertigstellung (vom Spatenstich bzw. Grundsteinlegung bis zur offiziellen Einweihung).
19. November 2013:­
Adam-Rauscher-Haus,
Tauberbischofsheim
Ausbau von 13 Einzelzimmern im Dach-
Das Adam-Rauscher-Haus in Tauberbi-
Auf dem Foto v.l.n.r: Dekan Gerhard
geschoss, Umkleideräumen und weiteren
schofsheim wurde im November offiziell
Hauk, Pfarrer Gerd Stühlinger, Hausdirek­
Räumen wie Wohnzimmer, Speisezim-
seiner Bestimmung übergeben. 40 Plätze,
torin Kathrin Gradwohl, Dr. med. Frieder
mer und Lager rund 1,3 Millionen Euro
ausschließlich in Einzelzimmern, auf
Rauscher, Hauptgeschäftsführer Bern-
investiert.
zwei Stockwerken mit insgesamt vier
hard Schneider, Dr. Hans-Jörg Rauscher,
Wohngemeinschaften à zehn Personen
Regional­direktorin Swantje Popp, Sozial-
Auf dem Foto v.l.n.r: Architekt Braunmil-
stellt das Haus zur Verfügung – darüber
dezernentin Elisabeth Krug, Bürgermeister
ler, Diakon Wolfhart Rudat, Prokurist Ralf
hinaus sieben betreute Appartements auf
Wolfgang Vockel, Prokurist Ralf Olden­
Oldendorf, Sozialdezernent Thomas
dem Dach mit großzügigen Dachterras-
dorf, Architekt Ralf Horn
Haag, Regionaldirektorin Swantje Popp,
sen. „Leben wie zu Hause in einer Pflege-
Geschäftsführer Ralf-Rüdiger Kirchhof,
einrichtung – das ist unser Wunsch für
Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Mäule,
die Bewohnerinnen und Bewohner des
Reinhard Pflüger, Pflegedienstleitung
Adam-Rauscher-Hauses“, sagt Regional-
Beate Steifer, Bürgermeister Stefan Ohr,
direktorin Swantje Popp beim Einwei-
Abgeordneter Harald Ebner.
hungsfest. In dieses Projekt hat die
Heimstiftung rund 5,2 Millionen Euro
investiert.
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 37
Einrichtungen
Mobile Dienste Orte alphabetisch geordnet
97980 Bad Mergentheim 10
„Mobile Dienste Main-Tauber“
Silke Breuninger
Propsteistraße 12
Telefon (0 79 31) 9 49-150
72336 Balingen 3
„Haus am Stettberg“
„Mobile Dienste“
Diana Ruhland
Ostdorfer Straße 81-83
Telefon (0 74 33) 9 56-131
74354 Besigheim 4
„Robert-Breuning-Stift“
„Mobile Dienste“
Rita Held
Bülzenstraße 1
Telefon (0 71 43) 80 13-06
74321 Bietigheim-Bissingen 4
"Pflegezentrum an der Metter"
"Mobile Dienste"
Connie Behrendt
Pforzheimer Straße 34-36
Telefon (0 71 42) 96 22-96
71032 Böblingen 2
„Haus am Maienplatz“
„Mobile Dienste“
Rose-Maria Scholtz
Waldburgstraße 1
Telefon (0 70 31) 22 34 91
74564 Crailsheim 6
„Wolfgangstift“
„Mobile Dienste“
Elisabeth Willsch
Wolfgangstraße 40
Telefon (0 79 51) 93 55-0
72250 Freudenstadt 12
„Martin-Haug-Stift“
„Mobile Dienste“
Suzane Böhning
Karl-von-Hahn-Straße 9
Telefon (0 74 41) 8 69-0
88045 Friedrichshafen 8
„Königin Paulinenstift“
„Mobile Dienste“
Michael Pankiewicz
Friedrichstraße 25
Telefon (0 75 41) 20 78-58
89547 Gerstetten 6
„Mobile Dienste Gerstetten“
Manfred Sennewald
Goethestraße 8
Telefon (0 73 23) 9 52 52-15
89537 Giengen 6
„Paul-Gerhard-Stift“
„Mobile Dienste“
Eva Silberhorn
Magenaustraße 27
Telefon (0 73 22) 96 59-22
Einrichtungen Orte alphabetisch geordnet
89522 Heidenheim 6
„Hansegisreute“
„Mobile Dienste“
Kristina Klein
Waldstraße 51
Telefon (0 73 21) 92 18 27
73553 Alfdorf-Pfahlbronn 5
„Stiftungshof im
Haubenwasen“
Gudrun Latzko
Haubenwasenhof 2
Telefon (0 71 72) 9 27 17-0
74081 Heilbronn 9
„Haus am Staufenberg“
„Mobile Dienste“
Elke Link
Max-von-Laue-Straße 50
Telefon (0 71 31) 58 32-40
71522 Backnang 5
„Haus am Aspacher Tor“
Heike Munz
Friedrichstraße 26
Telefon (0 71 91) 3 41 01-0
69493 Hirschberg 7
„Seniorenzentrum am Turm“
„Mobile Dienste“
Anke Steffen-Winter
Riedweg 2
Telefon (0 62 01) 2 59 38-12
88316 Isny/Allgäu 8
„Haus Sonnenhalde“
„Mobile Dienste“
Brigitte Matteossus
Maierhöfener Straße 61
Telefon (0 75 62) 9 75 58-204
72076 Tübingen 3
„Luise-Wetzel-Stift“
„Mobile Dienste“
Erika Berner
Beim Herbstenhof 15
Telefon (0 70 71) 6 04-0
71364 Winnenden 5
„Haus im Schelmenholz“
„Mobile Dienste“
Susanne Oswald,
Lydia Iseri-Dabernig
Forststraße 45
Telefon (0 71 95) 91 50-100
Beteiligungen
89160 Dornstadt
„Diakonisches Institut“
Bodelschwinghweg 30
Telefon (0 73 48) 98 74-0
72116 Mössingen
„Bad Sebastiansweiler GmbH“
Hechinger Straße 26
Telefon (0 74 73) 37 83-0
70174 Stuttgart
„DiaNa – Diakonie-Nachsorge
Stuttgart“
Jägerstraße 14-18
Telefon (07 11) 72 07 17 11
73087 Bad Boll 5
„Michael-Hörauf-Stift“
Corinna Schiefer
Michael-Hörauf-Weg 4
Telefon (0 71 64) 8 09-0
97980 Bad Mergentheim 10
„Eduard-Mörike-Haus“
Stefan Haberl
Austraße 40
Telefon (0 79 31) 4 95-0
97980 Bad Mergentheim 10
„Franz-Gehrig-Haus GmbH“
Ute Kuschel
Milchlingstraße 41
Telefon (0 79 31) 9 31-0
75323 Bad Wildbad 2
„König-Karl-Stift“
Helene Zipf
König-Karl-Straße 81
Telefon (0 70 81) 9 23 67-0
75323 Bad Wildbad 2
„Ludwig-Uhland-Stift“
Helene Zipf
König-Karl-Straße 17
Telefon (0 70 81) 1 78-0
72336 Balingen 3
„Haus am Stettberg“
Arthur Edinger
Ostdorfer Straße 83
Telefon (0 74 33) 9 56-0
72336 Balingen 3
„Seniorenresidenz
an der Eyach“
Marlies Kempka
Hirschbergstraße 4
Telefon (0 74 33) 9 09 71-0
74354 Besigheim 4
„Robert-Breuning-Stift“
Michaela Sowoidnich
Bülzenstraße 3
Telefon (0 71 43) 67-0
74321 Bietigheim-Bissingen 4
„Pflegezentrum an der Metter“
Ursula Uhlig
Pforzheimer Straße 34-36
Telefon (0 71 42) 9 62-0
89143 Blaubeuren 8
„Karl-Christian-Planck-Spital“
Gudrun Harsch
Zeppelinstraße 19
Telefon (0 73 44) 1 74-0
Legende: Regionaldirektion Ansprechpartner
Stand: Dezember 2013
38 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013
74572 Blaufelden 10
„Johannes-Brenz-Haus“
Ute Richter
Ostlandstraße 20
Telefon (0 79 53) 97 84 80
71032 Böblingen 2
„Haus am Maienplatz“
Silvia Katz
Waldburgstraße 1
Telefon (0 70 31) 7 13-0
„Psychiatrische Tagesklinik“
Waldburgstraße 1
Telefon (0 70 31) 7 13-1 70
74336 Brackenheim 9
„Haus Zabergäu“
Lilli Haldenwanger
Knipfelesweg 5
Telefon (0 71 35) 95 66-0
75365 Calw 11
„Haus auf dem Wimberg“
Monika Volaric
Stahläckerweg 2
Telefon (0 70 51) 6 09-0
75365 Calw 11
„Seniorenzentrum Torgasse“
Stefanie Vollmer
Torgasse 10
Telefon (0 70 51) 92 48 63-0
74564 Crailsheim 6
„Wolfgangstift“
Michael Dombrowski
Wolfgangstraße 40
Telefon (0 79 51) 91 07-0
73265 Dettingen/Teck 1
„Haus an der Teck“
Heiko Seitz
Alte Bissinger Straße 82
Telefon (0 70 21) 57 07-0
89160 Dornstadt 8
„Betreuungs- und Pflegezentrum
Dornstadt“
Frank Köhler
Bodelschwinghweg 22
Telefon (0 73 48) 2 02-1
71735 EberdingenHochdorf 4
„Haus im Schlösslesgarten“
Martin Suchaneck
Pulverdinger Straße 4
Telefon (0 70 42) 2 89 20-0
72250 Freudenstadt 11
„Martin-Haug-Stift“
Johannes Miller
Karl-von-Hahn-Straße 9
Telefon (0 74 41) 8 69-0
88045 Friedrichshafen 8
„Königin Paulinenstift“
Leni Eggert
Friedrichstraße 25
Telefon (0 75 41) 20 78-0
71126 Gäufelden 2
„Stephansheim-Gäufelden“
Katja Heilemann
Sindlinger Straße 10
Telefon (0 70 32) 8 94 35-70
75050 Gemmingen 9
„Haus am Rathausplatz“
Jürgen Link
Bürgerturmplatz 2
Telefon (0 72 67) 9 61 96-0
89547 Gerstetten 6
„Pflegezentrum Gerstetten“
Bianca Menden
Goethestraße 8
Telefon (0 73 23) 9 52 52-0
89537 Giengen 6
„Paul-Gerhard-Stift“
Beate Brankatschk
Magenaustraße 27
Telefon (0 73 22) 96 59-0
68542 Heddesheim 7
„Haus am Seeweg“
Monika Arnheiter
Muckensturmer Straße 44
Telefon (0 62 03) 9 54 26-0
89522 Heidenheim 6
„Hansegisreute“
Jan Mehner
Waldstraße 51
Telefon (0 73 21) 93 81-0
74081 Heilbronn 9
„Haus am Staufenberg“
Generalsanierung
Neueröffnung 2014
75331 Engelsbrand 2
„Haus Talblick“
Katrin Öhlschläger
Pforzheimer Straße 80-82
Telefon (0 72 35) 9 74 99-0
74080 Heilbronn-Böckingen 9
„Haus am See“
Michael Schneider
Heuchelbergstraße 94
Telefon (0 71 31) 6 42 85-0
75331 Engelsbrand 2
„Fachpflegeheim für psychiatrisch erkrankte Menschen“
Martina Wagner
Kirchweg 57
Telefon (0 70 82) 94 33-3
69493 Hirschberg 7
„Seniorenzentrum am Turm“
Ingo Pregartner
Riedweg 2
Telefon (0 62 01) 2 59 38-0
74579 FichtenauWildenstein 6
„Seniorenstift Auf den Wäldern“
Yvonne Fuchs
Farbholz 7
Telefon (0 79 62) 71 19-0
74360 Ilsfeld 9
„Königin-Charlotte-Stift“
Jochen Burkert
Schwabstraße 33
Telefon (0 70 62) 9 16 52-0
74532 Ilshofen 10
„Pflegestift Ilshofen“
Dorothea Bohn
Hohlstraße 5
Telefon (0 79 04) 94 40-0
Einrichtungen
74379 Ingersheim 4
„Karl-Ehmer-Stift“
Kerstin Zerrenner
Bietigheimer Straße 17
Telefon (0 71 42) 7 89 88-0
74196 Neuenstadt/Kocher 9
„Dr.-Carl-Möricke-Altenstift“
Matthias Kaden
Öhringer Straße 1
Telefon (0 71 39) 47 30-0
70195 Stuttgart-Botnang 1
„Karl-Wacker-Heim“
Gabriela Scholz
Vaihinger Landstraße 123
Telefon (07 11) 69 95 46-0
88316 Isny/Allgäu 8
„Haus Sonnenhalde“
Katja Hoffmann
Maierhöfener Straße 61
Telefon (0 75 62) 9 75 58-0
77743 Neuried-Altenheim 11
„Seniorenzentrum Neuried“
Antje Wagner
In der Streng 1
Telefon (0 78 07) 95 73-0
88316 Isny/Allgäu 12
„Stephanuswerk Isny“
Rolf Jehle
Maierhöfener Straße 56
Telefon (0 75 62) 74-0
74226 Nordheim 9
„Karl-Wagner-Stift“
Peter Rüger
Hauptstraße 10
Telefon (0 71 33) 2 02 61-0
70327 StuttgartUnter­türkheim 1
„Paul-Collmer-Heim“
Christa Wendel
Bertramstraße 23-25
Telefon (07 11) 30 59-0
74592 Kirchberg/Jagst 10
„Schloß Kirchberg“
Dorothea Bohn
Schloßstraße 16
Telefon (0 79 54) 8 02-0
73207 Plochingen 5
„Johanniterstift“
Tobias Lechner
Johanniterstraße 16
Telefon (0 71 53) 6 09-0
89129 Langenau 8
„Sonnenhof“
Frieda Freudenthaler
Marktplatz 9
Telefon (0 73 45) 8 08-0
73262 Reichenbach 5
„Albrecht-Teichmann-Stift“
Gisela Schmid
Christofstraße 1
Telefon (0 71 53) 6 09-2 00
69181 Leimen 7
„Dr. Ulla-Schirmer-Haus“
Petra Becker
Nusslocher Straße 40
Telefon (0 62 24) 70 09-0
71686 Remseck 4
„Haus am Remsufer“
Frank Walker
Am Remsufer 16
Telefon (0 71 46) 9 92 57-1 01
73252 Lenningen 1
„Haus im Lenninger Tal“
Petra Annen
Kirchheimer Straße 44
Telefon (0 70 26) 6 01 51-0
72348 Rosenfeld 3
„Pflegewohnhaus Rosenfeld“
Heike Henninger
Hagweg 8
Telefon (0 74 28) 94 17-0
73547 Lorch 5
„Kloster Lorch“
Karen Zoller
Telefon (0 71 72) 9 27 17-601
74585 Rot am See 10
„Pflegezentrum Rot am See“
Roswitha Brenner
Hauptstraße 40
Telefon (0 79 55) 38 88 90
71642 LudwigsburgNeckar­weihingen 4
„Pflegewohnhaus Wittumhof“
Adriana Weitbrecht
Wittumhof 2
Telefon (0 71 41) 6 48 37-0
71642 LudwigsburgPoppenweiler 4
„Walter und Emilie
Räuchle-Stift“
Adriana Weitbrecht
Kelterplatz 7
Telefon (0 71 44) 8 87 56-0
68219 Mannheim-Rheinau 7
„Seniorenzentrum
Rheinauer Tor“
Ralf Bastian
Relaisstraße 2
Telefon (06 21) 84 25 90-0
72147 Nehren 3
„Pflegewohnhaus Nehren“
Johann Eichinger
Bubengasse 33
Telefon (0 74 73) 9 48 63-0
74861 Neudenau 10
„Haus am Lindenplatz“
Swantje Popp
Siglinger Straße 2/1
Telefon (0 62 64) 9 27 81-0
74589 Satteldorf 6
„Alexandrinenstift“
Diane Beyer-Gradt
Breitäckerweg 5
Telefon (0 79 51) 2 78 91-0
71101 Schönaich 2
„Haus Laurentius“
Gabriele Lozano
Im Hasenbühl 20
Telefon (0 70 31) 6 34-0
73614 Schorndorf 5
„Spittler-Stift“
Michaela Salenbauch
Ebersbacher Weg 30
Telefon (0 71 81) 60 04-0
74372 Sersheim 4
„Haus am Schlösslesbrunnen“
Martin Suchaneck
Canaleser Straße 2
Telefon (0 70 42) 2 89 29-0
70597 Stuttgart-Degerloch 1
„Haus auf der Waldau“
Silvia Veith
Jahnstraße 68-70
Telefon (07 11) 76 84-0
70176 Stuttgart-West 1
„Württ. Lutherstift“
Frank Beyrich
Silberburgstraße 27
Telefon (07 11) 2 29 13-0
97941 Tauberbischofsheim 10
„Johannes-Sichart-Haus“
Anna-Maria Witte
Kapellenstraße 21
Telefon (0 93 41) 84 73-0
97941 Tauberbischofsheim 10
„Adam-Rauscher-Haus“
Kathrin Gradwohl
Richard-Trunk-Straße 2
Telefon (0 93 41) 8 49 62-0
72076 Tübingen 3
„Luise-Wetzel-Stift“
Heike Zinser
Beim Herbstenhof 15
Telefon (0 70 71) 6 04-0
73066 Uhingen 5
„Blumhardt-Haus“
Irene Göggelmann
Jahnstraße 59
Telefon (0 71 61) 30 94-0
89073 Ulm 8
„Dreifaltigkeitshof“
Kornelia Menden-Gräter
Neue Straße 116
Telefon (07 31) 20 73-0
Zentrale
70190 Stuttgart
„Evangelische Heimstiftung GmbH“
Hackstraße 12
Telefon (07 11) 6 36 76-0
Tochter­
unternehmen
70190 Stuttgart
„Evangelische Heimstiftung
Baden GmbH“
Hackstraße 12
Telefon (07 11) 6 36 76-0
70190 Stuttgart
„Evangelische Heimstiftung
Württemberg GmbH“
Hackstraße 12
Telefon (07 11) 6 36 76-0
70190 Stuttgart
„ABG Altenhilfe Beratungs
GmbH“
Hackstraße 12
Telefon (07 11) 6 36 76-40
70190 Stuttgart
„HDG mbH Hauswirtschaftliche
Dienstleistungsgesellschaft“
Hackstraße 12
Telefon (07 11) 6 36 76-475
88316 Isny/Allgäu
„START gGmbH“
Maierhöfener Straße 56
Telefon (0 75 62) 74-26 01
71665 Vaihingen/Enz 4
„Karl-Gerok-Stift“
Martin Bofinger
Eichendorffstraße 51
Telefon (0 70 42) 97 39-0
Rehabilitations­
klinik
71111 Waldenbuch 2
„Haus an der Aich“
Sascha Keller
Hintere Seestraße 9
Telefon (0 71 57) 6 69 88-0
72116 Mössingen
„Bad Sebastiansweiler GmbH“
Hechinger Straße 26
Telefon (0 74 73) 37 83-0
74399 Walheim 4
„Haus am Bürgergarten“
Kerstin Zerrenner
Villastraße 25
Telefon (0 71 43) 4 02 96-0
88239 Wangen im Allgäu8
„Matthäus-Ratzeberger-Stift“
Peter Paulus
Erzbergerstraße 4
Telefon (0 75 22) 7 07 52-0
71364 Winnenden 5
„Haus im Schelmenholz“
Peter Hettig
Forststraße 45
Telefon (0 71 95) 91 50-0
Regional­
direktionen
1 RD Stuttgart
71397 Leutenbach
Martin Schäfer
Hirschgasse 20
Telefon (0 71 95) 1 37 69 25
2 RD Böblingen/
Schwarzwald
71032 Böblingen
Susanne Maier-Koltschak
Haus am Maienplatz
Waldburgstraße 1
Telefon (0 70 31) 7 13-1 32
3 RD Tübingen/Zollernalb
72116 Mössingen
Volker Gurski
Hechinger Straße 26
Bad Sebastiansweiler GmbH
Telefon (0 74 73) 37 83-621
4 RD Ludwigsburg
75428 Illingen
Walter Kohler
Sperberweg 5
Telefon (0 70 42) 80 00-98
5 RD Rems/Neckar/Alb
73119 Zell unter Aichelberg
Karin Stiebler
Göppinger Straße 9
Telefon (0 71 64) 14 88 50
6 RD Heidenheim
89537 Giengen
Achim Holl
Paul-Gerhard-Stift
Magenaustraße 27
Telefon (0 73 22) 96 59-10
7 RD Kurpfalz
69226 Nußloch
Thomas Becker
Tiefer Weg 1
Telefon (0 62 24) 14 52 19
8 RD Ulm
89077 Ulm
Schwester Ruth Schumann
St.-Barbara-Straße 34
Telefon (07 31) 9 45 88 82
9 RD Heilbronn
74366 Kirchheim am Neckar
Jürgen Link
Im Rosenpark 22
Telefon (0 71 43) 9 62 09 90
Werkstätten
für behinderte
Menschen
10 RD Hohenlohe/Tauber
97980 Bad Mergentheim
Swantje Popp
Franz-Gehrig-Haus GmbH
Milchlingstraße 41
Telefon (0 79 31) 9 31-3 32
88316 Isny/Allgäu
„Stephanuswerk Isny WfbM“
Maierhöfener Straße 56
Telefon (0 75 62) 74-1500
11 RD Freudenstadt/
Ortenau
72108 Rottenburg am Neckar
Clemens Miola
Martin-Luther-King-Straße 20
Telefon (0 74 72) 44 13 37
88299 Leutkirch
„Stephanuswerk Isny WfbM AußensteIle Leutkirch“
Nadlerstraße 21
Telefon (0 75 61) 91 51 248
12 RD Stephanuswerk
88316 Isny
Rolf Jehle
Stephanuswerk Isny
Maierhöfener Straße 56
Telefon (0 75 62) 74-10 00
„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 39
Evang. Heimstiftung GmbH · Hackstr. 12 · 70190 Stuttgart
Infopost, DPAG, Entgelt bezahlt
essen und trinken
und
gutes zum mitnehmen
das Allgäu ist immer eine reise wert und wenn sie mal da sind, schauen sie gerne auch
in unserem gemütlichen ladenlOkal vOrbei.
bei uns erhalten sie frisch gerÖsteten kaffee
aus expOnierten anbaugebieten, exquisite teemischungen,
hOchwertige schOkOladen und pralinen
aus eigener herstellung, weine und cigarren.
Oder entscheiden sie sich
für unsere geschenksets in vielseitigen variatiOnen
und erleben sO unser rundum-genuss-angebOt.
alle artikel erhalten sie auch direkt zu ihnen nach hause
über unseren web-shOp.
Die Kaffeebohne am Obertor ist ein Integrationsprojekt der Werkstatt für
behinderte Menschen der Evangelischen Heimstiftung, Stephanuswerk Isny.
Gemäss unserem Leitspruch „Gemeinsam Aufgaben meistern“ nehmen
Menschen mit Handicap in diesem Projekt aktiv teil am ganz normalen
Lebens- und Arbeitsalltag.
Kaffeebohne am Obertor
Obertorstrasse 22-24 · 88316 Isny
Tel. 07562 914072 · Fax 07562 914071
info@kaffeebohne-isny.de · www.kaffeebohne-isny.de
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Seele and Geist
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