close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Die Winter werden kürzer, die Sommer länger Wie der Klimawandel

EinbettenHerunterladen
E 6246
4/2008
Die Winter werden kürzer, die Sommer länger
Wie der Klimawandel im Schwarzwald Tourismus und Erholung
beeinflussen kann
Kräuterapotheke mit hohem Futterwert
Wiesenmeisterschaft: Wo sind die schönsten Wiesen?
Unterwegs mit Freunden aus dem Elsass
Bi-nationale Wanderungen in den Vogesen und im Schwarzwald
MITGLIEDER
AUSZUG
HABEN
AUS UNSEREM
VORTEILE
ANGEBOT
RUCKSACK BRENTA
Deutsches Markenfabrikat, Vol. 26 l,
Gewicht 1 150 g, Aeroflex-System, mit
integr. Regenschutzhülle sowie herausnehmbarem Sitzkissen, Farbe
rot/weinrot oder anthrazit
60,00 €
Abbildungen können vom Original abweichen, Irrtümer vorbehalten. Preise verstehen sich zzgl. Porto und Verpackung
werbeagentur aufwind 10/08
ORIGINAL SCHWEIZER
TASCHENMESSER
JE
NEU: Hochschwarzwald 2008 1:35 000
NEU: Hotzenwald 2008 1:35 000
Oberes Nagoldtal 1:35 000
Klettgau Wutachtal 1:35 000
Hornisgrinde 1:30 000
Mittleres Kinzigtal 1:30 000
Oberes Enztal 1:35 000
Wiesental 1:35 000
Renchtal/Ortenau 1:35 000
Vorderes Kinzigtal 1:30 000
JE
Victorinox, 9-tlg., 2 Klingen,
Schraubenzieher/Kapselheber,
Dosenöffner, Korkenzieher, Säge,
Ahle, Zahnstocher, Pinzette,
mit Ring. Heftlänge 9 cm
JE
WANDERKARTEN
JE
5,20 €
4,00 €
PICKNICKMESSER
RICHARTZ STRUKTURA
Taschenmesser mit
Picknickfunktion:
Man öffnet die Gabel,
das Messer teilt sich –
so erhält man ein praktisches Reisebesteck.
Schale aus hochwertigem
Edelstahl mit einer
gummiartigen roten
Noppenstruktur.
TOP-Qualität aus Solingen.
JE
JE
MIT
AUFLAGE 2008
DIE NEUEN FREIZEITKARTEN
29,00 €
24,50 €
POLOSHIRTS
NEU
HOCHSCHWARZWALD 1:35 000
HOTZENWALD 1:35 000
SCHILDMÜTZE MIT LOGO
SCHWARZWALDVEREINS
DES
Hochwertige BaumwollSchildmütze,
Farbe: dunkelgrün, Schild:
braunes Wildleder,
Größenverstellung durch
Metallschließe
Als komplettes
Kartenset nur 60,00 E
6,70 €
5,10 €
Maßstab 1:50 000
UTM-Gitternetz für GPS-Navigation
umfangreiche Freizeitinformationen
Blatt 501 Baden-Baden
Blatt 502 Pforzheim
Blatt 503 Offenburg
Blatt 504 Freudenstadt
Blatt 505 Freiburg
Blatt 506 Titisee-Neustadt
Blatt 507 Villingen-Schwenningen
Blatt 508 Lörrach
Blatt 509 Waldshut
Blatt 510 Singen
Blatt 511 Westlicher Bodensee
Blatt 516 Karlsruhe
6,90 €
5,20 €
32,90 €
29,50 €
LOGO
SCHIRME
Polo mit Ärmelbündchen, Schulter/
Ärmelausschnitt und Abschluss mit
Doppelnaht, 2 Kunststoffknöpfe,
100% Baumwolle
ultraleichter Outdoor-Taschenschirm,
windgetestet, schwarzes Alu-Gestell,
Aufspann- und Rückholautomatik
Farben: orange, signalrot, marineblau
Damen Polo tailliert, Abschluss mit
Seitenschlitzen, khaki, Größen M, L, XL
JE
JE
19,00 €
16,00 €
Herren Polo, sportsgrey,
Größen M, L, XL, XXL
NEU: Poloshirts mit Logo für Damen
und Herren. Farbe: flaschengrün
65% BW 35% PE
JE
JE
22,80 €
21,00 €
BESTELLEN SIE
TELESKOP-STOCK ANTISHOCK
BEI
Schwarzwaldverein e.V.
Hauptgeschäftsstelle
Schloßbergring 15
79098 Freiburg
Telefon 07 61/3 80 53-0
Telefax 07 61/3 80 53-20
www.schwarzwaldverein.de
verkauf@schwarzwaldverein.de
Wirbelsäulen und Gelenk entlastend
wandern mit den Teleskop-Langstöcken aus
Aluminium, mit Kunststoffgriff und Handschlaufe, mit zuschaltbarem Stoßdämpfer,
3-tlg., stufenlos verstellbar 70–140 cm,
Flex-Kronenspitze, Sommerteller
PAAR 46,00 €
PAAR 40,00 €
GUMMIPUFFER
FÜR
DIGITALE FREIZEITKARTE
FÜR BADEN-WÜRTTEMBERG
Mit umfangreichen Informationen
wie Wanderwegen (7 000 km),
Radwegen (13 000 km) und touristischen Signaturen. Es besteht die
Möglichkeit, die Kartenfarben individuell zu verändern. Außerdem 3DDarstellung und Druckfunktion.
ANTISHOCK
JE
STÜCK 1,00 €
JE
69,00 €
59,00 €
Inhalt
Inhalt
Naturschutz
Waldvisionen – Klima im Wandel
Eine Polemik?
6
Die Winter werden kürzer,
die Sommer länger
Wie der Klimawandel im
Schwarzwald Tourismus und Erholung
beeinflussen kann.
Wandern
14
20
22
8
12
Der Natur spielerisch nahekommen
Natur-Klassenzimmer des Schwarzwaldvereins Waldbronn eröffnet
Kräuterapotheke mit hohem
Futterwert
Der Weg
ist das Ziel
Zum Ursprung
des Rheins
Seiten 24–26
Unterwegs mit Freunden aus
dem Elsass
Bi-nationale Wandertage in den
Nordvogesen
24
Zum Ursprung des Rheins
Auf alten Kulturwegen von der Val
Lumnezia ins sonnige Tessin
27
Von den Alpen durch die Provence
zu den Schluchten des Tarn
Der Schwarzwaldverein FreiburgHohbühl war mit dem Rad unterwegs in Südfrankreich
Heimat- und Wanderakademie
Baden-Württemberg
28
GPS Anwendung
Die NKVT-Oben Funktion: Wie man
mit einem Navigationsgerät richtig
umgeht (Teil 3)
Faszination Rügen
Erlebnisreiche Wanderwoche auf
Deutschlands größter Insel
31
Patientenwanderweg für
Ortenauklinikum Kehl
© 2008 stormpic / aboutpixel.de
4
neu
Kostenlos
Katalog 2009
anfordern!
0800 4638836
Neu im P
Neu
Programm
rogramm 2009:
> Hohe TTauern,
auer
a n, Gardasee,
Gardasee,
Sierra Nevada,
Nevada, Kroatien,
Kroatien,
Sierra
München , Riesengebirge
Riesengebirge
München
Er
wandern Sie die
Erwandern
südeur
opäischen IInseln...
nseln...
südeuropäischen
> Kreta,
Kreta, Malta,
Malta, Madeira,
Madeira,
Mallorca, Gr
an C
anaria,
Mallorca,
Gran
Canaria,
Te
eneriffa
Teneriffa
o
der wie wäre
wäre es mit ...
oder
> Hamburg,
Hamburg, Kappadokien,
Kappadokien,
Sächsische Schweiz,
Schweiz,
Sächsische
Dolomiten,, Provence
Provence
Dolomiten,
To
oskana?
oder Toskana?
Aktuell
Heimatpflege
32
34
Die Untere Mühle in CalwStammheim mit dem größten
Mühlrad Europas
Gedenksteine und Bronzetafel
erinnern an Hochgericht
Jugend&Familie
37
Neues Onlineangebot
Familienarbeit im Schwarzwaldverein
38
„Lasst euch Zeit, denn ihr habt
es eilig!“
Ein etwas anderer Erste Hilfe-Kurs im
Nordschwarzwald
Service
35
Helferfest zum Abschluss der
neuen Wegmarkierung
36
Kurz und bündig aus der
Hauptvorstandssitzung
> Berlin
Berlin auf S
chusters
Schusters
Rappen und wohnen
wohnen im
Rappen
Hilton (7 TTage)
aage) ab % 688
,Hilton
688,> Wanderparadies
Wanderparadies Costa
Costa
Brava (8 TTage)
age)
a
ab % 498
,Brava
498,hüringen
Wanderbares T
> Wanderbares
Thüringen
Tage)
g ab % 408,408,(6 Tage)
Wander-Flusskreuzfahrt
> Wander-Flusskreuzfahrt
Rhein, M
osel und Saar
Saar
an Rhein,
Mosel
Tage) ab % 448,448,(5 Tage)
Faszinierende Bergwelt
Bergwelt
> Faszinierende
Wallis (7 Tage)
Tage) ab % 548,548,Wallis
Nationalpark Hohe
Hohe T
a
auern
n
> Nationalpark
Tauern
Tage)
a
628,(7 Tage)
ab % 628,Rübezahl‘s Reich RiesenRiesen> Rübezahl‘s
gebirge (7 Tage)
Tage) ab % 408,408,-gebirge
Wandern in der T
osk
o ana
> Wandern
Toskana
Tage) ab % 548,548,(8 Tage)
40
Personalien
kostenlos
k
ost
o enlos anr
anrufen:
ufen:
0800 4638836
41
Leserbriefe
42
www.der-wanderprofi.de
w
ww.der-wanderprofi.de
Tel.
Te
el. 0681 3032-130
Bücherschau
Naturschutz
Naturschutz
Waldvisionen –
Klima im Wandel
Eine Polemik?
Von Hubertus Knoblauch
„Sieht aus wie Wald, ist aber keiner“ – Fichtenmonokultur
„Waldvisionen – Klima im Wandel“, so hieß eine Veranstaltung des
Schwarzwaldvereins, des Naturschutzzentrums Ruhestein und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) am 13. Juni auf
dem Ruhestein. Die Temperaturen steigen, dies ist wohl unstrittig. Diskutiert wird eigentlich nur noch über die Geschwindigkeit, den Zeitraum
und zu erwartende Nebenwirkungen des Klimawandels wie erhöhte
Sturmhäufigkeit, Niederschlags- oder Trockenheitsextreme. Wie soll
man nun im Wald darauf reagieren? Darüber diskutierten Fachleute aus
Naturschutz und Forstwissenschaft im Nordschwarzwald.
Z
uerst berichtete Dr. Michiels von der
FVA über die Schwierigkeiten, die die
Fichte derzeit bereits hat. Mit großem
wissenschaftlichem Aufwand wies er nach,
dass sich die Fichte dort, wo sie von Natur
aus ohnehin nicht vorkommt, nicht mehr
wohl fühlt. Wer hätte das gedacht? Die Fichte
ist unter natürlichen Bedingungen im
Schwarzwald ein Baum der Hochlagen, sie
wächst in Moorrandbereichen und in ganz
extremen Lagen in den „Echten Fichtenwäldern“; in den ursprünglichen Bergmischwäldern war die Hochlagenfichte der Tanne und
der Buche beigemischt. Da hatte sich die
Natur schon etwas bei gedacht.
Der Mensch hat die Fichte nach den
Rodungsperioden stark gefördert, so dass sie
heutzutage über 70 Prozent der Waldfläche
einnimmt. Ich sage jetzt einmal als Naturschützer (denn als Förster darf man so etwas
nicht sagen): „Mir gefällt die Fichte nicht!“ In
den Bergmischwald gehört sie, aber die oft
reinen Fichtenbestände der tieferen Lagen
sind reine Wirtschaftswälder, sie sind für den
Naturschutz so gut wie uninteressant. Diese
4
Fichtenreinbestände sind artenarm, alle
Bäume sind im gleichen Alter, die Streu der
Nadeln fördert die Bodenversauerung, die
Flachwurzeln der Fichte verdichten den
Boden und die Bäume sind stark sturmwurfgefährdet. Diese Fichtenwälder sind Wirtschaftsstandorte und erfüllen sonst wenige
Ansprüche, die ich persönlich an den Wald
stellen würde. Prof. Hussendörfer von der
Hochschule Weihenstephan zitierte den alten
„Waldbaupapst“ Karl Gayer: „Fichtenforste
sehen aus wie Wälder, sind aber keine!“
So, nun verschwindet die Fichte möglicherweise langsam, weil sie mit steigenden
Temperaturen und Trockenheit nicht mehr
klar kommt. Ehrlicherweise muss man zugestehen, dass auch die Forstverwaltung bereits
erkannt hat, dass es allein mit der Fichte
nicht geht. Ziel der modernen Forstwirtschaft
ist ein naturnaher Umbau der Wälder. Was
soll man nun also tun? Und jetzt passiert das
Unglaubliche: Aus dem Zylinder der Forstverwaltung werden die Douglasie und die
Roteiche hervorgezaubert. Doch halt, vorher
startet man noch einen anderen Versuch. Dr.
Jens Borchers, Leiter der Fürstlich Fürstenbergischen Forstverwaltung, stellt sein Konzept für die Zukunft der fürstlichen Wälder
vor. Dabei ist Herr Borchers dafür zu bewundern, dass er ehrlich darauf hinweist, es sei
seine Aufgabe, mit dem Wald Geld zu verdienen. Sein Konzept sieht so aus: Wir schlagen die Fichte, ganz pfiffig, bevor Käfer oder
Trockenstress sie dahinraffen, ein, verkürzen
also einfach die Umtriebszeit auf 60 bis 80
Jahre. Und wenn das nicht hilft, dann bleiben
ja immer noch Douglasie und Roteiche. Und
dann sagt er noch: „Man sieht das den Wäldern doch gar nicht an, die werden sich nicht
verändern.“ Der Wanderer läuft also durch
eine andere naturferne Monokultur als vorher und merkt es noch nicht einmal. Wenn
das nicht die Lösung schlechthin ist? Also
weg von „willst du deinen Wald vernichten,
pflanze Fichten, Fichten, Fichten“ hin zu
„abrasieren – douglasieren“?
Und nun wird mit unglaublichen gedanklichen Verschwurbelungen und intellektuellem Aufwand nachgewiesen, dass die
Douglasie ja früher einmal heimisch war
(tatsächlich war es eine andere Art und vor
den Eiszeiten) und dass die Douglasie der
heimischen Flora und Fauna eher gut tut.
Man hört und staunt, aber der klare Menschenverstand sagt doch: „Die Douglasie ist
eine Baumart aus Nordamerika und hier
nicht heimisch“. Spektakulär wird es dann,
wenn die Naturnähe der neuen Douglasienwälder nicht an den ursprünglichen Wäldern, sondern an genauso naturfernen Fichtenforsten gemessen wird.
Ich schweife jetzt einmal ab in ein anderes
Fachgebiet. Die Luchs-Initiative Baden-Württemberg hat vor etwa zehn Jahren den
Antrag auf Auswilderung des Luchses gestellt
und der wurde vom Verwaltungsgerichtshof
4/2008
Naturschutz
Naturschutz
Das sollte die Zukunft des Waldes sein – der Tannen-Buchenwald.
Die Buche
in Mannheim mit folgender Begründung
abgelehnt (und auch dies ist eine Meisterleistung von gedanklicher Verschwurbelung
und überintellektueller Gesetzesauslegung):
„Der Luchs ist eine gebietsfremde Art. Das
Bundesjagdgesetz will in erster Linie die vorhandene Tierwelt, (…), aber auch die Pflanzenwelt und den Menschen davor schützen,
unkontrolliert mit Tieren konfrontiert zu werden, mit deren Erscheinen und Verhalten sie
nicht mehr vertraut sind, weil es die Tiere in
dem betreffenden Gebiet nicht gibt und in
der jüngeren Vergangenheit auch nicht gegeben hat.“ Der Luchs wurde vor 100 Jahren
ausgerottet und nun ist die heimische Tierwelt nicht mehr auf diese Katze eingestellt?
Aha! Hier sagt der klare Menschenverstand:
„Natürlich ist der Luchs eine heimische Tierart, was denn sonst?!“ Und nach dieser Gesetzesauslegung dürften Douglasie und Roteiche in den heimischen Wäldern glatt
verboten werden, denn weder Tiere noch
Pflanzen sind mit dem Auftreten dieser
Baumarten vertraut und es hat diese Baumarten hier in der jüngeren Vergangenheit
auch nicht gegeben. Ich will jetzt hier nichts
gegeneinander aufrechnen. Ich möchte den
Luchs, die Douglasie aber nicht. Denn die
heimische Vegetation wird sich mit der
Douglasie schwerer tun als die Rehe mit dem
Luchs. Wir leben in einem Zeitalter der Veränderungen. Noch nie gab es eine solche
Situation, in der der gesamte Waldbau auf
dem Prüfstand steht, alles neu überdacht und
neu konzipiert werden muss. Und jetzt
haben wir die Möglichkeit und die Pflicht,
die Grundlagen für einen naturnahen Wald
zu legen, der den kommenden Veränderungen gewachsen ist. Ich zitiere noch einmal
Waldbauprofessor Hussendörfer: „Wir haben
mit der Buche und der Tanne diese Baumar-
4/2008
ten!“ Die Veränderung, die sich im Wald
gerade vollzieht, ist nicht profan, sondern sie
hat Auswirkungen auf die nächsten Jahrhunderte. Dazu geht es immerhin um 35 Prozent
der Landesfläche!
Was wollen wir eigentlich von „unserem“
Wald? Denn zumindest der Kommunal- und
der Staatswald sind ja „öffentlich“, sie
gehören den Bürgern und werden von der
Verwaltung für uns treuhänderisch verwaltet.
Und für den Rest des Waldes, also den Kleinund Großprivatwald, gelten die Gesetze
auch. Das Grundgesetz sagt es in diesem
Zusammenhang ganz einfach: „Eigentum
verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem
Wohle der Allgemeinheit dienen“. Das Waldgesetz wird etwas genauer und zwar gleich
in § 1, dem Gesetzeszweck: „Zweck dieses
Gesetzes ist es, den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens und wegen seiner
Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für
die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, (…), die Tier und Pflanzenwelt,
(…) und die Erholung der Bevölkerung (…)
nachhaltig zu sichern.“ Die Große Koalition
hat im vergangenen Jahr eine Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt ratifiziert, in
der folgendes Ziel formuliert wird: „Bei der
Neubegründung von Wäldern werden vermehrt standortheimische Baumarten verwendet. Der Anteil nicht standortheimischer
Baumarten reduziert sich kontinuierlich.“
Und da meinte man wahrscheinlich noch gar
nicht Douglasie, Roteiche, Schwarzkiefer,
sondern man meinte die Fichte. Und ich
möchte eigentlich auch keine Diskussionen
darüber führen müssen, ob die Douglasie,
die Roteiche und die Schwarzkiefer nun standortheimisch sind oder nicht. Sie sind es
nicht. Punkt. „Die Land- und Forstwirtschaft
ist in die Lage zu versetzen, unsere traditio-
nelle Kulturlandschaft in allen Bestandteilen
nachhaltig zu bewirtschaften“, das fordern
auch Schwarzwaldverein und Schwäbischer
Albverein, und damit ist eigentlich alles
gesagt. Die Fichte wurde über Jahrhunderte
gefördert. Nun ist der Verjüngungsdruck so
groß, dass sie sich überall selbst verjüngt.
Kann man garantieren, dass das bei der
Douglasie nicht passiert? Sicher nicht! Der
Verjüngungsdruck der Douglasie ist mancherorts schon dem der Fichte überlegen.
Das bedeutet: Da, wo man die Douglasie
pflanzt, breitet sie sich in die umliegenden
Wälder aus. Ist der Traum davon, die
Douglasie ja nur „so ein bisschen dazu zu
mischen“, nicht blauäugig? Wer soll zum
Beispiel junge Douglasien aus den Naturwaldzellen der Schutzgebiete wieder herausreißen? In denen ist sogar in der Regel
der naturnahe Waldbau vorgeschrieben; als
Beispiel sei hier aus der Verordnung für das
Naturschutzgebiet Feldberg zitiert: „Forstliche Nutzung (…) darf nur erfolgen, wenn
die Waldflächen nur mit standortgerechten
Mischbeständen heimischer Baumarten verjüngt werden“.
Mir ist durchaus bewusst, dass ich sehr
einseitig aus der Sicht eines Naturschützers
spreche. Ich möchte die wirtschaftlichen
Interessen der Waldbauern nicht übergehen, bin aber der Meinung, dass sich – vor
allem im öffentlichen Wald – nicht alles
rechnen muss. Man mag es gerne beklagen,
dass nun jeder, auch der Naturschutz,
Ansprüche an den Wald anmeldet. Ich
begrüße, dass solche Diskussionen heutzutage geführt werden können. Und ich
möchte einen Pflock für den Naturschutz im
Wald einschlagen und ein Plädoyer für den
naturnahen Wald und Waldbau mit heimischen Baumarten halten. Sie sind ja da!
5
Naturschutz
Naturschutz
Die Winter werden kürzer,
die Sommer länger
Wie der Klimawandel im Schwarzwald Tourismus und Erholung beeinflussen kann.
Von Andreas Matzarakis und Christina Endler
Die schönste Zeit des Jahres ist ohne Zweifel die Urlaubszeit. Wegfahren, einfach nur raus aus dem Alltag und etwas Neues erleben. Es
geht – um es beim Namen zu nennen – um Tourismus. Touristische
Aktivitäten sind aber auch umweltbelastend. Das wird uns gerade
heute wieder im Zusammenhang mit der Klimawandeldiskussion
bewusst. Der Tourismus trägt zum Klimawandel bei. Insgesamt wird
sein Beitrag zum Klimawandel auf fünf Prozent beziffert. In Deutschland allein (betrachtet man alle Sektoren) trägt der Tourismus mit drei
Prozent zum Ausstoß klimaschädlicher Gase bei.
D
as Verhältnis von Klima und Tourismus ist nicht einseitig, denn das
Klima beeinflusst den Tourismus.
Vielerorts ist das angenehme Klima das
größte Pfund, mit dem Tourismusregionen
wuchern. Das gilt nicht nur für die gesunde
Luft an der Nordsee. Auch im Schwarzwald
ist das Klima von wesentlicher Bedeutung
für den Tourismus. Somit macht der Schnee
im Winter den Schwarzwald zu einer Märchenlandschaft. Stürme und andere extreme
Witterungsereignisse hingegen beeinträchtigen das Landschaftsbild. Der Klimawandel
wird Auswirkungen auf den Tourismus
haben, und zwar in vielfältigen Formen.
Neben den direkten Folgen, zum Beispiel
Veränderung der Lufttemperatur, sind vor
allem auch die indirekten Folgen zu bedenken. An den deutschen Küsten wird die
Erhöhung der Wassertemperatur vermutlich
vermehrte Algenvorkommen nach sich ziehen. Im Schwarzwald und in anderen Mittelgebirgen können Tier- und Pflanzenarten
aussterben, weil sie nicht auf die Erhöhung
der Lufttemperatur oder die veränderten Niederschlagsverhältnisse eingestellt sind.
Unsere Vorstellungen von intakten Winterund Sommerlandschaften, die vor unserer
Haustür liegen, werden durch die allgemeine
Diskussion über den Klimawandel irritiert.
Wie sieht eigentlich der Schwarzwald von
morgen aus? Bedroht der Klimawandel diese
Region und wird es große Schäden geben?
Oder werden die höheren Lufttemperaturen
im Schwarzwald positive Entwicklungen
anstoßen? Keine leicht zu beantwortenden
Fragen. Die Menschen, die im Schwarzwald
leben, profitieren stark vom Tourismus und
von den Erholungssuchenden. Dabei spielte
6
Die Sommer im Hochschwarzwald (hier ein
Blick auf Hofsgrund am Schauinsland) werden
nach den Aussagen des Klimaprojektes nicht
heißer werden.
Ein Anblick, der im Schwarzwald seltener wird:
verschneite Winterlandschaft
in den letzten Jahrzehnten Wintertourismus
und Schneesport eine zentrale Rolle.
Schneebedingungen und Kulturlandschaften haben sehr viel mit dem Wetter und dem
Klima zu tun. Der Weltklimarat spricht von
einer Erhöhung der Lufttemperatur von
mehr als drei Grad bis zum Ende des 21.
Jahrhunderts und einer Zunahme der Niederschläge im Winter. Da es wärmer wird,
sind die Niederschläge im Winter eher als
Regen und nicht als Schnee zu erwarten. Im
Sommer wird es weniger Regen geben, aber
dafür mehr Starkniederschläge. Kann aber
die Wissenschaft überhaupt Aussagen über
die kommende Entwicklung des Klimas
machen? In einem gewissen Maß ist das
möglich. Dabei müssen wir aber berücksichtigen, dass die menschlichen Aktivitäten,
die klimarelevante Gase freisetzen, unter-
4/2008
Naturschutz
Schneepotenzial es in Zukunft geben wird.
Mit solchen visuellen Informationen können
dann Zeiträume im Jahr ermittelt werden, an
denen mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eine spezifische Aktivität möglich
oder nicht möglich ist. Diese Informationen
stellen eine anwenderfreundliche Grundlage für die Tourismuswirtschaft und die
politischen Entscheidungsträger dar. Der
durch den Menschen verursachte Klimawan-
Naturschutz
schiedliche Auswirkungen haben können.
Unterschiedliche Entwicklungen sind denkbar. Dieser Unsicherheit begegnen Klimaforscher, indem sie verschiedene Szenarien
benutzen. Zu jedem Szenario werden dann
mögliche Trends simuliert. Dazu werden Klimamodelle eingesetzt, die seit ein paar Jahren gute und robuste Informationen über
das zukünftige Klima liefern. Solche Modelle
können nicht nur auf globaler, sondern auch
Reduktionen von Gasen, bedingt durch
technische und gesellschaftliche Innovationen. Außerdem haben wir genauere regionale Informationen ermittelt und Karten
speziell für den Schwarzwald erstellt, die
tourismusrelevante klimatische Informationen enthalten. Von besonderem Interesse
sind dabei natürlich die Verhältnisse der
Zukunft, weil sie die Tourismusplanungen
unterstützen.
Klima-Tourismus-Informations-Schema für den Feldberg
Anmerkung
Die hier vorgestellten Ergebnisse
basieren auf Simulationen des Klimas
der Zukunft und sind im Rahmen des
Projektes KUNTIKUM erarbeitet worden,
das vom Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) gefördert wird.
(Weitere Informationen unter
www.klimatrends.de).
Kältestresstage im Schwarzwald
auf regionaler Ebene Berechnungen des Klimas anstellen. Sie geben Auskunft über die
Lufttemperatur, Niederschlagsverhältnisse
und andere klimatische Größen in der
Zukunft. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
geförderten Forschungsprogrammes klimazwei werden unter anderem für den
Schwarzwald die klimatischen Verhältnisse
untersucht, die vorteilhaft für den Tourismus
sind. Das Programm analysiert gleichzeitig
die Gefährdungspotenziale, die sich aus den
möglichen Klimatrends für den Tourismus
ergeben. Hierbei werden die klimatischen
Verhältnisse auf der Grundlage von Klimastationsdaten für lange Zeiträume aus der
Vergangenheit analysiert, tourismusorientiert
aufbereitet und grafisch dargestellt. Auf der
Grundlage von bedeutenden Größen wird
berechnet, wie viele Hitzetage, Kältetage,
schwüle Tage, Nebeltage oder Tage mit
4/2008
Tage mit Skipotenial
del wird auf der Grundlage von Klimasimulationen bis zum Jahr 2050 berechnet. Dabei
werden die für den Tourismus wichtigen klimatischen Größen besonders berücksichtigt.
Die Simulationen beruhen dabei auf Annahmen über die zukünftige Entwicklung der
Aspekte menschlicher Aktivitäten, die das
Klima beeinflussen können, wie zum Beispiel die Zunahme oder Abnahme des Energieverbrauchs oder die Veränderungen der
Erdbevölkerung.
Insgesamt wurden vierzig verschiedene
Möglichkeiten der Entwicklung von Treibhausgasemissionen durchgerechnet. In unserer Studie haben wir zwei realistische Szenarien ausgewählt: Im ersten Fall gehen wir
davon aus, dass sich nicht viel ändern wird
und die Menschen auch in Zukunft nur
geringfügig den Ausstoß von Treibhausgasen
reduzieren. Das zweite Szenario ist optimistischer und rechnet mit nennenswerten
Die Autoren: Prof. Dr. Andreas Matzarakis und Dipl.-Met. Christina Endler,
Meteorologisches Institut,
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,
andreas.matzarakis@meteo.uni-freiburg.de
Im Rahmen unserer bisherigen Untersuchungen für den Schwarzwald kann Folgendes zusammengefasst werden: Die
Anzahl der Tage mit Hitzestress spielt im IstZustand (1961 bis 1990) nur in den tiefer
gelegenen Gebieten des Schwarzwalds eine
Rolle. Jedoch gewinnt dieser im Zuge des
globalen und regionalen Klimawandels
immer mehr Bedeutung. Während die Zahl
der Tage mit Hitzestress im pessimistischeren Szenario um vier bis sechs Tage ansteigt,
nimmt sie im optimistischeren Szenario nur
geringfügig zu. Thermisch komfortable
Bedingungen gab es in der Schwarzwaldregion für den Zeitraum 1961 bis 1990 durchschnittlich an 80 Tagen, in den höheren
Lagen etwas weniger, nämlich an 70 Tagen.
Betrachtet man die zukünftige Entwicklung,
so wird sich die Anzahl der Tage mit thermischer Akzeptanz sowohl im optimistischeren als auch im pessimistischeren
7
Naturschutz
Naturschutz
Szenario im Durchschnitt um bis zu sechs
Tage reduzieren, wobei im pessimistischeren
Szenario die höchst gelegenen Regionen
des Schwarzwaldes bei einer Zunahme von
maximal zwei Tagen geringfügig von thermischer Eignung profitieren.
Die Anzahl der Tage mit Kältestress konzentriert sich zwischen 60 Tagen in den
tieferen und bis zu 120 Tagen in den
Gipfellagen (1961 bis 1990). Aufgrund steigender Lufttemperatur wird sich auch die
Anzahl der Kältestresstage deutlich verringern. Im pessimistischeren Klimaszenario
wird durchschnittlich ein Rückgang des
Kältestresses um bis zu 18 Tage erwartet,
wohingegen im optimistischeren Szenario
ein weniger starker Rückgang um bis zu 10
Tage erwartet wird. Die Anzahl der feuchtwarmen Tage („Schwüle“) wird sich zukünftig im Durchschnitt nahezu verdoppeln. In
den Hochlagen des Schwarzwaldes werden
die schwülen Tage weiterhin keine wesentliche Rolle spielen, können aber ab und an
auftreten. Betrachtet man das Skifahrpotenzial, das hier mit einer Schneedecke über
zehn Zentimeter deklariert ist, so sind im
Referenzzeitraum 1961 bis 1990 die höheren
Lagen des Schwarzwaldes mit 50 bis 60
Tage Schneepotenzial vertreten. Die tieferen Lagen hingegen weisen 20 bis 30 Tage
mit Schneepotenzial auf. Die zukünftige
Entwicklung des Schneepotenzials zeigt
eine deutliche Abnahme von bis zu 15
Tagen in den Gipfellagen und in den nie-
deren Lagen durchschnittlich bis zu 7 Tagen.
Dabei liegen die Änderungen im optimistischeren Szenario geringfügig niedriger.
Die Studien sind noch nicht abgeschlossen. Derzeit werden noch weitere Simulationen vorgenommen. Im Großen und
Ganzen kann man derzeit davon ausgehen,
dass sich die Wintersaison verkürzen und
die Sommersaison verlängern wird. Dies
betrifft nicht den gesamten Schwarzwald,
sondern nur die höheren Regionen. Niedrig gelegene Regionen sind im Sommer
auch durch Hitzestress und Schwüle
gefährdet. Zu guter Letzt sollte noch
erwähnt werden, dass Modelle nicht die
Realität sind, sondern den Versuch darstellen, die Realität abzubilden.
Der Natur
spielerisch
nahekommen
Natur-Klassenzimmer des
Schwarzwaldvereins Waldbronn eröffnet
Von Peter Lutz
Wer möchte nicht gern in einem solchen schönen Natur-Klassenzimmer wie diesem in
Waldbronn-Reichenbach unterrichtet werden?
W
enn Schülerinnen und Schüler
draußen in der Feldflur fröhlich
Sandsteine zu einer Trockenmauer auftürmen, Reisighaufen zusammentragen, Hecken pflanzen und Holz aufstapeln, dann muss etwas Besonderes im
Gange sein. Dass sie freiwillig und mit
großem Engagement etwas aufbauen,
scheint heutzutage nicht selbstverständlich
zu sein. Doch in diesem Fall ist es klar:
Sie helfen mit, das Natur-Klassenzimmer
des Schwarzwaldvereins Waldbronn zu
bauen. So entstand mit ihrer Hilfe und der
Unterstützung vieler engagierter Mitarbeiter
ein ungewöhnlicher Lernort für die Waldbronner Schulen.
8
Mehr als zwei Jahre hat es gedauert, bis von
der ersten Idee das Klassenzimmer auf
einem freien Wiesengelände bei Reichenbach, einem Ortsteil von Waldbronn bei
Karlsruhe entstanden ist. Das Vorhaben von
Naturschutzwart Hartmut Stech, Naturschutz
mit der Jugendarbeit zu vereinen, traf beim
Schwarzwaldverein Waldbronn mit dem
damaligen Vorsitzenden Kurt Moser sofort
auf offene Ohren. Hartmut Stech hatte zuvor
im nahen Palmbach ein ähnliches WaldKlassenzimmer zusammen mit Schülern
errichtet und verfügte daher über einige
Erfahrung. Schnell war auch die Gemeinde
mit Bürgermeister Ehrler von der Idee überzeugt, gemeinsam mit den Schülern auf
einem ehemaligen Motorsportgelände ein
Klassenzimmer in freier Natur anzulegen.
Bald waren weitere Unterstützer im
BUND und den Pfadfindern gefunden, aber
vor allem die Waldbronner Schulen mussten
gewonnen werden, denn die Schülerinnen
und Schüler sollten nicht nur ein etwas
anderes Klassenzimmer bekommen, sondern bei dessen Bau auch mithelfen! Ab
November 2006 begannen die Arbeiten auf
dem Gelände. Zunächst mussten die Helfer
die Hinterlassenschaften der vorherigen
Nutzer entfernen. Abfallholz, Baumaterialien
und Schutt wurden weggeschafft und das
Gelände planiert, dabei leisteten die Pfadfinder wertvolle Hilfe.
4/2008
Naturschutz
baute den Sitzkreis stimmungsvoll um einen
alten Mostbirnenbaum.
Ein solch großes Projekt braucht viel
Unterstützung, nicht nur ehrenamtliche
Arbeitsleistungen, sondern auch finanzielle
Mittel. Darum reichte Projekt-Initiator Hartmut Stech schon früh bei der Stiftung
„Natur- und Kulturlandschaft Schwarzwald“
einem Antrag auf Unterstützung ein. Dem
Stiftungsrat fiel es nicht schwer, das Waldbronner Natur-Klassenzimmer als vorbildliches Projekt anzuerkennen und einen
Betrag zur Beschaffung von Material,
Nisthilfen und einem Umwelt-Analysekoffer
zur Verfügung zu stellen. An einem schönen
Septembertag 2008 wurde die Einweihung
des Waldbronner Klassenzimmers gefeiert.
Neben vielen Gästen waren einige Klassen,
die bei seiner „Einrichtung“ tatkräftig mitgearbeitet hatten, mit Ihren Lehrern gekommen. Herbert Müller, der Vorsitzende des
Schwarzwaldvereins Waldbronn, berichtete
Naturschutz
Gefährliche Baumfällarbeiten übernahm der
Waldbronner Bauhof, der das Projekt immer
sehr tatkräftig unterstützte.
Danach legten sich die Abschlussklassen
der örtlichen Albert-Schweitzer-Werkrealschule ins Zeug. Sie schichteten aus Sandsteinblöcken Trockenmauern auf oder legten sogenannte Benjes-Hecken an; das sind
Reisighaufen, aus denen heraus sich neue
Hecken und Gehölze entwickeln sollen. In
700 freiwillig geleisteten Stunden bauten die
Jugendlichen 56 verschiedene Nistgelegenheiten für das Natur-Klassenzimmer, die
nicht nur Tieren zum Unterschlupf dienen
,sondern auch zu Naturbeobachtungen einladen. Kleinsäuger, Vögel, Insekten oder
Fledermäuse sollen darin einmal heimisch
werden. Auch an Insekten wurde gedacht.
In mehreren „Wildbienen-Hotels“ sollen in
Zukunft kleine, allein lebende Bienenarten
brüten. Man kann die Nistkästen auch aufklappen und dann in engen Glasröhrchen
bringen und sie zum Naturschutz zu führen.
Der Präsident lobte die Waldbronner Initiative. „Hier findet auf spielerische Weise der
Zugang zur Natur statt, ohne Zwang kommen hier Kinder ihrer Umwelt nahe“,
betonte er. Angesichts des Klimawandels sei
es unbedingt notwendig, die Menschen
schon früh auf die Zerbrechlichkeit der
Natur aufmerksam zu machen. Jeder müsse
einen Beitrag leisten, um die drohende
Katastrophe abzuwenden. Wenn Schüler
mehr über ihre Umwelt wissen, würden sie
später auch einsichtiger handeln, zeigte er
sich überzeugt. Und was wäre für dieses
GEFÖRDERTES PROJEKT
Stiftung Naturund Kulturlandschaft
Schwarzwald
Bild oben links: Auch Schüler der Reichenbacher Grundschule waren bei der Eröffnung des Waldbronner Natur-Klassenzimmer dabei.
Bild oben rechts: Hartmut Stech, Naturschutzwart des Schwarzwaldvereins Waldbronn, gewährt den Kindern beim ersten Rundgang durchs
Natur-Klassenzimmer Einblicke in ein Bienenhotel mit Insekten-Niströhren.
die Insekten beim Brutgeschäft beobachten
oder die Larven wachsen sehen. Selbst an
Ohrenzwicker wurde gedacht, für sie sind
im Gelände Betonröhrchen deponiert, in die
die Schädlingsvertilger gern für die Nacht
schlüpfen. Nun wird es an den Schüler und
dem Schwarzwaldverein liegen, die Nisthilfen auch zu betreuen und sich so praktisch
für den Artenschutz zu engagieren.
Zentrum des Natur-Klassenzimmers ist
eine Sitzgruppe, auf der die Schülerinnen
und Schüler sich ausruhen und ihre Beobachtungen aufzeichnen können. Den
Eichenstamm dazu stiftete der Forst, Kurt
Moser fertigte daraus einzelne Bänke und
4/2008
über die Entstehungsgeschichte des Klassenzimmers. Er war erfreut, dass es ein
Gemeinschaftswerk der Vereine und der
Schüler geworden ist. Nun übergebe der
Schwarzwaldverein, so Herbert Müller,
damit die Schulen es nutzen und auch ausbauen. Er konnte auch den Ersten Landesbeamten des Landratsamtes Ralph Schlusche begrüßen, der beeindruckt war von
dem weitläufigen Klassenzimmer. Auch er
pflichtete dem Gedanken bei, dass man
alles schütze, was man kennen und schätzen gelernt habe. Insofern sei das Klassenzimmer genau das Richtige, um Schülerinnen und Schülern die Natur nahe zu
Lernen besser geeignet als ein NaturKlassenzimmer? Er wünschte sich, dass die
Schulen es nachhaltig und eifrig nutzen.
Dann übernahmen die Grundschüler ihr
Klassenzimmer. Hartmut Stech öffnete bei
einem Rundgang für sie Insekten-Nistkästen
und zeigte die darin versteckten Nistbauten.
An den Trockenmauern zeigte sich, dass
die Kinder gut Bescheid wussten, hatten sie
doch beim Bau mitgeholfen.
Den Ausführungen von Hartmut Stech
lauschten auch die „offiziellen“ Gäste,
denn man bekommt schließlich nur selten
unter fachkundiger Führung ein kleines
Wespennest in einem Vogelkasten oder die
9
Naturschutz
Naturschutz
hungrigen Maden der Wildbienen zu
sehen. Danach traten Herbert Müller und
der Bürgermeister Harald Ehrler in Aktion.
Gemeinsam befestigten sie mit Hilfe einer
Hebebühne ein Turmfalken-Nest in einem
hohen Baum. Nun hoffen alle, dass bald
ein Vogel in das Nest einzieht – jedenfalls
kreiste zu Beginn der Zeremonie einer
über den Köpfen der Zuschauer und
bekundete offensichtlich sein Interesse an
dem Klassenzimmer. Doch mit der
Einweihung will es der Schwarzwaldverein Waldbronn nun nicht bewenden
lassen. Bereits im Herbst ist eine Fortbildung für Lehrer aus dem Landkreis Karlsruhe geplant, um sie mit dem Lern- und
Lehr-Möglichkeiten im Natur-Klassenzimmer vertraut zu machen.
Im nächsten Jahr soll
ein Walderlebnispfad
im
angrenzenden
Wald errichtet und
ein naher Bach renaturiert und in Klassenzimmer einbezogen
werden. Zudem ist im
nächsten Jahr ein
Sensenmähkurs geplant. Das findet alles
neben dem eigentlichen
NaturkundeUnterricht statt, den
die drei Waldbronner
Schulen nun vermehrt
im Natur-Klassenzimmer abhalten werden.
Präsident Eugen
Dieterle spricht bei
der Eröffnung des
Natur-Klassenzimmers, rechts neben
ihm Herbert Müller,
der Vorsitzende
des Schwarzwaldvereins Waldbronn.
Werbung für Naturschutz im Schwarzwald
Der Schwarzwaldverein präsentiert sich beim Deutschen Naturschutztag in Karlsruhe
I
m September fand in Karlsruhe der 29.
Deutsche Naturschutztag statt. Bei dem
Treffen der deutschen Naturschützer, das
alle zwei Jahre stattfindet, diskutierten in
diesem Jahr rund 800 Teilnehmer unter dem
Motto „Stimmt das Klima? Naturschutz im
Umbruch“ über aktuelle Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit und Erhaltung
der biologischen Vielfalt. Eindringlich warnten Wissenschaftler wie der Klimaforscher
Hartmut Graßl von der Universität Hamburg
vor den Folgen des Klimawandels, der auch
für die Natur und die Kulturlandschaft in
Deutschland erhebliche Auswirkungen
haben werde und auch von Naturschützern
berücksichtigt werden müsse.
Der Schwarzwaldverein nutzte die Gelegenheit, bei der fünftägigen Veranstaltung
seine Naturschutzarbeit vorzustellen und
sich dem bundesdeutschen Publikum als
anerkannter Naturschutzverband zu präsentieren. Am Stand im Kongresszentrum
Karlsruhe wurde neben vielen Informationen das vom Bezirk Kinzigtal organisierte
„Rüttibrennen“ (Wir berichteten darüber in
DER SCHWARZWALD I/2008) mit Hilfe
einer original verkleideten Schaufensterpuppe nachgestellt. Diese Szene war der
Blickfang für viele der Fachbesucher, die
sich für die Naturschutz-Aktivitäten des
Schwarzwaldvereins interessierten. Daraus
entstanden Fachgespräche am Stand, wobei
die Besucher besonders wegen der neuen
Wanderwegbeschilderung im Schwarzwald
nachfragten. Der bot auch eine Fachexkursion auf die Hornisgrinde an, wo der
gleichnamige Bezirk seit Jahren die „Hornisgrinde-Aktion“ zur Pflege des Gipfelbereichs organisiert. Bei kühlem, aber
sonnigem Wetter konnten der Bezirksvorsitz-
10
ende Klaus Mohr, Naturschutzreferent Peter
Lutz und Charly Ebel vom Naturschutzzentrum Ruhestein zahlreiche Teilnehmer
begrüßen. Diese zeigten sich beeindruckt
von der prächtigen Aussicht und vom naturnahen Hochmoor auf dem Gipfelplateau,
das sie auf dem vom Schwarzwaldverein
gebauten Bohlenweg überquerten. Natürlich diskutieren die Fachleute auch über die
Hinterlassenschaften des Militärs und wie
die gestörten Teile der
Grindenlandschaft wieder renaturiert werden
könnten. Gegen Ende
des Deutschen Naturschutztages stellte der
Schwarzwaldverein auf
dem
„NaturschutzMarkt“ in der Karlsruher Innenstadt seine
Naturschutzaktivitäten
im Raum Karlsruhe
einer breiten Öffentlichkeit vor.
Am Freitag war zunächst das Wald-Klassenzimmer aus Karlsruher Stadtteil Palmbach
an der Reihe. Ilse-Marie
Kunze vom Schwarzwaldverein Wettersbach
hatte
umfangreiches
Anschauungsmaterial
und Schülerinnen und
Schüler mitgebracht,
die anderen Schülern
ihre Aktionen im Waldkassenzimmer erklärten. In einem NaturQuiz konnten die die
Kinder Preise gewinnen – eine gelungene
Aktion! Am Samstag übernahm Hartmut
Stech vom neu eröffneten Natur-Klassenzimmer des Schwarzwaldvereins Waldbronn
den Stand auf dem Friedrichsplatz. Er präsentierte die von Schülern gebaute VogelNistkästen und erklärte interessierten Besuchern die verschiedenen Nistgelegenheiten
und ökologischen Zusammnenhänge.
Peter Lutz
Am Samstag betreute Hartmut Stech
den Stand des
Schwarzwaldvereins
in der Karlsruher
Innenstadt.
Am Freitag war
das Terrarium mit
den Feldmäusen am
Schwarzwaldvereinsstand in der
Karlsruher Innenstadt immer von
neugierigen Kindern
umlagert.
4/2008
Naturschutz
D
er Schwarzwaldförster Elmar Klein,
langjähriger Leiter des ehemaligen
Forstamtes St. Märgen und Vorsitzender der Schwarzwaldvereinsortsgruppe St.
Märgen, hat ein Buch zum Thema Waldsterben veröffentlicht. Spannend und gut
lesbar beschreibt er zunächst seine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse, erinnert
an die anfänglich abwiegelnde Haltung der
Spitze der Forstverwaltung und zeigt, wie
das „Waldsterben“ dann in den 80er Jahren
die Berufskollegen erfasst und alsbald die
Öffentlichkeit und die Politik beschäftigte.
Dieser Bericht ist ein Beitrag zur neueren
Forstgeschichte, der über die Region des
Südschwarzwaldes hinaus von Interesse ist.
Elmar Klein – ein kritischer, zum Widerspruch neigender Geist – stellt früh schon
die These in Frage, der saure Regen und das
Ozon verursache die Waldschäden. Er
widerspricht damit der herrschenden Lehre,
die bekanntlich davon ausgeht, dass es sich
bei den Schäden um Baumkrankheiten handelt, die von verschiedenen, nicht abschließend erforschten Ursachen ausgelöst
werden, bei der aber Luftschadstoffe eine
ausschlaggebende Rolle spielen.
Nach dem Motto „fragt die Bäume“, nahm
er die erkrankten Tannen, Fichten und
Buchen in seinem Forstbezirk unter die
Lupe und veröffentlichte zwischen 1977
und 1998 eine ganze Reihe von Aufsätzen
über die Erkenntnisse, die er dabei
gewonnen hatte und die ihn dazu bringen, in den Symptomen des Waldsterbens
natürliche Krankheitsereignisse zu sehen.
Er beschäftigt sich hauptsächlich mit
der Nadelschütte im Winter,
der vorbeugenden Käferbekämpfung,
Rindenpilzen an Hochlagenfichten,
windgeprägten Kronen an Alttannen,
Frostschäden an Nadelbäumen und
damit zusammenhängend mit Inversionswetterlagen und ihren Folgen,
den Wunden der Weißtanne, ihren Nasskernen und der Verkienung der Tannenäste
und der Verkernung bei Buchen und dem
Buchenkrebs.
Die in der Fachpresse zerstreuten Aufsätze hat
der Autor jetzt überarbeitet und in einem reich
bebilderten Buch unter dem Titel „Das war
das Waldsterben!“ zusammengefasst. Zwar
wird der Titel bei vielen auf Missfallen stoßen,
denn man kann das Waldsterben heute keineswegs für beendet erklären, selbst dann
nicht, wenn die Stoffeinträge in die Wälder
weniger gefährlich sein sollten, als ursprünglich angenommen, zumal es ohne die Waldsterbensdiskussion die großen Fortschritte in
der Luftreinhaltung nicht gegeben hätte. Vor
Info
Elmar Klein
Das war das Waldsterben
Rombachverlag Freiburg/Br.
Reihe Ökologie, Band 8
160 Seiten, 79 Abbildungen,
Pb. 15,4 x 22,8 cm
24,80 €
ISBN 978-3-7930-9526-2
allem aber ist zu bedenken, dass unsere Wälder inzwischen durch die Klimaerwärmung
von Sturmkatastrophen und Dürre massiv
bedroht sind, und dass die notwendige Waldpflege durch den Personalabbau in den Forstverwaltungen und durch einseitiges Gewinnstreben vielfach nicht mehr gewährleistet ist.
Alles in allem ist das Buch aber eine lohnende Lektüre, die allen, die beruflich mit
dem Wald zu tun haben, und darüber hinaus
allen Waldfreunden empfohlen sei. Elmar
Klein ist ein genauer Beobachter, der von
Lebensvorgängen in den Bäumen und in
den Wäldern fasziniert ist und uns in klarer
und verständlicher Sprache an seinen Erkenntnissen teilhaben lässt. Er lehrt uns, den
Bäumen mit Aufmerksamkeit zu begegnen.
Heiner Grub
Wenn Holz verheizt wird
Kritische Bemerkungen über den Brennholzboom
W
er hätte das vor Jahren noch
gedacht, dass der Brennholzboom nochmals kommt und Holz
ein so beliebtes Heizmaterial werden
würde? Da sieht man alle möglichen Fahrzeuge durch die Dörfer hochbeladen mit
dem wertvollen, nachwachsenden Rohstoff
Holz „kutschieren“ und fühlt sich in die
Nachkriegszeit versetzt. Viele Autos haben
plötzlich ein Schild mit „FORSTBETRIEB“, manchmal auch mit Landeswappen von
Baden-Württemberg, an der Windschutzscheibe! So viele Forstbetriebe und Fahrberechtigte gibt es über die Jahre gar nicht.
Für manche Menschen ist dieses „Brennholzmachen“ auch ein nützlicher Ausgleichssport und ersetzt den „Heimtrainer“!
Andere wiederum haben nach dem ersten
Unfall schon wieder „die Schnauze voll“ und
hören auf. Man erfährt, wie schwer und
gefährlich diese Arbeit ist. Auch sieht man
große Holzbeigen an modernen Luxusbau-
4/2008
ten (auf und unter Balkonen und Terrassen)
gelagert. Soweit so gut! Leider hat dieser
Brennholzboom aber auch nachteilige Wirkungen auf den Wald. Aus ökologischer
Sicht wird dem Wald durch das teilweise
“saubere Aufräumen“ der Schlagflächen die
natürliche Düngung durch Verrottung aus
der organischen Substanz entzogen. Weitaus
schlimmer ist die Tatsache, dass durch die
enorme Nachfrage sogar „Brennholzhiebe“
getätigt werden, welche teilweise gezielt auf
das Laubholz geführt werden. Insbesondere
in Gemeinde- und Privatwäldern werden
Waldränder, Steinriegel, Feldgehölze und
andere Flächen teilweise fein säuberlich von
Laubhölzern „befreit“! Auch im Bereich der
naturgeschützten Schluchten wird teilweise
alles Laubholz geschlagen/abgeholzt. Auch
im Bereich der naturgeschützten Schluchten
wird teilweise weiterhin vermehrt durch
„Selbstwerber“ kräftig Laubholz geerntet!
Wertvolle, die Landschaft prägende Einzel-
exemplare von z. B. Ahorn, Feldahorn,
Eiche, Birke, Weide und andere Baumarten
fallen dem Brennholzboom vermehrt zum
Opfer. Auf längere Sicht findet eine
schleichende „Entmischung“ des Laubholzes statt, das heißt, der Laubholzanteil
nimmt ab. In Streuobstwiesen verschwinden „klammheimlich“ Bäume mit kleinsten
Schäden in Brennholzstößen. Die Straßenbauverwaltung entfernt zwar auch aus verkehrstechnischen Gründen Bäume und den
kleineren Laubholzbewuchs an den Rändern und Böschungen, lässt aber noch
genügend Einzelexemplare verschiedener
Baumarten stehen.
Dies belebt, vor allem im Herbst, das
Landschaftsbild wesentlich. Sollte diese Entwicklung weiterhin so verlaufen, ist es meines Erachtens um die Artenvielfalt unserer
Wälder, der Feldgehölze, Waldränder und
Streuobstwiesen nicht zum Besten bestellt.
Wolfgang Kollof
11
Naturschutz
„Das war das Waldsterben!“
Naturschutz
Naturschutz
Kräuterapotheke
mit hohem Futterwert
Wiesenmeisterschaft 2008 für die schönsten Wiesen im Gebiet Westlicher Bodensee/Obere Donau
Von Peter Lutz und Rainer Oppermann
I
n diesem Jahr fand zum
vierten Mal eine Wiesenmeisterschaft in BadenWürttemberg statt. Mit ihr
soll in der Öffentlichkeit
auf die Bedeutung von
artenreichen Wiesen in
unserer Kulturlandschaft aufmerksam gemacht werden. Ziel
dieser Meisterschaft war es außerdem, die Verdienste der Landwirte
und Bewirtschafter zur Erhaltung der
Artenvielfalt zu würdigen. Bunte
Wiesen mit vielen Blütenpflanzen
sind nicht nur für uns Menschen
von besonderer Schönheit, sondern
sie liefern auch ein hochwertiges Heu –
gewissermaßen bekommen die grasfressenden Rinder eine gesund
erhaltende Kräuterapotheke
mit dem Futter mitgeliefert.
Die Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft kann nur
durch die Landwirte erhalten werden. Für sie steht zunächst natürlich
die Gewinnung von nahrhaftem Futter im
Vordergrund, wobei viele wegen der
Milchleistungen der Kühe auf proteinund energiereichen Wiesenaufwuchs
bei gleichzeitig hohen Erträgen
großen Wert legen. Solches
Futter liefern aber die extensiv bewirtschafteten, artenreichen Wiesen nicht, ihre Menge
bleibt meist deutlich hinter den Erträgen von
intensiv gedüngten Flächen zurück. Das ist
der Hauptgrund, weshalb die so schön
anzuschauenden Wiesen und Weiden selten
geworden sind. Dennoch zeigen die Teilnehmer am Wiesenmeister-Wettbewerb,
dass sich die futterbaulichen Ansprüche mit
den ökologischen Aspekten kombinieren
lassen. Hochwertiges Futter – jedoch in
geringerer Menge – lässt sich sehr wohl auf
artenreichen, blühenden Wiesen und Weiden, die Lebensraum für viele bedrohte Tierund Pflanzenarten sind, erzeugen.
2008 fand die Wiesenmeisterschaft im
Gebiet Westlicher Bodensee/Obere Donau
statt. Initiatoren das Wettbewerbs waren das
Stuttgarter Landwirtschaftsministerium und
das Mannheimer Institut für Agrarökologie
(IFAB); weitere Mitträger der Landesbauernverband (LBV), der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV), der
Schwäbische Albverein und der NABU-Landesverband Baden-Württemberg. Wie im
Jahr 2006 (DER SCHWARZWALD I/2007
berichtete) beteiligte sich auch in diesem
Jahr der Schwarzwaldverein an der Meisterschaft. Der Wettbewerb wurde im April ausgeschrieben und bis Mitte Mai konnten die
Landwirte ihre besonderen Wiesen anmel-
den. Rund 80 Grünlandflächen wurden
angemeldet.
Noch in
schönster Blüte
wurde die Qualität
des blumenbunten
Wiesenaufwuchses
von Fachleuten des
IFAB beurteilt und die
besten Flächen ausgewählt. Doch das war
nur die Vorarbeit für
eine Jury aus Experten,
die aus der Vorauswahl
die eigentlichen Sieger
bestimmte. Ende Mai
bereisen die Jurymitglieder die Flächen im Überlinger Hinterland, auf
dem Bodanrück,
der Höri und im Hegau
bis hin zum Donautal bei Fridingen. Für eine Prämierung entscheidend waren für die Jury folgende Kriterien: Da war der
ökologische Wert, der aus der
Artenvielfalt und dem ökologischen
Gesamterscheinungsbild gebildet
wurde. Ebenso wichtig für die Beur-
Prächtige Magerwiese mit gelb blühenden
Wiesen-Bocksbart und blauem Wiesen-Salbei vom
Schiener Berg bei Öhningen
12
4/2008
Naturschutz
Blütenvielfalt, die sich nicht nur aus bekannten Wiesenarten wie z.B. Wiesenbocksbart,
Margeriten und Wiesensalbei zusammensetzte, sondern so manche Besonderheit
bereithielt. So boten zum Beispiel die dunkelblauen Blütenköpfe der Teufelskralle
oder rosafarbene Orchideen einen intensiven Farbkontrast zu Pippau, Glockenblumen und Flockenblumen. Die meisten
Bestände ließen sich als so genannte SalbeiGlatthaferwiesen einordnen, die man auf
Kalkböden findet. Diesen Wiesentyp gibt es
nicht im Schwarzwald, wo die Böden wegen
des Grundgebirges eher sauer sind. Doch so
schön die Blumenwiesen auch anzusehen
sind: Wiesen und Weiden so zu bewirtschaften, dass sie eine akzeptable Futterleistung erbringen und zugleich viele Pflanzenarten aufweisen, ist eine große
Herausforderung und Leistung. Eine solche
Bewirtschaftung geht oft auf Jahrzehnte alte
Erfahrungen und Traditionen zurück. An
diesem Punkt setzt die Wiesenmeisterschaft
an. Durch die Auszeichnung sollen die
Bewirtschafter solch artenreicher Flächen
für die Erhaltung von Wiesen und Weiden
als Lebensraum für selten werdende Tierund Pflanzenarten, aber auch für ihren Beitrag zum Schutz des Grundwassers sowie
zur Sicherung der kulturhistorisch gewachsenen Landschaft geehrt werden. Damit leisten sie unmittelbar einen Beitrag zur „Biodiversität“ (Artenvielfalt), die gleichzeitig zum
Wettbewerb im Mai auf einer Internationalen Konferenz zur weltweiten Vielfalt von
Arten und Biotopen in Bonn in aller Munde
war. Die Jury ermittelte nach eingehender
Prüfung der Flächen die Sieger der Wiesenmeisterschaft 2008. Dabei vergab sie in drei
Kategorien Preise an die Wettbewerbsteilnehmer. Die Qualität der begutachteten
Wiesen- und Weidenflächen waren großteils
sehr gut und überzeugend, sodass es schwer
fiel, die Besten zu bestimmen.
Die Wiesenmeister-Jury bei der Beurteilung einer Magerwiese auf dem Bodanrück,
vom Schwarzwaldverein mit dabei: Eckard Martin (mit Strohhut), Dr. Elmar Zohren
(rechts daneben), Peter Lutz (3. von links)
4/2008
Die Jury vergab drei Preise in der Kategorie
„artenreiche Wiese“. Damit zeichnete sie die
Bewirtschafter besonders artenreicher und
am besten gepflegter Mähwiesen aus. Sieger in dieser Kategorie wurden Helmut Müller (Kaltbrunn), Martin Aichem und Manfred
Sernatinger (Radolfzell-Güttingen) sowie
Walter Käppeler (Singen). Nur zwei Preise
gab es für die Besten in der Kategorie
„artenreiche Weide“, für die vergleichsweise
wenige Anmeldungen vorlagen. Franz
Stehle aus Fridingen war der stolze Sieger,
der mit seiner gut bewirtschafteten und
bunten Weidefläche die Jury überzeugte,
zweiter wurde der Erlenhof des PestalozziKinderdorfes in Wahlwies. In der Kategorie
„Gesamtbetrieb“, die mehrere Wiesen
innerhalb eines Betriebes erfasst und ein
ausgewogenes Nebeneinander von intensiv
und extensiv genutzten Flächen beurteilt,
vergab die Jury insgesamt vier Preise an folgende Betriebe: Familie Fischer (Öhningen), den Lehenhof der Camphill Dorfgemeinschaft (Deggenhauser Tal), Familie
Pröbstle (Scheer bei Sigmaringen) und Dieter Ellensohn (Allensbach-Freudental).
Artenreiche Wiesen und Weiden, das
zeigte der vom Schwarzwaldverein unterstützte Wiesenmeister-Wettbewerb, haben
auch heute ihre Berechtigung. Sie sind
nicht nur für die Erhaltung des Artenreichtums in unserer Kulturlandschaft unverzichtbar, sondern liefern auch nahrhaftes
Heu und Grünfutter. Landwirte profitieren
von der Artenvielfalt auf ihren Flächen,
auch wenn sie nur auf einen kleinen Teil
der Grünlandflächen extensiv bewirtschaften, denn damit fördern sie die Gesundheit
ihrer Nutztiere. Wo viele Pflanzenarten
wachsen und blühen, stellt sich auch eine
große Vielfalt an Tieren ein, das gilt besonders für die sonnigen und mageren Wiesen,
denen die Aufmerksamkeit bei der Wiesenmeisterschaft galt.
Artenreiche Wiesen gehören zu unserer Kulturlandschaft – sie sind nicht nur der Lebensraum
vieler Arten, sondern auch besonders schön!
13
Naturschutz
teilung war der futterbauliche Wert, der
sich aus der Qualität des Futters, der
Zusammensetzung der Grasnarbe, dem
möglichst geringen Anteil an Giftpflanzen
u.a. zusammensetzt.
Der Schwarzwaldverein schickte gleich
zwei Fachleute in die Jury: Dr. Elmar Zohren,
Bezirksnaturschutzwart im Hegau und ehemaliger Mitarbeiter im Landwirtschaftsamt,
begutachtete die Wiesen aus Sicht des Botanikers. Für ihn waren die Blütenmeere aus
einer Farbensinfonie in gelb, lila, rot und
weiß oft „ein Hochgenuss“. „Aber mit
schlechtem Futterwert“ entgegnete ihm
Eckhard Martin, früherer Landwirt und
Naturschutzwart des Schwarzwaldvereins
Stockach. So hat jeder seinen eigenen Blick
auf die Landschaft – doch man fand sich
immer wieder zusammen, denn es galt,
Schönheit und Futterwert, Artenreichtum
und Nützlichkeit der Wiesen gleichermaßen
zu beurteilen.Bei den Diskussionen um die
Qualität wurde immer deutlich, wie schwierig heute das „Geschäft“ ist, den Artenreichtum in unserer Kulturlandschaft zu erhalten.
Wirtschaftliche Notwendigkeiten zwingen
die Landwirte, ihre Flächen immer intensiver
zu nutzen. Dabei kommt zwangsläufig der
Artenreichtum – im wahrsten Sinn – unter die
Räder. So fanden die Experten die zu beurteilenden Wiesen und Weiden meist an Hängen, die mit Maschinen nur schwer zu bearbeiten sind. Die Vielfalt spielt in der heutigen
Landwirtschaft darum eher eine Nebenrolle,
sie wird durch Intensivierung an den
Rand gedrängt. Doch sollten wir
froh sein, dass es artenreiche Wiesen gibt und sie von verständigen
Landwirten gepflegt werden und in
den Betriebsablauf eingebaut sind.
Auch das ist ein erfreuliches Ergebnis des Wiesenmeister-Wettbewerbs.
Den Juroren bot sich bei der Begehung teilweise eine beeindruckende
Wandern
Wandern
Wanderfreunde des Vogesenclubs und des Schwarzwaldvereins in der Gruppe vereint
Unterwegs
Bi-nationale Wandertage
in den Nordvogesen
Von Hans Maier
Blick auf Mont Sainte Odile
A
ls einer von 17 Teilnehmern der
Ortsgruppe Singen im Schwarzwaldverein war ich erstmals bei der „binationalen Wanderung“ in den Vogesen
dabei. Wegen der Entfernung mussten wir
schon am Vortag anreisen. Dies bot uns
Gelegenheit, gemütlich über die „Route des
Vins“ durch die elsässischen Winzerdörfchen zu fahren und durch Kaysersberg und
Ribeauville zu bummeln.
Am Samstagmorgen stießen wir am Odilienberg auf etwa hundert weitere Wanderer aus dem Elsass und benachbarten badischen Bezirken. Die große Teilnehmerzahl
brachte es wohl mit sich, dass erst die französischsprachige Gruppe losging. Rastpausen und Anstiege ermöglichten aber dann
doch, dass Elsässer und Baden-Württemberger miteinander in Kontakt kamen. Dies
– so sagte Vizepräsident Jean Marc Parment
vom Vogesenclub – sei eines der Ziele dieser gemeinsamen Wandertage. Zum einen
möchten die Verbandsleitungen die land-
Präsident Dieterle übergibt den Wanderführern des Vogesenclubs Schwarzwaldvereins-Mützen.
14
4/2008
Wandern
Wandern
mit Freunden aus dem Elsass
schaftlichen Reize des Wandergebiets zeigen, zum anderen soll durch persönliche
Kontakte eine Brücke zwischen den Nationen geschlagen werden. Wir wanderten
zuerst der so genannten keltischen „Heidenmauer“ entlang, dann, immer auf
federndem Waldboden, hinab zur staufischen Ruine Landsberg und hinüber nach
Niedermünster, einem ehmaligen Benediktinerpriorat. In einer großen Scheune mit
prächtigem Gebälk hatte die Ortsgruppe
Niedermünster im Vogesenclub für Essen
und Trinken gesorgt. Wir lernen: „Knacks“
sind unsere „Wienerle“, elsässisches Bier
ist nicht zu verachten. Dann ging's wieder
gut 350 Höhenmeter hinauf zum Odilienberg. Die Führung von Alois Ochs aus
Appenweier durch das Heiligtum der
Patronin des Elsass war für uns deutsche
Teilnehmer zugleich ein Gang durch die
Erd- und Kulturgeschichte des Elsasses von
der Zeit Karls des Großen bis auf den heutigen Tag. War der erste Wandertag eher
von der Geschichte geprägt, bot der Sonntag am Champ du Feu landschaftliche
Gegensätze: offene Bergweiden mit Arnika
und Knabenkraut, Eichen- und Buchenwälder mit dem roten Fingerhut. Sogar entlang einer für die medizinische Forschung
und Nutzung geschützten Wiese führte der
markierte Wanderweg. An diesem zweiten
4/2008
Wandertag fiel der Regen gleichermaßen
auf Elsässer und „Diitsche“. Manch helfende Hand beim Anziehen des Regenmantels, beim Sprung über einen Graben
oder eine rutschige Stelle wurde zum Kontakt zwischen Schwarzwaldverein und
Vogesenclub.
Dieser Tag war der Straßburger Gruppe
des „Club Vosgien“ anvertraut, die sich,
erkennbar an ihren gelben Mützen, wegweisend geschickt unter die rund 90
Teilnehmer mischten. Auffallend war, dass
sie anscheinend viele jüngere Mitglieder
hat. So ergab sich manches Gespräch
in deutsch- französisch- elsässischer
Mischung: Auskünfte über die heimische
Region, den schulischen Sprachunterricht,
die Flora, bis zur aktuellen Europapolitik.
Interessant zum Beispiel, dass die Straßburger Gruppe sich von einem Europaparlamentarier über die aktuelle Verfassungskrise
informieren ließ. Präsident Eugen Dieterle,
der an beiden Tagen mitwanderte, brachte
nach der Mittagspause in einem Sportzentrum den Sinn dieser gemeinsamen Wandertage auf den Punkt; Europa dürfe man
nicht nur der Politik, der Wirtschaft und
dem Handel überlassen. Erst das gegenseitige Kennen- und Schätzenlernen seiner
Bürger schafft Gemeinsamkeit, die auch
eine Krise überdauert. Vizepräsident Jean
Marc Parment pflichtete dem bei und fügte
hinzu, dass auch die Vereinsziele – Naturschutz und Pflege des kulturellen Erbes in
der engeren Heimat – gemeinsam seien und
auch gemeinsam in Europa durchgesetzt
werden sollen. Seinen Dank richtete Hauptwanderwart Gunter an die Organisatoren
der beiden Vereine. Wegen des langen Rückwegs fügten wir Singener noch einen Wandertag am Lac Vert und Lac du Forlet an,
wobei wir uns Tipps von den Mitwanderern
holen konnten. Was nahmen wir mit aus den
Tagen im Elsass? Im Rucksack Wurst und
Käse vom Bauernmarkt am Champ du Feu,
eine Flasche Pinot Noir zur Nachfeier
daheim; im Herzen aber das Wissen, dass
uns über dem Rhein freundliche, offene
Vogesenclubler erwarten. Auch wir Singener
würden gerne einer elsässischen Gruppe
unseren Hegau und den Bodensee zeigen.
15
Wandern
Wandern
Mühlenweg und Felsenweg
Zwei erlebnisreiche Tage mit Wanderern vom Vogesenclub
Von Alois Ochs
Schwarzwaldhauptverein und Vogesenclub hatten zu binationalen
Wanderungen eingeladen und viele Wanderfreunde folgten der Einladung. Auf badischer Seite war dieses Mal die Gegend um Ottenhöfen im reizvollen Achertal ausgewählt worden. Trotz schlechter
Wettervorhersage fanden sich viele wanderfreudige Mitglieder am
Bahnhof in Ottenhöfen ein (Samstag: 120, Sonntag: 200), um
gemeinsam zwei Tage miteinander zu wandern.
P
räsident Dieterle begrüßte die Teilnehmer, besonders natürlich die Freunde
des Vogesenclubs. Er ging dabei auch
auf den Sinn dieses Treffens ein. Die beiden
Wandervereine wollen durch das gemeinsame Wandern die Menschen einander
näher bringen. Nach vielen Jahrzehnten der
Feindschaft, des Hasses und auch der
Kriege sollen diese Veranstaltungen dazu
beitragen, gegenseitige Freundschaften aufzubauen, die das beste Fundament für einen
dauerhaften Frieden sind. Der Hauptfachwart für Wandern, Gunter Schön, der für die
16
Vorbereitung verantwortlich zeichnete,
erläuterte nach kurzer Begrüßung die Wanderrouten für den Samstag und Sonntag.
Nach einem frohen Morgenkanon machten
sich die Wanderer auf den 13 Kilometer langen Mühlenweg. Entlang dieses Weges
stehen neun alte Mühlen, die in hunderten
von Arbeitsstunden auf Initiative des ehemaligen Vorsitzenden Walter Steimle durch
Mitglieder des Schwarzwaldvereins und der
Gemeinde fachgerecht restauriert worden
sind. Während der gesamten Wanderstrecke, die immer bergauf und bergab
führte, hatten die Wanderer herrliche Ausblicke auf das Dorf Ottenhöfen mit seinen
zehn Seitentälern. Bei einer längeren Rast
an der Benzmühle konnten die Wanderer
bei einem deftigen Bauernvesper und
gutem Most neue Energie für die weitere
Route tanken. Erstaunt und begeistert zeigten sich die elsässischen Freunde über die
originellen Schnapsbrunnen, an denen edle
Schnäpse und guter Most angeboten werden. Nach rund viereinhalb Stunden Wanderzeit trafen die Wanderer in der Schwarzwaldhalle ein, wo die Kurkapelle während
der Bewirtung durch den Handballverein
aufspielte und Gunter Schön ein Geheimnis
preisgab; Insgesamt war die Wanderschar
870 Meter auf- und 735 Meter abgestiegen.
In Freude über den erlebnisreichen ersten
Wandertag waren die Teilnehmer schon auf
den zweiten gespannt. Dieser begann wie
am Vortag um 9 Uhr am Bahnhof in Ottenhöfen. Nach den Begrüßungen durch den
Präsidenten, Eugen Dieterle, den Hauptfachwart, Gunter Schön, sowie den Vorsit-
4/2008
Wandern
Wandern
Auf dem Felsenweg unterwegs
Die Seniorenkapelle Oberachern
zenden des Schwarzwaldvereins Ottenhöfen, Bernd Bäuerle, der die Gäste auch im
Namen des Bürgermeisters willkommen
hieß, und worunter diesmal auch eine große
Wanderschar aus dem Departement Vosges
waren, machten sich die erwartungsfrohen
Teilnehmer auf die Wanderstrecke, den Felsenweg. Der Anstieg zum Sesselfelsen zog
sich hin und war anstrengend. Durch den
heftigen Regen in der vorhergegangenen
Nacht waren die Pfade und besonders die
Steine klitschig und erforderten besondere
Vorsicht. Quasi als Dank sangen dann die
Wanderer beim Gipfelkreuz das Lied „Wenn
wir erklimmen schwindelnde Höhen, steigen dem Gipfelkreuz zu..." Ein herrlicher
Ausblick auf das obere Achertal war der
Lohn für die Anstrengungen. Von Vorteil
war, dass man jetzt ziemlich auf einer Höhe
blieb, ausgenommen die Anstiege zu den
Felsgruppen und Schrofen. Wie gut
schmeckte nun das Vesper an der Buchwaldhütte, das vom Schwarzwaldverein
Ottenhöfen serviert wurde. Die Wander-
4/2008
Die Kinder-Volkstanz-Trachtengruppe
Ottenhöfen
strecke am zweiten Tag verlief mehr im
Waid, so dass Ausblicke in die Täler seltener waren. Umso begeisterter waren dann
die Wanderer, wenn sie auf den Aussichtspunkten der einzelnen Felsgruppen standen, wie zum Beispiel auf dem Palmfelsen.
Weit schweifte der Blick über das Rebland
und das Rheintal mit seinen schmucken
Dörfern und Städtchen. Vom Westen her
grüßten Straßburg mit dem majestätischen
Münster und das Gebirgsband der Vogesen.
Immer wieder hörte man lobende Worte
über unsere schöne Heimat, die wie ein
Paradies sei. Besonders unsere Freunde von
jenseits des Rheins waren über die
Schönheit der Gegend
links und rechts des
Rheins hell begeistert. Die nächste
Etappe führte
zum Bürstenstein mit ähnlichen Ausblicken.
Von nun an ging es bergab
Beim Abschluss in der
Sporthalle Ottenhöfen
Ottenhöfen zu. Dort war in der Schwarzwaldhalle wieder der Abschluss geplant.
Zur erneuten Bewirtung durch den Handballverein spielte diesmal die Seniorenband
aus Ottenhöfen auf. Die Präsidenten des
Schwarzwaldvereins und des Vogesenclubs
sowie der Hauptfachwart für Wandern
dankten den Organisatoren der binationalen Wanderung für ihren großen Einsatz,
besonders dem Schwarzwaldverein Ottenhöfen und dem Verkehrsverein. Sie trugen
wesentlich dazu bei, dass die beiden Tage
zu einem bleibenden Erlebnis wurden. Aufgelockert wurden die Dankreden durch
gemeinsam gesungene Kanons und Lieder,
gewürzt mit einigen Witzen. Von allen
Teilnehmern hörte man nur
einstimmiges Lob über das
gute Gelingen dieser Veranstaltung. Die Freundschaft
über den Rhein zwischen
dem Schwarzwaldverein
und dem Vogesenklub wurde
weiter vertieft.
17
Wandern
Wandern
Auch Blinde sind gute Wanderer!
Wanderwoche der Blinden mit dem Schwarzwaldverein
I
n diesem Jahr fand die Wanderwoche der
Blinden und stark sehbehinderten Wanderer im Rudolf Kraemer Haus (Blindenhotel) vom 15. bis 18. September 2008 in
Kooperation mit dem Schwarzwaldverein
Ortsgruppe Bad Liebenzell statt. 13 stark sehbehinderte oder blinde Wanderer und 7
Begleitpersonen aus Bad Liebenzell mit dem
Wanderführer des Schwarzwaldvereins Herbert Bauer starteten am ersten Tag zu einer 27
Kilometer langen Wanderung. Die Gruppe
wanderte vorwiegend auf dem Ostweg oberhalb des Monbachtales an Neuhausen vorbei
über Hamberg hinauf zur Burg Liebeneck.
Weiter führte der Weg hinunter ins Würmtal
durch Würm hindurch zum Kupferhammer
nach Pforzheim.Am zweiten Wandertag übernahm Pfarrer Lohrmann die Wandergruppe,
die mit der Kulturbahn bis zur Station Teinach
fuhr. Er führte die 22 Wanderer über Altbulach nach Neubulach, wo die Gruppe zur Mittagsrast ins Lamm einkehrte. Weiter führte
der Weg über Liebelsberg und Bad Teinach
zurück zur Station Teinach. Nach einer 18
Kilometer langen Wanderung erfolgte die
Rückfahrt wieder mit der Kulturbahn. Am
dritten Wandertag übernahm Wanderführerin
Rosemarie Bartl die Gruppe. Sie führte sie
von Bad Liebenzell über Monakam und
Unterhaugstett nach Möttlingen. Obwohl die
Gaststätte Monbachtal geschlossen hatte,
durfte die Gruppe den Biergarten für ihre
Vesperpause nutzen. Eine Tür zur Toilettenbenutzung wurde sogar extra geöffnet.
Von dort führte der Wanderweg weiter nach
Weil der Stadt, wo Rosemarie Bartl kompetent
durch die Stadt führte. Nach der Schlusseinkehr fuhr die Wandergruppe mit dem Bus
zurück nach Bad Liebenzell. Am letzten Wandertag führte die Wanderwartin des Schwarzwaldvereins Ursula Odinius die Gruppe noch
einmal über 25 Kilometer über den Rattenkönig und den Mahdsbrunnen durch
Schwarzenberg übers Eulenloch zur unteren
Kapfenhardter Mühle. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast wanderte die Gruppe, ein
schönes Wanderlied auf den Lippen, über
Unterreichenbach ins Monbachtal. Bei einer
Tasse Kaffee und Kuchen erhielten die blinden Gäste eine Urkunde über die in vier
Tagen erwanderten 90 Kilometer. Eine tolle
Leistung. Zurück ging es gut gelaunt und flotter Schritte. Am Hotel angekommen, verabschiedeten sich Gäste und Begleiter freundschaftlich und planen jetzt schon die nächste
Wanderwoche im nächsten Jahr auch ohne
Mit Blinden unterwegs im Schwarzwald
das Rudolf Kraemer Haus, das Ende des Jahres geschlossen wird. Die Ortsgruppe Bad
Liebenzell des Schwarzwaldvereins und Pfarrer Lohrmann werden wieder schöne Wandertouren organisieren. Dies war wieder eine
tolle Erfahrung auch für die Wanderführer
des Schwarzwaldvereins.
Ursula Odinius
Nessi wurde nicht entdeckt
Dafür fanden Wanderer aus Maulburg viele lohnende Ziele in Schottland
W
er geglaubt hatte, in Schottland in
eine öde, unwirtliche Gegend zu
kommen, sah sich plötzlich in ein
sehenswertes, reizvolles Land versetzt mit
vielen Naturschönheiten. Selbst der sprichwörtliche schottische Geiz traf nicht auf die
freundlichen und stets hilfsbereiten Menschen zu, die mit ihrem urtümlichen Wesen
stets für die Belange ihrer Gäste erreichbar
waren. Nur die vorgefasste Meinung übers
Wetter stimmte: Regnen tut es öfters einmal.
Diese Erfahrungen machten Wanderer bei
einer zweiwöchigen Wanderreise in Schott-
18
land, die von Manfred Sahner vom Schwarzwaldverein Maulburg organisiert worden
war. Nach der Landung in Glasgow wartete
schon der Bus, der die Reisegruppe über
den gesamten Aufenthalt begleiten würde,
denn das zu erwandernde Gebiet erstreckte
sich ja auf fast das gesamte Hochland. An
fünf verschiedenen Orten wurde in Hotels
oder Lodges je zwei bis drei Tage übernachtet und von da aus die einzelnen Touren gestartet. Es wurden meist zwei Gruppen gebildet. Eine für Wanderungen von
fünf bis sechs Stunden Dauer und eine für
leichtere Erkundungen oder Ausflüge, geleitet von Manfred Sahner und seinen beiden
Assistenten. Alle Touren, Ausflüge und
Unterkünfte wurden von diesen drei Personen selbst ausgearbeitet und organisiert. Es
gab keine einheimischen Führer. Nur der
schottische Busfahrer war ständiger Begleiter und unterhielt seine Fahrgäste oft mit
Anekdoten und Erklärungen zu Besonderheiten der Landschaft. So erfuhr man auch,
dass die teilweise waldgroßen verwilderten
Rhododendronflächen eine fast unausrottbare Gefahr für die Artenvielfalt darstellen.
4/2008
Wandern
Wandern
Neue Etappe
des Ortenauer Weinpfades
Fernwanderweg von Gernsbach nach Baden-Baden verlängert
Die Touristik der Stadt Gernsbach bat im Jahre 2006 zusammen mit
den dort ansässigen Weinbaubetrieben den Schwarzwaldverein um
Verlängerung des Ortenauer Weinpfades bis Gernsbach. Er ist durch
die Murgtalbahn des KVV erstklassig an den ÖPNV angebunden.
er Fernweg selbst beginnt in der
Gernsbacher Altstadt am „Alten Rathaus“, führt durch die Stadtmauer,
durch’s Waldbachtal, Hofstette, Schlossstrasse, Rumpelstein zum Kriegerdenkmal
,das nach den ersten und steilsten Aufstieg
mit einer atemberaubenden Aussicht über
Gernsbach den Wanderer belohnt.
Weiter führt der Fernweg durch das Portal der ebenfalls neu angelegten und nach
68 Kilometern in Baiersbronn endenden
„Murgleiter“ einem Premiumweg, durch
artenreichen, mit vielen Baumexoten
durchsetzten Mischwald zur ersten Einkehrmöglichkeit im Schloss Eberstein, das
hoch über dem mittleren Murgtal liegt und
auch eine grandiose Aussicht auf das Murg-
D
tal bei Obertsrot und die umliegenden
Schwarzwaldberge bietet. Der Ortenauer
Weinpfad führt nun weiter, durch abwechslungsreiche Mischwälder, auf den Gernsberg und erreicht, bei der Saulachkopfhütte,
nach 260 m Aufstieg den höchsten Punkt
auf seiner neuen Etappe, in 450 m üNN.
Bald darauf erreicht er die Passhöhe zwischen Oos und Murg beim Gasthaus und
Hotel Nachtigall am Müllenbild. Auf der
Südflanke des „Kleinen Staufens“ führt das
Müllenbildsträsschen zum Baden-Badener
Wildgehege am Fuße des Merkurs. Das
Mastbergwegle geleitet zu einem kleinen
Weiler, den Eckhöfen mit einer weiteren
Einkehrmöglichkeit. Nach kurzem Aufstieg
hat man von der Eckkapelle wiederum
einen tollen Ausblick, bevor es steil
abwärts zum Michaelstunnel, der St. Josefskirche und in die Lichtentaler
Alle geht. Auf dieser an der
Gönneranlage, den Stadtgeschichtlichen
Sammlungen, Museum Frieder Burda,
Stadttheater, und Kurhaus vorbei, nach insgesamt 15 Kilometern, zum Etappenziel,
der Trinkhalle.
Die neue Etappe entspricht nicht ganz
dem Charakter des Ortenauer Weinpfades,
aber ist sehr abwechslungsreich, bietet faszinierende Ausblicke und bereichert den
Fernwanderweg ungemein.
Bernd Wernet
Ähnlich wie der Farn im Schwarzwald.
Angefangen mit einer leichten Schnupperwanderung auf dem West Highland Way am
ersten Tag bis hin zur Besichtigung von Balmoral Castle – dem schottischen Landsitz
der Queen – und einer Sightseeingtour in
Edinburgh an den beiden letzten Tagen der
Reise, erlebten die Teilnehmer zwei herrliche Wochen. So wurde Großbritanniens
höchster Berg – der 1 344 Meter hohe Ben
Nevis – bei einer anstrengenden Tour bestiegen. Beide Gruppen gemeinsam unternahmen eine Fahrt mit der Mountain Railway
und wanderten dann im Glenmoor Nationalpark über eine Heidelandschaft auf den
Hirtenberg, wo sich bei herrlichem Wetter
eine tolle Rundsicht bot. Eine weitere nostalgische Zugfahrt auf einer Strecke, die auch
in den Harry Porter-Filmen immer wieder
gezeigt wird, führte von Fort William, vorbei
am Caledoniakanal nach Mallaig und weiter
mit Bus nach Drumnadrochit zum wohl
bekanntesten See Schottlands, den Loch
Ness. Eine Wanderung dort am Tag darauf
löste zwar nicht das Geheimnis um Nessie,
offenbarte aber viel von der typischen schot-
tischen Landschaft. Der Ben Lomond – der
bei den Einheimischen beliebteste Berg –
der jährlich von 30 000 Besuchern bestiegen
wird, – war das Ziel einer weiteren Tagestour, während gleichzeitig die zweite
Gruppe den Queen Elisabeth Forest Park
besuchte, der mittels Schifffahrt über den
Loch Katrine erreicht wurde. Eine Wanderung mit interessanter Zugfahrt durch das
einsame Rannoch Moor und die Besichtigung einer Malt Whisky Destille mit Probe
der Erzeugnisse waren weitere Höhepunkte
dieser Reise ins schottische Hochland.
4/2008
19
Wandern
Wandern
Von den Alpen
durch die Provence
zu den Schluchten
des Tarn
Der Schwarzwaldverein Freiburg-Hohbühl war mit dem Rad
unterwegs in Südfrankreich
Von Klaus Dietsche
F
ahle Helle liegt über dem Roßkopf, als
sich einige fahrradbewehrte und vermummte Gestalten am frühen Morgen
des 3. Mai um fünf vor dem Freiburger Eisstadion treffen. Ist es der hinter Wolken verborgene Mond oder etwa der schon heraufziehende Tag, der für die fahle Beleuchtung
sorgt? Zehn Minuten später ist klar, dass die
Nacht im Begriff ist, einem schönen Frühlingstag zu weichen. Wir Radler vom
Schwarzwaldverein Freiburg-Hohbühl sind
überrascht, dass der Tag Anfang Mai so früh
beginnt, denn niemand ist an einem normalen Tag zu dieser Stunde aus den Federn.
Heute ist jedoch Besonderes angesagt: die
Radreise nach Südfrankreich, seit mehreren
Monaten zusammen mit
dem Basler Spezialveranstalter E-Tours geplant
und vorbereitet. Ein Experiment. Aber immer
mehr Vereinsmitglieder
haben neben dem Wandern das Radfahren entdeckt, haben sich gutes
Radmaterial zugelegt und
sind auf Radprogramme
ansprechbar. So haben
wir uns entschlossen, zum
ersten Mal im Vereinsprogramm eine Radtour über
eine Woche anzubieten,
nachdem wir ein Jahr
zuvor mit einer Kurztour
schon gute Erfahrungen
gemacht hatten.
Unsere Tour wird uns
durch halb Südfrankreich
Bild oben: Pont du Gard –
das alte römische Wasserviadukt bei Nîmes
Bild Mitte: Römische Arena
in Arles
Bild unten: Bergdorf
Monbrun-les-Bains
führen und wir werden bereits am Nachmittag mit dem Radeln beginnen. Aber jetzt
sind erst mal Räder und Gepäck zu verstauen. Der Bus aus dem Elsass steht mit
Radanhänger schon da: Bruno, der Fahrer,
hat im nahen Hotel übernachtet. Er sorgt
sich um die fachgerechte Beladung des Kofferraums, während unser Radwanderführer
Klaus, Inhaber des Basler Rad- und Wanderveranstalters E-Tours und als Todtnauer
seit 25 Jahren im Schwarzwaldverein, die
Räder im Hänger verstaut. Alles ist in einer
dreiviertel Stunde erledigt, ab geht’s auf die
Autobahn in Richtung Schweiz.
Um acht Uhr sind wir im Schweizer Jura,
Apfel- und Birnbäume blühen. Die Sonne
strahlt vom wolkenlosen Himmel, entsprechend ist die Stimmung. Einige holen versäumten Schlaf nach, andere widmen sich
dem zweiten Frühstück. So merken es
wenige, als wir auf der neuen Autobahn
zwischen Bern und Genf den „Röstigraben“
queren, die deutsch-französische Sprachgrenze der Schweiz. Wir sind gut in der Zeit
und noch vor zwölf in Frankreich. Ab Chambéry nehmen wir „La Maurienne“, die Autobahn nach Turin, die uns zum Tunnel von
Fréjus und nach Bardonecchia führen wird.
Je tiefer wir in die französischen Dreitausender eintauchen, desto näher rückt die
Schneegrenze. Darunter grünt und blüht es,
eine traumhafte Alpenlandschaft unter einer
schon südlichen Sonne. Am frühen Nachmittag wartet der Col de Montgenèvre mit
seinen 1 800 Meter auf unser schweres
Gespann. Der Bus ist nahe am Kochen,
als wir oben sind und nach Briançon ins
Tal der Durance abbiegen. Wir werden
der Durance, einem der mächtigen französischen Alpenflüsse, per Rad über zwei
Tage folgen, auf kleinen Nebenstraßen mit
wenig Verkehr.
Ein paar Kilometer südlich von Briançon
ist Schluss mit der bequemen Busfahrt, auf
einem geeigneten Platz werden die Räder
ausgeladen, das große Gepäck bleibt im
Bus. Kein einziges Rad hat vom langen
Transport Schaden genommen, alle freuen
4/2008
Wandern
4/2008
Nesque. Wir haben zwei ‘Spezialisten‘ unter
uns, die schon lange davon träumen, den
Mont Ventoux per Rad zu erklimmen. Sie
starten sofort am Ausladepunkt, versehen
mit den nötigen Karten, Wasser und einem
kräftigen Vesper, vor allem auch mit einem
Handy. Sie werden am Abend 110 km in den
Beinen haben. Unsere Truppe macht es sich
gemütlicher und genießt die Fahrt durch das
langgestreckte Tal der Méouge. Am ersten
Pass, dem Col de Macuègne, steigen alle bis
auf drei in den Bus, um dann auf der anderen Seite die 10 Km-Abfahrt nach Montbrunles-Bains zu genießen. Nach dem Picknick
meistern alle den zweiten Pass wieder per
Bus, per Rad geht’s hoch zum Scheitelpunkt
der Schlucht der Nesque am Südwestabhang
des Mont Ventoux. Rauschende 18 Kilometer Abfahrt bilden den krönenden Abschluss
des über 80 Kilometer führenden Radtages,
bevor wir in Villes-sur-Auzon die Räder zur
Busfahrt nach St-Gilles in der nördlichen
Camargue verladen. Auch unsere zwei ‘Ausreißer‘ sind pünktlich zur Stelle, erschöpft,
aber mit strahlenden Gesichtern. Wir freuen
uns auf unser Abendessen in unserem Logis
de France in St-Gilles: Gulasch vom
schwarzen Kampfstier der Camargue, natürlich mit Reis, der vor der Haustüre wächst.
Gott sei Dank sind alle Fenster unserer Zimmer mit Mückenschutzgittern versehen.
Am nächsten Morgen ist die Camargue
dunstverhangen, nachdem nachts ein
Gewitter niederging. Die Busfahrt nach Arles
führt durch endlose Reisfelder. Mit unserem
Radwanderführer Klaus, der ein Faible für
die Antike und die französische Geschichte
hat, besichtigen wir in Arles die Zeugnisse
der Vergangenheit: die römische Arena, das
antike Theater sowie Kirche und Kloster StTrophime. Als wir zum Bus zurückkehren,
ist die Sonne wieder da, wenn auch nicht so
strahlend wie an den Vortagen. Ist ganz
recht so, denn auf der 40 Kilometer-Radtour
durch die Camargue nach Saintes-Maries-dela-Mer gibt es keinen Schatten. Wir starten
nach dem Picknick ca. 20 Kilometer südlich
von Arles. Je weiter wir vorstoßen, desto
karger wird die Vegetation, niedere Sträucher und Dünengras bestimmen die Lagunenlandschaft. Das asphaltierte Sträßchen
geht in holperige Sandwege über und wird
erst ab dem Leuchtturm von Gacholles für
die restlichen 20 Kilometer wieder besser.
Schwärme von Flamingos mit leuchtend
roten Flügeln streichen wild gurrend über
uns hinweg. Hunderte der eleganten Vögel
erleben wir bis Saintes-Maries, dazu Möven,
Seiden- und Kuhreiher, Seeschwalben,
Strandläufer und anderes Getier. Die Route
zwischen Lagunen und Meer ist sicher eine
der einsamsten und urigsten europäischen
Radelstrecken!
Im verschlafenen Saintes-Maries besichtigen wir noch die Festungskirche der Hl.
Sarah, der Heiligen der Zigeuner, bevor wir
die Räder zur Rückfahrt nach St-Gilles verladen, wo wir ein zweites Mal übernachten.
Der fünfte Radtag führt unsere Gruppe
zunächst per Bus zum Pont du Gard nördlich von Nîmes. Wanderführer Klaus erklärt
uns das Bauwerk. Einige Kilometer weiter
starten wir per Rad nach Uzès, der alten
Herzogsstadt, ein Pastis unter uralten Platanen im Zentrum lässt uns die inzwischen
wieder brennende Sonne vergessen. Das
Picknick wartet einige Kilometer nach der
Stadt, und danach eine hügelige Route gen
Westen zu den Cevennen. Nach 70 Kilometer erreichen wir Anduze, ein Zentrum der
Hugenotten, die sich in den blutigen Religionskriegen des 17. Jahrhunderts in das einsame Cevennen-Gebirge zurückgezogen
hatten. Unser Logis de France außerhalb des
Städtchens hat eine Hugenottenfamilie mit
eigenen Händen erbaut. Alle fühlen sich in
dem großzügigen Hotel sehr wohl. Nun wird’s etwas bergig. Führt die sechste Tour
doch über die ‘Route des Crêtes des Cevennes‘, die Cevennen-Hochstraße. Von Louis
XIV. um 1700 als Militärstraße angelegt, um
den Hugenotten bei Ihrem Aufstand 1704 in
den Rücken zu fallen. Wir nehmen den Bus
bis zum Col St-Pierre und dann die wellige
Straße bis zum Pompidou, dessen steilen
Anstieg die Mehrheit mit dem Bus meistert.
Oben auf über 1 000 m Höhe genießen wir
beim Picknick einen grandiosen Rundblick:
zum Mont Lozère, mit 1 700 m höchster Gipfel der Cevennen, und bis zu den Bergen der
Ardèche. So weit wir sehen, umgibt uns einsame Natur. Schwer, sich davon zu trennen,
aber noch wartet ein Höhepunkt. Nämlich
Spuren von Dinosauriern, die vor 190 Millionen Jahren die Gegend bevölkerten. In
einem kleinen Dorf liegen sie offen zutage,
es kostet nicht mal Eintritt. Florac, das Städtchen am Tarnon, ist nicht mehr weit, unser
Quartier für zwei Nächte.
Nun warten noch die „Gorges du Tarn“,
die Schluchten des Tarn. Mit ihren himmelhohen Wänden die Königsetappe der Tourwoche. Wir starten am siebten Radtag direkt
vom Hotel, 62 märchenhafte Kilometer liegen vor uns. Da wir von oben nach unten
stets auf dem Talsträßchen fahren, wird die
Landschaft immer beeindruckender, je tiefer
wir kommen. Geier und Adler kreisen um
die hohen Felsen, immer wieder stoppen die
Fotofreunde an wilden Felspartien. Durch
die Nebenschlucht der Jonte, die unsere beiden ‘Spezialisten‘ noch mitnehmen und damit heute auf 85
km kommen, bringt uns
der Bus zurück nach
Florac. Die Rückfahrt
nach Freiburg startet
früh am nächsten Morgen, am Abend sind wir
wohlbehalten zurück.
21
Wandern
sich, endlich die Beine bewegen zu können.
Ringum grüßen schneebedeckte Dreitausender. Und nach kurzer Zeit haben wir bei
Vallouise ungetrübte Sicht auf die Barre des
Écrins (4 102 m), den einzigen Viertausender
der französischen Seealpen. Über schmale
gewundene Straßen, die malerische
Bergdörfer verbinden, bewegen wir uns 32
km talabwärts, einige kurze Steigungen
inbegriffen, eine davon ‘saftig‘, wo einige
gern Brunos Bushilfe in Anspruch nehmen.
Er ist immer hinter der Gruppe und man
kann jederzeit in den Bus umsteigen, wenn’s
mal zuviel wird. Gut zu wissen! Nach drei
Stunden werden die Räder wieder verladen
und per Bus geht’s nach Embrun, dem
ersten Übernachtungsort. Im gemütlichen
Restaurant unseres „Hotel de la Mairie“,
einem Logis de France, ist die Stimmung bei
einem fantastischen Essen trotz des langen
Tages bald auf dem Höhepunkt.
Wolkenloser Himmel am nächsten Morgen, die Sonne vergoldet die verschneiten
Bergspitzen. Ein Frühlingstag wie aus dem
Bilderbuch verspricht, uns auf den 70 Kilometer bis Sisteron zu begleiten. Wir kaufen
für unser mittägliches Picknick noch auf
dem Bauernmarkt ein: Baguettes mit
Oliven, dunkles Landbrot der Dauphinée,
„Gaißekäs“, Camembert und Tomme aus der
Region, dazu Salami. Dann geht’s per Bus zu
einem Pass hoch über dem Lac de SerrePonçon, der die Durance zum drittgrößten
Stausee Frankreichs aufstaut. Ein letzter
Blick auf die Hochalpen, bevor wir die kilometerlange Abfahrt hinunter zur Durance
genießen. War es oben noch kühl, ist es
unten so warm, dass allgemein auf sommerliche Radkleidung umgestiegen wird.
Jacken und lange Hosen verschwinden in
Radtaschen und Rucksäcken. Wir radeln
durch blühende Apfel- und Pfirsichplantagen der Durance entlang. Bis wir auf Bruno
treffen, der schon ein Stück vorgefahren ist,
um Tische und Bänke für das Picknick aus
dem Hänger zu laden. Schnell haben unsere
Frauen die Salate gerichtet, Friedhelm und
andere Kollegen kümmern sich um Besteck,
Gläser, Getränke und vor allem um Merguez- und Cipolata-Würste, die auf den
Campingkochern in Pfannen gebraten werden. Wir sitzen neben unserem Radsträßchen einfach in freier Natur und lassen
es uns gut gehen wie Gott in Frankreich.
Noch warten 35 Kilometer bis Sisteron!
Weitgehend flache Strecke wie bisher. Allerdings drohen Gewitterwolken, die uns bald
das Picknick abbrechen lassen. Es wird jetzt
mit höherem Tempo gefahren, wir schaffen
es, vor dem Regenguss in der Stadt zu sein.
Unser Grand-Hotel – auch ein Logis de
France – bietet uns mit seinen großzügigen
Räumen ein gemütliches Zuhause.
Am nächsten Morgen ist der Regen vorbei,
die Sonne lacht vom Himmel. Eine attraktive
Route durch die Haute-Provence hinüber
zum Mont Ventoux wartet auf uns: Tal und
Schlucht der Méouge und die Schlucht der
Wandern
Wandern
Faszination Rügen
Erlebnisreiche Wanderwoche auf Deutschlands größter Insel
Von Marion Sorg
Schön ist Rügen zu jeder Tageszeit, in der Morgenröte und
in der Abenddämmerung. Kein Wunder, dass sich Künstler
von jeher von dem Ostsee-Eiland angezogen fühlten, allen
voran Caspar David Friedrich, der Rügens Kreidefelsen
durch sein Gemälde weltberühmt machte. Wenn man sich
umschaut, möchte man fast meinen, die Insel sei selbst von
Künstlern geschaffen worden: Alte Alleen, reetgedeckte
Häuser, Leuchttürme, lange Sandstrände und romantische
Buchten verzaubern die Besucher immer wieder.
I
n unserer Ortstgruppe Unterreichenbach kam im vergangenen Jahr einmal die
Idee auf, eine Wanderwoche
auf Rügen zu verbringen.
Gesagt – getan, nach einer
lockeren Umfrage bei den
Mitgliedern stieß diese Idee
auf eine ungeahnte Resonanz. Also wurde mit der Planung konkret begonnen.
Nun ging die Hotelsuche los,
gar nicht so einfach, ein
Hotel zu finden, das über 40
Personen gleichzeitig aufnehmen kann und nicht zu
22
Bild oben: Leuchtturm „Dornbusch“ auf Hiddensee
Bild Mitte: Gruppenbild auf dem „Bakenberg“
Bild unten: Jagdschloss Granitz
teuer ist. Ostseebad Binz- unmöglich, zu
teuer und zu mondän, also blieben kleinere
Orte, wie Baabe, Sellin, Sassnitz, Göhren.
Dank Internet haben wir aber ein Hotel
gefunden, auf der Halbinsel "Mönchgut"
im Osten der Insel. Und so konnten sage
und schreibe 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 20.07.2008 zum "Unternehmen
Rügen" starten.
Nach langer, quer durch Deutschland
führender Fahrt, erreichten wir „zeitvorgabengenau“ abends unser Hotel im Ostseebad Göhren auf Rügen. Mit einem Glas
Sekt wurden wir von der Hotelleitung willkommen geheißen und konnten gleich
anschließend unser Abendessen einneh-
men. Nachdem es im Norden Deutschlands abends um einiges länger hell ist als
bei uns, konnten wir noch über unser
Domizil, wo wir die nächsten acht Tage
untergebracht waren, einen ersten Eindrucken gewinnen. Dieser war für uns sehr
ansprechend. Er sprengte sozusagen alle
unsere Erwartungen. Wir fanden ein Hotel
vor am Rande des Hochufers mit wunderschönem Rosengarten und Blick auf Badestrand, Seebrücke, Kreidefelsen bis hin
zum Kap Arkona.
Am ersten Wandertag auf Rügen begrüßten uns zwei einheimische Reiseleiter und
Wanderführer, die uns nun in den nächsten
Tagen begleiten sollten. Die erste Wande-
4/2008
Wandern
Bild oben: Kreidefelsen
Bild unten: Pause beim Kap Arkona
4/2008
endete dann diese Wanderung. Auf der
Rückfahrt besichtigten wir noch „Prora“, Hitlers geplantes Feriendorf (Baubeginn der
Gebäude 1936). Hier hätten nach seinen
Ideen jeweils immer 20 000 Menschen per
„Kraft durch Freude“ Urlaub machen sollen.
Die Feriensiedlung wurde nie fertig und niemals war je ein Urlauber dort untergebracht,
da der Zweite Weltkrieg dazwischen gekommen war. Mit einer interessanten Wanderung
erkundeten wir von Sassnitz aus die Kreidefelsenküste. Ein schattiger, weicher Hochuferweg führte uns durch einen 300 Jahre
alten Buchenwald und zeitweilig auch über
Stege und Treppen über die Kreidefelsen.
Nach einem langen Abstieg gelangten wir
auf einer Holztreppe am „Kieler Bach“ hinunter zum Ostseeufer. Nachdem wir dort
Mittagspause gehalten hatten, mussten wir
dieselbe steile Treppe wieder hinaufsteigen,
um unseren Weg fortsetzen zu können. Auf
der weiteren Wanderung kamen wir zur
„Viktoriasicht“ und zum „Königstuhl“, der
mit 117 m ü.NN. die höchste Erhebung dort
ist. Und immer wieder eröffneten sich uns
gigantische Ausblicke auf Ostsee und Kreidefelsen.
Am nächsten Tag war Ruhetag angesagt.
Mit Radfahren, Strandwandern, Sonnenbaden und Einkaufen vertrieben wir uns die
Zeit. Abends wurden wir von unserem Hotel
zu einem Grillabend eingeladen, wo es
leckere Köstlichkeiten gab und jeder nach
Herzenslust schlemmen konnte. Dann ging’s
wieder mit Wandern weiter. Die Fähre
brachte uns von Schaprode aus nach Neuendorf zur Insel Hiddensee. Hier wurden
wir von einer richtigen Insel-Atmosphäre
begrüßt. Unsere Wanderung führte uns
durch Heidelandschaft und Strand ins
romantische Dörfchen Kloster mit reetgedeckten Häusern und Kopfsteinpflaster,
Pferdekutschen und urigen Wirtshäusern.
Einige genossen die Fahrt über die Insel in
einer Pferdekutsche. Im Kloster trafen dann
die beiden Gruppen wieder zusammen.
Hier befindet sich auch das Haus des Dichters Gerhard Hauptmann, wo er gelebt und
gearbeitet hat und wo er begraben liegt.
Wer nun noch nicht genug gewandert
war, machte sich nach dem Mittagessen auf,
um über einen Weg durch Dünen und vorbei an Sanddornsträuchern zum Inselleuchtturm im Gebiet „Dornbusch“ zu gelangen.
Schnell verging die Zeit und unser letzter
Tag auf Rügen war angebrochen. Wir begannen ihn mit einem Spaziergang im Park vom
Puttbus, der einen sehr alten und seltenen
Baumbestand aufweisen kann. Im Ortsteil
Lauterbach bestiegen wir den „Rasenden
Roland“, eine Schmalspur-Dampf-Bahn. In
rasanter Fahrt ging es mit 30 Stundenkilometern an Feldern mit blühenden Kornblumen und rotem Klatschmohn vorbei, es war
eine richtige Augenweide für uns. Bei der
Haltestelle „Jagdschloss Granitz“ verließen
wir die Bahn und wanderten hinauf zum
Schloss. Hierher hatte früher der Fürst zu
Puttbus seine Jagdgäste eingeladen. Natürlich wurde auch hier der Turm bestiegen.
Da musste man schwindelfrei sein. Eine
schmiedeeiserne Wendeltreppe führte uns
auf 122 Stufen nach oben auf die Plattform.
Von dort aus hatten wir das überhaupt
schönste Panorama der Insel vor uns liegen.
Vom Jagdschloss gelangten wir auf unseren
allerletzten
„Rügen-Wanderkilometern“
schließlich ins „Nizza der Ostsee“, ins mondäne Seebad Binz. Mit einem Spaziergang
über die Kurpromenade verabschiedeten
wir uns von unserer Inselerkundung.
Abends wurden wir in unserem Hotel mit
einem unbeschreiblichen Fisch-Bufett überrascht. Ein alter Fahrensmann mit seinem
Schifferklavier vollendete die maritime Stimmung und eine Eistorte in „Traumschiffmanier“, die es zum Schluss noch gab, rundete
eine wunderschöne Wanderwoche ab.
Mit ein wenig Wehmut verabschiedeten
wir uns von Rügen mit seiner großen landschaftlichen Vielfalt. Noch eine letzte Fahrt
auf einer alten Alleestraße mit Kopfsteinpflaster und dann ging es hinüber über die
neue „Strelasundbrücke“ aufs Festland nach
Stralsund. Noch ein letztes Mal wurden die
Fotografen aktiv, um auch dies bildlich festzuhalten. Es ging wieder auf die Autobahn
und unsere lange Heimfahrt begann.
Wandern
rung führte uns direkt vom Hotel durch den
Ort Göhren, vorbei am Museumsschiff
„Luise“ zum Strand. Hier konnten wir an der
Steilküste die Brutplätze der Seeuferschwalben bestaunen. Durch einen Kiefernwald
gelangten wir zur Halbinsel „Mönchgut“, wo
wir die höchste Erhebung der „Zickerschen
Alpen“, den „Bakenberg“ mit 6 600 Zentimeter „bestiegen“. Von dort oben hatten wir
eine herrliche Rundumsicht über den
ganzen angrenzenden „Rügenschen Bodden“ (Bodden = flaches Wasser).
Am folgenden Tag fuhren wir zum nördlichsten Punkt der Insel, zum „Kap Arkona“.
Unterwegs kamen wir am Fährhafen Sassnitz-Mukran vorbei, der neu gebaut und
1998 eingeweiht wurde. Er ist Fährhafen für
die großen Fähren nach Skandinavien und
ins Baltikum und ist mit seiner „High-TechAusstattung“ der zweitgrößte in Europa.
Am „Kap Arkona“ konnten wir schon von
weitem als Wahrzeichen die drei Türme
erkennen. Ein Turm dient als Peilturm, die
beiden anderen sind Leuchttürme, darunter
ein stillgelegter, in dem sich ein Standesamt
befindet und ein aktuell funktionierender.
Von hier aus wanderten wir zur ehemaligen
Festung der Ranen, einem Slawenvolk, das
bis um 900 v. Chr. auf der Insel lebte. Mächtige Burgwälle und Reste einer riesigen Tempelanlage sind aus diesen Zeiten noch übrig
geblieben. Die Ranen, die dort ihren vierköpfigen Gott Svantevitt verehrten, wurden
später von den Dänen christianisiert. Die
Wanderung führte uns weiter zu einer in den
Dünen gelegenen, achteckigen Fischerkapelle und zum denkmalgeschützten, idyllischen Fischerdorf Vitt. Von hier aus gingen
die Menschen auf Heringsfang. In Juliusruh
Wandern
Wandern
Die Greina, Quellgebiet des Rheins
Zum Ursprung des Rheins
Auf alten Kulturwegen von der Val Lumnezia ins sonnige Tessin
Von Karlheinz Scherfling
Fernwanderwege sind „in“, seien es der klassische Westweg, die Europawanderwege, der Weg München-Venedig oder die zahlreichen
Jakobswege. Ein Kulturweg der Alpen führt gut 650 Kilometer vom
Genfer See durch zehn Kantone ins Ostschweizer Val Müstair. Da sich der historische Fernweg vor allem den Talschaften widmet, sind insgesamt nur 15 Pässe zu überwinden. Die Wanderroute ist in 61 leichte bis mittelschwere Etappen aufgeteilt, den gesamten Fernwanderweg kann man in gut einem Monat bewältigen.
Doch wer hat schon so viel Zeit? Deshalb haben wir
uns ein Teilstück ausgesucht, in vier Tagen von der Val
Lumnezia ins obere Maggiatal.
24
W
ir sind eine kleine Gruppe, die
sich in Ilanz, der „ersten Stadt am
Rhein“ 35 Kilometer westlich von
Chur mit Bergführer Arnold „Noldi" Würsch
trifft, der Bergführer des Summit Clubs ist. Er
wird uns in den folgenden Tagen die Schönheit seiner Schweizer Heimat zeigen. Ilanz
hat nicht viel zu bieten, und so fahren wir
rasch mit dem Bus hinauf in das immer enger
werdende Valser Tal. „Hoffentlich kommt uns
kein Lastwagen entgegen“, denke ich sorgenvoll angesichts des schmalen kurvenreichen Sträßchens. Er kommt, und noch weitere, doch unseren Busfahrer scheint das
nicht zu beeindrucken. Dann weitet sich das
Tal und wir erreichen das Hochgebirgsdorf
Vals. Es ist eine der zahlreichen Walsersiedlungen zwischen dem Wallis und den beiden
Walsertälern in Österreich. Wahrscheinlich
sind sie im 14. Jahrhundert auf den Wegen,
4/2008
Wandern
Wandern
Bild oben: Ein typische Walserhaus in Vals
Bild unten: Stausee am Lukmanierpass
die wir in den folgenden Tagen in umgekehrter Richtung begehen, hierher gekommen. Ein richtiger Valser, der noch einige der
von den Vorfahren ererbten Hochweiden
bewirtschaftet, führt uns durchs Dorf und
erklärt uns den typischen Baustil der alten
Holzhäuser. Die besondere Attraktion von
Vals ist indes die 1996 eröffnete Felsentherme, die Peter Zumthor mit rund
60 000 übereinander geschichteten Steinplatten aus graugrünlichem Valser Quarzit gestaltet hat. Der Besuch dieser architektonisch
höchst eindrucksvollen Therme war ein
Abstecher wert, denn unser eigentlicher Ausgangspunkt ist das Nachbartal, die Val Lumnezia, wohin wir mit einem kleinen Bus
gelangen. Val Lumnezia, das Tal des Lichts –
die etymologische Erklärung ist zwar falsch,
aber faktisch stimmt’s schon: das größte Seitental der Surselva hat dank seiner Nord-SüdAusrichtung und seiner Offenheit ein sehr
mildes und südländisches Klima. Nebel ist
selten, strahlend blauer Himmel ist die Regel.
Seine Ruhe und Abgeschiedenheit verdankt
das Tal dem fehlenden Durchgangsverkehr.
Das Tal ist keine Ferienregion im klassischen
Sinne, aber ein ideales Wandergebiet, in dem
4/2008
Wegbegleiter auf der
Seenplatte des Ritom
ganz bewusst auf „sanften Tourismus“ gesetzt
wird. Und ein Freund von mir schwärmt von
den im Winter unberührten Berghängen,
einem Paradies für Skitourengeher.
In Lumbrein haben wir unser Nachtquartier in einem mit Gästezimmern ausgebauten
alten Walserhaus – Vorsicht! Kopf einziehen,
die Menschen früher waren viel kleiner. Am
nächsten Morgen machen wir gleich
Bekanntschaft mit einem neuen Angebot des
Tourismus. Im dritten Jahr fährt der Bus Alpin
Greina von drei Tälern aus und bringt Wanderer auf Almwegen zu den Hochalmen und
holt sie dort wieder ab. So können lange Aufund Abstiege verkürzt werden und Touren
zur Greina, unserem ersten Ziel, werden
auch für Familien einfacher. Alle Busse fahren nur bei Bedarf, Anmeldung bis eine
Stunde vor der Abfahrt ist unerlässlich. Die
dreijährige Versuchsphase sei so gut verlaufen, dass dieses Angebot auch künftig bestehen bleibt, erfahren wir. Mit dem Postbus
geht zunächst nach Vrin, wo der Greina-Bus
auf uns wartet und über einen schmalen
Schotterweg hinauf zum Weiler Puzzatsch
(1667 m) bringt. Der leichte Nieselregen hört
bald auf, und in gemächlichem Tempo ver-
suchen wir, in den
gleichmäßigen Schritt
zu kommen, der solch
einer Alpentour angemessen
ist. Bald verstummen die
Gespräche, jeder ist mit sich
selbst beschäftigt, bewundert
die üppige Flora, lässt nach und
nach das Tal und den Alltag hinter
sich. Droben an den Bergspitzen von Piz
Cavel und Piz Tgietschen hängen dicke
schwarze Wolken, aber ein kräftiger Südwind
hält sie in Schach, vertreibt sie. Wir wandern
in knapp zwei Stunden durch ein von Steinblöcken übersätes Hochtal hinauf zum 2 428
Meter hohen Diesrut-Pass. Das Vesper haben
wir uns redlich verdient. Von der Greinalandschaft sehen wir allerdings noch nichts.
Rings um uns nur Bergspitzen, deren Namen
man sich nicht zu merken braucht. Aber
dann, nach wenigen hundert Metern, wo der
steile Abstieg zum Rein da Sumvitg und zur
Terri-Hütte beginnt, öffnet sich unvermittelt
der Blick auf eine einmalige Landschaft, die
in den Alpen ihresgleichen sucht: Plaun la
Greina heißt sie auf rätoromanisch. Eine
weite, grüne Ebene, gesäumt von grauen
25
Wandern
Wandern
Fels- und Schotterhängen liegt uns zu Füßen,
durchzogen von einem in der Sonne silbern
leuchtenden Geäder des jungen Rein da
Sumvigt, der vom Crap la Crusch in sanften
Bögen talwärts fließt. Von den Berghängen
kommen kleine Bäche hinzu und beim
Absturz in die Tiefe unweit der Terri-Hütte
hat dieser junge Quellfluss des Rheins bereits
eine beachtliche Wassermenge. Das Crap la
Crusch im Süden ist die politische und
sprachliche Grenzlinie zwischen Tessin und
Rast in der einsamen Berglandschaft
Bild Mitte: Steil ins Tal
mit der Ritom-Standseilbahn
Bild unten: Zurück nach
Chur mit Bahn durchs
Rheintal
26
Graubünden und auch die Grenze zwischen
der Alpennord- und Alpensüdseite. Das
Flachmoor der Greina gilt heute als Symbol
des Widerstrands gegen die Ausbeutung der
Wasserkraft in intakten Naturlandschaften.
1986 unterschrieb nach vielen Protesten das
Greina-Konsortium eine Verzichtserklärung.
Die Greina Gemeinden Vrin und Sumvitg
erhalten seit 1997 die lange Zeit umstrittene
Ausgleichsleistungen in Form des Landschaftsrappens.
Wir wandern den Wasseradern nach Südwesten folgend hinauf zum Greina-Pass
(2357m). Bei einer früheren Tour blickten
mich hier unvermittelt aus nächster Nähe
Steinböcke an. Aber an diesem Tag sind für
solche Begegnungen zu viele Wanderer
unterwegs. Eine Rast in der Scalettahütte
müssen wir uns schenken, denn drunten im
Tal wartet der Greina-Bus, zu dem wir auf
einem schmalen Pfad an einer Steilflanke mit
einigen kniffligen Passagen alsbald gelangen.
Der Bus erspart uns einen langen Hatscher
ins Tal nach Campo im Val Blenio. Denn dort
ist noch nicht Feierabend. Vor uns liegt noch
eine dreiviertel Stunde Aufstieg zu unserem
Nachtquartier in der Capana Bovarina. Dass
wir das rätoromanisch geprägte Graubünden
verlassen haben und jetzt im italienischsprachigen Tessin angekommen sind, merken
wir nicht nur an der Sprache, sondern auch
an dem großen Kessel, der im Vorraum der
Capana steht und in dem die tüchtige Hüttenwirtin Polenta für alle Gäste kocht. Am
nächsten Morgen, wieder scheint die Sonne,
führt uns der Weg durch eine riesige Blumenwiese der Alpe de Bovarina hinauf zum
Passo di Gana Negra (2 460 m). In vielen
Kehren über einen steilen Hang führt der
Weg hinab zum Lukmanier-Pass (1 914 m),
und ich beneide die Wanderer nicht, die uns
entgegen kommen. Denn dieser Weg ist
sicher schöner im Ab- als im Aufstieg. Vom
Lukmanier-Pass führt ein breiter Schotterweg hinauf zum Passo del Uomo (2 218m).
Die Blumenwiesen im Val Piora machen das
weiche, mediterrane Klima im Tessin augenscheinlich. Von nun an geht’s bergab. Entlang der Seenplatte des Ritom führt der Weg,
der jetzt immer länger zu werden scheint,
zur historischen Standseilbahn. Wer auf dem
langen Abstieg träge geworden war, wird
spätestens jetzt hell wach, als sich die Standseilbahn in Bewegung setzt und in einen
Abgrund zu stürzen scheint. Mit einer
maximalen Steigung von 87,8 Prozent ist die Ritom Standseilbahn weltweit eine der steilsten
Bahnen. Gebaut wurde sie im
Jahre 1921, zeitgleich mit dem
gleichnamigen SBB-Wasserkraftwerk. Auf einer Länge
von 1 369 Meter überwindet
sie in wenigen Minuten 786
Höhenmeter zwischen Piotta
und Piora. An der Talstation
gibt es das lang ersehnte
Bier, bis der Postbus uns
nach Airolo in ein Touristenhotel bringt.
Jetzt ist unsere kleine Alpendurchquerung
schon fast vorbei. Aber am kommenden Tag
wollen wir noch eine Etappe dranhängen.
Mit der Seilbahn geht’s hinauf zur Alpe Pesciüm (1 745m), wo ein bequemer, fast ebener Panoramaweg durch lichte Lärchenwälder zu Alpe Christallina führt. Rechts von
uns begleitet uns das St. Gotthard-Massiv –
und auch der Lärm, der von der Straße
durchs Tal bis zu uns herüber hallt. Dann
aber lassen wir all das hinter uns und steigen auf alpinem Pfad in ein Hochtal, bis weit
Info
Die Alpentransversale von St. Moritz nach
Zermatt kann man mit dem Summit Club
in drei Wochenetappen zurücklegen mit
Rückfahrt mit dem Glacier-Express. Auch
einzelne Wochenetappen sind möglich.
DAV Summit Club,
Am Perlacher Forst 186
81545 München
www.dav-summit-club.de
Lumnezia Turissem
Casti de Mont
CH 7144 Vella
www.vallumnezia.ch
Ticino Tourismo
Via Lugano 12
CH-6501 Bellinzone
www.ticino.de
vor uns bereits unser Etappenziel, die Christallinahütte in 2 575 Meter Höhe zu sehen
ist. Nach gut fünf Stunden kommen wir in
diesem modernen Haus an, das als Nachfolgerin einer alten Hütte gebaut wurde, nachdem jene von einer Lawine hinweg gefegt
worden war. Der Nachmittag ist noch jung,
und so machen wir es uns auf der Sonnenterrasse bequem. Unser Bergführer erzählt
uns von seinen Erlebnissen auf den Bergen
in aller Welt. Unsere Gedanken eilen uns
bereits wieder voraus. Denn am nächsten
Tag heißt es Abschied nehmen von dieser
herrlichen Berglandschaft. Zuvor müssen
wir aber noch einen dreistündigen zum Teil
steilen Abstieg meistern, der uns hinab zum
Lago Robiei (1 940 m) am Ende des BavonaTales führt, dessen Wasser sich mit der Maggia vereint. Mit einer Seilbahn geht’s hinab
nach San Carlo, wo uns unser Kleinbus
abholt und über den St. Gotthard nach
Andermatt bringt. Jetzt liegt noch eine interessante Zugfahrt vor uns auf der Strecke des
berühmten Glacier-Express hinab nach Dissentis und weiter durch das Rheintal nach
Ilanz und Chur, wo wir uns bis zur nächsten
Tour voneinander verabschieden.
4/2008
Wandern
Wandern
Heimat- und Wanderakademie
Baden-Württemberg
Exkursionen
Fortbildungen
Samstag, 4. April 2009 in Sulz – Kräuter
für Gründonnerstag mit Ursula Weiher,
Information Schwarzwaldverein
Samstag, 15. November 2008 – Seminar
für Seniorenwanderführer mit Willi Rößler,
Anmeldung Schwäbischer Albverein
Samstag, 7. Februar 2009 in Freiburg –
Reiserecht mit Walter Sittig, Anmeldung
Schwarzwaldverein
Samstag, 4. April 2009 in Stuttgart-Feuerbach – Auf den Spuren der Nippenburger mit Rudolf Haller, Information Schwäbischer Albverein
Samstag, 15. November 2008 – Landschaftspflege am Schauinsland mit Karl Niegisch und Philipp Schnell, Anmeldung
Schwarzwaldverein
Wochenende 7./8. Febuar 2009 in
Schopfloch – Erste Hilfe für Wanderführer
mit Heinz Schmutz, Anmeldung Schwäbischer Albverein
Sonntag, 5. April 2009 in Freiburg – Ein
Waldweg erzählt seine Geschichte mit
Werner Kästle, Anmeldung Schwarzwaldverein
Wochenende 15./16. November 2008 in
der Jugendbildungsstätte Weil der Stadt –
GPS und Geocaching mit Bernd Magenau
und Bernd Haller, Anmeldung Schwäbischer Albverein
Freitag, 13. Februar 2009 in Freiburg –
Wir spielen Cego mit Alfred Löffler,
Anmeldung Schwarzwaldverein
Ostermontag, 13. April 2009 in Bad
Bellingen- – Zur Kirschblüte ins Eggenertal mit Susanne Schlager, Information
Schwarzwaldverein
Sonntag, 19. April 2009 in Blaubeuren –
Zu den Anfängen der Albwasserversorgung mit Willi Siehler, Information
Schwäbischer Albverein
Samstag, 25. April 2009 – Der Eiszeitpark bei Engen mit Dr. Elmar Zohren,
Information Schwarzwaldverein
Sonntag, 26. April 2009 in Veringenstadt
– Vom Neandertaler und Hexenprozess
mit Georg Merk, Information Schwäbischer Albverein
Mittwoch, 29. April 2009 in Bad Wildbad – Durch das Kälbertal mit Peter Will,
Information Schwarzwaldverein
Samstag, 9. Mai 2009 in Rastatt – Vom
Barockschloss Favorit nach Bad Rotenfels
mit Wilfried Süß, Information Schwarzwaldverein
Mittwoch, 13. Mai 2009 in Ettenheim –
Zu den Bienenfressern und Orchideen mit
Ursula Weiher, Information Schwarzwaldverein
4/2008
Wochenende 22./23. November 2008
in Filderstadt – Wetterkunde Aufbaukurs
mit Hanns-Ulrich Kümmerle (Deutscher
Wetterdienst), Anmeldung Schwäbischer
Albverein
Wochenende 16./17. Januar 2009 in
Freiburg – Erste Hilfe in der Natur mit Kurt
Armbruster, Pflegepädagoge, Ausbildungsleiter beim DRK, Wanderführer, Naturpädagoge, Anmeldung Schwarzwaldverein
Wochenende 17./18. Januar 2009 GPSSeminar 1: GPS-Technik mit Reinhold Piroschinski, Anmeldung Schwarzwaldverein
Wochenende 14./15. Februar 2009 in
Freiburg – GPS-Seminar 3: GPS-Anwendung (Praxis) mit Reinhold Piroschinski,
Anmeldung Schwarzwaldverein
Wochenende 7./8. März 2009 Digitale
Karten am PC bearbeiten mit Reinhold
Piroschinski, Anmeldung Schwarzwaldverein
Wochenende 28./29. März 2009 in
Freiburg – Erfolgreiche Vereinsführung mit
Günther Hennig, Anmeldung Schwarzwaldverein
4. M
ai
Wochenende 31. Januar/1. Februar
2009 GPS-Seminar 2: GPS-Handhabung
mit Reinhold Piroschinski, Anmeldung
Schwarzwaldverein
20
Programm
Info
Exkursionen
Ausbildung
Fortbildung
Bitte fordern Sie unser vollständiges Programm an oder
informieren Sie sich im Internet unter www.wanderakademie.de
Schwäbischer Albverein e.V.
Hauptgeschäftsstelle
Heimat- und Wanderakademie
Karin Kunz
Hospitalstr. 21 B
70174 Stuttgart
Tel. 07 11/2 25 85 26
Fax 07 11/2 25 85 92
akademie@schwaebischer-albverein.de
2008
| So
n
nta
g |
Fel
dbe
rg
Der
W
im A ichtelpf
uerh
ad
ahnw
ald
Der
Auerh
ahn,
in we
ein fas
ite
zinier
ist, ste n Teilen
ende
Mitte
ht au
r, ur
leuro
f der
Gefäh
tüml
pas
roten
rdun
ich
vom
gs
Liste
notw
Ausst er Voge
Deut
l, de
endig stufe. Le
erben
r
schlan
rnen
en Le
licht
bedr
wir
ds in
en Str
bens
den
raum,
der hö oht
uktu
für de
Auf
ren
den
chste
n Au
dem
und
Auerh
n
erhah
Feldb
der
Auer
ahnw
groß
hahn
erg
n
ald
en
wa
s un
durch
Arten
mit se
nder
n wi
vielfa
inen
die sch d haben
r au
lt,
Natu
dabe
ön
f
ke
den
en Ide
nnen
rpark
i
Spur
.
en de tatkräfig
Süds
en de
e Un
chwa
s
s
terst
rzwald neuen W
ützu
ichtel
.
ng
pfad
es im
Term
in
Ort
Sonn
Treffp
tag,
4. Ma
Feldb
unkt
i
Daue
erg
r
10.30
Weg
Uhr,
str
Busha
bis ca.
An-/A ecke
lte Fel
dberg
16 km 15.00 Uh
bstie
Karte
r
er Ho
g
f
ca. 10
Einke
0m
hr
WW
T Wi
esenta
Rucks
l
Anrei
ackves
se
mögli
per, im
ch
Ansch
DB: vo
luss
n Fre
see,
10.00 iburg 9.1
Leitu
0
ng
Uhr we
zum
Uhr bis
Anme
Fel
Hilde dberger iter mit de Titildung
Veran
Ho
ga
m Bu
nicht rd Vögele, f
stalte
s
erf
r
Schwa orderlich 07 61/27
34 45
rzwald
verein
e.V.
P
Sc
ran
Wan
Sie
langjä
waldv
e
des eh
em
veran
two
Term
in
Ort
Treffp
unkt
Daue
r
Sam
Oberb
13.30
Mond
h
bis ca.
1
150
m
FK Bla
tt
im An 50
sch
von Fre lu
Linie iburg
29
Konra 4
d Ba
um
nicht
erford
Sch
erli
An-/A
bstie
Karte
g
Ein
kehr
Anrei
se
Leitu
ng
Anme
ldung
Veran
stalte
r
Schwarzwaldverein e. V.
Hauptgeschäftsstelle
Heimat- und Wanderakademie
Katja Camphausen
Schloßbergring 15
79098 Freiburg
Tel. 07 61/3 80 53 23
Fax 07 61/3 80 53 20
akademie@schwarzwaldverein.de
27
Wandern
Wandern
GPS Anwendung
Die NKVT-Oben Funktion: Wie man mit einem Navigationsgerät richtig umgeht (Teil 3)
Von Rheinhold Piroschinski
I
n den GPS-Anwendungen im ersten und
zweiten Teil machten wir uns mit der
GOTO- und der PROJEKTION-Funktion
vertraut. Eine weitere GPS-Funktion ist die
der NKVT-Oben Anwendung. NKVT-Oben
steht ganz einfach für den speziellen Kartendarstellungsbereich eines komfortablen
GPS-Gerätes in Bezug auf:
1. einer geografische Nordrichtung (Orientierung)
2. der Kompass-Peilrichtung (Peilung/Kurs)
3. der Verlaufsrichtung vom Start (Sz001)
zum Ziel (Sz002), (Überblick) und
4. der Trackrichtung, also der momentanen
Bewegungsrichtung im Display (der Weg
ist das Ziel)
Bild 1
Geografische Nordrichtung
Räumliche Orientierung
Markieren von Biotopen
Reviere, Schutzflächen usw.
Geländestrukturen erstellen
Geländeprofile generieren
ja auch allgemein alle Kartenwerke (Papierkarten, Atlanten…) den geografischen Norden seit Jahrhunderten oben angeben. Der
Satelliten-Kompass bzw. der FluxGateKompass (elektronischer Kompass) rechts
oben im Display zeigt ebenfalls nach oben
(Norden), d. h. die Topo-Karte und geografisch Nord sind genordet (ausgerichtet)
worden!
So, wie z.B. die Wanderkarte mit dem
Kompass genordet wird, um das Gelände
kein Satellitenempfang möglich ist, erweist
sich der FluxGate-Kompass als nützliches
Werkzeug. Beim Satelliten-Kompass dagegen müssen wir uns stets bewegen – also
immer in Fahrt sein um Gleiches zu tun!
In Bild 1 ist der Startpunkt (Sz001) und
das Ziel (Sz002) vorgegeben und durch die
hellrote GOTO-Linie verknüpft. Die Winkelrichtung der Strecke beträgt 275° die der
Streckenlänge 1,75 km.
Die sieben Teilstrecken wechseln sieben
Bild 2
Kompass-Peilrichtung
Schifffahrt Soll-Istkurs
Luftfahrt Soll-Istkurs
Richtungsänderungen
Kartenlose Orientierung
Satelliten – Out
Bild 3
Verlaufsrichtung
Start Ziel Überblick
Suchen/Finden
Entfernungsschätzung
Satellitendaten optimum
Position/Tripstatus
Man ist geneigt zu fragen – warum das alles?
Aber schauen wir uns einmal in Ruhe das
Anforderungs-Profil in Sachen Orientierung
und Navigation in der Praxis an.
Bild 1 zeigt die TOPO-Karte im GPS-Display genordet an. Das ist völlig normal, da
28
geografisch richtig einordnen zu können, so
benötigt auch ein GPS-Gerät einen solchen
integrierten FluxGate-Kompass um das
Gerät mit seiner digitalen Topo-Karte nach
Norden auszurichten. Auch in Höhlen oder
bei Satellitenausfall, also überall dort, wo
Bild 4
Trackrichtung
Streckenverlauf
Wegverlauf vor Ort
Streckenvorgabe
Nebelanwendung
Nachtanwendung
Bester Satellitenempfang
notwendig
Streckenprojektion am PC
Mal die Bewegungsrichtung. Der mit dem
GPS zurück gelegte Weg (schw.) liegt im
dritten Teilabschnitt, der Standort wird mit
einer schwarzen Pfeilspitze dargestellt.
Die Gehrichtung ist in diesem Teilbereich 150°. Es würde sicher den meisten
4/2008
Wandern
Bild 3 macht eindrucksvoll die Anwendung der Verlaufsrichtung deutlich.
Die GOTO-Linie (hellrot) verläuft von
Start zum Ziel mit 275° mittig nach oben
und ermöglicht einen ausgezeichneten
Überblick über die gesamte Wegführung
nach Westen. Man beachte die Gitterlinien
und Kompassanzeige, welche eine Richtungsabweichung von nur 5° (zu 270°)
verdeutlichen.
Bild 4 demonstriert die wohl häufigste
Anwendung, die der Trackrichtung, mit
und ohne digitale Karten. Egal, welche
Richtung der Anwender geht, die Bewegungsrichtung zeigt immer nach oben.
Das ist in schwierigem Gelände wichtig,
da ein visueller Geländevergleich beste
Orientierung vor Ort sicher stellt und
ebenso eine unmittelbare Gehkontrolle
bei Tag, Nacht, Regen und Nebel ermöglicht. Aber auch in Verbindung mit einem
FluxGate-Kompass lässt sich eine sichere
Richtungsänderung bzw. Richtungswahl
(z. B. Waldkreuzung mit sechs abgehenden unbeschilderten Wegen) festlegen.
GPS-Funktionsaufruf: Kartenseite –
Menü – Kartensetup – Format – Ausrichtung – nun kann es losgehen !
GPS Lehrgänge in 2009
GPS 1 Technik:
17./18. Januar 2009
GPS 2 Handhabung:
31. Jan., 1. Februar 2009
GPS 3 Anwendung:
14./15. Februar 2009
Digitale Karten am PC bearbeiten
7./8. März 2009
Wanderführer-Lehrgänge
auch nach BANU erfolgreich
N
ach dem neuen Modell nach BANU
wurden inzwischen drei Wanderführer-Lehrgänge erfolgreich beendet (Donaueschingen 2007, Loßburg 2008
und Kompaktlehrgang Herzogenhorn
2008). Danach kann eine positive Zwischenbilanz gezogen werden. Die Erweiterung des Stoffes nach BANU (Bundesweiter Arbeitskreis der staatlich getragenen
Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz), vertreten durch die Umweltakademie Baden- Württemberg mit den Fächern
Führungsdidaktik, Natur- und Erlebnispädagogik, Naturschutz, Tourismus und
Marketing hat sich bewährt und kommt bei
den Teilnehmern insgesamt gut an.
Im SCHWARZWALD I/2007, Seite 17, wurden seinerzeit die Überlegungen dargestellt,
die den Schwäbischen Albverein und den
Schwarzwaldverein im Rahmen der Heimatund Wanderakademie bewogen, die neue
Richtung einzuschlagen, und ein zusätzliches Wochenende in die Ausbildung einzubauen. Es ist gelungen, einen gemeinsamen
Rahmenplan aufzustellen, der sowohl die
Themen der Wanderführer-Ausbildung als
auch jene zum Natur- und Landschaftsführer beinhaltet.
Alle diese Ausbildungen haben zum Ziel,
das Naturverständnis zu wecken, ökologische Zusammenhänge zu erklären und die
Menschen an die Natur heranzuführen. Es
soll der Blick geweitet werden für die
4/2008
Bedeutung und Wertschätzung der Natur,
für die Kulturgüter unserer Heimat und die
Erhaltung einer intakten Landschaft.
Schwerpunkt bleibt die WanderführerAusbildung. Sie ist vom Deutschen Wanderverband genehmigt und zertifiziert.
Daher erhalten die Teilnehmer, die Mitglied
in einem Verein des Deutschen Wanderverbandes sind, ein Zertifikat, den Wanderführerausweis, eine Anstecknadel und ein
Stoffabzeichen. Hinzu kommt jetzt für alle
Lehrgangsteilnehmer das Zertifikat der
BANU. Damit können die Natur- und Landschaftsführer selbst, im Sinne einer Selbstvermarktung oder im Tourismus, tätig werden. Zusätzlich verlangt die BANU die
Führung eines Fortbildungs-Heftes. Das
Zertifikat beinhaltet, dass der Teilnehmer
jährlich eine Fortbildung besucht, die darin
bestätigt wird. So hatten an der Fortbildungsveranstaltung, dem gemeinsamen
Wanderführer-Treffen des Schwäbischen
Albvereins und des Schwarzwaldvereins am
19./20. April 2008 in Enzklösterle eine
ganze Reihe der Teilnehmer bereits dieses
Fortbildungs-Heft dabei und bekamen die
Bestätigung für ihre Teilnahme.
Die Umweltakademie Baden-Württemberg bietet ebenfalls sehr interessante Fortbildungen an, die empfohlen werden.
Die Stimmung bei den Lehrgängen ist
immer erfreulich gut. Vor allem beim Kompaktlehrgang auf dem Herzogenhorn, wo
die Teilnehmer eine Woche beieinander
sind, bilden sich Freundschaften. Aus allen
Lehrgängen kommen Anregungen, sich
wieder zu gemeinsamer Fortbildung oder
zu Wanderungen zu treffen.
Hans-Martin Stübler
Bild oben: Auf kulturgeschichtlicher Exkursion
mit Dagmar Kicherer
Bild unten: Orientierung mit Kompass will
geübt sein
29
Wandern
Anwendern (Usern) widerstreben, eine
genordete Topo-Karte zu aktivieren, wenn
sein Weg nach Süden führen würde und
der Cursor (Pfeilspitze) nicht mit ihm sondern gegen ihn laufen würde. In fremder
Umgebung verliert man schnell die Orientierung. Es geht besser mit NKVT-Oben.
Bild 2 zeigt die Kompass-Peilrichtung
von 150° mit einem Kurs von 153°. Es ist
deutlich zu sehen, wie das GPS-Gerät die
Topo-Karte so gedreht hat, dass die Bewegungsrichtung nach oben und Displaymittig verläuft. Die Peil- und Kursdifferenz
von 3° muss in der Praxis korrigiert
werden, um eine genaue Zielfindung
sicher zu stellen. Rechts oben sieht man
den Nordpfeil, der uns geografisch Nord
anzeigt und vom integrierten FluxGateKompass geführt wird. Die geografische
Nordrichtung erkennt man auch an den
roten UTM/WGS84 Gitterlinien von 1,0 km
Abstand. Hierdurch lassen sich Entfernungen sehr leicht abschätzen.
Wandern
Wandern
Wir stellen vor:
Peter Lutz, Referent der Wanderführer-Ausbildung
M
eine ersten Berührungen mit dem
Schwarzwaldverein liegen lange
zurück. Als kleiner Bub wanderte
ich mit meinen Eltern – am liebsten natürlich in der Wutachschlucht, weil diese so
nah an meiner Baaremer Heimat liegt und
mich der versprochene „Sprudel in Stallegg“
die Mühen beim Wandern vergessen ließ.
Später dann, als ich in Freiburg studierte,
verzog ich mich gerne mit Freunden in den
Schwarzwald und erkundete eher die abgelegen Winkel – immer führten uns die Wege
des Schwarzwaldvereins. Nach dem abgeschlossenen Biologie-Studium verdingte
ich mich zunächst als „Biotopkartierer“.
Ausgestattet mit Karte und Schreibblock
musste ich – Kartenblatt für Kartenblatt –
jedes Weidfeld ablaufen, jede Quelle untersuchen, in jedem Niedermoor nach seltenen Arten fahnden. Fand ich darin Besonderes, war es aufzunotieren und in der
Karte zu verzeichnen – so entstand die erste
flächendeckende Erfassung der Lebensräume im Land, von der ich weite Teile des
südlichen und mittleren Schwarzwalds
bearbeitete. In diesen anstrengenden, aber
schönen Jahren lernte ich den Schwarzwald intensiv kennen.
Offenbar wurde in dieser Zeit der damalige Naturschutzreferent des Schwarzwaldvereins Oskar Stritt, auf mich aufmerksam.
Er baute damals sein Naturschutz-Programm für die Weiterbildung der Naturschutzwarte auf und war auf der Suche nach
geeigneten Ausbildern. Gern war ich bereit,
bei den ersten Seminaren mein Wissen weiter zu geben, denn schon im Studium hatte
ich Studenten gern bei Exkursionen geführt
und erste Erfahrungen gesammelt. Die Aufgabe war sehr interessant, denn es gab nur
wenige Vorgaben, so dass man als Ausbilder Thema und Präsentation selbst bestim-
men konnte. Ich zählte bald zum Stamm der
Referenten und war beinahe jedes Jahr im
Seminarprogramm vertreten.
Vor zehn Jahren stellte mich die Hauptgeschäftsstelle des Schwarzwaldvereins als
Naturschutzreferent ein. Von meinem
Vorgänger übernahm ich das Naturschutzprogramm und baute es aus. Bald danach
wurden die damaligen Leiter der Wanderführer-Ausbildung, Alfred Heffner und Rudi
Maier, auf mich aufmerksam. Sie waren auf
der Suche nach einem Referent für die Wanderführer-Ausbildung, der den Naturschutzteil übernehmen sollte. Ich begriff das
sogleich als eine Herausforderung, denn ich
sollte nicht nur mir vertraute Inhalte –
schließlich bin ich von der Ausbildung her
Botaniker – vermitteln, sondern den zukünftigen Wanderführern naturkundliche
Grundlagen über den Schwarzwald beibringen. Doch der Stundenplan stellte nur
wenige Unterrichtstunden dafür bereit. Der
umfangreiche Stoff – immerhin geht es um
nichts weniger als die Entstehung des
Schwarzwaldes, um seine Gesteine und um
die Formung einer ganzen Landschaft, und
aus dem Themenbereich Naturschutz kam
Weiteres dazu – musste also gleichzeitig verdichtet und verständlich gestaltet werden.
Das einfachste Mittel dazu ist es, den Stoff
klar zu gliedern, und mit einprägsamen Bilden zu arbeiten. So lasse ich in meinem
Unterricht die Alpen mit Hilfe eines Pullovers entstehen und schleppe ganze
Gesteinshaufen zur Anschauung in den
Unterrichtssaal.
Auch wenn ich nun den naturkundlichen
Unterricht ungefähr schon 25 Mal gehalten
und dabei über 600 zukünftige Wanderführer geschult habe, ist es nie Routine geworden. Ich versuche auch, den wechselnden
Standorten der Wanderführer-Ausbildung
Peter Lutz
gerecht zu werden, indem ich gerade für die
geologischen Inhalte die regionalen Spezialitäten aufnehme. Jeder Kurs ist anders, die
Teilnehmer stellen neue Fragen und
machen mich auf Unbekanntes aufmerksam. So entdecke ich öfters neue Aspekte
des mir vertrauten Themas.
Mein Ziel ist es, dass die zukünftigen
Wanderführer mehr über ihre Heimat und
die Landschaft erfahren und diese Kenntnisse auch weitergeben. Dazu möchte ich in
ihnen die Begeisterung für die außergewöhnliche Schwarzwälder Kulturlandschaft
wecken. Ich weiß, dass die Wanderführer
von der Ausbildung profitieren, aber am
meisten profitiere wohl ich selbst davon,
denn ich habe mich tief in die naturkundlichen Themen „eingegraben“ und dabei
viele neue Aspekte meiner Heimat Schwarzwald entdeckt!
Termine für die Wanderführer-Ausbildung 2009
Endingen
„Erste Hilfe in der Natur“:16./17.01.09
(in Freiburg)
Grundlehrgang Wandern: 31.01. + 01.02.09
Aufbaulehrgang Wandern: 14./15.02.09
Aufbaulehrgang Naturerleben-Führungsdidaktik-Tourismus: 28.02 + 01.03.09
Aufbaulehrgang Natur-Kultur: 14./15.03.09
Abschlusslehrgang: 04./05.04.09
30
Kompaktlehrgang
15. bis 23. Mai
Abschlusslehrgang: 20./21. Juni
(voraussichtlich im Leistungszentrum
Herzogenhorn/
Feldberg)
Waldbronn
Grundlehrgang Wandern: 19./20.09.09
Aufbaulehrgang Natur-Kultur: 03./04.10.09
Aufbaulehrgang Wandern: 17./18.10.09
Aufbaulehrgang Naturerleben-Führungsdidaktik-Tourismus: 07./08.11.09
Abschlusslehrgang: 28./29.11.09
4/2008
Wandern
Wandern
Patientenwanderweg
für Ortenauklinikum Kehl
Patienten und deren Angehörige sollen zur Bewegung animiert werden
W
enige Kliniken in Deutschland
verfügen über einen Patientenwanderweg, der den Patienten
einen Anreiz bietet, durch Bewegung das
Klinikgelände zu erkunden und
die
Gesundheit zu fördern. In Kooperation mit
dem Schwarzwaldverein, Ortsverein KehlHanauerland, der dieses Jahr seinen 111.
Geburtstag feiert, wurde der Patientenwanderweg am 26. April eingeweiht.
Rote Pfeile mit einem symbolischen Wanderschuh führen den Patienten auf dem
Wanderwege durch das Klinikum und das
dazugehörige Außengelände. Ruhe- und
Pausepunkte sind durch ein rotes Achteck
mit Wanderschuh gekennzeichnet. Die Patienten und deren Angehörige können den
Symbolen folgend den Verwaltungsbereich,
in dem regelmäßig Wechselausstellungen
von Künstlern stattfinden, die Innere Abteilung, Chirurgie, Gynäkologie und weitere
Medizinische Stationen kennenlernen.
Bei schönem Wetter lädt der Wanderweg
durch den Klinikgarten, der im Zuge der
Landesgartenschau neu angelegt wurde, zu
einem Spaziergang ein. Haltepunkte entlang der Wanderroute ermöglichen dem
Wandernden eine besinnliche Pause in der
Kapelle, einen Blick auf den Weißtannenturm und den Park von einem der vielen
Balkone aus sowie eine kleine Rast zum
Durchatmen in der Duftecke. In der physiotherapeutischen Abteilung können
Übungen zur Stärkung des Rückens,
4/2008
Venengymnastik und die Dehnung der
Wade nach den dort abgelichteten Anweisungen gemacht werden.
Bei der feierlichen Eröffnung dankte
Günther Krause, Verwaltungsdirektor des
Ortenauklinikums Kehl, dem Schwarzwaldverein für die gute Zusammenarbeit sowie
der Sparkasse und dem Geschäftsführer
des Sporthauses Hahn, Frank Riebel, für
ihre Unterstützung. Sein besonderer Dank
galt auch dem Aufnahmestationsleiter
Wolfram Britz, der als Ideengeber dieses
Projekt ins Leben rief und betreute. Durch
den Patientenwanderweg soll zukünftig
der Bewegung ein größerer Wert beigemessen werden, da sie vor allem dem
Wohlbefinden des Menschen dient. Johannes Kappeler, Vorsitzender des Schwarzwaldvereines, Ortsverein Kehl-Hanauerland, erläuterte
den Zusammenhang
zwischen Patient und Wandern: „Ab heute
Feierliche Eröffnung des Patientenweges
können die Patienten in kleinen Trainingseinheiten das Wandern lernen, denn Wandern bedeutet auch, das am Wege Liegende
bewusst zur Kenntnis zu nehmen und ist
ein Sport, bei dem man sich, wenn man
möchte, unterhalten kann. Der Patient lernt
Neues kennen, nicht nur Krankheiten.“
Nach der offiziellen Einweihung wanderten Initiatoren, Sponsoren und Gäste unter
der Führung von Wolfram Britz auf dem
Patientenwanderweg gemeinsam und
konnten sich so von dem gelungenen Projekt überzeugen.
31
Heimatpflege
Heimatpflege
Die Untere Mühle in
Calw-Stammheim mit dem
größten Mühlrad Europas
Von Herbert Jüttemann
In vergangener Zeit gab es stets reiche Beziehungen des Volkes zur Mühle. Nur wenige Mühlen
ließen sich inmitten der Stadt anordnen. Die vielen
gewerblich betriebenen Wassermühlen verlangten
günstige Wasserbedingungen. Sie waren dort zu
errichten, wo ein starkes Fließgewässer, ein großes
Gefälle oder besser noch beides vorhanden war.
Sie lagen daher meist entfernt von der Stadt in einsam und abseits gelegenen Tälern, wo sich ein oft
ein reizvolles Zusammenspiel mit den dunkelgrünen Tannen der Talflanken, den hellgrünen Wiesen
im Talgrund und dem oft noch vorhandenen
Schwellweiher für das Speichern des Arbeitswassers bot. Nicht selten forderte dieses stimmungsvolle und romantische Motiv die Phantasie der
Dichter, Musiker und Maler heraus. Eine solche
idyllisch gelegene Mühle blieb uns im Nordschwarzwald in der Nähe der Stadt Calw erhalten,
die etwa 25 km südlich von Pforzheim liegt.
E
s ist die Untere Mühle des Ortsteils
Calw-Stammheim, Bild 1. Sie hat den
Ruf, das größte hölzerne Mühlrad
Europas mit dem außergewöhnlichen
Durchmesser von 11,50 m zu haben. Allerdings gibt es in europäischen Schaubergwerken noch einige wenige Wasserräder mit
noch größeren Durchmessern.
Lage
Die Untere Mühle ist schwer zu finden
und macht eine Wegbeschreibung nötig.
Nach Bild 2 liegt sie in einem engen Tal
mit dem Namen Schleiftal, das vom hochgelegenen Stammheim bis hinunter ins
Nagoldtal reicht. Hier hat sich das Wasser
des Schlittenbachs tief in den Buntsandstein eingegraben. Das enge Tal nimmt
32
weiterhin eine schmale, steile und wenig
befahrene Asphaltstraße auf, die von der
Bundesstraße B 463 etwa 2 km südlich
der Innenstadt von Calw abzweigt. Ein
Wanderer muss vom Nagoldtal aus der
Straße etwa 1 km weit folgen, dann
erblickt er auf der linken Straßenseite und
zum Bach hin gelegen ein altes stattliches
Fachwerkhaus in zweigeschossiger Bauweise. Das Wasserrad liegt von der
Straßenseite aus gesehen hinter dem
Hause und ist von der Straße aus nicht zu
erkennen. Gar mancher an Mühlen interessierte Wanderer mag nichtsahnend an
dem Hause vorbeigegangen sein. Auf der
gegenüberliegenden Straßenseite steht ein
weiteres kleineres Fachwerksgebäude, das
früher dem Müller als Scheuer und
Stallung diente.
Geschichte
Nach Angaben des örtlichen Heimatforschers
Horst Roller entstand die Mühle vermutlich
um das Jahr 1850. Auf dem Kellertür-Sturz
der Scheuer findet sich außer den Buchstaben MK und einem Wasserrad-Sinnbild die
Jahreszahl 1853. Dabei geben die Buchstaben den Namen des Mühlen-Erbauers Michael Kirchherr (1792–1868) an. Man errichtete
die Mühle in der Bauweise der „alten deutschen Mühle“ mit einer Galerie, auf der zwei
Mahlgänge mit den Mühlsteinen standen.
Hernach betrieben die Nachkommen von
Michael Kirchherr die Mühle, und im Jahre
1923 wurde sie umgebaut und modernisiert.
Unter anderem traten an die Stelle der zwei
Mahlgänge nun Walzenstühle, und zum Weiterbetrieb der Mühle an Eistagen kam ein
4/2008
Heimatpflege
Mühlrad
Am Standpunkt der Mühle ist der Wasserdurchsatz klein, das Gefälle aber groß.
Zwecks guter Wassernutzung war daher ein
möglichst großes Wasserrad nötig, wobei
sich hölzerne Wasserräder nur bis zu einem
Durchmesser von etwa 12 m sinnvoll bauen
lassen. Die Lebensdauer von außen liegenden und voll betriebenen Wasserrädern läßt
sich etwa mit 25 Jahren angeben. Das erste
Wasserrad aus Holz mit eiserner Welle dürfte
bei der Unteren Mühle etwa um das Jahr
1900 entstanden sein. Es gilt als Spitzenleistung der damaligen Mühlenbaukunst. Bis
heute wurde es dreimal in der gleichen Bauweise erneuert. Das letzte Wasserrad entstand im Jahre 1998 mit einem beachtlichen
Zuschuss vom Landesdenkmalamt. Die aus
Walzstahl bestehende Welle hat einen Durchmesser von 20 cm und läuft auf Gleitlagern.
Die beiden auf die Welle aufgesetzten gusseisernen Rossetten tragen insgesamt 16
Arme. Bei dem Durchmesser von 11,5 m
beträgt die lichte Kranzbreite 0,69 m und
erlaubt einen Wasserdurchsatz von 70 Litern
je Sekunde; es sind 80 Schaufeln vorhanden.
Bei einer Nenndrehzahl von 2,5 Umdrehungen je Sekunde lässt sich eine Nennleistung
von 6 kW erhalten. Das Gewicht des Rades
beträgt mit Wasser etwa 5 t.
über den Bach führt. Von dort steigt ein Pfad
zu der kleinen mit einer Ruhebank ausgestatteten Plattform an, die einen umfassenden und eindrucksvollen Blick auf das Wasserrad gewährt, Der Innenraum der Mühle
mit den Mahleinrichtungen ist nicht instand
gesetzt und nicht zu besichtigen.
Ausblick
Insbesondere in der Zeit von 1925 bis etwa
zum Zweiten Weltkrieg wurde die Mühle
wegen ihrer idyllischen Lage von vielen
Wanderern besucht. Sie wurde oft fotografiert und von ihr sind noch eine Reihe von
Ansichtskarten bekannt. Leider nagt der
Zahn der Zeit stets an der Mühle. Wie bereits
angegeben, müssen das Wasserrad und das
Zulaufgerinne etwa alle 25 Jahre erneuert
werden. Aber ein noch unangenehmerer
Betrachten des Wasserrades
Um das gewaltige Wasserrad in voller Größe
zu betrachten, empfiehlt sich nicht eine
Ansicht aus nächster Nähe; sie wäre im
Augenblick auch nicht möglich. Den besten
Eindruck vom Wasserrad erhält der Besucher
von einer kleinen Plattform, die auf der
gegenüber liegenden Bachseite der Mühle
besteht. Um einen Weg von der Mühle dorthin bemühte sich der Schwarzwaldverein,
Ortsgruppe Stammheim. Der Weg führt von
der Mühle aus gesehen auf der Talstraße
etwa 150 m bergab zu einer kleinen,
schlecht erkennbaren Fußgängerbrücke, die
Bild 2: Lageplan mit der Unteren Mühle von
Calw-Stammheim
Fehler schleicht sich langsam ein. So verformen sich die Bruchsteinwände des
Wasserradschachtes allmählich zur Schachtmitte hin. Beide Wände müssen irgendwann neu aufgemauert werden, wenn man
das Wasserrad erhalten will. Leider kann
die Besitzerin der Mühle und auch das
Denkmalamt die sicherlich 150 000 € übersteigenden Kosten nicht übernehmen.
Wohl viele Mühlen- und Heimatfreunde
sind an einem Weiterbestehen des kulturgeschichtlich bedeutsamen Wasserrades
interessiert und würden es außerordentlich
begrüßen, wenn sich hier ein Sponsor melden würde.
An dieser Stelle sei auch dem Heimatforscher Horst Roller aus Calw-Stammheim
gedankt, der sich stets für die Erhaltung des
Wasserrades einsetzte und auch einige
Angaben zu diesem Beitrag lieferte.
Bild 1: Wasserrad von der Aussichtsplattform aus gesehen, Durchmesser 11,5 m.
Zu beachten: Die Größe der unten am Wasserrad stehenden Pesrsonen.
4/2008
33
Heimatpflege
Verbrennungsmotor hinzu, bei dem Naphthalin als Brennstoff diente. Später wurde
auch der weiter oberhalb der Mühle der als
Speicherbecken dienende Schwellweiher
vergrößert. Mit dem allgemeinen Mühlensterben in Deutschland um das Jahr 1955 gab
der Besitzer das Mühlengewerbe auf und
verkaufte die Mühle im Jahre 1964 an einen
Herrn Szollmann, der angesichts des sehenswerten und Besucher anlockenden Wasserrades im Mühlengebäude eine Gaststätte
errichtete und im Jahr 1970 ein neues Wasserrad bauen ließ. Der Gastraum verlangte
das Einziehen einer Geschossdecke in Höhe
des Bodens der früheren Mahlgang-Galerie.
Diese verkleinerte den eigentlichen Mühlenraum, und die Inneneinrichtung der Mühle
wurde soweit verändert, dass der Mühlenbetrieb nicht mehr möglich war. Herr Szollmann erkrankte unerwartet im Jahre 1981
und musste seinen Gedanken an die Gaststätte aufgeben.
Heimatpflege
Heimatpflege
Gedenksteine und
Bronzetafel erinnern
an Hochgericht
Winterwanderung
Drei Kaiser haben sich mit dem Hochgericht
in Marschalkenzimmern beschäftigt
V
iele Bürger, Gäste und Vereinsmitglieder waren zum Gewann Galgenbühl
in
Marschalkenzimmern
gekommen, um die feierliche Enthüllung
der fünf Gedenksteine mit Bronzetafel mitzuerleben. Hans Lampprecht, Vorsitzender
des Schwarzwaldvereins Dornhan, erläuterte die Ziele des Vereins, „Wandern und
Wege, Naturschutz und Heimatpflege“ und
leitete somit über zu der Initiative, die
Geschichte „Hochgericht“ auf dem Gewann
Galgenbühl lebendig zu halten.
kreis gesetzt. Der mittlere große Stein soll
den Galgen, die vier kleineren Steine sollen
die trauernden Angehörigen darstellen.
Finanziert wurden die Kosten von rund
3000 Euro durch Vereinseinnahmen bei
Festen, Geldspenden und einen Steinspender. Dann kam die mit Spannung erwartete
Enthüllung durch Bernhard Glück, Hans
Lampprecht, Bürgermeister Markus Huber,
Alois Schanz als Vertreter von Ortsvorsteher
Gerhard Röhner und Roland Schuler, der
mit seinem Rentnerteam nebenan die zehn
Auch der Winter hat noch Träume,
wenn am Kapf der Nebel raucht
und der Reif auf dunkle Bäume
helle Silberschleier haucht,
feingewoben
eingeschoben
in den kalten Tag
und ins laute Straßenlärmen,
müde Sinne aufzuwärmen,
dem, der mag.
Wenn die Tropfen an den Zweigen
starr und festgefroren sind
und die Flockenwirbel reigen
ihre Tänze vor dem Wind,
geht ein Glänzen
vor den Tänzen
durch die Welt
und verzaubert alle Räume.
Auch der Winter hat noch Träume,
ungezählt.
Auch der Winter hat noch Träume,
dem, der mutig zu ihm geht,
dass er nicht das Glück versäume,
das am Wanderwege steht,
eingebunden
in die Stunden,
die es froh verschenkt,
müde Herzen aufzuwärmen
zwischen Nacht und Straßenlärm,
dem, der denkt.
Fünf Männer standen Pate und enthüllten die Gedenksteine „Hochgericht“.
Gerhard A. Jung
Fünf Gedenksteine und eine Bronzetafel
mit der Verfügung von Kaiser Ferdinand im
Jahre 1562 über den Blutbann, der erlaubt,
Stock und Galgen zu errichten, sind nun
aufgestellt. Als dann 1598 Herzog Friedrich
I. von Württemberg die Herrschaft übernommen hatte, erlosch die Sonderstellung
von Marschalkenzimmern. Bernhard Glück
hatte als Fachwart für Heimatpflege zurück
bis in die Zeit der Reformation recherchiert.
In alten Dokumenten und Landkarten ist
das Hochgericht in Marschalkenzimmern
erwähnt, was für den Schwarzwaldverein
Anlass ist, diese bedeutende Geschichte
nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Schließlich haben sich in 36 Jahren drei Kaiser mit dem Hochgericht in Marschalkenzimmern beschäftigt. Stock sei der Begriff
für Stuhl, Sitzstuhl = Gerichtsstuhl und
Richtstätte. Um den Richterstuhl darzustellen, wurden die fünf Gedenksteine im Halb-
34
Tannen gepflanzt hatte. Bürgermeister Markus Huber versetzte die vielen Gäste
gedanklich in die geschichtsträchtige Zeit.
36 Jahre Hochgericht mit Galgen in einem
Gebiet, wo man bis nach Dornhan und
Hochmössingen, ja sogar die Schwäbische
Alb sieht, war damals wie heute das Landgericht, jedoch ohne Galgen. Für die gelungene Verwirklichung, diese Gedenkstätte
geschichtsträchtig zu machen, sagte er dem
Verein Dank und wünschte weiterhin gute
Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.
Dann lud Hans Lampprecht die große
Teilnehmerschar zur Wanderung zum Hof
von Rainer Zinser auf Oberhart ein. Fritz
Ruthard gab dort bei zünftigem Vesper
einen Diarückblick auf vier Wanderjahre
und brachte einige Wanderer von einst – so
genannte Originale – in Erinnerung.
Günter Rössler
4/2008
Aktuell
Präsident Eugen Dieterle lud alle Wegewarte und Wegehelfer des
Schwarzwaldvereins, die sich aktiv an der praktischen Umsetzung
des neuen Wegemarkierungssystems im ganzen Schwarzwaldvereinsgebiet beteiligt haben, zum Abschlussfest am 14. September
2008 nach Gengenbach ein. Über 400 Teilnehmer folgten der
Einladung des Präsidenten ins schöne Städtchen im Bezirk Ortenau.
Die Teilnehmer bei der Begrüßung auf dem
Marktplatz von Gengenbach
In der Kinzigtalhalle
D
as Team der Ortsgruppe Gengenbach unter der Leitung des Vorsitzenden Karlheinz Kiefer hatte die
Veranstaltung bestens vorbereitet. Zunächst
trafen sich bei herrlichem Sonnenschein
die Wanderinteressierten auf dem Marktplatz von Gengenbach. Dort begrüßte sie
Karlheinz Roth, der für die Organisation
der Wanderungen verantwortlich zeichnete. Dann ging`s in drei Gruppen mit
insgesamt 180 Teilnehmern auf verschiedenen Wanderstrecken in die abwechslungsreiche Umgebung von Gengenbach.
Im Mittelpunkt der Wanderungen standen
natürlich die gelbe Raute und die neuen
Wegehinweisschilder.
Rund 120 Schwarzwaldvereinler nahmen
an der Stadtführung in Gengenbach teil.
Um 13.30 Uhr trafen sich dann alle in der
Kinzigtalhalle, um diese große Gemeinschaftsaktion der Einrichtung der neuen
Wegmarkierung zu feiern. Mit diesem Fest
möchte der Hauptverein seine Anerkennung und Dankbarkeit für die Leistung der
Wegewarte zeigen.
Präsident Dieterle hob in seiner kurzen
Ansprache hervor, dass diese Veranstaltung
einmalig sei in der 144-jährigen Geschichte
des Schwarzwaldvereins. Das große Ziel, ein
neues einheitliches Wegesystem im Schwarz-
4/2008
Für diese Meisterleistung dankt Präsident
Dieterle allen Wegewarten und Wegehelfern in den Ortsgruppen und Bezirken für
ihre aufopferungsvolle und vorbildliche
ehrenamtliche Tätigkeit für den Schwarzwaldverein und die Allgemeinheit. Sie
haben alle dazu beigetragen, dass der
Schwarzwald mit dem neuen Wege- und
Markierungskonzept als Wanderregion im
europäischen Wettbewerb gestärkt werde.
Darauf darf der Schwarzwaldverein stolz
sein. Der Dank gilt auch den Gemeinden,
Naturparken, dem Forst und Naturschutz
für die gute Zusammenarbeit. Jetzt gelte es,
dieses deutschlandweit einzigartige Wegesystem nachhaltig zu pflegen und die müh-
Präsident Dieterle bei seiner Dankesrede
wald einzurichten, sei fast gänzlich erreicht.
Das „Jahrhundertprojekt“, das ursprünglich
auf 15 Jahre angelegt war, wurde zum Selbstläufer und ist nach etwas mehr als der Hälfte
der kalkulierten Zeit umgesetzt. Das neu
markierte Wegenetz wird weiterwachsen, da
Gemeinden, die bisher die Neubeschilderung abgelehnt hatten, nun auf den Schwarzwaldverein zukommen.
Bis zum heutigen Tag ist schwarzwaldweit
in über 300 Gemeinden ein Wanderwegenetz von über 23 000 km neu beschildert.
Dazu wurden über 13 500 Wegweiserpfosten gesetzt. Ungezählt und nicht zu
schätzen sind die vielen ehrenamtlichen
Stunden, die in den Ortsgruppen geleistet
wurden. Die einheitliche und durchgängige
Neubeschilderung war nur aufgrund des
großen Engagements aller Wegewarte und
Wegehelfer möglich.
sam erkämpfte einheitliche und klare
Beschilderungssystematik zu bewahren.
Michael Roschach, Bürgermeister von
Gengenbach, der einzige „Promi“ unter
den Gästen, dankte ebenfalls allen Wegewarten für ihren großen Einsatz.
Martin Huber, Bezirkswegewart des
Bezirks Renchtal, hatte eine ausgezeichnete Powerpoint-Präsentation über das
neue Wegesystem erstellt, die laufend vor
großem Publikum im Foyer der Kinzigtalhalle gezeigt wurde. Alle Teilnehmer erlebten einen kurzweiligen, vergnüglichen und
denkwürdigen Nachmittag bei gemeinsamer Vesper mit Tannenzäpfle, gesponsert
von unserem Sponsor, der Badischen
Staatsbrauerei Rothaus, bei flotten Melodien der Seniorenband Gengenbach und
intensiven Gesprächen.
Zum Abschluss dankte Präsident
Dieterle dem gesamten Team der Ortsgruppe Gengenbach für ihren außerordentlichen Einsatz, der erst dieses Fest
möglich gemacht hat.
Walter Sittig
35
Aktuell
Helferfest zum Abschluss
der neuen Wegmarkierung
Aktuell
Aktuell
Kurz und bündig aus
der Hauptvorstandssitzung
Der Hauptvorstand beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung am 27. September
2008 in der Hauptgeschäftsstelle in Freiburg mit einer Vielzahl von Themen.
Nachfolgend Informationen über die wichtigsten Punkte.
Neuer Koordinator für die
Wanderführerausbildung
des Schwarzwaldvereins:
Günther Hennig aus Donaueschingen
wurde als neuer Ausbildungskoordinator
vorgestellt. Er übernimmt dieses Ehrenamt
als Nachfolger von Rudolf Maier. Nach dessen Ausscheiden hatte es Vizepräsident
Hans-Martin Stübler kommissarisch inne.
Rückblick auf die
Hauptversammlung 2008
in Geisingen:
Präsidium und Hauptvorstand bedankten
sich ausdrücklich bei der Ortsgruppe
Geisingen unter Leitung des Vorsitzenden
Peter Bury für die hervorragende Organisation der diesjährigen Hauptversammlung.
Das Rahmenprogramm mit den vielfältigen
Wanderungen und Exkursionen wurde sehr
gut angenommen und ist optimal verlaufen.
Der Bunte Abend am Samstag und der
Wandertreff der Schwarzwaldvereinsfamilie am Sonntagnachmittag rundeten die
gelungene Hauptversammlung ab.
140. Hauptversammlung
am 20./21. Juni 2009
in Neuenbürg
Die Hauptversammlung im Jahre 2009
wird die Ortsgruppe Neuenbürg am
20./21. Juni ausrichten. Die Ortsgruppe
Neuenbürg feiert gleichzeitig ihr 125-jähriges Bestehen. Zentrum der Hauptversammlung ist die Stadthalle.
Dort finden die Delegiertenversammlung, der Festabend am Samstagabend
und der Wandertreff des Schwarzwaldvereins am Sonntagnachmittag statt. Die Ortsgruppe zeigt im Rahmenprogramm mit
Wanderungen und Exkursionen ihre
attraktive Umgebung und Wanderregion.
Genaue Informationen erhalten die Ortsgruppen wieder in DER SCHWARZWALD
II/2009 und mit dem Rundschreiben im
April 2009.
141. Hauptversammlung
am 12./13. Juni 2009
in Mittel-Obertal
Auch die 141. Hauptversammlung wirft
schon ihre Schatten voraus. Sie findet am
12./13. Juni 2010 in Mitteltal-Obertal statt.
Die Ortsgruppe feiert gleichzeitig ihr 100jähriges Bestehen.
Deutscher Wandertag
2010 im Schwarzwald
und in Freiburg
unter der Führung eines Leitungsteams
mit Präsidium und Hauptgeschäftsführer
eingerichtet.
Als Organisationsleiter fungiert Vizepräsident Georg Keller. In erster Linie ist der
Schwarzwaldverein bei der Größe dieser
Veranstaltung auf die Ortsgruppen und
Bezirke angewiesen.
Im Vorfeld und während des Deutschen
Wandertages gibt es viele Arbeitseinsätze
und Ordnungsaufgaben. Die Ausrichtung
des Deutschen Wandertages ist eine große
Herausforderung, aber auch Chance, den
Schwarzwaldverein über einen längeren
Zeitraum in der Öffentlichkeit zu präsentieren, unsere Ziele bekannt zu machen
und damit Mitgliederwerbung zu betreiben. Gemeinsam wird der Schwarzwaldverein die große Aufgabe schaffen.
Neuer Preis
für die Familienarbeit
ausgelobt
Von einem großzügigen Spender, der nicht
genannt werden will, wird in den Jahren
2009, 2010, 2011 ein jährlicher Preis
für die Förderung der Familien ausgelobt.
Preiswürdig ist eine beispielhaft erfolgreiche Arbeit in den Ortsgruppen des
Schwarzwaldvereins für „junge Familien“.
Ausgiebig befasste sich der Hauptvorstand
mit dem Deutschen Wandertag 2010.
Dieser findet im Zeitraum vom 5. bis 9.
August in unserer Region statt. Zur Vorbereitung wurden inzwischen 6 Arbeitskreise
Walter Sittig
Info
Hauptgeschäftsstelle geschlossen
Die bevorstehende Weihnachtszeit und Jahreswende wollen wir zu einer kleinen Pause
nutzen. So ist die Hauptgeschäftsstelle in Freiburg vom
22. Dezember 2008 bis zum 5. Januar 2009 geschlossen.
Allen Mitgliedern und Lesern wünschen wir harmonische und erholsame Weihnachtstage und ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2009. Wir danken den Mitgliedern
des Schwarzwaldvereins für ihr Verständnis.
36
4/2008
Familie
Familie
Neues Onlineangebot
Familienarbeit im Schwarzwaldverein
U
nter dem Dach der
aktualisierten Internetseite
www.schwarzwaldverein.de findet sich seit
diesem Herbst ein neues Internetangebot des Fachbereiches
Familienarbeit. Neben allgemeinen Informationen zur
Familienarbeit im Schwarzwaldverein können im Bereich
Service auch die Aufstellung
der aktuellen Werbe- und
Verkaufsartikel oder eine
Vorschau des Faltblattes zur
Familienarbeit als PDF-Datei
geladen werden.
Unter den Überschriften
Aktiv, Unterwegs, Tipps & Tricks
findet sich der Grundstock
einer Datensammlung für alle,
die Anregungen für die nächste Familienunternehmung suchen. Unter
Tipps & Tricks gibt es Spielvorschläge für die
nächste Familienwanderung oder Hinweise
auf passende Literatur. Im Bereich Unterwegs entsteht eine Sammlung von familientauglichen Ausflugstipps und Wandervor-
interessante Termine können auf
dieser Internetseite ohne großen
Aufwand veröffentlicht werden
und Familien auf die Ortsgruppe
und deren Familienangebote aufmerksam machen.
Termine von Familienwanderungen und andere Beiträge für
die Datensammlung können per
Post oder E-mail an das Familienreferat der Hauptgeschäftsstelle
geschickt werden. Eine Lösung,
um Daten online am eigenen
Rechner in die Datenbank einzutragen, soll bei Interesse angeboten werden.
Kontakt
schlägen. In der Rubrik Aktiv können Termine veröffentlicht werden, die für die
ganze Familie interessant sind. Alle Mitarbeiter in der Familienarbeit sind eingeladen,
sich an der Sammlung der Daten zu beteiligen. Familienwanderungen und andere
Familie im Schwarzwaldverein,
Schlossbergring 15, 79098 Freiburg,
Telefon 07 61/3 80 53-14,
familie@schwarzwaldverein.de
Zünftiges Lagerleben
auf der Hermannshöhe
Familienarbeit im Schwarzwaldverein
B
ei bestem Wetter erlebten 40 Kinder
und Jugendliche ab acht Jahren drei
erlebnisreiche Tage auf der Hermannshöhe in Schweighausen. Langweilig
wurde es keine Minute. Denn die Jugendwanderfreizeit der Familienwandergruppe
bot alles, was zum zünftigen Lagerleben
dazugehört: Zelten, Lagerfeuer, Spiele und
Erkunden des nahen Waldes.
Organisiert hatte das Lager wieder Manuela Willmann zusammen mit einem Helferteam aus Eltern der Familienwandergruppe.
Geschlafen wurde in Zelten, Treffpunkt war
das große Versorgungs- und Aufenthaltszelt. Die Zweite Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Seelbach hatte sich spannende
Spiele, Basteln und Aktivitäten für die Kinder ausgedacht. Beim Orientierungslauf in
Gruppen galt es unterwegs, allerlei knifflige
Aufgaben zu erfüllen und dabei Teamgeist
4/2008
zu zeigen. Da mussten „Fische“ im nahen
Tretbad geangelt und mit langen Röhrchen
aufgesaugt werden, mit vereinten Kräften
ein hoch gespanntes Seil überquert und ein
Brett mit Wasserbechern über einen Parcours balanciert werden. Am meisten Spaß
hatten die Kinder auf dem eiernden Fahrrad
mit der umgebauten Achse.
Wie es sich für eine Wanderfreizeit
gehört, stand auch eine Wanderung auf
dem Plan. Gleich am ersten Tag ging es
nach der Hinfahrt mit dem Linienbus von
den Höhenhäusern aus zur Schutterquelle
und zum Hünersedel, natürlich mit Turmbesteigung. Unterwegs warteten Aufgaben
und Spiele auf die Kinder, zum Beispiel der
„Ameisenkrimi“, bei sich immer zwei Kinder
mit den gleichen Geruchsdöschen erschnuppern mussten oder das „Eichhörnchenspiel“ mit im Wald versteckten Nüssen.
Spaß und zünftiges Lagerleben beim
Jugendzeltlager der Familiengruppe Seelbach
Neben dem Programm hatten die Kinder
genügend Freiraum zum Fußballspielen
und Erkunden des Waldes. Bei der mittäglichen Hitze war immer wieder das Tretbad
zur Abkühlung gefragt und abends saßen
alle gemütlich beim Lagerfeuer zusammen,
wo gesungen und Stockbrot gegrillt
wurde. Als Preis für die Teilnahme an der
Rallye durften zum Schluss alle ein T-Shirt
zur Erinnerung mitnehmen.
37
„Lasst euch Zeit,
denn ihr habt es eilig!“
Ein etwas anderer Erste Hilfe-Kurs im Nordschwarzwald
M
ein Bein, ahhhh....tut das weh!
....mein Bein!“ – nach kurzer
Schrecksekunde
stürmt
eine
Gruppe Jugendleiter in Richtung der lauten
Schreie. Hinter einer Hecke fuchtelt ein
humpelnder Mann mit blutverschmierter
Axt. Aus einer Wunde im Schienbein strömt
Blut. Was tun? Kurzentschlossen windet eine
Frau dem zwei Köpfe größeren Verletzten
die Axt aus den Händen. Im Ernstfall nicht
ganz ungefährlich, wird sie kurze Zeit später erfahren. Zum Glück ist der ungeschickte
Holzfäller ein Erste Hilfe-Trainer der Outdoorschule Süd. Blut und klaffende Wunde
entstammen dem Schminkkoffer.
Zusammen mit der Deutschen Wanderjugend (Bund) hatte die Jugend im Schwarzwaldverein Ende September ins Hans-LinzHaus nach Bad Herrenalb zu einem ganz
besonderen Lehrgang eingeladen. „Erste
Hilfe Outdoor“ soll für die 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem DWJ-Landesverband Rheinland-Pfalz, der Schwäbischen
Albvereinsjugend und der Jugend im
38
Schwarzwaldverein das Thema auf die
Umgebung übertragen, in der Jugendleiter
mit ihren Gruppen oft unterwegs sind, nämlich draußen in der Natur, weit ab vom nächsten Krankenhaus.
Mit realistischen Szenarien und Rettungsübungen lernen die Teilnehmer, dass Erste
Hilfe nicht erst bei der Wundversorgung
anfängt, sondern bereits mit der Annährung
an den Unfallort beginnt. Denn es geht es
nicht zuletzt auch um die Sicherheit der Retter. „Nehmt euch Zeit, denn ihr habt es eilig!“
schärft Trainer Martin Dieckmann den Teilnehmern ein. Überstürztes und unüberlegtes
Handeln bringt keinen Zeitgewinn, sondern
geht im Ernstfall zulasten der eigenen
Sicherheit oder der Chancen des Verletzten.
Dies gilt auch bei einem anderen Szenario:
Eine leblose Person liegt im Halbdunkeln
neben hoch schlagenden Flammen. „Wer
von euch hat den Benzinbehälter neben den
Flammen beachtet? Habt ihr das Risiko bei
der Rettung abgewogen?“ wird eine Frage
des Trainers nach der Übung lauten.
Jugend
der Notruf und die Errichtung eines Notfallcamps. Zu jedem Thema werden Rettungsteams neu aufgeteilt, die ihren Rettungsrucksack mit den wichtigsten Utensilien zu
packen und bereitzuhalten haben. Die
überzeugend dargestellten Szenarien, so
zum Beispiel der gespielte Wespenstich im
Mundraum des Trainers Ralf oder der simulierte Hitzeschock von Trainer Martin, lassen
realitätsnahe Situationen entstehen, die
manchen Teilnehmern zuweilen vergessen
lassen, dass es sich um eine Übung handelt.
Eine spannende Szene auch die nächtliche Übung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung: Im Schein von Fackeln knien die Teilnehmer auf einer Wiese neben ihren
Übungspuppen. Eine dramatische Hintergrundmusik gibt den Rhythmus für die
Herzdruckmassage bei flackernder Be-
leuchtung vor. „Wer uns jetzt von weitem
beobachtet, denkt sicher an einen Teufelskult“ witzeln die Teilnehmer anfangs noch.
Als die 15-minütige Herz-Lungen-Wiederbelebung in der Zwei-Helfer-Methode in
vollem Gange ist, sind alle voller Konzentration bei der Sache und lassen sich trotz
schmerzender Handgelenke nicht aus dem
Takt bringen.
Nach zweieinhalb Tagen ist der Kurs zu
Ende und die Teilnehmer restlos begeistert.
Dieser Lehrgang hat ihnen gezeigt, dass mit
dem perfekten Druckverband und der
besten Mund-zu-Mund-Beatmung die Erste
Hilfe längst nicht abgehandelt ist, sondern
dass effektives Notfallmanagement und
Outdoorkompetenzen unabdingbare Bestandteile einer Rettung draußen in der
Natur sind.
Stephan Seyl
Anpassungen sind notwendig
Entwurf der neuen Jugendordnung für die Jugend im Schwarzwaldverein vorgestellt
I
m September waren die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Jugendarbeit im
Schwarzwaldverein zu einer außerordentlichen Jugendleiter-Vollversammlung an
den Feldberg eingeladen. Thema des Treffens war die Vorstellung eines Entwurfs für
eine neue Jugendordnung, die die derzeit
gültige Satzung von 1998 ablösen soll. Der
Einladung folgten nur wenige Interessierte.
Diese nahmen umso ernsthafter die Gelegenheit wahr, sich über die Hintergründe zu
informieren und mit dem Jugendbeirat den
Entwurf zu diskutieren. Schon bei der
regulären Jugendleiter-Vollversammlung im
März dieses Jahres hatte Hauptjugendleiter
Jörg Schött die Beweggründe dargelegt und
den Prozess geschildert, in dessen Verlauf
seit 2004 die Bedingungen der Jugendarbeit
im Schwarzwaldverein analysiert und neue
Weichen gestellt wurden (siehe auch DER
SCHWARZWALD II/2008). Der Hauptjugendleiter machte damit deutlich, dass
diese neue Ordnung keine „Schnellschuss“
(also Freizeit- und Tourenleiter) einführen,
die zukünftig Delegierte in die Versammlung des Jugendverbandes entsenden können.Das Leitungsgremium, der bisherige
Jugendbeirat, soll verschlankt werden. Der
Jugendverbandsleiter wird einem Gremium
von bis zu fünf Fachwarten vorstehen, von
denen einer für die Jugendbezirke, ein weiterer für das Jugendprogramm zuständig
sein soll. Weiterhin wird die neue Jugendordnung, die Teil der Satzung des Hauptvereins ist, mit einigen Mängeln des
bisherigen Regelwerks aufräumen und
zudem eine Vereinheitlichung der Strukturen auf Jugendbezirks- und Jugendverbandsebene sowie der Begriffe für die Verbandsorgane bringen.
Die Anregungen der außerordentlichen
Jugendleiter-Vollversammlung nimmt der
Jugendbeirat mit in die Diskussion um den
endgültigen Entwurf, der im kommenden
Frühjahr der Jugendleiter-Vollversammlung
zur Abstimmung vorgelegt werden wird.
ist, sondern in einem mehrjährigen Prozess
vorbereitet und entwickelt wurde. Die Versammlung solle den Jugendleitern Gelegenheit bieten, ihre Gedanken und Anregungen in den Entwurf einfließen zu lassen.
In dem neuen Entwurf, der in einer früheren Version im Sommer bereits vom Präsidium wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde, geht es um die Anpassung der
Grundlagen der Jugendarbeit an die realen
Gegebenheiten. In den letzten Jahren hat es
eine Akzentverschiebung gegeben: Immer
weniger Ortsgruppen können eine eigene
Jugendgruppe am Leben halten, das Interesse an den Angeboten der Jugendbezirke
nimmt stetig ab. Hingegen entwickelt sich
seit Jahren der sogenannte „offene Bereich“,
dessen Veranstaltungen sich an junge Mitglieder und Nichtmitglieder richten und
jährlich im Jugendprogramm veröffentlicht
werden. Dementsprechend soll die neue
Jugendordnung ein Mitbestimmungsrecht
für die Mitarbeiter des offenen Bereichs
Jugendprogramm 2009
N
Hallo,
Längst haben die Arbeiten am neuen Jugendprogramm begonnen. Beim Planungswochenende im September trugen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugend
im Schwarzwaldverein ein vielfältiges Programm für 2009 zusammen, dessen
Schwerpunkt wieder Jugendwandern und Outdooraktivitäten sein werden.
Jörg Sch
ött
Hauptju
gendlei
ter
joerg.sc
hoett@s
wv-jugen
d.de
ÜBER
S
JUG END PRO
Ab Dezember 2009 kann das Programmheft kostenlos auch in größeren Stückzahlen
bei der Jugendgeschäftsstelle angefordert werden.
GRA MM 200
8
J U G E N DWA
NDERN
ERLEBNIS
FREI ZEIT EN
AU SB I LD UN
G
www.jugen
d-im-schwa
Alle Veranstaltungen sind wie immer auch unter www.jugend-im-schwarzwaldverein.de
im Internet
4/2008
Vor wor
t|3
in unserem
Jugendp
Veranst
rogram
altu
m 200
zusamm ngen unter
dem The 8 haben wir
engeste
wieder
ma „Ou
llt. Für
etwas
eine Men
inte
alle, die
tdoor
und jung
ge
gerne
euch wie ressantes dab
drau
es
ei sein
der gem
. Wir freu ßen unterwe Wandern“
Viel Spa
eins
gs sind
en uns
ß mit uns am mit uns
, sollte
, wen
auf
erem
Jugendp den Weg mac n sich viele
von
rogram
hen!
m!
rzwaldvere
in.de
Stephan
Seyl
Bildung
sreferen
t
stephan
.seyl@sw
v-jugend
.de
SICHT
Erlebnis
, Jugendw
Jugendtr
andern
effen 200
, Freizeit
Ausbild
8
ung
Adresse
n
Teilnah Jugendbezirke/
mebedin
gungen DWJ
Hinwei
se zur
Anmeldu
Anmelde
ng
formular
Kontakt
Jugend
im
Schloßber Schwarzw
aldve
jugend@sc gring 15, 7909 rein
hwarzwald
8 Freib
Impressum
verein.de, urg, Fon: 07
www.jugen 61/3 80
Herausgeb
d-im-schw 53-14, Fax:
er: Jugen
Schloßber
d im Schw
arzwaldve -20
gring 15,
arzwaldve
rein.de
Auflage:
79098
rein
Freiburg
4 000
Stück.
Redaktion
: Simo
n Jurth
Gestaltung
und
Stephan
und Repr
Seyl
Fotonachw
oduktion:
werbeagen
Caroline eis: Thorsten
tur
Ecker
Albre
aufw
Kanuschul
lin, Teres
cht, Bergb
ind, Bahli
auforschun
ngen
Stephan e3samtal, Marka Glittenberg
Seyl, Wick
us Schar , Tatjana Jost, gsgruppe
Suggental,
imed
fe,
Jugen
Sonja
ia Com
Unsere
d im
Schel
Matth
mons,
Freizeiten,
Zeltlagerteb, Schwäbisc Schwarzwaldve ias Burger,
Mitteln
des Lande Erlebnisveransta
am Bock he Albvereins rein,
sjugendpla
horn
Bankverbin
ltungen
jugend,
und Lehrg
ns Bade
dung: Volks
bank Freibu n-Württemberg. änge werde
n unter
rg, BLZ:
stützt aus
680 900
00, Konto
: 124 83
08
Seite 05
Seite 28
Seite 29
Seite 32
Seite 33
Seite 36
Seite 37
im Schwarzw
aldverein
39
Jugend
Unter dem Schlagwort RUM (Risiken –
Umfeld – Management) üben die Teilnehmer Strategien, die die Sicherheit der Retter
und die Sicherheit des Patienten gewährleisten. Dass Koordination und Entscheidungen eine wichtige Rolle im Rettungsprozess
spielen, zeigt sich bei der ausführlichen
Analyse jeder einzelnen Übung. Immer wieder werden die Trainer in diesen Tagen den
Kursteilnehmern die in eingängige Schemata gefassten Phasen des Rettungsprozesses einprägen: Nach RUM folgt BAP (Check
von Bewusstsein – Atmung – Puls), bevor es
an die Diagnose der SAUgefährlichen
Zustände geht (SAU = Schock – Atemstörung – Unterkühlung). Untersuchungen
und Versorgung von Brüchen und Wunden
dürfen natürlich ebenso wenig fehlen, wie
der Transport von Verletzten im Gelände,
Service
Service
Bundesverdienstkreuz für Vizepräsident Georg Keller
A
m 8. Oktober 2008 wurde Georg Keller, zur Rettung der Burgruine Wieladingen“ wurde
Vizepräsident des Schwarzwaldvereins und diese vor dem Verfall bewahrt. Er setzte sich für die
Bürgermeister a.D., in seiner HeimatgeErhaltung der „Wuhre“ ein, Bauwerke der Frühmeinde Rickenbach im Rahmen eines Festaktes in zeit, die der Bewässerung von Wiesen und Weiden
der Gemeindehalle von Willaringen mit dem
Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Sein Nachfolger im Bürgermeisteramt,
Norbert Moosmann, skizzierte vor vielen
Freunden und Weggefährten in seiner Begrüßungs- und Festansprache die umfangreichen
und vielfältigen ehrenamtlichen Verdienste
von Georg Keller.
Seit der Wiedergründung der Ortsgruppe
Vorderer Hotzenwald des Schwarzwaldvereins
im Jahre 1971 ist Georg Keller Mitglied der
Ortsgruppe. Er hat entscheidend die Neubeschilderung der Wanderwege in der Raumschaft vorangetrieben und dafür gesorgt, dass
die Neubeschilderung als Pilotprojekt im
Hotzenwald eingeführt wurde. Durch sein Engagement ist es gelungen, über 200 RuheFinanzminister Willi Stächele und Georg Keller bei
bänke für die Wanderer und Gäste aufzustelder Verleihung des Bundesverdienstkreuzes
len. Auf der Gemarkung Rickenbach sorgte er
für die Erfassung der Kleindenkmale.
Das Projekt mündete in dem Buch „Den Kreuzen dienen und heute noch genutzt werden. Im Rahfolgen – ein Stück Heimatgeschichte aus dem men der Förderung des Tourismus kümmerte er
Kirchspiel Rickenbach erleben“. Weiterhin sorgte
sich besonders um die Belange der Zimmerverer für die Einrichtung des Energiemuseums, das in
mieter und Gäste. Sein überaus soziales Engageder Region bestens bekannt ist und gut angenomment kommt ganz besonders beim Roten Kreuz
men wird. Über die Gründung des „Fördervereins
zum Tragen. Seit mehr als 25 Jahren ist er 1. Vor-
sitzender des Deutschen Roten Kreuzes Ortsverband Rickenbach. Unter seiner Regie ist beim Ortsverband Rickenbach der Rettungsdienst aufgebaut
worden. Unter seiner Ägide wurden in Rickenbach
als eine der ersten Gemeinden im ländlichen
Raum seniorenbetreute Wohnungen errichtet, die
sehr gut angenommen wurden. Im Kuratorium
der kirchlichen Sozialstation St. Martin in Bad Säckingen, in dem er seit über 20 Jahren Mitglied ist,
wird sein Engagement sehr geschätzt. Über Jahre
hinweg bis 1995 war Georg Keller auch die Einsatzleitung der Dorfhelferinnenstation Rickenbach
übertragen. Seit Jahren ist er Präsident des Musikvereins 1860 Rickenbach e.V. Finanzminister Willi
Stächele reiste im Rahmen dienstlicher Termine in
Südbaden aus Stuttgart an. Es sei ihm ein großes
Anliegen gewesen, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Georg Keller persönlich vorzunehmen und damit das besondere ehrenamtliche Engagement für die Gesellschaft und die
Mitmenschen zu betonen. Präsident Dieterle würdigte ebenfalls die ehrenamtlichen Verdienste,
betonte die hervorragende Zusammenarbeit
im Präsidium des Schwarzwaldvereins und hob
insbesondere das Verständnis der Familie Keller
hervor, die alles mitgetragen habe. Umrahmt
wurde die Feier von Musikgruppen der Musikschule Bad Säckingen und der Volkstanzgruppe
„Alt Hotzenwald“ mit kurzweiligen und vergnüglichen Auftritten.
Adrien Finck
Der renommierte elsässische Schriftsteller und
Autor, Professor Adrien Finck, ist im Alter von 78
Jahren gestorben. Adrien Finck wurde 1930 in Hagenbach (Sundgau) geboren. Er studierte nach
dem Abitur an den Universitäten von Straßburg
und der Sorbonne in Paris. 1973 wurde er Professor der Geisteswissenschaften an der Université
Marc Bloch Straßburg, wo er deutsche und elsässische Literatur lehrte. Seine Forschungsschwerpunkte galten neben der elsässischen Literatur
Georg Trakl (Habilitation), Hölderlin und Rilke.
Adrien Finck war Vizepräsident des elsässischen
und lothringischen Schriftstellerverbandes, Mitglied
der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt) und Herausgeber der „Revue alsacienne de littérature“. Adrien Finck war ein
Kämpfer für das Elsass, für die Region und für eine
friedliche europäische Zukunft. Adrien Finck gehörte zu den namhaftesten elsässischen Schriftstellern und Autoren. Neben seinen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten hat er Gedichte in
elsässischem Dialekt sowie in französischer und
deutscher Sprache geschrieben. Die Reihe seiner
Werke ist beeindruckend. Zu seinen bekanntesten
Publikationen gehören: „Die deutsch-sprachige
Gegenwartsliteratur im Elsass (1987)“, „Nachrichten aus dem Elsass (1979)“, „Mülmüsik (1980)“,
„Handschrift (1982)“, „Der Sprachlose (1985)“ und
„Geistiges Elsässertum (1992)“. Für sein vielseitiges
und grenzüberschreitendes Wirken wurde Adrien
Finck unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz (1990) und dem Johann Peter Hebel-Literaturpreis (1992) ausgezeichnet.
Elmar Vogt
er die Dr. Falk Pharma GmbH auf und entwickelte
sie zu einem national und international erfolgreichen innovativen pharmazeutischen Unternehmen
mit Spezialisierung auf der Hepatologie und Gastroenterologie. Ein wichtiger Meilenstein im beruflichen Leben von Dr. Dr. Herbert Falk war die 1.
Falk-Leberwoche im Jahre 1967. Ihr folgten bis
heute ca. 200 wissenschaftliche internationale
Kongresse sowie weitere zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen. Alle diese Veranstaltungen wurden von der von Dr. Falk ins Leben gerufenen Falk
Foundation e.V. initiiert, organisiert und finanziert.
Mehr als 100 000 Wissenschaftler aus mehr als 100
Nationen haben an den internationalen Symposien teilgenommen. Als Anerkennung, die Dr. Dr.
Herbert Falk für dieses außerordentliche Engagement erlangte, zeugen zahlreiche nationale und internationale Ehrungen. Er war Ehrenmitglied in
vielen Vereinigungen und Fachgesellschaften, erhielt die Ehrendoktorwürde der Universitäten
Basel und Cluj und wurde 1977 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Trotz der hohen in-
ternationalen Reputation hat Dr. Dr. Herbert Falk
nie seine Wurzeln vergessen. Er war seiner Heimat, dem Badener Land, auf Tiefste verbunden.
Das Wandern im Schwarzwald, das er in Wanderführern dokumentierte, gab ihm bis ins hohe Alter
Entspannung und Kraft. Unvergessen ist die Zusammenarbeit von Dr. Dr. Herbert Falk mit dem
Schwarzwaldverein. Die Wanderführer und Wegewarte unterstützten die Arbeit an den Wanderbüchern. Der Gesundheitskongress in Titisee-Neustadt im Jahre 2000 mit seinen beeindruckenden
Ergebnissen für das Wandern bleibt in bester Erinnerung. Bedauerlich ist, dass sein Lebenswerk
„Wanderparadies Schwarzwald – die schönsten
350 Rundwanderungen im Schwarzwald“ nicht
mehr realisiert werden konnte. Herbert Falk verstarb im Alter von 84 Jahren am 8. August 2008 in
seiner Heimatstadt Freiburg. Der Schwarzwaldverein und alle Wanderfreunde, die mit ihm zu tun
hatten, werden Herbert Falk auch seiner Menschlichkeit, seiner Großzügigkeit und beeindruckenden Persönlichkeit nie vergessen. Walter Sittig
Dr. Dr. Herbert Falk
Unermüdliche Tatkraft,
Pioniergeist, unternehmerisches
Denken,
außerordentliches Engagement in seinem wissenschaftlichen Tun und
tiefe Verbundenheit mit
seiner Heimat und dem
Wandern im Schwarzwald sind Merkmale und
Eigenschaften, die das
Leben von Dr. Dr. HerDr. Dr. Herbert Falk
bert Falk ausgezeichnet
haben. Der promovierte
Pharmazeut und Mediziner übernahm in den 50er
Jahren die väterliche Apotheke in Freiburg und begann parallel eine Karriere als pharmazeutischer
Unternehmer. Er spezialisierte sich dabei schon
früh auf die Hepatologie (medizinische Wissenschaft über die Leber) und Gastroenterologie (Wissenschaft über den Verdauungstrakt). Mit großem
unternehmerischen Geschick und Weitblick baute
40
4/2008
Service
Ruthard Hambrecht
Die Ortsgruppe Neuenbürg musste von
seinem langjährigen
Vorstandsmitglied Roland
Schönfelder,
einem sehr engagierten
Wanderkameraden, überraschend Abschied nehmen. Am
Sonntag, 14. September 2008 ist er in
Berlin, am Abend des
Roland Schönfelder
ersten Tags der Wanderreise, völlig unerwartet im Alter von 65
Jahren verstorben. Roland Schönfelder ist 1971
in den Verein eingetreten. Er war insgesamt 24
Jahre Mitglied im Vorstand der Ortsgruppe
Neuenbürg, von 1973 bis. 1982 als Naturschutzwart und von 1988 bis 2003 als Wegewart. In seiner 37-jährigen Mitgliedschaft war
er viele Jahre als Wanderführer unterwegs, außerdem beim Wanderheimbau mit 925 Stunden, sowie beim Wanderheimdienst über
insgesamt zehn Jahre und auch bei der Restaurierung der Ruine Waldenburg sehr engagiert
im Einsatz. Für seine besonderen Verdienste
um den Schwarzwaldverein erhielt das Ehrenzeichen in Bronze und wurde er mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.
Ruthard
Hambrecht,
der Vater und Planer der
Nachkriegs-Schwarzwald-Hochstraße, verstarb plötzlich am Sonntagmorgen, den 24.
August an seinem geliebten Wohnsitz in Herrenwies. Am 3. Januar
1921 in Karlsruhe geboren, wurde ihm von seinen Eltern die Liebe
Ruthard Hambrecht
zum Schwarzwald geschenkt, und damit
auch das Bewahren
und Schützen dieser Berglandschaft. Schon als
junger Bub durfte er mit seinem Vater für den Erhalt und Unterhalt mit auf die Wege des Schwarzwaldvereins gehen. Nach Schulzeit, Kriegs- und
Nachkriegszeit und Studium im Straßenbauwesen
kam Ruthard Hambrecht nach Achern zum dortigen Straßenbauamt als dessen Leiter, es war die
Zeit des Baues der Rheintalautobahn und damit
auch der örtlichen Autobahnzubringer aus den
Schwarzwaldtälern zwischen Achern und BadenBaden. Eine interessante Aufgabe war für ihn die
Weiterführung der Schwarzwaldhochstraße B 500,
die er geschickt einfügte, ohne große Eingriffe in
die Berglandschaft des Nordschwarzwaldes, in
ein geglücktes Zusammenspiel von Technik und
Natur. Das im vergangenen Jahr gefeierte Jubiläum „75 Jahre Schwarzwald-Hochstraße“ konnte
Hambrecht als Zeitzeuge und als Fachmann aus
erster Hand und als Mitautor des Jubiläumsbuchs
persönlich tatkräftig unterstützen, ebenso bei Vorträgen in den offiziellen Veranstaltungen.Ruthard
Hambrecht war von frühester Jugend im Schwarzwaldverein, wobei er in erster Linie sich in der
praktischen Arbeit einbrachte. Der Bau des Acher-
Barbara Hauser
ner Wanderheimes auf dem Bosenstein verbindet
vieles mit seinem Namen und dem seiner Frau Liselotte. Es waren unschätzbare handwerkliche
Dienste, die hier von beiden geleistet wurden.
Mit der Pensionierung erfüllte sich das Ehepaar
Hambrecht einen lang gehegten Traum, den
Umzug nach Herrenwies in die Bergwelt zwischen der Badener-Höhe und dem Hohen Ochsenkopf. In der Fülle der neuen Freizeit stand
sein Fachwissen, Können und Schaffenskraft
dem Schwarzwaldverein vollauf zur Verfügung:
die Renovierung des Mehliskopfturmes der Ortsgruppe Hornisgrinde, beratende Unterstützung
bei der Renovierung des Baden-Badener Friedrichsturmes, Pflege verschiedener Bau- und Naturdenkmäler, Naturschutzaufgaben, Wegebau
und Unterhaltung im Höhengebiet zwischen
Badener-Höhe und Hornisgrinde. Als einer der
Mitinitiatoren zum Anstoß der Baustein-Aktion
des Schwarzwaldverein Bezirk Hornisgrinde zur
Unterstützung der Renovierung des Hornisgrindeturmes durch die Gemeinde Seebach, brachte
er seine Zeichnungen mit der Ansicht des Hornisgrindeturmes aus der Zeit um 1936 ein,
ebenso sein Fähigkeiten. Der Schwarzwaldverein zeichnete diesen unermüdlichen Schaffenden für das Gemeinwohl mit der Ehrenmitgliedschaft der Ortsgruppe Achern und Hornisgrinde
aus, der Hauptverein in Freiburg mit dem Goldenen Ehrenzeichen. Der Bezirk Hornisgrinde
eröffnete am 29. Mai 2005 im Beisein von Ruthard Hambrecht und des Präsidenten Eugen Dieterle aus Freiburg und Bürgermeister Reinhard
Schmälzle, Seebach, den vor rund 30 Jahren
unter seiner Regie geschaffenen „Schwellenweg“
auf der Hornisgrinde den „Ruthard-HambrechtWeg, jetzt eingebunden in den neuen Hornisgrinde-Hochmoorpfad“.
Klaus Mohr
Leserbriefe
Balsaminen – Balsam für die Bienen…
Die Balsaminen (Indisches Springkraut)
sind, aus dem Himalaya stammend, vor
rund 150 Jahren bei uns eingewandert. Sie
haben sich, wie viele andere Pflanzen auch,
bei uns verbreitet und schmücken nun im
Spätsommer und Herbst bisher meist unbeachtete Straßenböschungen, schattige
Löcher und Bachufer.
Sie sind ein wahres Paradies für Bienen,
Hummeln, Wildbienen und andere Insekten.
Ganz besonders in diesem Jahr, wo der
Schwarzwald Zufluchtsstätte für die vom Mais
(durch Beizung und dadurch auch giftiger Maispollen) vergifteten Bienenvölker geworden ist.
Unsere oft ausgeräumte Landschaft macht es
den Bienen und Insekten schwer, im Spätsommer und Herbst genügend Pollen (Eiweiß) und
Nektar zu finden. Die Bienen können bei Pollenmangel den Winter nicht überstehen, der
Imker hat für Pollen keinen Ersatz zu bieten.
Jedes Bienenvolk braucht ca. 40 kg Pollen pro
4/2008
Jahr. Welch ein Segen ist da um diese Jahreszeit
das Indische Springkraut, die Balsaminen. Nicht
nur den köstlichen Honig
verdanken wir den
Bienen, vor allem
ihre Bestäubungsleistung an Kulturund Wildpflanzen
ist ein unermesslicher Dienst an der
Natur. Die dadurch
reifenden
Samen
und Früchte sind
wiederum Lebensgrundlage
für
Pflanzen, Vögel
und andere Tiere.
Somit verdrängt das
Springkraut nicht nur andere Pflanzen, sondern trägt auch
dazu bei, dass die Vielfalt in unserer
Natur erhalten bleibt. Die Bekämpfung
der Balsaminen ist deshalb auch unter
Biologen nicht unumstritten. Zur Zeit aber
schwappt eine Welle der Feindschaft gegen
diese schöne Pflanze über uns. Eine Art Modehass wird in Zeitungen und Zeitschriften geschürt. Auch der Schwarzwaldverein hat
sich zum Teil davon anstecken lassen. Die meisten Menschen sind
so weit weg von den Geschehnissen in der Natur, dass sie
sich nicht selbst durch eigene Beobachtungen
ein Urteil bilden. Vieles wird ungeprüft
und undifferenziert übernommen.
Immer
mehr Wanderer
trifft man, die meinen, etwas Gutes zu
tun, wenn sie bei
ihren Wanderungen
Balsaminen ausreißen.
Auch
41
Service
Roland Schönfelder
Service
Service
gestern traf ich wieder eine Familie mit kleinen
Kindern, der Bub abgerissene Balsaminenstängel schwingend. – Tun wir uns und den Kindern beim Wandern damit wirklich etwas Gutes?
(Ganz abgesehen davon, dass damit jetzt, wo
die ersten Samen schon reif sind, sogar zur Verbreitung beigetragen wird)
Suchen wir Feinde in der Natur oder sollten
wir uns nicht lieber auf die Schönheiten konzentrieren? Dürfen wir uns anmaßen, so im Vorbei-
gehen auf fremdem Eigentum Pflanzen auszureißen? Sollten wir auch Fichten und Douglasien
ausreißen? Oder warum das eine und das andere
nicht? – Täten wir uns und unseren Kindern nicht
viel mehr Gutes, mit ihnen gemeinsam zu beobachten, welche Insekten die Blüten besuchen,
wie vom Pollen weiß bepudert sie herauskommen, ihren interessanten Bestäubungsmechanismus und das Springen der Samen miteinander zu
bestaunen?
Wertvolle Anregungen
Schwarzwaldverein in Jever
Obwohl ich kein Mitglied in Ihrem Verein
bin, lese ich schon Jahrzehnte Ihre
Zeitschrift „DER SCHWARZWALD“. Im
Lesesaal der Unibibliothek Stuttgart liegen
Ihre Hefte aus und im Regal stehen auch
die letzten 10 Jahrgänge gebunden. Schon
oft habe ich Anregungen dem wertvollen
Heft entnommen. Ich bin nämlich
der Pfadfinder in einer Wandergruppe
einer kirchlichen katholischen Gemeinde.
Während meines diesjährigen Urlaubs in
Friesland radelte ich auch einmal nach Jever
und ließ mich dort am „Alten Markt“ auf dem
bewirteten Vorplatz eines renommierten Lokals nieder, um mich an einem frisch gezapften Jever-Pils zu erfrischen.
Kürzlich bin ich, dank Ihrer Anregung aus
DER SCHWARZWALD I/2007, von (Mittelweg)
Schiltach zum Gedächtnishaus gewandert.
Dies ist eine wunderschöne Tour; auch mit
den Grenzsteinen der ehemaligen Grenze zu
Baden. Auf der ganzen Tour brauchte ich keine
Landkarte, so optimal war die Beschilderung!
Bei einem Blick auf die Eingangstüre zum Lokal
glaubte ich zuerst an eine Halluzination, als ich
dort das Schwarzwaldvereinsschild sah. Erst als
meine Frau bestätigte, dass hierbei meinerseits
keine Sinnestäuschung vorlag, bekam ich meine
Verblüffung wieder in den Griff. Auf meine Nachfrage bei der Bedienung, ob dies wohl alles seine
Richtigkeit hat, wurde dies ausdrücklich bejaht.
Für mich als altgedientes Schwarzwaldvereinsmitglied war dies natürlich eine absolute Verpflichtung, auch noch ein zweites Jever-Pils zu
trinken.
Erich Fischer, Waldkirch
Gerhard Wandel, Stuttgart
Als Imker und langjähriges Schwarzwaldvereinsmitglied rate ich dringend dazu an, als
Naturfreunde etwas kritischer und vor allem
differenzierter zu urteilen. Es sind sicher nur wenige Plätze, wo diese so nützliche und wunderschöne Pflanze schadet. Halten wir sie dort in
Zaum und freuen wir uns sonst mit Bienen und
Insekten an der lila Blütenpracht.
Das ist Naturschutz mit Herz!
Alfred Dold, Stegen
Am Eingang zum Hotel „Schwarzer Adler“ in
Jever ist auch das Schild „Mitglied im Schwarzwaldverein“ angebracht.
Bücherschau
Schwäbischer
Heimatkalender
Von
Wolfgang
Walker
(Hrsg.), In Zusammenarbeit
mit dem Schwäbischen Albverein, dem Schwäbischen
Heimatbund, dem Landfrauenverband
WürttembergBaden, dem NABU BadenWürttemberg und dem
Schwarzwaldverein, 120. Jahrgang, ISBN 978-317-020190-3, Kohlhammer-Verlag, €9,90
Wer ihn bisher nicht gelesen hat, hat etwas versäumt. Der Schwäbische Heimatkalender bietet
eine Fülle von kalendarischen Informationen und
in hohem Maße lesenswerten Berichten in einer
sehr anspruchsvollen Aufmachung. Mit der Ausgabe 2009 beteiligt sich der Schwarzwaldverein
erstmals aktiv mit einem Beitrag und Werbeplakat. Der Kalender ist gedacht und wird empfohlen für die Mitglieder des ehemaligen württembergischen Landesteils des Schwarzwaldvereins.
Wichtige Vereine wie der Schwäbische Albverein,
Schwäbische Heimatbund, Landfrauenverband
oder Naturschutzbund steuern Beiträge aus ihren
Fachbereichen bei. So stammt für 2009 vom Vorsitzenden des Schwarzwaldvereins Pfalzgrafenweiler, Frieder Haug, ein gelungener Beitrag über
42
die Kapelle im Zinsbachtal, die unter Beisein von
Herzogin Diane von Württemberg durch die Ortsgruppe aus dem Dornröschenschlaf erweckt
wurde. Die Breite der Themen ist enorm. Neben
dem Kalendarium „Was ist los im Ländle“ werden
Schwerpunktthemen behandelt, wie die Bäder in
Württemberg oder die Landschaft in Hohenlohe.
Geschichte, Mundart, wie sie in der Mäulesmühle
„gespielt“ wird, das Vorstellen wichtiger Landsleute aus Vergangenheit und Gegenwart, Humoriges und Nachdenkliches, geben dem Kalender ein
abwechslungsreiches Gesicht. Die Themen haben
einen wichtigen Bezug zur Heimat. Heimat als Gegenpol zur Globalisierung. Sie haben viel gemeinsam mit den Aufgaben und Zielen des
Schwarzwaldvereins wie Heimatpflege, Wandern
und Naturschutz.
Hans-Martin Stübler
Genusswandern Schwäbische Alb
Höhlen, Quelltöpfe und Burgruinen. Von Peter
und Ute Freier, 144 Seiten, 120 Abb. ISBN 978-37654-4839-3, Bruckmann Verlag, €19,95
Der Genuss beginnt schon beim Durchblättern
dieses sehr schön gestalteten Buches. Wunderschöne Farbaufnahmen, verständliche Routenskizzen, tabellarisch zusammengefasste Informationen über alles, was einen erwartet. Man greift
eigentlich schon nach Rucksack
und Wanderstiefel, bevor man noch die
informativen Texte gelesen hat. Aber gemach,
die 40 attraktiven Wanderungen kann man eh
nicht auf einmal machen, und deshalb kann man
sich schon etwas zeit lassen vor der Tour zur Lektüre dieses gelungenen Wanderführers.
ks
Naturerbe Biospärengebiet Schwäbische Alb
Streifzüge durch eine außergewöhnlich Landschaft, von Günter Künkele. 176 Seiten, 205 Farbaufnahmen, ISBN 978-3-87407-790-3, SilberburgVerlag Tübingen, €22,90
Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurde
mit dem Prädikat UNESCO-Biosphärenreservat
ausgezeichnet. Warum, das wird einem spätestens bei der Lektüre dieses Buches bewusst. Der
Fotograf und Autor Günter Künkele hat mit meisterhaften Fotos all das Besondere und auch
Alltägliche festgehalten, was diese außergewöhnliche Landschaft ausmacht. Kenntnisreich
beschreibt er Flora und Fauna und die geologischen Phänomene dieser besonderen Landschaft
der mittleren Alb.
ks
Das Freiburger Bächlebuch
Spaziergänge zur Geschichte der Freiburger
Bächle und Runzen, von Joachim Scheck und
4/2008
Service
Schwarzwälder
Dorfgeschichten
von Stefanie Schnurr, 96 Seiten,
gebunden, mit Leseband, mit
Fotos der Autorin ISBN 978-37806-7251-3, Kaufmann Verlag
Lahr, €12,95
Stefanie Schnurr führt uns
mit ihren kleinen Geschichten
in ihre Heimat, den mittleren
Schwarzwald, und erzählt von den Menschen, die
dort leben und ihren Alltag meistern, mit gnitzem
Humor und gesundem Menschenverstand. ks
Archäologische Ausgrabungen in
Baden-Württemberg 2007
Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, dem Archäologischen Landesmuseum, dem Förderkreis Archäologie in Baden und der Gesellschaft für Vor- und
Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern, 2008. 272 Seiten mit zahlreichen, meist farbigen Fotos, Plänen und Zeichnungen. ISBN
978-3-8062-2176-3, Konrad Theiss Verlag, €21,90
Wenn das neue archäologische Jahrbuch im
Briefkasten steckt, merkt man, dass schon wieder
ein Jahr vergangen ist, und beim ersten Blättern
wundert man sich, was in jüngster Zeit von den
Forschern alles ausgegraben, gesichert, interpretiert wurde. Die „Archäologischen Ausgrabungen“ sind zunächst eine Dokumentation für die
Fachleute. Aber auch für interessierte Laien bietet das Jahrbuch immer wieder spannenden Lesestoff aus der Frühzeit unserer Geschichte, Archäologie vor unserer Haustür.
ks
Freizeitziele für Kinder im
Schwarzwald
von H. Hühn und S. Strüwing,
96 Seiten, ca. 80 Abb. GeraNova Bruckmann Verlagshaus
München, ISBN 978-3-76584207-8, €12,95
Wenn der Sohnemann lieber
ins Schwimmbad möchte, die
Tochter in den Streichelzoo und die Eltern gerne
einfach keinen Stress hätten, dann lohnt sich der
Griff zum Freizeitführer „Freizeitziele für Kinder
im Schwarzwald“ aus dem J. Berg Verlag. Die
Schwarzwaldkenner Holger Hühn und Sandra
Strüwing schnüren in diesem inspirierenden Reisebegleiter ein ganzes Bündel an Ausflugstipps
zum Entdecken, Staunen, Träumen und Austoben, für jedes Wetter und jedes Budget. Da gilt
es, Wasserspaß drinnen und draußen zu genießen, z. B. am Windgfällweiher oder im Aqua Fun
am Schluchsee. Spannende Einblicke in Museen
und Technik gibt es in der Dorotheenhütte Wolfach, im Bergwerk Schauinsland oder auf einer
Fahrt mit der Sauschwänzlebahn durchs Wutach-
4/2008
tal. Wie wäre es mit Kamelreiten auf dem Kamelhof Rotfelden? Einem Besuch bei Steinkauz
und Tropen-Kreischeule im Schwarzwaldzoo?
Oder einer rasanten Abfahrt mit einem Zauberwesen am Erlebnisberg Hasenhorn? Zu jedem
der über 50 Ziele zwischen der Hochrheinregion
im Süden und dem Albtal im Norden liefern die
Autoren praktische Informationen zu Preisen,
Öffnungszeiten, Verkehrsanbindung und jahreszeitlichen Attraktionen. Jetzt kann dem Nachwuchs jederzeit etwas geboten werden. Und die
gefürchtete Frage: „Mama, Papa, was machen wir
denn heute?“ – können Sie im Schwarzwald getrost beantworten.
Bl.
Radtouren Schwäbische Alb
Bd. 2
von Dieter Buck, 160 Seiten,
90 Farbabb. Und 25 Karten,
DRW-Verlag
Weinbrenner,
Karlsruhe, ISBN 978-3-87181022-0, €14,90
In 25 neuen und detailliert
beschriebenen Touren bietet
der Autor die Gelegenheit, die
Alb zu „erradeln“ und sie dabei in ihrer ganzen
Vielfalt kennen zu lernen. Die verschiedenen Ansprüche der Radfahrer werden dabei berücksichtigt: Gemütliche Fahrten auf asphaltierten Wegen
haben ebenso ihren Platz in dem neuen Radführer wie anspruchsvollere Strecken mit steileren
Anstiegen und rasanten Abfahrten, die mehr Kondition verlangen. Und auch Ausflüge mit dem
Rad, die Kindern viel Spaß machen, sind einbezogen. Ob die Touren durch liebliche Täler oder
über Hochflächen führen – immer wird auf die
Besonderheiten der jeweiligen Umgebung verwiesen, auf Orte mit herrlichen Ausblicken über
das Land, auf markante Sehenswürdigkeiten –
oder auf die Einmaligkeit der Landschaft, sei es
ein Moor, eine Wacholderheide, schöne faszinierende Albtäler oder auf raue Felsen. Genaue Streckenbeschreibungen lassen die Fahrten zu einem
Vergnügen werden; Detailkarten und Höhenprofile ermöglichen einen klaren Überblick. Hinweise auf Parkplätze und Einkehrmöglichkeiten,
aber auch auf Grillstellen erleichtern darüber
hinaus die Planung. Zudem sind reichlich Informationen und Tipps zu den sehenswerten Orten
oder auch zu den vielen Museen, die links und
rechts der Strecken liegen, zusammengestellt, zu
Höhlen und Burgen, die während der Tour zur
Besichtigung einladen, und auch zu Badeseen.
Bereits erschienen: Schwäbische Alb Band 1,
ISBN 978-3-87181-022-0, 14,90 €
Bl.
Wegkreuze im Oberen Wiesental
84 Orte der Begegnung und Erinnerungen, aufgespürt und zusammengestellt von Hildegard
Seger, 52 Seiten, zahlreiche Abbildung und eine
Übersichtskarte, herausgegeben vom Gemeindeverwaltungsverband Schöne, Talstraße 22,
79677 Schöne, wo die Broschüre für € 9,50 zu
beziehen ist.
Die Broschüre ist ein sehr schönes Beispiel
dafür, was Heimatpflege leisten kann: das
Auffinden und Dokumentieren von Kleindenkmalen, in diesem Fall von Wegkreuzen, Flurkreuzen, Gedenkkreuzen, und das Auskundschaften der Gründe, die einst zu deren
Errichtung beigetragen haben. Der Gemeindeverwaltungsverband Schönau hat diese einfühlsame Fleißarbeit von Hildegard Seger mit der
Drucklegung honoriert.
ks
Bildschöner Schwarzwald
von Klaus-Jürgen Vetter, 96
Seiten, ca. 170 Abb., Bruckmann Verlag München, ISBN
978-3-7654-4622-1, € 14,95
In diesem deutsch-englischen Reisebildband zeigt
K.-J. Vetter die wunderbare
Vielfalt des Schwarzwalds in farbstarken Fotografien. Da sind die großartigen Klosteranlagen
von St. Peter und St. Blasien, Deutschlands
höchste Wasserfälle in Triberg, das mondäne
Baden-Baden mit seinen Thermen und Kasinos, das berühmte Glottertal und die Quelle der
schönen, blauen Donau. Herrliche Wander- und
Radwege, Panoramastraßen über die Gipfel von
Feldberg, Belchen und Blauen, heilklimatische
Luftkurorte und die weltoffene Zähringerstadt
Freiburg mit ihren „Bächle“ und dem Münster
locken reiselustige zu jeder Jahreszeit in den
deutschen Südwesten. Ausführliche Bildlegenden, eine Übersichtskarte und hilfreiche Reisetipps machen Lust auf eine Fahrt durchs Ländle.
Bl.
Schlösser am Oberrhein
von S. Huth und M. Frust, 160
Seiten, 148 farbige Abb., fester
Einband,
Silberburg-Verlag
Tübingen, ISBN 978-3-87407793-4, € 19,90
Einen König hat Baden nie
gehabt, umso mehr konnten
Kardinäle und Barone, Ritter
und adlige Beamte ihrer BauLust frönen. So vielfältig wie ihre Erbauer sind
auch die Gesichter der Schlösser – vom Renaissancepalast des Kurfürsten über die Barockresidenzen der Markgrafen bis zur Stadtvilla der
katalanischen Diplomatenwitwe im spanischmaurischen Srtil. Das Autorenpaar Huth und
Frust präsentiert in diesem reich bebilderten
Ausflugsführer rund 30 herrschaftliche Bauten
zwischen Rhein und den Vorbergen von
Schwarzwald und Odenwald. Aktuelle, brillante
Luft- und Bodenaufnahmen des bekannten Fotografen Peter Sandbiller runden den Band zu
einem oberrheinischen Schlösser-Schmuckkästchen ab.
Bl.
Verzauberter Schwarzwald
Märchen, Sagen und Geschichten von Sigrid Früh, 272
Seiten, 43 histor. Zeichnungen
und Stiche, fester Einband,
Silberburg-Verlag
Tübingen,
ISBN 978-3-87407-797-2, €15,90
Die bekannte Märchenforscherin Sigrid Früh war im gesamten Schwarzwald unterwegs und hat nach alten, teils vergessenen, teils
bekannten Märchen und Sagen gesucht. Die
Geschichten, die sie für dieses Buch zusammengetragen hat, spielen in Karlsruhe, Freiburg, Freudenstadt, Baden-Baden, St. Blasien,
Hirsau und an vielen weiteren Orten.
Der Kohlenmunk-Peter samt Holländer-Michel und Glasmännlein kommen ebenso vor
wie die entschlossene Rösslewirtin von Calmbach, Marschall Turenne und Graf Eberhard der
Greiner. Dieses Buch ist eine Fundgrube für all
jene, die mit dem Schwarzwald verbunden sind
und sich gerne von alten Geschichten verzaubern lassen.
Bl.
43
Service
Magdalena Zeller, 96 Seiten, zahlreiche farbige
Abbildungen, Stadtplan, ISBN 978-3-923288-69-4,
Promo Verlag Freiburg, €9,90
Wenn Sie zur Hauptgeschäftsstelle in Freiburg
gehen und nicht auf den Weg schauen, kann es
passieren, dass Sie in einem der zahlreichen
Bächle am Gehwegrand nasse Füße bekommen.
Das ist auch schon hohen Politikern auf dem Weg
vom Münster ins Rathaus passiert. Die Geschichte
und Geschichten der Freiburger Bächle erzählen
die beiden ortskundigen Autoren und sie laden
ein zu vier Stadtspaziergängen, auf denen sie
Historisches, Kurioses und Lustiges rund um die
Freiburger Bächle berichten.
ks
Service
Service
Berthold Auerbach:
Schwarzwälder Dorfgeschichten.
Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen
von Rainer Moritz; 208 Seiten, fester Einband,
Silber-burg-Verlag Tübingen, ISBN 978-3-87407796-5, €16,90
Berthold Auerbach (1812-1882) zählte zu den
angesehensten und erfolgreichsten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Berühmt wurde er
durch eine „Schwarzwälder Dorfgeschichten“,
die 1843 erstmals erschienen sind und bis in die
1870er Jahre Erweiterungen erfuhren. Der Dichter aus Nordstetten bei Horb wandte sich an ein
breites Publikum. Auerbach ließ die unverwechselbaren Charaktere einer Dorfgemeinschaft lebendig werden und beschrieb ihr
Schicksal, ohne das soziale Umfeld seiner Zeit
zu vernachlässigen. Rainer Moritz macht einige
der schönsten Dorfgeschichten Auerbachs wieder zugänglich und lädt dazu ein, einen zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Erzähler wiederzuentdecken.
Bl.
Der Urweg
Heerweg von Nordeuropa nach Nordafrika. Von
Karen Buchholz, 340 Seiten, Triga Verlag.
Nun, ja, wenn ich mir als kundiger Wanderer
den günstigsten Weg von Norddeutschland nach
Nordafrika suche, werde ich Gebirge und Sümpfe
meiden, den großen Tälern folgen. Nichts anderes
taten unsere Altvorderen, sei es, um neues Wohngebiet zu finden, sei es, um andere Völker im Krieg
zu besiegen und zu unterjochen. So gesehen ist der
in dem Buch beschrieben „Urweg“ eine Binsenweisheit, die Frage ist nur, ob es nicht eher heißen
müsste von Süden nach Norden. Der Autor beschreibt nun die Existenz dieses durch Europa führenden Weges anhand zahlloser Literaturquellen,
Anekdoten und Geschichten. Sucht man im Detail
etwa den vor unserer Haustür verlaufenden Jakobsweg von Straßburg nach Süden, wird die Sache
etwas schwammig. Es folgt eine Aneinanderreihung
von Orten im Elsass, die nicht ganz schlüssig ist.
Der „Urweg“ hatte wohl zahlreiche Nebenwege.
Auf alle Fälle ist das Buch eine Fleißarbeit.
ks
Zeugen
der Vergangenheit
Burgen und Schlösser im Schwarzwald, an
Rhein, Neckar und Donau, von Kurt Klein. 136
Seiten, zahlreiche sw-Fotos und Skizzen, Ringbindung, ISBN 3-922 663-93-1, Schwarzwald
Verlag Offenburg, € 10,–
Es ist erstaunlich, wie es der Heimatforscher
und Autor Kurt Klein aus dem Kinzigtal versteht, aus der Fülle seines Wissens und Archivs
immer wieder neue Bücher zusammenzustellen, die Land und Leute, Kultur und Geschichte beschreiben. Das vorliegende Bändchen beschreibt 60 Burgruinen und Schlösser,
hauptsächlich in der westlichen Vorbergzone
des Schwarzwaldes und im Kinzigtal, bei einigen Streifzeugen aber auch im Südschwarzwald, an Neckar und Donau (Was ihn da wohl
hingetrieben hat?). Mit Bildern aus der Vergangenheit und Gegenwart werden die kurzen informativen Geschichten illustriert.
ks
Wanderheime des Schwarzwaldvereins
Wanderheim Dießlinhütte Belchen-Multen (1 040 m)
der Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Schönau. Familienfreundliche Hüttenatmosphäre,
Selbstverpflegung; am Ziel des Fernskiwanderweges. Ganzjährig in Betrieb.
Anmeldung bei: Frau Erika Pfefferle, Bühlweg 1, 79677 Aitern, Telefon 0 76 73/12 91
diesslin-huette@schwarzwaldverein-schoenau.de
>
Werben heißt informieren.
Wanderheim & Rasthaus
Stöcklewaldturm
Direkt am Mittelweg gelegen • Ganzjährig geöffnet,
Montag und Dienstag Ruhetag
• Gastraum mit 50 Plätzen und Biergarten
• Ein Familienzimmer mit max. 5 Betten und ein
Mehrbettzimmer mit 7 Betten • Neu: Dusche und WC
Anmeldg. bei Susanna Schomisch 0 77 22/41 67 • sschomisch@web.de
WANDERHEIM BRANDENKOPF
Auf einem der schönsten Aussichtsberge im mittleren Schwarzwald,
direkt am Westweg und Hansjakobweg II gelegen. Zimmer teilweise
mit Dusche/WC, 37 Betten, Gaststätte mit 160 Sitzplätzen, gute
Küche, Bewirtschaftung ganzjährig, Rucksacktransport für Westweg
und Hansjakobweg-Wanderer.
Anmeldung: Wanderheim Brandenkopf, 77784 Oberharmersbach,
Tel. 0 78 31/61 49, Fax 0 78 31/96 60 14, www.brandenkopf.net
Gaststätte Ruhetag: vom 1.11.–28.02. Montag und Dienstag,
vom 01.03.–31.10. Montag
An einem der schönsten Wanderwege (Kandel-Höhenweg)
im Schwarzwald liegt auf der Gemarkung Freiamt das gemütliche:
Wanderheim Kreuzmoos
Das Haus verfügt über 48 Übernachtungsmöglichkeiten (Zimmer & Lager)
Gastraum mit 60 Sitzplätzen
Großes Freigelände mit Biergarten
Anmeldung & Anfrage:
Gottfried Broßmer Schuttergasse 9 77955 Ettenheim Tel. 0 78 22/98 68
Wanderfreundliche Unterkünfte im Schwarzwald
Gasthof zur Burg
Familie Schmidt 79879 WutachEwattingen Tel. 07709-279
Fax 614 www.gasthof-burg.de
Liebe Wanderfreunde
Am Einstieg in die Wutachschlucht bietet unser
familiengeführter Gasthof
– 26 Zi. mit DU/WC/TV/Balkon
– gemütliche neue Gasträume
– ein reichhaltiges Speisenangebot
– Biergarten, Spielplatz, Kegelbahn
– Montag Ruhetag –
• Ferienregion Wutachschlucht
• Am Ostweg Pforzheim/Schaffhs.
• 18 gemütliche Gästezimmer
DU/WC/TV
• Rustikale Gaststube
• Wandern ohne Gepäck auf dem
Schluchtensteig
• Trockenraum mit Stiefeltrockner
• Wanderkartenverleih
Gasthaus
„Zum Kreuz“
Familie Handke
79780 Stühlingen-Weizen
Tel. 07744-92970 oder 335
www.gasthaus-kreuz.de
Schwarzwaldgasthof Thurnerwirtshaus
Tel. 0 76 69 / 2 10, 79274 St. Märgen mit Hallenbad und Sauna bietet
für Westwegwanderer durchgehend warme Küche. Montag Ruhetag
44
Gasthof Pension Scheffellinde
Fam. Wiggert und Hille
Wohl umpflanzt von Hag und Bäumen
zeigt mit ländlich schlichten Räumen
Achdorf sich als Ausruhnest.
Aus der dicht verzweigten Linde
rufen wir dem schmucken Kinde
Maria-Gutta spring mit dem Glas.
Joseph Viktor von Scheffel
Treffpunkt vieler Wanderfreunde
•
•
•
•
•
78176 Blumberg-Achdorf •
Telefon 0 77 02 / 94 72
•
Fax 0 77 02 / 52 96
•
Wildspezialitäten
Typische Gerichte aus der Region
Kuchen aus eigener Herstellung
Erlesene badische und
württembergische Weine
Schöne Gartenterrasse
Spielplatz
Gästezimmer
Montag Ruhetag
4/2008
Service
Service
Ferienwanderungen 2009
des Schwarzwaldvereins e.V.
Bad Gögging, Wandern und Erholung in und
mit der Natur Wanderregion: Niederbayern
30. August bis 6. September 2009
Bad Gögging bei Neustadt an der Donau liegt inmitten einer
Landschaft von besonderem Reiz, im Hopfenland Hallertau in
Niederbayern. Unsere 3- bis 4-stündigen Wanderungen führen
uns auf dem Scheitel der Dämme durch Wälder, Wiesen und
Hopfengärten, nach Eining (mit der Fähre über die Donau), nach
Hienheim zum römischen Wachturm, nach Kelheim zur Befreiungshalle (mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch), zum
Kloster Weltenburg, nach Abensberg zur Stadtführung und zur
Brauereibesichtigung beim Kuchelbauer, zum Fest der Hallertau
ins „Gillamoos“ und in den Niederbayerischen Vogelpark.
Schwierigkeitsgrad: leicht
Teilnehmerzahl: 15–20 Personen
Tagesstrecken: 12 bis 15 km bzw, 3–4 Stunden
Wandertempo: 3 – 4 km/h
Besondere Voraussetzungen: normale Kondition
Unterkunft: Hotel
Ort der Unterkunft: Bad Gögging bei Neustadt/Donau
Kosten pro Teilnehmer: € 353,–, EZ € 395,–
Leistungen: Halbpension, Eintrittsgeld, Fahrten vor Ort – eigene Anreise
Sonstige Leistungen: Schifffahrt Fähren
Anmeldeschluss: 25. Juli 2009
Anmeldung: Hildegard Vögele, Hildegard-Haussmann-Weg 2,
79249 Merzhausen, Telefon: 07 61/27 34 45, Mobil: 01 71/9 30 35 64,
E-Mail: Hildegard.Voegele@t-online.de
Trekking im Langtong- und Gosainkundagebiet
Wanderregion: Himalaya (Nepal)
28. März bis 18. April 2009
und 9. Oktober bis 30. Oktober 2009
Neben Kultur und einem kurzen Dschungelaufenthalt (Chitwan)
liegt der Hauptteil der Nepalreise bei einer Wanderung im Himalaya. Eine abwechslungsreiche Route durch dichte Wälder und
karge Hänge führt durch viele ursprüngliche Bergdörfer. Phantastische Aussichten und Wandererlebnisse bieten sich auf der gesamten Strecke.
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Teilnehmerzahl: mind. 5 bis max. 15 Personen
Tagesstrecken: 8–20 km, bzw. 3–8 Stunden
Wandertempo: 3–5 km/h
Unterkunft: Hotel
Sonstige Unterkünfte: Berghütten
Ort der Unterkunft: verschieden
Kosten pro Teilnehmer: im April €2150,–, im Oktober €2290,–
Leistungen: Flug, Halbpension, Bahn, Bus, Fahrten vor Ort, Eintrittsgeld
Sonstige Leistungen: Visum, Flughafengebühr, Stadtführung, Reiseleiter
Anmeldeschluss: 01. Juli 2009
Anmeldung: Irene Karki, Käsenbachstr. 11, 72076 Tübingen,
Telefon 0 70 71/85 54 48, E-Mail: Irene_schnell@gmx.de
4/2008
Vom Schwarzwald durch die Hohenzoller’schen Lande
nach Oberschwaben mit dem oberen Donautal
Wanderregion: Schwäbische Alb – Baden Württemberg
6. bis 12. Juni 2009
Diese Radtour startet mit der Bahn in Karlsruhe zum Ausgangsort Freudenstadt. Von hier über Dornstetten – Glatt – Haigerloch
– Hechingen – Burladingen – Heiligkreuztal – Zwiefalten –
Großes Lautertal – Riedlingen – Bad Buchau (Federsee-Museum)
– Saulgau – Sigmaringen – Donautal – Beuron – Donaueschingen. Rückfahrt nach Karlsruhe
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Teilnehmerzahl: max. 25 Personen
Tagesstrecken: zwischen 60 und 80 km
Besondere Voraussetzungen: sicheres Beherrschen des Fahrrads
Unterkunft: Hotel, Pension
Ort der Unterkunft: wechselnde Unterkünfte
Kosten pro Teilnehmer: €325,– bis €375,– je nach Hotelkategorie
Leistungen: ÜF, Eintrittsgelder, Bahn (Anfahrt ab Karlsruhe –
Rückfahrt ab Donaueschingen)
Sonstige Leistungen: Versicherungen
Anmeldeschluss: 1. April 2009
Anmeldung: Wilfried Süß, Lutherstr. 7, 76297 Stutensee,
Telefon: 0 72 49/60 97
Rhein, Wein, Burgen und mehr
Wanderregion: Rheinland
2. Mai bis 10. Mai 2009
Wandern auf dem Rheinsteig von Rüdesheim nach Bad-Honnef.
Der Rheinsteig bietet in dichter Reihenfolge Burgen, Schlösser,
Klöster sowie grandiose Aussichten und viel Natur. Wir wandern
durchs Welterbetal von Rüdesheim nach Koblenz und weitere
zwei Tage im Siebengebirge. Berühmte Orte wie die Loreley, Ehrenbreitstein, der Drachenfels, aber auch eine Burgbesichtigung
und ein Klettersteig sind im Programm. Die Übernachtungen sind
schlicht aber sehr reizvoll!
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Teilnehmerzahl: 12–18 Personen
Tagesstrecken: 16 bis 22 km bzw, 5–6,5 Stunden
Wandertempo: 4 km/h
Besondere Voraussetzungen: Ausdauer
Unterkunft: Hotel, Jugendherberge
Sonstige Unterkünfte 1 Überraschungsunterkunft
Ort der Unterkunft: wechselnde Unterkünfte
Kosten pro Teilnehmer: €318,–
Leistungen: ÜF, Bus, Eintrittsgeld, Bahn, Fahrten vor Ort
Anmeldeschluss: 15. März 2009
Anmeldung: Karl Heinrich Müller, Wasenweilerstr. 12, 79241 Ihringen
Telefon: 0 76 68/9 96 05 95, Fax: 0 76 68/9 96 05 96,
E-Mail: K.K.Mueller@t-online.de, www.wandermueller.de
45
Service
Service
Bildnachweis
H. Knoblauch 4–5
K. Scherfling 6–7,
24–26
P. Lutz 8–10,12–13
G. Schön 14–15,
16–17, 35
U. Odinius 18
Fa aufwind 18–19
H.–P. Stallhofer 22–23
R. Piroschinski 28
H.–M. Stübler 29
W. Stiefel 31
A. Szollmann
32–33
O. Dressel 34
M. Korak 37
S. Seyl 38
Titelbild:
Rücktitel
Vor wenigen Jahren brauste hier noch der Verkehr
auf der B 31 von Freiburg ins Dreisamtal. Heute ist
es ruhig geworden an dieser Baumgruppe bei Freiburg-Ebnet. Das Kreuz unter den fünf mächtigen
Linden erinnert an die Kapelle zur hl. Mutter Anna,
die früher hier stand. Foto: Karlheinz Scherfling
Die Landwassermühle in
Oberprechtal, die zum
Landwasserhof gehört.
Foto: Karlheinz Scherfling
Wandern und Urlaub im In- und Ausland
EUROPA
SCHWEIZ
DEUTSCHLAND
Genießen Sie Ihren Urlaub beim
La Gomera
8 Tg 20.02. – 27.02.09
€ 1080,– inkl. HP
Flug
Mallorca
8 Tg 01.03. – 08.03.09
8 Tg 22.03. – 29.03.09
€ 730,– inkl. HP
€ 750,– inkl. HP
Flug
Flug
8 Tg 12.03. – 19.03.09
€ 1080,– inkl. HP
Flug
Sardinien Süd 9 Tg 03.04. – 11.04.09
€ 840,– inkl. HP
Bus/
Schiff
Kreta
8 Tg 17.04. – 24.04.09
€ 955,– inkl. HP
Flug
Sizilien
8 Tg 26.04. – 03.05.09
€ 945,– inkl. HP
Flug
Sardinien Nord 9 Tg 06.05. – 14.05.09
€ 840,– inkl. HP
Bus/
Schiff
Madeira
Elba
7 Tg 25.05. – 31.05.09
€ 590,– inkl. HP
Bus
Provence
7 Tg 07.06. – 13.06.09
€ 595,– inkl. HP
Bus
Karwendel
und Achensee
6 Tg 05. 07. – 10.07.09
€ 445, - inkl. HP
Bus
Dolomiten
7 Tg 12.07. – 18.07.09
€ 540, – inkl. HP
Bus
Norwegen
12 Tg 15.08. – 26.08.09
€ 1379,– inkl. HP
Bus
Singenden Heidewirt
im 3*** Heidehotel Herrenbrücke
in der Lüneburger Heide, Müden an der Örtze
Unser Programm ist speziell abgestimmt auf Busreisen von 25 bis 120 Personen. Spezielle Gruppenpreise für Vereine schon ab 36,– Euro HP.
Im Programm sind enthalten: Tanzabend mit dem
singenden Heidewirt, Heideabend mit dem Schiffer-
klavier, 5-stündige geführte Heidetour, 2-stündige
Kutschfahrt durch die Heide, Kegelabend für Ihre
Gruppe. Über Ihre Anfrage würden wir uns freuen.
Lassen Sie sich ein unverbindliches Angebot zukommen: Tel. 0 50 53/98 26 90 Fax 0 50 53/14 18
www.herrenbruecke.de
Info Nachmittage mit Lichtbildervortrag im Hotel Dreikönige,
77709 Oberwolfach, 29.11. + 30.11.2008 Beginn 15.00 Uhr
EZ Zuschläge: Provence – Trentino – La Gomera – Sizilien je 125 € |
Elba – Mallorca je 115 € | Madeira – Kreta – Sardinien Nord je 130 € |
Sardinien Süd 120 € | Achensee - Dolomiten je 80 €
Alle Flugreisen starten ab Stuttgart – bei Spätbuchern, d.h. wenn unsere reservierten
Plätze ausgebucht sind, kann u.U. ein Aufpreis anfallen.
Erwin Schmider
Grubacker 5 77761 Schiltach Tel. 0 78 36/95 59 44 Fax 95 79 44
Mobil 01 71/2 38 69 16 erwin@wander-touren.de www.wander-touren.de
www.swvstore.de
FRANKREICH
Redaktionsschluss
Redaktionsschluss für das Heft I/2009 ist der 1. Januar 2009.
Bitte schicken Sie uns Ihre Manuskripte per E-Mail an:
redaktion.schwarzwald@schwarzwaldverein.de oder auf Diskette
an die Redaktion. Bilder mit Bildunterschriften gehen bitte an:
swv-bilder@werbeagentur-aufwind.com.
46
4/2008
Service
Service
Impressum ISSN 0944-4505
Herausgeber: Schwarzwaldverein e.V., Schloßbergring 15
79098 Freiburg i. Br., Telefon 07 61/3 80 53-0,
Telefax 07 61 / 3 80 53-20
versehen Sie jedes Bild mit einer Bildunterschrift und
ordnen Sie es eindeutig einem Artikel zu. Bilder, die nicht zugeordnet werden können, können leider nicht verwendet werden.
Bankverbindung: SPK Freiburg, BLZ 680 501 01,
Kt.-Nr. 201 49 46
Für unverlangt eingesandte Beiträge, Bilder, Besprechungsexemplare usw. wird keine Haftung übernommen. Rücksendung
erfolgt nur bei Rückporto. Die Redaktion behält sich deren redaktionelle Bearbeitung und Abdruck vor.
Redaktion: Karlheinz Scherfling, 79111 Freiburg i. Br.,
Brunnstubenstr. 23, Telefon 07 61/4 36 61,
redaktion.schwarzwald@schwarzwaldverein.de
Die Texte sind per E-Mail, auf Diskette oder CD mit vollständiger
Anschrift des Autors an die Redaktion zu schicken, ebenso
Papierbilder und Dias. Redaktionsschluss: 1.1., 16.3., 1.7., 1.10.
Elektronische Bilder sind mit Bildtexten und Hinweis auf den Artikel
direkt zu schicken an swv-bilder@werbeagentur-aufwind.com. Bitte
Anzeigenleitung: Schwarzwaldverein e.V., Angela Blüm,
Schloßbergring 15, 79098 Freiburg i. Br., Telefon 07 61/3 80 53-0,
Telefax 07 61 / 3 80 53-20.
Bitte senden Sie Anzeigenunterlagen an obige Adresse.
Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 24 vom 1.1.2007. Preisliste auf
Anfrage. Anzeigenschluss: 1.1., 15.3., 1.7., 1.10.
Herstellung und Vertrieb: Druckhaus Kaufmann GmbH & Co. KG,
Raiffeisenstraße 29, 77933 Lahr/Schw., Telefon 0 78 21/94 50,
Fax 0 78 21 / 94 51 68, ISDN 0 78 21/98 23 25
E-Mail: kuepper@druckhaus-kaufmann.de
Gestaltung und Reproduktion: werbeagentur aufwind GmbH,
Kapellenstraße 43, 79353 Bahlingen, Telefon 0 76 63/91 49 74-0,
Fax 0 76 63/91 49 74-50, E-Mail:
swv-bilder@werbeagentur-aufwind.com
Erscheint vierteljährlich im Februar/Mai/August/ November. Für Mitglieder ist der Bezugspreis durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.
Das Jahresabonnement kostet € 8,20 zuzüglich Versandkosten.
Bestellungen nimmt der Verlag entgegen. Abo-Kündigungen
können nur zum jeweiligen Jahresende vorgenommen werden.
Verschiedenes
www.eichwaldduo.de.tl
spielt vom Volkslied bis zum Hit
Akkordeon, Gitarre, Keyboard, Gesang
Telefon 07660 451
Anzeigenschluss für Heft I/2009
ist der 1. Januar 2009.
Der Schwarzwaldverein freut sich auf Ihren Besuch an seinem Stand.
4/2008
47
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
86
Dateigröße
3 687 KB
Tags
1/--Seiten
melden