close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Entwicklung der Netze in der Beckenbodenchirurgie: Wie sieht die

EinbettenHerunterladen
Entwicklung der Netze in der
Beckenbodenchirurgie: Wie sieht die
Zukunft aus?
Journal für Urologie und
Homepage:
Urogynäkologie 2009; 16 (3)
www.kup.at/urologie
(Ausgabe für Schweiz), 27-29
Online-Datenbank mit
Autoren- und Stichwortsuche
Indexed in Scopus
Member of the
P . b . b .
0 2 Z 0 3 1 1 1 6 M ,
www.kup.at/urologie
V e r l a g s p o s t a m t :
3 0 0 2
P u r k e r s d o r f ,
E r s c h e i n u n g s o r t :
3 0 0 3
G a b l i t z
MED Netzwerk bietet Ihnen:
• Vernetzung von Ärztegruppen, Fachmedien und Fachgesellschaften
• Möglichkeit zum regelmäßigen fachlichen Austausch
• Zahlreiche DFP-zertifizierte Fortbildungsmöglichkeiten
Erfahren Sie mehr auf
www.mednetzwerk.at
Mit freundlicher Unterstützung von:
neu
Pharma-News
Pharma-News
Entwicklung der Netze in
der Beckenbodenchirurgie:
Wie sieht die Zukunft aus?
PROLIFT+M™ – die neueste Innovation im Bereich der Beckenbodenrekonstruktionssysteme – ist seit Juni
2009 in der Schweiz erhältlich. Dieses
Netz wird dank eines leichteren Flächengewichts, grösserer Poren und einer speziellen Webetechnik (bi-direktionale Elastizität) zu einer besseren
Heilung und höherem Patientenkomfort
führen. Eine kurze Beschreibung und
die Meinung des Beckenboden-Experten Dr. Hutter.
Die ersten Netze
Die Entwicklung der ersten Netze für
die Beckenbodenrekonstruktion wurde
durch die Erkenntnis getrieben, dass
konventionelle Raffungen mit hohen
Rezidivraten verbunden sind (29–40 %)
[1, 2]. Mit dem Einsatz von Polypropylene-Netzen (wie z. B. PROLIFT™,
siehe Kasten) konnten die Rezidiv-Raten deutlich verringert werden. Tausende von Frauen wurden seit der Einführung
von PROLIFT™ erfolgreich behandelt.
Post-operative Komplikationen nach
Netzimplantationen, wie Erosionen,
Schmerzen oder die Bildung von Granulomen, bleiben in geringem Rahmen, können jedoch heute dank innovativer Netzmaterialen und -strukturen mit optimierter
Biokompatibilität verbessert werden
(PROLIFT+ M™).
Die nächste Generation …
immer leichter?
Seit Neuestem ist das PROLIFT+M™Beckenboden-Rekonstruktionssystem
in der Schweiz erhältlich. Dieses fortschrittliche System kombiniert die langjährig bewährte Technik des PROLIFT™Systems in der Beckenbodenchirurgie
und ein innovatives Material, welches
sich in der Hernien-Chirurgie durch eine
starke Verbesserung der Gewebeintegration – im Vergleich zu gewöhnlichen
Netzen – ausgezeichnet hat.
Post-Resorption ist das Flächengewicht von PROLIFT+MTM nur
noch 28 g/m2 und die Porengrösse
ist bis zu 4 mm gross.
Das PROLIFT™-System
GYNECARE, Johnson & Johnson,
hat mit einer Expertengruppe von
9 französischen Ärzten während mehr
als 4 Jahren zusammengearbeitet, um
die PROLIFT™-Technik und Instrumente zu entwickeln. Das PROLIFT™-System ist in Europa seit
2005 erhältlich.
Das PROLIFT™-System für die Bekkenbodenrekonstruktion dient der Ge-
webeverstärkung und Stabilisierung
bei einem chirurgischen Eingriff zur
Behebung des urogenitalen Prolaps
der Frau (Zystozele, Rektozele, Total- oder Vaginalprolaps). Dieses
System wird nach der Tension-free
Vaginal Mesh- (TVM-) Technik implantiert, welche das Netz durch eine
3–5 cm langen Inzision in der Vagina
und 2–6 Einstiche (4 mm) im Bekkenbodenbereich platziert (Abb. 1).
Abbildung 1 :
Anteriores
PROLIFT™ -System mit
Instrumentarium.
Das neue PROLIFT+M™-Netz besteht
aus der innovativen Kombination
von PROLENE® (Polypropylene) und
MONOCRYL® (Poliglecaprone 25).
Der MONOCRYL®-Anteil resorbiert
nach 84 Tagen und hinterlässt dann ein
leichtgewichtiges, makroporöses Netz,
welches die Heilung und den Patientenkomfort verbessert. Tabelle 1 vergleicht die Netzeigenschaften von PROLIFT™ (Polypropylene) und PROLIFT+M™ (Polypropylene und Monocryl).
PROLIFT+M™ wurde speziell entwickelt, um dem Operateur und seinen Patientinnen folgende Vorteile
zu bieten:
1. Während der Operation
Das Netz ist genügend fest, um ein
einfaches Platzieren zu ermöglichen und Knittern oder Faltenbildung zu vermeiden [3–5].
Tabelle 1: PROLIFT™- und PROLIFT+M™-Netzeigenschaften.
PROLIFT™
Flächengewicht [g/m2]
Porengrösse [mm]
Laterale Festigkeit [mg/cm]
Longitudinale Festigkeit [mg/cm]
43
2,4
106
200
PROLIFT+M™
pre-Resorption
57
2,5
454
139
PROLIFT+M™
post-Resorption
28
4
179
18
J UROL UROGYNÄKOL 2009; 11 (3)
27
For personal use only. Not to be reproduced without permission of Krause & Pachernegg GmbH.
Pharma-News
2. Während der Heilungsphase
Das Netz ist stark genug, um Gewebe-Schrumpfungen zu widerstehen
und bietet den nötigen Support für
das Gewebe [4, 6, 7].
3. Nach der Heilungsphase
Nach 84 Tagen ist der MONOCRYL®-Anteil des Netzes resorbiert, sodass nur ein leichtes, flexibles Netz vorhanden bleibt, dieses ermöglicht:
● Eine optimale Gewebeintegration, da nur wenig Fremdmaterial im Körper bleibt [4, 6, 8].
● Eine geschmeidige Vaginalwand und gute vaginale Mobilität [9, 10].
● Zudem ist das Netz speziell gewebt, sodass es
– lateral genügend Support für
den Organprolaps bietet und
– longitudinal sehr flexibel ist,
um die vaginale Mobilität zu garantieren (Abb. 2).
Die Zwischenresultate einer multizentrischen, prospektiven Studie
wurden an der IUGA 2009 in Como
präsentiert [11]. Diese ersten Resultate mit 3 Monaten Nachbeobachtungszeit zeigen keine de novoDyspareunie. Zudem berichten 75 %
der sexuell aktiven Patientinnen,
welche präoperativ an Dyspareunie
litten, von diesen Schmerzen befreit
zu sein.
Abbildung 2: Bi-direktionale Elastizität von PROLIFT+ M™
Wie können grössere Poren die Komplikationen reduzieren?
Fibrose bildet sich um die Fäden
des Netzes. Zu kleine Poren können
zu einer Narbenplatte führen
Bei makroporösen Netzen sorgt
die Distanz zwischen den Poren
für ein flexibles Gewebe
In der Hernien-Chirurgie haben sich leichtgewichtige, makroporöse Netze –
dank ihrer besseren Gewebeintegration und geringeren Komplikationsrate –
durchgesetzt. Grossporige und leichtgewichtige Strukturen zeigen eine signifikant reduzierte Fremdkörperreaktion und verbesserte Integration des Netzes in
das umliegende Gewebe [3].
Literatur
1. Olson WH, Redmond GP, Lippman JS, Kafrissen
ME, Jones TM, Jorizzo JL. Norgestimate and ethinyl
estradiol in the treatment of acne vulgaris: a randomized, placebo-controlled trial. Obstet Gynecol 1997;
89: 501–6.
2. Marchionni M, Bracco GL, Checcucci V, Carabaneanu A, Coccia EM, Mecacci F, Scarselli G.
True incidence of vaginal vault prolapse. Thirteen
years of experience. J Reprod Med 1999; 44: 679
–84.
3. Klinge U, Klosterhalfen B, Müller M, Ottinger AP
et al. Shrinkage of Polypropylene mesh in vivo. An
experimental study in dogs. Eur J Surg 1998; 164:
965.
4. Cobb W, Burns JM, Peindl RD, Carbonell AM,
Matthews BD et al. Textile Analysis of Heavyweight, middle-weight and light-weight Polypropylene in Porcine Ventral Hernia Repair. J Surg Res
2006, 136: 1–7.
5. Laschke MW, Häufel JM, Thorlacius H, Menger
MD. New experimental approach to study host tis-
28
J UROL UROGYNÄKOL 2009; 11 (3)
sue response to surgical mesh materials in vivo.
J Biomed Mater Res A 2005; 74: 696–704.
6. Boukerrou M, Rubod C, Dedet B, Boodhum R,
Nayama M et al. Tissue resistance of the tension
free-procedure: What about healing? Int Urogynecol
J 2008; 19: 397–400.
7. Klosterhalfen B, Junge K, Klinge U. The lightweight and large porous mesh concept for hernia repair. Expert Rev Med Devices 2005; 2: 103-17.
8. Boukerrou M, Boulanger L, Rubod C, Lambaudie
E, Dubois P et al. Study of the Biomechanical properties of synthetic mesh implanted in vivo. Eur J
Obstet Gynecol Reprod Biol 2007; 134: 262–7.
9. Rubod C, Boukerrou M, Brieu M, Jean-Charles C
et al. Biomechanical properties of vaginal tissue:
preliminary results. Int Urogynecol J 2008; 19: 811–
6.
10. Cosson M, Debodinance P, Boukerrou M,
Chauvet MP et al. Mechanical Properties of synthetic implants used in the repair of prolapse and urinary incontinence in women: which is the ideal
mesh? Int Urgynecol J 2003; 14: 169–78.
i mehr Informationen?
Kontaktieren Sie Ihren Gynecare
Ansprechpartner oder:
Johnson & Johnson Medical
GYNECARE
CH-8957 Spreitenbach
Rotzenbühlstrasse 55
Tel. +41 (0)56 417 33 33,
Fax +41 (0)56 417 35 75
E-Mail: info@gynecare.ch
www.womenhealth.ch
Pharma-News
„ Interview mit Dr. Hutter:
Erfahrungen und Erwartungen im Bereich
Beckenbodenchirurgie
Dr. med. Othmar Hutter,
Kantonsspital St. Gallen [OH]
Gynecare, Johnson & Johnson [GC]
[GC] Wie sind Ihre Erfahrungen
mit dem PROLIFT™-System?
[OH] Ich weiss noch, als Dr. Clavé aus
Nizza nach St. Gallen angereist ist, um
uns auf PROLIFT zu schulen. Das war
vor über 3 Jahren. Damals war es eine
sehr innovative Technik; heute führen
wir 50–100 PROLIFT-Operationen im
Jahr durch – mit grossem Erfolg. Früher haben wir konventionelle Raffungen gemacht, welche mit relativ hohen
Rezidivraten verbunden sind. Mit dem
PROLIFT-System sind 95 % unserer
Patientinnen gleich post-operativ und
auch später ohne Beschwerden.
[GC] Was sind für Sie die Indikationen für eine PROLIFT™Netzeinlage?
[OH] Aufgrund der sehr guten Erfahrungen, die ich mit PROLIFT gemacht
habe, sind Alter und sexuelle Aktivität
der Patientin nicht mehr die ausschlaggebenden Kriterien. Ich richte meine Indikationen hauptsächlich nach dem
Schweregrad des Deszensus, ab Stadium 3 lege ich ein Netz ein – sofern keine
Kontraindikationen (wie z. B. bestehender Kinderwunsch) vorliegen.
„Das Wichtigste ist eine gute Indikationsstellung und eine genaue
Technik […], dabei spielt die Erfahrung des Operateurs eine bedeutende Rolle.“
Dr. med. Othmar Hutter,
Kaderarzt im Kantonsspital St. Gallen,
hat seit 2006 rund 200
Patientinnen mittels
Netz-gestützter
Beckenbodenrekonstruktionssysteme
(PROLIFT™ ) erfolgreich
behandelt.
[GC] Werden Sie diese Indikationen mit dem Gebrauch des PROLIFT+ M™-Systems ändern?
[OH] Momentan nicht, ich möchte
zuerst langfristige Resultate in der
Beckenbodenrekonstruktion sehen.
[GC] Wie sieht für Sie die Zukunft
der Netzsysteme für die Beckenbodenrekonstruktion aus?
[OH] Seit einigen Jahren gibt es einen
klaren Trend zu leichteren Netzen mit
grösseren Poren, da sich gezeigt hat, dass
diese Netze zu einer besseren Gewebeintegration führen. Ich denke, dass teilresorbierbare Netze in der Zukunft immer
mehr gebraucht werden. Vielleicht kommen einmal auch ganz resorbierbare Netze? Es ist jedoch nicht klar, wie dies den
nötigen Support bieten kann. Es werden
auf jeden Fall noch viele Überraschungen auf uns zukommen.
[GC] Welche Empfehlungen geben
Sie Ihren Kollegen, welche neu mit
Netzen in der Beckenbodenrekonstruktion arbeiten?
[OH] Das Wichtigste ist eine gute Indikationsstellung und eine genaue Technik – Nadeln und Netz müssen anatomisch richtig platziert werden, ohne
zusätzlich Gewebe zu verletzen. Dabei
spielt die Erfahrung des Operateurs eine
bedeutende Rolle. Ich empfehle meinen
Kollegen, diese Technik im Team zu-
sammen zu erarbeiten und sich auf wenige Operateure zu fokussieren.
Es ist für mich auch wichtig, mit einem
Produkt zu arbeiten, das guten Support
bietet und genügend flächendeckend ist
(bis zum Arcus Tendineus Fasciae Pelvis).
Auf der anderen Seite muss es leicht
und flexibel sein, sodass sich keine
Narbenplatten bilden. Entscheidend ist
auch, das Netz spannungsfrei zu platzieren, da ein zu angespanntes Netz zu
Dyspareunien führen kann.
[GC] Was sind für Sie die wichtigsten Eigenschaften von PROLIFT+
M™ im Vergleich zu PROLIFT™?
[OH] Die Idee, lateral mehr Support
und longitudinal mehr Flexibilität zu
bieten, finde ich exzellent. Ich bin gespannt zu sehen, wie es die langfristigen
Resultate im Beckenboden beeinflussen
wird.
„Entscheidend ist auch das Netz
spannungsfrei zu platzieren, da ein
zu angespanntes Netz zu Dyspareunien führen kann.“
[GC] Inwiefern denken Sie, dass
das neue PROLIFT+M™ die mittelbis langfristigen Resultate dieser
Operationen beeinflussen wird?
[OH] Ich erhoffe mir von PROLIFT+
M, dass es Erosionen, Dyspareunien,
das Bilden von Narbenplatten und
Schrumpfungen reduziert – bei gleich
guter Erfolgsrate. Die 3-Monats-Daten
[11] sehen vielversprechend aus, langfristige Resultate müssen dies jedoch
noch bestätigen.
Literatur:
11. Milani A L, Lobodasch K et al. A light-weight
mesh system for trans-vaginal mesh repair: interim
3-month results, IUGA 2009; Abstract 162.
J UROL UROGYNÄKOL 2009; 11 (3)
29
NEUES AUS DEM VERLAG
Abo-Aktion
Beziehen Sie die elektronischen Ausgaben unserer Zeitschriften kostenlos.
Die Lieferung umfasst 4 Ausgaben pro Jahr zzgl. allfälliger Sonderhefte.
Unsere e-Journale stehen als PDF-Datei zur Verfügung und sind auf den meisten der
marktüblichen e-Book-Readern, Tablets sowie auf iPad funktionsfähig.
P
P
୊ Bestellung kostenloses e-Journal-Abo
Besuchen Sie unsere zeitschriftenübergreifende Datenbank
୊ Bilddatenbank
P ୊ Artikeldatenbank P ୊ Fallberichte
Besuchen Sie unsere Rubrik ୊ Medizintechnik-Produkte
P
MediTEX IVF
Critex GmbH
Vagiwell
Gynial GmbH
Oosafe+Labwipes
Gynemed GmbH
EVIE
Kairos Life
Science GmbH
OCTAX Log &
Guard O2-Sensor
MTG Medical
Philips Clear Vue
650 Mides GmbH
Mikropipetten
Labotect GmbH
SAFE Sens
Origio GmbH
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
3
Dateigröße
651 KB
Tags
1/--Seiten
melden