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Gift im Boden – Behörde soll Siedlung in Bramfeld überprüfen

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Der Kapitän patzt Neuer verliert mit Deutschland. Jetzt gegen Irland unter Druck Seite 19
MONTAG, 13. OKTOBER 2014 / NR. 238 / 42. WOCHE / 66. JAHRGANG / 1,40 EURO
UNABHÄNGIG, ÜBERPARTEILICH
Neue Initiative
zur Stärkung
der Wissenschaft
R E I HE RSTI EG I N W I L HEL M S B U RG
Eine ganz
besondere
Beziehung
Hamburger Prominente
wollen den Forschungsstandort
wieder nach vorn bringen
:: Ein prominentes Trio
will die Hochschulpolitik zu einem zentralen Wahlkampfthema machen: Der
frühere Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD), Ex-Finanzsenator Wolfgang Peiner und der ehemalige Stadtentwicklungssenator Willfried Maier
(Grüne) haben beschlossen, eine neue
Initiative zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Hamburg zu starten.
Im April versuchten die drei Altpolitiker bereits, die Stadt mit ihrem Appell
„In Sorge um Hamburg“ aufzurütteln.
Jetzt haben sie nachgelegt.
Das Trio befürchtet, dass Hamburg
im nationalen und internationalen Vergleich den Anschluss verlieren könnte.
Jetzt will es seine Kontakte nutzen und
gezielt Hamburger ansprechen, von denen man glaubt, „dass sie ein wichtiges
Wort zu sagen haben“ zu der Frage, warum Hamburg im Konzert anderer Wissenschaftsmetropolen zurückgefallen
ist – und wie sich dieses ändern lässt.
Dohnanyi, Peiner und Maier betonen,
dass es nicht um Kritik am aktuellen Senat oder seinen Vorgängern gehe. Während Uni-Präsident Dieter Lenzen ablehnend reagierte – er fürchtet, der
Standort werde schlechtgeredet –, hält
Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt die Analyse zumindest in Teilen
für richtig. Ihr eigenes Konzept geht
den drei ehemaligen Politikern allerdings nicht weit genug.
H A MB UR G
Viele Geschäfte geben auf
HA MBUR G ::
Es galt als zweites
Schanzenviertel, jetzt müssen viele Einzelhändler und Kneipen schließen. „Es
ist kein positives Signal, wenn Ladenbetreiber und Gastronomen im Reiherstieg aufgeben“, so Bezirksamtsleiter
Andy Grote. Von einer negativen Entwicklung könne aber keine Rede sein.
>> >> Seite 9 Ladensterben im Szeneviertel
KATJA SUD I N G
FDP regt Berufsparlament an
Hamburg und China pflegen
eine lange und enge Verbindung.
Das zeigte sich wieder am
Wochenende beim Hamburg
Summit mit 600 hochrangigen
Gästen in der Handelskammer.
Bei der Tagung ging es auch
um chinesische Investitionen
in norddeutsche
Windenergieprojekte.
Der Ministerpräsident der Volksrepublik China, Li Keqiang (l.), überreicht Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz (M.) im
Beisein der Senatoren Dorothee Stapelfeldt und Frank Horch im Rathaus das Modell einer Dschunke als Geschenk Foto: dpa
>> Seite 2 Kommentar, Seite 24 Berichte
HA MBUR G ::
FDP-Fraktionschefin
Katja Suding regt an, die Bürgerschaft
zum Berufsparlament zu machen. Abgeordnete seien überlastet. „Es gibt Argumente dafür uns dagegen.“
>> >> Seite 11 Das Interview
Foto: Fabricius
BESUC H BE I M PA PST
Die Vatikan-Botschafterin
Gift im Boden – Behörde soll
Siedlung in Bramfeld überprüfen
R OM ::
Die ehemalige Forschungsministerin Annette Schavan ist seit einigen Wochen deutsche Botschafterin
beim Heiligen Stuhl. Jetzt spricht die
CDU-Politikerin erstmals ausführlich
über ihre neue Rolle. Und sagt zu ihrer
Doktorarbeit, dass sie niemanden getäuscht habe.
>> >> Seite 5 Der Papst hat großes Charisma
HUBE RTUS M EYE R-BU RCK HA R DT
Der Kosmos des Medienprofis
>> >> Seite 2 Leitartikel Seite 8 Bericht
Wohngebiet Hegholt, Kindertagesstätte Sonnenblume und Kleingärten könnten mit Dioxin belastet sein
Zeichnung: Martens
EDGAR S. H A S S E
MENSCHLICH
GESEHEN
Wieder im Rennen
::
Als der Große Preis von Deutschland auf dem Bahrenfelder Hippodrom
entschieden war, holte Hamburgs Traber-Präsident Peter Heitmann, 65, erst
einmal tief Luft: wegen des aufregenden
Finales, wegen des insgesamt geglückten Grand-Prix-Meetings, aber auch
wegen der Arbeit in den kommenden
Wochen. Nach dem Ausstieg des Investors ist der Rennbetrieb am Volkspark
nur noch bis zum Jahresende gesichert.
Ein kampferprobter Dickschädel
wie Heitmann jedoch, der einer uralten
Pferdedynastie entspringt, hat langen
Atem. Die Rennbahn am Laufen zu halten wird zum Härtetest. Die Familie
lebt seit drei Generationen vom Geschäft mit Pferden und Rennen. Walter
Heitmann erwarb 1949 das Gestüt Buchenhof in Delingsdorf. Sein Sohn Peter
managt heute den Betrieb mit mehr als
70 Trabern. Ehefrau Sabine kümmert
sich ums Kaufmännische. Die Kinder
haben umgesattelt: Christine wirkt als
Geschäftsführerin des Restaurants
Glantz und Gloria; Sohn Max arbeitet
als Industriekaufmann im Hafen.
Senior Peter Heitmann machte sich
auch als Sportler einen Namen. 15.688mal saß der Profi bisher im Sulky. 4236
Siege stehen zu Buche, darunter die unvergessenen Derbytriumphe mit Ada
und Grimaldi. Ein Bandscheibenvorfall
zwang ihn jüngst zu einer Pause. Am
Freitag spannte er mit Pelicano Quick
erstmals wieder ein Pferd an. Aufgeben
zählt nicht für einen Norddeutschen
von echtem Schrot und Korn. ( jmo)
>> >> Seite 21 Halali am Volkspark
DÄNEMARK 15,00 DKR / C 3390 A
10042
4 190339 001406
Redaktion 040-347 22261
HAMBUR G ::
Teile Bramfelds könnten stärker mit gefährlichen Schadstoffen im Boden belastet sein als bisher
vermutet. Die Bezirksversammlung
Wandsbek hat die Umweltbehörde jetzt
einstimmig aufgefordert, weitere Untersuchungen vorzunehmen.
Vor allem die Wohnsiedlung Hegholt und die Kindertagesstätte Sonnenblume im Süden könnten mit Dioxinen
im Erdreich kontaminiert sein. „Unterlagen zeigen, dass weit größere Flächen
betroffen sind. Deshalb brauchen wir
tiefere und breitere Untersuchungen
von Boden und Grundwasser als bisher“, sagte Oliver Schweim, Grünen-Ab-
geordneter in der Bezirksversammlung
Wandsbek, dem Abendblatt. „Wir müssen die gesundheitliche Gefährdung für
die Bevölkerung komplett ausschließen.“ Allein in der „Bewegungs“-Kita
Sonnenblume werden etwa 90 Kinder
betreut. Dioxin kann langfristig Krebs
auslösen sowie das Nerven- und Immunsystem schädigen.
Konkret geht es um die Straßen
Barmwisch, Haldesdorfer Straße und
Hegholt. Dort sollen weitere Wohnungen entstehen. Bereits vor drei Jahren
waren im Boden von Kleingartenvereinen unerwartet hohe Bleigehalte festgestellt worden. Ein Gutachten der Umweltbehörde hatte ergeben, dass auf
dem Gelände einer ehemaligen Gärtne-
rei mit Asche aus einer Müllverbrennungsanlage gedüngt wurde. Daraufhin
durften Kleingärtner Obst und Gemüse
nur noch auf Hochbeeten anbauen.
Nun geht die Bezirksversammlung
Wandsbek auf Antrag der Grünen-Fraktion noch einen Schritt weiter. „Wir befürchten, dass Dioxine im Boden sind“,
sagte Schweim. Die giftigen Substanzen
entstehen, wenn sich bei der Müllverbrennung Stoffe mit Chlorverbindungen befinden. Und genau das, warnen
Experten, dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit während des Betriebs
der Müllverbrennungsanlage Alter
Teichweg in den Jahren 1910 bis 1939
passiert sein. Ins Visier neuer Bodenanalysen kommt auch das Gelände des
Deutsche Olympia-Bewerberstadt
soll erst 2015 gekürt werden
::
Die Entscheidung zwischen den möglichen
deutschen Olympia-Bewerbern soll erst
im kommenden Jahr fallen. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), kündigte
in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an, sich vor der Entscheidung des
Internationalen Olympischen Komitees über Reformen und Bürgervoten in
Berlin und Hamburg nicht auf eine BeFRANKFU RT A M M A I N
Bebauungsplans 67 zwischen der Osterbek im Süden und der Haldesdorfer
Straße im Norden mit drei Kleingartenvereinen. Außerdem soll die Fläche eines ehemaligen Bombentrichters an
der Straße Barmwisch auf chemische
Altlasten untersucht werden. Dort befindet sich ein Parkplatz.
Im Hamburger Stadtgebiet sind
viele Grundstücke mit Altlasten kontaminiert. Mehr als 1600 Flächen gelten
als „altlastenverdächtig“, etwa 560 als
nachweislich belastet. Dazu zählen die
Grundstücke der ehemaligen Wäscherei Wulff (Jarrestraße) und das Gelände
der alten Lackfabrik in Wandsbek.
>> >> Seite 9 Fortsetzung
USA sehen Fortschritte
im Kampf gegen Terrormiliz IS
::
Im Kampf gegen
die Terrormiliz Islamischer Staat (IS)
um die nordsyrische Grenzstadt Kobane zeigt sich die US-Regierung erstmals
vorsichtig optimistisch.
„Tatsächlich gibt es da einige Fortschritte“, sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. Die USA würden weiterhin „alles tun, was mit Luftangriffen
möglich ist“, um die Dschihadisten aus
der Grenzstadt zur Türkei zurückzu-
werberstadt für die Spiele 2024 festlegen zu wollen.
Grund sind offenbar Zweifel am
Rückhalt in der Bevölkerung. Es soll unbedingt vermieden werden, dass eine
Bewerbung wie die Münchens um die
Winterspiele 2022 an einem Bürgerentscheid scheitert. Bisher war vorgesehen, dass der DOSB auf seiner Mitgliederversammlung am 6. Dezember in
Dresden den Kandidaten kürt. (leo)
WA S HING TON
drängen. Der Kampf gegen den IS werde aber lange dauern.
Die erbitterten Gefechte zwischen
Kurden und Dschihadisten dauerten
aber an. In Deutschland demonstrierten auch am Wochenende Tausende
Kurden für mehr internationale Unterstützung ihrer Heimatregion und gegen
den Terror des IS.
>> >> Seite 3 Ankara spielt Islamisten in die Karten
HA MBUR G ::
Hubertus MeyerBurckhardt ist NDR-Talkmaster, Produzent, Grimme-Preisträger und Autor.
Das Abendblatt hat den Medienprofi in
Hamburg begleitet.
>> >> Seite 6 Die Welt des HMB Foto: Hernandez
UKE-KI N D E R KLI N I K
Die Ärztin, die sich traut
HA MBUR G ::
Sie ist die neue Chefin
der Kinderklinik des UKE. Das Abendblatt sprach mit Professorin Ania C.
Muntau über weibliche Führungskräfte, mehr Geld für die Forschung und
den Klinikneubau. Sie will eine Klinik
schaffen, die Dinge wagt, die andere
Krankenhäuser sich nicht zutrauen.
>> >> Seite 17 „Dr. House“ in Eppendorf
LE BE N SM I TTE L
Zucker und Pommes billiger
HA MBUR G :: Der Discounter Aldi ist
vorgeprescht, andere Anbieter zogen
nach: Mehrere Lebensmittelketten haben die Preise für Pommes frites um
teilweise bis zu 16, für Zucker sogar um
bis zu 20 Prozent gesenkt. Erst in der
vergangenen Woche war Käse bei Aldi
billiger geworden.
>> >> Seite 23 Discounter senken Preise stark
W E TTE R
Eine leicht verdauliche Studie
Sonne auf Sparkurs
Wenn der Regen abzieht,
folgen Schauer und einzelne
Gewitter. Es herrschen milde
Temperaturen bei 19 Grad.
Deutschland wird endlich wieder Europameister – allerdings erst 2020. Dann sind wir die Dicksten
HANS WA CK E R
:: Zunächst war es nur ein Bauchgefühl. Doch nun haben Rostocker Forscher nachgewiesen: Die Deutschen
werden immer dicker. Neuen Prognosen zufolge werden sie im Jahr 2020 auf
Platz eins der EU-Fettleibigkeitstabelle
liegen. Damit gewinnt Deutschland
endlich wieder eine Europameisterschaft, während der jetzige Spitzenreiter Spanien sein Fett wegkriegt.
Das umfangreiche deutsche Wachstum hat nicht nur mit Lieblingsessen
wie Currywurst und Pommes oder
Schnitzel und Pommes oder Mayo und
Pommes zu tun. Beileibe nicht. Es
Anzeigen 040-35 10 11
reicht nämlich schon, sich mit korpulenten Menschen gemeinsam an einen
Tisch zu setzen.
In einer leicht verdaulichen Studie
hat Mitsuru Shimizu von der Cornell
University im US-Bundesstaat New
York nachgewiesen, dass sich allein die
Anwesenheit einer übergewichtigen
Person auf die Essenswahl auswirkt.
Stand eine schlanke Frau als Erste in
der Schlange an den Trögen der Mensa,
griffen die Studenten hinter ihr eher
zum Salat.
Trat dieselbe Frau jedoch mit einem sogenannten Fettanzug um 23 Kilo
schwerer zum Essenfassen an, wählten
die nachfolgenden Probanden lieber
Dickmacher, selbst wenn die aufgeblähte Dürre in der ersten Reihe lediglich
Rohkost im Nanobereich übersichtlich
auf ihrem Teller drapierte.
Klares Signal: Bis die Dicke dünn
ist, ist die Dünne bereits tot. In der Versuchsreihe war ein Muster ohne Wert:
Seit Erfindung der Kochkunst
essen die Menschen
doppelt so viel,
wie die Natur verlangt.
Benjamin Franklin
Abo-Service: 040-33 39 40 11
Querstreifen machen dick, aber nicht
einer hat Querstreifen gegessen.
Ob über die Essgewohnheiten aus
Menschen zunehmend dicke Freunde
werden, wurde nicht erwähnt. Das Ergebnis ist in dieser Hinsicht als recht
mager zu bezeichnen. Immerhin wird
deutlich, warum Deutschland in Europa wieder mehr Gewicht bekommt. Immer mehr Dicke verleiten immer mehr
Dünne zum Reinhauen. Dadurch verdünnisieren sich die Dünnen natürlich.
Ärzte warnen vorm dicken Ende: „Dick
ist doof. Es verkürzt das Leben – oder
wir müssen flächendeckend Fett absaugen.“ Dann allerdings ist der Meistertitel im europäischen Fettbewerb futsch.
Das ausführliche Wetter auf
>> >> Seite 25
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