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Cordula und Co. spielen wie aus Trotz im Rausch - Uli Sckerl

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20
MANNHEIMER
MORGEN
Mittwoch
RHEIN-NECKAR
RN
7. MAI 2008
Ladenburg: Grandioser Cordclub sorgt für Freude im fast leeren Kaiserkeller
Cordula und Co. spielen
wie aus Trotz im Rausch
Diplom-Bierbrauer Kai Müller (r.) und Partner Stephan Kiefer stoßen auf die Eröffnung
BILD: PJ
der neuen Räume ihrer Lobdengau-Brauerei in der Kalten Gasse an.
Ladenburg: Lobdengau-Brauerei eröffnet im alten Schlachthaus
Frisches Fassbier fließt
Bislang war es ja eher eine Hof-Bierproduktion für Eigenbedarf und
Freunde in Ladenburg. Rechtzeitig
zu Beginn der Grillsaison erhöht die
Lobdengau-Brauerei jedoch ihren
Hopfen- und Malzverbrauch: Am
Samstag, 10. Mai, eröffnen Kai Müller und Stephan Kiefer (der „MM“
stellte die Römerstädter Hobbybrauer bereits ausführlich vor) in eigens dafür umgebauten Räumen offiziell ihre Pforten beziehungsweise
Fässer und Zapfhähne.
Diplom-Bierbrauer Müller und
sein Partner aus der Kühltechnikbranche haben das ehemalige
Schlachthaus der früheren Metzgerei Wolf in der Kalten Gasse, Ecke
Färbergasse, für ihre Zwecke hergerichtet und renoviert. Zum zünftigen
Eröffnungsfest auf der Gasse vor
dem Brauhaus gibt es zu Weißwürsten und anderen deftigen Imbissen
das seit dem jüngsten Altstadtfest
auch einem breiteren Publikum bekannte Lobdengau-Bräu in den Sorten Pils und Hefe-Weizen.
„Nachdem unsere öffentliche
Premiere beim Altstadtfest so erfolgreich war, haben wir uns entschlossen, unsere Produktion auszubauen“, erklärte Kai Müller, der übrigens
zunftgemäß in einem Altstadthaus
an der Brauereigasse wohnt. Seit
Mitte März wird im alten Schlachthaus auf Hochtouren gebraut. Im
Herbst oder bei besonderen Anlässen soll es auch mal ein Saisonbier
geben. Momentan ist aber keine Abfüllung in Flaschen möglich. Das
kleinste Fass beinhaltet zehn Liter.
Für größere Sommerfeste stehen Behälter mit 20, 30 und 50-Litern zur
Verfügung.
pj
Stell Dir vor, der grandiose Cordclub
gastiert und kaum einer geht hin.
Genau das passierte in Ladenburg.
„Kein Kommentar zum Thema Resonanz“, sagte Reinhard Markowetz,
der Vorsitzende vom Jazzclub der
Römerstadt, gespielt zerknirscht angesichts von allenfalls knapp 30 Besuchern im Kaiserkeller. Dabei spielten Cordula Hamacher und ihre
Jungs geradezu entfesselt auf. Doch
den ersten lauen Frühlingsband in
diesem Jahr verbrachten viele Jazzfreunde wohl lieber im Freien.
Im legendären Mannheimer OldVienna-Club war es, als eine damals
knapp 20-jährige Querflötistin zwischen zwei Bieren endgültig beschloss, auch das irgendwie heißere
Saxofonspiel zu lernen. Und weil
Cordula Hamacher, von der hier die
Rede ist, musikalisch einiges los hat,
tourte sie während ihres Saxofonstudiums in Frankfurt und Mannheim
schon bald mit der Formation Anaconda durch Deutschland.
Dass dies einer in den 80ern gereiften Neckarstädterin wie Cordula
Hamacher noch lange nicht genügt,
beweist der Umstand, dass die als
Musikerin arrivierte Frau „Auf der
Suche nach dem Wunder“ (Songtitel) zurzeit beim Kompositionsstudium in Linz neue Herausforderungen bewältigt. 2002 gründete sie
den Cordclub. Der Bandname
spielt einerseits auf den Vorname
der Saxofonistin und Querflötistin
an und weckt andererseits Assoziationen an die lässige Eleganz des
Cordstoffs, der „in den 70ern schon
Cordula Hamacher und ihr Cordclub gastierten auf Einladung des Ladenburger Jazzclubs im Kaiserkeller und spielten trotz geringer
Besucherresonanz wie entfesselt auf.
BILD: SCHWETASCH
Retro“ war, wie Jazzclub-Mitglied
Jürgen Borkowski anmerkte, während sich Hamacher sowie Steffen
Stütz, Dietrich Bechtel und Wolfgang Disch wie aus Trotz in einen
Rausch spielten.
Für pure Freude sorgten nicht nur
die heftigen Improvisationen des
Tastenmanns Stütz am E-Piano und
am Hammondorgel-Sounds produzierenden Korg CX3 als „Stage-Organ“. Die beseelten Melodien, welche die Frontfrau ihren Instrumen-
ten entlockte, standen dazu in reizvollem und spannungsreichen Kontrast. Ein begnadet virtuos trommelnder Wolfgang Disch steuerte
zusammen mit Bassist Bechtel komplexe Rhythmen bei. Diese wunderbar flauschig-federnde und unverschämt groovende Musik, teils nachzuhören auf der CD „Cordomatic“,
zog alle in ihren Bann. Stell Dir
vor, es wären mehr Gäste gewesen:
Man hätte die Party der Woche gefeiert.
pj
Heddesheim: Ehrenvorsitzender der Vogelfreunde im Alter von 90 Jahren gestorben
Ladenburg
Ladenburg: Im Freibad beginnt am Samstag die Saison
Tabakgemeinde trauert um Karl Klemm
Schüler lesen
„Undeutsches“
Klares Wasser, frisches Grün
Karl Klemm ist tot. Noch am 1. Mai
feierte er das Fest mit den Vogelfreunden, dem Verein, den er einst
mitgegründet hatte. Nur zwei Tage
später, für alle überraschend, verstarb er infolge eines Herzinfarkts im
Weinheimer Krankenhaus.
Der gebürtige Heddesheimer
wäre im Juni 91 Jahre alt geworden
und hinterlässt neben seiner Frau
Elisabetha eine Tochter, drei Söhne,
fünf Enkel und vier Urenkel. „Er war
bis zum Schluss voll aktiv, viel unterwegs, kümmerte sich um seine Vögel
und nahm noch rege am Vereinsgeschehen teil“, berichtet sein Sohn
Kurt Klemm.
Mit der Familie trauern nun auch
viele Freunde und Bekannte, die Karl
Klemm nicht zuletzt durch sein Wirken in den verschiedenen Vereinen
kannten und schätzten. Unter anderem war Karl Klemm Ehrenvorsitzender und Mitgründer des Vereins
der Vogelfreunde und hat an der
Entstehung von Vogelpark und Bio-
i
Eröffnungsfest, Samstag,
10. Mai, 10 bis 20 Uhr, in der
Kalten Gasse/Färbergasse.
top entscheidend mitgewirkt; er war
Ehrenmitglied und Mitgründer des
Sport-Fischer-Vereins Heddesheim
Karl Klemm ist am vergangenen Samstag
ARCHIVBILD: SCHWETASCH
gestorben.
und Ehrenmitglied im Angelsportverein Ladenburg sowie im DRK
Heddesheim und darüber hinaus
Mitglied im VDK Heddesheim und
im Badischen Sportfischer Verband.
Zu den vielen Auszeichnungen, die der Heddesheimer im Laufe
seines Lebens für oft jahrzehntelanges Engagement erhalten hat, gehören die Henry-Dunant-Ehrenmedaille in Silber des Deutschen Roten
Kreuzes, die Ehrennadel des Landes
Baden-Württemberg, das Verdienstkreuz der Freiwilligen Feuerwehr
Heddesheim sowie die Ehrennadeln
vieler Vereine.
Beruflich war Karl Klemm 30 Jahre Vorarbeiter bei der OEG Mannheim. Sein privates Glück fand er mit
seiner Elisabetha, geb. Edinger, die
er 1939 heiratete und mit der er 2004
die eiserne Hochzeit feierte.
Die Urnentrauerfeier für Karl
Klemm findet am Freitag, 9. Mai, um
13 Uhr auf dem Friedhof in Heddesheim statt.
agö
Am Donnerstag, 8. Mai, 19 Uhr, erinnern Stadtbibliothek und MerianRealschule mit einer Lesung an die
Bücherverbrennung durch das NSRegime vor 75 Jahren. „Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am
Ende auch Menschen.“ Diese Worte
von Heinrich Heine liefern dazu das
Stichwort. Im Mai 1933 war es im
Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ kurz nach der
Machtergreifung der Nationalsozialisten zur systematischen Verfolgung jüdischer, marxistischer und
pazifistischer Schriftsteller, die am
10. Mai in der öffentlichen Bücherverbrennung ihren Höhepunkt fand.
Zur Erinnerung an dieses Ereignis lesen Schüler der Merian-Realschule
Auszüge aus Werken dieser geächteten
Autoren, darunter Bertolt
Brecht, Else Lasker-Schüler und
Irmgard Keun. Veranstaltungsort ist
die Stadtbibliothek, Hauptstraße 8,
der Eintritt ist frei.
hje/zg
Ladenburg: „BuerGenLand“ (Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft) rief zu Aktion in Neubotzheim auf
Demo für Maisanbau ohne Gentechnik
In Ladenburg wird in diesem Jahr
bereits zum dritten Mal Genmais der
Sorte Monsanto MON 810-6 angebaut. Die Aktion „BuerGenLand“
(Bürger für eine gentechnikfreie
Landwirtschaft) rief zum Protest gegen den Anbau gentechnisch veränderten Maises – und rund 100 Bürger
kamen nach Neubotzheim, um
friedlich zu demonstrieren.
Florian Knappe (BUND Dossenheim) sagte, dass MON 10-6 gegen
den Maiszünsler, einen als Maisschädling bekannten Schmetterling,
resistent sei. In der Rhein-NeckarRegion stelle dieses Insekt aber gar
kein großes Problem dar.
Gentechnisch veränderter Mais
sei zwar gegen die Raupe, nicht aber
gegen
den
ausgewachsenen
Schmetterling resistent. Außerdem
könne schon ein tieferes Umpflügen
des Maisfeldes zu seiner Bekämpfung beitragen. Saatgut für MON
810-6 finde in der Landwirtschaft
keinen Zuspruch und es sei bisher
auch nicht verkauft worden. Lediglich Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk wolle
eine Wertprüfung, um den Nutzen
zu dokumentieren. Einen Mehrnutzen für die Landwirtschaft gebe es,
so Knappe, nicht.
Alexander Spangenberg (BUND
Ladenburg) sprach darüber, wie Baden-Württemberg zum MonsantoMaisanbau kam. Die Bundesregierung und Brüssel hätten sich, gegen
den Willen der Mehrheit der Umweltminister, dem Druck gebeugt,
MON 810-6 zuzulassen, da die USA
ansonsten wegen massiver Behinderng der Weltwirtschaft mit massiven Steuern und Zöllen auf Stahl und
Automobile gedroht hatten.
Außerdem, so Spangenberg, gehe
es um ein „Versteck- und Machtspiel“. Monsanto, in den 60er Jahren
schon in den Schlagzeilen wegen der
Beteiligung an der Produktion des
Entlaubungsmittels Agent Orange
und der damit verbundenen irreversiblen Schädigung von Teilen der
Bevölkerung in Vietnam, gehe mit
gefälschten Zahlen an die Öffentlichkeit, erklärte der BUND-Sprecher. MON, so behaupte Monsanto,
sei völlig harmlos.
Auch Spangenberg ließ kein gutes
Haar an Minister Hauk. Während in
verschiedenen Bundesländern der
Anbau von Genmais bereits untersagt sei, bleibe Hauk bei der Forderung nach einer Wertprüfung. Spangenberg forderte, mit GentechnikVersuchen umgehend Schluss zu
machen, sieht er doch beim Genmais, der lediglich als Futtermais
verwendet werden könne, nur die
Spitze eines Eisberges: „Pläne für
Versuche mit Gemüse, Kartoffeln
und Getreide liegen schon bereit.“
MdL Uli Sckerl (Bündnis 90/Die
Grünen) wies darauf hin, dass im
Landtag „immer wieder harte Ausei-
nandersetzungen geführt werden,
obwohl in den letzten 15 Jahren die
Ablehnungsquote seitens der Bevölkerung zwischen 75 und 95 Prozent
liegen.“ Die vom Gesetzgeber als
Schutzmaßnahme für benachbarte
Felder vorgesehene Schneise von
300 Metern Breite, so Sckerl, sei wohl
nur als Versuch zu werten, um die
Gegner der Gentechnik zu beruhigen.
„Aber weder Wind noch Bienen
halten sich an diese Grenze“, sagte
der Abgeordnete. Auch er forderte
die sofortige Beendigung der Gentechnikversuche. Eine entsprechende Forderung in Nürtingen habe zur
friedlichen Besetzung eines Genbaufeldes geführt. Die daraus resultierenden Schlagzeilen hätten zu
Diskussionen in Hochschulgremien
an der FH Nürtingen-Geislingen geführt – mit dem Ergebnis, dass Genversuche in der Region gestrichen
worden seien.
dithu
Von unserem Redaktionsmitglied
Hans-Jürgen Emmerich
Das glasklare Wasser lädt zum
Sprung ins kühle Nass, das Grün am
Beckenrand lädt zum gemütlichen
Verweilen: Am Pfingstsamstag, 10.
Mai, öffnet das städtische Freibad
seine Pforten für die Besucher.
„Das Bad ist in einem wunderschönen Zustand“, schwärmt Bürgermeister Rainer Ziegler beim Ortstermin mit den Mitarbeitern und mit
dem Chef des Fördervereins Freibad
Ladenburg (FFL), Jürgen Müller.
Denn vieles von dem, was den Reiz
des Bades ausmache, sei diesem
Verein zu danken, betont Ziegler
einmal mehr.
Es hat sich wieder einiges getan
im Vorfeld der Saison, wie Ziegler
und Schimmmeister Leppert erläutern. Auf der leicht erweiterten Terrasse vor dem Kiosk stehen schon
die blauen Sonnenschirme. Vor allem aber führt der Weg dorthin jetzt
über einen mit rotem Rechteckpflaster belegten Weg – ohne eine
einzige Stufe. Das Bad behindertengerecht zu machen, sei der Stadt ein
großes Anliegen, betont der Bürgermeister und fügt hinzu: „Wir wollen
ein Zeichen setzen, dass uns Integration wichtig ist.“
„Wir hören nicht auf, sondern
machen immer weiter“, verweist
Herbert Felbek, stellvertretender
Stadtbaumeister und damit auch
Betriebsleiter des Bades, auf die fort-
JAZZ IM GLASHAUS
Am Freitag, 30. Mai, steigt
ab 18 Uhr die Brasilianische
Nacht des Jazzclubs im
Waldpark-Glashaus. Neben
Cocktails und typisch
lateinamerikanischen
Gerichten gibt es freilich viel
Musik: Die unvergleichliche
Ignez Cavalho singt, begleitet
von brasilianischen Musikern. pj
laufenden Sanierungs- und Renovierungsarbeiten. Auf diese Weise
würden auch die Unterhaltungskosten minimiert. Doch nicht nur
hauptamtlich, sondern auch im FFL
engagiert sich Felbek für das Bad.
Ehrenamtlich und mit Vorliebe als
Baggerführer.
Die Hecken geschnitten, beim
Anstrich des Nichtschwimmerbeckens geholfen, die Liegeflächen imprägniert und Pfosten gesetzt: Der
FFL hat mächtig Hand angelegt.
„Wir hatten sehr viel Helfer“, freut
sich Jürgen Müller über die große
Unterstützung.
Am südlichen Rand des großen
Beckens wurde die alte, pflegeintensive Bepflanzung entfernt und durch
eine schmal Hecke aus Hibiskus ersetzt. „Früher haben wir hier das
Elend gepflegt“, bemerkt Felbek. In
Zukunft soll der Pflegeaufwand auch
hier deutlich geringer sein.
Bereits Anfang vergangener Woche wurde das große Becken gefüllt.
Rund 4000 Kubikmeter Wasser fasst
es, 1500 Kubikmeter pro Stunde werden dank der neuen Technik umgewälzt und aufbereitet. Deutlich verbessert wurde laut Felbek jetzt auch
die Anlage für das Kinderplanschbecken. 100 000 Euro musste die
Stadt dafür ausgeben, eine Investition in die Sauberkeit des Wassers.
i
Öffnung der Freibadsaison:
Samstag, 10. Mai, 8.30 Uhr 19.30 Uhr; Telefon 06203/31 62.
Herbert Felbek, Bürgermeister Ziegler, FFL-Chef Jürgen Müller und das Fachpersonal
BILD: HJE
(Marc Schöfer, Jörg Leppert, Jessica Faß) inspizieren das Freibad.
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