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Ein circa 300 Euro teures Gerät, was ähnlich aussieht wie ein

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Ein circa 300 Euro teures Gerät, was ähnlich aussieht wie ein Schlägerkoffer verhinderte
einen wunderbaren Tag für Tim Langkammer.
Zum ersten Mal in seiner noch jungen Tischtennislaufbahn stand der 14 Jährige Tim in einem
Westdeutschen-Endranglistenturnier. Die besten zehn Schüler sollten an diesem Sonntag
ihren Sieger ausspielen, sowie sich bei entsprechenden Resultaten zum
Bundesranglistenturnier weiter qualifizieren. Nach einer guten Vorbereitung fieberte der
Spitzenspieler unserer dritten Herren schon seit einiger Zeit diesem Tag entgegen, wo er sich
berechtigte Hoffnungen auf einen Mittelfeldplatz (Platz 6 oder 7) machte.
Zunächst wurde hier in zwei fünfer Gruppen gespielt, woraus die jeweils besten vier Spieler
die Chance bekamen überkreuz noch gegen die andere Gruppe um die Plätze 1-8 zu spielen.
Um einen der ersten vier Plätze zu belegen war gleich das erste Spiel für Tim ein
entscheidendes. Ausgerechnet der Tisch an dem Tim seinen Gegner Frederik Duda
(Bergneustadt) empfang, wurde zur Schlägerkontrolle ausgelost. Hierfür müssen die Spieler
ihre Schläger in eine Box (ähnliches Format wie ein Schlägerkoffer) legen, die das Material
auf Lösungsmittel untersucht, um ein mögliches Frischkleben zu verhindern. Bei grünem
Licht ist alles in Ordnung, bei rot darf man nur noch mit einem Ersatzschläger weiterspielen,
der allerdings ebenfalls geprüft wird. Wie es halt so ist, zeigte das Gerät bei einem Jungen der
in seinem Leben noch nie frisch geklebt hat rot an, woraus er natürlich aus allen Wolken fiel,
da er ja schließlich nichts falsch gemacht hat. Damit ging es zunächst nur noch mit dem
Ersatzschläger weiter. Obwohl dieser grün zeigte, lagen die Nerven, die bei so einer wichtigen
Rangliste ohnehin schon angespannt sind, gänzlich brach. So lief auch diese Begegnung trotz
gewonnen ersten Satz komplett an Tim vorbei. Nach dieser 1:3 Auftaktniederlage durfte er
zunächst wieder seinen richtigen Schläger nehmen, aber nur solange bis wieder sein Tisch zur
Kontrolle ausgelost wird (für mich eine absolute Farce), was heisst, dass bis zum einspielen
nie gewiss ist, mit welchem Schläger endgültig gespielt werden darf. Gegen einen der
Mitfavoriten Andreas Thönissen war nicht viel zu holen, da dürfte es auch keine Ausrede
geben. Durch diese zweite Niederlage stieg der Druck aber natürlich weiter und gegen Florian
Demberg musste ein Sieg her, wenn nicht bereits nach drei Spielen ein weiterkommen
unmöglich sein sollte. In den ersten beiden Sätzen hatte Tim, der vor gut vier Jahren beim TV
Lohmar mit dem Tischtennis begann, gute Chancen Diese auch zu gewinnen, doch an diesem
Tag sollte nichts klappen (ein Tag an dem man vielleicht besser im Bett geblieben wäre).
Auch hier hieß das Endergebnis 0:3, wie auch in der letzten Partie gegen Abwehrspieler
Anton Adler. Ein natürlich momentan völlig indiskutablen neunter Platz stand am Ende als
Ergebnis auf der Urkunde, doch spätestens in ein paar Tagen sollte selbst dieser Platz noch
ein gutes Resultat für jemand sein, der vor zwei Jahren nicht einmal ansatzweise mit der
WTTV-Spitze mithalten konnte (und von einem seiner ehemaligen Betreuer H.F. auch das
Urteil kam, dass er es nie schaffen würde) und nun gehört er selber dazu. Immerhin brachte
der Einzug in die Endrunde Tim einen Platz im WTTV-Vorkader, wo er nun wenigstens im
Blickfeld der Verbandstrainer angekommen ist. Jugend-Verbandstrainer Stephan SchulteKellinghaus verteidigte auch gleich Tim’s schlechtes abschneiden. „Es ist einfach
unglaublich, dass einem jungen Spieler, wie in diesem Falle Tim, der nichts anderes gemacht
hat wie wahrscheinlich ¾ aller Teilnehmer, nämlich eine Woche vor der Endrangliste neue
Beläge aufs Holz zu kleben, die Chance genommen wird einen deutlich besseren Platz zu
belegen, nur weil die Hersteller der Beläge diese nicht Ordnungsgemäß liefern“, so SchulteKellinghaus, der so etwas nicht zum ersten mal miterleben durfte. Allerdings muss man
sagen, dass diese Begründung rein hypothetisch ist, da an einem schlechten Tag (was jedem
schon mal passiert ist) auf diesem Niveau immer ein solches Ergebnis herausspringen kann
und nicht alles eine Schlägerkontrolle Schuld sein darf. Einen guten Spieler wirft so etwas
aber nicht zurück, wichtig ist nur das Dieser aus solchen Tagen auch die richtigen Lehren zu
ziehen weis, um in Zukunft solche Erfahrungen zu meistern.
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Seele and Geist
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