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Du darfst so sein, wie du bist! - Seelenlicht

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Du darfst so sein, wie du bist!
Liebes Seelenlicht
„Jahrelang war ich neurotisch. Ich war ängstlich und depressiv und selbstsüchtig. Und
jeder sagte mir immer wieder, ich sollte mich ändern. Und jeder sagte mir immer wieder,
wie neurotisch ich sei.
Und sie waren mir zuwider, und ich pflichtete ihnen doch bei, und ich wollte mich ändern,
aber ich brachte es nicht fertig, sosehr ich mich auch bemühte.
Was mich am meisten schmerzte, war, dass mein bester Freund mir auch immer wieder
sagte, wie neurotisch ich sei. Auch er wiederholte immer wieder, ich sollte mich ändern.
Und auch ihm pflichtete ich bei, aber zuwider wurde er mir nicht, das brachte ich nicht
fertig. Ich fühlte mich so machtlos und gefangen.
Dann sagte er mir eines Tages:
„Ändere dich nicht. Bleib, wie du bist. Es ist wirklich nicht wichtig, ob du dich
änderst oder nicht. Ich liebe dich so, wie du bist. So ist es nun einmal.“
Diese Worte klangen wie Musik in meinen Ohren:
„Ändere dich nicht, ändere dich nicht... ich liebe dich.“
Und ich entspannte mich, und ich wurde lebendig, und Wunder über Wunder, ich änderte
mich!
Jetzt weiß ich, dass ich mich nicht wirklich ändern konnte, bis ich jemanden fand, der
mich liebte, ob ich mich nun änderte oder nicht. Liebst du mich auf diese Weise, Gott?“
(Anthony de Mello - aus ‚Warum der Vogel singt‘)
Wochenbrief - Manuel Garcia - www.seelenlicht.ch
Bin nicht gut genug
Kommt dir das vielleicht auch bekannt vor? Du hast das Gefühl irgendwie solltest du was an
dir ändern, irgendeine Charaktereigenschaft ist wohl ‚fehl‘ am Platz. Oder ein Mitmensch von
uns deutet daraufhin, was wir an uns doch zu ändern hätten.
Mit einem Gefühl von „so wie ich bin, bin ich nicht liebenswert genug“ trotten wir dann
durch den Alltag, innerlich angespannt und niedergedrückt.
Doch das war nicht immer so. Nein, ganz und gar nicht. Das Leben selbst kennt keine
Fehler, keine Irrtümer. Es ist die absolute Vollkommenheit. Denn ein jeder von uns erblickt
vollkommen und makellos in seiner eigenen Schönheit diese unsere Welt. Ist doch jeder
Mensch, ja jede Seele auf Erden einzigartig und die reine Liebe selbst (ob das die Menschen
selbst wissen, ist eine andere Frage).
Ein Kleinkind weiss dies noch und lebt ganz authentisch in seinem einzigartigen göttlichen
Ausdruck dessen was es ist. Es kümmert sich noch nicht darum, was die Welt von ihm denkt
– was ‚gut‘ und was ‚falsch‘ ist, was sich gehört und was nicht. Es IST einfach und lebt sein
wahres und echtes Selbst.
Doch alsbald schon wird es gemassregelt. Es wird ihm gesagt, was es heisst ‚richtig‘ zu sein,
was die Gesellschaft als gut und rechtens ansieht, welches Verhalten doch normal und
welches ganz und gar nicht der Norm entspricht. Und wenn das Kind danach fragt, warum es
denn sich auf eine so gewünschte Art zu benehmen hätte, wird ihm kurz und knapp oft nur
dies gesagt: „Man macht es halt so und basta!“
So lernen wir schon sehr früh, dass gewisse Charaktereigenschaften an uns abgelehnt und
nicht gerne gesehen wurden und werden. Da wir aber dazumal noch sehr klein und hilflos
waren und der Liebe anderer bedurften, fingen wir an, unser wahres Wesen immer mehr zu
verleugnen um uns der Gesellschaft anzupassen.
Die unliebsamen Anteile in uns
Ein Kleinkind urteilt also (noch) nicht in GUT und BÖSE, in gut und schlecht. Fühlt es zum
Beispiel Trauer oder gar Angst in sich, so nimmt es einfach und natürlich diese Energie in
sich wahr. Instinktiv drückt es diese Emotionen aber auch aus, was den erwachsenen
Menschen zuweilen nicht immer gefällt. „Schrei nicht rum, sei nicht traurig!“, sowie, „Du
brauchst keine Angst zu haben!“, hört man nicht selten einem Kind sagen.
Das Kind jedoch schaut uns Erwachsene in der Hoffnung an, dass wir es verstehen und es
so annehmen können wie es gerade nun mal in jenem Moment ist und fühlt. In seiner Angst
bekommt es aber oft zu hören, dass es diese nicht braucht – und ehrlichgesagt auch nicht
gerne gesehen wird. So lernt es schon früh, Angst (und vieles andere mehr) als schlecht zu
betiteln und beginnt – wie die Erwachsenen auch – diese zu unterdrücken und immer dann
‚wegzumachen‘ wenn sie wieder auftaucht.
Angst ist dabei nur die Spitze des Eisbergs, was von unserer Gesellschaft nicht allzu gerne
gesehen und gefühlt werden will. Wut, Eifersucht, Schuld- und Schamgefühle, Trauer und
Kummer, Minderwertigkeits- sowie Kleinheitsgefühle gehören ebenfalls dazu. Auch
unbeliebte Eigenschaften wie Sturheit, Verklemmtheit, Unehrlichkeit, Faulheit und viele
andere mehr machen den riesenhaften Eisberg aus (die Liste ist immer noch sehr klein…).
Da ist das Kind in der Schule, welches sehr verträumt an die Decke schaut und vom Lehrer
schimpfend zu Gehör bekommt, dass es sich gefälligst wie alle anderen auch zu
konzentrieren hätte!
Oder im Sportunterricht wird es ausgelacht, weil es nicht die Geschicklichkeit aufweist, wie
jene andere, die spielend leicht Hürden überwinden und auf Stangen klettern.
Wochenbrief - Manuel Garcia - www.seelenlicht.ch
Im ersten Fall denkt das Kind dann vielleicht: „Ich darf nicht mehr verträumt sein. Ich muss
mich konzentrieren, muss mich ändern… dann mag mich der Herr Lehrer wieder und ich
bin okay und liebenswert.“ Es versucht sodann seine Verträumtheit (schlecht) auf Kosten
der geforderten Konzentration (gut) auszumerzen. „Hauptsache ich mach es richtig und
man liebt mich dann.“
Und im zweiten Fall könnte das Kind auf den Gedanken kommen, dass seine Art Sport zu
treiben falsch ist. Aus Angst nur noch mehr verspottet zu werden, verschliesst es sich dann
der körperlichen Bewegung auf ein notwendiges Minimum. Später wird besagter Mensch
dann als unsportlich kritisiert und….ja, dies ist dann auch wieder falsch.
Um sich jedoch was Gutes zu tun, möchte diese Person vielleicht doch gerne dem
natürlichen und gesunden Trieb der körperlichen Bewegung nachkommen, doch alles was
es hört (von sich und seinen Mitmenschen) ist: „Ja wenn du einmal damit beginnst, dann
(erst) lieben wir dich, dann bist du okay so. Schliesslich ist das doch normal und
angesehen in unserer Welt!“
Sowohl besagte Kinder im Fall eins wie auch zwei – und ganz viele andere auch –
vernehmen unterschwellig immer dieselbe Message ihrer Mitmenschen:
„Wenn du dich änderst, bist du okay, bist du liebenswert. Dann mögen wir dich.“
„Das, was du verdammst, wird dich verdammen,
und das, was du verurteilst, wirst du eines Tages werden.
aus ‚Gespräche mit Gott‘
Umarme das ‚Schlechte‘ in dir
Wie aber würde sich besagtes Kind wohl fühlen, hätte man ihm stattdessen gesagt: „Hey es
ist okay wenn du so verträumt bist, ich liebe dich trotzdem.“ Oder: „Macht nichts wenn
du nicht so geschickt bist wie wir. Du bist auf deine ganz spezielle Art sehr besonders
und wir lieben dich so wie du bist!“
Es würde ausatmen, sich entspannen und denken: „Wow ich DARF so sein! Ich muss mich
nicht ändern um gemocht, ja geliebt zu werden.“ Es würde nicht mehr mit seiner
Verträumtheit ringen, oder mit seiner Unsportlichkeit. Und ein Mensch, der sich
angenommen fühlt, in allen Eigenschaften die ihn ausmachen - gute wie schlechte - ist ein
glücklicher Mensch.
Heute als Erwachsener ist es unsere Aufgabe selbst, dem verletzen Kind in uns beizustehen
und ihm zu sagen – „Du darfst so sein, wie du bist!“.
Was glaubst du fühlt sich besser an? Wenn du wütend bist und es nicht zulassen kannst
(weil Wut nicht ‚gut‘ ist), oder wenn du dich mit deiner Wut annehmen kannst?
In jenem Augenblick hast du zwei Möglichkeiten. Du verurteilst dich entweder selbst und
sagst dir, dass es sich nicht gehört Wut zu empfinden und unterdrückst dieses Gefühl in dir.
Die andere Wahl die wir haben, ist jene des Annehmens und Lieben von was sich gerade
zeigt. Denn du könntest dem ‚schlechten‘ Gefühl auch mit folgenden Worten begegnen:
„Ich liebe mich mit diesem Gefühl (oder ich bin bereit dazu). Ich heisse es willkommen (es
darf da sein). Es braucht nicht wegzugehen oder sich zu verändern. Es ist ein Teil von
mir und ich nehme es jetzt an.“
Welche Wahl gedenkst du zu treffen? Und bei welcher fühlst du ein Entspannen statt ein
Verkrampfen? Prüfe es selbst einmal achtsam nach.
Wochenbrief - Manuel Garcia - www.seelenlicht.ch
Ich liebe mich, so wie ich bin!
Selbstliebe wird je länger je mehr immer wichtiger. Es ist ein Weg... ja es ist gar DER Weg
zur Zufriedenheit und Glück schlechthin. Denn wenn du dich nicht lieben kannst, dir nicht mit
Respekt und Achtung begegnest, wie kannst du das von deinen Mitmenschen erwarten?
Sich immer wieder (ehrlich und aufrichtig) zu sagen: „Ich liebe mich“, und diese Liebe im
Herzen auch zu fühlen, ist ein ganz guter Anfang hierfür. Doch wirst du schnell einmal
merken (und jene die dies schon tun, kennen das), dass sich zwischen deinem Wort Liebe
und dem Gefühl davon auch noch etwas Drittes sich einzumischen versucht. Es ist jener Teil
den wir in uns als den Kritiker kennen.
Wenn du also damit beginnst, dir zu sagen, „Ich liebe mich“, dann wird dir wohl eine lange
Liste von ‚kritischen‘ Punkten auftauchen. Punkte, welche du an dir überhaupt nicht magst,
die du an dir für „nicht liebenswert“ hältst.
„Ich würde mich ja lieben, wenn ich nicht so ein Dickkopf wäre, wenn ich nicht so
eifersüchtig wäre, wenn ich nicht so mürrisch wäre, nicht so dick wäre, wenn ich nicht so
unsportlich wäre, nicht so faul wäre…und so weiter.“
Wir finden all jene unerwünschten Anteile in uns, die nicht gerne gesehen sind – weder von
uns noch von anderen. Doch diese möchten auch da sein, möchten unsere Liebe und
Annahme ebenfalls spüren.
Ignoriere sie daher nicht! Vielmehr umarme sie und beginne dich so anzunehmen wie du bist
– mit all deinen Teilen in dir (den geliebten und weniger geliebten).
„Je mehr schlechte Gedanken und Gefühle du bei dir auszurotten versuchst,
desto zahlreicher werden sie vorhanden sein.“
Thaddeus Golas
Ich liebe mich dafür, dass…
Wenn du magst, kannst du hierfür eine kleine, aber wirksame Übung machen. Nehme dir ein
Blatt Papier und einen Bleistift zur Hand, gehe in dich hinein und sprich immer wieder die
Worte „ich liebe mich!“.
Schreibe dann ehrlich all die Punkte auf, warum du dich noch nicht lieben kannst (der Kritiker
in dir wird es dir sagen). Sicherlich hast du eine lange Auflistung, die dir vielleicht noch gar
nicht bewusst war. Schreibe es also auf – und kehre es dann um.
„Ich bin Dickköpfig und ich liebe mich dabei. Ich bin faul und ich liebe mich dabei usw.“.
Ich spreche hier also von der Bereitschaft, all diese „fiesen“ Teile von dir zu akzeptieren,
welche du dir bis jetzt nicht zu lieben erlaubt hast.
Bei manchen Punkten wird es dir einfacher, bei anderen schwieriger ergehen. Auch das ist in
Ordnung!
„Ich liebe mich dafür, dass ich mich für meine Ungeduld noch nicht lieben kann. Ich bin
BEREIT mich dafür zu lieben, dass ich oft so wütend bin. Ich liebe mich dafür, dass ich
den Widerstand in mir fühle, mich so anzunehmen.“
Mit dieser Übung wirst du dann immer mehr merken, dass nichts, aber auch gar nichts mit dir
„verkehrt“ ist. Nur deine Gedanken sind es. Sie sind das einzige, was jemals an dir nicht
gestimmt hat (wenn wir ihnen dann Glauben schenken).
Wochenbrief - Manuel Garcia - www.seelenlicht.ch
Probiere es aber selbst aus und fühle, wie immer weniger du mit dir dabei ins Gericht gehst,
du dich in deiner Art mehr und mehr entspannen kannst (ja deine Zellen danken dir dafür)
und dich mit dir und all deinen Teilen versöhnen kannst.
Du brauchst dich nicht zu ändern! Du bist so in Ordnung wie du bist. Die Wahrheit ist: Eine
(von DIR!) erwünschte Änderung kann dann folgen, wenn du dich in deinem momentanen
So-Sein annehmen und lieben kannst.
Ich wünsche dir dabei viel Freude und noch mehr Gelassenheit. Alles ist gut, denn du kannst
nichts anderes sein als du schon bist: reine und unschuldige LIEBE.
Manuel V. Garcia
Gerne darf der Wochenbrief auch weitergeleitet werden.
Wochenbrief - Manuel Garcia - www.seelenlicht.ch
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