close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Kontinuierliche Emissionsmessung von klimarelevanten Gasen wie

EinbettenHerunterladen
Inhalt
»» Kontinuierliche Emissionsmessung von klimarelevanten Gasen
wie CO2, CH4 und N2O
»» Zwei Pilotanlagen zur Aufbereitung von Deponiegas in der
Toskana – Projekt „UPGAS“
»» Laborerfahrungsaustausch MBA
„Analytik und Atmungsaktivität“
»» Steigerung der Ressourceneffizienz bei der Herstellung und Verwertung von Elektronikprodukten
in China – Projekt „REWIN“
»» EU-weite Reduktion von Lebensmittelabfällen entlang der
gesamten Wertschöpfungskette –
Projekt „FUSIONS“
»» Aufkommen von Lebensmittelabfällen in Deutschland
»» Bewirtschaftung organischer
Haushaltsabfälle in Äthopien
»» ABF-BOKU unterwegs - Exkursionen SS 2012
»» Diplomarbeiten und Dissertationen am ABF
»» Vortragsreihe Forschungsberichte
zur Abfallwirtschaft
»» Kurznotizen
Editorial
Es freut uns, den aktuellen Newsletter des ABF-BOKU präsentieren zu können. Ziemlich genau ein Jahr ist seit dem Erscheinen der letzten Ausgabe vergangen. Ein Jahr, in dem sich einiges verändert hat. O.Prof. Peter Lechner ist mit
Herbst vergangenen Jahres emeritiert, und ich wurde für die kommenden vier
Jahre auf die Professur „Globale Abfallwirtschaft“ berufen. Dass sich das ABFBOKU mit vielen „grenzüberschreitenden“ und „globalen“ abfallwirtschaftlichen
Fragestellungen und Forschungsaufgaben beschäftigt, veranschaulicht dieser
Newsletter, in dem Sie kurze Beschreibungen einiger aktuell laufender bzw. kürzlich abgeschlossener „globaler“ Projekte wie auch Diplom- und Masterarbeiten
finden. Unter „global“ verstehen wir am ABF-BOKU dabei nicht ausschließlich den
geographischen Aspekt, sondern sehen darin vielmehr eine „umfassende“ wissenschaftliche Herangehensweise an aktuelle abfallwirtschaftliche Problemstellungen, in der technische, ökologische und sozio-ökonomische Ansätze vereint
werden. Technische Innovationen und neue Abfallvermeidungs-, Verwertungsund Behandlungskonzepte, die am ABF-BOKU erforscht und entwickelt werden,
werden parallel dazu mit Methoden des „Life-Cycle-Assessments“ (LCA - Lebenszyklusanalyse) evaluiert, wobei zunehmend auch neue Ansätze wie „Social LCA“
oder „Live-Cycle Costing“ zum Einsatz kommen. Die umfassende Untersuchung
eines sehr aktuellen „globalen“ Umweltproblems, des anthropogen bedingten
Klimawandels bzw. konkret des Beitrages von Abfallbehandlungsmaßnahmen
und Anlagen dazu, steht am ABF-BOKU ebenfalls in einem zentralen Fokus, wofür nun auch innovative und hochsensitive Messmethoden zur Verfügung stehen.
Gemeinsam mit meiner Kollegin, Frau Dipl.Ing. Gudrun Obersteiner, welche mit den geschäftsführenden Agenden des ABF-BOKU betraut ist, und dem
ABF-BOKU Team werden wir Sie in den nächsten Jahren in gewohnter Weise im
Rahmen unseres ABF-Newsletters über unsere aktuellen Tätigkeiten auf dem
Laufenden halten.
Marion Huber-Humer
Kontinuierliche Emissionsmessung von klimarelevanten
Gasen wie CO2, CH4 und N2O
Der Anteil des Sektors Abfallwirtschaft an den gesamten Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) in Österreich
betrug im Jahr 2008 ca. 2 %. Innerhalb des Sektors sind die klimarelevanten Gase Methan (CH4 für 81 %), Lachgas
(N2O für 18 %) und Kohlendioxid (CO2 für < 1 %) für diese THG-Emissionen verantwortlich. Die Kenntnisse über die
wichtigsten Emittenten und deren Intensität sind notwendig, um wirkungsvolle Maßnahmen zur Emissionsreduktion zu ergreifen. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Quantifizierung der THG-Emissionen aus diffusen
Quellen dar, die beispielsweise bei Abfallbehandlungsanlagen und Deponien auftreten. Mit den zwei neuen Analysegeräten des ABF-BOKU ist es nun möglich, Treibhausgase wie CH4, CO2 und N2O kontinuierlich zu messen und zu
quantifizieren. In Zukunft sollen diese innovativen Messtechniken im Rahmen von Forschungsprojekten weiterentwickelt werden, um zukünftig mit vertretbarem Aufwand diffuse THG-Emissionen aus abfallwirtschaftlichen Anlagen
erfassen und quantifizieren zu können.
Optische Fernmessmethode zur kontinuierlichen Messung von CO2 und CH4
Durch den Einsatz optischer Fernmessverfahren können die
bisherigen Einschränkungen von Punktmessungen aufgehoben
werden. Abhängig von der Fragestellung werden die Messungen entweder in Verbindung mit meteorologischen Daten (Ultraschall-Anemometer) und einer Ausbreitungsmodellierung
oder mit Hilfe von Tracergasen (Strömungstests) durchgeführt.
Die Messung und Bewertung diffuser Emissionen von Abfallbehandlungsanlagen und Deponien ist mit bisherigen Emissionsmessungen schwer möglich. Diese basieren meist auf
konventionellen Punktmesssystemen (z.B. Haubenmesstechnik
oder FID-Rastervermessung). Außerdem kann kein Tages- bzw.
Jahresgang der Emissionen dargestellt werden, da der Messaufwand und die damit verbundenen Kosten in keinem vernünftigen Verhältnis gehalten werden können.
Institut für Abfallwirtschaft
1
September 2012
semissionen stammen dabei zu 62 % aus
der Abwasserbehandlung, zu 36 % aus der
weiteren Abfallbehandlung (MBA und Kompostierung) und zu 2 % aus der Abfallverbrennung (Chuhls und Clemens, 2012).
Um Lachgas kontinuierlich messen zu
können, verfügt das ABF-BOKU über ein
innovatives Messgerät, welches in Österreich einzigartig ist und erstmalig zum Einsatz gebracht wird. Ähnlich der optischen
Fernmessmethode ist das Messprinzip eine
Weiterentwicklung der Spektroskopie mittels optischer Resonatoren: Off-Axis ICOS
(„Integrated Cavity Output Spectroscopy“
bzw. resonatorverstärkte Absorptionsspek-
Schematischer Aufbau des GasFinder 2.0 (Boreal Laser Inc.)
Somit kann auch ohne Kenntnis des Volumenstromes des zu
quantifizierenden Gases beim Austritt aus der Oberfläche auf
die Emissionsrate rückgerechnet werden. Die Leistungsfähigkeit
dieser Art der Emissionsratenberechnung wurde in den letzten
Jahren durch eine Vielzahl internationaler Studien bestätigt.
Die Vorteile dieser neuen Technologie liegen darin, große
Flächen optisch zu „scannen“ ohne dabei die Gasflüsse an der
Oberfläche bzw. Austrittsstelle zu beeinflussen. Aufgrund der
berührungslosen und schnellen Messung (innerhalb von Sekunden) können auch relativ kurzfristige Konzentrationsschwankungen entdeckt werden. Weiters sind auch Messungen über
unzugänglichen Gebieten bzw. Bereichen möglich.
Das ABF-BOKU verfügt über 3 tragbare und feldtaugliche
open-path Messgeräte („GasFinder 2.0“). Diese basieren auf
dem TDLS System („Tunable Diode Laser absorption Spectrometer“). Es können damit Konzentrationen der klimarelevanten
Gase CH4, CO2 und C2H2 (als Tracer) in der Luft gemessen werden.
Das Messprinzip basiert auf der „Einlinien-IR-Spektroskopie“. Die Laserdiode ist mit einer spezifischen Wellenlänge auf
das zu quantifizierende Gas eingestellt (z.B. 1650 nm für CH4).
Dadurch können Querempfindlichkeiten auf andere Gase ausgeschlossen werden. Die Absorptionslinie des Messgases liegt
im nahen IR-Bereich und wird zwischen der Lichtquelle (Laserdiode) und einem Retroreflektor in einer offenen Messstrecke
gemessen. Aus dieser Absorption wird die mittlere Gaskonzentration über die gesamte Messstrecke (ppm*m = Produkt aus
Konzentration und Länge der Messstrecke) berechnet. Durch
eine ständige interne Kalibrierung läuft die Messung über lange
Zeit stabil und störende Einflüsse wie Temperaturschwankungen
werden intern kompensiert.
Die besondere Eignung der TDLS-Methode für das Monitoring von diffusen Emissionen lässt sich wie folgt zusammenfassen:
• kontinuierliche Messung von CO2 und Methan
• keine Querempfindlichkeit auf andere Gase
• hohe Messempfindlichkeit (z.B. CH4: 0,01 ppm auf 100 m,
CO2: 5 ppm auf 100 m)
• Messung über eine Strecke von 1 – 500 m
• Konzentrationsmessung über lange Zeit stabil
• robustes Gerät für den Feldeinsatz
troskopie).
Das zu messende Gas wird dabei durch eine geschlossene
Messzelle gesaugt und dort mit einem Laserstrahl im mittleren
IR-Bereich durchleuchtet. Durch die schräge Einleitung des Laserlichtes (off axis) wird der Strahl mehrere tausend Mal durch
Spiegel reflektiert. Ein Detektor hinter den Spiegeln misst dabei
den Verlust an Reflektivität über den dann die Konzentration
von Lachgas und Kohlenmonoxid (CO) im Gas bestimmt wird.
Vor dem Messgerät können ein Multiport-Gasverteiler und
eine Verdünnungseinheit angeschlossen werden. Somit können
Gasproben von 8 verschiedenen Probenahmestellen entnommen und der obere Messbereich um das Hundertfache auf 400
ppm vergrößert werden.
Ein möglicher Anwendungsbereich des Analysegerätes sind
Schematischer Aufbau der Off-axis ICOS Technologie (LGR Inc.)
Fragestellungen im Bezug auf MBA, Kompostierung und Biogase
in Deponien. Dabei können kontinuierliche Messungen über den
Zusammenhang der Entstehung bzw. Vermeidung von Lachgas
bei der Abfallbehandlung unter Berücksichtigung des Stickstoffkreislaufes Aufschluss geben. Weiters können durch die Eignung
des Gerätes für die statistische Methode der Eddy-Kovarianz die
Emissionsraten aus diffusen Quellen berechnet werden.
Die Vorteile der Off-Axis ICOS Technologie zur Lachgasmessung sind folgende:
• kontinuierliche Messung von N2O und CO
• Messungen an 8 verschiedenen Probenahmepunkten
• Möglichkeit zur Fernbedienung des Analysegerätes über
das Internet
• großer Messbereich von 0,005 bis 4 ppm (erweiterbar auf
0,005 bis 400 ppm)
• robustes Gerät für den Feldeinsatz
Kontinuierliche Messung von N2O und CO
Während die Emissionen von Methan aufgrund der zurückgehenden direkten Deponierung stetig sinken, ist eine Zunahme der Lachgasemissionen im Sektor Abfallwirtschaft um
180 % (im Zeitraum 1990 bis 2008) zu beobachten. LachgaInstitut für Abfallwirtschaft
Beitrag: Dipl.Ing. Robert Glanz und Dipl.Ing. (FH) Dipl.Ing. Marlies Hrad
Kontakt: robert.glanz@boku.ac.at marlies.hrad@boku.ac.at
2
September 2012
Zwei Pilotanlagen zur Aufbereitung von
Deponiegas in der Toskana – Projekt „UPGAS“
Das EU-LIFE+ Projekt „UPGAS-LOWCO2“ (2010 bis September 2012) beschäftigte sich mit innovativen Prozessen
zur Aufbereitung von Bio- und Deponiegas. Gemeinsames Merkmal der innovativen Prozesse ist, dass CO2 nicht
emittiert, sondern in alkalischen Reststoffen chemisch fixiert wird. Dazu wurden im Jahr 2011 am Standort der Deponie Podere Rota (Toskana) zwei Pilotanlagen zur Aufbereitung von Deponiegas errichtet.
Das Institut für Abfallwirtschaft (BOKU)
war hierbei vor allem bei der Planung der sogenannten BABIU-Anlage involviert. BABIU ist
ein Verfahren, bei dem zwischengelagerte MVRostasche (auch „Müllverbrennungsschlacke“
genannt) für die Aufbereitung von Biogas bzw.
Deponiegas verwendet wird (BABIU = Bottom
Ash for Biogas Upgrading). CO2 reagiert mit
dem in der MV-Rostasche enthaltenen Kalziumhydroxid, wobei schwerlöslicher Kalzit (CaCO3)
gebildet wird. Die MV-Rostasche wird in einem
Karbonatisierungstank (= ruhendes Mehrkammer-System) von unten mit Biogas beschickt
und nimmt CO2 und H2S auf. Am oberen Ende
des Tanks kann fast reines Methan gesammelt
und nach Trocknung verwertet werden.
BABIU Pilotanlage Podere Rota (gelbe Rauten beschreiben die gemessenen Parameter) Die in der Toskana errichtete Versuchsanlage
© ABF-BOKU
3
hat eine Kapazität von ca. 4 m /h Deponiegas.
Die BABIU-Versuchsanlage wurde diskontinuierlich betrieben.
Zusätzlich liegen nun folgende Erfahrungen bzw. Ergebnisse
Es liegen bisher Ergebnisse von fünf Testläufen vor, wobei jevor:
weils 990 bis 1.000 kg MV-Rostasche aus Arezzo verwendet
• Die Rohgaszusammensetzung – insbesondere der O2wurde.
Gehalt und CO2-Gehalt - muss kontinuierlich überwacht
Die Idee für das zweite Verfahren (AwR-Verfahren: Absorpwerden.
tion with Regeneration) stammt von der Universität Rom. Beim
• Die Durchflussrate konnte von ursprünglich 2,0 m3/(h*t)
AwR-Verfahren werden CO2 und H2S aus dem Deponie- bzw.
auf ca. 3,7 m3/(h*t) angehoben werden. Noch größere VoBiogas in einem Säulenwäscher entfernt, welcher mit NaOHlumenströme sind wenig geeignet.
oder KOH-Lösung beschickt wird. Es entsteht eine Na2CO3- bzw.
• Die für die Spülung nötige Menge an Stickstoff (1,1 Nm3/t)
K2CO3-Lösung, die anschließend mit einem feinkörnigen alkaliist ökologisch vertretbar und leistbar.
schen Reststoff wieder in NaOH-Lösung bzw. KOH-Lösung umDie für das AwR-Verfahren durchgeführten Tests zeigen,
gewandelt wird (= Regeneration).
dass auch dieses Verfahren grundsätzlich technisch geeignet
Die in der Toskana durchgeführten Tests in der BABIU-Pilotist. Durch Aufsalzung der Waschlösung und beschränkten Wiranlage bestätigen die positiven Ergebnisse früherer Labortests kungsgrad der chemischen Reaktionen muss jedoch zusätzlich
(80 kg-Maßstab):
synthetisches NaOH (bzw. KOH) eingesetzt werden. Dies ver• CH4-Konzentrationen über 95 % können über längere Zeit schlechtert die CO2-Bilanz des AwR-Verfahrens. Eine vorangehinweg erreicht werden.
hende Wäsche des alkalischen Reststoffes ist daher erforderlich.
• H2S wird nahezu vollständig fixiert.
An der Optimierung dieser Vor-Wäsche wird noch gearbeitet.
• Die Auslaugbarkeit der Elemente Al, Pb, Zn und Cu und
Eine zweite Wäscherstufe (Wäsche nach CO2-Fixierung) dient
der pH-Wert der Asche werden verringert.
der Erfüllung der Kriterien für die Auslaugbarkeit von Abfällen
für „non-hazardous landfills“ in der EU.
Die vorläufige ökonomische Bewertung ergab spezifische
Aufbereitungskosten von 0,08 bis 0,18 €/kWh für das BABIUVerfahren und 0,23 bis 0,39 €/kWh für das AwR-Verfahren,
wenn der behandelte alkalische Reststoff deponiert wird. Falls
durch eine weitere Klassierung der karbonatisierten MV-Rostasche ein Ersatz-Baustoff hergestellt werden kann, dann kann
auch die Biogas-Aufbereitung aus der Differenz zwischen Deponiegebühren und dem Erlös aus dem Verkauf des Baustoffes
annähernd kostenneutral durchgeführt werden.
Beitrag: Mag. Peter Mostbauer
Kontakt: peter.mostbauer@boku.ac.at
Projekt: www.upgas.eu
Exemplarisches Ergebnis – BABIU (2012)
Institut für Abfallwirtschaft
3
September 2012
Laborerfahrungsaustausch MBA
„Analytik von Atmungsaktivität und Gasbildung“
Im Dezember 2011 fand der 2. Laborerfahrungsaustausch MBA statt. MitarbeiterInnen des Instytut Ceramiki i Materialow Budowlanych – Oddzial Inzynierii Procesowej Materialow Budowlanych w Opolu und der M-U-T Maschinen Umwelttechnik Transportanlagen GmbH besuchten das ABF-Labor. An Hand von in der MBA Wr. Neustadt entnommenen
Proben wurde der gesamte Analysengang – von der Aufbereitung bis zur Bestimmung der Atmungsaktivität (AT4)
mittels Sapromat® und OxiTop® bis zur Bestimmung der Gasbildung im Inkubationsversuch (GS21) – demonstriert
und diskutiert. Anschließend wurden im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 20 Proben aus polnischen MBA-Anlagen
vom Institut Ceramiki und dem ABF-BOKU parallel analysiert.
Durch den EU-Beitritt ergab sich für Polen die Notwendigkeit
die aktuelle Situation der Abfallwirtschaft dem EU-Recht anzupassen. Unter anderem wurde eine Vielzahl von mechanisch
biologischen Anlagen zur Vorbehandlung von Abfällen vor ihrer
Deponierung errichtet. Die Analysenmethoden zum Nachweis
einer erfolgreichen Behandlung wurden aus Österreich übernommen.
Vor Anschaffung der erforderlichen Analysengeräte durch
das polnische Labor des Institutes Ceramiki wurde im Juli 2011
am ABF-BOKU ein erster Erfahrungsaustausch zu den Methoden
durchgeführt. MitarbeiterInnen des polnischen Labors und der
M-U-T GmbH hatten Gelegenheit die Analysenmethoden anzuwenden und zu diskutieren.
In einer theoretischen Einführung wurden die Analysenmethoden vorgestellt und die Änderungen der im Zuge der bis Juli
2012 durchgeführten Überarbeitung der Normenserie ON S 2027
Teil 1 bis 4 erläutert. Ein anschließend erarbeiteter Probenahmeplan wurde am 2. Workshop-Tag in der MBA Wiener Neustadt in die Praxis
umgesetzt. Nach
dem
Shreddern
der feuchten Probe auf < 20 mm
wurde der komplette Analysengang im Labor demonstriert.
Die Atmungsaktivität
(AT4)
wurde
mittels
Probenahme in der MBA Wr. Neustadt
Sapromat® und
© ABF-BOKU
OxiTop® durchgeführt. Gezeigt wurden die besonders wichtige
Probenvorbereitung (Einstellen des Wassergehaltes, Vorbelüften der Proben), der Einbau der Proben in die Analysengeräte,
die Versuchsbetreuung und die Auswertung der Versuchsergebnisse. Beim Inkubationsversuch (GS21), der 21 Tage dauert,
wurde die Auswertung anhand eines bereits abgeschlossenen
Versuches demonstriert. Die Ergebnisse der Probe aus Wiener
Neustadt wurden den Teilnehmern\-innen nach Versuchsende
übermittelt.
Im Dezember 2011 fand in Wien ein 2. Laborerfahrungsaustausch statt. Das polnische Labor hatte in der Zwischenzeit das
Zerkleinerungsaggregat und den OxiTop® in Betrieb genommen und erste
Atmungsaktivitätsmessungen selbständig
durchgeführt.
Das Programm
des 2. Erfahrungsaustauschs
war ähnlich jenem des ersten
aufgebaut. Besonderes
Au- Labortraining zu Atmungsaktivität (li.: OxiTop®)
genmerk wurde und Gasbildung (re.: Inkubationsversuchsanlage) © ABF-BOKU
diesmal auf die
Diskussion der persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer mit
den Analysenmethoden gelegt. So wurden in Polen aufgetretene
Probleme bei der Probenvorbereitung und Auswertung diskutiert – z.B. Probleme bei der Bestimmung und Berücksichtigung
von lag-Phasen.
Im ersten Halbjahr 2012 wurden vom polnischen Partner ca.
20 Proben aus MBA-Anlagen und Kompostanlagen aufbereitet
und zur Stabilisierung tiefgefroren. Teilproben der sehr unterschiedlich reaktiven Materialien (die AT4 lag zwischen 1 und 47
mgO2/g TM, die GS21 betrug 0,5 bis 48 Nl/kg TM) wurden ans
ABF-BOKU geschickt. Alle Proben wurden am Institut Ceramiki und aus Schulungszwecken parallel im ABF-Labor analysiert.
Dadurch war es möglich, die Analysenergebnisse der polnischen
MitarbeiterInnen zu evaluieren und Schwachpunkte der Analysenroutine aufzuzeigen.
Beitrag: Dipl.Ing. Erwin Binner
Kontakt: e.binner@boku.ac.at
Steigerung der Ressourceneffizienz
bei der Herstellung und Verwertung von Elektronikprodukten in China – Projekt „REWIN“
Das Institut für Abfallwirtschaft koordiniert das Projekt „REWIN“ zusammen mit Partnern aus den Niederlanden und
der Volksrepublik China. Ein Dokumentationssystem für gefährliche Abfälle wurde bereits im Rahmen des Vorgängerprojektes „HWM China“ geschaffen und umgesetzt. Im Zuge von „REWIN“ soll dieses wichtige Dokumentationssystem für die Elektronikindustrie angepasst werden.
Hintergrund von REWIN ist die steigende Produktion in der
dynamischen chinesischen Elektronikindustrie – fast ein Drittel der weltweit produzierten Elektrogeräte werden mittlerweile in China gefertigt. Werden diese Produkte am Ende des
Institut für Abfallwirtschaft
Produktlebenszyklus nicht fachgerecht entsorgt, kann dies zu
Umweltschäden führen. Gebrauchte elektrische und elektronische Geräte enthalten außerdem zahlreiche Materialien, die als
wertvolle Sekundärrohstoffe im Produktionsprozess von neuen
4
September 2012
Projektskizze kundärrohstoffen) um 10 – 15 % (Basis 2010) innerhalb
der 700 – 800 teilnehmenden KMUs.
• Erhöhung der Sammelrate von Elektroaltgeräten unter
den beteiligten KMUs um 60 % (Basis 2010).
• Erhöhung des EAG Recycling-Anteils um 20 – 30 % in den
Anlagen der Recyclingfirmen (Basis 2010).
• Ausbildung von 35 Trainern, welche ca. 200 Teilnehmer
im Rahmen mehrerer Trainingskurse ausbilden. Hierbei ist
das Ziel, die Beteiligung der KMUs am Dokumentationssystem, sowie an der Tauschbörse für Sekundärrohstoffe
zu fördern.
• Durchführung von drei Lehrgängen mit der Ausbildung
von ca. 120 Teilnehmern\-innen aus der Elektronikproduktion und aus dem Industriedesignebereich.
Im
Dezember
2011 wurde das Projekt bereits gestartet
und mittlerweile wurde im chinesischen
Umweltministerium
ein Softwaresystem
zur Dokumentation
für die chinesischen
KMUs entwickelt. Im Anlieferung zu einer Recyclinganlage in der
Nähe Pekings © ABF-BOKU
September 2012 finden Betriebsbesuche und „train-the-trainer“-Kurse in Guangzhou, Hangzhou, Nanjing und Wuhan statt.
Das Projekt wurde im Rahmen des SWITCH-Asia Förderprogrammes eingereicht und läuft von Dezember 2011 bis Juli
2015 (44 Monate).
© ABF-BOKU
Geräten eingesetzt werden können. Beispielsweise liegt der
Goldgehalt von Handys bei ca. 350 g pro Tonne – das sind mehr
als das 70-fache über dem Goldgehalt von Erzen in Goldminen.
Vier chinesische Partnerinstitutionen und zwei europäische
Institutionen arbeiten daran, Angebot und Nachfrage von Sekundärrohstoffen in der Produktion sowie im Recycling von
Elektro(alt)geräten – kurz EAG – zu verknüpfen. Ziele sind einerseits die Entwicklung einer adäquaten Recyclinginfrastruktur für EAGs sowie für Sekundärrohstoffe aus der Produktion,
und andererseits die gemeinsame Entwicklung und Implementierung eines mit einer Tauschplattform für Sekundärrohstoffe
kombinierten Abfallinformationssystems.
Durch die EU-China-Partnerschaft sind folgende konkrete
Ergebnisse geplant:
• Bildung eines Netzwerks von 350 – 400 KMUs (ElektronikProduzenten und Recyclingfirmen) im ersten und zweiten
Projektjahr. Am Projektende sollen mindestens 700 – 800
KMUs im Abfallinformationssystem (Dokumentationssystem für Abfälle aus dem Elektroniksektor) registriert sein.
• Erhöhung des Anteils an umweltfreundlich produzierten
Produkten (definiert durch einen erhöhten Anteil an Se-
Mehr Information zum Projekt „REWIN“: hier
Beitrag: Dipl.Ing. Roland Linzner und Dipl.Ing. Mag. Peter Beigl
Kontakt:stefan.salhofer@boku.ac.at
EU-weite Reduktion von Lebensmittelabfällen entlang der
gesamten Wertschöpfungskette – Projekt „FUSIONS“
Vom Anbau bis zum Essen auf dem Teller sollen Ressourcen effizienter genutzt und eine deutliche Reduktion von Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erzielt werden. So lautet das Ziel von FUSIONS, ein
4 Jahre dauerndes europäisches FP7-Projekt, welches Universitäten, Wissenseinrichtungen, Konsumentenorganisationen und Unternehmen vereint. Ihr Bestreben ist die Vermeidung von Lebensmittelabfällen durch Stimulation von
sozialen Innovationen in Fallstudien, durch die Bewertung von Methoden zum Monitoring und durch die Ausarbeitung
von Leitfäden für politische Entscheidungsträger. Wageningen UR Food & Biobased Research fungiert als Koordinator
für 21 Partner aus 13 europäischen Ländern.
Auf Initiative der Wageningen UR wurde FUSIONS (Food Use
for Social Innovation by Optimising waste prevention Strategies) bei der Ausschreibung im FP7, dem EU Forschungs- und
Entwicklungsprogramm, eingereicht. Mit einer von der Europäischen Kommission bewilligten Fördersumme von 4 Millionen
Euro will FUSIONS maßgeblich zu einem ressourceneffizienten
Europa durch die Vermeidung von Lebensmittelabfällen beitragen. Das vier Jahre andauernde Projekt wurde am 1. August
2012 gestartet.
Offenkundig ist es schwierig, die Lebensmittelabfälle quantitativ bestimmen zu können, vor allem, weil in den einzelnen Ländern und von den Akteuren verschiedene Erhebungsmethoden
Institut für Abfallwirtschaft
verwendet werden. In vielen Ländern wurden bereits zahlreiche
Initiativen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen gegründet.
FUSIONS wird das Wissen und die Erfahrungen dieser Initiativen sammeln und miteinander verknüpfen. Das Projektkonsortium umfasst 21 Partner aus 13 europäischen Ländern, die gemeinsam für die Vermeidung von Lebensmittelabfällen arbeiten.
Das Ziel zur deutlichen Reduktion von Lebensmittelabfällen soll
durch eine umfassende, erfahrene Kooperation erreicht werden,
welche alle Akteure der Wertschöpfungskette einschließt – wie
Behörden, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Wissenseinrichtungen sowie Konsumentenorganisationen.
FUSIONS wird eine europäische Multistakeholderplattform
5
September 2012
etablieren, um gemeinsame Visionen und Strategien für die
Vermeidung von Lebensmittelverlusten und der Reduktion von
Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette durch
soziale Innovation zu erreichen. Hierbei sollen neue Ideen hinsichtlich Produkte, Services und Modelle geschaffen werden,
welche gleichzeitig die sozialen Bedürfnisse erfüllen (größere
Effektivität als Alternativen) und neue soziale Beziehungen kreieren. Mehr als 80 themenführende Organisationen haben bereits ihre Unterstützung für FUSIONS zugesagt.
Das übergeordnete Ziel des
Projektes ist sein Beitrag zu einer Harmonisierung des Monitorings von Lebensmittelabfall,
die Machbarkeit von sozialinnovativen Maßnahmen zur
optimierten Nutzung von Lebensmitteln entlang der Wertschöpfungskette und die Entwicklung von Leitfäden für eine
Logo des EU-Projektes FUSION
gemeinsame Lebensmittelabfallpolitik innerhalb der EU-27. Durch die von FUSION entwickelten Empfehlungen für politische Entscheidungsträger sowie für
andere relevante Akteure soll eine gemeinsame Basis geschaffen werden, um das angestrebte Ziel der 50 %-igen Verminde-
kette bis 2020 zu erreichen. Beispiele beinhalten eine einheitliche Verwendung von Verkaufs- oder Verbrauchsdaten, Innovationen bezüglich der Haltbarkeit von Lebensmitteln oder kreative
Lösungen für Verhaltensänderungen von Akteuren.
Alles beginnt mit einheitlichen, abgestimmten Definitionen
und einer gemeinsamen Methodologie, um die Bandbreite des
Problems sowie dessen Einflussfaktoren darstellen zu können.
Die Auftaktveranstaltung von FUSIONS wird im November
2012 stattfinden, gefolgt von einer ersten Multistakeholdersitzung im Frühjahr 2013, um dort die ersten Ergebnisse zu diskutieren.
rung von Lebensmittelabfällen und der 20 %-igen Verringerung
des Inputs an Ressourcen in der Lebensmittelwertschöpfungs-
Kontakt: felicitas.schneider@boku.ac.at
Nähere Informationen zum Projekt erhalten Sie bei den Koordinatoren
Toine Timmermans oder Hilke Bos-Brouwers:
Kontakt:toine.timmermans@wur.nl
hilke.bos-brouwers@wur.nl
Projekt: Homepage in Bearbeitung
Facebook:EU FUSIONS
Twitter:@EU_FUSIONS
Weiterführende Informationen zum Thema Lebensmittelabfälle: hier
Beitrag: Dipl.Ing. Felicitas Schneider
Aufkommen von Lebensmittelabfällen in Deutschland
Wie schon im letzten ABF-Newsletter berichtet, erstellte das ABF-BOKU mit seinem Kooperationspartner, dem Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart (ISWA), eine Studie für
das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die in Deutschland anfallenden
Lebensmittelabfälle und deren Vermeidungspotential.
Seit Ende 2010 rückte das Thema Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Deutschland stark in den Vordergrund. Zahlreiche nationale wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche
Veranstaltungen trugen über die begleitende Medienberichterstattung zu einer breiten öffentlichen Diskussion bei, regional
wurden Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmitteln umgesetzt. Das große gesellschaftspolitische Interesse spiegelte sich
auch in der zahlreichen Berichterstattung in Presse und Rundfunk sowie in den Besucherzahlen des Kinodokumentarfilms
„Taste the Waste“, in welchem das ABF-BOKU auch vertreten ist,
wider. Dennoch lagen wissenschaftlich fundierte Abschätzungen
über das Aufkommen an Lebensmittelabfällen bzw. deren Vermeidbarkeit für das gesamte Bundesgebiet von Deutschland
nicht vor. Vorhandene Daten stammten aus den späten 1990er
Jahren und fußten zumeist auf Erhebungen in Bundesländern,
die auf Deutschland hochgerechnet wurden bzw. auf der Auswertung statistischer Daten auf Basis von Eurostat. Eine aktuelle Befragung von Haushalten zum Wegwerfverhalten in Bezug
auf Lebensmittel lag für ganz Deutschland vor. Diese bildete
jedoch lediglich das selbstberichtete Verhalten der Befragten
ab. Vor diesem Hintergrund wurde vom deutschen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ziel die Abschätzung der
weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland
umfasste. Der Untersuchungsrahmen erstreckte sich dabei auf
einen Großteil der Wertschöpfungskette – von der Lebensmittelindustrie über den Groß- und Einzelhandel bis zu den GroßverInstitut für Abfallwirtschaft
brauchern und Haushalten. Der Bereich Landwirtschaft wurde
nicht bearbeitet, da hier eine separate Studie im Laufen war.
Das Projektkonsortium setzte sich aus dem Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart (ISWA) und dem ABF-BOKU zusammen.
Für die Abschätzung wurde auf bereits vorliegende Informationen in Form von amtlichen Statistiken, nationaler und
internationaler Fachliteratur, Umfrageergebnissen und Projektberichten zurückgegriffen. Die erhobenen Daten und Informationen wurden im Zuge von Expertengesprächen sowie mit Hilfe
von stichprobenhaften Einzeluntersuchungen ergänzt.
Als „Lebensmittelabfälle“ wurden alle während der Produktion, der Verarbeitung, der Zubereitung und dem Verzehr von Lebensmitteln anfallenden Abfälle definiert. Diese Gruppe unterteilt sich in weiterer Folge in „vermeidbare Lebensmittelabfälle“,
welche zum Zeitpunkt ihrer Entsorgung noch uneingeschränkt
genießbar sind oder bei rechtzeitiger Verwendung genießbar
gewesen wären und in „teilweise vermeidbare Lebensmittelabfälle“, welche aus Mischungen an vermeidbaren und nicht
vermeidbaren Lebensmittelabfällen bestehen (z.B. Speisereste,
Kantinenabfälle u.a.), sowie in „nicht vermeidbare“ Lebensmittelabfälle, welche bei der Speisenzubereitung entstehen und
üblicherweise nicht gegessen werden (z.B. Schalen).
Die Studie zeigt, dass in Deutschland zwischen 8 und 15 Mio.
t an Lebensmittelabfällen pro Jahr anfallen, wobei sich ein Median von rund 11 Mio. t pro Jahr ergibt. Davon entfallen 61 % auf
private Haushalte, je 17 % auf Industrie und Großverbraucher
und 5 % auf den Handel. Bei der Betrachtung der Ergebnisse ist
6
September 2012
zu beachten, dass die Landwirtschaft gänzlich unberücksichtigt
bleibt und die Datenlage in der verarbeitenden Industrie sowie
im Handel auf einer sehr geringen Informationstiefe basiert,
wodurch sich auch die große Schwankungsbreite ergibt.
Der Anteil an vermeidbaren Lebensmitteln konnte aufgrund
der mangelnden
Datenlage
nur
in
Te i l b e r e i c h e n
abgeschätzt
werden.
So
können
etwa
49 % der Lebensmittelabfälle bei Großve r b ra u c h e r n
als vermeidbar
von li.: Ministerin I. Aigner (BMELV),
eingestuft werF. Schneider (ABF-BOKU), B. Dieckmann (Welthungerhilfe), Prof. M. Kranert (ISWA)
den, was einer
Größenordnung von bis zu 1,1 Mio. t pro Jahr entspricht. Von
den rund 6,7 Mio. t bzw. 81,6 kg an Lebensmitteln pro Einwohner und Jahr, die den Berechnungen zufolge von privaten Haushalten entsorgt werden, könnten etwa 47 % vermieden bzw.
18 % teilweise vermieden werden. Die Daten im Haushaltsbereich berücksichtigen alle Entsorgungswege, d.h.: neben dem
kommunalen Abfallsammelsystem (Restmüll, Bioabfall) auch
die Entsorgung über den Kanal, über die Verfütterung an Tiere
und die Eigenkompostierung.
Die Ergebnisse wurden bei einer Veranstaltung am 27.3.2012
in Berlin unter Anwesenheit von Frau Ministerin Aigner (siehe
Photo) und am 28.3. vor dem Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz präsentiert.
Beitrag: Dipl.Ing. Felicitas Schneider
Kontakt: felicitas.schneider@boku.ac.at
Veröffentlichte Berichte des BMELV: hier
Bewirtschaftung
organischer Haushaltsabfälle in Äthiopien
In Zusammenarbeit mit dem Verein „Association of Ethiopians Educated in Germany“ (AEEG) und dem Centre for
Development Research (CDR) an der Universität für Bodenkultur führt das ABF-BOKU derzeit in Äthiopien ein Projekt zur Kompostierung von Haushaltsabfällen durch. Dazu wurde in einem Bezirk der Hauptstadt Addis Abeba die
getrennte Erfassung der biogenen Abfälle organisiert und eine dezentrale Kompostanlage errichtet. Mit den vor Ort
Verantwortlichen wurden zu Beginn dieses Jahres in einem 10-tägigen Workshop Grundlagen des Kompostierungsprozesses, Prozessgestaltung und -kontrolle sowie einfache laboranalytische Methoden diskutiert.
Die abfallwirtschaftliche Situation in Addis Ababa (AA) ist
charakterisiert durch einen geringen Erfassungsgrad im Rahmen der formellen Sammlung, sowie begrenzte Recyclingaktivitäten und einem hohen Anteil an organischen Abfällen (Schätzungen liegen bei 60 bis 80 % der kommunalen Abfallmenge).
Die ca. 36 ha große Deponie „Repi“ ist mittlerweile über 40 Jahre in
Betrieb und entspräche
in der Klassifikation der
Weltbank einer „semicontrolled dump” ohne
technische Einrichtungen
und einer Armee von inDeponie „Repi“ in Addis Ababa
formellen Sammlern.
© ABF-BOKU
Das Institut für Abfallwirtschaft führt gemeinsam mit Partnern ein dezentrales Pilotprojekt zur getrennten Sammlung und
Kompostierung von organischen Haushaltsabfällen im Distrikt
Kolfe Keranyo durch. Die Haushaltsabfälle werden über besonders gekennzeichnete Säcke getrennt gesammelt, in einer kleinen Kompostanlage mit Strukturmaterial gemischt und kompostiert. Die Anlage basiert auf manueller Arbeit und kommt
ohne Mechanisierung aus.
Neben der Untersuchung optimaler Mischungsverhältnisse
ist ein weiteres Ziel, den aeroben Abbauprozess mittels geeigneter Parameter zu verfolgen und den Partnern vor Ort die
Möglichkeit zu bieten, diese Messungen selbst mit einfachsten
Mitteln durchzuführen.
Zu Beginn dieses Jahres fand ein eineinhalb Wochen dauernder Trainingsworkshop vor Ort statt. Neben den Grundlagen
des Rotteprozesses wurden den 15 Teilnehmern Grundkenntnisse der Prozesskontrolle vermittelt. Für die dazu erforderlichen
Institut für Abfallwirtschaft
Analysen wurden Bestimmungsmethoden und Auswerteprotokolle zur Verfügung gestellt. Im analytischen Labor der AA-EPA
konnte das erworbene theoretische Wissen praktisch erprobt
werden. Es ist geplant, derartige Workshops auch in anderen
Landesteilen zu wiederholen, um
damit die Voraussetzungen zur
Gründung eines Äthiopischen
Kompostgüteverbandes
zu
schaffen.
In den Jahren 2012 und 2013
wird eine Marktanalyse durchgeführt, um das Potenzial von
Kompost am lokalen Markt abzuschätzen. Dabei ist geplant,
den Markt zu segmentieren, um
verschiedene Stakeholdergrup- Kompostanlage und
© ABF-BOKU
pen hinsichtlich der potenziellen Labortraining
Nutzung von Kompost zu befragen. Als Ergebnis sollen verschiedene Kundengruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen identifiziert werden, deren Ansprüche im Rahmen der Entwicklung
von Vermarktungskonzepten gezielt bedient werden sollen.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Verein „Association of Ethiopians Educated in Germany“ (AEEG) und dem
Centre for Development Research (CDR) an der Universität für
Bodenkultur durchgeführt. An dieser Stelle bedankt sich das
Projektteam bei der Fördereinrichtung Karl Kahane Foundation.
Beitrag: Dipl.Ing. Roland Linzner und Dipl.Ing. Erwin Binner
Kontakt: roland.linzner@boku.ac.at
7
September 2012
ABF-BOKU unterwegs - Exkursionen SS 2012
Die letzten Frühlingstage werden jedes Jahr vom ABF-BOKU dazu genutzt, Studierenden im Rahmen von 3-TagesExkursionen die Vielseitigkeit der Abfallwirtschaft näherzubringen. Heuer statten wir den Firmen PET Recycling Team
GmbH, Norske Skog GmbH, voestalpine Stahl Donawitz GmbH & Co KG und Saubermacher Dienstleistungs AG sowie
der Ski-WM-Stadt Schladming, der MBA Aich-Assach und der TRV Niklasdorf einen Besuch ab.
schaft 2013 auf Hochtouren und den TeilnehmerInnen wurde es
ermöglicht, einen Einblick in die Infrastruktur und allgemeine
Planungsphilosophie zu bekommen. So sieht das Umweltkonzept
mehrere Schwerpunktthemen vor, wie bewusster & nachhaltiger
Energieeinsatz, die WM der kurzen Wege, Bewusstseinsbildung
und abfallarme WM. Dabei sollen Abfälle durch ein Pfandbechersystem, sowie Mehrweglunchpakete für MitarbeiterInnen, ein
Pressezentrum ohne Ausdrucke und durch andere Strategien
vermieden werden. Vorgaben von außen (z.B. Sponsoren, Verbände etc.) ist jedoch Rechnung zu tragen und schränken das
ambitionierte Konzept leider teilweise ein.
Am Rückweg nach Wien traf die Exkursionsgruppe bei der
chemisch-physikalischen Behandlungsanlage der Firma Saubermacher in Trofaiach
ein. Dort werden
flüssige Abfällen wie
Altöl, ölverunreinigte
Betriebsmittel, Lacke
etc. behandelt und
im eigenen Labor
analysiert.
Zum
Abschluss
wurde die Thermili.: Abfallbunker TRV Niklasdorf
sche
Reststoffverre.: Schladming – voestalpine skygate
© ABF-BOKU
wertung der ENAGES
in Niklasdorf besucht. Die Wirbelschichtanlage weist einen Abfalldurchsatz von ca. 90.000 t pro Jahr auf. Den Wirkungsgrad
von 75 bis 85 % erreicht die Anlage durch die Versorgung der
benachbarten Papierfabrik mit Prozessdampf und Strom sowie
durch die Einspeisung von Überschüssen ins Stromnetz.
Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Unternehmen, die
sich für uns Zeit genommen haben und auch die zahlreichen
Fragen kompetent und lehrreich beantworten konnten. Wir
freuen uns neue und bekannte Gesichter im nächsten Frühjahr
bei der Exkursion 2013 begrüßen zu können!
Die diesjährige Exkursion führte zuerst zu drei inzwischen
wohlbekannten aber umso sehenswerteren Betrieben, wie die
Firma PET Recycling Team GmbH in Wöllersdorf, welche PETFlaschen zu PET-Flakes und Granulat als Ausgangsstoff für die
neuerliche Erzeugung von PET-Flaschen und anderen Produkten
verarbeiten.
Ein weiterer mehrfach besuchter Betrieb ist die Firma
Norske Skog in Bruck a. d. Mur. Aus Zeitungspapier werden dort
pro Jahr fast 400.000 t
Altpapier, Zellstoff und
Holz produziert. Die notwendige Energie für den
energieintensiven Prozess
der mechanischen LigninHerstellung aus Holz, wird
durch
die
hauseigene
ReststoffverbrennungsanBesuch bei NORSKE-SKOG
lage abgedeckt. Zukünftig
© ABF-BOKU
wird noch ungenutzte Abwärme ins Fernwärmenetz eingespeist und zur weiteren Verringerung der Umweltauswirkungen des Betriebes beitragen.
Mit viel Energie geladen startete am frühen Morgen des
zweiten Tages die Besichtigung der Firma voestalpine Stahl
Donawitz GmbH & Co KG in Leoben. Dort wird der Stahl über
die Hochofenroute mittels Linz-Donawitz-Verfahren (Sauerstoffblasverfahren) produziert. Dabei kommen 15 bis 20 t Stahlschrott für die Herstellung von 55 t Stahl zum Einsatz. Um die
zu deponierenden Abfälle möglichst gering zu halten, wird auf
betriebsinternes und -externes Recycling (z.B. Hochofenschlacke für die Zementindustrie) gesetzt.
Ein neues Exkursionsziel war die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage Aich-Assach, in der jährlich rund 18.000
t Abfall angeliefert werden. Neben MBA und Bioabfallkompostierung findet am Standort auch eine händische Sortierung des
gelben Sackes statt. Des Weiteren dient der Standort auch als
Abfallsammelzentrum in dem verschiedene Abfallfraktionen gesammelt, aufbereitet und an Partner zur weiteren Behandlung
versandt werden.
Die MBA Aich-Assach behandelt auch Abfälle der Stadt Schladming. Dort laufen die Vorbereitungen zur Schi-Weltmeister-
Beitrag: Dipl.Ing. Andreas Pertl und Julia Zeilinger
Kontakt:abf@boku.ac.at
Diplomarbeiten und Dissertationen am ABF
Diplomarbeiten und Dissertationen sind wissenschaftliche Arbeiten, in deren Rahmen die Studierenden den Nachweis erbringen, eine Problemstellung selbständig sowie unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden zu bearbeiten bzw. zu lösen und deren Themenbereiche am ABF-BOKU zahlreiche abfallwirtschaftliche Forschungsgebiete
umfassen.
Gerana Dimitrova: „Einfluss von Innovationen bei Elektrogeräten auf die Wiederverwendung und Verwertung“
DIPLOMARBEITEN zum Thema
„ELEKTROALTGERÄTE“
Institut für Abfallwirtschaft
Die Elektronikindustrie erfährt eine rasche technologische
Entwicklung. Auf dem Markt werden neue Produkte in kürzer
werdenden Innovationszyklen eingeführt, deren Lebensdauer
allerdings nachlässt und dadurch die Menge an Altgeräten kontinuierlich zunimmt.
8
September 2012
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Innovationen
in ausgewählten Informations- und Telekommunikationstechnik-Geräten zu untersuchen. Dafür werden Bildschirmtechnologien, externe Netzgeräte, Leiterplatten und Verbindungstechnologien analysiert. Der Schwerpunkt fällt auf die Veränderung
ihrer Materialzusammensetzung sowie auf deren Einfluss auf die
Verwertung und Wiederverwendung.
Als Informationsquellen für die Literaturrecherche wurden
Datenbanken des Institutes of Electrical and Electronics Engineers, Ökoinventare sowie wissenschaftliche Zeitschriften herangezogen. Zusätzlich wurden Experteninterviews mit Verwertungs- und Wiederverwendungsfachleuten durchgeführt.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die zunehmende Miniaturisierung, Integration der elektronischen Bauteile und die
Substitution von Wertstoffen zur relativen Reduktion von Wertstoffen beitragen.
In Anbetracht der Bildschirminnovationen lassen sich folgende Tendenzen feststellen: Die konventionellen Technologien
wurden bisher im „Closed-loop“ System verwertet. Allerdings
wurden diese durch innovative Technologien am Markt abgelöst.
Dadurch entstand der Bedarf an alternativen Verwertungs- und
Einsatzmöglichkeiten.
Weiterhin sind innovative Bildschirmtechnologien durch eine
unterschiedliche Materialzusammensetzung gekennzeichnet,
die sowohl massenrelevante Stoffe, als auch Stoffe in niedrigen
Konzentrationen enthält.
Gegenwärtig werden massenrelevante Stoffe verwertet,
Wertstoffe in niedrigen Konzentrationen dagegen nicht. In Hinsicht auf die Ressourcenknappheit sowie auf die in Europa angestrebte Ressourcenautarkie, ist ein Richtungswechsel zur integrierten Abfallwirtschaft erforderlich.
besten geeigneten Recycling-Technologien in Hinblick auf die
unterschiedlichen Materialzusammensetzungen der Produkte
sowie ein gesamter, integrierter Produktlebenszyklus - Ansatz
anstatt des jetzigen, in dem Herstellung und Recycling als zwei
getrennte Industrien angesehen werden.
Gernot Schittl: „Recyclingpotenzial von kritischen
Rohstoffen in Technologien zur Energieumwandlung“
Kritische Rohstoffe sind wichtige Bestandteile in effizienten
Technologien zur Energieumwandlung. Durch einen vermehrten Einsatz dieser Technologien wird der weltweite Rohstoffverbrauch in naher Zukunft weiter zunehmen. Daher wird das
Recycling kritischer Metalle ökonomisch und ökologisch immer
wichtiger. In dieser Arbeit wird der Bedarf an kritischen Rohstoffen für ausgewählte Technologien zur Energieumwandlung
in Österreich im Jahr 2020 abgeschätzt bzw. werden relevante
Recyclingtechnologien und Sammelsysteme in Österreich und
Nachbarländern beschrieben. Als kritisch werden Indium (In),
Gallium (Ga), Tellur (Te), Neodym (Nd) und Platin (Pt) eingestuft. In, Ga und Te werden in der Dünnschicht-Photovoltaik, Nd
in Permanentmagneten bei Windkraftanlagen und Pt in Brennstoffzellen eingesetzt. Der abgeschätzte Rohstoffbedarf für
Dünnschicht-Photovoltaik in Österreich im Jahr 2020 beträgt bis
zu 0,9 t/a Ga, 1,4 t/a In und 1,9 t/a Te. Die Mengenabschätzung
für den Rohstoffbedarf von Permanentmagneten in Windturbinen beträgt bis zu 12 t/a Nd. Der Bedarf an Platin für Brennstoffzellenfahrzeuge wird relativ gering ausfallen. Industrielle
Recyclingverfahren existieren bereits für CdTe-Dünnschicht-Module. Laborverfahren sind für CIGS-Dünnschicht-Module, PEMBrennstoffzellen und magnetische Abfälle aus der Produktion
von Permanentmagneten verfügbar. Für Photovoltaik-Altanlagen ist ein Sammelsystem in Österreich vorhanden, während
für Windkraftanlagen bzw. Brennstoffzellen Rücknahmesysteme
in Nachbarländern existieren.
Franziska Howorka: „Analyse der Barrieren zur Erreichung höherer Recyclingraten von Elektroaltgeräten“
Diese Arbeit beinhaltet eine Analyse des britischen und österreichischen Elektro- und Elektronikaltgeräte (EAG) Recyclingsystems und deckt die Hindernisse für das Erreichen höherer
Recyclingraten auf. Dabei wurden die rechtlichen Grundlagen,
die Umsetzung der EU EAG-Rechtsvorschriften, die SammelVerwertungs- und Entsorgungssysteme, sowie die Märkte für
Sekundärrohstoffe in den beiden Ländern analysiert und verglichen. Ziel der Arbeit war es, Probleme und Hemmnisse der
beiden Systeme zu identifizieren und Empfehlungen und Vorschläge zu erarbeiten, um diese Barrieren zu überwinden.
Während bei der Umsetzung der EU EAG-Rechtsvorschriften
in Österreich hauptsächlich das ordnungsrechtliche Instrument
gewählt wurde, setzte Großbritannien mehr auf marktwirtschaftliche Anreize. Weiters werden Unterschiede der beiden
Systeme auf sozioökonomische Faktoren wie Einstellung und
Motivation zu Recycling zurückgeführt, sowie auf das politische
Bekenntnis zum Umweltschutz.
Unabhängig von den nationalen Besonderheiten konnten
Recycling-Barrieren bei EAG entlang des gesamten Produktlebenszyklus identifiziert werden wie z.B. in der Produktions-Phase durch ein nicht berücksichtigtes recyclingorientiertes Design,
in der Sammlung durch ein geringes Bewusstsein und Wissen in
der Bevölkerung oder in der Verwertungs-Phase durch die Anwendung von nicht geeigneten Recycling-Technologien.
Lösungsansätze wären somit unter anderem gezielte Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, die Anwendung der am
Institut für Abfallwirtschaft
Andreas Schuh: „Schadstoffeintrag aus Elektrokleingeräten und Gerätealtbatterien in den Restmüll in Österreich“
Obwohl seit in Kraft treten der Elektroaltgeräteverordnung
(EAG-VO) im August 2005 und der Batterienverordnung im Mai
2008 die getrennte Sammlung dieser beiden Fraktionen verpflichtend ist, landen noch immer nennenswerte Massen im
Restmüll.
Der Anteil der Elektrokleingeräte im Restmüll variiert je nach
Bundesland zwischen 0,60 % und 0,80 %. Bei den Gerätealtbatterien schwankt der Anteil zwischen 0,04 % und 0,12 %.
Trotz dieser geringen Anteile beträgt die Masse der EAGs, die
jährlich in Österreich nicht ordnungsgemäß entsorgt werden,
somit zwischen 8.400 t und 11.200 t. Bei den Gerätealtbatterien
sind es 560 t bis 1.680 t.
Einer Sensitivitätsanalyse nach werden durch Elektroaltgeräte und Gerätealtbatterien österreichweit 4,6 t bis 30,9 t Blei,
0,1 t bis 7,3 t Quecksilber und 2,4 t bis 30,1 t Cadmium pro Jahr
in den Restmüll eingebracht.
Trotz der seit 2005 gültigen Richtlinie zur Beschränkung
der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und
Elektronikgeräten (Restriction of Hazardous Substances Directive - RoHS) sind dies beachtliche Mengen, die die Abfallwirtschaft
vor zusätzliche Herausforderungen hinsichtlich der Sammlung
9
September 2012
gesamte Nachfrage für Bio-Düngemittel decken.
Bei Behandlung der gesamten Rohstoffe im anaeroben Prozess könnten 4,75 Milliarden Tonnen CO2 Äquivalente reduziert
werden. Im Jahr 2030 würde diese Zahl sogar auf 7 Milliarden
ansteigen.
Die enormen Mengen an derzeitigem und zukünftigem Biomassematerial zeigen nicht nur deutlich auf, dass diese Ressourcen bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind, sondern, dass
auch die politischen Ziele, welche die Entwicklung nachhaltiger
Biogasenergie weiter vorantreiben (6,6 % im Jahr 2010 und
10 % im Jahr 2020), leicht erreichbar sind und sogar noch viel
höher gesteckt werden könnten.
der EAGs bzw. der Gerätealtbatterien, sowie der Behandlung
und Deponierung des Restmülls stellt.
Die im Frühjahr 2012 erschienene Überarbeitung der Waste Electrical and Electronic Equipment-Richtlinie (WEEE-RL)
vereinfacht durch die Verringerung der Kategorien von zehn
auf sechs die Vereinheitlichung hinsichtlich des Vorgehens der
Sammel- und Behandlungsverfahren, allerdings wären höhere
Sammelquoten und kürzere Übergangszeiten, ebenso wie eine
klar definierte Festlegung hinsichtlich der Referenzmassen, erstrebenswert. Elektroaltgeräte und Gerätealtbatterien, die nicht
ordnungsgemäß gesammelt werden, stellen sowohl einen Ressourcenverlust, als auch ein Gefahrenpotenzial für Mensch und
Umwelt aufgrund des Schadstoffeintrags dar. Viele europäische
Länder erreichen die in der bestehenden Richtlinie festgelegte
Masse von 4 kg/EW außerdem relativ einfach. Vor allem durch
die Großgeräte kommen Länder mit einer gut ausgebauten Infrastruktur rasch auf dieses Ziel. Die schadstoffreichen Kleingeräte werden hierbei außer Acht gelassen. Auch bei der Referenzierung sollte das Augenmerk auf leichter nachvollziehbare
Massen gelegt werden. Die angedachte Quote von 65 % der in
den drei Jahren zuvor – durchschnittlich – in Verkehr gesetzten
Massen wäre einfacher zu überwachen als die Alternative der
85 % der im jeweiligen Land anfallenden EAG-Massen.
Philipp Sommerhuber: „Kriterien für angepasste Technologien in der kommunalen Abfallwirtschaft in Ländern
mit geringem Pro-Kopf-Einkommen “
Das Ziel der Diplomarbeit ist die Erarbeitung von Kriterien für
angepasste Technologien (AT) entlang der kommunalen Abfallwirtschaftskette in Ländern mit geringem pro-Kopf-Einkommen
(LGE). Auf Basis einer Literaturrecherche werden Kriterienlisten
erstellt, die zur Wahl einer abfallwirtschaftlichen Technologie in
einem LGE als Planungshilfe für Entscheidungsträger hinzugezogen werden können um den größtmöglichen Nutzen für die
Gesellschaft und Umwelt unter Einbeziehung lokaler Rahmenbedingungen zu erzielen.
Der Fokus wird dabei auf die zweite Dimension des Integrated Sustainable (Solid) Waste Management (ISWM) gelegt,
welche sich auf die technischen Elemente der kommunalen Abfallwirtschaft bezieht. Dabei werden Technologien der Abfallsammlung und deren Transportmittel, der Sortierung und des
Recyclings von Altstoffen und im speziellen von Altreifen, der
organischen Abfallbehandlung und Produktgewinnung sowie der
mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) vor Deponierung untersucht. Die Technologien werden in Kriterienlisten auf
ihre Anpassungsfähigkeit in LGE hinsichtlich deren technischen,
ökonomischen, ökologischen und sozialen Eigenschaften beleuchtet.
Kontakt: Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Stefan Petrus Salhofer
abf@boku.ac.at
DIPLOMARBEITEN zum Thema
„GLOBAL WASTE MANAGEMENT“
Christiane Brauner: „China biogas potential and its estimated contribution to climate change mitigation“
China steht an der Spitze der Weltrangliste was den Verbrauch von Kohle als auch Stickstoff-Düngemittel betrifft. Das
Land ist größter Produzent fester Abfälle wie auch von CO2 und
CH4 Emissionen. Zugleich muss es mit einem der schnellsten
Urbanisierungen aller Zeiten zu Rande kommen.
Die Technologie der Vergärung könnte einen großen, positiven Einfluss auf die erwähnten Probleme nehmen und einen
nicht unbeträchtlichen Beitrag auf dem Sektor der Erneuerbaren
Energie leisten.
Eine Analyse von folgenden Biomasseressourcen wurde
durchgeführt, um das theoretische Biogas-Potential einzuschätzen: Hausabfall, Klärschlamm, Pflanzenrückstände und Tierdung.
Ein derzeitiges, theoretisches, Potential von 290 Milliarden
m3 pro Jahr wurde geschätzt, welches 6,9 % der gesamten
Energienachfrage decken könnte. Dieses Potential könnte bis
zum Jahr 2030 auf 439,4 Milliarden m3 steigen; Energiepflanzen
von Grenzertragsflächen mitgerechnet. Daher könnten Biogasanlagen mit einer Kapazität von 71,4 GW installiert werden und
Kontakt: Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Stefan Petrus Salhofer
abf@boku.ac.at
DIPLOMARBEIT zum Thema
„BIOKOHLE VS. BODENDEGRADATION“
Margarethe Staudner: „Einfluss von Holzkohle auf das juvenile Pflanzenwachstum“
Bodendegradation und Klimawandel sind zwei der größten
Herausforderungen unserer heutigen Zeit. Das Einbringen von
Biokohle (pyrolysierter Biomasse) in den Boden verspricht einen Lösungsansatz für beide Probleme, da Biokohle sowohl zur
Bodenverbesserung als auch zur Kohlenstoff-Sequestrierung
verwendet werden könnte. Obwohl die Entdeckung der sehr
fruchtbaren und kohlenstoffreichen anthropogenen Terra PretaBöden im Amazonas Gebiet diese Annahme stützt, gibt es bis
dato kaum wissenschaftliche Beweise dafür. Auch über die Ent-
einen riesigen Beitrag zu den politischen Zielen der Erneuerbaren Energie leisten.
Der Gärrückstand, ein Nebenprodukt des Prozesses, kann
als ein nachhaltiges Düngemittel verwendet werden. Bei der Behandlung der gesamten Rohstoffe, könnten beinahe 30 % des
anorganischen Düngemittels ersetzt werden und somit Chinas
Institut für Abfallwirtschaft
10
September 2012
stehungsmechanismen dieser Böden sowie die Gründe für ihre
hohe Fruchtbarkeit und Stabilität ist wenig bekannt.
In der Diplomarbeit wurde ein Teilaspekt dieser Thematik
näher untersucht: Der Einfluss von Biokohle aus dem Ausgangsmaterial Holz (Holzkohle) auf das juvenile Pflanzenwachstum
von Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum). Zu diesem
Zweck wurde ein Wachstumstest mit zwei Arten von Holzkohle durchgeführt, wobei eine aus einer historischen Köhlerstätte
aus der frühen Neuzeit stammte, die andere von einem Köhler
der heute noch Holzkohle in traditioneller Produktionsweise herstellt.
Der Einfluss der Holzkohle auf das Pflanzenwachstum, die
Biomasseproduktion und ausgewählte Bodenparameter wurde
mittels Regressionsanalyse und Varianzanalyse bestimmt. Parallel dazu wurden der Nährstoffrückhalt durch die Holzkohle
untersucht und das Material mittels Infrarot-Spektroskopie und
Thermoanalyse charakterisiert.
Für das mit dem höchsten Prozentsatz an neuzeitlicher
Holzkohle versetzte Bodensubstrat wurde eine signifikante Abnahme der Biomasse festgestellt, alle anderen Beigabemengen
sowie die rezenter Holzkohle zeigten keinen Einfluss. Ein Nährstoffrückhalt wurde nur bei neuzeitlicher Holzkohle beobachtet.
Alterungsbedingte Unterschiede zwischen rezenter und neuzeitlicher Holzkohle wurden durch Infrarot-Spektroskopie und Thermoanalyse aufgezeigt.
ten.
Interviews mit österreichischen Produzenten haben gezeigt,
dass die Beziehung zwischen Produzenten und Abnehmern sehr
stark durch die enorme Machtposition des Handels geprägt wird.
Carina Novotny: „Auswirkungen der Vermeidung von Lebensmittelabfällen durch sozialen Wertstofftransfer “
Ein Großteil der für den menschlichen Verzehr produzierten
Lebensmittel geht bereits entlang der Wertschöpfungskette verloren. In der Masterarbeit wurden, anhand des Projekts „Team
Österreich Tafel“ des Roten Kreuzes, die ökologischen Auswirkungen durch eine Weitergabe von genießbaren Lebensmitteln
aus den Bereichen Industrie, Gewerbe und Handel an soziale
Einrichtungen untersucht. Vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellte Basisdaten sowie eigene empirische Erhebungen an zwei
Ausgabestellen in Wien und Groß Enzersdorf (NÖ) ermöglichten die Abschätzung der gespendeten Lebensmittelmengen
und deren Produktgruppenverteilung. Als Hauptproduktgruppen konnten Backwaren, Gemüse & Obst sowie Milchprodukte
identifiziert werden. Um die in der Herstellung dieser Lebensmittel entstandenen ökologischen Auswirkungen sichtbar zu
machen, wurden, in Anlehnung an verfügbare Primärstudien,
die Indikatoren Energieverbrauch (Primärenergieeinsatz), Treibhauspotential (CO2-Äquivalente) und Versauerungspotential
(SO2-Äquivalente) herangezogen. Dabei zeigte sich, dass die
Weitergabe von ressourcenintensiven tierischen Lebensmitteln
(wie Milchprodukten) besonders vorteilhaft zu bewerten ist. Die
herkömmliche Entsorgung dieser Lebensmittel über den Restmüll oder die Biotonne und deren Verwertung bzw. Behandlung
in der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung, thermischen
Verwertung sowie in Biogasanlagen oder der Kompostierung
ist hingegen mit zusätzlichen Aufwänden verbunden. Durch die
Aktivitäten der Team Österreich Tafeln im Projektjahr 2010/11
konnten in Wien rund 110 t und in Groß Enzersdorf rund 24 t
genießbare Lebensmittel vor dem Abfall bewahrt und bedürftigen Personen zur Verfügung gestellt werden. Eine Hochrechnung für ganz Österreich war in Ermangelung genauerer Daten
nicht möglich. Die Ergebnisse verdeutlichen dennoch das große Potential zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und die
ökologische Sinnhaftigkeit des sozialen Wertstofftransfers von
Lebensmitteln.
Kontakt: Priv.-Doz. Dr. Ena Smidt
ena.smidt@boku.ac.at
DIPLOMARBEITEN zum Thema
„LEBENSMITTELABFÄLLE“
Miriam Leibetseder: „Lebensmittelabfälle in der landwirtschaftlichen Produktion – Abschätzung des Verlusts
von Obst und Gemüse in der Landwirtschaft und während
des Transportes zum Händler“
Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung, der zunehmenden Anzahl von Menschen, die hungern und dem Wandel
der Ernährungsgewohnheiten in manchen Regionen der Welt,
wird es immer wichtiger den Verlust von Lebensmittel zu minimieren. Mehr als ein Drittel der Lebensmittel gehen entlang
der Wertschöpfungskette oder beim Konsumenten verloren,
Obst und Gemüse macht dabei einen wesentlichen Anteil aus.
In den Industriestaaten fallen am Produktionsstandort und beim
Konsumenten besonders hohe Verlustmengen an, der Hauptgrund liegt hier in den hohen Anforderungen des Handels und
der Kunden. In Entwicklungsländern kommt es zu Beginn (Produktion) und im mittleren Bereich (Handling, Distribution) der
Wertschöpfungskette zu relativ hohen Verlusten. Hauptgründe
dafür sind: Fehlendes Wissen bezüglich Anbau, falsche Lagerung und falscher Transport der Erzeugnisse. Aber auch das
oft fehlende Wissen über eine effiziente Vermarktung sowie die
steigende Urbanisierung in manchen Regionen sind ausschlaggebend dafür.
In Österreich gehen 25 % des Obsts und Gemüses am Produktionsstandort verloren, 5 % während des Handlings und der
Lagerung, 10 % bei der Distribution und 19 % beim KonsumenInstitut für Abfallwirtschaft
Kontakt: Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Stefan Petrus Salhofer
abf@boku.ac.at
In der Abstract-Datenbank (hier) der BOKU finden Sie Zusammenfassungen von allen abgeschlossenen Diplom- bzw.
Masterarbeiten und Dissertationen.
THEMEN für
FORSCHUNGSARBEITEN
Bei Interesse eine Diplom- oder Masterarbeit bzw. eine Dissertation am ABF zu schreiben, finden Sie Themen auf unserer
Homepage und im Aushang am Institut. Auch eigene abfallwirtschaftliche Themenvorschläge besprechen wir gerne mit Ihnen!
Kontakt:
abf@boku.ac.at (ABF-Sekretariat)
Homepage: hier
11
September 2012
Vortragsreihe
Forschungsberichte zur Abfallwirtschaft
Im Rahmen der Vortragsreihe Forschungsberichte zur Abfallwirtschaft werden am Institut für Abfallwirtschaft Forschungsarbeiten vorgestellt und mit dem Zuhörerpublikum diskutiert. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an Studierende ebenso wie an die MitarbeiterInnen der Universität für Bodenkultur Wien sowie an Unternehmer und interessierte Fachleute aus staatlichen Institutionen und Behörden.
10.01.2013
SUP als Planungstool in der Abfallwirtschaft
Vortrag von Dr. Kerstin Arbter Geschäftsführerin vom Büro Arbter - Ingenieurbüro für Landschaftsplanung in Wien
Im Wintersemester 2012/2013 werden folgende Vorträge stattfinden, zu denen wir Sie hiermit herzlich einladen möchten.
18.10.2012
Ökotoxikologische Aspekte von Altablagerungen
Vortrag von Ass.Prof. Dipl.Ing. Dr. Ines Fritz vom Institut für
Umweltbiologie und von Dipl.-Ing. Dr. Katharina Böhm wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Abfallwirtschaft an der
Universität für Bodenkultur Wien
24.01.2013
Urban Mining
Vortrag von Univ.Prof. Dipl.Ing. Dr.techn. Helmut Rechberger
vom Institut für Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft
der Technischen Universität Wien
29.11.2013
Klimagasmonitoring von Abfallbehandlungsanlagen mittels optischer Fernmessmethode
Vortrag von Dipl.Ing. (FH) Dipl.Ing Marlies Hrad wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien
Ein weiterer Vortragstermin konnte noch nicht endgültig fixiert
werden und wird im Oktober auf der Institutshomepage angekündigt.
Die Vorträge finden jeweils um 15:00 Uhr im Seminarraum
Abfallwirtschaft (1190 Wien, Muthgasse 107/4.Stock)
statt.
Die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung nicht erforderlich.
Kurznotizen
Abschlusskonferenz des Projektes TransWaste
Pfaffenau und die Biogasanlage Wien besucht. Zusätzlich erhielten die Studierenden eine Einführung in die Gestaltung der
Wiener Abfallwirtschaft durch Abfallberater. Die hohe Anzahl an
Studierenden im UBRM Studium macht die Planung und Durchführung einer solchen Exkursion zu einer logistischen Herausforderung für die Anlagenbetreiber wie auch für die MitarbeiterInnen des ABF-BOKU.
Deshalb gilt unser besonderer DANK den MitarbeiterInnen
der MA 48 und der WKU, die diese Exkursion erst ermöglichten.
Am 24. und 25.
September
2012
findet im Hotel Gellért in Budapest
die Abschlusskonferenz des langjährigen Projektes
TransWaste statt.
Neben den Projektergebnissen werden internationale Studien von Experten/innen und Akademikern/-innen im Bereich ReUse präsentiert,
aber auch Erfahrungsberichte im informellen Sektor in Ost- und
Mitteleuropa durch deren Vertretern vorgestellt. Das Programm
der Konferenz steht hier zum Download zur Verfügung. Anmeldungen können noch bis zum 14. September online oder direkt
bei Frau Sandra Meier (sandra.meier@arge.at) durchgeführt
werden. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.
Ausblick
Am 25.10.2012 findet die kommende Bachelorexkursion
auf die Massenabfall- und Reststoffdeponie in Fischamend statt.
Neben den deponietechnischen Einrichtungen, werden auch das
Nachsorgekonzept für eine ehemalige Klärschlammdeponie und
die Baustelle der Erweiterung der Restoffkompartimente den
Studierenden näher gebracht.
Am 30.10.2012 wird eine weitere Bachelorexkursion zur
Besichtigung des Flughafens Wien angeboten. Diese soll Einblicke in das Abfallmanagement der Flughafen Wien AG geben. In
einem Vortrag wird das Abfallmanagementkonzept vorgestellt
und im Anschluss eine Rundfahrt zu diversen abfallwirtschaftlichen Schnittstellen im „System Flughafen“ durchgeführt.
Bachelorexkursion – Biogasanlage Wien und MVA Pfaffenau
Durch die Änderung der Studienpläne mit Oktober 2010 bietet das ABF-BOKU vor allem für die Studienrichtungen UBRM
und KTWW eine Exkursion im Rahmen des Bachelorstudiums
an. Dabei wird den
Studierenden die Möglichkeit geboten, die
Kenntnisse zu abfallwirtschaftlichen Anlagen auch in der Praxis
kennenzulernen.
Als erstes Exkursionsziel dieser relativ
neuen Lehrveranstal- Studierende bei der Besichtung der MVA
© ABF-BOKU
tung wurden die MVA Paffenau
Institut für Abfallwirtschaft
IMPRESSUM
Herausgeber:
Institut für Abfallwirtschaft der
Universität für Bodenkultur Wien (ABF-BOKU)
Muthgasse 107, 1190 Wien
Telefon: +43-(0)1-318 99 00
Email: abf@boku.ac.at
http://www.wau.boku.ac.at/abf.html
Redaktion und Layout:
Katharina Böhm & Florian Part
12
September 2012
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
20
Dateigröße
2 763 KB
Tags
1/--Seiten
melden