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Das Hochbeet: Gärtnern wie im Mittelalter - Burkhard Bohne

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46
MAGAZIN
SAMSTAG, 30. JULI 2011
ZITAT DER WOCHE
PFORZHEIMER ZEITUNG
SEIBELS ANSICHTEN
WAS IC H GERAD E HÖR E
„Him“ gehört. Ich war
damals so 8 oder 9.
Inzwischen läuft aber
deutlich öfter „Agonoize“ bei mir. Das ist sogenanntes Industrial
Metal mit verzerrtem
Gesang und schnellen
Beats. Das ist für mich
genau das Richtige um
gut feiern zu können.
Auf dem HappinessFestival in Schwann
bin ich vor Kurzem auf
„Sum41“ und „Emil
Bulls“ gestoßen – beides Bands,
die sagen, was sie meinen. Das
gefällt mir gut. Nächstes Jahr
steht dann auch mein erstes
Wacken-Festival an.“ de
Marvin Weidner (17)
Schüler
aus Wiernsheim
„Beim Schlafen brauche ich meine Ruhe,
aber sonst höre ich fast
immer und überall
Musik. Bei mir läuft
fast ausschließlich Metal; gelegentlich auch
mal ein bisschen HipHop. Diese beiden Musikrichtungen vermittelt mir ein gewisses
Lebensgefühl. Es geht darum,
die Welt offen zu sehen.
Auf Metal bin ich durch meine
Schwester gekommen. Sie hat,
als sie 13 oder 14 Jahre alt war,
b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b b
„Ich sitze immer
neben der
Kanzlerin. Die
Einzigen, die mir
das erklären
können, sind sie
und ihr Mann.“
W O ICH HINGEH E
hat einen Blick auf den Waisenhausplatz, das Parkhotel, die
Stadthalle und die
Stadtkirche – das gefällt uns ganz gut. Auf
der Enz gibt es jetzt
auch neue Wasserfontänen zu beobachten.
Im „Opera“ und drumherum bewegt sich zudem auch ein anderes
Publikum als in der
Fußgängerzone. Das
finden wir dann ehrlich gesagt doch sehr
angenehm. Wenn ich
in der Stadt unterwegs
bin, ist meistens mein Lebensgefährte mit dabei.“ de
Irmgard Sachs (72),
Rentnerin
aus Büchenbronn
Horst Seehofer,
Bayerns Ministerpräsident über seine
Besuche der Bayreuther Festspiele
„Ich schlendere gerne
durch Pforzheim und
beobachte die Menschen. Dabei mag ich es
besonders, im ,Opera’
am Stadttheater zu sitzen. Dort trinken mein
Lebensgefährte und
ich ab und zu einen
Kaffee. Bei gutem Wetter hat man die Wahl
zwischen einem Platz
in der Sonne oder im
Schatten. Es ist eine schöne Gegend rund um das Theater. Man
DRINKFEST
Trendiges
Spezi
I
ch werde den Verdacht
nicht los: Heute müssen
Getränke verrückte englische Namen haben, um bei jungen Menschen gesellschaftlich
anerkannt zu sein. Je krasser
der Name, desto angesagter der
Drink – diesem Leitspruch folgt
die jugendliche Drink-Logik allem äußeren Anschein nach.
Und wenn noch ein cooles
Schlüsselwort wie „Energy“,
„Zero“ oder „Crazy“ im Namen
mit drin steckt, dann geht der
Drink in Sachen Beliebtheit
durch die Decke.
Und dann komme ich, gehe
in eine Stuttgarter In-Bar und
bestelle ein – Spezi. Fassungslosigkeit nimmt das Gesicht der
Bedienung ein. „Was?“, fragt
sie. „Ein Spezi“, wiederhole ich.
Sie kratzt sich am Kopf. Wäre
das ein Comic, so wäre ihr ein
rotes Fragezeichen auf die Stirn
gemalt. Sie sagt: „Muss ich fragen, ob wir
das haben.“
Verwunderung steigt
auf in mir.
Wie? Sie
kennt kein
Spezi, nachdem sie mir
gerade die
Karte mit 337
Drinks in
20-silbigen
abstrusen
Fantasie-Namen heruntergebetet
hat? „Spezi mischt man aus Cola und Fanta. Das dürftet Ihr ja
wohl beides haben. Oder?“ Sie
nickt. Sie kritzelt etwas auf einen Zettel. Sie geht. Dann dreht
sie sich noch einmal um und
fragt: „Was für Cola soll rein?
Coke zero, Coke light oder
Energy Coke?“ Ich versuche gefasst zu bleiben. „Ganz normale
Cola – die mit dem bösen Zucker drin.“ Die Bedienung –
Typ: Hungerhaken – scheint
bösen Zucker nicht zu mögen,
sie schaut ein bisschen angewidert. Ich füge noch hinzu:
„Achso, noch was, bevor Du
fragst: die Orangenlimonade
bitte auch gaaaanz normal.“
„Okay“, sagt sie: „Aber: In
welchem Verhältnis soll das gemischt werden?“ Ich: „Ungefähr halb, halb – aber etwas
mehr Cola.“ Fünf Minuten später bringt sie – mein Spezi. Ich
nehme einen Schluck, lächle.
Andere bestellen das gleiche
wie ich. Ich glaube, ich habe einen Trend gesetzt. Mit Spezi.
Ronny Thurow
NUMMER 174
UNTER WEGS
„Ich sorge gerne dafür, dass die bunten Bilder störungsfrei
ins Wohnzimmer gelangen.“
Wir packen’s an: Peter Wallisch aus Nöttingen, 43 Jahre, Informationselektroniker bei „Hifi Video Sonnet“.
WU SS TE N S IE SCHO N ...
...dass die Wikinger toughe Frauen hatten?
Als um 850 n. Chr. skandinavische
Schiffe an Englands Ostküste landeten, waren nicht nur Krieger an
Bord – sondern auch viele Frauen.
Sie griffen manchmal sogar selbst
zur Waffe, so Shane McLeod von
der University of Western Australia, der mehrere Wikingergräber
dieser Zeit im Osten Englands untersuchte. Seine Ergebnisse deuten
außerdem darauf hin, dass die Wikinger nicht nur auf reiche Beute,
sondern auch auf neues Siedlungsland in der Ferne hofften.
Bisher gingen Forscher davon
aus, dass sich einst vor allem die
Männer aufmachten, um an fremden Gestaden zu plündern. Nachdem in englischen Gräbern aber
immer mehr Schmuckstücke von
Wikingerinnen auftauchten, unter-
Von wegen Hausmütterchen: Wikingerinnen begleiteten ihre Männer und griffen auch selbst zur Waffe. FOTO: FOTOLIA
suchte der Historiker die Gebeine
in 14 bereits bekannten Wikingergräbern aus der Mitte des 9. Jahrhunderts. Das Ergebnis der Knochenanalyse: In sechs, vielleicht
sieben dieser Gräber lagen keine
Männer – sondern Frauen. Einer
der Toten hatten die Angehörigen
auch Waffen ins Grab gelegt – sie
war also vermutlich eine Kriegerin,
so McLeod.
Die Wikinger suchten England
seit den 850er-Jahren immer wieder heim. Wie in angelsächsischen
Chroniken jener Zeit zu lesen ist,
zogen sie plündernd und brandschatzend umher. Dass an Bord
der Schiffe auch zahlreiche Frauen
waren, könnte das Bild der beutehungrigen Barbaren jedoch relativieren. Aus: epoc
Die Bekanntmachung stammt
vom 15. September 1849: „Andreas Counis, gebürtig zu Genf, Carabinier im vormaligen I. DragonerRegiment, wurde überwiesen,
schon vor Ausbruch der Revolution die Soldaten durch aufreizende Reden zum Ungehorsam aufgefordert zu haben. Er nahm sodann theil an der in der Festung
Rastatt ausgebrochenen Meuterei, indem er mit mehreren Andern unter dem Rufe ,Es lebe die
Freiheit, es lebe die Republik!’ die
zum Einhauen gegen die Meuterer kommandierenden Soldaten
...aufforderte, die Säbel stecken
zu lassen und nicht gegen ihre
Brüder zu fechten. Dieser Aufforderung wurde von einem großen
Theil der Soldaten Folge geleistet
und dadurch das Einschreiten gegen die Rebellen verhindert.“
Vor das außerordentliche Kriegsgericht gestellt, wurde Andreas
Counis der Anstiftung zur Meuterei, der Teilnahme an mehreren
Gefechten, des dadurch verübten
Hoch- und Landesverrats und der
Treulosigkeit für schuldig erklärt
und zum Tode durch Erschießen
verurteilt. Die Exekution erfolgte
an jenem 15. September früh
morgens um 5 Uhr. Andreas Counis (geboren um 1827) war 1832
nach Pforzheim gekommen. Sein
Vater Jean-Francois wurde Besitzer einer Scheideanstalt. Er hatte
den Sohn gegen seinen Willen
zum Militär geschickt. In der Revolution von 1848/49 wurde er
zum Anhänger der badischen
Freiheitskämpfer. Als der Aufstand im Juli 1849 gescheitert
war, wurde Andreas Counis in
der Rastatter Festung gefangen
gehalten, in der er auch den Tod
fand. Sein Leichnam wurde im
Garten der Familie in Pforzheim
beigesetzt. Über dem Grab ließ
diese einen Obelisken errichten.
Das Original befindet sich heute
im Stadtmuseum. Eine Nachbildung steht auf dem Ehrenhain im
Hauptfriedhof und erinnert, wie
auch die Andreas-CounisStraße auf
dem Rod, an
den Freiheitskämpfer. ef-te
KR ÄUTER SCHULE – FOLGE 11
Das Hochbeet: Gärtnern wie im Mittelalter
HOCHBEETE SIND KEINE ERFINDUNGEN DER NEUZEIT, sondern sind
schon in den Klostergärten des
Mittelalters zu finden. Zeitgenössische Gartenpläne, Ausgrabungen und Bücher geben Aufschluss über Anlage und Anbauverfahren.
Es gibt gleich mehrere Gründe, Hochbeete in Kräutergärten
anzulegen. Oft ist der Boden verdichtet, zu schwer oder zu nass.
Auch Sandböden sind für die
Kräuterkultur wenig geeignet.
Wo das Gartengelände terrassiert
werden muss, können Hochbeete
eine gute Alternative für Trockenmauern sein.
Die Form des Hochbeetes richtet sich nach seinem Zweck und
der Vorliebe des Gärtners. Bewährt haben sich rechteckige
Kastenbeete. Sinnvolle Höhen
liegen zwischen 30 und 80 Zentimetern, die Breite sollte 1,50 Meter nicht überschreiten. Am einfachsten werden Hochbeete aus
Holzbohlen gebaut. Sie werden
durch Winkel miteinander verbunden und durch Holzpfähle an
ihrem Standort fixiert.
Geeignet sind Bohlen
Hochbeete im Klostergarten Riddagshausen in Braunschweig.
aus Lärchen-, Robinien- oder Eichenholz, weniger haltbar ist
Fichte. Palisadenhölzer sind in
verschiedenen Längen und Stärken erhältlich und zum Bau
von Hochbeeten ebenfalls
gut geeignet.
Kräuterschule
Besonders haltbar sind
online:
e/
Hochbeete aus Stein. Sie
www.pz-news.d
kraeuter
werden aus Kalksandstein,
Ziegel- oder Naturstein aufgemauert. Wegen ihres hohen
Gewichtes benötigen sie ein Fundament aus Beton. Auch Drahtkörbe mit Steinen gefüllt (Gabionen) eignen sich zum Errichten
von Hochbeeten prima.
Auf die Füllung kommt es an:
Das große Plus der Hochbeete ist
die Möglichkeit, durch das Einfüllen verschiedener Materialien
FOTO: BOHNE
unmittelbar auf den Bedarf der
einzelnen Pflanzen eingehen zu
können. Tonhaltige Erden werden mit Humus und Sand vermischt. Sandigen Erden werden
Tonanteile und Mineralien beigemengt. Am günstigsten ist jedoch
eine Füllung aus Häckselgut,
Laub, Mutterboden und Kompost. Das so gefüllte Hochbeet erwärmt sich schnell und setzt
langsam Nährstoffe frei: ideale
Wachstumsbedingungen für
Kräuter. Burkhard Bohne
Burkhard Bohne:
„Kräuter.
Das Praxishandbuch mit
500 Pflanzen im Porträt“,
254 Seiten, 29,90 Euro,
Kosmos-Verlag,
ISBN 978–3–440–11730–9
www.burkhard-bohne.de
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Seele and Geist
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