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Baustahl wie einen Teppich ausrollen

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Baustahl wie einen Teppich ausrollen
Häussler Planung in Kempten spart mit seinem System "Bamtec" Material und Zeit
Kempten (bb).
„Es kommt auf die Bauherren an": Davon ist
Franz Häussler (34), Geschäftsführer der
Häussler Planung GmbH Kempten, überzeugt.
Wer bei einem Projekt Material und somit
Kosten sparen will, müsse dies dem Architekten
rechtzeitig deutlich machen. Ansonsten würde
konventionell gebaut und das könne eben teurer
sein als mit innovativen Konzepten und
Produkten.
wieder ausgerollt wird. So haben zum Beispiel
mit dieser Methode beim Bau der Justizvollzugsanstalt Kempten im Jahr 2000 zwei Mann
sechs Tonnen in 42 Minuten verarbeitet. Das sei
nach einer Berechnung von Häussler bei
herkömmlicher Verlegung des Baustahls sonst
die Arbeit von 70 Mann in gleicher Zeit.
Wie berichtet, hatte die Häussler Planung
Ende '."ergangenen Jahres den mit 10000 Euro
dotiertnen "Deutschen Material-Effizienzpreis
200S" für sein System Bamtec erhalten. Hinter
diesem Kunstwort steckt das Wortungetüm
Bewehrungsabbundmaschinentechnologie.
Darunter zu verstehen ist Folgendes: Bei
Bauvorhaben gilt es oft, größere Flächen mit
Beton zu konstruieren. Damit der Beton hält,
wird Baustahl als Traggerüst eingebaut, etwa bei
Fundamenten, Treppen, Hallendecken oder
Brücken. Das Problem dabei: Stahl ist teuer und
die einzelnen Teile auf der Baustelle stabil
miteinander zu verbinden kostet Zeit. Mit
Bamtec ist nun sowohl eine Reduzierung des
Materials möglich, als auch eine Verkürzung der Verlegezeit.
.
Lizenzsystem in 17 Ländern ,
Hunderte von Stahlstäben
Anstatt wie bisher die einzelnen Stahlstäbe
auf der Baustelle zurecht zu schneiden, anzuordnen und miteinander zu verbinden, rechnet
ein Computer-System vorher genau aus, wie
lang und wie dick die einzelnen Stahlstäbe sein
müssen. In speziellen Maschinen, die die Firma
Hundegger in Hawangen (Unterallgäu) herstellt,
werden nun Hunderte von Stäben miteinander
verbunden und wie ein Teppich aufgerollt. Auf
der Baustelle geht das Verlegen dann ruck-zuck,
wenn der Stahl
In, der Begründung zur Verleihung des
Deutschen Material-Effizienzpreises hieß es,
mit Bamtec sei eine Materialersparnis bis zu 40
Prozent möglich. Die Reduzierung der Verlegezeit liege gar zwischen 80 und 90 Prozent.
Auch die Qualität sei besser als bei herkömmlicher Bewehrung. Diesen Umstand machte sich
in den vergangenen Jahren zum Beispiel der
Bosch-Konzern beim Neubau des Werkes im
Oberallgäuer Seifen zu Nutze oder das Allgäuer
Brauhaus 2005 bei der Erweiterung seiner neuen
Produktionsanlage in Leuterschach (Ostallgäu).
Stahlnetz von der Rolle: Das System Bamtec der
Häussler Planung wurde vergangenes Jahr zum
Beispiel bei der Erweiterung des Klinikums
Kempten angewendet.
Archiv-Foto: Häussler Planung
Erfunden hat Bamtec 1994 Wilhelm Häussler
(65), der Vater von Franz Häussler, und Norbert
Nieder. Heute läuft Bamtec als Lizenzsystem
mit 27 Maschinen in 17 Ländern weltweit. Eine
Weiterentwicklung von Bamtec ist die Beeplate
Hohlkörperdecke. Dabei kommt auf den
Baustahl
eine
Art
überdimensionaler
Plastikkübel, um die der Beton später fließt.
Durch die entstehenden Hohlräume werden
Decken leichter, ohne dabei an Stabilität zu
verlieren. Aktuell wird ein Facharztzentrum in
Bamberg mit 8000 Quadratmetern Deckenfläche
mit der Beeplate realisiert.
"Innovative Produkte sind für ein Land ohne
Ressourcen überlebenswichtig" , sagt Franz
Häussler. Deshalb ärgert er sich, dass Bamtec
zum größten Teil im Ausland Anwendung
findet. In Deutschland stehe oft die Bürokratie
und
eingefahrene,
konservative
Vorgehensweisen im Wege.
Die Häussler Planungs GmbH wurde 1968 in
Kempten
gegründet.
Geschäftsführende
Gesellschafter sind Franz Häussler und seine
Schwester Cornelia Häussler. Vater Wilhelm
Häusler ist Gesellschafter. Die Anzahl der
Mitarbeiter beträgt 11.
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Bildung
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