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Bunt wie der Sprengelkiez – der neue Quartiers- und Vergabebeirat

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Der Kiezbote
Die Stadtteilzeitung für den Sprengelkiez. KiBo Nr. 3 / 2013
Bunt wie der Sprengelkiez –
der neue Quartiers- und Vergabebeirat
Vorwort
9
Erzählcafe im Sprengelkiez
2
9
Safiye Akgündüz und Siemen Dallmann:
Gemeinschaftsausstellung im SprengelHaus
Die Coca-Cola-Dose und der Krieg in Afghanistan
Mein Kiez
3
Was bedeutet Bi-Kulturalität für unsere Kinder?
3
Afro-Aerobic, der neue Tanzstil
4
MSA - den Mittleren Schulabschluss nachholen für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund
5
Das Lynartalent
6
Fest der Nachbarn am 31. Mai: Wir feierten mit
7
Wahlen im Kiez
10
"Die Quartiersräte müssten sich als Lobbyisten
ihres Kiezes verstehen." Interview mit dem CDU- Politiker Volker Liepelt
12
Ein dickes Dankeschön an den bisherigen
Quartiersrat
12
„Das war toll!“
Das Studio Balu im Geburtstagsfieber
13
Sprengelkiez wählte neuen Quartiers- und
Vergabebeirat
7
NARUD e.V. - Network African Rural and Urban Development - stellt sich vor
14
Bunt wie der Sprengelkiez – der neue Quartiers- und Vergabebeirat
8
Salsatude: Salsa und Attitude
14
Stimmen zur Quartiersratswahl
8
SCHÖNES + UNSCHÖNES aus Sicht von Senioren
16 Gut zu wissen
Vorwort
Die Coca-Cola-Dose
und der Krieg in Afghanistan
Impressum
Herausgeber
LoNam Verlag/ Afrika
Medien Zentrum e.V.
Torfstr. 12, 13353 Berlin
Tel.: (030) 97 89 55 36
Fax: (030) 96 08 99 97
EMail: kiezbote@lonam.de
www.lonam.de
V.I.S.D.P.
Hervé Tcheumeleu
Redaktion
Hervé Tcheumeleu,
Siemen Dallmann, Karin
Liersch, Narcisse Djakam,
Ronja Sommerfeld,
Sophie Laage, Marie
Böhm, Sarah Kilter
Mitarbeiter dieser
Ausgabe
Anne Wispler, Anne
Gebauer, Thorsten Haas,
Otto Zimmermann,
Gerhard Hagemeier,
Abdoul Rasiou, und Raissa
Eichert, Carola Patalano,
Claude Raoul, Lioba
Reckfort
Titelbild
Gruppenfoto von
neuen Quartiers- und
Vergabebeirat
Korrektur
Ronja Sommerfeld,
Barbara Kamposch
Druck: Druckerei
Dienstleistung
Auflage: 4000 Exemplare
Gefördert durch die
Europäische Union,
die Bundesrepublik
Deutschland und
das Land Berlin im
Rahmen des Programms
„Zukunftsinitiative
Stadtteil“ - Teilprogramm
„Soziale Stadt“.
"Wenn du anderen schadest, bleibst du unfrei.
Solange du aber anderen nicht schadest, kannst du in Freiheit tun, was immer du magst."
I
ch möchte Euch ein kleines Ereignis erzählen,
das sich vor kurzem zugetragen hat…
In einem Berliner Park traf ich auf einem Spaziergang einen jungen Mann mit einer Cola-Dose
in der Hand. Er grüßte mich und ich grüßte zurück. Er war ein redseliger Mensch und fing gleich
an, mir seine Weltsicht darzustellen. „Das ist ja
alles so schlimm in der Welt! Und in Afghanistan
schlägt einer den anderen tot…, Taliban, Besatzungstruppen… Was da für eine Gewalt ausgeübt
wird!“ Er wusste recht gut Bescheid, selbst über
Details der eingesetzten Waffensysteme. Ich hörte zu, er erzählte und trank seine Coca-Cola.
Als seine Dose leer war, warf er sie in einen Sandkasten, in dem gerade ein paar Kinder spielten.
Ich sagte nichts, ging zum Sandkasten, nahm die
Cola-Dose und warf sie in den nahen Mülleimer.
„Gerade hast DU Gewalt ausgeübt“, sagte ich. Er
sah mich nur erstaunt an.
Ich erklärte ihm, was ich meinte: „Ein wichtiges
Interesse der Kinder ist es, zu spielen. Dafür
ist der Sandkasten da. Wenn er vermüllt wird,
schränkst du die Ausübung ihrer Interessen ein.
Du nimmst ihnen die Freiheit, ihr Spiel-Interesse
zu verwirklichen. Wenn du die Interessen deiner
Mitmenschen einengst und ihnen ihre Aktionsfreiheit nimmst, übst du Gewalt aus.“
Er sah mich verständnislos an, holte eine neue
Cola aus seiner Tasche und redete weiter über
Afghanistan. Ich ließ ihn stehen und ging meiner
Wege.
„Was hat er mit der Gewalt in Afghanistan zu tun?
Afghanistan ist weit weg, der Sandkasten nicht,
nur einen Cola-Dosen-Wurf“, dachte ich. Er sah
nur die Gewalt in der Welt, die auf ihn irgendwie
wirkte. Sah aber nicht die Gewalt, die er selbst
ausübte, Kleinkram nur, aber trotzdem…
Fit im Alter – Sturzvermeidung
Dienstags 9:00 bis 10:00 und freitags 15.00
bis 16:00 im Gymnastiksaal des SprengelHauses
Mit zunehmendem Alter erhöht sich das Sturzrisiko. Aus Stürzen können Verletzungen
folgen, die mit Krankenhausaufenthalt oder
dauerhaften Einschränkungen einhergehen.
Im Kurs „Fit im Alter – Sturzprävention“ erfolgt
eine Beratung zur Sturzvermeidung verbunden mit speziellem Kraft- und Balancetraining.
Es ist ein Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Beweglichkeit und Selbständigkeit in
2
KiBo Nr. 3
Eine Cola-Dose auf dem Boden des Sprengelparks (c) AMZ
Sehen wir nicht nur auf die Gewalt, die auf uns
wirkt, sondern auch auf die Gewalt, die wir in uns
tragen. Vor allem unsere eigene innere Gewaltbereitschaft, zum Beispiel, andere in ihren Interessen einzuschränken, ist interessant, denn von der
können wir uns befreien. Wählen wir die Gewaltfreiheit für unser Handeln! Befreien wir uns selbst
von unserer inneren Gewalt!
Erst auf der Basis der Gewaltfreiheit jedes einzelnen kann Frieden entstehen. Sozialer Frieden,
Frieden in uns selbst und schließlich Frieden in
der Welt, bis hin zu Afghanistan.
Wähle die aktive Gewaltfreiheit, sag nein zur Gewalt und zum Krieg!
„Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“
Werden wir uns klar über das humanistische Prinzip der Gewaltfreiheit und der Solidarität. Fangen
wir mit der Coca-Cola-Dose an und machen dann
weiter, bis Afghanistan. Aber das dann nicht mehr
allein, sondern mit Gleichgesinnten, die dieses
Prinzip auch verstanden haben.
Otto Zimmermann
Creative Commons, Synthese Verlag
der zweiten Lebenshälfte.
Das Training folgt einem Konzept der AOK
Nordost, die auch die benötigten Übungsgegenstände zur Verfügung stellt.
Die Teilnahme ist entgeltfrei – um eine Spende
wird gebeten.
Wenn Sie Interesse haben, wenden Sie sich
bitte an: Gemeinsam im Stadtteil e.V., Herr
Rennert / Frau Wöhler, Telefon: 45 02 85 24
info@gisev.de
Das Angebot wird möglich durch eine Förderung des Bezirksamts Mitte von Berlin und wird
in Kooperation mit dem Moabiter Ratschlag
e.V. durchgeführt.
Juni / Juli 2013
Mein Kiez
Was bedeutet Bi-Kulturalität für unsere Kinder?
Im Rahmen des Festes der Nachbarn wurde auch eine Podiumsdiskussion veranstaltet
I
n vielen Ländern Europas wurde am
31. Mai 2013 das Fest der Nachbarn
gefeiert, um Nachbarn auch in großen Städten, wo der Einzelne bekanntlich in der Masse untergeht, einander
näherzubringen. Auch der Sprengelkiez
war wieder dabei: Im SprengelHaus
und in der Konfliktagentur in der Sparrstraße wurden zahlreiche Leckereien
angeboten, Ballons in den Himmel geschickt, Flyer und Infos verteilt und eine
Wünsche werden in den Himmel geschickt (c) AMZ
Hüpfburg für die Kinder zur Verfügung
gestellt.
Doch es wurde nicht nur gefeiert, sondern auch diskutiert: Noch vor dem offiziellen Start des Festes fand im SprengelHaus eine Podiumsdiskussion zum
Thema „Bi-Kulturalität als Chance für
Kinder“ statt. Die Teilnehmenden gingen, moderiert von Stefan Peter von der
WeTek gGmbH, auf Hindernisse und
Möglichkeiten für ‚bi-kulturelle‘ Kinder Podiumsdikussion mit İlkin Özışık, Özlem Ayaydinl und
Sieglinde Henrichs (c) AMZ
ein sowie auf die Konsequenzen, die
angesichts einer wachsenden ‚Multi-Kulti‘- bildungspolitische Sprecher der SPDGesellschaft zu ziehen seien.
Fraktion İlkin Özışık setzt dem entgegen,
Quartiersmanagerin Özlem Ayaydinli er sei Moabiter. „Natürlich hat man Wurmerkt an, dass der Migrationshintergrund zeln, aber ich bin Teil dieser Gesellschaft“,
immer noch als negativ gesehen werde. erklärt der 41-Jährige. Dennoch werde er
„Das erschwert natürlich die Kommunika- sehr häufig als Türke betrachtet und in eine
tion“, meint sie. Auch wird angesprochen, Schublade gesteckt. Solche und ähnliche
wie häufig Menschen als ‚Migranten‘ oder Erfahrungen haben wohl viele Migranten
‚Personen mit Migrationshintergrund‘ ab- oder Deutsche mit ausländischen Wurzeln
gestempelt werden, ohne dass dies den gemacht. „Vorurteile abstellen geht nicht“,
Tatsachen entspricht. Der Diskutant und so Sieglinde Henrichs von der Osterkita.
S
Ronja Sommerfeld
Afro-Aerobic, der neue Tanzstil
eit Juni 2013 gibt es im Sprengelkiez ein ganz neues Konzept
von Fitnesstanz: Afro-Aerobic.
Der ausgebildete Aerobic-Trainer Duplex Ngoko bringt auf Grundlage seiner Kenntnisse des Aerobic-Trainings
seinen Teilnehmern afrikanische Tanzschritte bei. Der Kurs eignet sich sowohl als Fitnesstanz als auch dazu, um
spielerisch afrikanische Tanzschritte zu
lernen, die im fortgeschrittenen Stadium zu einstudierten Tänzen ausgebaut
Aerobic-Trainer Duplex Ngoko (c) Lioba Reckfort
werden.
Duplex Ngoko über die Vorteile des
afrikanischen Tanzes beim Aerobic: "Im Beweglichkeit gibt ein neues Lebensgefühl
afrikanischen Tanz wird viel die Bewegung und wirkt gegen jegliche Anspannungen,
der Hüfte und der Schultern trainiert. Die die wir uns im Alltag zulegen. Deshalb ist
Juni / Juli 2013
„Die Frage ist: Wie gehe ich damit um?“
Im Erziehungswesen seien Fachkräfte mit unterschiedlichem sprachlichen
Hintergrund immer ein Türöffner. Doch
ein Erzieherteam so zu besetzen, dass
alle Hintergründe der Kinder vertreten
sind, ist nicht realisierbar. Eine Sensibilisierung der ErzieherInnen für die kulturellen Unterschiede ist von enormer
Bedeutung. Wie in allen Berufen zählt
in erster Linie die Kompetenz und die
Motivation von ErzieherInnen. Die Quartiersmanagerin ist sicher, dass Kompetenzen wichtig sind und nicht nur die
interkulturelle Zusammensetzung.
„Es ist auf jeden Fall eine Bereicherung,
dass es uns gibt. Für uns alle“, betont
Özışık im Hinblick auf die Bi-Kulturalität.
Das Potenzial, dass die Gesellschaft
durch Menschen mit interkulturellen
Wurzeln erhält, die sich innerhalb mehrerer Sprachen, Kulturen und vielleicht
Religionen bewegen können; alle in der
Gesellschaft tragen die Verantwortung für
ein posivies Miteinander. Somit sind alle
gefordert. Sprache ist hierfür der Schlüssel. Andererseits, wie aus den Reihen des
Publikums erklärt wird, gehe es darum,
offen zu sein für das Andere und die dargebotene Vielfalt. In dieser Hinsicht, meint
Ayadinili, könnten sich die Erwachsenen
viel von den Kindern abgucken.
KiBo Nr. 3
es sinnvoll, die Schritte beider
Tanzstile zu kombinieren."
Der Kurs findet jeden Dienstag
von 18 bis 19:15 Uhr im Gymnastikraum des SprengelHauses
statt. Im Anschluss bietet Duplex
Ngoko zusätzlich Stretching:
Bauch, Beine, Po an.
Kosten: 12,-/ 20,- Euro ermäßigt/
normal pro Monat
Mit Kinderbetreuung!!!
Kosten: 2,50 Euro pro Betreuung.
Anmeldung: Intergalaktischer
kulturverein@gmail.com
0157/ 84 56 9119
Lioba Reckfort
3
Mein Kiez
Kostenlose Antragshilfe in
der NachbarschaftsEtage
Egal ob es um Anträge für Arbeitslosengeld I oder II, Grundsicherung oder
Wohngeld geht: ab dem 24. Mai bietet
die NachbarschaftsEtage eine kostenlose, ehrenamtliche Beratung beim
Ausfüllen von Anträgen an.
Interessierte können sich mit ihren Unterlagen freitags, von 11 bis 13 Uhr, in
der Alten Werkstatt (Osloer Straße 12,
EG) beim Ausfüllen der Formulare unterstützen lassen.
Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen:
NachbarschaftsEtage - Alte Werkstatt
Osloer Straße 12, 13359 Berlin
Tel.: 497 66 041 Fax: 499 02 333
Mail: alte-werkstatt@nachbarschafsetage.de
Historischer Tanz
Mittwochs 15:30 bis 17:30 im Gymnastiksaal des SprengelHauses
Jeden Mittwoch werden historische
Tänze unter Leitung von Oliver H. Herde gelernt und geübt. Die meisten Tänze stammen aus dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit. Die Freude
am gemeinsamen Tanzen steht im
Vordergrund. Gleichzeitig wird in der
Bewegung das Gedächtnis trainiert.
Ein Spaß für Alt und Jung! Für Interessierte mit und ohne Vorkenntnisse. Der
Einstieg ist jederzeit möglich.
Weitere Informationen auf der Website: ohher.de/Tanz.htm
Kontaktaufnahme mit Herrn Herde
über: 45 49 32 97 oder botenmeister@
zge.de
Kostenbeteiligung pro Teilnehmenden
und Monat: 3 €
Das Angebot wird möglich durch eine
Förderung des Bezirksamts Mitte von
Berlin und wird in Kooperation mit dem
Moabiter Ratschlag e.V. durchgeführt.
PC-Unterstützung für
Nachbarn über 55
Donnerstags 10:00 bis 12:00
im PC-Raum des SprengelHauses
Computer und PCs können uns in vielen
Fragen des Lebens und Alltags helfen.
Wir müssen nur wissen, wie. In einem
4
MSA - den Mittleren Schulabschluss
nachholen für Frauen mit und ohne
Migrationshintergrund
D
er Mittlere Schulabschluss entspricht dem früher in Berlin gebräuchlichen Realschulabschluss.
Der Mittlere Schulabschluss (MSA) ist
entscheidend bei der Suche nach einem
Ausbildungsplatz, für den Besuch von
Fachschulen oder der gymnasialen Oberstufe.
Der Mittlere Schulabschluss besteht aus
zwei Teilen: 1) einer schriftlichen Prüfung
in Mathematik, Deutsch, der 1. Fremdsprache und einer vierten „Prüfung in besonderer Form“, in der Schülerinnen und
Schüler in der Regel eine Gruppenprüfung
in Form einer Präsentation ablegen. Hier
können sich die Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden, in welchem vierten
Fach sie geprüft werden wollen. Mögliche
Fächer sind: Geschichte, Geografie, Sozialkunde, Physik, Chemie, Biologie. Eine
nicht bestandene schriftliche Prüfung
kann durch eine im letzten Schuljahr eingeführte zusätzliche mündliche Prüfung
ausgeglichen werden. 2) Der zweite Teil
des MSA, der sogenannte Jahrgangsteil,
setzt sich aus den Noten des abgelaufenen Jahrgangs zusammen.
MSA nachholen bei WeTeK im SprengelHaus
Gerade viele Frauen mit Migrationshintergrund im Sprengelkiez haben ihre Kompetenzen und Fähigkeiten für Berufe im sozialen oder erzieherischen Bereich entdeckt
und gestärkt. Um in diesen Berufsfeldern
Perspektiven entwickeln zu können, fehlt
oftmals eine entscheidende Voraussetzung, der Schulabschluss.
„MSA nachholen bei WeTeK im SprengelHaus“ bereitet vor allem Frauen mit Migrationshintergrund auf die externe Prüfung
zum Mittleren Schulabschluss, MSA Berlin, vor. Mit der erfolgreich absolvierten
Prüfung ist der Zugang z. B. zur Erzieherinnenausbildung offen.
Kurs, der sich vor allem an über 55jährige wendet, werden Grundlagen der PC –
Nutzung vermittelt, und anschließend ist
Zeit, im eigenen Tempo unter Anleitung
zu üben, wie z.B. das Schreiben in Word
oder digitale Bildbearbeitung.
Kostenbeteiligung 1 € pro Termin.
KiBo Nr. 3
Die Vorbereitung auf die Nichtschülerprüfung unterscheidet sich zwar bezüglich des Rahmenlehrplans nicht von dem
in Regelschulen erworbenen Mittleren
Schulabschluss, wohl aber in der Art der
Prüfung und der Vermittlung der Inhalte.
Für das Zeugnis der Nichtschülerinnen,
die den MSA erwerben, zählen nur die
Prüfungsergebnisse. Es müssen drei
schriftliche Prüfungen in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch
absolviert werden. Alle anderen Fächer
werden nur mündlich geprüft. WeTeK bereitet die Schülerinnen auf die mündlichen
Prüfungen in den Fächern Geschichte/
Sozialkunde, Erdkunde und Biologie vor.
Um wieder ins Lernen zu kommen, werden Lerntechniken/ -strategien zum
selbstständigen Wissenserwerb vermittelt. Dann stehen weitere Lerninhalte auf
dem Stundenplan wie Training der Kommunikation, Konfliktfähigkeit, aber auch
der Medienkompetenz oder gezieltes Bewerbungstraining.
Für jede Teilnehmerin wird ein individueller Förder- und Prüfungsvorbereitungsplan erstellt, um ein gezieltes Lernangebot zu ermöglichen und Lernfortschritte zu
erfassen.
Laut Pressemitteilung vom 29.06.2012 haben 2012 in Berlin 89% der Schülerinnen
und Schüler den mittleren Schulabschluss
bestanden. Von den Teilnehmerinnen bei
WeTeK sogar 100 %. Der nächste Kurs
startet im August mit 12, max. 15 Teilnehmerinnen. Wer jetzt interessiert ist und
seinen Mittleren Schulabschluss nachholen möchte, melde sich bei WeTeK Berlin
GmbH, in der Sprengelstraße 15, 2. Hof,
1. Etage, 13353 Berlin oder rufe einfach
mal an: Tel. 030/46507199. Ihr könnt aber
auch eine Mail an msa@wetek.de schicken.
WeTeK/Siemen Dallmann
Wenn Sie Interesse haben, wenden Sie
sich bitte an: Gemeinsam im Stadtteil
e.V., Herr Rennert / Frau Wöhler, Telefon: 45 02 85 24 info@gisev.de
Das Angebot wird möglich durch eine
Förderung des Bezirksamts Mitte von
Berlin und wird in Kooperation mit dem
Moabiter Ratschlag e.V. durchgeführt.
Juni / Juli 2013
Mein Kiez
Das Lynartalent
Im November 2013 ist es wieder soweit. Ambitionierte, schauspielinteressierte Kinder der Brüder-Grimm-Grundschule im Alter von 9-13 Jahren führen das Theaterstück „Lynartalent" auf.
Der Kiezbote
Die Stadtteilzeitung für den Sprengelkiez.
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ich!
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Kinder der Theatergruppe während der Probe für das Stück "Das Lynartalent" (c) AMZ
D
as „Lynartalent“ erzählt vom
Recruiting bis zum Finale die
Geschichte einer Casting-TVProduktion. Es zeigt die Castingshow
an sich, aber auch Situationen, die sich
hinter der Bühne abspielen sowie private
Situationen des Castingensembles. Der
Produzent der Castingshow steht unter
ständigem Konkurrenzkampf, mit ähnlichen TV-Formaten mitzuhalten. Dieser
Druck, die Einschaltquote zu bewahren,
führt dazu, dass die Teilnehmer zu immer drastischeren Handlungen getrieben
werden.
Das vollendete Stück wird aus vorab gedrehten Filmszenen und live dargestellten Theaterszenen bestehen. Diese Vorgehensweise ermöglicht den Kindern,
während der Aufführung aufzuatmen,
und begünstigt die erforderliche Leistung
und Ausdauer.
Das Gender-Theatre-Projekt, bestehend
aus einer Mädchengruppe, betreut von
Christiane Weigel, und einer Jungengruppe, betreut von Frank Schikore,
richtet sich vor allem an Kinder mit Migrationshintergrund. Die beiden Gruppen
proben abwechselnd zusammen und getrennt voneinander, haben das Stück jedoch gemeinsam entwickelt und werden
es ebenso gemeinsam aufführen. Als ein
QF3-Projekt wird es aus Mitteln des Programms "Soziale Stadt" gefördert.
Bereits seit Februar 2013 sind die Proben
in der Jugendfreizeiteinrichtung „Lynar“
in vollem Gange. Neugierige Schüler der
Brüder-Grimm-Grundschule zwischen 9
und 13 Jahren können noch in die Theatergruppe einsteigen.
Sarah Kilter
Offene Redaktionssitzung am
Mittwoch, dem 11.07. um 16.30
Uhr im Afrika Medien Zentrum,
Torfstr. 12.
eih vorb
Einfac en!!!
m
kom
Das Titelthema der
nächsten Ausgabe steht
noch nicht fest.
Über Vorschläge freuen
wir uns sehr!
ter
Kiezrepor
gesucht!
Sie schreiben gern, Sie sind im
Kiez unterwegs? Wir bilden Sie
zum Kiezreporter aus.
Einfach bei der KiezbotenRedaktion melden:
Tel.: 978 95 536
E-Mail: kiezbote@lonam.de
Mein Kiez
Fest der Nachbarn am 31. Mai: Wir feierten mit
Mit einem eigenen Fest beteiligte sich der gemeinnützige Verein „Konfliktagentur im Sprengelkiez – Stadtteilmediation
Wedding“ am europaweiten Fest der Nachbarn. Die elf ehrenamtlich tätigen Mediatorinnen und Mediatoren boten in den
seit vier Jahren bestehenden Räumen der Konfliktagentur in der Sparrstraße 19
Kaffee und selbst gebackenen Kuchen an.
N
achbarinnen
und Nachbarn
waren herzlich
eingeladen, sich kulinarisch verwöhnen
zu lassen und sich
über das Angebot der
Konfliktagentur zu informieren. Auf dem
Gehweg wurden zwei
Biertische nebst Bänken aufgebaut. Damit
die Kleinen auch auf
ihre Kosten kommen,
war in der Zeit von 15
bis 20 Uhr auf dem
Sparrplatz eine zwölf
Quadratmeter große
Hüpfburg aufgebaut.
Gegen die Isolation:
Soziale Bindungen
stärken
Das Fest der Nachbarn ist eine Initiative,
Kinder spielen auf der Hüpfburg beim Fest der Nachbarn, organisiert von der "Konfliktagentur" (c) Gerhard Hagemeier
die soziale Bindungen zwischen Nachbarn fördern und der weit verbreiteten Konfliktagentur schnell und umfassend meinwesen unterstützt Menschen dabei,
Isolation und Anonymität in den Städten vermitteln. Indem wir die Bewohnerinnen Konflikte in ihrer unmittelbaren sozialen
Europas entgegenwirken soll. 2012 ha- und Bewohner in ihren Konfliktsituationen Umgebung konstruktiv zu lösen. Langfrisben zehn Millionen Menschen in 32 Län- individuell und kompetent begleiten, un- tig entsteht so ein kooperativer und aufdern das Fest der Nachbarn gefeiert. „Ich terstützen wir sie dabei, eigene Lösungen merksamer Umgang miteinander, der die
wünsche mir sehr, dass dieses Fest den zu erarbeiten, bei denen die Interessen Anwohner stärker in die lokale GemeinMenschen überall die Möglichkeit bietet, aller Beteiligten gewahrt bleiben.
schaft einbindet.
zueinander zu finden und neue, dauerhaf- Wir haben Erfahrungen unter anderem in Beratung und Nachbarschaftsmediation
te Verbindungen aufzubauen“, sagte der Nachbarschaftsstreitigkeiten, Problemen sind für die Bewohnerinnen und BewohGründer der European Neighbours´ Day- in Familie und Partnerschaft, Konflikten im ner des Sprengelkiezes kostenfrei, wir
Arbeitskontext und in Vereinen, interkultu- freuen uns jedoch über Spenden. SelbstInitiative, Atanase Périfan.
Traditionell gab es in den vergangenen rellen Streitigkeiten sowie Großgruppen- verständlich werden alle Informationen
Jahren ein Fest auf dem Sparrplatz, das konflikten. Neben Mediationen bieten wir vertraulich behandelt.
nun leider nicht mehr stattfindet. Das Konfliktberatungen, Konfliktcoaching und
Nachbarschaftsfest bot den Sprengel- Konfliktmanagement an. Auf Wunsch fühGerhard Hagemeier
kiezbewohnern jetzt die Möglichkeit zur ren wir auch Informationsveranstaltungen
zwanglosen Begegnung. Ein Höhepunkt zu konfliktrelevanten Themen durch.
Kontakt:
des Festes wurde eine Luftballonaktion.
Konfliktagentur im Sprengelkiez - StadtUm 17 Uhr stiegen mitgebrachte Luftbal- Im Sprengelkiez: Förderung eines res- teilmediation Wedding e. V.
pektvollen Umgangs miteinander
lons in den Berliner Himmel auf.
Koordinatorin: Silka Riedel, Sparrstraße
Unser Ziel ist es, durch die Vermeidung 19, 13353 Berlin
Für Kooperation und Integration: Die von Konflikteskalationen den sozialen Tel.: 030 / 347 174 48
Zusammenhalt zwischen den Menschen Fax: 030 / 347 174 52
Konfliktagentur
Die Konfliktagentur steht für Integrati- zu stärken und gegenseitiges Verständ- E-Mail: kontakt@konfliktagentur.de
on, Kooperation und nachhaltige soziale nis sowie einen respektvollen Umgang Internet: www.konfliktagentur.de
Stadtentwicklung. In Streitfällen kann die miteinander zu fördern. Mediation im Ge-
6
KiBo Nr. 3
Juni / Juli 2013
Mein Kiez
Das Studio Balu im Geburtstagsfieber
Torfstraße 13a, 13. April 2013 - Das Studio Balu feiert Jubiläum.
Jeannette Getrost vor ihrem Studio (c) AMZ
S
Einer der renovierten Bewegungsräume (c) AMZ
eit 10 Jahren ist Jeannette Ge- die sie mit dem Bär Balu assoziiert. Die
trost nun mit ihrem Musik- und Leichtlebigkeit und Kindlichkeit, wie auch
Bewegungsstudio „Studio Balu“ im die Väterlichkeit und Geborgenheit in eiSprengelkiez ansässig. Die staatlich aner- ner Person bzw. in den einzelnen Räumen
kannte Erzieherin, studierte Sozialarbei- wird nach Fertigstellung der Renovierung
terin und Sozialpädagogin lässt während noch besser repräsentiert.
ihres Unterrichts die Kleinsten in Musik Zu dem breiten Spektrum der angebotebaden.
nen Kurse für Kinder gehören u.a. KinAm Samstag, dem 13. April, zelebrierte derballett, kreativer Tanz und Eltern-Kinddas Studio Balu sein 10-jähriges Beste- Entspannungskurse. Während des Kurses
hen. Es wurde gegessen, getrunken und „Musik erleben“, der in 3 Altersgruppen
sich ausgetauscht, bis der Abend schließ- angeboten wird, sammeln die Kinder gelich mit einer musikalischen Darbietung des Chors „Blue Wednesday“
ausklang.
Im Anschluss an das Jubiläum wurde mit der Renovierung des Studios
begonnen und die Räumlichkeiten so
gestaltet, wie Jeannette Getrost es
für die Kinder am schönsten erachtet
und zugleich nach den Eigenschaften, Jubiläumsfeier im Studio Balu (c) Studio Balu
NARUD e.V. - Network African Rural and
Urban Development - stellt sich vor
NARUD e.V ist umgezogen. Neue Adresse: Genter Str. 7, 13353 Berlin.
Telefon: 030 91515416. Email: info@narud.org; www.narud.org
N
ARUD e. V. hat ein breites Spektrum an Angeboten zum Themenschwerpunkt Bildung, besonders
Kinder und deren Eltern betreffend, anzubieten: Das Bildungsnetzwerk-Projekt hat
es sich zum Ziel gesetzt, Bildungsträger im
Gebiet zu vernetzen, aber auch Erwachsene gezielt zum Thema (Weiter-)Bildung zu
beraten. Zudem können Kinder den angebotenen Nachhilfe- und Förderunterricht in
Anspruch nehmen, der jeden Montag von
14-16 Uhr an der Leo-Lionni-Grundschule
sowie jeden Freitag von 15-17 Uhr an der
Brüder-Grimm-Grundschule stattfindet.
Das Bildungspaten-Projekt im Sprengelkiez, das mit dem Träger Trialog e.V. umgesetzt und von NARUD e.V unterstützt
Juni / Juli 2013
und ebenso wie das Bildungsnetzwerk
vom Programm „Soziale Stadt“ gefördert
wird, berät Eltern in ihrer Muttersprache
(türkisch, arabisch, englisch, französisch,
deutsch) zu Fragen rund um den Schulalltag ihrer Kinder. Sie werden über das
Schulsystem in Berlin informiert und zudem wird den Eltern die Möglichkeit geboten, sich zu Gesprächen bzw. Elternabenden in die Schule ihrer Kinder begleiten zu
lassen.
Seit dem 01. Mai 2013 ist NARUD e. V. im
QM-Gebiet Pankstraße und im QM-Moabit-West für die Umsetzung des Projektes
„Förderung von Elternmitarbeit an Schulen“ bzw. „Väterprojekt“ beauftragt worden. Diese Projekte sollen dazu beitragen,
KiBo Nr. 3
meinsam mit ihren Eltern beispielsweise
erste Erfahrungen im Umgang mit Instrumenten, es werden Kniereiter und Echospiele gespielt, getanzt und natürlich gesungen. So lernen die Kinder spielerisch
den eigenen Körper kennen, und sowohl
ihre Sozialkompetenzen als auch die Interaktion zwischen Eltern und Kindern
werden gefördert.
Neben dem Angebot für Kinder kamen im
Laufe der Zeit aufgrund der großen Nachfrage auch eine Reihe von Kursen für Erwachsene hinzu. Das Angebot reicht von
Ägyptischem Tanz und Standardtanz bis
hin zu Pilates und Präventivkursen.
Durch eine Weiterbildung zur musikpädagogischen Musikgartenlehrerin und ein
zweijähriges Studium der elementaren
Musikpädagogik, jahrelangen Gesangsunterricht und Stimmbildung sowie durch
Erfahrungen, die die Betreiberin Jeannette
Getrost u.a. während ihrer Chor- und Ensemblearbeit sammelte, entwickelte sich
ihre musikalische Ausbildung. Nebenbei
gibt Jeannette Getrost Fortbildungen für
Erzieher und Musikpädagogen. Zudem
ist sie als Lehrbeauftragte an der Evangelischen Hochschule Berlin tätig. Die
Räume im Studio Balu können auch für
Kurse und Seminare gemietet werden.
Sarah Kilter
eine gute Zusammenarbeit zwischen den
Schulen und dem Elternhaus herzustellen. Den Eltern soll auch der Zugang zum
schulischen Geschehen erleichtert werden. Das Projekt zielt auf gegenseitiges
Vertrauen und Anerkennung ab. Darüber
hinaus sollen die gemeinsame Verantwortung von Eltern und Lehrern bezüglich der
schulischen Entwicklung der Kinder sowie
die Erziehungskompetenzen der Väter gestärkt werden.
Im Bereich Bildung ist NARUD e.V. auch
international aktiv.
Um das Bildungsniveau in der Primarstufe zu verbessern, die Einschulungsquoten
von Mädchen zu erhöhen und um die Attraktivität der Schule als Lernort zu stärken, baut NARUD e. V. außerdem Schulen
in Afrika (z.B. im Dorf Koupa-Matapit in der
Provinz „West“ von Kamerun). Dabei bildet
NARUD e.V. auch die Elterninitiativen und
lokale Vereine fort (Capacity Building).
Abdoul Rasiou und Raissa Eichert
7
Mein Kiez
Salsatude: Salsa und Attitude
Du möchtest positive Energie in dein Leben bringen und gleichzeitig die Zeichen der Kultur-Symbiose kennenlernen?
Dann besuche uns und lass dich begeistern.
A
Szenen einer Salsa-Matinée im SprengelHaus
m Sonntag, dem 18.06.2013, traf
sich eine Gruppe von begeisterten
Menschen zum Frühstücken. Dabei ging es um viel mehr. Denn es war die
dritte Salsa-Matinee von Salsatude, ein
Projekt von „Salsa Face to Face“ (www.
salsaf2f.com) in Partnerschaft mit INTEGRITUDE e.V.
Der Initiator Claude Raoul wollte von Anfang an klarstellen: „Es geht hier um viel
mehr als nur ums Tanzen. Wir wollen die
Synergie, die die Musik erzeugt, nutzen,
um uns mit den Menschen auszutauschen. Mit der Musik kann man Barrieren
brechen und Gemeinsamkeiten schnell
erkennen“. Durch seine langjährige Erfahrung als Veranstalter in Berlin weiß er
genau, wovon er spricht. In Salsakursen
kann man die notwendigen Techniken für
Bewegung und Körperbeherrschung erlernen. Bei der Matinée geht es vor allem darum, sich in entspannter Atmosphäre über
die Gesellschaft auszutauschen und bei
den sogenannten „Praktika“ die gelernten
Techniken anzuwenden. Natürlich ist der
Tanzlehrer immer dabei und ermuntert die
noch schüchternen Teilnehmer. Familien
und Kinder sind am Sonntag willkommen,
da es, wie Claude Raoul sagt, um viel
mehr als nur Tanzen geht.
INTEGRITUDE e.V. ist eine Initiative zur
Stärkung der Zusammengehörigkeit der
Menschen in aller Welt und fördert deren
Meinungs- und Erfahrungsaustausch sowie ihr soziales Engagement. INTEGRITUDE e.V. bringt all jene zusammen, die
an eine gerechte und tolerante Gesellschaft glauben und den Wunsch haben,
diese gemeinsam aufzubauen. Durch Salsatude, glauben wir, einen entspannten
Weg dazu gefunden zu haben.
Text und Fotos: Claude Raoul
www.salsaf2f.com
Salsatude Salsa & Attitude
- Salsakurse (Kubanisch, L.A., Rueda):
donnerstags ab 20:00 Uhr, sonntags ab
15:00 Uhr
- Salsa Matinée (Musik und Praktika) mit
Brunch: ab 11:00 Uhr, jeder dritte Sonntag
im Monat
Kontakt: Claude Raoul | Tel.: 0157 352 10
240 | E-Mail: baila@salsatude.de
Die Teilnahme ist nur nach Voranmeldung
möglich.
SCHÖNES + UNSCHÖNES aus
Sicht von Senioren
A
m 6. Juni fand auf Initiative des SprengelHauses ein
Spaziergang durch den Kiez
statt. Thorsten Haas vom Projekt
SCHÖNER SPRENGELKIEZ hatte
die Gelegenheit, bei der Präsentation der Ergebnisse dabei zu sein.
Es gab, was sicherlich keine Überraschung ist, viele Überschneidungen
mit den Erhebungen im Rahmen
des Projektes SCHÖNER SPRENGELKIEZ.
Häufig wurden Orte genannt, an
denen Mülleimer fehlen oder der
Grünschnitt nicht ausreichend gepflegt ist. Beim Problemfeld "Mülleimer" ist das Projektteam bereits im
Gespräch mit den entsprechenden
Ämtern. Der BSR wurde schon eine
8
KiBo Nr. 3
Liste vorgelegt, wo weitere Mülleimer aufgestellt werden sollen.
Ein mehrfach genannter Wunsch
war auch, dass die BVG-Busse der
Linie 120 häufiger fahren sollen.
Besonders bei zwei Beschwerden
will das Projektteam SCHÖNER
SPRENGELKIEZ gezielt aktiv werden. Es wurden zwei Baumscheiben
genannt, bei denen die Erde so weit
abgesackt ist, dass hier eine Stolpergefahr für Fußgänger besteht.
Wir haben die beiden Baumscheiben fotografiert und inzwischen
Kontakt mit dem Grünflächenamt
aufgenommen.
Text und Fotos: Thorsten Haas
Kontakt: info@schoenerkiez.de
Juni / Juli 2013
Mein Kiez
Erzählcafe im Sprengelkiez
Am 29. April 2013 war Narcisse Djakam Gast beim „Sprengelkiez-Erzählcafe“.
D
er Sprengelkiez ist der Beweis
dafür, dass die Multikulti-Gesellschaft nicht gescheitert ist. Hier
wohnen und arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten. Jeder Einzelne hat seine eigene Geschichte und seine Erfahrungen mit dem
Kiez gemacht. Das Projekt „Erzählcafe im
Sprengelkiez“ ermöglicht, bei Kaffee und
Kuchen über seine Geschichte und Erfahrungen zu sprechen und somit wertwolle
Tipps und Erfahrungen auszutauschen.
Geboren in Kamerun, kam Narcisse Djakam 1997 nach seinem Abitur zum Studieren nach Berlin. Mittlerweile arbeitet er
als Wissenschaftler an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin und betrachtet
Deutschland als seine zweite Heimat.
Parallel setzt er sich aktiv für unterschiedliche Aktivitäten im Kiez ein und hofft,
dadurch die positive Entwicklung in der
deutschen Gesellschaft mitgestalten zu
können.
Nach einer Einführung von Frau Wöhler
über die Ziele von „Erzählcafe im Sprengelkiez“ und einer kleinen Vorstellung von
Narcisse Djakam, durften die zahlreich
erschienenen Gäste etwas über seine
Erfahrungen in Berlin und besonders im
Sprengelkiez erfahren. Aus dem Stehgreif sollte er die Frage beantworten, wie
er seine Kindheit in Kamerun beschreiben kann. „Ich vermisse sehr oft diese
Zeit. Eine bessere Kindheit könnte ich mir
nicht vorstellen. Frieden und Harmonie
war zu spüren und in dem Viertel Deido
in Douala, wo ich aufgewachsen bin, behandelten uns alle Eltern wie ihre eigenen
Kinder. Es gab keine Unterschiede zwischen reich und arm. Wir gehörten einer
großen Familie an. Diese nostalgische
Wahrnehmung fühle ich noch stärker, da
die deutsche Gesellschaft viel individualistischer ist,“ sagt er.
Die Teilnahme an den Erzählcafés ist entgeltfrei. Das Angebot wird möglich durch
Narcisse Djakam beim Erzählcafé (c) Intergitude.org
eine Förderung des Bezirksamtes Mitte
von Berlin, eine Kooperation mit dem Moabiter Ratschlag e.V. und Integritude.org
im Rahmen des Programms „Zukunftsinitiative Stadtteil“, Teilprogramm „Soziale
Stadt“.
Claude Raoul
Kontakt: Gemeinsam im Stadtteil e.V., Sprengelstr. 15, 13353 Berlin, info@gisev.de
Frau Wöhler/Herr Rennert Tel. 030/450 285
Safiye Akgündüz und Siemen Dallmann:
Gemeinschaftsausstellung im SprengelHaus
(1) v.l.n.r.: Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke, Siemen Dallmann,Safiye Akgündüz und Ulker Akoglu (2) Fr. Akgündüz im Gespräch,
(3) Einige Gäste der Vernissage
V
on Montag, 01. April 2013 bis Mittwoch, 31. Juli 2013 wird der Nachbarschaftsladen in der Sprengelstr.
15 ein neues Flair haben. Die Malerin Safiye Akgündüz stellt die Bilderreihe "Menschen in meiner Heimat" aus und Siemen
Dallmann, ein bekannter aktiver Kiezbewohner und Fotograf, die Fotoserie "Menschen im Kiez". Die Schirmherrschaft hat
Herr Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte, übernommen.
Die kräftigen und fröhlichen Farben der
Werke von Malerin Frau Akgündüz verbergen mit viel Mühe eine leichte Melancholie, welche die Bilder ausstrahlen. Die
Juni / Juli 2013
zahlreichen interessierten Besucher drängen sich in Richtung der Meisterin, um zu
erfahren, was sie inspiriert und ob die Melancholie gewollt ist. „Ich bin mit 14 nach
Deutschland gekommen. Durch meine
Teilnahme an der Malgruppe des Projekts
„Akelei“ habe ich meine Maltechnik verfeinert. Schon als Kind wollte ich malen.
Durch meine Bilder will ich die Menschen
dazu bringen, toleranter zusammenzuleben. Die Geschichte meiner Region, die
einen Völkermord erlebt hat, beschäftigt
mich auch sehr und inspiriert mich.“ Tatsächlich scheinen die Bilder eine Einladung in die alevitische, anatolische Kultur.
KiBo Nr. 3
Herr Dallmann bleibt sich treu und lässt
uns mit seinen Bildern eine Reise durch
das dynamische Zusammenleben im
Sprengelkiez machen. Der Besucher spürt
die Harmonie, die aus unterschiedlichen
Blickwinkeln festgehalten wird. Man könnte meinen, der Künstler wolle denjenigen
widersprechen, die die Symbiose der Kulturen im Kiez noch nicht wahrgenommen
haben. Danke Meister!
Text und Fotos: Narcisse Djakam
Ort: SprengelHaus
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch: 9
bis 17 Uhr, Donnerstag: 13 bis 20 Uhr,
Freitag: ab 9 Uhr
9
Mein Kiez
"Die Quartiersräte müssten sich als Lobbyisten
ihres Kiezes verstehen"
Der CDU-Politiker Volker Liepelt über Besonderheiten, Chancen und Lobbyismus im Sprengelkiez
Herr Liepelt, was ist Ihr Bezug
zum Wedding?
Die erste Begegnung war im Jahre 2002, als ich Kandidat für den
Wahlkreis Mitte wurde.
Hierzu gehörte im Zuge der Gebietsreform bald auch der Wedding.
Bei der ersten Wahl war alles neu,
denn mit meinen Moabiter Wurzeln
kannte ich im Wedding fast niemanden. Bei der zweiten Wahl war mir
der Wahlkreis dann schon vertrauter. Ich habe beide Male den Wahlkreis nicht gewonnen, aber dafür
neue Gegenden kennengelernt.
Irgendwann war ich auch einmal
im SprengelHaus…es war also ein
Prozess.
Was macht den Sprengelkiez so
besonders und eigen?
CDU-Politiker Volker Liepelt (c) AMZ
Nach der Neugestaltung des Pekinger Platzes finde ich es toll,
dort zu sitzen und Cappuccino zu trinken. ist mir gelungen, dass meine Partei, die
Insbesondere wenn die Sonne scheint. Es sicherlich für diesen Bereich Nachholbegibt schöne Aufenthaltsorte im Kiez. Oder darf hat, hierher schaut. Ich habe darauf
z.B. bei der Fußball-WM 2006: Im Spren- gedrängt, dass wir von der CDU den 3.
gelpark wurde mit relativ einfachen Mitteln Kongress Soziale Stadt hier im Sprenein Public Viewing veranstaltet. Damals gelHaus veranstalten (er fand am 25. Mai
war die Technik noch nicht ausgereift. 2013 statt).
Doch es gab parallel dazu ein mehrwöchi- Die Vernetzung von Vereinen und Perges Kiez-Turnier - den Sprengel-Cup.
sonen kann ich nur befürworten. Der von
Das hat mich geprägt. Es war einfach eine "Aktiv im Kiez" veranstaltete (und vom
schöne Atmosphäre. Mitten hier im Spren- Quartiersfond 1 finanzierte) "Lebendige
gelpark. Die Leute waren entspannt, es Adventskalender" zum Beispiel ist ein
war noch nicht so zivilisiert. Ich hatte Sand Lehrstück für gelungene Organisation und
in den Schuhen. Das fand ich toll! Es lag Integration. Bei dieser Aktion öffnet sich
eine gute Stimmung in der Luft.
an jedem Dezembertag vor Weihnachten
eine andere Tür in der Nachbarschaft und
Würden Sie sagen, dass die Leute im alle sind eingeladen zu kommen, um eine
Sprengelkiez gut miteinander vernetzt neue Welt kennenzulernen. Solche Dinge
sind?
müssen unterstützt und von der Politik staJa, das glaube ich schon. Die Akteure sind bilisiert werden.
sehr verschieden. Und offenbar, ich bin ja
kein großer Insider, gibt es hier viele Dis- Die Quartiersratswahlen zeigen, wie
kussionen. Die Menschen arbeiten aber organisiert der Stadtteil ist. Auf freiwiltrotz ihrer Verschiedenheit gemeinsam liger Basis tragen Menschen dazu bei,
für ihren Kiez, um ihn zu verschönern und Projekte umzusetzen. Was würden Sie
voranzubringen. Die verschiedenen Initi- den Gewählten mit auf den Weg geben
ativen (wie z.B. das SprengelHaus) sind wollen?
für mich ein Zeichen dafür, dass sich die Das ist schwierig. Am besten sollten sie die
Menschen hier zusammen finden. Ich Aufmerksamkeit der verantwortlichen Permöchte die Begegnung mit der konkreten sonen aus der Politik (z.B. Mitglieder der
Wirklichkeit. Die Bundesregierung macht Bezirksverordnetenversammlung) auf sich
Programme und was kommt hier an? Es ziehen. Personen wie mich: Ich habe zwar
10
KiBo Nr. 3
kein Mandat, engagiere mich aber aus
Spaß und eigenem Interesse in der Politik. Genau diese Leute braucht es - holt sie
euch in den Kiez! Mich hat keiner bewusst
hergeholt, aber mit der Zeit war ich so ein
bisschen drin. Dann lernt man sich kennen
und ist immer öfter hier. Es reicht nicht
aus, jedes halbe Jahr eine Sprechstunde
oder eine offene Bürgersprechstunde zu
besuchen. Politiker müssen die Menschen
in ihrem Wahlkreis auch außerhalb von
besonderen Veranstaltungen treffen, um
einen persönlichen Bezug aufbauen zu
können.
Könnten die Akteure des Kiezes nach
außen mehr machen, um neue Menschen zu gewinnen?
Ja. Man muss Allianzen schmieden. Ich
muss das ja auch parteipolitisch sehen. Es
gibt durchaus Lobbyisten und diese sollte
es auch parteiübergreifend für den Kiez
geben. Damit kann man dann auch Ansprüche stellen. Denn manche in der Politik reagieren ja oft mit Ablehnung, wenn
einer erst mit Ansprüchen kommt. Deswegen ist es taktisch klug, sich zu öffnen und
nach alternativen Unterstützern und Netzwerken zu suchen.
Wie hat sich der Kiez in den letzten Jahren entwickelt?
Juni / Juli 2013
Die Neugestaltung des Pekinger Patzes
vor zwei Jahren war ein guter Schritt. Ich
sehe, dass immer mehr Leute den Sprengelkiez für sich entdecken, nachdem sie
zum Beispiel im Prenzlauer Berg keine
Wohnung gefunden haben. Ich habe die
Entdeckung gemacht, dass der Sprengelkiez kein abgeriegelter Kiez des alten
Wedding ist. Es findet eine gewisse Veränderung der Einwohner- und Mieterschaft
statt. Es ist "innerdeutsch multikulturell".
Es wird insgesamt noch internationaler.
Dies ist auch in der Kirchengemeinde bemerkbar. Die Gottesdienste sind interkulturell. Durch das Miteinander verschiedener
Kulturen lernt man hier, sich zu öffnen.
Bringt dieser Pool an verschiedenen
Kulturen hier im Kiez Ihrer Meinung
nach auch Probleme mit sich?
Die Berliner werden insgesamt immer offener. Das kann zwar nicht pauschalisiert
werden; dennoch werden wir augescheinlich eine Stadt, in der verschiedene Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen
Wertevorstellungen neben- und miteinander leben. Die Menschen werden offener
dafür, die Vorzüge daran zu erkennen. Es
kann sein, dass es Vorbehalte gibt, weil
man hier möglicherweise viele Dunkelhäutige sieht. Allein diese Tatsache stößt
manchmal schon auf Ablehnung. Doch
es gibt Aktionen wie den bereits genannten „Lebendigen Adventskalender“, die zur
Integration beitragen. Wenn man, etwa in
der Adventszeit, zu einer türkischen Familie eingeladen und dort bewirtet wird. Es
ist ein Kennenlernen. Dies ist auch immer eine Sache, die auf Gegenseitigkeit
beruht. Man muss sich gegenseitig offen
und herzlich begegnen, ohne dem anderem seine eigene Lebensweise und seinen eigenen Glauben aufzuzwängen. Der
Sprengelkiez ist nicht der Prenzlauer Berg,
nicht so überdreht. Dadurch hat er einiges
von dieser Offenheit. Trotzdem gibt es
noch die „Urweddinger.“
Was gibt es für Verbesserungsmöglichkeiten, um den Kiez in Zukunft noch attraktiver zu machen?
Zunächst einmal müssen wir ganz praktische Fragen, die mit der Infrastruktur und
Verkehrsführung zusammenhängen, klären. Die Tegeler Straße zum Beispiel: Wo
kann man Straßen sperren und wo nicht?
Das hängt aber auch damit zusammen,
wie man das hinkriegt. Ansonsten muss
man den Institutionen, die für Stabilität
und Zukunftsfähigkeit sorgen, gesicherte
finanzielle Grundlagen geben. Allerdings
gibt es viele Initiativen, die auf eher kurze
Zeiträume ausgerichtet sind. Es ist somit
schwierig, langfristig zu planen und zu kalkulieren. Man muss eine Kontinuität herstellen. Das Wichtigste ist, eine Grundlage
für Perspektiven und für Arbeitsplätze zu
schaffen, alles andere wird sich dann entwickeln.
Die Quatiersräte müssten sich als Lobbyisten ihres Kiezes verstehen. Wichtig ist
ein Netzwerk mit verschiedenen Akteuren. Zudem ist es auch wichtig, die Kultur
zu unterstützen. Ein Ansatzpunkt könnte
sein, Tage der offenen Tür für Kultur- und
andere Einrichtungen zu veranstalten.
Kreativität gibt es ja hier und das - glaube
ich - kann ein elementarer Baustein sein.
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Das Interview führte Marie Böhm
Leihen
Tauschen
Lesen
CDU-Politiker Volker Liepelt im Leseraum des Afrika Medien Zentrums (c) AMZ
Juni / Juli 2013
KiBo Nr. 3
Afrika Medien Zentrum e:V.
Torfstr 12, 13353 Berlin
Öffnungszeiten des Leseraums:
Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
11
Wahlen im Kiez
Ein dickes Dankeschön an den bisherigen Quartiersrat
Viel Anerkennung in einer entspannten Atmosphäre
Z
u ihrer letzten Sitzung trafen sich
am 22. Mai 2013 die Mitglieder
des Quartiersrates der Wahlperiode 2011-2013. Schade, dass nicht mehr
so viele Mitstreiter den Weg ins QM-Büro
fanden! Da aber keine Abstimmungen
mehr anstanden, brauchte man sich über
die Beschlussfähigkeit dieses Gremiums
keine Sorgen mehr zu machen.
So ging es gleich locker in eine nette Gesprächsrunde um die neuesten Nachrichten aus dem Sprengelkiez, und natürlich
tauschte man sich über die Arbeit der
vergangenen zwei Jahre aus. Zwischendurch mundeten lecker belegte Brötchen
und frisches Obst, und natürlich fehlte es
auch nicht an süßen Köstlichkeiten und
Getränken.
Zu ihrer Überraschung erhielten die
Quartiersratsmitglieder ein kleines „Dankeschön“. Zum Abschied konnten sie
sich über eine von Bezirksbürgermeister
Dr. Christian Hanke und Staatssekretär
Ephraim Gothe unterschriebene Urkunde freuen, mit der für das ehrenamtliche
Engagement der Dank ausgesprochen
wurde. Ein kleines Pralinenpräsent und
Das Dankeschön ist amtlich. Foto: Anne Gebauer
eine Tasche mit dem „Soziale Stadt-Logo“
wurden abschließend überreicht.
Die Verabschiedeten blickten nun ganz
entspannt auf ihre Amtszeit zurück. Sie
wünschten allen Anwesenden, die bei der
vom 4. bis zum 8. Juni 2013 stattfinden-
den Wahl wieder kandidieren werden, und
natürlich auch allen „Neuzugängen“ viel
Erfolg und viel Freude beim Mitgestalten
des lebens- und liebenswerten Sprengelkiezes!
Carola Patalano
„Das war toll!“
Eindrücke einer Kanutour am 1. Mai 2013 mit TELUX am Wannsee
Kanutour mit TELUX (c) Gerhard Hagemeier
G
ut gelaunt trafen 19 Kinder und
sechs Erwachsene vom Abenteuerspielplatz TELUX am 1. Mai
12
um 11 Uhr am Großen Wannsee ein. Dort wurden sie von
Gerhard Hagemeier, Inhaber
der Firma Faszination Kanu,
gemeinsam mit der Sprengelkiezbewohnerin Silka Riedel
begrüßt. Beide Betreuer sind
auch in der Konfliktagentur
am Sparrplatz als Mediatoren
aktiv.
Nach einer Einführung in die
Besonderheiten des Kanufahrens, Anlegen der obligatorischen Schwimmwesten
und der bereits von Ilknur,
Mitarbeiterin von TELUX,
organisierten Einteilung der
Bootsbesatzungen konnten
es die Kinder kaum erwarten, mit den acht
offenen Kanadiern aufs Wasser zu gehen.
Zunächst erwies sich die Beherrschung
KiBo Nr. 3
des Materials als schwierig, nach kurzer
Zeit ging es dann aber in gemächlichem
Tempo halbwegs geradeaus.
Nach fünf Kilometern erreichten wir die
Picknickstelle, eine Wiese am Griebnitzsee. Nach einer ausgiebigen Stärkung
ging es dann mit leichtem Rückenwind
zurück zum Wannsee. Erschöpft, aber
glücklich traten die Kinder und ihre Betreuer gegen 17 Uhr den Rückweg in ihren
Weddinger Kiez an.
Ermöglicht wurde die Kanutour aus Mitteln
des Quartiersfonds 1 aus dem Programm
"Soziale Stadt". Alle Beteiligten bedanken sich für die Unterstützung und waren
sich einig, dass eine weitere Kanutour im
Herbst gewünscht ist.
Gerhard Hagemeier ist Mitglied des Quartiersrates. Nähere Informationen gibt es
unter www.faszination-kanu.de.
Gerhard Hagemeier
Juni / Juli 2013
Wahlen im Kiez
Sprengelkiez wählte neuen Quartiers- und Vergabebeirat
Vom 4. bis 8. Juni wurde im Sprengelkiez gewählt. Wir gratulieren allen Gewählten herzlich! Beide Gremien
haben am 13. Juni die Arbeit aufgenommen und werden über Handlungsschwerpunkte,
die Entwicklung des Sprengelkiezes und Projekte beraten. Die Gewählten freuen sich über
das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler.
E
in besonderes Dankeschön
geht an alle, die mitgeholfen
haben, dass dieses Mal an so
vielen Stellen im Kiez gewählt werden konnte. Auch die Kandidaten opferten im "Wahlkampf" ihre Freizeit
und werden sich die nächsten zwei
Jahre ehrenamtlich für ihre Nachbarn einsetzen. Danke dafür!
Die Auftaktparty
Schon bei der Wahl-Auftaktparty im
SprengelHaus am 4. Juni 2013 wurden fleißig Stimmzettel angekreuzt.
Um 17 Uhr ging es pünktlich los mit
der Vorstellung der Kandidatinnen
und Kandidaten. Viele bekannte und
neue Gesichter waren dabei. Allen
gemeinsam ist der Wunsch, sich
für den Sprengelkiez zu engagieren. Beim Kandidaten-Speed-Dating
stellten sich die Wahlbewerber in je
drei Minuten ihrem jeweiligen Gegenüber vor. Und im Hof des SprengelHauses gab es richtig gute Livemusik und für die Hungrigen drinnen
ein leckeres Buffet.
An den Stelltafeln waren noch einmal alle Statements der Bewerberinnen und Bewerber für den Quartiersrat und Vergabebeirat nachzulesen.
So konnte man sich in Ruhe einen
Eindruck verschaffen, wer welche
Institution und welche Ziele und Visionen vertritt.
Dann lief der Film "Kiezgesichter"
von Felix Weiß und Jakob Harms.
Die 30-minütige Doku über den
Sprengelkiez zeigt die Vielfalt interessanter und engagierter Nachbarn
und motiviert dazu, sich einzubringen.
Grooves aus dem Sprengelkiez
Leicht jazzig tönte die erste Band mit
dem eher rheinländisch klingenden
Namen "Dat Trömmelsche wird jedubt", die Grooves aus dem Sprengelkiez, Mali und Luxemburg spielte.
Hannes Kies zeigte sein Können auf
der Klarinette, begleitet von Schlagzeuger Mark Lohr.
Bei einer weiteren Runde des beJuni / Juli 2013
liebten Kandidaten-Speed-Datings
tauschten sich wieder alle lebthaft
aus. In Zweier- oder Dreiergruppen
ging es um viele Themen, die das
Zusammenleben im Sprengelkiez
betreffen.
Sehr funkig klang die darauf folgende Musik des Gitarristen Rachid und
seiner Band. Im zweiten Hinterhof
des SprengelHauses wurde mitgejammt und getanzt. Aus den umliegenden Büros kam man zum Feierabend vorbei. Und endlich war es
mal trocken und warm genug, um ein
wenig draußen zu verweilen.
Den vielen Helferinnen und Helfern
u.a. vom SprengelHaus, die dann
noch bis 21:30 Uhr mit aufräumten,
einen ganz, ganz großen Dank!
An vier Tagen wurde gewählt
An den folgenden Tagen konnte man
dann zu verschiedenen Zeiten im
SprengelHaus, vor den Schulen, im
QM-Büro und im Afrika-Medien-Zentrum seine Stimme abgeben.
Im QM-Büro, das zum Wahlbüro
umfunktioniert wurde, war ein reges
Kommen und Gehen, und nebenbei
entwickelten sich viele interessante
Gespräche mit den Anwohnern. Am
Samstag wurden die Wahlurnen um
14 Uhr geschlossen und die Auszählung begann.
Pünktlich traf das Auszähl-Team
Samstagabend um 19.00 Uhr im
"Nachtschwärmer bei Ernst" ein, um
den schon Wartenden die Ergebnisse bekannt zu geben. Mit großem
Applaus wurden die Namen der
Gewählten verlesen. Danach gab
es je eine prall gefüllte Tasche mit
Infomaterial für die neuen Quartiersund Vergabebeiräte. Gemeinsam mit
dem QM-Team wurde dann auf den
neuen Quartiersrat und den neuen
Vergabebeirat angestoßen.
Die Wahlbeteiligung konnte gegenüber 2011 von 169 auf 229 abgegebene Stimmen gesteigert werden.
Teilgenommen haben 54% weibliche
und 46 % männliche Wähler.
Anne Wispler
KiBo Nr. 3
Im Hof gab es funkige Musik mit Rachid, seiner Band und Gästen.
Foto: Anne Wispler
Beim Kandidaten-Speed-Dating wird heiß diskutiert.
Foto: Anne Wispler
Jede Stimme zählt. Foto: Anne Wispler
Foto: Anne Wispler
13
Oben, von links nach rechts: Hervé Tcheumeleu (Afrika Medien Zentrum e.V.), Klaus Wolfermann, Maria Richter (Abenteuerspielplatz TELUX), Sigrun Spodeck-Engelhardt, Barbara Charade (Seniorenchor), Franziska Pfeil, Matthias Speidel, Narcisse Djakam (Integritude e.V.), Angela Kartheus (Leo-Lionni-Grundschule), Veronica-Felicia
Fandl, Marie-Katrin Schröder (Wir Gestalten e.V.), Waltraud Hanner, Igor Gerecke, Jonas Banerjee, Johannes Lauer, Evelyn Keskin (Aktiv im Kiez e.V.)
Unten, von links nach rechts: Margitta Lesch (Gemeinsam im Stadtteil e.V.), Sultan Bayram (Vergabebeirat), Jörg Reinhardt, Aziz Lamere (NARUD e.V.), Nicki Kryzanski
(Vergabebeirat), Otto Zimmermann (Vergabebeirat), Lioba Reckfort (Intergalaktischer Kulturverein e.V.)
Nicht auf dem Foto, aber auch im Vergabebeirat sind: Silka Riedel, Ekkehard Dehmel
Nicht auf dem Foto, aber auch im Quartiersrat sind: Siegfried Kühbauer, Cathleen Beck (Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 e.G.), Peter Ehrmann,
Hasan Bayram, Assibi Wartenberg, Gerhard Hagemeier, Kristin Kretzschmar, Oliver H. Herde, Roman Mendelevitch, Fabian Bona, Christiane Teichner-Diabaté, Slobodan
Savic, Melanie Krumret (c) AMZ
Bunt wie der Sprengelkiez –
der neue Quartiers- und
Vergabebeirat
Vielfältige Einflüsse und Interessen kennzeichnen den neuen
Quartiers- und Vergabebeirat.
D
er Sprengelkiez ist in seiner Bevölkerungsstruktur sehr vielfältig. Menschen unterschiedlicher Kontinente leben hier Tür
an Tür und engagieren sich gemeinsam. Die Zusammensetzung des aktuellen Quartiersrates spiegelt diese Realität der gelebten multikulturellen Gesellschaft gut wider. Unter anderem togoische,
kamerunische, türkische und deutsche Einflüsse werden dem Quartiers- und Vergabebeirat einen repräsentativen Anstrich geben.
Der frisch gewählte Quartiersrat setzt sich aus elf BewohnerInnen
und zehn InstitutionenvertreterInnen zusammen. Alle sind von sehr
unterschiedlichen Interessen geleitet, sodass spannende Debatten
erwartet werden können. So wird unter anderem Barbara Charade
vom Seniorenchor nebst Narcisse Djakam vom Verein "Integritude"
und Veronica-Felicia Vandl, die sich für ein verstärktes Umweltbewusstsein einsetzt, den Kiez politisch und gesellschaftlich mitgestalten. Doch eines eint sie alle: Sie wollen Veränderungen zum Wohle
ihres Sprengelkiezes herbeiführen.
Zudem entscheidet ein nun fünfköpfiger Vergabebeirat über Anträge und eine verantwortungsvolle Verwendung des durch den Quartiersfond 1 zur Verfügung gestellten Geldes. Wir wünschen beiden
Gremien gutes Gelingen auf dem Weg zu mehr multikulturellem und
generationenübergreifendem Miteinander!
Sophie Lange
14
KiBo Nr. 3
Stimmen zur
Quartiersratswahl
Fragen an Maria Richter
Sie sind schon länger im
Quartiersrat. Warum haben
Sie sich noch einmal beworben?
Ich vertrete die Kinder und
Jugendlichen hier im Bereich.
Ich arbeite schon sehr lange
für sie und kenne so ganz
viele Familien und teilweise
nun die Kinder der Kinder, die
früher da waren. Daher denke
ich, dass ich eine geeignete
Person bin. Ich möchte gern
für die Kinder die Einrichtung
hier erhalten.
Glauben Sie, dass Sie durch den Quartiersrat die Interessen dieser Personen besser vertreten können?
Es gibt mehrere Personen im Quartiersrat, die Kinder
und Jugendliche vertreten. Aber ich glaube, dass sie
nicht so viel Erfahrung und auch nicht jeden Tag Kontakt mit diesen Kindern haben: Ich verfüge über beides:
sowohl die Erfahrung als auch den täglichen Kontakt.
Juni / Juli 2013
Wahlen im Kiez
Stimmenfang zur Quartiersratswahl
Fragen an Veronica-Felicia Fandl
Warum bewerben Sie sich in diesem
Jahr zum ersten Mal für den Quartiersrat?
Im letzten Jahr habe ich Spenden gesammelt, nachdem zwei Bäume ausgerissen wurden und der Senat kein Geld
für neue Bäume ausgeben wollte. Mithilfe
der Spenden konnte ich dann gemeinsam
mit Anwohnern (und mit Zustimmung von
Landschaftsarchitekten) zwei Obstbäume
im Sprengelpark pflanzen.
Durch diese Aktion habe ich gemerkt,
dass man mit Engagement wirklich etwas
bewegen kann. Seit diesem Frühling werden zunehmend die Bäume zerstört. Äste
werden von Kindern abgerissen und Erwachsene sagen bzw. erklären ihren Kindern nichts.
Für mich stehen nicht so sehr die Bäume
an sich im Vordergrund. Wichtig ist mir,
Menschen wachzurütteln, das Bewusstsein für ihre Umwelt zu schärfen oder gar
zu verändern.
Es ist wichtig, dass Menschen anfangen,
sich dafür zu interessieren, was in ihrer
Umgebung passiert, dass die Zivilcourage
zunimmt.
Durch dieses Engagement wollen Sie
sich jetzt für den Quartiersrat melden?
Ja, ich wollte gern mehr bewegen.
Was genau wollen Sie mit ihrer Teilnahme am Quartiersrat bewegen? Was
sind ihre Erwartungen?
Ich hoffe, dass ich die Menschen dieses
Bezirks in ihren Projekten unterstützen
und verschiedene Projekte zusammenbringen kann. Ich möchte dazu beitragen, dass die Zivilcourage zunimmt, denn
wenn sich Menschen nicht um Bäume
kümmern, oder darum, dass andere ihren
Müll irgendwo hinschmeißen oder ihren
Hundekot nicht wegmachen, dann kümmern sie sich im Zweifelsfall auch nicht
darum, wenn jemand auf der Straße zusammengeschlagen wird. Ich denke, es
ist sehr wichtig, dafür zu kämpfen, denn
wenn man einfach aufgibt, bekommt man
eine Welt, in der man nicht leben möchte. Und deswegen möchte ich auch gerne
durch meine Teilnahme im Quartiersrat
die Möglichkeit haben, noch direkter Einfluss zu nehmen und mehr zu bewegen.
das Projekt, was machen die
Leute, wie geht es voran, gibt
es offene Fragen usw. Kleine Projekte (bis 1000 Euro)
zu fördern, interessiert mich
sehr.
Fragen an Jörg Reinhardt
Warum haben Sie sich für
den Quartiersrat beworben?
Weil es immer wichtig ist,
dass die Bürger, da wo sie
mitsprechen können, eben
einfach eine Möglichkeit nutzen, mitzusprechen.
Sie leben bereits seit 10
Jahren im Kiez. Wie bewerten Sie die Entwicklung?
Insgesamt eher positiv. Es
hat sich vieles zum Guten
verändert. Viel Kleingewerbe
hat sich hier angesiedelt, die
kulturelle Vielfalt ist gestie-
Juni / Juli 2013
gen. Der Sprengelkiez hat ein
bisschen seinen "Schmuddelcharakter" verloren.
Was ich zu bemängeln
habe, ist das Verkehrskonzept im Kiez: Es wird eine
neue Bahntrasse gebaut und
von den zuständigen Stellen kommt überhaupt keine
verbindliche Resonanz. Im
Rahmen der Arbeit im Quartiersrat möchte ich gern mit
Anwohnern ein alternatives
Verkehrskonzept entwerfen,
das den Kiez entlastet. Zudem müssen wir den Druck
auf die zuständigen Stellen
erhöhen, um verbindlichere
Auskünfte zu erhalten.
Fragen an Otto Zimmermann
Ich bin beim Vergabebeirat,
jetzt das 2. Mal. Beim Kiezboten habe ich auch schon
mal einen Artikel geschrieben.
Wirklich sehr interessant und
empfehlenswert. Und ansonsten: Mal sehen wie es weiter
geht im Kiez!
Warum haben Sie sich jetzt
wieder für den Vergaberat
beworben?
Gerade der Vergaberat ist für
mich sehr interessant, weil kleine Projekte gefördert werden.
Man kann die Leute vor Ort besuchen und schauen: Wie läuft
KiBo Nr. 3
Sie waren bereits im letzten
Jahr dabei: Was ist z.B. ein
Projekt, das Sie empfehlen
können? Bei dem Sie zufrieden waren, es gefördert zu
haben?
Da fällt mir die Hinterhof-Begrünung von Kitas ein, auch
wenn dieses Projekt noch
nicht abgeschlossen ist. Die
Hinterhöfe sehen manchmal
aus wie Hühnerhöfe. Jedenfalls sind sie nicht geeignet
für unsere Kinder. Wenn es
darum geht, sich um einen
grünen Wedding zu kümmern,
bin ich sehr enthusiastisch
und habe auch schon einige
Erfolge gesehen.
Dankeschön.
Die Interviews führte
Hervé Tcheumeleu
Fotos: AMZ
15
Gut zu wissen
Nützliche Adressen
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Samoastraße 14, 13353 Berlin
Tel.: (030) 453 30 43
www.ostergemeindeberlin.de
E-Mail: info@ostergemeindeberlin.de
Quartiersmanagement Sparrplatz
Burgsdorfstraße 13a, 13353 Berlin
Tel.: (030) 466 061 90
www.sparrplatz-quartier.de
E-Mail: qm-sparrplatz@list-gmbh.de
SprengelHaus – interkulturelles
Gemeinwesenzentrum mit Gesundheitsförderung
Sprengelstraße 15, 13353 Berlin
Tel.: (030) 45 02 85 23/24
E-Mail: info@gisev.de
Nachbarschaftsladen im Sprengelhaus
Sprengelstraße 15, 13353 Berlin
Tel.: (030) 45977308
E-Mail:claudia.schwarz@moabiterratschlag.de
Wedding Art – Atelier und Galerie
Tegeler Str. 40, 13353 Berlin
Tel.: (030) 873 325 50
www.wedding-art.de
Weddinger Kinderfarm e.V.
Kontakt: Siegfried Kühbauer
Tel.: (030) 462 10 92
Luxemburger Straße 25, 13353 Berlin
E-Mail: weddinger.kinderfarm@berlin.de
WETEK Berlin gGmbH
Sprengelstraße 15, 13353 Berlin
www.sprengelhaus-wetek.de
Die Lynar – Jugendfreizeiteinrichtung
Lynarstraße 14, 13353 Berlin
Tel.: (030) 45 31 00 38
E-Mail: julateg-wedding@arcor.de
Redaktion „Der Kiezbote“,
Afrika Medien Zentrum
Torfstraße 12, 13353 Berlin
Tel.: (030) 978 95 536
E-Mail: Kiezbote@lonam.de
16
KiBo Nr. 3
Juni / Juli 2013
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Seele and Geist
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