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Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden (UV4) - Chrischona

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Dein Wille geschehe, wie im
Himmel so auf Erden (UV4)
24. Februar 2008
Texte: Matth. 6,10
Autor: Max Frei
Predigt:
J
a, das mit dem Willen Gottes ist gar nicht so
einfach. Tante Olga hatte offenbar etwas Mühe, den Willen Gottes und ihre eigenen Wünsche auseinander zu halten. Umso wichtiger
scheint die dritte Bitte des Unservaters zu sein:
„Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“
Wenn die erste Bitte: „Dein Name werde geheiligt“,
die schwierigste war und die zweite: „Dein Reich
kommen“, die notwendigste, dann ist die Dritte
wohl die schwerste; die, die uns vielleicht am
meisten Mühe bereitet. Warum? – Entweder weil
wir nicht immer genau wissen, was der Wille Gottes ist oder aber gerade weil wir es wissen, weil
aber dieser Wille Gottes nicht mit unserem Willen
übereinstimmt. Bin ich dann auch noch bereit, um
die Erfüllung seines Willens zu beten und seinen
Willen zu tun?
mit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen,
sondern das ewige Leben haben.“
Epheser 1,5: „...in seiner Liebe hat Gott uns dazu
bestimmt, durch den Glauben an Jesus seine Kindern zu werden. Das war von Anfang an sein Wille.“
1. Thessalonicher 4,3: „Gott will, dass ihr ein heiliges Leben führt, das ihm gefällt.“
Zusammenfassend könnte man sagen: Gott will
uns lieben. Gott will uns retten. Gott will uns verändern.
Am Anfang steht der Gottes der Liebe, der uns geschaffen hat. Der Gott, der uns nicht los lässt, obwohl wir seine Liebe nicht erwidert haben und darum sein Gericht verdient hätten. Aber Gott wollte
und will retten. Darum hat er in Jesus den Retter
gesandt, der unsere Strafe auf sich nahm, damit
wir Vergebung und ewiges Leben haben können.
Gott will uns lieben, uns retten aber er will uns
auch verändern. Er will, dass wir seine Gebote beachten, weil er will, dass unser Leben gelingt. Und
darum ist diese Bitte erstens eine gute Bitte.
Wir merken, dass in dieser Bitte einiges an
Zündstoff liegt und dass sie uns ganz schön herausfordern kann. Bevor wir aber darüber nachdenken wollen, ob und wie wir den Willen Gottes
befolgen, müssen wir zuerst klären, was denn der
Wille Gottes ist.
Und dazu macht die Bibel ein paar ganz klare Aussagen.
1. Eine gute Bitte
Gott ist gut! – Das haben Menschen zu allen Zeiten erfahren. „Seine Güte hört nie auf“, schreiben
die Psalmisten. „Barmherzig und gnädig ist Gott,
geduldig und gut“, heisst es in Psalm 103, weil
Gott uns vergibt und sich über seine Kinder erbarmt. „Gottes Güte reicht, soweit der Himmel
ist...“, heisst es in Psalm 36.
1. Timotheus 2,4: „Gott will, dass allen Menschen
geholfen wird und sie die Wahrheit erkennen.“
Diese Wahrheit wird in Johannes 3,16 kurz und
treffend beschrieben: „So sehr hat Gott die Welt
geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, da1
Wer Gott und seinen Rettungsplan kennen gelernt
und im Glauben angenommen hat, der hat Gottes
Liebe erfahren und weiss, dass Gott gut ist, dass
er uns liebt und für uns nur das Beste will. Also
kann uns doch nichts Besseres passieren, als
dass Gottes guter Wille geschieht.
Wünsche mit dem Willen Gottes verwechseln, wie
das vorhin im Anspiel der Tante Olga passierte.
Wenn jemand sagt: „Gott hat mir ganz klar gezeigt,
dass ich das und das tun soll...“, dann ist kritisches
Nachfragen nicht nur erlaubt, sondern dringend
nötig. Denn mit solchen Aussagen lassen sich
problemlos eigene Wünsche als Willen Gottes verkaufen und leichtgläubige Menschen damit manipulieren. Besonders willensstarke Leiterpersönlichkeiten sollten hier vorsichtig sein und nicht versuchen, dem vermeintlichen Willen Gottes auf diese Weise „nachzuhelfen“.
2. Eine schwere Bitte
Und trotzdem ist diese Bitte auch eine schwere
Bitte, weil sie unseren Glauben herausfordert. Besonders dann, wenn Dinge passieren, die wir nicht
verstehen und nicht einordnen können. Zum Beispiel wenn Kindern sterben müssen. Wenn Menschen scheinbar sinnlos leiden. Wenn Menschen
Krankheiten oder Katastrophen zum Opfer fallen.
Das kann doch nicht Gottes Wille sein. Aber warum kann Gott, wenn er doch allmächtig ist, seinen
Willen nicht durchsetzen? Warum siegt denn auf
dieser Welt immer wieder das Böse? –
Petrus ist dafür ein gutes bzw. ein schlechtes Beispiel: Als Jesus seinen Jüngern sagte, was ihn in
Jerusalem erwarten würde, nämlich Leiden und
Tod, sagte Petrus: „Das soll dir auf keinen Fall
zustossen.“ Als wollte er sagen: Das kann doch
nicht Gottes Wille sein.... Aber er verwechselte
seinen Willen mit dem Willen Gottes – und wurde
deswegen von Jesus scharf kritisiert.
Auch zwei andere Jünger tappten in die gleiche
Falle, Johannes und Jakobus: Als sie mit Jesus
einmal durch Samarien zogen und dort von den
Leuten abgelehnt wurden und keine Unterkunft
erhielten, wollten die beiden gleich Feuer vom
Himmel fallen lassen, um diese Leute zu bestrafen. Aber Jesus wies sie zurecht und machte ihnen
klar, dass das nicht Gottes Wille sei.
Auch Abraham und Moses erlagen der Versuchung, dem Willen Gottes etwas nachzuhelfen.
Abraham, als es um seinen von Gott verheissenen
Nachkommen ging und Moses, als er den Ägypter
erschlug. Beide brachten sich und ihr Volk durch
ihren Eigenwillen in grosse Schwierigkeiten.
Die Antwort heisst: Weil wir in einer gefallenen
Welt leben. In einer Welt, die sich weitgehend von
Gottes gutem Willen entfernt hat. Und weil es Gottes Wille war, dem Menschen die Freiheit zu geben, sich für oder gegen ihn zu entscheiden. Und
dass Gott diesen Willen respektiert. Darum geschieht vieles, was Gott nicht will und was nicht gut
ist, weil Menschen sich immer wieder Gottes Willen widersetzen. Umso wichtiger ist diese Bitte:
„Herr, lass doch deinen gerechten, guten und gnädigen Willen geschehen.“
Oft bleibt uns nur der Glaube und die feste Gewissheit, dass Gott weiss, was wir brauchen und
dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten – ja,
zum Besten dienen muss.
3. Eine notwendige Bitte
Warum? – Weil wir Menschen immer noch der
gleichen Versuchung unterliegen, wie die ersten
Menschen im Paradies, die anstatt sich nach Gottes Willen zu richten, nach ihrem Eigenwillen handelten, der von „unten“, vom Bösen beeinflusst
war.
Wozu der menschliche Eigenwille fähig ist, können
wir jeden Tag in den Medien verfolgen. Und auch
die Bibel nimmt hier kein Blatt vor den Mund. In
Galater 5,19: „Es ist keine Geheimnis, was der
menschliche Eigenwille hervorbringen kann: sittenloses Leben, Unzucht (d.h. aussereheliche Beziehungen), hemmungsloses Verhalten, Anbetung
selbst gewählter Idole, abergläubiges Vertrauen
auf übersinnliche Kräfte, Streitsucht, Eifersucht,
Intrigen, Spaltungen, Neid“ usw.
Damit diese Dinge nicht weiter um sich greifen, ist
diese Bitte so dringend nötig: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“
Aber auch in der jüngeren Geschichte des Christentums und bis heute wurde viel Leid angerichtet,
weil Menschen glaubten, Gottes Willen zu kennen
und ihn ausführen zu müssen. Denken wir nur an
die Kreuzzüge im Mittelalter, an die Hexenprozesse, an die Diskriminierung von Frauen und Minderheiten oder von Andersgläubigen und an die
Glaubenskriege. Wo diese Bitte in falsche Hände
kommt, wird sie gefährlich.
4. Eine Gefährliche Bitte
Aber noch in einem anderen Sinn ist sie eine „gefährliche“ Bitte: Sie hat Jesus das Leben gekostet!
– Als Jesus dort im Garten Getsemane betete: „Vater,... nicht mein, sondern dein Wille geschehe“,
opferte er seinen Willen dem des Vaters und erklärte sich damit einverstanden mit seinem Tod am
Kreuz. Diese Bitte kostete ihn sein Leben.
Und auch uns kostet sie in gewissem Sinne das
Leben. Denn wenn wir beten: „Dein Wille geschehe...“, dann beten wir darum, dass Gottes Wille
auch in meinem Leben geschehen soll. Das heisst,
ich gebe mein Leben in Gottes Hände und gebe
ihm die Erlaubnis, mit mir zu machen, was ER will.
Die Bitte ist auch darum nötig, weil es leicht passieren kann, dass wir unseren Willen oder unsere
2
Und ich sage dazu ja! – Das könnte doch „gefährlich“ werden, denn es könnte mich einige meiner
eigenen Wünsche und Pläne kosten...
Nun bleibt noch die Frage, wie wir den Willen Gottes dort erkennen können, wo die Bibel keine direkten Aussagen macht. Zum Beispiel, wenn es
darum geht, welchen Partner ich heiraten soll?
Welche Ausbildung ich machen soll? – Ob ich eine
Wohnung mieten, oder ein Haus kaufen soll? –
Ob ich bleiben oder kündigen soll? usw.
Um in solchen Dingen den Willen Gottes zu erkennen, haben sich folgende Schritte bewährt:
1. Nochmals genau hinschauen, ob die Bibel nicht
doch etwas dazu sagt, wenn nicht
direkt, dann doch indirekt.
2. Um Gottes Führung und Weisung beten. Gott
hat versprochen, dem, der ihn darum
bittet, Weisheit zu geben.
3. Unseren Verstand, den Gott uns gegeben hat,
gebrauchen. Glaube und Vernunft
müssen keine Gegensätze sein.
4. Auf sein Gewissen hören. Wenn unser Gewissen vom Glauben her geprägt ist, ist es
ein zuverlässiger Partner.
5. Rat von reifen Christen einholen, die mehr Erfahrung haben.
6. Warten können und Geduld haben und nicht
versuchen, dem Willen Gottes vor
zugreifen oder eigenwillig nachzuhelfen.
Und wenn immer noch Unsicherheit besteht?
7. Das tun, was einem am vernünftigsten erscheint
und Gott vertrauen, dass er die Entscheidung bestätigt oder mich rechtzeitig korrigiert.
Was, wenn Gott will, dass ich ihm auf dem Missionsfeld diene, wie Werner Zimmermann? Wäre
ich bereit, zu gehen? – Was, wenn Gott will, dass
ich einen Teil meines Vermögens – vielleicht sogar
einen grossen Teil – für den Bau des Reiches Gottes investiere? Bin ich bereit, ihn zu geben? –
Wenn Gott will, dass ich unverheiratet bleibe, bin
ich bereit dazu? – Wenn Gott will, dass ich jenem
Menschen vergebe, jenem helfe, einem meinen
Glauben bezeuge, - bin ich bereit, seinen Willen zu
tun? – Oder würde ich es mit jenem halten, der
sagte: „Es ist gar nicht so einfach, den Willen Gottes zu erkennen und dann meinen Willen zu tun....“
„Dein Wille geschehe...“, ist eine Bitte, die uns
ganz schön herausfordert. Sie fordert und dazu
heraus, Gottes Gebote zu beachten und danach
zu leben und danach zu handeln. Und das wird
bedeuten, auch einmal auf eigene Wünsche zu
verzichten. Will ich das?
Diese Bitte stellt unseren Glauben und unser Vertrauen in Gott auf die Probe. Denn nur wenn ich
Gott ganz vertraue, wenn ich ihm vertraue, dass er
nur das Beste für mich will, kann ich sie von ganzem Herzen aussprechen: „Dein Wille geschehe..., nicht nur im Himmel, sondern auch auf Erden
und in meinem Leben. Denn dein Wille ist gut. Du
willst mich lieben und retten und verändern. Damit
ich zu deiner Ehre leben und dir nach deinem Willen dienen kann.“
Eine gute, eine schwere, eine notwendige und eine
gefährliche Bitte. Eine bitte, die unseren Glauben
herausfordert. Eine Bitte, die uns aber auch mit
hinein nimmt in Gottes Wirken in dieser Welt und
an uns. Darum wollen wir sie nicht auslassen,
sondern sie immer wieder mutig beten: „Dein Wille
geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ – Amen
Und wenn wir Gottes Willen tun, haben wir viele
Verheissungen auf unserer Seite:
„Wer nach seinem Willen lebt, den erhört er“(Johannes 9,31).
„Wer Gottes Willen befolgt, wir mich immer besser
verstehen“, sagt Jesus (Joh. 7,17).
„Wer Gottes Willen tut, wird ewig leben“(1. Joh.
2,17).
Max Frei
Dübendorf im Februar 2008
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