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EIN BAUPROVISORIUM FUNKTIONIERT WIE DIE ENDGÜLTIGE

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 DIE PROVISORISCHEN LICHTINSTALLATIONEN KOMMEN ZUERST
und werden an den Tunnelwänden angebracht. Aber auch Unterverteiler mit den
entsprechenden Steckdosen, damit etwa Maschinen angeschlossen werden
können, gehören zum Ersten, was im Tunnel als Bauprovisorium installiert wird.
EIN BAUPROVISORIUM FUNKTIONIERT
WIE DIE ENDGÜLTIGE INSTALLATION
DIE ARBEITEN IM TUNNEL BENÖTIGEN STROM, UND STROM
FLIESST NUR, WENN DIE ENTSPRECHENDEN KABEL EINGEZOGEN SIND
Das Multifunktionsfahrzeug (MFF) kommt da zum Einsatz, wo Kabel eingezogen
werden und noch keine Schienen eingelassen sind. Vor allem das Team Bauprovisorium profitiert vom eigens für den Gotthard entwickelten Spezialfahrzeug.
Von der Planung über das Einbringen von Maschinen und Material, das Installieren
der elektrotechnischen Anlagen, die während des Baus zur Stromversorgung im Tunnel benötigt
werden, über die Funktionsprüfung bis zum Rückbau aller Installationen erbringt das Team
Bauprovisorium eine komplette Leistung.
NEUER NAME – NEUES LOGO
ALPIQ BURKHALTER TECHNIK AG
Die ABAG, die Alpiq Burkhalter Technik AG, ist ein Joint Venture zwischen der
Alpiq InTec und der Burkhalter Gruppe. Mit den bahntechnischen Installationen
im Gotthard-Basistunnel hat sich die Firma einen Namen gemacht. Deswegen
tritt sie jetzt am Markt eigenständig auf und hat ihre Firmenbezeichnung in
Alpiq Burkhalter Technik AG geändert. Damit signalisiert sie, dass sie die
Spezialistin für elektrotechnische Infrastrukturbauten ist – und das nicht nur
im Bereich Bahn, sondern auch, wenn es um Strassenbau und Kraftwerke geht.
Eine Broschüre der
Alpiq Burkhalter Technik AG
Hohlstrasse 190, 8004 Zürich
T +41 44 247 41 80
info@alpiqburkhalter.ch
Konzept und Ausführung:
www.archipress.ch
Fotos: www.danielboschung.com
ALLES BEGINNT MIT DEN KABELN. Die bauprovisorischen Arbeiten im Gotthard-Basistunnel begannen im Süden,
denn dort eilt es – auf der Strecke Faido–Bodio starten die ersten Testfahrten bereits im Dezember 2013.
Die ABAG hatte eigens für den Einzug der Mittelspannungs- und
Niederspannungskabel ein Fahrzeug entwickelt, das in der Tunnelröhre vorwärts- und rückwärtsfahren kann, das MFF. Nachdem das Team Bauprovisorium – Ewald Krieg, der Chef der
Equipe, hat teilweise bis 40 Monteure in seiner Mannschaft –
die provisorischen Leuchten für den Rohbau angebracht hatte,
mussten in der südlichen Weströhre bereits die Kabel für die
Mittelspannung, die Niederspannung und die Lichtwellenleiterkabel eingezogen werden. Mehr als 700 Kilometer Kabel werden bis Ende 2013 von Erstfeld bis Bodio in die beiden Röhren
verlegt. Allein für den Abschnitt Faido–Sedrun transportierte
das MFF dafür 200 Bobinen in den Tunnel.
Ganz andere Anforderungen an Transport und Montage stellen
Elektroschränke, die in die Querschläge eingebaut werden. Je
nach Baufortschritt werden sie mit einem Camion oder auf der
Schiene transportiert. Die bis zu fünf Tonnen schweren Teile
DAS BAUPROVISORIUM IST EIN
WICHTIGER TEIL IM TUNNELBAU
Sind die ersten Meter eines Tunnels ausgebrochen, folgen die Installateure der ABAG auf
dem Fuss. Das Team Bauprovisorium der ABAG macht sich ans Werk, um den Tunnel mit Energie
zu versorgen. Bis zu 40 Mann sorgen für Licht, Lüftung und Kühlung und Strom für Maschinen.
Rund 50 Mio. Franken fliessen allein in die Installationen des Bauprovisoriums.
können unmöglich mit Manneskraft bewegt werden. Es sind
Luftkissen, die die Arbeit leisten. Ewald Krieg arbeitet dafür mit
einer Spezialfirma zusammen.
Spezialisten sind auch am Werk, wenn es um die Abnahme der
Installationen geht. Sie werden alle vor Inbetriebnahme auf ihre Funktionstüchtigkeit hin geprüft, bevor sie unter Last gesetzt werden. Für Ablauf und Organisation der Prüfungen ist
aber das Team Bauprovisorium verantwortlich, genauso wie für
die Logistik. Da muss entschieden werden, welche Geräte zum
Einsatz kommen: von der Kabelzugmaschine über den Tiefla-
der bis zu Hebefahrzeugen, Staplern und Messgeräten. Auch
der Rückbau ist Teil des Bauprovisoriums. Sämtliche Installationen von den Kabeln bis hin zu Licht, Elektroschränken, Trafos, Generatoren werden nach Ende der Bauzeit Abschnitt für
Abschnitt aus dem Tunnel geholt, entsorgt und machen den
entsprechenden endgültigen Installationen Platz. Das hat unter anderem mit Garantiezeiten zu tun, aber auch mit unterschiedlichen Anforderungen an die Installationen. Nur ein kleines Beispiel: Die provisorische Beleuchtung wird durch eine
standardisierte Notbeleuchtung für den Ereignisfall ersetzt.
BAUPROVISORIUM:
OHNE STROM KANN NICHT
GEBAUT WERDEN
OHNE LUFT IN DEN KISSEN SCHAFFEN ES
DIE SCHRÄNKE NICHT IN DEN QUERSCHLAG
KOMPLEXE ARBEITEN RUND UM DIE ELEKTROTECHNISCHEN
INSTALLATIONEN FÜR DIE BAUPROVISORISCHEN ANLAGEN
Oben bleiben nur wenige Zentimeter, links und rechts
ebenso. Millimeter für Millimeter werden die Schränke
per Luftkissen in die Querschläge eingebracht.
Die ABAG-Installateure sind auch die Fachleute, wenn es um das Einbringen
der elektrotechnischen Installationen in die Querschläge geht und um das
Anschliessen der provisorischen Elektroschränke und Verteilanlagen im Tunnel.
DIE ARBEIT UNTER TAG VERLANGT FACHWISSEN UND DIE BEREITSCHAFT, UNTER HARTEN KLIMATISCHEN BEDINGUNGEN ZU ARBEITEN
Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose, schon gar nicht in einem Tunnel.
Damit der Strom fliessen kann, braucht es Generatoren, Transformatoren, dicke Leitungen,
Wechselrichter und Schaltschränke. Vor allem aber braucht es erfahrene Fachleute,
die gekonnt planen und virtuos ausführen.
UNTERTAGBAU IST EINE SPEZIELLE SACHE, auch
wenn es um die provisorischen Installationen geht. Die 178
Querschläge im Gotthard-Basistunnel, die alle 330 Meter die
Ost- mit der Weströhre verbinden, übernehmen dabei eine
wichtige Funktion.
Sie dienen nach der Inbetriebnahme des Tunnels als Fluchtraum bei einem Zwischenfall. Von noch grösserer Bedeutung
ist ihre Funktion aber als Raum für die bahntechnischen Installationen, auch die des Bauprovisoriums. Die Querschläge werden je mit einem Tor gegen die beiden Tunnelröhren geschlossen und von der ABAG mit einem Doppelbodensystem
ausgerüstet.
Während des Baus werden in den Querschlägen die Erdungen
verlegt, die Unterverteilungen montiert. Hier werden die
Elektroschränke und die Transformatoren eingebracht und angeschlossen. Hier stehen auch die Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung für die temporären Kommunikations-
Schon vor dem
Nordportal ist der
erste Unterverteiler
mit Steckdosen
angebracht.
Die Männer im Dienste des Bauprovisoriums ziehen unter anderem Kabel für
Lüftung, Kühlung und Licht und installieren riesige Ventilatoren. Sie sorgen dafür,
dass alle, die nach ihnen kommen, angenehmere Arbeitsbedingungen vorfinden.
anlagen. Denn selbst während des Baus ist ein Stromausfall
eine fatale Sache, die nicht nur Bauverzögerungen zur Folge
haben, sondern auch die Menschen im Tunnel in Gefahr bringen kann. Die Sicherheit der Arbeitenden ist auf der Prioritätenliste der Unternehmer ganz oben. Darum steht je ein Notstromgenerator vor den Portalen im Norden und Süden und bei
den Zugangsstollen in Amsteg und Faido.
Alle diese Anlagen dienen der bauprovisorischen Versorgung
mit Energie und machen nach Abschluss der Bauarbeiten endgültigen elektrotechnischen Installationen Platz.
Als erste Installation kommt das Licht. Ein ganzes System von
Leuchten – alle 20 Meter werden über die gesamte Tunnellänge und in beiden Röhren provisorische Lampen angebracht und
angeschlossen. Sie schaffen die erste Voraussetzung, damit im
Tunnel gearbeitet werden kann.
Im Tunnel, der streckenweise bis zu 2000 m unter der Erde
verläuft, ist es nicht nur dunkel, sondern auch heiss – bis zu
40 ºC. Die Luftfeuchtigkeit kann bis 90% betragen, und es ist
staubig. Solche Arbeitsbedingungen sind gefährlich, belasten
sie doch den Kreislauf, und sie behindern den Arbeitsfortschritt.
Also werden als Provisorium für die Baudauer Lüftung und Kühlung installiert. Riesige Ventilatoren sorgen für einen permanenten Luftzug. Kühlleitungen durchziehen beide Röhren auf
einer Tunnellänge von je 57 km.
Beim Bauprovisorium geht es aber nicht nur um das Schaffen
von angenehmen Arbeitsbedingungen für die Arbeiter, sondern
auch um das Erstellen eines Stromnetzes für den Einsatz von
Maschinen, die benötigt werden. Dieses Netz muss den geplanten Arbeiten und dem gezielten Einsatz dieser Maschinen der
verschiedenen Gewerke angepasst werden. So sorgen beispielsweise Transformatoren dafür, dass die Spannung von
15 kV beziehungsweise 16 kV auf 230/400 V runtertransformiert wird, damit Bohrmaschinen eingesetzt werden können.
Der Leiter Bauprovisorium der Firma ABAG, Ewald Krieg, der
seine bauprovisorischen Tunnelerfahrungen übrigens im Lötschberg-Basistunnel gemacht hat, hat eine komplexe und terminlich enge Planungsphase hinter sich. So hängt beispielsweise
auch die Anzahl der benötigten Schaltschränke und Unterverteilungen von den Vorgaben der Unternehmer ab. Im Frühling
2009 startete Ewald Krieg seine Vorbereitungen. Bereits ein
Jahr später begann das Team Bauprovisorium mit den ersten
Installationsarbeiten im Süden des Basistunnels.
Bei Planung und Ausführung gilt es auch auf eine Reihe von
Vorschriften zu achten. So schreibt die SUVA etwa die Luxstärke vor. Das ist aber noch nicht alles. Nicht nur die Menschen
haben mit dem harschen Klima im Tunnel zu kämpfen. Auch
das Material ist erhöhten Belastungen ausgesetzt und muss
korrosions- und staubresistent sein und grossen Temperaturschwankungen widerstehen. Das gilt auch für die Materialien
der bauprovisorischen Installationen, sind sie doch teilweise
bis zu sechs Jahre im Tunnel in Betrieb.
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Kunst und Fotos
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