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Die beliebtesten Vornamen in Deutschland seit 1960 1 - Lesezelt

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Die beliebtesten Vornamen in Deutschland seit 1960
„Die gute Basler Welt zeigte sich gegen mich ganz unverändert ...
namentlich Sally Vischer ... mit ihren Kindern Manfred, Eleonora,
Sigismund: wir haben über die schönen Namen gelacht!“
Friedrich Nietzsche, Sils-Maria: Brief vom 30. August 1887
an Franz Overbeck
1 Vorbemerkungen
In Vornamen – wie vielleicht in Namen überhaupt, Personennamen jedenfalls – verkörpern sich mehr als in anderen Sprachzeichen Erfahrungen und Erlebnisse, Gefühle und
Nebenbedeutungen. Vornamen schließen soziale Momente ein, sie „leben“ sozusagen, wie
gesagt worden ist; mithin sind sie in die gesellschaftliche und geschichtliche Entwicklung
eingebettet und zeugen von deren Wandel. Dies bringt es mit sich, daß sie selbst dem
Wandel unterworfen sind, daß die Vornamengebung ein Prozeß ist, der Zeiteinflüssen
und Zeitströmungen unterliegt, weshalb Vornamen denn auch veralten und sich erneuern,
neu aufkommen, als zeitgemäß und „schön“ oder auch als veraltet, als kurios, sympathisch oder abstoßend erscheinen.
All dies ist keine neue Erkenntnis, mag aber als allgemeiner Hinweis zu einem Beitrag
über die beliebtesten Vornamen seit den sechziger Jahren in Erinnerung gerufen werden.
Angefügt sei eine – schon öfter zitierte – Aussage aus dem Jahr 1825:
„Alles in der lieben veränderlichen Welt ist dem allgewaltigen Zepter der Mode unterworfen. Diese
selbst aber scheint wieder der Herrschaft eines sogenannten Zeitgeistes [...] unterthänig seyn zu
müssen. Auch bei den Namen, welche die lieben Menschenkinder [...] tragen, ist diese Herrschaft
der Mode nicht zu verkennen.“
Johann Christian Dolz, Die Mode in den Taufnamen, mit Angaben der Wortbedeutung dieser Namen,
Leipzig 1825; zitiert nach: Seibicke, 1991, S. 99; vgl. Koß, 1990, S. 78.
Daß es unter den Vorname moderne und „modische“ gebe und daß man von „Modenamen“ sprechen könne, wird auch heute nicht bestritten – wobei natürlich auch hier gilt,
daß man über Geschmacksfragen schlecht streiten kann, d. h., daß das subjektive Empfinden weit auseinander geht und darüber, ob ein bestimmter Vorname ein „Modename“ sei,
kaum Einvernehmen zu erzielen ist.
Übrigens war Dolz seinerzeit aufgefallen, daß Vornamen wie Christian, Gottfried,
Christiane, Christine, Friederike oder Sophie von den „modischeren“ Namen wie Emil, Gustav, Aurelie, Emma, Mathilde oder Nathalie abgelöst wurden. Und gegenwärtig, mehr als
150 Jahre später, sind Christian und Christiane, auch Sophie und Nathalie geläufig und beliebt (gewiß in unterschiedlichem Ausmaß), auch Emma wird wieder vergeben, doch von
„modische(re)n“ Vornamen wie Emil, Gustav und Mathilde kann heutzutage sicherlich keine Rede sein ... An diesem einen Beispiel zeigt sich, wie diffizil und widersprüchlich die
Entwicklung bei Vornamen sein kann.
2
Beliebte Vornamen sind häufige Vornamen. Oft vergebene Namen erlauben Rückschlüsse
auf Tendenzen und Moden. So ist es möglich, Angaben zur Häufigkeit von Vornamen zusammenzustellen, um daraus deren Verbreitung sowie deren Aufstieg und Abstieg nachzuzeichnen und vielleicht auch die Gründe für diesen Wandel – wenigstens in groben Zügen – zu erläutern.
Solide quantitative Angaben über die Vornamenverteilung in Deutschland liegen seit
rund vierzig Jahren vor, so daß für die Gegenwart und die jüngste Vergangenheit eine
recht verläßliche Basis für eine Beschreibung des Vornamenschatzes existiert. Vorlieben
und Abneigungen, Strömungen und Entwicklungen – Moden, wenn man so will – werden
sichtbar, und wer einmal auf Vornamen geachtet hat, wird die in den Tabellen zum Vorschein kommenden Vornamen in ihrem Auf und Nieder, ihrem Auftauchen und Verschwinden ohne weiteres wiedererkennen.
Die ermittelten Vornamen werden in Tabellenform zusammengestellt. Was die DDR
betrifft, so gehen die Angaben auf die Erhebungen von Bernd Kleinteich – Vornamen in der
DDR 1960–1990 (Berlin 1992) – zurück. Kleinteich konnte die Vornamen von etwas mehr
als 400.000 Neugeborenen aus 100 Kreisgebieten der DDR erfassen – ca. 7 % der gesamten
Vornamen dieses Zeitraums –, wobei er immer nur den Ruf- bzw. Erstnamen der Kinder
notierte. Darum kann hier von einer statistischen Auswertung im strikteren Sinne keine
Rede sein – dennoch sollte das Material ausgewertet werden; es ist aufschlußreich – und
es ist derzeit nichts Besseres verfügbar.
Anschließend werden die Vornamen der neuen Bundesländer 1991–2000 nach den Angaben von Lutz Jacob und Wilfried Seibicke (jeweils in der Zeitschrift Der Sprachdienst
veröffentlicht) tabellarisch dargestellt. Auch hier gelten in der Tendenz gleiche Einschränkungen wie für Kleinteichs Zahlen – Jacob und Seibicke stützen sich auf die Listen bestimmter Standesämter, und sie erfassen nicht nur die Erstnamen –, doch gleichfalls entsteht ein realistisches Abbild der (ost)deutschen Vornamenlandschaft.
In einem zweiten Schritt werden die alten Bundesländer betrachtet, für die Seibicke seit
Ende der siebziger Jahre kontinuierlich die „beliebtesten Vornamen“ ermittelt hat (siehe
seine populär gewordenen Sprachdienst-Beiträge). Für die Jahre davor, zurück bis
1957/1958, konnten demoskopische Umfragen einbezogen werden, so daß sich ein guter
Vergleich mit Kleinteichs Angaben ergibt. Da Seibickes Jahreslisten stets die zehn häufigsten Vornamen berücksichtigen, wurde wegen der Einheitlichkeit auch hier generell diese
Zehnerauswahl zugrunde gelegt.
Drittens wird der gesamtdeutsche Vornamenschatz 1997–2000 aufgezeigt, soweit ihn Jacob
und Seibicke in der schon genannten Weise erheben konnten.
Die so nach der Häufigkeit zusammengetragenen Vornamen werden abschließend und
ergänzend in eine alphabetische Liste gebracht, was – kontrastiert durch Vornamen vom
Anfang des 20. Jahrhunderts – eine reizvolle andere Optik ergibt.
2 DDR und neue Bundesländer 1960 bis 2000
Was die DDR und die neuen Bundesländer betrifft, so sind die häufigsten, die beliebtesten
Vornamen dank den Auszählungen Bernd Kleinteichs seit 1960 Jahr für Jahr dokumentiert
(siehe die einleitenden Bemerkungen). Wegen der Übersichtlichkeit und des zur Verfü-
3
gung stehenden Druckbildes wurde hier allerdings ein Zweijahresabstand gewählt. Die
Schlüsse, die man aus dieser tabellarischen Übersicht ziehen kann, erleiden dadurch jedoch keine Einbuße.
Petra
Kerstin
Kerstin
Kathrin
Kathrin
Kathrin
Kathrin
Kathrin
Anja
Sandra
Kathrin
Nicole
Stefanie
Stefanie
Stefanie
Gabriele*
Heike
Kathrin*
Kerstin
Kerstin
Annett
Daniela
Anja
Sandra
Nicole
Anja
Stefanie
Nicole
Julia
Anna
Anna
Stefanie
Sabine
Petra
Heike
Heike
Annett
Manuela
Manuela
Nicole
Kathrin
Anja
Sandra
Anja
Anna
Franziska
Franziska
Julia
Kerstin
Sabine
Sabine
Ines
Heike
Heike
Sandra
Sandra
Yvonne
Kathrin
Nadine
Kathrin
Franziska
Anna
Christin
Lisa
Martina
Ute
Simone
Sabine
Sabine
Kerstin
Anja
Daniela
Nicole
Nadine
Nicole
Anna
Nadine
Nicole
Maria
Maria
Birgit
Birgit
Andrea
Simone
Ines
Anke
Claudia
Claudia
Katja
Mandy
Mandy
Nadine
Julia
Sandra
Julia
Franziska
Marina
Andrea
Petra
Andrea
Simone
Andrea
Annett
Jana
Nadine
Katja
Sabrina
Franziska
Anja
Maria
Sandra
Sarah
Monika
Gabriele
Birgit
Annett
Andrea
Sabine
Jana
Katja
Mandy
Yvonne
Claudia
Janina
Jessica
Jennifer
Nicole
Christin
Karin
Kathrin
Ines
Birgit
Silke
Silke
Andrea
Yvonne
Jana
Daniela
Katja
Sandra
Maria
Claudia
Sarah
Sandra
Andrea
Ines
Manuela
Manuela
Anke
Simone
Silke
Mandy
Claudia
Doreen
Jana
Jana
Sandra
Juliane
Juliane
Karolin
1960
1962
1964
1966
1968
1970
1972
1974
1976
1978
1980
1982
1984
1986
1988
1990
Die häufigsten Mädchennamen in der DDR 1960–1990
Mit Verlaufskurven für Petra, Kathrin, Anna
Frank
Frank
Frank
Thomas
Thomas
Thomas
Thomas
Thomas
Thomas
Christian
Christian
Christian
Christian
Sebastian
Christian
Uwe
Uwe
Thomas
Jens
Frank
Jens
Sven
Marco
Marco
Stefan
Stefan
Daniel
Stefan
Christian
Martin
Martin
Christian
Peter
Andreas
Andreas
Frank
Andreas
Andreas
Marco
Sven
Daniel
Thomas
Daniel
Stefan
Sebastian
Martin
Stefan
Sebastian
Michael
Thomas
Uwe
Uwe
Jens
Frank
Michael
Michael
Michael
Daniel
Thomas
Sebastian
Martin
Stefan
Sebastian
Stefan
Thomas
Michael
Jens
Jörg
Jörg
Michael
Andreas
Mike
Sven
Sven
Sebastian
Martin
Robert
Robert
Robert
Patrick
Jürgen
Peter
Michael
Michael
Thorsten
Mario
Mike
Daniel
Mike
Matthias
Matthias
Matthias
Daniel
Daniel
Benjamin
Philipp
Klaus
Matthias*
Jörg
Thorsten
Steffen
Mike
Jens
René
Matthias
Andreas
Marcel
Robert
Patrick
Marcel
Markus
Benjamin
Bernd
Jörg
Peter
Andreas
Mike
René
René
Andreas
Stefan
Marco
Andreas
Thomas
Matthias
Matthias
Patrick
Daniel
Andreas
Ralf
Mario
Mike
Michael
Thorsten
Daniel
Stefan
Andreas
René
Michael
Marcel
Alexander
Michael
Daniel
Robert
Dieter
Jens
Ralf
Steffen
Sven*
Marco
Frank
Matthias
Christian
Michael
Robert
Alexander
Thomas
Patrick
Philipp
Michael
1960
1962
1964
1966
1968
1970
1972
1974
1976
1978
1980
1982
1984
1986
1988
1990
Die häufigsten Jungennamen in der DDR 1960–1990
Mit Verlaufskurven für Frank, Christian, Philipp
Quelle: Kleinteich, 1992, Kapitel II: Tabellen, S. 17–346.
* Namenformen, die eindeutige Schreibvarianten sind, werden hier – anders als bei Kleinteich – zusammengefaßt; d. h., Anna/Anne, Anett/Annett/Annet, Claudia/Klaudia, Christin/
Kristin, Gabriele/Gabriela, Kathrin/Katrin, Sabine/Sabina, Stefanie/Steffanie/Stephanie, Uta/
Ute oder Christian/Kristian, Claus/ Klaus, Matthias/Mathias, Mike/Maik, Stefan/Steffan/ Stephan, Sven/Swen u. a. werden nicht eigens gezählt und gewertet.
Chronologisch gesehen können Kleinteichs Resultate bis ins Jahr 2000 fortgeführt werden,
indem man die Aufstellungen von Lutz Jacob und Wilfried Seibicke für die neuen Bundesländer heranzieht: Die beiden nächsten Tabellen zeigen – jetzt im Jahresabstand – die Häufigkeitsverteilungen dort in den Jahren 1991–2000. Und obwohl die Materialgrundlage
und die Methode der Namenerfassung, woran eingangs erinnert wurde, recht unterschiedlich waren, zeigen sich erstaunliche Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten, so
daß es m. E. berechtigt ist, beide Tabellenarten als ein Ganzes zu nehmen, d. h., anhand
der Zählungen Kleinteichs und der Aufstellungen von Jacob/Seibicke die „Geschichte der
Vornamen“ in der DDR und den neuen Bundesländern zusammenfassend zu charakteri-
4
sieren. Vergleicht man nur die Übergangsjahre, also 1990 und 1991, so fällt ins Auge, daß
von den „Spitzenreitern“, also den zehn häufigsten Vornamen, einmal sechs (Jungennamen), das andere Mal sieben (Mädchennamen) gleichermaßen vertreten sind.
Maria/
Maria/
Marie
Marie
Lisa
Lisa
Laura
Laura
Anna/-e
Julia
Julia
Sara(h)
Stefanie
Sara(h)
Anna/-e
Sara(h)
Nicole
Lisa
Lisa
Lisa
Lisa
Maria
Maria
Marie
Marie
Stefanie
Maria
Maria
Maria
Lisa
Sophie
Sophie
Sophie
Julia
Julia
Anna/-e
Julia
Sophie
Lisa
Michelle
Michelle
Maria
Franziska
Franziska
Anna/-e
Vanessa
Anna/-e
Maria
Laura
Franziska
Anna/-e
Anna/-e
Sophia
Laura
Michelle
Laura
Maria
Sara(h)
Franziska
Sophia
Julia
Sara(h)
Vanessa
Sara(h)
Sara(h)
Stefanie
Jessica
Sara(h)
Sara(h)
Michelle
Laura
Lisa
Anna/-e
Jennifer
Sophie
Sophie
Jessica
Michelle
Julia
Julia
Anna/-e
Lisa
Melanie
Sophie
Laura
Laura
Franziska
Vanessa
Anna/Anne Jessica
Vanessa
Lea
Jennifer
Jessica
Jennifer
Jennifer
Jennifer
Jessica
Jessica
Sara(h)
Lea
Vanessa
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
Die häufigsten Mädchennamen in den neuen Bundesländern 1991–2000
Mit Verlaufskurven für Anna (Anne) und Lisa
Philipp
Philipp
Philipp
Philipp
Maximilian
Patrick
Patrick
Sebastian Maximilian Philipp
Martin
Christian
Florian
Paul
Christian
Sebastian
Kevin
Kevin
Kevin
Maximi-
Paul
Paul
Lukas
Alexander
Lukas
Florian
Lukas
Paul
Maximilian
Florian
Philipp
Alexander
Florian
Erik
Lukas
Kevin
Felix
Florian
Philipp
Eric/Erik
Maximilian Leon
Christian
Sebastian
Paul
Kevin
Maximilian Maximilian Florian
Tim
Sebastian Florian
Martin
Florian
Lukas
Max
Max
Max
Max
Paul
Robert
Paul
Paul
Felix
Alexander
Felix
Tom
Tom
Alexander
Niklas
Florian
Maximilian Felix
Tobias
Sebastian
Paul
Felix
Tim
Tim
Jonas
David
Martin
Tom
Max
Kevin
Tom
Lukas
Alexander
Leon
Daniel
Marcus
David
Tobias
Alexander
Tobias
Eric
Kevin
Felix
Tom
Jan
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
lian
Die häufigsten Jungennamen in den neuen Bundesländern 1991–2000
Mit Verlaufskurven für Philipp, Christian und Paul
Quelle: Wilfried Seibicke, siehe: 1992–1994 und 1999–2001, und Wilfried Seibicke/
Lutz Jacob, in: Der Sprachdienst, 1995–1996.
5
Betrachtet man die einzelnen Namen im Jahresverlauf, so fallen zum einen Kontinuitäten,
aber auch auffällige Veränderungen, Aufstieg bzw. Abstieg auf. Zum anderen springt
wohl der Wandel des Vornamenschatzes selbst ins Auge, d. h., die Tabellen enthalten
Vornamen – und dies um so mehr, je weiter man zeitlich zurückblickt –, die aus heutiger
Sicht tatsächlich dem einen oder der anderen traditionell, veraltet, altmodisch vorkommen.
DDR-Namen: Zunächst sei der Wechsel in der Häufigkeit, die sich in der Tabellenrangordnung niederschlägt, etwas näher betrachtet, und zwar von 1960 an: Es zeigen sich Vornamen, deren Häufigkeit abnimmt, die in der Rangstufe zurückfallen. Bei den Mädchennamen wären dies typischerweise Petra, Sabine, auch Birgit; bei den Jungennamen Frank
und Peter, daneben Uwe (siehe die beispielhaften Markierungen in der Tabelle).
Auch der Widerpart, der „Aufsteigertyp“, ist zu beobachten – hier sei der Blick auf die
Jahre ab 1982 gerichtet: Bei den Mädchennamen zählen hierzu etwa Anna und Julia, auch
Maria; bei den Jungennamen Christian und Martin, daneben auch Sebastian und (in verkürztem Verlauf) Philipp.
Gesamtkurven sind erkennbar für Andrea und (etwas modifiziert) Nicole sowie für Andreas, Thomas.
Verfolgt man Verläufe dieser Art, also Vornamen mit auf- bzw. absteigendem Grad,
über einen größeren Zeitraum – gegebenenfalls über 15 oder 20 Jahre –, blickt man dazu
über die DDR-Tabelle hinaus und verlängert die Linien in die Aufstellung über die neuen
Bundesländer hinein, so zeigen sich charakteristische Kurvenverläufe. Um bei genannten
Beispielen zu bleiben: Anna (Anna/Anne) und Julia steigen auf (ab 1982 bzw. 1984), halten
sich eine Zeitlang in der Spitzengruppe (bis 1994) und steigen später Stufe um Stufe ab –
wobei Anna, dies eine Besonderheit, seit 1997 noch einmal in der Beliebtheit ansteigt. Diese
Besonderheit könnte darin begründet sein, daß Anna und Maria – auch der Kurvenverlauf
dieses Vornamens ist sehr nachdrücklich – gern als Zweitnamen vergeben werden. Typisch im Verlauf von Anstieg, oberem Rangplatz und Abstieg ist Lisa (ab 1990, siehe Tabelle). Bei den Jungennamen kommen als Beleg für diese typische Häufigkeits- bzw. Beliebtheitskurve z. B. Christian, Philipp, Sebastian in Betracht, auch Martin, mit einem letzten
„Ausreißer“ 1993.
Gelegentliche Besonderheiten wie diese, also Abweichungen von einem idealtypischen
Kurvenverlauf, der sich in einem gleichmäßigen Bogen von Aufstieg, hoher Verbreitung
und sich anschließendem Abstieg zeigt, sollten nicht irritieren und keinen Zweifel an dem
erstaunlich festen Grundmuster lassen, das sichtbar geworden ist und in der
Sekundärliteratur schon beschrieben wurde (z. B. Kohlheim, 1988; Koß, 1990, S. 89 f.;
Kunze, 1999, S. 57, „Phasenverlauf einer Mode“). Einerseits differieren die
Erhebungsgrundlagen (von Jahr ist die Anzahl der Standesämter, die neu vergebene
Vornamen mitteilen, unterschiedlich, und auch Kleinteich hatte eine Auswahl getroffen*),
andererseits sind die Rangabstände, in absoluten Zahlen gemessen, recht gering (es
Bei Kleinteich, der gut 400.000 Vornamen erfassen konnte, liegt der Umfang der Stichproben zwischen 5458
(Jungen, 1961) und 8366 (Mädchen, 1985); dies wirkt sich – um an einem Beispiel die Problematik dieser
Auszählungen zu illustrieren – so aus, daß etwa der beliebteste Name von 1960, Petra, 285-mal gezählt wurde, der neunte, Karin, 132-mal und der zehnte, Andrea, 131-mal. Die Abstände sind gering und im einzelnen
quasi zufällig und wenig bedeutungsvoll. Die Tendenz, das Gesamtbild ist wesentlich, was z. B. daraus erhellt, daß, ebenfalls im Jahr 1960, nicht unbeliebte Vornamen wie Beate oder Susanne nur 65- bzw. 49-mal
*
6
absoluten Zahlen gemessen, recht gering (es handelt sich dabei um Promille-Anteile). Es
kommt auf die Gesamttendenz über einen längeren Zeitraum an – was die Spanne von gut
vier Jahrzehnten, die hier zugrunde gelegt werden konnte, offensichtlich gut beweist.
Hält man das Kurvenmodell für aussagekräftig, so sind – sieht man jetzt auf die Vornamen in den neuen Bundesländern – Michelle, auch Lea, außerdem Tim und Leon,
daneben (mit etwas abweichendem Gang) Alexander als Aufsteigernamen anzusehen, und
man könnte ohne Risiko den charakteristischen Kurvenverlauf prognostizieren.
Halten sich einige Vornamen lange Zeit in der Spitzengruppe oder gar auf dem ersten
Platz – auch hierfür gibt es eindrückliche Beispiele: Kathrin und Thomas, Lisa¸ Maria, Christian und Philipp –, so wird das skizzierte Phasenschema davon nicht berührt; auch die
„Evergreens“ bestätigen es.
Kurz und schlaglichtartig sollen zwei weitere Bemerkungen an dieser Stelle genügen – in
den Abschnitten 3 und 4 ist auf die Beschreibung und Analyse der Vornamentabellen zurückzukommen.
Evident dürfte zum einen sein, daß sich diejenigen Namen, die heute als zeitgemäß und
modern empfunden werden, schon in den (frühen) achtziger Jahren beobachten lassen,
also etwa Anna und Nicole, Jennifer und Jessica, Julia und Franziska – Daniel und Marcel, Patrick, Philipp, Sebastian und Alexander. (Vergleiche die Tabellen für die alten Bundesländer
und die gesamtdeutsche Liste.)
Zum anderen ist auffällig, daß, gleichfalls in den achtziger Jahren, ältere Vornamen auftauchen, etwa Anna, Franziska und Maria bzw. Martin und Robert. Diese Erscheinung ist
nicht nur für die fragliche Zeit in der DDR charakteristisch, sondern tritt generell auf. Ein
als innovativ empfundener und darum gern vergebener Vornamen nutzt sich gleichsam
ab, die Innovation verbraucht sich. Der Vornamenbestand schichtet sich – periodisch –
um.
Seinerzeit hatte die Sächsische Zeitung berichtet, daß im ersten Halbjahr 1982 Martin der
beliebteste Vorname sei. Weiter hieß es:
„Als weitere Modenamen kristallisieren sich aber auch Robert und Sebastian heraus. Johannes, Philipp
und David sind auf dem besten Wege, diesen Ruf zu erlangen. Interessanterweise tauchen bei den
Jungen auch die ganz alten deutschen [!] Namen wieder auf. Zur Zeit können sich der Paul und der
Otto aber wohl noch der Einmaligkeit rühmen.“
Zitiert nach Wilfried Seibickes Vornamenbericht für 1982, s. Der Sprachdienst, 1983, S. 36.**
3 Alte Bundesländer 1957/58 bis 2000 und gesamtdeutsche Listen
Wie schon erwähnt, werden hier die Auswertungen Wilfried Seibickes zugrunde gelegt.
Da Listen dieses Autors erst Ende der siebziger Jahre beginnen, wurden sie rückwirkend
mit Ergebnissen von Umfragen ergänzt, so daß eine größtmögliche Vergleichbarkeit mit
den Zahlen für die DDR erreicht wird.
vergeben worden waren. (Zum weiteren Vergleich: Am Ende von Kleinteichs Liste stehen etwa Jessika, Nina
oder Wiltrud, je 1mal.)
** Kleinteich, dies nebenbei, verzeichnete für 1982 Otto 2-mal und Paul (schon) 48-mal. Und was wirkliche
alte deutsche Namen betrifft (Paul sieht für Laien ja nur so aus), so kamen z. B. Reinhold 2-, Sigurt 1-, Uwe 17-,
Werner 2- und Wolfgang 5-mal vor.
7
Gabriele Sabine
Christine* Stefanie
Stefanie
Stefanie
Katharina Katharina Anna
Julia
Julia
Petra
Claudia
Stefanie
Sabrina
Christine
Christine
Christina* Sarah
Christine
Maria
Katharina Julia
Monika
Petra
Nicole
Christine Julia
Julia
Jennifer
Julia
Katharina Lisa
Maria
Katharina Anna
Sophie
Brigitte
Susanne
Melanie
Melanie
Kathrin
Katharina Sarah
Anna
Lisa
Laura
Anna
Marie
Anna
Ute
Heike
Maria
Kathrin
Nadine
Anna
Julia
Christine
Julia
Katharina Anna
Laura
Laura
Laura
Ulrike
Andrea
Sandra
Nicole
Melanie
Sabrina
Stefanie
Stefanie
Sarah
Anna
Lisa
Marie
Sophie
Katharina
Karin
Birgit
Kathrin*
Julia
Nicole
Melanie
Nadine
Jennifer
Maria
Christine
Sarah
Sophie
Katharina Lea
Angelika Anja
Daniela
Sandra
Anna
Kathrin
Anna
Sabrina
Laura
Vanessa
Vanessa
Lisa
Sarah
Julia
Ursula
Martina
Nadine
Daniela
Katharina Sarah
Kathrin
Lisa
Jennifer
Laura
Jessica
Sarah
Lena
Lena
Barbara
Christine* Julia
Nadine
Daniela
Maria
Sabrina
Maria
Nadine
Jennifer
Franziska Lena
Vanessa
Sarah
1957/58
1967
1980
1982
1984
1986
1988
1990
1992
1994
1998
2000
1978
Sarah
Maria
1996
Maria
Marie
Julia
Maria
Alte Bundesländer: Die beliebtesten Mädchennamen 1978–2000
Mit Verlaufskurven für Petra, Anna und Lisa
* Namenvarianten wie Anna und Anne, Christine und Christina, Kathrin und Katrin, Sara und Sarah bzw. Lucas/Lukas,
Stefan/Stephan u. a. sind hier nicht unterschieden, nicht aber Maria bzw. Marie, da diese Varianten sich in Silbenzahl
und Klang unterscheiden.
Thomas
Thomas
Christian
Christian
Christian
Christian
Christian
Daniel
Daniel
Alexander Alexander Alexander
Lukas
Alexander
Michael
Andreas
Michael
Michael
Daniel
Sebastian
Daniel
Christian
Christian
Daniel
Daniel
Lukas
Alexander
Maximilian
Jürgen
Stefan*
Alexander
Stefan
Michael
Daniel
Sebastian
Alexander
Alexander
Michael
Maximilian
Maximilian
Maximilian
Lukas
Wolfgang
Michael Stefan
Daniel
Stefan
Stefan
Michael
Sebastian
Patrick
Patrick
Christian
Daniel
Daniel
Leon
Peter
Frank
Andreas
Markus
Sebastian
Michael
Alexander
Michael
Tobias
Kevin
Lukas*
Michael
Jan
Jan
Klaus
Peter
Daniel
Andreas
Matthias
Alexander
Stefan
Patrick
Sebastian
Christian
Tobias
Christian
Michael
Tim
Bernd
Ralf
Markus
Matthias
Andreas
Benjamin
Dennis
Philipp
Jan
Tobias
Kevin
Philipp
Philipp
Daniel
Martin
Markus
Thomas
Alexander
Alexander
Andreas
Patrick
Tobias
Philipp
Sebastian
Marcel
Marcel
Tobias
Niklas
Uwe
Jürgen
Matthias
Sebastian
Benjamin Jan
Tobias
Jan
Dennis
Maximilian
Philipp
Jan
Felix
Jonas
Ulrich
Jörg
Tobias
Tobias
Thomas
Florian
Philipp
Florian
Michael
Florian
Sebastian Tobias
Jonas
David
1957/58
1967
1978
1980
1982
1984
1986
1988
1990
1992
1994
1998
2000
1996
Alte Bundesländer: Die beliebtesten Jungennamen 1957/58–2000
Mit Verlaufskurven für Jürgen, Christian und Alexander
Quellen: Seibicke, 1979–1994 und 1999–2001, und Seibicke/Jacob 1995–1998. Für die Jahre
1957/58 und 1967 wurde auf Ergebnisse einer Umfrage zurückgegriffen; siehe Seibicke, Vornamen, 1977 und 1991, S. 138–151 bzw. 108.
Zunächst sei auch hier dem Auf- und Abstieg einzelner Vornamen nachgegangen, und
zwar bevorzugt bei denen, die schon bei der DDR-Übersicht erwähnt wurden (auch die
typographische Kennzeichnung wurde nach Möglichkeit beibehalten).
Im Absteigen begriffen, also am Ende der skizzierten charakteristischen Verlaufskurve
angekommen, ist – Ende der fünfziger Jahre – typischerweise Petra, und für Birgit oder
Heike kann dies, gerade in Analogie zu den DDR-Ergebnissen, mit Grund vermutet werden. – Verschwindet ein Name brüsk aus der Zehner-Spitzengruppe bzw. schnellt er in sie
8
hinein – z. B. eben Petra oder Maria (1978) und Sophie (1996) –, so tritt dies nicht spontan,
sondern vorbereitet auf: An bestimmten Orten oder in bestimmten Regionen liegt ein solcher Vorname ebenfalls ganz vorn, sodaß er in der Spitzengruppe einen elften oder zwölften Rang einnähme, oder sein Niedergang vollzieht sich stufenweise.***
Bei den Jungennamen sind anfangs für absteigende Vornamen Jürgen, Peter und Thomas
kennzeichnend, daneben Frank und Uwe.
Vollständige Verlaufskurven sind erkennbar für Kathrin (1978–1986) und Melanie,
daneben für Christine und Sarah (ab 1980 bzw. 1984), auch, noch weiter im Zeitverlauf
(1978/1981–2000!), für Julia und Katharina bzw. Stefan und Christian (ein Vorname, der über
Jahrzehnte hin allgegenwärtig war), daneben für Philipp – man vergleiche die gesamtdeutschen Tabellen.
Im klaren Aufstieg begriffen sind, was die späteren Jahre betrifft, Sophie, Laura, auch der
für die letzten Jahre markante Name Maria+ und, vielleicht die jüngste Karriere, Lea. An
Jungennamen wären hier Jonas, Lukas, Niklas und Maximilian anzuführen – man vergleiche
die gesamtdeutschen Listen.
Bei den Mädchennamen spielt Sabrina (1981–1988, 1981 auf dem vierten Platz) eine Sonderrolle, man könnte von einer kurzzeitigen Beliebtheit bzw. Mode sprechen. Vielleicht
ein relativ seltenes, aber nicht untypisches Beispiel, denn bei den Mädchennamen ist die
Anzahl der Vornamen, die vergeben werden, größer, auch ist mehr Wechsel und Bewegung zu beobachten. (Dies hat auch Seibicke in seinen Jahresberichten gelegentlich festgestellt.)
Über die Umschichtung des Vornamenschatzes – Verschwinden „alter“ Vornamen bzw.
deren neues Auftauchen und Aufkommen „moderner“ Vornamen – sei an dieser Stelle
nichts gesagt. Dafür bieten die beiden Tabellen zu den alten Bundesländern von sich aus
Augenfälliges, und im letzten Abschnitt ist darauf zurückzukommen. Sinnvoller erscheint
es, jetzt die Aufstellungen für Gesamtdeutschland anzuschließen, die Jacob/Seibicke erstmals für 1997 vorlegen konnten.
So stand Petra in Südwestdeutschland 1973 auf dem 5. Rang, Maria 1980 in Bonn auf dem 2., in Heidelberg
auf dem 6. 1982 in Heidelberg auf dem 3., in Kiel auf dem 9., 1986 in Heidelberg auf dem 6., in Kassel auf
dem 10. Rang. Sophie lag in den alten Bundesländern 1995 schon auf dem 8. Rang. Und bei den Jungennamen
beginnt die – langandauernde – Karriere von Alexander (s. 1978) schon 1967, als er in Stuttgart auf den 3. und
in Wiesbaden auf dem 9. Platz kam. Philipp, 1992 aus der Zehnergruppe gefallen, lag damals in Freiburg auf
dem 1. und in Berlin Mitte auf dem 6. Platz, und Lukas (s. 1994) hatte 1993 in verschiedenen Städten ebenfalls
die Zehnergruppe erreicht.
Zitiert wird, wenn nichts anderes angegeben, nach den Sprachdienst-Beiträgen Seibickes oder nach dem
Kapitel „Namenmoden und Namenlandschaften“ seines Buches Vornamen (1977, S. 130 ff.).
+ Seine Prominenz ist begünstigt davon, daß er – heute wie seit Jahrhunderten – gern als Beivorname gewählt wird (Seibicke, Der Sprachdienst, 1999, S. 57).
***
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Maria/Marie
Maria
Marie
Marie
Sophia/Sophie
Julia
Maria
Sophie
Julia
Anna/Anne
Sophie
Maria
Laura
Sophie
Anna/Anne
Anna/Anne
Anna/Anne
Marie
Laura
Laura
Sara(h)
Laura
Sara(h)
Lea
Lisa
Lisa
Julia
Julia
Katharina
Vanessa
Michelle
Michelle
Vanessa
Sara(h)
Lea
Katharina
Michelle
Katharina
Katharina
Sara(h)
1997
1998
1999
2000
Gesamtdeutsche Liste: Die beliebtesten Mädchennamen 1997–2000
Mit Verlaufskurven für Anna/Anne und Michelle
Alexander
Lukas
Lukas
Alexander
Maximilian
Alexander
Alexander
Maximilian
Lukas
Maximilian
Maximilian
Lukas
Philipp
Daniel
Leon
Leon
Daniel
Philipp
Tim
Tim
Jan
Felix
Daniel
Paul
Florian
Tim
Niklas
Niklas
Niklas
Jan
Jan
Jonas
Felix
Florian
Philipp
Daniel
Dominik
Jonas
Paul
Jan
1997
1998
1999
2000
Gesamtdeutsche Liste: Die beliebtesten Jungennamen 1997–2000
Mit Verlaufskurven für Alexander, Philipp und Tim
Quelle: Lutz Jacob und Wilfried Seibicke, siehe: Der Sprachdienst, 1998–2001
Für die Angleichungen der Namenformen gilt das schon oben Gesagte. Als
Ausnahme zu betrachten ist, daß Maria und Marie 1997 nicht unterschieden
worden sind.
Ein Zeitraum von vier Jahren – dies zeigt sich, wenn man die viel großräumiger angelegten Tabellen zur DDR und den neuen bzw. den alten Bundesländern dagegenhält – ist für
10
die Analyse der Entwicklung einzelner Vornamen zu kurz. Allerdings können im Licht
des schon Gesagten einige Einzelheiten festgehalten werden.
Mit den Hervorhebungen einzelner Vornamen wird der bisherige Kommentar fortgeschrieben. Auffällig ist der männliche Name Alexander, der – jedenfalls in den alten Bundesländern – seit Jahrzehnten äußerst beliebt ist und so demonstriert, wie viel Kontinuität
es in der Namenmode geben kann, gerade bei den Jungennamen (s. etwa Seibicke, Der
Sprachdienst, 1991, S. 4). Dennoch dürfte, sollte das Kurvenmodell richtig sein, die Karriere
von Alexander sich bald ihrem Ende zuneigen. Auch die stärkste Beliebtheit verbraucht
sich und verlangt einen Wechsel.
Aufsteigenden Mädchennamen wie Lea und Michelle – wobei letzterer seine Beliebtheit
aus den neuen Ländern hernimmt – stehen an aufsteigenden Jungennamen z. B. Jonas, Niklas und Tim zur Seite – auch hier sind ost-west-bedingte Unterschiede zu beobachten. Am
Ende des Kurvenlaufs, also absteigend stehen etwa Julia, Katharina und Lisa, weiterhin,
nach langer nachdrücklicher Präsenz, Anna und Maria und auf der Jungenseite beispielsweise Philipp und (auf niedrigerem Niveau) Jan. Laura und Sophie sind derzeit noch sehr
beständig in der Beliebtheit, desgleichen Lukas und Maximilian.
Alles in allem ist noch – mit Seibicke – festzuhalten, daß „die ‚Vornamenmode’ erstaunlich
gleichmäßig das gesamte Bundesgebiet überzieht und beherrscht“ (Der Sprachdienst, 1985,
S. 34). Was seinerzeit für die alten Bundesländer gesagt wurde, kann ohne weiteres zugleich auf die neuen und heute auf das vereinigte Deutschland, also auf das „gesamte
Bundesgebiet“ im neuen Sinne, übertragen werden.
4 Vornamenwandel, Motive der Vornamengebung
1. Eine entscheidende Voraussetzung für das – heute relativ schnell, zumindest schneller
als in früheren Jahrhunderten wechselnde – Auf und Nieder von Vornamen, dem ja eine
Entscheidung der Eltern zugrunde liegen muß, ist die Freiheit der Eltern, den oder die
Vornamen für ihre Kinder selbst zu bestimmen. Das Ende des 19. Jahrhunderts in Kraft
gesetzte staatliche Namensrecht macht keine Vorgaben über die Motivation (z. B. religiöse,
dynastische, nationalsprachliche) von Vornamen, sondern stellt den Eltern die Entscheidung anheim, solange die Vornamen als Vornamen zu identifizieren sind und sie das Geschlecht des Neugeborenen erkennen lassen. Seibicke spricht in diesem Zusammenhang
von der vierten und vorläufig letzten „Revolution“ in der Geschichte der Vornamen, nach
der ersten Revolution im 12. Jahrhundert (Eindringen biblischer und anderer fremdsprachiger Namen, Heiligennamen), der zweiten nach der Reformation, der dritten im 16.
Jahrhundert (Namengebung nach Paten) (Seibicke, 1998, S. 126; vgl. Kunze, 1999, S. 55).
Neues Namensrecht und freie Vornamenwahl fördern die – zuvor schon angebahnte,
jetzt dominierende – Entwicklung: die individualistische Vornamengebung, bei der der
Vorname selbst im Mittelpunkt steht, mit allen subjektiven Erwägungen und Begleitgefühlen und allen denkbaren Assoziationen, die bei den Eltern damit verbunden sind. Die Orientierung etwa am Heiligenkalender, an den Namen der Paten oder an den Herrschern
des Landes fehlt in unseren Tagen oder ist weitgehend geschwunden – so wurde z. B.
noch Nietzsche (vgl. das Eingangszitat) zu Ehren des preußischen Königshauses auf die
Namen Friedrich Wilhelm getauft.
11
Die Namengebung als „soziales Handeln“ sei – so hat Koß resümiert (1990, S. 85) – ein
komplexer Vorgang, bei dem die Schichtzugehörigkeit, d. h. die Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen oder Schichten, einer von mehreren Faktoren ist. Weiterhin
spielen objektive Faktoren wie Alter, Geschlecht, Konfessionsgebundenheit, Herkunft und
Ausbildung sowie subjektive Faktoren wie Einstellung zur Namenwahl und Modetrends,
Wohlklang des Vornamens, Ansprüche an das Kind und das Verhältnis zur gesellschaftlichen Umgebung eine Rolle; nicht zuletzt beeinflussen unbewußte Motive (Erfahrungen
mit dem eigenen Namen, Antipathie/Sympathie zu Trägern mit gleichem Vornamen,
Selbstwertgefühle und Hoffnungen/Wünsche für das Kind) die Namenwahl.
2. Vieles ist hier noch Spekulation, fundierte Ergebnisse gibt es bislang nicht, auch nicht in
namensoziologischer Hinsicht (Vorlieben bzw. Einflüsse von gesellschaftlichen Gruppen
und Schichten). Wohl aber können anhand der Antworten aus zwei Umfragen die gegenwärtigen Haupttrends bei der Vornamenwahl deutscher Eltern summarisch vorgestellt
werden.
Eine Umfrage, die das Wilfried-Seibicke-Institut für Namenforschung Ende 1999 bei forsa (Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen) in Auftrag gegeben hatte,
sei hier knapp zusammengefaßt.++ Gut 1000 Mütter und Väter, differenziert nach Altersgruppen, waren befragt worden. Für 68 % der Eltern, deren Kinder nicht älter als 10 Jahre
sind, war das persönliche Gefallen ausschlaggebend. Die Familientradition spielte bei
(nur) 17 % der Eltern eine wichtige Rolle – dies war vor vierzig Jahren noch anders: 37 %!
Rückläufig ist auch die Orientierung an Namenvorbildern im Freundes- und Bekanntenkreis: 11 % – vor vierzig Jahren noch 19 %. Die Orientierung an einem Vornamenbuch
– auch hier kommt ja das persönliche Auswählen, das subjektive Gefallen zum Zuge –
wurde für die letzten Jahre von 13 % der Eltern genannt, während vor vierzig Jahren lediglich 6 % der Befragten sich danach entschieden. Religiöse Motive, dies zuletzt, hatten
vor Jahrzehnten wie in den letzten Jahren einen geringen, dabei nahezu gleichbleibenden
Einfluss (ca. 3 bis 5 %), wobei bei den Jüngeren in Ostdeutschland dieser Wert gegen Null
geht.
Hier ist ein aufschlußreicher Vergleich möglich: Bernd Kleinteich hatte seinerzeit mehr
als 3300 Eltern nach ihren Motiven befragt und nach 63 Kategorien differenziert ausgewertet, eine zeitliche Stufung allerdings nicht vorgenommen (1992, S. 352 f.). Für 26 % der Eltern war ausschlaggebend, daß ein Vornamen „schön und melodisch“ sei. Addiert man
aber die Werte aus Kleinteichs Rubriken, die der Kategorie subjektives Gefallen zugeordnet werden können („soll kurz sein“, „soll modern sein“, „soll selten sein“ usw.), so
kommt man m. E. ebenfalls auf über 60 %. Die Orientierung an Vorbildern (an Schlagergrößen, historischen Gestalten, Sportlern und Freiheitskämpfern) war nicht erheblich (zusammen ca. 3 %), die religiöse Motivierung verschwindend gering (ca. 1 %).
3. Überblickt man den deutschen Vornamenschatz seit Ende der fünfziger Jahre, so fällt,
wie schon erwähnt, auf, daß ältere Namen – wie sie eher der Eltern- oder Großelterngeneration zuzuordnen wären – wieder auftauchen und sozusagen neue Vitalität gewinnen.
Seibicke hat 1986 mit Blick hierauf gar von einer „Nostalgiewelle“ gesprochen und als Beispiele Vornamen genannt wie Anna und Katharina sowie Johanna und Susanne (diese bei++
Vgl. die resümierende Bemerkung Wilfried Seibickes im Sprachdienst, 2000, S. 52.
12
den erschienen nicht in den Zehnerlisten, wohl aber auf den vorderen Plätzen in verschiedenen Städten; siehe Der Sprachdienst 1986, S. 34). Und „in der Ferne“ sah er schon Namen
wie Sophie oder Franziska auftauchen – er behielt Recht. Ebenso bewahrheitete sich seine
Erklärung – vielleicht sollte man vorsichtig von Beobachtung sprechen –, daß ein „alter“
Name „den anderen nach sich“ ziehe.+++ Es bilden sich Gruppen von Vornamen, die sich
– in Gestalt, Klang und Begleitgefühlen – ähneln. Auch Kunze hat „immer wieder Konzentrationen auf einzelne Namen oder Namengruppen“ festgestellt und mit Blick auf die
Mädchennamen seit 1981 “Zweisilbler mit –a“ genannt: Laura, Lisa (1999, S. 57) – neuerdings kämen in der Spitzengruppe Lea und auch Sarah hinzu, und anführen könnte man,
weniger prominent, aber für diese Tendenz typisch, z. B. noch Jana, Katja, Mira, Vera. Letztlich bleibt aber unerklärt, wieso es dazu kommt, wieso gerade diese Zweisilbler gewählt
werden und nicht andere, alte (denn dieses Muster ist ja beileibe nicht neu, man sehe nur
die Berliner Vornamen aus der Zeit um 1900, siehe Anhang). Warum eben nicht Alma, Clara, Elsa, Frieda oder Ida ...? Oder: Warum kamen Anna und Franziska wieder auf, nicht aber
Erika, Gertrud und Irmgard; warum Christian und Paul, nicht aber Arthur, Georg oder Willi?
Es mag noch ein Seitenblick auf die beliebtesten Vornamen in drei Nachbarländern gestattet sein – ein solcher Vergleich kontrastiert und vervollständigt gleichermaßen. Mitte der
neunziger Jahre notierte Seibicke für Frankreich (1990–1993) diese Vornamen: Laura, Marine, Élodie, Julie, Marion, Pauline, Camille, Anais, Mélanie, Sarah bzw. Kevin, Thomas, Alexandre, Maxime, Nicolas, Julien, Jérémy, Anthony, Romain, Florian. Seibicke erkannte beträchtliche Gemeinsamkeiten und folgerte, daß manche Modenamen international seien. Ein weiteres Ergebnis sei mit Blick auf die vorgelegten Tabellen festgehalten:
„Und noch etwas zeigt die Statistik der französischen Vornamen, die bis 1890 zurückreicht: Die Prozentanteile der Spitzenreiter sind bei den Mädchen von 12,5 (Marie 1890 bis 1899) auf 2,2 Prozent
(Laura 1990 bis 1993) zurückgegangen; bei den Jungen schwanken sie zwischen 7,9 (Jean 1930 bis
1934) und 3,4 Prozent (Kevin 1990 bis 1993). Diese Entwicklung, die auf einen starken Hang zur Individualisierung der Vornamengebung zurückzuführen ist, hat auch in Deutschland stattgefunden.“
(Seibicke, in: Der Sprachdienst, 1995, S. 42; vgl. dort 1997, S. 54, und 2000, S. 51):
Länderübergreifende Übereinstimmungen zeigen auch, um dies für die ZehnerSpitzengruppe wenigstens an ein paar Beispielen zu illustrieren, die beliebtesten Jungennamen in Österreich (1998): Lukas, Michael, Daniel, Dominik, Florian, Stefan, Alexander,
Philipp, Thomas, Patrick oder die beliebtesten Mädchennamen in der Schweiz (1999): Laura,
Michelle, Sarah, Celine, Julia, Vanessa, Lea, Jasmin, Nina, Melanie (nach offiziellen Angaben,
zitiert aus dem Internet: www.vornamen.com).
Gleichfalls muß – ohne daß dies hier näher ausgeführt werden könnte – beim deutschdeutschen Vergleich eher von Gemeinsamkeiten (sicherlich Gemeinsamkeiten mit Unterschieden) als von getrennten Entwicklungen gesprochen werden. Um spezielle Vornamenmerkmale der alten Bundesländer und der DDR bzw. der neuen Länder aufspüren
und nachweisen zu können, müßte man erhebliche Detailuntersuchungen vornehmen und
auch die regionalen Besonderheiten, die ja landschaftsbezogen sich auswirken und die zu-
Bei den Jungennamen ist prinzipiell dieselbe Bewegung in Kraft: So wurde z. B. im April 2001 im Rheingau die Geburt eines Richard angezeigt, und Emil taucht hie und da wieder auf.
+++
13
mal beim Vergleich des einwohner- und flächenmäßig größeren Westteils mit dem Ostteil
Deutschlands in eigener Weise zu berücksichtigen wären, eigens in Rechnung stellen. Da
dies in diesem knappen Überblicksartikel, zumal Vorarbeiten bisher nicht greifbar sind,
nicht geleistet werden kann, soll wiederum Seibicke zitiert werden, der mehrmals darauf
hingewiesen hat, daß während der politisch-gesellschaftlichen Teilung Deutschlands die
Vornamengebung sich nur bedingt als getrennt erwiesen hat, daß immer Gemeinsamkeiten vorhanden waren und daß nach der Wende 1990 sehr schnell ein „Ausgleich“ zwischen alten und neuen Bundesländern eingesetzt hat (Der Sprachdienst, 1993, S. 44; 1999,
S. 56; auch Seibicke, 1998, S. 128). Namentlich seit 1980 glichen sich die Spitzengruppen
einander an.
4. Abschließend sei zur Abrundung auf die aktuellen Tendenzen der Vornamengebung in
Deutschland verwiesen. Eine detailreiche Untersuchung, gestützt auf die Erfahrungen der
Namenberatungsstelle an der Universität Leipzig von Sabine Gugutschkow und Karlheinz
Hengst steht im Einklang mit den Aussagen Wilfried Seibickes, und die Hauptaussagen
seien hier ganz summarisch referiert.*
Der Vornamenbestand im Deutschen wird erweitert und hinsichtlich der Namenvielfalt
bereichert. Vornamen aus anderen Sprachen – und da sind heute im Grunde alle Sprachen
der Welt beteiligt – werden von den Eltern gewählt und so dem Vornamenbestand eingegliedert. So spielen heute afrikanische Namen wie Tadele, indische wie Akashdeep oder arabische wie Karim eine Rolle, und jüngste Beispiele aus der Namenberatung der Gesellschaft für deutsche Sprache wären etwa Mariko (japanisch), Ramin (persisch) oder Yusa
(türkisch). Gewiß sind Vornamen wie diese sind gewiß nur bei einem (kleinen) Teil der
Eltern beliebt und tauchen nicht in den Spitzengruppen auf.
Vornamen aus Nachbarsprachen, die diesem Trend der Internationalisierung unterliegen, sind sicherlich häufiger anzutreffen und dringen mitunter in die Gruppe der häufigsten Rufnamen ein, z. B. Jessica, Sarah oder Kevin, Leon.
Da die Eltern aufgrund der freien Vornamenwahl heute die Namen ihrer Kinder in eigener Entscheidung auswählen können, kann der genannte Trend sich auswirken und stärken, und dies zeigt sich andererseits darin, daß sich subjektive Vorlieben (gelegentlich
Idiosynkrasien) im Wunsch nach bestimmten entlegenen, einmaligen Varianten geltend
machen. Klang, Assoziationen, (vermeintliche) positive Bedeutung eines Vornamens ... –
alle denkbare Motive kommen in Betracht. Die Spitzengruppe der beliebtesten Vornamen
wird freilich auch von dieser Tendenz nicht berührt.
Die Erweiterung und Umschichtung des Vornamenbestandes führt insgesamt nicht zu
einem Verdrängen des traditionellen Erbes, das von germanischen, christlichen und antiken Namen gebildet wird. Mit der Formel „Bereicherung in Kontinuität“ (Gugutschkow/Hengst) sollte sich das Bewußtsein verbinden, daß die Bewegung, die in den letzten
Jahrzehnten eingesetzt hat, sich aus der vergrößerten Vielfalt der Vornamen im Zuge von
Individualisierung und interkulturellen Kontakten ergibt.
Siehe Gugutschkow/Hengst, 1999, besonders S. 212; Hengst, 1999; Seibicke, 1998, S. 128 ff.; zu den englischen Vornamen s. Kohlheim, 1999.
*
14
Anhang
Die beliebtesten Vornamen in Deutschland seit 1957/58
Alphabetische Liste
Hier sind die jeweils 10 beliebtesten Vornamen der Jahre 1957/58–2000 in alphabetischer
Reihenfolge zusammengestellt. Grundlage sind die Tabellen aus den Abschnitten 2 und 3.
Dabei sind nicht alle der möglichen Varianten (Schreibvarianten) eines Namens berücksichtigt.
Mädchennamen
Andrea
Jennifer
Melanie
Angelika
Jessica, Jessika
Michelle
Anja
Julia
Monika
Anke
Juliane
Nadine
Anna, Anne
Karin
Nicole
Annett
Karolin
Petra
Antje
Katharina
Sabine
Barbara
Kathrin, Katrin
Sabrina
Birgit
Katja
Sandra
Brigitte
Kerstin
Sara, Sarah
Christin
Klaudia (s. Claudia)
Silke
Christina, Christine
Kristin (s. Christin)
Simone
Claudia
Laura
Sophia, Sophie
Daniela
Lea
Stefanie, Stephanie
Diana
Lena
Susanne
Doreen
Lisa
Tanja
Franziska
Mandy
Ulrike
Gabriele
Manuela
Ursula
Heike
Maria
Uta, Ute
Ines
Marie
Vanessa
Jana
Marina
Yvonne
Janina
Martina
Jungennamen
Dennis
Jan
Alexander
Dieter
Jens
Andreas
Dirk
Jonas
Benjamin
Dominik
Jörg
Bernd
Eric, Erik
Jürgen
Christian
Felix
Kevin
Daniel
Florian
Klaus
David
Frank
Kristian (s. Christian)
15
Leon
Mike, Maik
Steffen
Lukas
Niklas
Sven, Swen
Marcel
Patrick
Thomas
Marco, Marko
Paul
Thorsten, Torsten
Mario
Peter
Tim
Markus
Philipp, Phillipp
Tobias
Martin
Ralf, Ralph
Tom
Mathias, Matthias
René
Ulrich
Max
Robert
Uwe
Maximilian
Sebastian
Wolfgang
Michael
Stefan, Stephan
Zum Vergleich: Die häufigsten Vornamen der Deutschen in Berlin
am Ende des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts
Mädchennamen
Anna
Lieselotte, Liselotte
Anneliese
Louise, Luise
Berta, Bertha
Margarethe, Margarete
Charlotte
Margot
Clara, Klara
Maria
Edith
Marie
Elfriede
Marta, Martha
Elisabeth
Ruth
Ella
Ursula
Else
Waltraud, Waltraut
Emma
Erika
Erna
Frieda, Frida
Gerda
Gertrud
Gisela
Hedwig
Helene
Helga
Herta, Hertha
Hildegard
Ida
Ilse
Ingeborg
Irmgard
Johanna
Käte, Käthe
16
Jungennamen
Herbert
Hermann
Alfred
Horst
Arthur, Artur
Joachim
Bruno
Karl (s. Carl)
Carl
Karlheinz, Karl-Heinz
Claus
Klaus (s. Claus)
Curt
Kurt (s. Curt)
Erich
Manfred
Ernst
Max
Franz
Otto
Friedrich
Paul
Fritz
Richard
Georg
Rudolf
Gerhard
Walter
Günther, Günter
Werner
Hans
Wilhelm
Harry
Willi, Willy
Heinz
Wolfgang
Hel(l)mut, Hel(l)muth
Unterstrichen sind die – ganz wenigen – Vornamen, die auch heute zur Gruppe der beliebtesten Vornamen zählen.
Quelle:
Ahlbrecht/Letzner, Die Vornamen der Berliner heute und im historischen Vergleich, 1988, S. 183, 185.
Literatur
Ahlbrecht, Heinz/Letzner, Andreas (1988): Die Vornamen der Berliner heute und im historischen Vergleich.
In: Berliner Statistik. Monatsschrift, 42 (1988), Heft 9, S. 174–212.
Der Sprachdienst. Hrsg. von der Gesellschaft für deutsche Sprache (Wiesbaden), 23 (1979) bis 44 (2000).
Gugutschkow, Sabine/Hengst, Karlheinz (1999): Vornamengebung in Deutschland und interkulturelle
Kontakte. Beobachtungen zu Tendenzen in der gegenwärtigen Vornamenwahl. In: Onoma, 34,
S. 197–214. In gekürzter Form wurde dieser Aufsatz von Karlheinz Hengst unter dem Titel
Tendenzen in der Vornamengebung 1999 veröffentlicht. In: Der Sprachdienst, 43, S. 100–104.
Kleinteich, Bernd (1992): Vornamen in der DDR 1960–1990. Berlin.
Kohlheim, Rosa (1999): Zur Verbreitung englischer Vornamen in der gegenwärtigen europäischen Namengebung. In: Kurt Franz/Albrecht Greule (Hrsg.): Namenforschung und Namendidaktik. Baltmannsweiler, S. 70–83.
Kohlheim, Volker (1988): Zur Verbreitung sprachlicher und onomastischer Neuerungen. In: Beiträge zur
Namenforschung. Neue Folge, 23, S. 158–176.
Koß, Gerhard (1990): Namenforschung. Eine Einführung in die Onomastik. Tübingen.
17
Kunze, Konrad (1999): dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet.
2. Aufl., München.
Seibicke, Wilfried (1977): Vornamen. Wiesbaden. – Dasselbe (1991): 2. Aufl., Frankfurt/M.
Seibicke, Wilfried (1999–2001): Die beliebtesten Vornamen des Jahres [1978–1993]. In: Der Sprachdienst,
23 (1979) bis 38 (1994).
Seibicke, Wilfried (1996): Tradition der Vornamengebung. Motivationen, Vorbilder, Moden: Germanisch.
In: Eichler, Ernst/Hilty, Gerold/Löffler, Heinrich/Steger, Hugo/Zgusta, Ladislav (Hrsg.)
(1995–1996): Namenforschung. Ein internationales Handbuch zur Onomastik. 2. Teilband. Berlin/
New York, S. 1207–1214.
Seibicke, Wilfried (1998): Die Geschichte der Vornamen. In: Norbert Nail (Hrsg.): Die Welt der Namen.
Marburg, S. 121–134.
Seibicke, Wilfried (1999–2001): Die beliebtesten Vornamen des Jahres [1998–2000]. In: Der Sprachdienst,
43 (1999) bis 45 (2001).
Seibicke, Wilfried/Jacob, Lutz (19951998): Die beliebtesten Vornamen des Jahres [1994–1997]. In:
Der Sprachdienst, 39 (1995) bis 42 (1998).
___________________
© beim Verfasser.
Erschienen in Name und Gesellschaft. Soziale und historische Aspekte der Namengebung
und Namenentwicklung. Hrsg. von Jürgen Eichhoff/Wilfried Seibicke/Michael Wolffsohn.
Mannheim etc. 2001 (= Thema Deutsch, Band 2), S. 52–69.
Mit einigen kleineren, inhaltlich irrelevanten Korrekturen (vor allem richtiger Placierung
der großen Tabellen in Abschnitt 2 und 3) und normalisierter Rechtschreibung.
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Seele and Geist
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