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1 Kurzspiele und Sketche - 265 Dietmar Füssel Wie mans macht

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Kurzspiele und Sketche - 265
3 Spieler. Ca. 10 Minuten
Dietmar Füssel
Miserables Essen:
Wie man's macht,
... aber wehe, man beschwert sich!
ist's falsch
4 Spieler, mind. 1 w. Ca. 10 Minuten
Vier Sketche
Spieltyp: Sketche
ISBN 3-7695-0956-0
Spielraum: Einfache Bühne
Bestimmungen über das Aufführungsrecht
Aufführungsrecht: Bezug von 4 Textbüchern
Das Recht zur einmaligen Aufführung dieses Stückes
wird durch den Kauf der vom Verlag vorgeschriebenen
An der Kasse
Bücher erworben. Für jede Wiederholung bzw. weitere
Aufführung des Stückes muss eine vom Verlag
(In einem Supermarkt. An der Kasse hat sich eine
festgesetzte Gebühr vor der Aufführung an den
Warteschlange gebildet. Eine ALTE FRAU legt
Deutschen Theaterverlag, Pf 20 02 63, D-69459
umständlich ihre Einkäufe aufs Förderband. Die
Weinheim/Bergstraße gezahlt werden, der dann die
KASSIERERIN scannt die Beträge in die Kasse ein)
Aufführungsgenehmigung erteilt.
KASSIERERIN:
Für jede Aufführung in Räumen mit mehr als 300 Plätzen
7 Euro 50, bitte.
ist außer dem Kaufpreis für die vorgeschriebenen
ALTE FRAU:
Rollenbücher eine Tantieme an den Verlag zu
Wie bitte? Wissen Sie, ich hör' nämlich nicht mehr
entrichten.
besonders gut.
Diese Bestimmungen gelten auch für
KASSIERERIN:
Wohltätigkeitsveranstaltungen und Aufführungen in
(lauter)
geschlossenen Kreisen ohne Einnahmen.
7 Euro 50, bitte!
Unerlaubte Aufführungen, unerlaubtes Abschreiben,
ALTE FRAU:
Vervielfältigen oder Verleihen der Rollen müssen als
Wissen Sie, mein Sohn, der Franz - ich habe nämlich
Verstoß gegen das Urheberrecht verfolgt werden. Den
zwei Söhne, den Franz und den Karl, und zwei Töchter,
Bühnen gegenüber als Handschrift gedruckt.
die Paula und die Frieda, alles brave Kinder, aus allen ist
Alle Rechte, auch die der Übersetzung, Verfilmung,
was Anständiges geworden, aber leider sehe ich sie nur
Rundfunk- und Fernsehübertragung, sind vorbehalten.
mehr selten, die Paula hat nach Österreich hinaus
Das Recht zur Aufführung erteilt ausschließlich der
geheiratet, die Frieda ist in Darmstadt und der Karl in
Deutsche Theaterverlag, Pf 20 02 63, D-69459
Nürnberg, nur der Franz ist hier in München geblieben,
Weinheim/Bergstraße.
er besucht mich jede Woche, er ist wirklich ein guter
Für die einmalige Aufführung dieses Stückes ist der Kauf
Sohn - also, der Franz - mein Sohn - der Franz hat
von 4 Textbüchern vorgeschrieben. Zusätzliche
gesagt, dass ich mir doch ein Hörgerät zulegen soll,
Textbücher können zum Katalogpreis nachbezogen
aber, wissen Sie, ich finde, in meinem Alter, da zahlt sich
werden.
das doch gar nicht mehr aus, und was das wieder kosten
Kurzinformation
würde ...
An der Kasse:
KASSIERERIN:
Der ganz alltägliche Einkaufsstress, hier ausgelöst durch
(etwas ungeduldig)
eine alte Dame.
7 Euro 50.
1w, 2bel. Ca. 15 Minuten
ALTE FRAU:
Die Sprache des Boxers:
Nein, da täuschen Sie sich aber, Fräulein, weil für 7 Euro
... sind seine Fäuste!
50 bekommt man bestimmt kein Hörgerät, ja, vielleicht
4m oder 3m, 1w. Ca. 5 Minuten
früher einmal, früher, wie ich jung war, da hat man zum
Kadavergehorsam:
Beispiel für zwanzig Pfennig noch ein Schnitzel
Nichts gegen Bankbeamte, aber bei dieser Filiale möchte
bekommen, das kann man sich heute ja gar nicht mehr
man lieber nicht Kunde sein.
vorstellen ...
1
KUNDIN:
wirklich peinlich. Was machen wir denn jetzt?
Entschuldigen Sie, könnten Sie jetzt bitte endlich
KASSIERERIN:
zahlen? Ich hab's nämlich eilig.
Ich schreibe die 2 Euro 50 auf und Sie zahlen das
ALTE FRAU:
morgen.
Ja, natürlich. Entschuldigung.
ALTE FRAU:
(Sie holt ihre Geldbörse aus der Handtasche)
Also, nein, das kommt überhaupt nicht in Frage, weil
Ihr jungen Leute, immer habt ihr es eilig. Aber mein
Schulden machen, das tu ich nicht, das hab ich noch nie
seliger Mann, der war genauso, immer hat er es eilig
gemacht, und ich werde nicht jetzt auf meine alten Tage
gehabt, und dann hat er einen Herzinfarkt bekommen
auf einmal damit anfangen.
und ist gestorben, mit 56 ...
KUNDIN:
(zur Kassiererin)
Wissen Sie was? ICH zahle die 2 Euro 50 für Sie!
Wieviel macht das, haben Sie gesagt?
ALTE FRAU:
KASSIERERIN:
Junge Frau, ich bin sicher, das ist lieb gemeint, aber das
7 Euro 50, bitte!
kann ich unmöglich annehmen, weil schließlich hat man
ALTE FRAU:
ja doch noch seinen Stolz.
(öffnet die Geldbörse)
Also, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie peinlich mir
Hier hab ich ein Foto von ihm, nämlich von meinem
das jetzt ist. Mein Sohn der Franz - ich habe nämlich
Mann.
zwei Söhne, den Franz und den Karl, und zwei Töchter ...
(Sie nimmt das Foto heraus und zeigt es der Kundin)
KASSIERERIN:
Er war ein herzensguter Mann, hat immer gut für seine
(nervös)
Familie gesorgt ...
Entschuldigen Sie, ich habe gerade gemerkt, dass ich
KUNDIN:
mich verrechnet habe, es macht nicht 7 Euro 50,
Entschuldigen Sie, aber ich hab es wirklich eilig, ich
sondern nur 4 Euro 90, hier haben Sie 10 Cent retour.
muss meine Tochter vom Kindergarten abholen ...
Auf Wiedersehen.
ALTE FRAU:
ALTE FRAU:
Ach so. Natürlich. Entschuldigung.
Also, nein, Fräulein, so geht das aber nun wirklich nicht.
(zur Kassiererin)
Es stimmt, dass ich alt bin, aber deswegen bin ich noch
Wieviel macht das, haben Sie gesagt?
lange nicht verblödet, ich weiß schon noch ungefähr,
KASSIERERIN:
was die Sachen so kosten, und ich finde es gar nicht
7 Euro 50!
nett, dass Sie versuchen, eine alte Frau wie mich für
ALTE FRAU:
dumm zu verkaufen.
(holt einen 5-Euro-Schein aus der Geldbörse und gibt ihn
KASSIERERIN:
der Kassiererin)
Also schön, zugegeben, es war nicht richtig von mir,
Hier, bitte schön.
aber ich wollte Ihnen wirklich nur helfen! Wissen Sie
(wartet)
was?
KASSIERERIN:
Lassen Sie die Waren hier bei mir, Sie können sie dann
Es fehlen noch 2 Euro 50!
jederzeit an der Kasse abholen, wenn Sie genug Geld
ALTE FRAU:
mithaben.
Wie? Ist das etwa kein Zwanziger?
ALTE FRAU:
KASSIERERIN:
Wie bitte? Wissen Sie, ich hör nämlich nicht mehr
Nein! Das ist leider nur ein Fünfer!
besonders gut. Mein Sohn, der Franz ...
ALTE FRAU:
KASSIERERIN:
Ach so, das ist nur ein Fünfer. Sie müssen schon
(brüllt)
entschuldigen, aber, wissen Sie, ich seh nicht mehr so
Sie lassen die Sachen da! Sie können sie jederzeit
gut, ich hab gedacht, das ist ein Fünfhunderter, und
abholen, wenn Sie genug Geld mithaben!
mehr hab ich jetzt gar nicht dabei, also, das ist mir jetzt
ALTE FRAU:
2
Schon gut, ist schon recht, ich hab schon verstanden!
(Brown tritt einen Schritt näher auf den Reporter zu und
Aber deswegen brauchen Sie mich doch nicht so
schlägt ihn mit einem linken Aufwärtshaken nieder. Der
anzubrüllen, ich meine, ich hör nicht mehr so gut, aber
Reporter rappelt sich hoch und reibt sich mit
deswegen bin ich noch lange nicht taub, ich meine, ist
schmerzverzerrtem Gesicht das Kinn)
das eine Art, eine alte Frau so anzubrüllen, also, ich an
REPORTER:
Ihrer Stelle würde mich schämen, Fräulein.
(zu Browns Trainer)
Guten Tag!
Sagen Sie, was soll das? Ich meine, ich habe ihm doch
Die Sprache des Boxers
nur eine ganz harmlose Frage gestellt, und er ...
TRAINER:
(Der siegreiche Boxer klettert aus dem Ring und begibt
Und er hat sie beantwortet. Er hat Sie mit einem linken
sich, von seinen Betreuern umringt, auf den Weg zu
Aufwärtshaken niedergeschlagen. Das bedeutet, dass er
seiner Kabine. Plötzlich verstellt ihm ein Reporter den
sich als nächsten Gegner Jim Smithers wünscht, der
Weg)
bekanntlich vor allem für seinen mörderischen linken
REPORTER:
Aufwärtshaken berühmt ist.
Bitte, Mr. Brown, nur ein paar Fragen, ganz kurz.
REPORTER:
(Brown bleibt stehen, seine Betreuer daraufhin auch)
Ach so. Aber warum hat er das nicht einfach gesagt?
REPORTER:
TRAINER:
Mr. Brown, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur
Das hat er doch. Aber bei ihm sprechen eben die Fäuste.
erfolgreichen Titelverteidigung.
Kadavergehorsam
BROWN:
Hm.
(In einer Bank. Doktor Nöttinger betritt die Schalterhalle
REPORTER:
und geht unverzüglich zur Kasse zwei)
Es ist bekannt, dass Sie nur selten Interviews geben, Sie
BANKBEAMTER:
gelten als der große Schweiger.
Guten Tag, Herr Doktor. Was kann ich für Sie tun?
BROWN:
NÖTTINGER:
Bei mir sprechen die Fäuste.
Guten Tag. Ich möchte mein Konto bei Ihnen auflösen.
REPORTER:
BANKBEAMTER:
Natürlich, und so soll es ja bei einem Boxer auch sein,
Auflösen? Direkt auflösen? Sie wollen Ihr Konto ...
aber zwei, drei Fragen werden Sie mir hoffentlich doch
NÖTTINGER:
beantworten, also, die erste: K.O. in der dritten Runde.
Auflösen. Ganz recht.
Waren Sie von Anfang an auf ein so frühes K.O. aus oder
BANKBEAMTER:
hat sich das so ergeben?
Aber warum denn? Sind Sie etwa mit unserer Bank nicht
BROWN:
mehr zufrieden? Wir haben uns doch immer bemüht, ein
Bei mir sprechen die Fäuste.
verlässlicher Partner ...
REPORTER:
NÖTTINGER:
Ja, natürlich, und das haben Sie auch in diesem Kampf
(unterbricht)
wieder eindrucksvoll bewiesen, aber, was ich fragen
Entschuldigen Sie, aber ich habe weder Zeit noch Lust,
wollte: War Ihre Taktik von Anfang an auf ein möglichst
mit Krethi und Plethi über die Gründe meiner
schnelles K.O. angelegt oder hatten Sie eigentlich vor,
Entscheidung zu diskutieren. Ich möchte mein Konto
Ihren Gegner zunächst einmal zu zermürben?
auflösen, Punkt. Alles andere hat Sie nicht zu
BROWN:
interessieren.
Bei mir sprechen die Fäuste.
BANKBEAMTER:
REPORTER:
Selbstverständlich, Herr Doktor, verzeihen Sie. Einen
Ja, gut, also, ich sehe, so geht das nicht, so kommen wir
Moment bitte.
nicht weiter, also, eine ganz klare Frage: Wen wünschen
(er tippt einige Zahlen in seinen Computer ein)
Sie sich als nächsten Gegner?
Äh, Herr Doktor, wie ich sehe, beträgt Ihr aktueller
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Seele and Geist
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