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(gl). So fesselnd kann nur ein Zeitzeuge wie Arnold Vaatz MdB über

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Von JOHANNES BITTER Gütersloh (gl). So fesselnd kann nur ein Zeitzeuge wie Arnold Vaatz MdB über den Mauerfall vor 20 Jahren berichten und den Weg dorthin schildern. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU‐Bundestagsfraktion aus dem Wahlkreis Dresden/Meißen II bewertet die deutsche Wiedervereinigung ohne Abstriche: „Die blühenden Landschaften haben wir uns weniger blühend vorgestellt als sie gekommen sind. Fragen Sie einmal, wie es den Menschen in Polen und Russland geht.“ Vaatz stieß im voll besetzten Kleinen Saal der Stadthalle auf ein aufmerksames Publikum, als er an die Demonstrationen in Dresden vor dem 40. Jahrestages der DDR am 7. Oktober 1989 erinnerte. Wäre es in Dresden zu einem Blutbad gekommen, hätte es den 9. Oktober 1989 in Leipzig, der als der wahre Durchbruch gelte, nicht gegeben, zeigte sich das frühere Mitglied des „Neuen Forums“ überzeugt. Auf Einladung der Konrad‐Adenauer‐Stiftung stellte er das Verdienst Helmut Kohls heraus, international Vertrauen stabilisiert zu haben gegenüber nationalen Egoismen. Er habe wie der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer auf die Integration der Freunde gesetzt und nicht wie einst Reichskanzler Otto von Bismarck auf die Desintegration seiner Feinde. Dass SPD‐Bundeskanzler Willy Brandt mit dem Osten geredet habe, sei seinerzeit richtig gewesen, urteilte der CDU‐Politiker. Gespräche der jeweiligen Spitzen in beiden Systemen seien gefolgt. Doch Kohl habe für wirtschaftliche Unterstützung Gegenleistungen der DDR verlangt. Auf diese Weise hätten immer mehr Menschen aus der DDR bei Familienfeiern und ost‐west‐
gemischten Hochzeiten im Westen gesehen, dass dort „alltägliche Dinge wie selbstverständlich geregelt werden, an die sie nicht zu denken wagten“. Vaatz: „Das war der Grund zur flächendeckenden Resignation. Keiner glaubte mehr, dass der Sozialismus noch einmal anspringt.“ Was die ersten Absetzbewegungen über Ungarn und die deutsche Botschaft in Prag anging, meinte der in Thüringen geborene Diplom‐Mathematiker: „Die Leute ließen ihr Lebenswerk zurück, als sie nach Ungarn reisten. Sie fragten nicht nach Rentenpunkten im Westen. Sie konnten den Entzug von Freiheit nicht mehr ertragen.“ Zum Gedenktag „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ appellierte Landrat Sven‐Georg Adenauer als Enkel des ersten Bundeskanzlers, „der Jugend klarzumachen, welcher Schatz unser Grundgesetz ist“. Seinem Großvater sei nach dem Zweiten Weltkrieg die Wiedereingliederung Deutschlands in die Staatengemeinschaft gelungen. Er habe dabei auf die Westbindung gesetzt, sonst wäre die Bundesrepublik ein sowjetischer Satellit geworden, blickte der Landrat zurück. Der Enkel zitierte Konrad Adenauer. „Ein halbes Deutschland ganz ist besser als ein ganzes Deutschland halb.“ Die CDU‐
Landtagsabgeordnete Ursula Doppmeier nannte als Moderatorin die Gründung der Bundesrepublik „den Beginn einer neuen Zeitrechnung auf unserem Kontinent“. Bildtext CDU‐Politiker diskutierten „60 Jahre Bundesrepublik“ und „20 Jahre Mauerfall“ (von links): Arnold Vaatz MdB, Ursula Doppmeier MdL und Landrat Sven‐Georg Adenauer. Bild: Bitter Zeitzeuge des Zusammenbruchs der DDR: CDU‐Bundestagsabgeordneter Arnold Vaatz (Dresden/Meißen). Bild: Bitter 
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Seele and Geist
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