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Auf den Anfang kommt es an. Wie kindliche - IHK Ulm

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Auf den Anfang kommt es an. Wie
kindliche Bildungsprozesse und die
Stärkung von Sprachkompetenz
gelingen können.
Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis
Ulm, am 17. 10.2014
1
Wandel in Bildungssystemen: Bildungssysteme der 20. Jahrhunderts sind nicht geeignet, um den Herausforderungen des 21. Jahrhundert gerecht zu werden 2
Der Paradigmenwechsel: eine Chance für
Spracherwerb
Nicht bloße Wissensvermittlung, sondern
Stärkung kindlicher Entwicklung und
kindlicher Kompetenzen, von Anfang an !
Eine Bildungsreform von unten nach oben Ein PerspekCvenwechsel ! Der Beginn des Spracherwerbs Warum früh beginnen? Drei ArgumentaConslinien Die entwicklungspsychologische ArgumentaCon Warum früh beginnen? Die neurowissenschaKliche ArgumentaCon ‘Sensitive periods’ in early
brain development
Binocular vision
Central auditory system
Habitual ways of responding
Language
Emotional control
High
Symbol
Peer social skills
Relative quantity
Low
0
1
2
3
Years
4
5
6
7
Warum früh beginnen? Die betriebswirtschaKliche ArgumentaCon Frühe Bildung: das Fundament im
Bildungsverlauf
Bildungspläne als Instrument zur
Sicherung von Bildungsqualität
Early childhood curricula
•  Finland, Ministry of Education, 0-6 years
•  Denmark, Ministry of Education, 0-6 years
•  France, Ministry of Education, 2-5 years
•  Greece, Ministry of Education, 3-6 years
•  UK/ England, Ministry of Education, 3-6 years
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
•  Germany, Framework for early education
•  Chile, Ministry of Education, 0-6 years
•  UK/ Scotland, Ministry of Education, 3-5 years
•  Sweden, Ministry of Education, 1-6 years
•  Australia/ Queensland, Ministry of Education, 4-5 years
•  New Zealand, Ministry of Education, 0-5 years
•  Norway, Ministry of Children and Family affairs, 1-6 years
•  Finland, Ministry of Social affairs, 6-year-old children
Bildungspläne der
ersten Generation
Zielsetzung:
Konkretisierung
und (mehr oder weniger)
verbindliche Festlegung des
Bildungs- und
Erziehungsauftrages der
Tageseinrichtungen für Kinder
unter sechs Jahren.
14
Die Konsequenz ?
ein Institutionen übergreifender und
Lernort orientierter Bildungsplan,
der auf den Bildungsprozess
fokussiert.
EINE VERÄNDERTE ARCHITEKTUR DES
BILDUNGSSYSTEMS
Eine Modernisierung des Bildungssystems
umfasst die Philosophie,
die bildungstheoretische Grundlage,
die Prinzipien des Handelns,
die Bildungsziele,
den methodisch-didaktischen Ansatz
sowie dessen gesamte Architektur !
Eine gewandelte
theoretische
Fundierung von
Bildungsprozessen
Welche Vorstellungen von Entwicklung gibt es?1
Kind passiv
Umwelt passiv
Endogenistische Theorien:
Selbstentfaltungsansatz
Maria Jan Jaques Rousseau 1712 -­‐ 1778 1) Einteilung nach: Montada, L.. (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter &
Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (5. Auflage, S. 3-53). Weinheim: Beltz.
Welche Vorstellungen von Entwicklung gibt es?1
Kind passiv
Umwelt passiv
Kind aktiv
Umwelt passiv
Jean Piaget
1896 - 1980
Endogenistische Theorien:
Selbstentfaltungsansatz
Selbstgestaltungstheorien:
Selbstbildungsansatz
Maria Montessori
1870 - 1952
1) Einteilung nach: Montada, L.. (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter &
Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (5. Auflage, S. 3-53). Weinheim: Beltz.
Grundannahmen selbstgestaltungstheoretischer Positionen Bildung wird primär als ein intrapsychischer Vorgang betrachtet. Der bevorzugte didaktische Ansatz ist der Ansatz der Selbstbildung (Autopoesis) Grundannahmen selbstgestaltungstheoretischer Positionen Das (aktive) Kind als Konstrukteur seiner eigenen Entwicklung und Bildung Bildung: die Entwicklung eines subjektiven Bildes von der äußeren Wirklichkeit Andere Akteure haben keinen direkten Einfluss auf den vom Kind moderierten Bildungsprozess Grundannahmen selbstgestaltungstheoretischer Positionen Anregende Umgebung beeinflusst positiv die Gestaltung kindlicher Bildungsprozesse Die Rolle der Fachkraft, soweit konzeptualisiert, wird als beobachtende, begleitende, dokumentierende Fachkraft; sie bleibt passiv Interaktionen werden zwar berücksichtigt, ihnen wird jedoch nachgeordnete Bedeutung beigemessen. Welche Vorstellungen von Entwicklung gibt es?1
Kind passiv
Umwelt passiv
Kind aktiv
Umwelt passiv
Kind passiv
Umwelt aktiv
Endogenistische Theorien:
Selbstentfaltungsansatz
Selbstgestaltungstheorien:
Selbstbildungsansatz
Exogenistische Theorien:
(kooperativer) Vermittlungsansatz
John Broadus Watson
1878 - 1958
1) Einteilung nach: Montada, L.. (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter &
Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (5. Auflage, S. 3-53). Weinheim: Beltz.
Welche Vorstellungen von Entwicklung gibt es?1
Kind passiv
Umwelt passiv
Kind aktiv
Umwelt passiv
Kind passiv
Umwelt aktiv
Kind aktiv
Umwelt aktiv
Endogenistische Theorien:
Selbstentfaltungsansatz
Lew Semjonowitsch
Wygotski
Selbstgestaltungstheorien:
Selbstbildungsansatz
Exogenistische Theorien:
(kooperativer) Vermittlungsansatz
Interaktionistische Theorien:
Ansatz der Ko-Konstruktion
1) Einteilung nach: Montada, L.. (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter &
Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (5. Auflage, S. 3-53). Weinheim: Beltz.
Grundlage für
die Gestaltung
von Bildungsprozessen in
hoher Qualität
25
Meine Position:
Das Kind ist von Anfang an in
soziale Beziehungen eingebettet.
Es gestaltet seine Entwicklung aktiv
mit, aber nicht allein !
Das Beziehungsnetz gestaltet sich
sich im reellen wie im virtuellen
Raum !
26
Das Verständnis von Bildung: Bildung
als sozialer Prozess. Die
Generierung von Wissen und vor
allem die Erforschung von
Bedeutung wird sozial prozessiert
27
Das Theorieproblem der
Gegenwart?
Bisherige Theorien reagieren auf
die Herausforderungen der
virtuellen Welt nicht angemessen
28
Geteilte Visionen mitgestalten
29
Bildungsvisionen
Wertorientiert
handelnde und
mitwirkende Kinder
Lernende, forschende und
entdeckungsfreudige
Kinder
Starke Kinder
Kreative, fantasievolle
und künstlerische
Kinder
Kommunikations- und
medienkompetente
Kinder
30
Kompetenzen stärken, von Anfang an
31
Stärkung kindlicher Kompetenzen
Individuum bezogene
Kompetenzen
Kompetenter Umgang mit
Veränderung und Belastung
- Widerstandsfähigkeit
Kompetenzen zur
gesellschaftlichen
Teilhabe
Lernmethodische
Kompetenzen
32
Stärkung von Basiskompetenzen
Emotionale Kompetenzen
zum Beispiel
Personale
Kompetenzen
•  Gefühle identifizieren und äußern
zum Beispiel:
•  emotionale Situationen anderer
wahrnehmen
•  Selbstwertgefühl
Motivation betreffende
Kompetenzen
zum Beispiel:
•  Selbstwirksamkeit
•  positives Selbstkonzept
Individuumsbezogene
Kompetenzen
•  Selbstregulation
•  Neugier, Interesse
Kognitive Kompetenzen
zum Beispiel
•  Problemlösefähigkeit
•  Kreativität
Körperbezogene Kompetenzen
•  Gedächtnis
zum Beispiel
•  Eigenverantwortung für Gesundheit und
Wohlbefinden
33
Stärkung von Basiskompetenzen
Fähigkeit und Bereitschaft zur
demokratischen Teilhabe
zum Beispiel:
•  Einhalten und Akzeptieren von
Gesprächs- und Abstimmungsregeln
•  Einbringen und Überdenken des
eigenen Standpunkts
Soziale Kompetenzen
zum Beispiel:
•  Empathie
•  Kooperations- und
Teamfähigkeit
•  Kommunikationsfähigkeit
•  Zuhören und Aushandeln
Kompetenzen zum
Handeln im
Fähigkeit und Bereitschaft zur sozialen Kontext
Verantwortungsübernahme
zum Beispiel
•  Verantwortung für das eigene
Handeln
•  Verantwortung anderen Menschen
gegenüber
•  Verantwortung für Umwelt und
Natur
Entwicklung von Werten und
Orientierungskompetenz
zum Beispiel:
•  Wertschätzung von Diversität
•  Solidarisches Handeln
34
Entwicklung und Förderung
lernmethodischer Kompetenzen
Als lernmethodische Kompetenzen
bezeichnen wir ...
... Kompetenzen, die den Erwerb von Wissen
fördern,
indem beim Lernen soziale und individuelle
Formen von Metakognition und Selbststeuerung eingesetzt werden.
Lernprozesse im Kindergarten:
Kindliche Konzepte des Lernens
Ingrid Pramling Samuelsson
Lernen als tun
???
Lernen als
wissen
Lernprozesse im Kindergarten:
Kindliche Konzepte des Lernens
Ingrid Pramling Samuelsson
Lernen als
Wissen
???
Verstehen
Förderung lernmethodischer
Kompetenzen im Kindergarten
Metakognitiv orientierte
Lernarrangements
Bewusstsein dafür
•  dass sie lernen
•  was sie lernen
•  wie sie lernen
• Ziel formulieren
• Selbstverständlich
Erscheinendes als Ziel
m 
Inhalte
m 
Struktur der Inhalte
m 
Lernprozess
m 
Rekapitulation der
Inhalte u.
des Lernprozesses
z.B. anderen Gruppen
erzählen und erklären
m 
m  der Lernprozess
Evaluation
Lernkonzepte
Projektbeginn
tun
Projektkinder
80%
Vergleichskinder
80%
wissen
10%
Projektende
tun
wissen
40%
60%
80%
Stärkung von Resilienz
(Widerstandsfähigkeit)
Förderung von Resilienz
mittelbar
unmittelbar
Erziehungsqualität
Kind
Personale Ressourcen des Kindes
Problemlösefähigkeiten
Selbstwirksamkeitsüberzeugungen
Positives
Selbstkonzept
Internale
Kontrollüberzeugung
Hohe
Sozialkompetenz
Fähigkeit zur
Selbstregulation
Aktives/ flexibles
Bewältigungsverhalten
Soziale Ressourcen des Kindes
Stabile, emotionale Beziehung zu
einer Bezugsperson
Offenes,
wertschätzendes,
unterstützendes
Erziehungsklima
(autoritativer
Erziehungsstil)
Positive
Erfahrungen in
den Bildungsinstitutionen
Positive PeerBeziehungen
Positive
Rollenmodelle
Das Kind im Mittelpunkt: die Stärken
stärken:
Bildungsprozesse individualisieren:
das Prinzip der Ganzheitlichkeit
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
Lebenspraxis und
Bewältigung von
Altagssituationen
Emotionalität
und soziale
Beziehungen
Starke Kinder
Gesundheit
Bewegung
und Sport
48
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
Sprache - Literacy
Kommunikations- und
medienkompetente
Kinder
Informations- und
Kommunikationsmedien
49
Spracherwerb von der Geburt bis zum Schuleintritt
§  Sensible Phase für den Spracherwerb
§  Das Gehirn ist besonders empfänglich für sprachliche
Informationen (Szagun, 2007)
§  Spätenstens im Alter von 13 Jahren ist die Sprachentwicklung
nahezu vollständig abgeschlossen (Szagun, 2004)
§ 
§ 
§ 
Die menschliche Sprache ist humanspezifisch
und biologisch angelegt
Dies benötigt Interaktion und Kommunikation,
damit sich der Spracherwerb vollzieht.
Beim frühen Spracherwerb ist nicht eine
festgelegte Norm, vielmehr Offenheit und
Variabilität
Der Beginn des Spracherwerbs
§  Bereits Babys kommunizieren
mit ihren Bezugspersonen
§  Das Baby ist mit sozialkognitiven und sprachlichkognitiven
Vorläuferfähigkeiten
ausgestattet
§  Angeborene prosodische und
phonologische Fähigkeiten
bilden sich aus.
§  Symptom- und Signalfunktion
(Kegel, 2000)
§  Intuitives elterliches Verhalten
§  Babys sind von Geburt an
kommunikative und soziale
Wesen. Sie verfügen über
viele Möglichkeiten,
Aufmerksamkeit auf sich zu
lenken und sie erweisen sich
dabei als kompetente
Kommunikatoren in dem sie
verbale und non-verbale
Kommunikation gezielt
einsetzen.
Das Neugeborene kommt mit einer genetischen Ausstattung auf
die Welt. Ob diese für den Spracherwerb genutzt werden kann,
entscheiden soziale Beziehungen
Prosodische und phonologische Fähigkeiten des
Säuglings
§  Prosodische (Sprachmelodie,
Sprachrhythmus) und
phonologische Merkmale
(Lautstrukturen)
wahrzunehmen stellen
angeborene
Vorläuferfähigkeiten des
Säuglings dar (Schneider &
Naslund, 1993).
§  Weinert & Grimm, 2008:
§  Säuglinge unterscheiden
zwischen hörbaren Reizen
(Eimas et al., 1971) und
§  Nehmen sehr feine
Unterschiede zwischen
Sprachlauten wahr (Szagun,
2007)
§  Sie ziehen neue Reise
bekannten Reizen vor (Weinert
& Grimm, 2008)
§  Neugeborene nehmen
unterschiedliche
Sprachmelodien,
Sprachrhythmen und
Lautstrukturen verschiedener
Sprachen wahr (Morgan &
Demuth, 1996)
§  Vier Tage alte Babys
unterscheiden eine
„Fremdsprache“ von ihrer
Muttersprache und präferieren
die Muttersprache (Mehler et
al., 1988)
§  Babys haben das Potenziale,
jede Sprache der Welt zu
erwerben (Szagun, 2007)
Ein kompetenter Kommunikator
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Zusammensein
ein kontaktfreudiger und effektiver
Mitteilender sein
Aufmerksamkeit erlangen und
Kontakt herstellen
positive Beziehungen
mit andern zusammen sein
ermutigende Unterhaltung
eine Stimme finden
ein sicherer und kompetenter
Sprachbenutzer sein
den Impulse zu sprechen
erkunden, experimentieren,
bezeichnen und ausdrücken
beschreiben, bezweifeln, darstellen
und vorhersagen
Gedanken, Gefühle und Ideen teilen
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Zuhören und antworten
zuhören und passend auf die
Sprache von anderen antworten
Zuhören und Aufpassen was andere
sagen
spielerische und ernste Antworten
geben
sich an Geschichten, Liedern,
Reimen und Spielen erfreuen und sie
teilen
etwas über Wörter und Bedeutungen
lernen
einen Sinn herstellen
Verstehen und verstanden werden
das Übermitteln von Bedeutungen
andere beeinflussen
verhandeln und eine Wahl treffen
einander verstehen
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
Musik und Tanz
Kreative, fantasievolle
und künstlerische
Kinder
Bildnerische und
darstellende Kunst
54
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
Mathematik
Technik
Kinder als aktive
Lernende,
forschende
Lerner, Forscher
undund
entdeckungsfreudige
Entdecker
Kinder
Naturwissenschaften
55
Projekt „Natur-Wissen schaffen“
an der Universität Bremen
www.natur-wissen-schaffen.de
•  Umsetzung von Bildungsplänen
Grundlagen und Bildungsziele im Bereich
Naturwissenschaften Übergreifende
Bildungsziele
Stärkung von
Basiskompetenzen
Bereichsspezifische
Bildungsziele
1 Interessen und Lernfreude im Alltag
aufgreifen
2 Kompetenzen bereichsübergreifend
und ganzheitlich entwickeln
3 Gemeinsame Entwicklung von
Sinnverständnis
Entwicklungspsychologische
Grundlagen
Grundpositionen im
Umgang mit den
Bildungsbereichen
Fachwissenschaften
Elementarpädagogische
Grundlagen
Ausgangslage
Kinder haben von Geburt an Interesse an ihrer Umwelt. Sie sind neugierig und wollen
ihre Umwelt mit allen Sinnen
erkunden.
Sie wollen sich ein Bild von
der Welt machen, diese
erforschen und ihr Sinn
verleihen. Kinder entdecken und forschen von Anfang an.
Warum naturwissenschaftliche Bildung? Naturwissenschaftliche Bildung greift das Interesse und die Neugier der
Kinder auf: Kind zentrierte Perspektive
Entwicklungspsychologie hat gezeigt: Naturwissenschaftliche Inhalte und
Kompetenzen bilden eine wichtige
Grundlage für die Entwicklung des
Denkens.
Durch die Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Inhalten werden
weitere Kompetenzen gestärkt: Basiskompetenzen Bildungspläne der Länder Erkenntnisse aus der
Entwicklungspsychologie
spiegeln sich auch in den
Bildungsplänen der Länder
wider.
Bildungsbereich
Naturwissenschaften wird in
allen Plänen aufgegriffen.
Analyse aller bundesdeutschen Pläne der Länder und Einbeziehung
internationaler Curricula.
Bildungsziele im Bereich
Naturwissenschaften •  Ausgangspunkt: Alltagserfahrungen der Kinder
•  Von Grunderfahrungen zu naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen Von Grunderfahrungen . . .
Erfahrungen, die Kinder mit allen Sinnen
machen, wenn sie mit Objekten und Materialien
interagieren und ausprobieren, was passiert. . . . zu naturwissenschaftlichen
Grundkenntnissen
Wenn sich aus Grunderfahrungen Fragen ergeben und diesen systematisch
nachgegangen wird, dann können gemeinsam naturwissenschaftliche Grundkenntnisse
erarbeitet werden.
Bildungsziele im Bereich
Naturwissenschaften
Ergebnis der Bildungsplananalysen
•  Inhalte der unbelebten Natur
•  Wasser, Luft, Feuer, Boden, Weltraum,
Wetter, Licht, Akustik, verschiedene
Energieformen
•  Inhalte der belebten Natur
•  Pflanzen: Säen,
Wachstum,Versorgung
• Tiere: Arten, Lebensräume, Pflege,Versorgung
•  Ökologie
•  Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
Bildungsziele im Bereich
Naturwissenschaften
Ergebnis der Bildungsplananalysen •  Kompetenzen für wissenschaftliches Denken und Handeln •  Beobachten
•  Beschreiben
•  Kommunizieren
•  Vergleichen
•  Klassifizieren
•  Messen
•  Experimentieren
Beispiel: Luft Alltagssituationen der Kinder
• 
Luft ein- und ausatmen, Kerze auspusten, Luftballon aufblasen
Grunderfahrungen
- Warme und kalte Luft
drinnen und draußen
erfahren - Spüren, wie sich die
Luft erwärmt 20.-23.10.09 Heilbronn
NaturwissenschaftlicheGr
undkenntnisse Luft hat Eigenschaften, z.B.:
Kompetenzen für
wissenschaftliches Denken
und Handeln
-  Beobachten, wie warme
Luft nach oben steigt, z.B.
-  Luft nimmt Raum ein über der Heizung -  Luft dehnt sich bei Wärme
aus -  Lufttemperatur messen
-  Mit Luft kann man Dinge
-  Experimentieren, z.B. Luft
bewegen
in einer Flasche erwärmen -  Luft überträgt Schall
Ziele im Bildungsbereich Naturwissenschaften
20.-23.10.09 Heilbronn
20.-23.10.09 Heilbronn
Übergreifende Ziele im Bildungsbereich
Naturwissenschaften • 
• 
• 
Kompetenzen für wissenschaftliches Denken und
Handeln –  Beobachten, Beschreiben, Kommunizieren, Vergleichen,
Klassifizieren, Messen, Experimentieren Sprache –  Gedanken in Worte fassen –  Neue Begriffe lernen und verwenden
Selbstwirksamkeit und Umgang mit Fehlern –  Selbst etwas herausbekommen und sich darüber mit anderen
austauschen –  Erfolge den eigenen Fähigkeiten zuschreiben
–  Lernen, mit Misserfolg umzugehen und Frustrationen auszuhalten,
z.B. beim Experimentieren
–  Misserfolg als Teil des Lernprozesses ansehen und nach
Lösungswegen suchen Kompetenzen bereichsübergreifend
und ganzheitlich entwickeln
Aufteilung in Fächer ist für Kinder nicht
primär von Interesse, sondern
Anknüpfungspunkte an ihre Fragen und
ihre Lebenswelt
Verknüpfung mit anderen Bildungsbereichen und Verknüpfung der
naturwissenschaftlichen Inhaltsbereiche
Fragen, Interessen und
forschende Aktivitäten lassen
sich nicht einem einzelnen
Themenbereich zuordnen
•  Ganzheitliche
Kompetenzentwicklung
•  Bereichsübergreifendes
Lernen
Kompetenzen bereichsübergreifend und ganzheitlich entwickeln
•  Schaffen von bereichsübergreifenden Zugängen und
verschiedenen Bezügen zu einem Thema
" 
Einbeziehen von verschiedenen
Bildungsbereichen: " 
Themen in einen größeren
Zusammenhang einordnen: Beispiel: Thema Boden
" 
" 
" 
" 
" 
Kinder wiegen verschiedene Bodenarten
(Mathematik)
Bezüge vom Thema Boden zu anderen
naturwissenschaftlichen Themen: " 
Kinder matschen mit den Füßen im Boden
(Bewegung)
Kinder erstellen Bilder mit Sand (Kunst)
" 
Tiere im Boden
" 
Pflanzen wachsen im Boden
" 
Eigenschaften von Boden Kinder bauen aus Lehm Häuser und Kanäle
(Technik) Kinder lernen neue Begriffe wie Schlamm,
Lehm, speichern und leiten (Sprache)
" 
Größerer Zusammenhang: Funktion und
Bedeutung des Bodens für das Leben der
Menschen
Wasser erforschen und erkunden
Offene Fragen stellen a) Interpretative Fragen: „Was denkst du, warum verschwinden Pfützen,
wenn die Sonne scheint?“
b) Übertragungsfragen: „Was hast du gerade beobachtet?“
c) Anwendungsfragen: „Was meinst du, wozu braucht man eine Uhr?“
d) Synthesefragen: „Was denkt ihr,
wie können wir in der
Kinderkonferenz gemeinsam
eine Entscheidung finden?“
e) Evaluationsfragen: „Was meint ihr,
wie soll unsere Kinderkonferenz
in Zukunft ablaufen?“
Wasser erforschen und erkunden
Wertschätzung als Grundlage von ko-konstruktiven
Bildungsprozessen
" 
" 
" 
Ideen der Kinder ernst nehmen und
wertschätzen Gedanken der Kinder besser verstehen In sich schlüssige Theorien der Kinder
verstehen und nachfragen " 
Fehler als wichtigen Teil des Lernprozesses
verstehen Wasser erforschen und erkunden
Wasser erforschen und erkunden
Ko-Konstruktion spielt
eine entscheidende
Rolle bei der Vertiefung
des Wissens.
Dieser
Forschungsprozess
lässt sich gut in
Projekten umsetzen.
Partizipation und demokratisches
Grundverständnis "   Kinder
werden aktiv an der Planung, Gestaltung und Durchführung ihrer
Bildungsprozesse beteiligt
"   Sie bringen Ideen ein
bestimmen mit, welches Thema bearbeitet wird
"   Sie
"   Sie
lernen so Abstimmungsverhalten
und
den Umgang mit Mehrheitsentscheidungen
"   Sie
machen Vorschläge, welche
Materialien verwendet werden
Allgemeine Prinzipien / Grundpositionen Das Lernen knüpft an
Alltagserfahrungen an,
es findet in
bedeutungsvollen und
bekannten Situationen
statt
Vertiefung und
Erweiterung dieses
Wissens z.B. in Projekten
Das
naturwissenschaftliche
und technische
in
Potential
Aktivitäten
und
Alltagssituationen
erkennen
•  Bewusstwerdung
Entwicklung
effektiver und
systematischer Wege,
Wissen zu erforschen und
sich anzueignen
•  Ganzheitliche
Kompetenzentwicklung
•  Bereichsübergreifendes
Lernen
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
Religiosität und
Werteorientierung
Gesellschaft,
Wirtschaft und Kultur
Wertorientiert
handelnde und
mitwirkende Kinder
Demokratie und Politik
Umwelt
78
Ko-Konstruktion als didaktischpädagogischer Ansatz
79
Definition
•  Ko-Konstruktion bedeutet, dass Lernen
durch Zusammenarbeit stattfindet.
Lernprozesse werden von Kindern und
Fachkräften gemeinsam konstruiert.
80
Ko-Konstruktion
Ko-Konstruktion vollzieht sich im
interaktionistischen Modell.
Entscheidend ist, dass das Kind
und seine Umwelt aktiv sind.
81
Konstruktivismus
Der Konstruktivismus besagt,
dass die Kinder aktive
Konstrukteure ihres Wissens
sind.
82
Sozialer Konstruktivismus
Der soziale Konstruktivismus baut
auf der Auffassung des
Konstruktivismus auf, er betrachtet
jedoch die soziale Interaktion
als den Schlüssel zur Wissens- und
Sinnkonstruktion.
83
Durch die Ko-Konstruktion von
Bedeutung lernen die Kinder dass:
•  Bedeutungen miteinander geteilt und
untereinander ausgehandelt werden
84
Durch die Ko-Konstruktion von
Bedeutung lernen die Kinder dass:
•  Ideen ausgetauscht, verwandelt und erweitert
werden können
85
Durch die Ko-Konstruktion von
Bedeutung lernen die Kinder dass:
•  Ihr Verständnis bereichert und vertieft wird
86
Durch die Ko-Konstruktion von
Bedeutung lernen die Kinder dass:
•  Die Welt auf viele Arten erklärt werden kann
87
Durch die Ko-Konstruktion von
Bedeutung lernen die Kinder dass:
•  Ein Phänomen oder Problem auf viele Weisen
gelöst werden kann
88
Durch die Ko-Konstruktion von
Bedeutung lernen die Kinder dass:
•  Die gemeinsame Erforschung von Bedeutung
zwischen Erwachsenen und Kindern aufregend
und bereichernd ist
89
Ziel der Ko-Konstruktion
Im Vordergrund steht bei der KoKonstruktion von Wissen die
ERFORSCHUNG VON BEDEUTUNG,
weniger der Erwerb von Fakten.
90
Ziele von Ko-Konstruktion
-
Neue Inhalte gemeinsam erarbeiten
91
Ziele von Ko-Konstruktion
-
verschiedene Perspektiven kennen
lernen
92
Ziele von Ko-Konstruktion
-
zusammen mit anderen Probleme
lösen
93
Ziele von Ko-Konstruktion
-
momentanen Verstehenshorizont
erweitern
94
Ziele von Ko-Konstruktion
-
Ideen austauschen
95
Spezifische Aspekte von KoKonstruktionen
1. 
2. 
3. 
Um eine Gleichberechtigung aller an ko-konstruktiven
Lernprozessen Beteiligten zu ermöglichen gilt es folgende Aspekte
zu berücksichtigen:
Kultureller Aspekt
Geschlechtsspezifischer Aspekt
Kinder mit besonderen Bedürfnissen
Weiters erwähnt werden muss, dass in ko-konstruktiven
Lernprozessen unterschiedliche (verbale und nonverbale)
Ausdrucksformen im Vordergrund stehen. Auch das Schweigen
des Kindes muss als eine mögliche Ausdrucksform verstanden und
akzeptiert werden.
96
Voraussetzungen für kokonstruktive Lernprozesse
Vonseiten des Kindes
-  Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen,
das nötig ist um anderen gegenüber die
eigenen Sichtweisen zu vertreten
- Entwicklungsimmanenter Einsatz des
Ausdrucksrepertoires, um sich mitzuteilen.
97
Voraussetzungen für kokonstruktive Lernprozesse
Vonseiten der Erzieherin
•  Professioneller pädagogischer Bezug zum Bild
des Kindes als Ko-Konstrukteur von Wissen und
Kultur
•  Sehr hohe Dialog- und
Kommunikationsbereitschaft
•  Reflexive und fragende Haltung gegenüber den
eigenen Lernprozessen und denen des Kindes
98
Ko-Konstruktion
Vor diesem Hintergrund ist Ko-Konstruktion
ein methodisch-didaktischer Ansatz, um in
allen Entwicklungsbereichen die aktuellen
Verständnis- und Ausdrucksmöglichkeiten zu
erweitern.
Forschungsergebnisse bestätigen, dass
durch Ko-Konstruktion bessere Lerneffekte,
als durch selbst entdeckendes Lernen oder
durch die individuelle Konstruktion von
99
Bedeutung erzielt werden.
Wertschätzung als Grundlage von kokonstruktiven Aushandlungsprozessen
•  Ideen der Kinder ernst nehmen und
wertschätzen
•  Gedanken der Kinder besser
verstehen
•  In sich schlüssige Theorien der Kinder
verstehen und nachfragen
•  Fehler als wichtigen Teil des
Lernprozesses verstehen
Eine gewandelte
„Philosophie“ im Umgang
mit und bei der Bewertung
von Diversität
101
102
Stärkung kindlicher
Kompetenzen
103
104
Weiterentwicklung und
Sicherung von Bildungsqualität
105
Interaktion, der Schlüssel für hohe
Bildungsqualität: Methodische
Ansätze
106
Unterschiedliche Niveaus von KoKonstruktionen
Oberste Stufe: Die Erzieherin setzt
sich individuell mit einem Kind
auseinander, indem sie eine
systematische und intensive
Anleitung praktiziert. Beide, Kind und
Erzieherin sind eng in die KoKonstruktion eingebunden.
Unterste Stufe:
KoKonstruktionen
finden sich im
Kontakt mit
anderen Kindern,
wenn Wissen
und
Symbolsysteme
erworben und
aufgebaut
werden.
Van Kuyk unterscheidet drei
aufeinanderfolgende pädagogische
Interventionsniveaus, die auch für
Ko-Konstruktionen zutreffen:
Mittlere Stufe: Auch durch die
komplexere Anreicherung von
Spielangeboten
(Gruppenexplorationen) durch
die Erzieherin, werden kokonstruktive Lernprozesse
angeregt und initiiert.
107
Forschungsansätze-Modellvorstellungen
§  Das Schalenmodell von SirajBlatchford (2002): face-to-face
Interaktion als pädagogische
Intervention – Interaktion wird ein
zentraler Stellenwert
zugeschrieben.
§  Die „Situated-Cognition“-Bewegung
§  „Guided Participation (Rogoff, 1990)
§  Das „responsive
teaching“ (Stremmel (1998)
Forschungsansätze - Modellvorstellungen
§  Die Theorie von Youniss (1998 ):
„symmetrische“ und
„komplementäre Reziprozität“
§  Dialogisch entwickelte
Interaktionsprozesse – Das
dialogische Prinzip
§  Bewusst dialogisch-entwickelte
Denkprozesse (König, 2006 )
§  „Substained shared
thinking“ (Sylva et al., 2003)
§  Ko-Konstruktion (Fthenakis, 2005)
Effizienz ko-konstruvistisch organisierter
Bildungsprozesse
– die Bedeutung der Interaktion Mitchell, L., Wylie, C. & Carr, M.
(2008). Outcomes of early childhood
education: Literature review. Report to
the Ministry of Education, New
Zealand. Ministry of Education, New
Zealand.
NUBBEK – Nationale Untersuchung zu
Bildung, Betreuung und Erziehung in
der frühen Kindheit – Hauptergebnisse
und Empfehlungen der NUBBEKStudie (2012)
110
Didaktisch-pädagogische Ansätze weiterentwickeln
Im vorschulischen und schulischen Bereich mangelt es an
didaktischen Konzepten.
à
Den Fachkräften fehlt es an Kompetenz,
Bildungsprozesse mit den Kindern gemeinsam
zu gestalten
Ansätze zur Optimierung der Interaktion zwischen
Fachkräften und Kindern:
Überwindung eines bislang erfahrungsgeleiteten
Ansatzes
111
Gestaltung von Bildungsprozessen
Moderierung von Bildungs- und Erziehungsprozessen
Spezifische
pädagogische Ansätze
Allgemeine
pädagogische Ansätze
112
Moderierung von Bildungs- und Erziehungsprozessen
Spezifische
pädagogische Ansätze
•  Ko-Konstruktion
•  Schaffung einer lernenden Gemeinschaft
•  Dekonstruktion sozialer Realität
•  Philosophieren mit Kindern
•  Ermächtigung
113
Moderierung von Bildungs- und Erziehungsprozessen
Spezifische
pädagogische Ansätze
•  Verstärkung
•  Hilfestellung (Scaffolding)
•  Problemlösen
•  Aufgabenanalyse
114
Moderierung von Bildungs- und Erziehungsprozessen
Allgemeine
pädagogische Ansätze
•  Demonstrieren
•  Beschreiben
•  Ermutigen, Loben, Helfen
•  Erleichtern
•  Feedback
•  Gruppenbildung
•  Modellverhalten
•  Zuhören
115
Moderierung von Bildungs- und Erziehungsprozessen
Allgemeine
pädagogische Ansätze
•  Positionieren von Personen
•  Fragen
•  Sich in Erinnerung rufen
•  Singen
•  Vorschläge machen
•  Erklären und Anleiten
•  Üben, Wiederholen, Übertragen
116
Der Sozialraum orientierte
Ansatz
117
Map 4.7.2-Highlight3: Vulnerability on Any
EDI Scale and Socioeconomic Status in BC
Die Familie als Bildungsort und
als Ko-Konstrukteur kindlicher
Bildungsbiographien, in enger
Kooperation mit den
Bildungsinstitutionen.
119
Zur Neu-Konzeptualisierung
von Bildungspartnerschaft
120
Equality of Educational Opportunity
1966
Children and Their Primary Schools,
1967
124
Architektur und Ökologie des Lernens:
Entwurf neuer Lernräume
125
Neue Technologien: Verknüpfung der reellen mit der virtuellen Welt 128
Wir alle dienen dem Wohl
unserer Kinder und wir haben die
vornehme Pflicht zu erfüllen,
jedem Kind die besten
Bildungschancen zu bieten.
An der Verwirklichung des
Kindeswohls sollten sich
Politik, Fachlichkeit und
Praxis, ja die gesamte
Gesellschaft, messen lassen.
Das ist der oberste Entscheidungsund Legitimationsgrundsatz !
129
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit!
www.fthenakis.de
wassilios@fthenakis.de
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Bildung
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