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KN vom 15.11.05 - Johanna Pareigis

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18
Dienstag, 15. November 2005
Nr. 267
Familienseite
Chaosmanagement Familie
„Ich manage erfolgreich ein kleines Familienunternehmen“, sagt
die junge Frau selbstbewusst in der Werbung und meint damit
ihren Einsatz als Mutter und allem, was dazu gehört. „Das ist
ein Hauptberuf, nichts was man nebenbei abhakt“, sagt auch die
promovierte Biologin Johann Pareigis, Mutter von drei Kindern –
Laura (7), Viktor (6), Jorin (3). Nach einer geplanten Auszeit
als Familienmanagerin engagiert sich die 41-Jährige jetzt auch
in einem anderen Bereich der Familienbildung. In verschiedenen
Bildungsstätten gibt sie Kurse, die Naturwissenschaft für
Kinder und Erwachsene erlebbar machen. Dabei bringt sie ihre
Erfahrung als Mutter und Biologin mit ein.
Von Petra Krause
Es gibt eine Frage, die Johanna Pareigis in Bezug auf die
Mutterrolle, richtig hasst.
„Was macht ihre Frau? Arbeit
sie oder ist sie nur bei den
Kindern?“ Darin drückt sich
die Minderwertigkeit der Tätigkeit aus. Dabei ist „Kindererziehung Chaosmanagement“, sagt Pareigis. Frauen
mit Kindern sind Koch, Arzt,
Krankenpfleger, Psychologe,
Pädagoge,
Naturwissenschaftler, Putzfrau, Gärtner,
Hausmeister, Bildungsreferent in einem und auch Entertainer – „denn das Ganze
soll noch Spaß machen“. Dazu alles „mit der Gelassenheit
einen
achtarmigen
Buddhas“ bewerkstelligen.
Diese Aufgaben waren ihr
wohl bewusst, als sie sich
nach der Doktorarbeit für
drei Kinder und die damit
verbundene
Arbeit
entschied. „Drei ist ’ne Superzahl – vier wäre auch noch
überschaubar, fünf aber zu
viel.“
Um immer gut vorbereitet
zu sein, hat sie alles dem Entwicklungsstand der Kinder
entsprechend gelesen oder
auch zum Beispiel ein Buch
über Zeitmanagement in der
Familie. Dennoch mangelte
es an Kinderzeit. Die Entscheidung, eine Putzhilfe
einzustellen, verstieß zwar
gegen ihre ideologischen
Prinzipien, ihren Dreck von
anderen wegmachen zu lassen, aber ihr Vater stellte die
richtige Frage: „Was willst
Du lieber? Putzen oder dich
um deine Kinder kümmern?
Gleichzeitig brachten die
üblichen Treffen mit anderen
ANREGUNGEN FÜR
Kind&Co
Petra Krause
0431-9032927
E-Mail: pkr.red@kieler-nachrichten.de
Kind&Co erscheint alle zwei
Wochen dienstags
Müttern nicht den erhofften
Anstoß. Die Lust, Erlebnisnachmittage mit Lerneffekt
zu inszenieren, wollte sie wecken. Ins Aquarium gehen
und hinterher Fisch braten –
eben „Fisch im Auge, Fisch
an den Händen“. Doch es
funktionierte nicht, der Aufwand war zu groß. Sie dachte
nach und besann sich ihres
Forschungsansatzes.
Ihre Generation ist die, die
„Gorillas im Dschungel beobachten wollte“. Sie wollte
immer vor Augen haben, woran sie forscht. „Der Reiz in
der Forschung besteht für
mich darin, „schwierige
Sachverhalte einfach darzustellen“. Und diese Fähigkeiten muss man vor allem in der
Bildungsarbeit mit Kindern
besitzen. So waren ihre eigenen Drei die besten „Probanden“. Das Buch „Weltwissen
für Siebenjährige“, in dem
die Autorin Donata Elschenbroich zusammengetragen hat, was Kinder bis zum
Alter von sieben Jahren können oder erlebt haben sollten
oder erlernt haben könnten,
wurde zur Grundlage ihrer
Wissenvermittlung.
Denn
Kinder im Alter von vier bis
sieben Jahren könnten neue
Dinge so gut aufnehmen wie
später nie mehr in ihrem Leben. Ihr extrem leistungsfähiges Gehirn sei ein Spezialist für das Lernen. Aus dem
Buch ist zum Beispiel ein Eltern-Kind-Kursus entstanden, in dem sie „Weltwissen“
umsetzt: Den Wald erleben,
ein chinesisches Schriftzeichen schreiben, zwei Zaubertricks können, warme Milch
direkt aus der Kuh trinken,
eine Nachtwanderung machen, für sich und andere kochen,
einmal
berühmt
sein, . . . Als Vergangenheitsforscher schlüpft Johanna
Pareigis zum Beispiel in
Großmutters
Unterhose.
„Bildung
muss
nicht
schrecklich ernst sein. Ich
mache mich auch gerne mal
zum Kasper.“ Manches ist so
simpel und dennoch macht es
keiner mehr. Was hat Mathe
mit Busfahren zu tun? Bei Jo-
Johanna Pareigis hat in ihrer Familie mit
Laura, Viktor, Ehemann Stephan und Jorin das ausgetestet und gelernt, was sie
in ihren Kursen weitergibt.
Foto pkr
hanna Pareigis viel. „Ich habe eine Abfahrt- und eine
Ankunftszeit, also kann man
berechnen wie lange der Bus
braucht.“
Am liebsten gibt sie solche
Kurse, bei denen Eltern und
Kinder gemeinsam ihre Umwelt erforschen. Dabei hat
sie beobachtet, dass „das Interesse der Eltern mindestens genauso groß ist wie das
der Kinder. Der Spaß der El-
tern ist der beste Nährboden,
auf dem der Forschergeist
der Kinder wachsen kann.“
Und sie hofft, dass die Eltern
diese Begeisterung mit in
den Familienalltag tragen.
Doch manchmal fragt sie
sich auch: „Was nützt ein
Konzept, von dem man überzeugt ist, das aber nicht
läuft?“ Zumal es eine „Tendenz zur Instantbildung“ a
la Drei-Minuten-Terrine –
drei Stunden mal ein bisschen was lernen – gebe. Und
sich dazu noch verbindlich
anmelden, „ist total unmodern“. Dass sie mit ihren
Kursen nicht die erreicht, die
es wirklich brauchen, ist ihr
bewusst. Darum setzt sie
auch auf die Fortbildung von
Pädagogen. „So komme ich
vielleicht indirekt an die
Kinder, die es wirklich brauchen.“
E xpe rime nte ll: Die Fortbe we gung de r Tintenfische
Rückwärts wie eine Rakete
und schwimmt in die entgegengesetzte Richtung in kleiWas haben Weltraumraketen nerer Geschwindigkeit davon.
und Tintenfische gemeinsam? Das Prinzip dieser FortbeweSie bewegen sich rückwärts. gung nennt man RückstoßDie Erbauer der Raketen ha- prinzip. Tintenfische, also
ben sich das Prinzip von den Kraken (Oktopus), Kalmare
Tintenfischen
abgeschaut. und Sepien, sind keine Fische.
Tintenfische haben eine große Sie gehören zu den Schnecken
Körperhöhle, die man Mantel- und Muscheln. Kalmare könhöhle nennt. Der Tintenfisch nen bis zu drei Meter pro Sesaugt seine Körperhöhle prall kunde (11 km/h) schnell
schwimvoll Wasser (1)
men. Wenn
und
versich Tintenschließt
die
fische beEinström-Öffdroht fühnung. Der Tinlen, können
tenfisch sieht Graphik: Alexandra Dittmann
sie zusätznun aus wie
ein dick aufgeblasener Luft- lich zum Wasser noch dunkle
ballon. Jetzt öffnet das Tier ei- Tinte ausstoßen. Diese „vernene andere Öffnung, die einem belt“ dem Verfolger die Sicht
dicken, kurzen Trichter äh- und lähmt ihm manchmal sonelt. Sie wird Sipho genannt. gar den Geruchssinn. Die FlosMit hoher Geschwindigkeit sen, der Sepien und Kalmare,
wird nun das aufgenommene dienen als Auftrieb und zum
Wasser durch den Sipho wie Halten ihres Gleichgewichtes.
durch eine Düse nach außen Sie können wie ein Röckchen
gepresst (2). Der Tintenfisch aussehen und werden Flossen„schubst“ sich im Wasser ab saum genannt. Kraken können
Von Johanna Pareigis
auch auf ihren Armen, manchmal sogar auf nur zweien gehen.
Für kleine Wissenschaftler
zum Experimentieren
Mini-Tintenfisch
Du kannst das Rückstoßprinzip sehr schön mit einem
aufgeblasenen
Luftballon
nachmachen. Du braucht: einen großen unaufgeblasenen
Luftballon,
einen
lange
Schnur (Paketband), ein Stück
eines dicken Strohhalms und
Tesafilm. Bitte lies die Erklärung erst, wenn Du selbst beobachtet und überlegt hast,
was warum geschieht.
Blase einen großen Luftballon prall auf. Knote ihn nicht
zu. Nun lässt Du ihn los. Was
geschieht? Wie fliegt der Ballon? Warum fliegt er genau so?
Erklärung: Die Luft tritt mit
hoher Geschwindigkeit aus
dem Ballon aus. Auch er
„schubst“ sich an der umgebenden Luft ab. Da die Öffnung nicht fest die Richtung
Praxis für
Ergotherapie + Logopädie
Entwicklungsförderung
Rehabilitation
Pferdemarkt 8 · 24340 Eckernförde
Tel. (0 43 51) 47 64 84 · Fax (0 43 51) 47 64 83
Foto hfr
bestimmt wie beim Tintenfisch, fliegt der Ballon wild
umher.
Fädle ein Stück eines dicken
Strohhalms auf eine Schnur
auf und klebe dies mit Tesafilm auf der seitlichen Mitte
eines unaufgeblasenen Ballons fest. Spanne die Schnur
mit Ballon quer durch das
Zimmer. Nun blase den Ballon
auf und lasse in los. Wie fliegt
der Ballon im Gegensatz zu
vorher? Warum? Was hat das
mit einem Tintenfisch zu tun?
Erklärung: Die Richtung, in
die der Ballon fliegt wird
durch die Schnur bestimmt.
Der Tintenfisch kann seine
Schwimmrichtung durch die
Stellung des Sipho fast beliebig einstellen.
Ergotherapie
Lernförderung
Mario
Buda
S I - Therapeut
www.paar-und-erziehungshilfe-kiel.de
Kontakt: Dr. Johanna Pareigis,
Tel. 0431/65 80 880 oder Johanna.Pareigis@gmx.de.
Ihre
nächsten Kurse: die Mathematik-Forschungsstation ab 12.
Januar, die Tier-Forschungsstation ab 9. Februar, die Vergangenheits-Forschungsstation
20.
März,
Pflanzen-Forschungsstation ab 18. Mai im
Haus der Familie, Anmeldung
für die Kurse unter der Rufnummer 0431/24 89 03.
LINDENHOF e. V.
Freude am Leben und Lernen
Hauptstr. 21, 24214 Neuwittenbek
(15 Minuten zur Innenstadt Kiel)
Legasthenietherapie
Dyskalkulietherapie
Englischförderung
für Legastheniker
Termine und Information
Telefon (0 43 46) 41 25 53
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Seele and Geist
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