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Kunstmaschinen bauen wie Tinguely & Co - Hessische

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Evaluationsbericht 2008
der
Textorschule
Grundschule / Europaschule
Kunstmaschinen bauen wie Tinguely & Co
Plastische Kunst in der Grundschule
von:
Helga Schäfer
Schuljahr 2007/2008
Klassen 4 c
24 Schülerinnen und Schüler
2
Inhalt:
1. Unterrichtsprojekt .......................................................................... 3
2. Die Ziele und ihre Begründung ........................................................
3
2.1. Sekundärziele .............................................................................. 5
3. Geplante Lehrer- und Schüleraktivitäten ..........................................
8
4. Erfolgskriterium ............................................................................. 9
5. Indikatoren .................................................................................... 9
6. Instrumente zur Evaluation .............................................................
9
7. Verlauf der Lehrer- und Schüleraktivitäten .......................................
10
8. Ergebnisse der Evaluation ............................................................... 12
8.1.
Übersicht der Evaluationsergebnisse ............................................. 12
8.2.
I.
8.3.
II. Schülerfeedback zum Ausstellungsbesuch ............................
15
8.4.
III: Fotodokumentation ...........................................................
19
8.4.
IV. Schülerfeedback zum Kunstbegriff ........................................
19
8.5.
V. Schülerfragebogen zur Unterrichtseinheit ...............................
20
8.6.
VI. Elternbefragung ................................................................... 23
Beobachtungen mit Gesprächsprotokollen ................................ 13
9. Reflexion und Interpretation der Ergebnisse .....................................
24
10.Folgerungen für die weitere Arbeit und konkrete Vorhaben ................
25
10.1. im Unterricht ......................................................................... 25
10.2. an der Textorschule ............................................................... 26
11.Literaturverzeichnis ........................................................................ 27
12. Anhang zur schriftlichen Fassung .................................................... 28
3
1. Unterrichtsprojekt
Im Rahmen des Kunst-Projektes „Kunst in Bewegung“ sollten die Schülerinnen und
Schüler durch den Besuch der Ausstellung: “Kunstmaschinen – Maschinenkunst“ zum Bau
eigener beweglicher Kunstobjekte angeregt werden. Die Ausstellung zeigt kinetische
Kunstobjekte, das sind Objekte wie Maschinen, Installationen oder Computeranimationen
die sich bewegen und im Falle der gezeigten Kunstwerke selbst künstlerische Produkte,
wie Bilder, Zeichnungen, plastische Objekte herstellen können.
Die Idee zu diesem Unterrichtsprojekt entstand aus meinem Interesse an moderner
Plastik und dem Thema des Comenius-Projektes „Umwelterziehung. Dies mag vielleicht
auf dem ersten Blick verwunderlich erscheinen, aber gerade europäische Künstler, wie
Tanguely, Niki de Saint Phalle, Miro, Picasso und viele andere mehr, haben in ihren
beweglichen Kunstobjekten die Themen und Probleme unserer Zeit aufgegriffen, sie aus
ihrem Kontext gelöst und auf ihre Art so umgesetzt, dass sie uns Anregungen geben
können, mit den Anforderungen unserer Zukunft kreativ umzugehen.
Denn wir leben in einer Technik-hörigen Zeit in der wir feststellen, dass unser Glaube an
einen immer währenden Fortschritt an seine Endlichkeit gerät. Unsere Ressourcen
werden verbraucht und laufen Gefahr von der selbst geschaffenen Technik beherrscht zu
werden. Unsere Zukunft liegt in erneuerbaren Energien und dem Überdenken
eingefahrener Verhaltensmuster. Wie soll aber eine Generation, die ihre Freizeit mit
technischem Spielzeug verbringt, dazu angeregt werden, Freude an der Entwicklung
innovativer Ideen zu bekommen, die vielleicht in ihren Augen ein Rückschritt bedeuten
könnte?
Dazu bedarf es – meiner Meinung nach – einer Förderung der Kreativen Intelligenz der
Schülerinnen und Schüler. Sie greift die Freude der Kinder auf, mit den Händen tätig zu
werden, zu basteln und zum Beispiel etwas zu erfinden, was sich ohne elektrische
Energie bewegt. Den schulischen Rahmen hierzu bietet das Fach Kunst. Die Kunst gibt
einen Raum um sich spielerisch an scheinbar nutzlosen Objekten auszuagieren und der
Erfinderfreude freien Lauf zu lassen.
2. Die Ziele und ihre Begründung
Ziel des Projektes ist es, dass die Schülerinnen und Schüler durch den Besuch
einer Kunstausstellung zum Bauen und Präsentieren eigener beweglicher
Kunstobjektes angeregt werden.
4
In bisherigen Museums- und Ausstellungsbesuchen habe ich die Erfahrung gemacht, dass
die Erziehung zur Kunst, d. h. die Auseinandersetzung mit verschiedenen Künstlern,
Kunststilen oder Epochen in der Grundschule nicht rein theoretisch behandelt werden
kann. Ein Besuch des Museums für Moderne Kunst mit einer früheren Klasse hatte sogar
dazu geführt, dass die Schülerinnen und Schüler meinten, dort auf keinen Fall mehr
hingehen zu wollen, da das Museum „doof“ sei. Erreicht wurde diese Meinung durch
monologartige Ausführungen der Museumspädagoginnen.
„Dennoch sollten auch in der Grundschule nach Möglichkeit bei jedem Thema Bezüge zu
Kunstwerken oder zu anderen ästhetischen Gestaltungen direkt hergestellt werden, um
den kulturellen Kontext sinnlich präsent zu machen.“1
Durch Urlaubsreisen und den Konsum vielfältiger Medien und Computerspiele haben
heutige Kinder einen vielfältigen Kontakt zu unterschiedlichen Formen von Kunst oder
solchen, die sich gerne dafür ausgeben. Deshalb ist es wichtig, dass sie schon frühzeitig
Einblick in künstlerische Stilmittel erhalten, sich selbst eine Meinung bilden und einen
eigenen Sachverstand entwickeln können, damit durch die Medien vermittelte,
klischeehafte Sichtweisen in Frage gestellt und Alternativen dazu sichtbar werden.2
Dies kann unterstützt werden, indem die Grundschüler selbst zum praktischen Gestalten
angeregt werden und sich so selbst handelnd mit den Kunstobjekten auseinandersetzen.
Das Ziel dieser Unterrichtseinheit war deshalb, durch die aktive Rezeption der
Ausstellung, den Kindern die gezeigten kinetischen Kunstobjekte als einen wichtigen Teil
europäischer Plastik erfahrbar zu machen. Die Ausstellung „Kunstmaschinen –
Maschinenkunst“ eignete dafür sehr, weil die Betrachter die Möglichkeit hatten die
Kunstobjekte zu betätigen, selbst Bilder o. ä. herzustellen und mit zu nehmen.
Die Wahl eines Themas aus dem Bereich der Plastik wurde auch gewählt, da
das plastische Gestalten im Kunstunterricht oft eine untergeordnete Rolle spielt.
Denn obwohl das freie plastische Gestalten zu den grundlegenden kindlichen
Ausdrucksformen gehört - wie das Spielen mit Sand, Knete, Bauklötzen,
Verpackungsmaterialien zeigt3, findet es im Kunstunterricht eher in Form von
Bastelarbeiten statt. Die se sind zwar ebenso wichtig, sind aber oft vorgegebenen und
nachzuarbeiten und regen so weniger die kindliche Kreativität und Ausdrucksfreude an.
Vorrang vor dem dreidimensionalen Gestalten steht of das zweidimensionale bildnerische
Gestalten beim Malen und Zeichnen.
1
Rahmenplan Grundschule (siehe Literaturliste), S. 182
2
Vgl. hierzu: Rahmenplan Grundschule, S. 182
Vgl. hierzu: Rahmenplan Grundschule, S. 181
3
5
Das dreidimensionale plastische Gestalten ermöglicht den Kindern die Wahrnehmung des
sie umgebenden Raumes, zu dem sie sich selbst in Bezug setzen können.
„Wenn Kinder gestalten stellen sie damit ihre persönliche Beziehung zur Umwelt dar. Dabei
bringen sie zugleich mit den darzustellenden Objekten sich selbst zum Ausdruck.“4
Bei der Entwicklung eigener Ideen für ein Kunstobjekt können sie ihre kreativen
Fähigkeiten aktivieren und freien Lauf lassen.
Um dies zu erreichen, sollten die Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Einheit einen
ästhetischen Prozess5 durchlaufen. Im ästhetischen Sinne lernen bedeutet ganzheitlich
Lernen. Mit unseren Sinnen ertasten, sehen, hören, schmecken und riechen wir unsere
Umwelt und erhalten vielfältige Informationen, die im Gehirn vernetzt werden. In einem
– mehr oder weniger bewussten - Denkprozess werden die gewonnenen Informationen
mit Bekanntem verglichen, in Bezug gesetzt, werden Strukturen gesucht und
Funktionsweisen analysiert. Der Lernvorgang wird durch das eigene Handeln
vervollständigt. Im eigenen Tun vergewissern wir uns des Gelernten, wir verfeinern die
Informationen und bringen sie mit neuen Erfahrungen in Bezug.
Die drei Elemente des ästhetischen Lernens sind: Wahrnehmen – Denken – Handeln.6
Um zu erfahren, ob die Schülerinnen und Schüler einen ‚ästhetischen Lernprozess’
erfolgreich vollzogen haben, müssen die Lernziele in folgende Sekundärziele spezifiziert
werden:
2.1. Sekundärziele
Sekundärziele der Unterrichtseinheit sind, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen:
A. Merkmale kinetischer Kunstobjekte zu erkennen und ihren Kunstbegriff zu
entwickeln oder zu erweitern.
B. Die Ideen für ein eigenes bewegliches Kunstobjekt zu entwickeln und dessen Bau
zu planen.
C. Den Bau einer funktionierenden Kunstmaschine die Kunstobjekte herstellen kann.
D. Dieses Kunstobjektes im Rahmen einer eigenen Ausstellung anderen vorzustellen.
4
Rahmenplan Grundschule, S. 174
Ebd.S. 19: „Durch die ‚Aisthesis’, die sinnliche Wahrnehmung, findet der Mensch den Zugang zur
Welt. Im ästhetischen Blick auf die Wirklichkeit, im Umgang mit ästhetischen Gebilden und bei der
Eigenproduktion entfalten sich Denken und Fühlen im Handeln gemeinsam und bildet sich die
Phantasie zur kreativen Gestaltung.“
6
Kahrmann/Schierenbeck (siehe Literaturliste): „Auseinandersetzung mit Wahrnehmung heißt
dann Auseinandersetzung mit allen Sinnen, und zwar innerhalb des Zirkels Wahrnehmen - Denken
- Handeln. Diese drei Elemente der Organisation ästhetischer Prozesse sind von gleicher
Wichtigkeit und in stetiger Vernetzung begriffen. Bei einem ästhetischen Prozess darf nicht eines
dieser Elemente fehlen.“
5
6
Zu Ziel A:
Die SchülerInnen lernen Merkmale kinetischer Kunstobjekte kennen und
entwickeln oder erweitern ihren Kunstbegriff.
Vereinfacht gesagt, können die Schülerinnen und Schüler keine Kunstmaschinen bauen,
wenn sie nicht wissen, dass es sie gibt.
Durch die aktive Rezeption kinetischer Kunstobjekte, d.h. durch das mögliche
Ausprobieren der Kunstmaschinen, soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler
geweckt werden, sich mit dieser Kunstrichtung auseinanderzusetzen.
„Die Fähigkeit, Bilder zu ‚lesen’ und ihre Bedeutung und ihre Wirkung zu verstehen, muss
ebenso gelernt und geübt werden wie das Lesen und Verstehen von Texten.“7
Es ist wichtig, dass dieses, auf die Bildsprache bezogene, Lernziel der ästhetischen
Erziehung, auch auf plastische Werke angestrebt werden sollte, um eine „Sensibilität für
die dreidimensionale Form “8 zu entwickeln.
Ob dieses Lernziel erreicht wird, soll das Interesse der Kinder an den Werken der
Ausstellung „Kunstmaschinen – Maschinenkunst“ und ihre gezielten Nachfragen nach
ihrer Funktionsweise und der Intention der Künstler zeigen.
Zu Ziel B:
Die Idee eines eigenen beweglichen Kunstobjektes zu entwickeln und
dessen Bau zu planen.
Schritt zwei des kreativen Prozesses ist die Entwicklung von Ideen für eine eigene
Kunstmaschine. Erreicht ist das Lernziel, wenn die Kinder ihre Ideen äußern, sich mit
anderen besprechen oder sofort mit dem Bau beginnen.
Die Planung der Realisation ihrer Idee verlangt von den Schülerinnen und Schülern die
Abstraktionsleistung, sich vorzustellen, wie ihr Objekt aussehen soll, mit welchen
Materialien es zu verwirklichen ist und welche eventuellen Schwierigkeiten sie bedenken
müssen. Sie müssen sich gegebenenfalls informieren, wie geplante Bewegungsabläufe
realisiert werden können und welche Materialien sie dazu benötigen.
In dieser Phase wird es auch dazu kommen, dass sie sich für ihre Aufgabe Arbeitspartner
suchen. Im Gespräch mit ihnen, lernen sie ihre Idee zu erläutern und zu reflektieren.
Ziele sind hierbei also auch,
I.
das dreidimensionale Vorstellungsvermögen der Kinder zu fördern,
II. einen Arbeitsprozess in einem Ablauf zu planen,
III. sich mit einem oder mehreren Arbeitspartnern zu besprechen und
IV. sich mit ihnen über den Arbeitsvorgang und die Zusammenarbeit zu einigen.
7
8
Rahmenplan Grundschule, S. 179
Moore, Roger, zit. N. Trier 1992, S. 238
7
Zu Ziel C:
Der Bau einer funktionierenden Kunstmaschine,
die Bilder o. ä. herstellen kann.
Das eigene Handeln ist ein wesentliches Element des ästhetischen Lernens, da hier
verschiedene Materialien und physikalische Abläufe erkundet und gezielt erprobt werden
können. Weil die Kinder beim eigenen Tun sowohl etwas über die Funktion und
Funktionsweise von Dingen erfahren, als auch über die sinnliche Qualität der Materialien,
‚begreifen’ sie ihre Umwelt im wörtlichen Sinne.9
„ Das nicht produktorientierte, spielerische Experimentieren, das ‚Denken’ mit den
Händen sollte daher nicht nur zu Beginn einer neuen Unterrichtseinheit gefördert
werden.“10
Aber in einem ästhetischen Prozess darf auch das Denken mit dem Kopf nicht vergessen
werden. Denn, etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen, verleiht uns vor allem
dann eine große Befriedigung, wenn uns die Realisation eigener Idee oder selbst
gestellter Ziele gelungen ist.
Deshalb findet ein bewusster Lernprozess immer dann statt, wenn das Gemachte am
angestrebten Ziel gemessen wird: Führt mein Tun zu meinem angestrebten Ziel oder ist
es der falsche Weg? Muss ich es variieren, etwas zufügen oder weglassen? Habe ich die
falschen Materialien oder Verfahrensweisen gewählt? Muss ich mich informieren oder
meine Motorik üben?
In dieser Phase wird die Trennung von Hand- und Kopfarbeit aufgehoben und
ganzheitlich gelernt. Erreicht ist dieses Lernziel, wenn die Schülerinnen und Schüler ein
funktionierendes, bewegliches Kunstobjekt nach ihrer eigenen Vorstellung gebaut haben.
Zu Ziel E:
Dieses Kunstobjektes anderen vorstellen.
Eine starke Quelle der Motivation der Arbeit ist die Reaktion der anderen auf das eigene
Werk. Wird meine Idee erkannt oder kann ich sie anderen begreiflich machen. Wird
meine Kunstmaschine funktionieren und haben die Betrachter Interesse oder Freude
daran sie auszuprobieren? Können diese Fragen positiv beantwortet werden, ist dies für
die eigene Selbsteinschätzung und Selbsterkenntnis wesentlich mehr wert als eine gute
Note der Lehrerin.
Das Lernziel ist somit erreicht, wenn die Schülerinnen und Schüler ihre Kunstobjekten
anderen erläutern und sie zum mitmachen anregen konnten.
9
10
Rahmenplan Grundschule, S. 179
Rahmenplan Grundschule, S. 179
8
3. Geplante Lehrer- und Schüleraktivitäten
Zeit
Thema
Lernziel
Verlauf
14.01.2008
1 Schulstunde
15.01.08
Ankündigung des
Ausstellungsbesuchs
Lernen, eine eigene
Meinung zu
formulieren.
Kennen lernen und
ausprobieren
kinetischer
Kunstobjekte
Eigene Wahrnehmungen formulieren
und konstruktive
Kritik üben lernen.
Eine bewegliche
Kunstmaschine nach
Bastelanleitung zu
bauen.
Entwicklung, Planung
und Bau eigener
beweglicher
Kunstobjekte.
- Ankündigung des Besuchs der
Ausstellung
- Schülerfeedback:Was ist Kunst?
Besuch der Ausstellung mit
Führung durch eine Museumspädagogin
Die Schüler lernen
kinetische
Kunstobjekte
europäischer Künstler
kennen.
Ein gemeinsames
Ereignis planen und
vorbereiten können.
Filmvorführung13 mit Gesprächspausen und Bearbeitung von
Arbeitsblättern über Lebensdaten
der Künstler und ihrem gemeinsam
gestalteten Brunnen.
Gemeinsame Planung der
Ausstellung:
- Aufteilung des Klassenraumes,
- Einladungen an die Eltern
schreiben,
- Eintrittskarten schreiben.
4. Vorbereitung der Ausstellung.
5. Präsentation der eigenen
Kunstobjekte.
2 Zeitstunden
16.01.08
1 Schulstunde
21.01. 08
3 Schulstunden
21.01. –
29.02.08
15 Schulstunden
04.02.08
2 Schulstunden
03.03.08
3 Schulstunden
07.03.2008
3 Schulstunden
Besuch der
Ausstellung:
Kunstmaschinen Maschinenkunst11
Eindrücke vom
Ausstellungsbesuch
„Mach deine eigene
Kunstmaschinenkunst“
Planung und Bau
eigener
Kunstmaschinen
„Alles bewegt sich“,
die Skulpturen von
Jean Tinguely und
Niki de Saint Phalle
Planung und
Vorbereitung unserer
Kunstausstellung
Durchführung der
Kunstausstellung der
Klasse 3c
Eigene Arbeiten
anderen vorführen.
In einer lockeren Diskussionsrunde
berichten die Kinder von ihren
Eindrücken und geben ein
schriftliches Feedback.
Die Schülerinnen und Schüler
bauen eine Kunstmaschine nach
der Bastelanleitung aus dem
Schülerbegleitheft12.
In einem offenen Werkstattunterricht bauen die Schüler ihre
Objekte mit den vorgegebenen und
mitgebrachten Materialien.
3.1. Fächer übergreifende Vorhaben in Sachunterricht:
I. Geschichte des Rades: Wie alles ins Rollen kam.
II. Funktionsweise von mechanischen Haushaltsgeräten erkunden.
III. Verschiedene Getriebearten kennen lernen.
IV. Bau einfacher Stirngetriebe mit selbst gebastelten Zahnrädern.
V. Zusammenwirken von Muskelkraft und Mechanik oder der Elemente
(Luft, Wasser, Sonne) und Mechanik als alternative Energiequellen
kennen lernen. (Film: „Peter lustig dreht sein Haus“ )14.
11
„Kunstmaschinen – Maschinenkunst. Schirn Kunsthalle Frankfurt vom 18. Oktober 2007 bis 27.
Januar 2008. Siehe: www.schirn.de und Schülerbegleitheft:
„Kunstmaschinen – Maschinenkunst: Eine Einführung ab 12 Jahren zur Ausstellung“. Hrsg.
Kunsthalle Schirn Frankfurt.
12
Schülerbegleitheft Schirn, S. 40 - 43
13
Film: „Kunst ist Unsinn und – wie alles – nicht sinnlos. Skulpturen von Jean Tinguely und Niki de
Saint Phalle“
14
Film: „Peter dreht sein Haus“, 2004. 4231710
9
4. Erfolgskriterium
Mein Erfolgskriterium ist, dass der Besuch einer Kunstausstellung kinetischer
Kunstobjekte die Schülerinnen und Schüler anregt, eigene funktionierende, bewegliche
Kunstobjekte zu bauen und mit anderen über ihr Werk zu kommunizieren.
5. Indikatoren
Indikatoren (Ind.) für die Erreichung der formulierten Erfolgskriterien, sind:
Ind.1: Die SchülerInnen äußern Interesse an den gezeigten Kunstobjekten
und stellen gezielte Fragen: nach der Intention der Künstler, zur
Kunstrichtung, zur Funktionsweise, zur Entstehung, zum Material.
Ind. 2: Sie fordern Gelegenheit und Zeit die Kunstobjekte selbst auszuprobieren.
Ind. 3: Sie äußern Ideen für eine eigene Kunstmaschine oder beginnen
spontan zu bauen.
Ind. 4: Ihre Kunstmaschine funktioniert und kann Bilder o. ä. herstellen.
Ind. 5: Sie stellen ihre Kunstmaschine Besuchern einer eigenen Ausstellung vor.
Ind. 6: Die SchülerInnen können ihre Meinung äußern, was Kunst ist.
Ind. 7: Die SchülerInnen hatten Freude an der Gestaltung plastischer Objekte.
6. Instrumente zur Evaluation
Die Indikatoren können durch folgende Evaluationsinstrumente überprüft werden:
I. Schülerbeobachtung zum Ausstellungsbesuch, zum Bau der eigenen
Kunstobjekte und zur Klassenausstellung
Die Beobachtung der Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts begleitet
die ganze Einheit. Da ein ästhetischer Prozess nicht gradlinig verläuft, sondern
einen eigenständigen Lernprozess ermöglicht, können die Kinder durchaus
unterschiedliche Wege zum Erreichen der Lernziele durchlaufen. Die Ergebnisse
können an Hand von Fotos dokumentiert werden.
II. Schülerfeedback zum Ausstellungsbesuch
Das Schülerfeedback soll den jungen Ausstellungsbesuchern Gelegenheit zu
geben, ihre Wahrnehmungen und Meinungen festzuhalten und zu formulieren.
III.
Fotodokumentation
Die Fotos sollen einen Eindruck vom Verlauf der Unterrichtseinheit, ihrer Arbeiten
und der Ausstellung vermitteln und die erreichten Indikatoren bildlich
dokumentieren.
IV.
Schülerfeedback: Was ist Kunst?
Zu Beginn und zum Ende der Unterrichtseinheit wurde jeweils ein schriftliches
10
Feedback von den Schülerinnen und Schülern eingeholt, die zeigen, ob oder wie
sich ihr Kunstbegriff entwickelt hat.
V. Schülerfragebogen: Unterrichtseinheit: Kunstmaschinen
Am Ende der Unterrichtseinheit wurden die Schülerinnen und Schüler nach dem
Ursprung ihrer Ideen gefragt und wie ihnen die Unterrichtseinheit gefallen hat.
VI.
Elternfragebogen zur Unterrichtseinheit
Den Fragebogen beantworteten die Eltern nach ihrem Besuch der
Ausstellung der Schülerarbeiten in der Klasse.
7. Verlauf der Lehrer- und Schüleraktivitäten
Thema 1: Ankündigung des Ausstellungsbesuchs
Datum: 14. Januar 2008
Zeit:
1 Unterrichtsstunde
Am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien kündigte ich den Kindern den Besuch der
Kunstausstellung „Kunstmaschinen – Maschinenkunst“ in der Frankfurter Kunsthalle
Schirn an. Es war nicht unser erster Besuch in dieser Kunsthalle. In einem Unterrichtsgespräch wurden unsere Regeln bei einem Ausflug wiederholt.
Um möglichst authentische Antworten zu erhalten, wurden die Schülerinnen und Schüler
ohne weitere Erklärungen gebeten, die Fragen ‚Was ist Kunst?’ und ‚Muss Kunst schön
sein’ schriftlich zu beantworten.
Thema 2: Ausstellungsbesuch
Datum:
15. Januar 2008
Zeit:
2 Zeitstunden
In der Kunsthalle wurden wir von einer Museumspädagogin durch die Ausstellung
geführt. Die Schülerinnen und Schüler konnten Fragen stellen und die meisten der
Kunstmaschinen selbst betätigen.
Thema 3: Eindrücke vom Ausstellungsbesuch
Datum:
16. Januar 2008
Zeit:
1 Schulstunde
In einer lockeren Diskussionsrunde berichteten die Kinder von ihren Eindrücken und
gaben ein schriftliches Feedback.
Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre eigenen Wahrnehmungen formulieren und
konstruktive Kritik üben, was ihnen gefallen oder gefehlt hatte.
Thema 4: „Mach deine eigene Kunstmaschinenkunst“
Datum:
21. Januar 2008
11
Zeit:
3 Schulstunden
Die Schülerinnen und Schüler bauten eine Kunstmaschine nach der Bastelanleitung aus
dem Schülerbegleitheft15. Diese „Kunstmaschine“ ist eine Zeichenmaschine und besteht
aus mehreren Pappstreifen, die in einer komplizierten Anordnung miteinander beweglich
verbunden werden. An drei Armen können Stifte eingeklemmt werden.
Die SchülerInnen haben große Schwierigkeiten die Geräte nachzubauen.
Auf meine Aufforderung, doch eine eigene Maschine zu bauen, gehen die meisten Schüler
und Schülerinnen mit Begeisterung an die Planung.
Thema 5: Planung und Bau eigener Kunstmaschinen
Datum:
21. Januar bis 29. Februar 2008
Zeit:
15 Schulstunden
In einem offenen Werkstattunterricht planen und bauen die Schüler ihre Objekte mit den
vorhandenen und mitgebrachten Materialien. Zum Bau der Kunstmaschinen stehen den
SchülerInnen Kästen mit unterschiedlichen Materialien zu Verfügung16.
Die Schülerinnen und Schüler erklären sich gegenseitig ihre Ideen und finden sich zu
Zweier-, Dreier und Vierergruppen zusammen. Einige Wollen ihre Kunstmaschinen allein
bauen. Die Kunstmaschinen werden gegenseitig ausprobiert, Tipps gegeben,
Verbesserungen oder Veränderungen vorgenommen und Materialien ausgetauscht.
Thema 6: „Alles bewegt sich“, die Skulpturen von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle
Datum :
Zeit:
04. Februar 2008
2 Schulstunden
Filmvorführung17 mit Gesprächspausen und Bearbeitung von Arbeitsblättern über
Lebensdaten der Künstler und ihrem gemeinsam gestalteten Brunnen. Die Schüler lernen
kinetische Kunstobjekte europäischer Künstler kennen.
Thema 7: Planung und Vorbereitung unserer Kunstausstellung
Datum:
03. März 2008
Zeit:
3 Schulstunden
In einem Klassengespräch wird die Raumaufteilung für unsere Ausstellung geplant. Eine
Einladung an die Eltern wird an der Tafel zusammengestellt und von allen abgeschrieben
und gestaltet. Einige Kinder gestalten auch eigene Eintrittskarten. Für die Besucher
wurden Plakate mit Informationen und den Namen der Kunstmaschinen gemalt.
15
Schülerbegleitheft Schirn, S. 40 - 43
Materialien: Holzteile, auch Räder, verschiedene Klebstoffe, Musterklammern, Pfeifenputzer,
Wolle, Stricke etc., Styropor, Pappen, Deckel, Fundstücke und vieles andere mehr, aber auch
mechanisch funktionierende Küchengeräte, wie Salatschleudern.
17
Film: „Kunst ist Unsinn und – wie alles – nicht sinnlos. Skulpturen von Jean Tinguely und Niki de
Saint Phalle“
16
12
Thema 8: Durchführung der Kunstausstellung der Klasse 3c
Datum:
07. März 2008
Zeit:
3 Schulstunden
Die Kunstmaschinen wurden aufgebaut. In der Mitte des Raumes steht ein Tisch mit dem
im Sachunterricht gebauten Zahnradgetriebe.
Die Eltern und sonstigen Besucher wurden mit Getränken und Gebäck bewirtet. Die
Schülerinnen und Schüler zeigten ihre Kunstmaschinen, demonstrierten ihre
Funktionsweise, beantworteten Fragen und ließen die Besucher selbst agieren. Die
hergestellten Kunstwerke wurden zum trocknen aufgehängt.
8. Ergebnisse der Evaluation
8.1. Übersicht der bestätigten Indikatoren
Evaluationsinstrumente
Indikatoren
1. Die SchülerInnen äußern
Interesse an den Kunstobjekten und stellen
gezielte Fragen.
2. Sie fordern Gelegenheit
und Zeit die Kunstobjekte
selbst auszuprobieren.
3. Sie äußern Ideen für
eigene Kunstmaschinen
oder beginnen spontan mit
dem Bau.
4. Ihre Kunstmaschine
funktioniert und kann
Bilder o.ä. herstellen.
5. Sie stellen ihre Kunstmaschine Besuchern einer
eigenen Ausstellung vor.
6. Die SchülerInnen
können ihre Meinung
äußern, was Kunst ist.
7. Die SchülerInnen hatten
Freude an der Gestaltung
plastischer Objekte.
I.
Schülerbeobachtung
II.
III.
SchülerFotodokumenFeedback:
tation
Kunstausstellung
IV.
SchülerFeedback:
Was ist
Kunst?
V.
Schülerfragebogen:
Kunstmaschinen
Elternfragebogen
+
+
0
0
0
0
+
+
+
0
0
0
+
0
+
0
+
+
+
0
+
0
+
+
+
0
+
0
+
+
+
0
0
+
+
+
+
0
+
0
+
+
Erläuterung: + trifft zu, - trifft nicht zu, 0 wurde nicht mit diesem Indikator
überprüft.
8.2.
VI.
I. Beobachtungen mit Gesprächsprotokollen
13
-
zum Ausstellungsbesuch,
zum Bau der eigenen Kunstmaschinen und
zur Klassenausstellung
Die Schülerinnen und Schüler äußerten großes Erstaunen über den Krach, der uns in der
Ausstellung empfing. Normalerweise sind sie es gewohnt, sich in Museen oder
Ausstellungen ruhig zu verhalten. Hier war es genau umgekehrt, man musste
zusammenrücken und laut reden, um die Geräuschskulisse der laufenden Maschinen zu
übertönen.
Besonderes Interesse erregte die Wandinstallation „Die Preussische Brautmaschine“ von
Rebecca Horn (1988), bei der blaue Farbe auf weiße Brautschuhe gespritzt wurde. Mit
Fragen wie: „Sind das richtige Brautschuhe?“, „Wurden sie schon getragen?“, „Warum
gibt es immer nur den linken oder rechten Schuh?“, „Warum werden sie mit blauer Farbe
bespritzt?“, „Warum hat sie das gemacht?“ stellten sie genaue Fragen zur Intention der
Künstlerin und äußerten beim Auswertungsgespräch in der Schule am nächsten Tag ihre
Unzufriedenheit über die Reaktion der Museumspädagogin („Ich glaube, das versteht ihr
noch nicht, dazu seit ihr noch zu jung.)
Die Zeichenmaschinen aus der Reihe „Meta-Matic“ und weitere Werke von Jean Tinguely
waren nicht in Funktion und konnten nur betrachteten werden, wurden aber genau auf
ihre Mechanik hinterfragt: „Wie funktionieren die?“, „Laufen die mit Strom? Ich sehe gar
kein Kabel!“, „Warum kann man sie nicht von hinten sehen?“, „In welche Richtung
drehen sich die Räder?“, “Ist der Duden echt?“, „Hat jemand schon mal das Fahrrad
gefahren?“ usw. Das Interesse der Kinder und ihre gezielten Fragen belegen den
Indikator 1.
Die Mitte des ersten Raumes wurde von zwei großen Maschinen beherrscht, die auf
einem Podest standen und von Angestellten des Museums bedient wurden. Eine presste
Plastikpuppen in Form des Vaters des Künstlers, die andere schleifte aus alten
Glasflaschen Gläser. Einige Schüler beschäftigte die Frage nach dem künstlerischen Wert
der Maschinen: „Ist das Kunst?“ oder „Wie teuer ist so eine Maschine?“ zeigen, dass sie
ihre bisherige Vorstellung, was Kunst sei mit dem Gezeigten in Beziehung setzten.
Kunstmaschinen bei denen Funktion und Wirkung kaum zu beobachten waren, wie
Andreas Zybachs „0-6,5 PS“ (2007) bei dem der, durch die Füße erzeugte Druck im
Inneren einer Röhre, Pumpen in Gang setzten, die auf eine außerhalb befindliche Wand
Farbe sprühten, fanden bei den Kindern wenig Beachtung. Dies zeigt, dass sie zu den
Kunstobjekten einen eigenen Zugang fanden, deren Wirkweise sie nachvollziehen
konnten und ein eigenes Ergebnis in den Händen halten konnten.
14
Dies beweist auch der besonderen Zuspruch den die Zeichenmaschinen „The endless
Study“ von Olafur Eliasson (2005) und „Making beautiful drawings“ von Damien Hirst
(2007) erhielten. Hier konnten sie direkt aktiv werden, indem sie ein Gestänge in Gang
setzten, welches mit einem Zeichenstift verbunden war („The endless study“) oder auf
eine rotierende Scheibe mit selbst gewählten Farbstiften runde, verschieden farbige
Kreisbilder erstellten („Making beautiful drawings“). Um selbst an die Reihe zu kommen,
schlossen sie sich zu Kleingruppen zusammen und wechselten sich ab. Die gestalteten
Bilder wurden von allen ’Künstlern’ signiert, erhielten einen Ausstellungsstempel mit
Datum und wurden in der Klasse aufgehängt.
Die Selbstorganisation der Kinder zeigt ebenso, wie das laut geäußerte Bedauern „Ich bin
gar nicht dran gekommen!“, „Da war viel zu wenig Zeit!“ wie wichtig eine ‚aktive
Rezeption’18 bei der Kunstbetrachtung mit Kindern ist und bestätigt den Indikator 2 mit
der Forderung nach mehr Zeit und Gelegenheit zum Ausprobieren der Kunstobjekte.
Auf dem Heimweg äußerten die Schülerinnen und Schüler spontan ihre Begeisterung
über das Gesehene und Erlebte: „Das war toll!“, „Können wir da noch mal hingehen? Ich
habe gar nicht alles ausprobieren können!“, „Da geh ich noch mal mit meiner Mutter
hin!“ (Indikatoren 1, 2 und 8).
Mit großem Eifer gingen die Schülerinnen und Schüler in der folgenden Kunststunde an
den Nachbau der Kunstmaschine, die sie nach der Anleitung im Begleitheft der
Ausstellung bauen konnten. Sie berieten sich und versuchten die Anweisungen genau zu
befolgen, doch nur einer Schülerin gelang ein funktionierendes Ergebnis.
Auf meine Anregung, doch eine eigene Kunstmaschine zu bauen gingen alle mit großer
Begeisterung ein. Je nach ihrem Arbeitsverhalten, gingen sie entweder direkt an die
Arbeit oder sie erzählten ihre Ideen und berieten sich mit mir oder Mitschülern
(Indikator 3).
Die nächsten Kunststunden verliefen in einem offenen Werkstattunterricht, in dem die
Schülerinnen und Schüler je nach dem Stand ihrer Arbeiten agieren konnten.
Es bildeten sich im Laufe der Arbeiten eine Vierergruppe, drei Dreiergruppen, drei
Zweiergruppen und vier Kinder bauten ihre Kunstmaschinen allein. Zwei Dreiergruppen
waren besonders engagiert und bauten jeweils drei Kunstmaschinen.
Die Klassenausstellung wurde mit großer Vorfreude von den Kindern vorbereitet.
Gemeinsam wurde die Aufteilung des Klassenraumes geplant. Die Schülerinnen und
Schüler schreiben Einladungen an die Eltern und fertigen Eintrittskarten.
18
Sie Kapitel 2.1.
15
Ihre hohe Motivation zeigten sie auch, indem sie sich bemühten ihre Kunstmaschinen
pünktlich fertig zu stellen und zu gestalten.
Am Ausstellungstag bauten sie ihre Tische selbstständig auf und malten
Informationstafeln mit den Namen der Kunstobjekte und Künstler, zum Teil erläuterten
sie darauf auch ihre Funktionsweise.
Während der Ausstellung führten sie ihre Kunstmaschinen vor, beantworteten Fragen und
ließen die Besucher eigene Bilder herstellen. Dies bestätigt den Indikator 4, dass die
Kunstmaschinen funktionieren und man mit ihnen Bilder oder ähnliches herstellen kann
und Indikator 5, die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten vorstellen und von anderen
betätigen lassen konnten.
8.3.
II. Schüler-Feedback zum Ausstellungsbesuch
Wie sich die Schülerinnen und Schüler mit den in der Ausstellung gezeigten
Kunstobjekten auseinandergesetzt haben, zeigten ihre Antworten in dem
Schülerfeedback, welches ich ihnen am folgenden Tag zur schriftlichen Beantwortung
gab.
Alle 24 Schülerinnen und Schüler bearbeiteten die Punkte. Dabei wurde ihr starkes
Interesse nach Informationen zu den Kunstobjekten deutlich. Auf die Frage: „Wenn du
die Führerin oder der Führer durch die Ausstellung gewesen wärst: Welche Fragen
hättest du noch beantwortet?“ wurden 22 Fragen formulier, was den Indikator 1 (Die
16
SchülerInnen äußern Interesse an den gezeigten Kunstobjekten und stellen gezielte
Fragen erreicht wurde.
Von diesen 22 Fragen wurden zur Funktionsweise der gezeigten Kunstmaschinen 9 (
41%) Fragen gestellt, 8 Mal (36 %) wurde nach den Materialien die für ihren Bau
benutzt wurden gefragt, die restlichen 5 Fragen (23 %) bezogen sich auf die
Kunstrichtung, der Intension der Künstler oder nach dem Wert der Kunstobjekte.
Kunst
23%
Funtkionsweise
41%
Material
36%
FRAGEN ZUR
WELCHE FRAGEN HÄTTEST DU NOCH BEANTWORTET?
ZUR FUNKTIONSWEISE
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
WIE DIE MASCHINEN GEHEN ODER WIE SIE GEBAUT WURDEN.
WIE MAN DAS GLAS SCHLEIFT.
WIE DAS MIT DER TON-MASCHINE GEHT.
DEN SCHÜLERN GESAGT, DASS IN DIE BECHER TINTE REINGEFÜLLT
WERDEN SOLL.
WIE MAN MIT DEN MASCHINEN ARBEITET.
WIE MAN AN MANCHEN MASCHINEN ARBEITET.
WIE MAN AN DEM COMPUTER AUSDRUCKT.
WARUM VIELE DINGE NICHT FUNKTIONIEREN.
WARUM ZERSCHNEIDET DAS GLAS?
17
MATERIAL
KUNST,
KUNSTWERK,
KUNSTRICHTUNG
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
1.
2.
3.
4.
5.
AUS WELCHEM MATERIAL?
WOHER DIE SCHUHE KOMMEN?
WELCHES MATERIAL DAS ALLES IST.
AUS WELCHEM MATERIAL SIE SIND.
WIE VIELE SCHON DIE SCHUHE GETRAGEN HABEN.
WER HAT SIE GETRAGEN?
OB DIE SCHUHE SCHON MAL GETRAGEN WORDEN SIND.
OB MAN AUS DEN BECHERN AUS GLAS AUCH TRINKEN KANN.
WIE ALT IST ES?
AUS WELCHEN JAHRHUNDERTEN ES IST?
OB DIE MASCHINE NACHGEBAUT IST.
WIE VIEL DIE SACHEN WERT SIND?
OB SIE TEUER ODER NICHT TEUER SIND.
Auch bei der Frage: „Was hättest du anders gemacht, wenn du durch die Ausstellung
geführt hättest?“ bestätigt sich das Bedürfnis der Schülerinnen und Schüler nach mehr
Information (25 %). Mehr Zeit zum Ausprobieren und Betrachten der Kunstmaschinen
hätten sich 45 % gewünscht, 17 % hätten gar nichts anders gemacht und 13 %
machten zu diesen Fragen keine Angaben. Damit bestätigt nahezu die Hälfte der Klasse
den Indikator 2, nämlich die Forderung nach Zeit und Gelegenheit die Kunstmaschinen
auszuprobieren.
8.4.
III. Fotodokumentation
Foto 1:
Gemeinschaftsbild, entstanden an der
Kunstmaschine: „Making beautiful drawings“
von Damien Hirst (2007)
Die Selbstorganisation in Gruppen, damit
möglichst viele Kinder Gelegenheit haben diese
Kunstmaschine auszuprobieren zeigt, dass
Indikator 2: Sie fordern Gelegenheit und Zeit
die Kunstobjekte selbst auszuprobieren.)
bestätigt wurde.
18
Foto 2:
Skizze und Beschreibung der
geplanten Kunstmaschine
Das Skizzieren und Beschreiben der selbst
ausgedachten Kunstmaschine bestätigt
Indikator 3: Sie äußern Ideen für eigene
Kunstmaschinen oder beginnen spontan mit
dem Bau.
Foto 3:
Die „Tintenzwille“: Die
ausgeschnittene Tintenpatrone wird
mit einer Zwille gegen ein Papier
geschleudert.
Die Maschine kann bewegt werden und man
kann Bilder mit ihr herstellen, so wie mit
Indikator 4 überprüft werden soll.
Foto 4
Die „Farbenachterbahn“:
Gefärbte Murmeln laufen einen
Gang hinunter und färben einen
Papierstreifen.
Die Kunstmaschine produziert Kunstobjekte,
wird aber auch selbst zum Kunstobjekt.
Indikator 4 (siehe oben) wird bestätigt.
19
Foto 5:
Die „Farbschleuder“
Farbe wird in eine Salatschleuder auf
ein rundes Papier gegossen und
durchgeschleudert.
Es entstehen interessante Bilder, die von den
Besuchern sehr begehrt wurden. Auch dies
beweist Indikator 4 (siehe oben).
Foto 6:
Plakat zur Vorstellung der eigenen
Kunstmaschine auf der Ausstellung
Dieses mit Liebe und Vorfreude gestaltete
Plakat, zeigt die in Indikator 6
nachgefragte Freude an der Gestaltung und
Präsentation der eigenen Kunstmaschinen.
Foto 7:
Die Vorstellung der eigenen
Kunstmaschine
Dieses Foto drückt die Ernsthaftigkeit mit der
die SchülerInnen ihre Werke präsentierten,
von den Besuchern ausprobieren ließen und
wie gespannt sie auf ihre Reaktion waren.
Indikator 5 und 6 (siehe oben) werden mit
diesem Foto bestätigt.
20
8.4. IV. Schülerfeedback: Was ist Kunst?
Um zu erfahren, ob oder welchen Kunstbegriff die 24 Schülerinnen und Schüler haben
und wie er sich im Laufe dieser Unterrichtseinheit entwickelt, wurden sie zum Beginn und
zum Ende der Einheit befragt.
Auf die Frage: „Was ist Kunst?“ antworteten 42 % „Wenn man selbst malt, bastelt und
ähnliches“, 21 % verstanden darunter Bilder, Gemälde, Skulpturen und ähnliches oder
nannten besondere Merkmale, wie etwas besonderes, schönes, lustiges (29 %). Darunter
war die originellste Antwort: „Wenn Männer Bilder malen.“ 8 % machte keine Angaben.
Frage: Was ist Kunst?
45%
40%
35%
30%
25%
20%
15%
10%
5%
0%
Selbst malen Best. Merkmale
Bilder u.ä.
Keine Angaben
Die Befragung nach der Unterrichtseinheit: „Sind Kunstmaschinen auch Kunst?“
beantworteten 23 Schülerinnen und Schüler.
80 % befanden, dass Kunstmaschinen auch Kunstwerke seien, „Für mich ja – für andere
nicht“, meinten 8 % , „Sie sind keine Kunstwerke aber sie machen welche“ schrieben
4 % und ebenfalls 4 % entschieden, dass sie keine Kunstwerke seien.
Diese eindeutige Meinungsbekundung belegt den Indikator 8, dass die Schülerinnen und
Schüler ihren Kunstbegriff entwickelt und erweitert haben.
21
Frage: Sind Kunstmaschinen auch Kunstwerke?
4% 4%
8%
84%
Ja
8.5.
Für mich ja
Nein
Nein - aber
V. Schülerfragebogen:
Bei der Frage nach der Idee für die Entwicklung einer Kunstmaschine waren
Mehrfachnennungen möglich. So wurden von 23 SchülerInnen 30 Möglichkeiten
angekreuzt.
17%
0%
29%
27%
13%
23%
Ausstellung
Tinguely
Gespräche
Lehrerin
Sachunterricht
Sonstiges
22
Von dem Besuch der Ausstellung waren 7 und davon von den Kunstmaschinen
Tinguelys 4 SchülerInnen inspiriert. Von den Gesprächen mit anderen wurden 6
und mit der Lehrerin 5 Kinder zur Entwicklung ihrer Vorstellung angeregt. Die
Arbeit im Sachunterricht mit mechanischen Wirkungsweisen regte die
SchülerInnen nach eigener Einschätzung nicht zum Bau der Kunstmaschinen an.
8 Nennungen wurden unter „Sonstiges“ genannt, darunter die Dippemess
(Kirmes) (1), Anregungen der Mutter (1), von Spielen (1), einer Mitschülerin (1)
Oder sie entstanden spontan beim Bauen mit den vorhandenen Materialien (2).
Dass die Schülerinnen und Schüler Freude an der Behandlung plastischer
Kunstobjekte im Unterricht hatten, zeigen die Antworten auf die entsprechende
Frage im Schülerfragebogen:
Mit 20 Kreuzen in der Spalte „Sehr gut“ ist der Indikator 7 überzeugend belegt.
Die Möglichkeit „gut“ wurde einmal genannt und 2 Nennungen waren ungültig.
23
8.6.
VI. Elternfragebogen
20 Eltern bearbeiteten den Fragebogen nach dem Besuch der Ausstellung,
beantworteten jedoch nicht unbedingt alle Fragen. Die erste Frage, ob die Erfindungen
von Kunstmaschinen den SchülerInnen gefallen hätte, wurde 17 mal mit „sehr gut“,´und
3 mal mit „gut“ – also von allen – zustimmend beantwortet und bestätigt damit den
Indikator 7 (Freude am plastischen Gestalten) auch aus der Sicht der Eltern.
Ob die Anregungen für Ideen von eigenen Kunstmaschinen (Indikator 3) so groß war,
dass sie auch im Hort oder zu Hause entwickelt oder verwirklicht wurden, beantworteten
4 Eltern mit „sehr gut“, 10 mit „gut“ und 5 mit der Note 3. Eine Nennung fehlte.
Dass der Kunstbegriff der SchülerInnen sich erweitert hat (Indikator 6), bestätigten 10
Eltern mit „sehr gut“ und 5 Eltern mit „gut“, einmal wurde die Wertung „drei“ gegeben.
Auf die Frage: „Wie fanden Sie die Präsentation der Arbeitsergebnisse in Form einer
Ausstellung“ beantworteten 17 Eltern mit „Sehr gut“ und 1 Elternteil mit „gut“, 2 mal
wurde keine Meinung geäußert. Damit bestätigen sich nicht nur der Indikator 5
(Präsentation der Arbeiten in einer eigenen Ausstellung) sondern auch die Indikatoren
4 und 3, da viele Eltern den Ideenreichtum lobten, den die Kinder beim Bau ihrer
Kunstmaschinen entwickelt hatten. Denn 8 Eltern begründeten ihre Meinung schriftlich
mit der großen Begeisterung und Motivation der Kinder, ihren Ideenreichtum und dem
Stolz, den sie bei der Präsentation ihrer Arbeiten zeigten.
24
9. Reflexion und Interpretation der Ergebnisse
Wie die Einleitung zeigt, wurde ich bei der Planung dieser Einheit von vielen Ideen und
Aspekten inspiriert. Der Aspekt der Umwelterziehung verleitete mich dazu, ein Fächer
übergreifend zu arbeiten und zeitgleich im Sachunterricht physikalische Grundkenntnisse
mechanischer Wirkweisen zu vermitteln. Doch auch die Durchführung einiger Versuche,
wie dem Bau von Zahnradgetrieben und die Untersuchung der Funktionsweise einfacher
mechanischer Küchengeräte regte die Schülerinnen und Schüler nicht dazu an, ihr
Wissen anzuwenden und etwas eigenes zu erfinden.
Das belegt auch, dass bei der Schülerbefragung, der Sachunterricht keinen Einfluss auf
die Entwicklung kreativer Ideen hatte.
Also besann ich mich wieder auf mein Wissen um kreative Intelligenz und ästhetische
Prozesse und stellte die Frage dieser Evaluation, ob Künstler die Schülerinnen und
Schüler mit ihren Kunstwerken selbst dazu inspirieren könnten, eigene bewegliche
Kunstobjekte zu bauen.
Voraussetzung war jedoch die Möglichkeit einer aktiven Rezeption der gezeigten
Kunstwerke. Die schlechten Erfahrungen von dem oben erwähnten Ausstellungsbesuch
im Museum für Moderne Kunst konnten sich wohl schon deshalb nicht wiederholen, da
die Kunstmaschinen die Besucher selbst zum eigenen Handeln aufforderten. Die Führung
ermöglichte auch, dass wir zu allen Kunstobjekten Zugang erhielten.
Die in den Schülerbeobachtungen geschilderten Reaktionen der Kinder und ihre im
Schülerfeedback formulierten Fragen belegen, welches Interesse der Ausstellungsbesuch
an dem Gesehenen ausgelöst hat. Es zeigt auch, dass die Kunstmaschinen, indem sie
Bekanntes aus ihrem gewohnten Kontext lösen und zu unkonventionellen Objekten
zusammenstellen, Denkanstöße geben und Fragen nach ihrem Sinn auslösen.
Hatten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Einheit noch gar keinen Kunstbegriff,
sondern sahen in ‚Kunst’ nur das Schulfach, so hatten sie sich am Ende eine eigene
Meinung gebildet und konnten sie genau formulieren, ohne dass dies in Unterrichtsgesprächen vorher thematisiert worden war.
Eine Schwierigkeit bei der Erstellung der Fragen an die Schülerinnen und Schüler war die
gezielte Formulierung. So war ich erst überrascht, wie viele die oben genannte Frage auf
den Kunstunterricht bezogen, interpretierte das Ergebnis aber dahingehend, dass sie
noch keinen eigenen Kunstbegriff hatten. Also gibt auch das falsch verstehen einer Frage
Aufschluss über die Kenntnisse der Befragten und die Erreichung der angestrebten
Lernziele.
25
Von der Überlegung, die Fragen mit den Schülerinnen und Schülern vorher zu diskutieren
nahm ich Abstand, da ich die Antworten nicht beeinflussen und somit verfälschen wollte.
Die gleichmäßige Verteilung bei der Nennung der Inspirationsquellen für ihre
Kunstmaschinen, ist näher zu betrachten. Denn die Frage lässt einerseits die Möglichkeit
zu, die Idee zum Bau überhaupt einer Kunstmaschine zu meinen oder andererseits die
Idee zu der Kunstmaschinen, die dann auch verwirklicht wurde. Meiner Meinung nach,
bezogen sich die Antworten auf die Realisation der gebauten Kunstmaschinen. Denn nach
meinen Beobachtungen reagierten alle Schülerinnen und Schüler auf meine Anregung mit
großer Begeisterung und machten sich sofort an die Planung oder den Bau. Darüber
hinaus zeigt die breite Streuung der Nennungen auch, dass in einem ästhetischen
Prozess viele Anregungen eine Rolle spielen und sich, wie im Kapitel 2 beschrieben
wurde, miteinander vernetzen und gemeinsam zu einem Ziel führen.
Um genauere Erkenntnisse zu erzielen, überlegte ich die Durchführung von
Schülerinterviews, konnte dies jedoch aus zeitlichen und organisatorischen
Gegebenheiten nicht realisieren.
Die Fotodokumentation gibt einen Eindruck von den Arbeiten der Kinder. Ein besonderes
Ereignis war die Kunstausstellung am Ende der Einheit. Die Präsentation ihrer Arbeit und
die erwartete Reaktion der Besucher waren den Schülern so wichtig, dass sie noch einmal
alle Anstrengungen aufgebrachten, um die Kunstmaschinen fertig zu stellen, zu gestalten
und entsprechend zu präsentieren. Und auch die Eltern überwanden alle Schwierigkeiten,
um mittags in die Schule zu kommen. Die Eltern, die nicht kamen, entschuldigten sich
aus Termingründen. Die Ausstellung rundete die Einheit ab und ließ die Schülerinnen und
Schüler ihr eigenes Tun noch einmal reflektieren und so bewusst wahrnehmen.
So äußerten auch alle, sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Eltern in den
jeweiligen Fragebögen breite Zustimmung zu dieser Unterrichtseinheit. Die gestellten
Ziele wurden erreicht die Evaluationsfrage kann positiv beantwortet werden. Der Besuch
der Ausstellung regte die Schülerinnen und Schüler zu der Idee und zum Bau eigener
funktionierender Kunstmaschinen an, weil sie die Möglichkeiten hatten, sie selbst handeln
zu erfahren.
10. Folgerungen für die weitere Arbeit und konkrete Vorhaben
- im Unterricht
Das plastische Gestalten ist im Kunstunterricht unserer Klasse zu einem wichtigen
Bestandteil geworden. Bei der Sammlung von Vorschlägen für den Kunstunterricht
äußerten die Schülerinnen und Schüler den Wunsch, Skulpturen aus Stein zu „meißeln“.
26
Diesen Vorschlag möchte ich gerne aufgreifen, um sowohl die klassischen Skulpturen
europäischer Künstler, im Liebighaus19, zu betrachten, aber auch - ausgehend von den
Arbeiten Roger Moores - moderne europäische Kunst (im Städel und dem Museum für
Moderne Kunst20) behandeln.
Die Werke von Niki de Saint Phalle und Miro gaben Anregungen zur Gestaltung von
Fantasietieren und –objekten aus Ton. Weiterführend ist das Erarbeiten von Tonobjekten,
die zu einer Stehle zusammengeführt werden sollen, geplant und die Mitarbeit an den
Projekt des Regenwasserbrunnens für den Schulgarten.
Fächer übergreifend werden - vor allem im Sachunterricht - behandelte Objekte und
Sachverhalte durch das plastische Gestalten greifbar gemacht.
So wird von den Schülerinnen und Schülern für Frankfurt Typisches aus Ton gestaltet und
zu einem Gemeinschaftsbild zusammengestellt.
Der Besuch des Museums für Vor- und Frühgeschichte zum Thema „Steinzeit in Europa“
führte zur intensiven Beschäftigung mit den damals benutzen Materialien Stein, Holz,
Leder, Ton etc.
- und an der Textorschule
Der Besuch von Ausstellungen und Museen gehört auch weiterhin zu einem festen
Bestandteil der außerschulischen Aktivitäten der Textorschule.
Dabei ist darauf zu achten, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu einer
aktiven Rezeption des Gezeigten gegeben wird, indem sie zum eigenen kreativen Tun
angeregt werden.
Wie diese Evaluation zeigt, kann so die Einbeziehung moderner europäischer plastischer
Kunst in den Kunstunterricht der Grundschule kann gelingen
Eine wichtige Anschaffung an der Textorschule ist der Brennofen. So können plastische
Arbeiten der Schüler haltbar gemacht und ausgestellt werden.
Im vergangenen Schuljahr wurden so von zwei Klassen Wandreliefs gestaltet.
In einem weiteren Kunstobjekt in diesem Schuljahr ist der Bau eines Brunnenobjektes für
den Schulgarten geplant, bei dem das gesammelte Regenwasser genutzt werden soll.
Dabei sollen jeweils die Einzelarbeiten der SchülerInnen zu einem Gesamtwerk
zusammengeführt werden.
19
20
Museum alter Plastik, Schaumainkai 71, Frankfurt am Main
Städelsches Kunstinstitut, Schaumainkai 63 und
Museum für Moderne Kunst, Domstr. 10, beides in Frankfurt am Main
27
Um mehr Kolleginnen mit dem plastischen Werkstoff Ton und der Bedienung des
Brennofens vertraut zu machen, werden von mir und einer Kollegin Fortbildungsveranstaltungen vorbereitet.
Literaturverzeichnis
Bannmüller, Eva: „Mit den Händen wahrnehmen und lernen“. In: Die Grundschulzeitschrift 64/1993.S. 7 – 10.
Bildung von Anfang an. Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in
Hessen. Hrsg.: Hessisches Sozialministerium und Kultusministerium. Wiesbaden.
2007.
Bräuer, Gottfried: „Tun als äußeres Denken“. In: Die Grundschulzeitschrift 64/1993.
S.10 – 12.
Europäisches Curriculum, Hessisches Kultusministerium, Wiesbaden 2003.
Gesellschaft für europäische Bildungsprojekte e.V.: Selbstevaluation von Unterrichtsprojekten im Schulalltag. Konzepte, Methoden und Beispiele aus dem
Europaschulprogramm in Hessen.
Grünewald, Dietrich: „Plastisches Gestalten im Kunstunterricht“. In: „Kunst+Unterricht“,
Heft 248/2000. Seelze. S. 4 – 8.
Kahrmann: Klaus-Ove u. Schierenbeck, Fred: Netzwerk Ästhetik: Wege zur Integration
ästhetischer Ausdrucks- und Handlungsfelder. Uni Bielefeld www.uni-bielefeld.de.
Trier, Eduard: „Bildhauertheorien im 20. Jahrhundert. Berlin 4. Aufl. 1992.
28
12. Auswertung der Evaluations-Instrumente:
12.1. Feedback zum Ausstellungsbesuch
•
•
Wenn du die Führerin oder der Führer durch die Ausstellung gewesen wärst: Welche
Fragen hättest du noch beantwortet?
Was hättest du anders gemacht?
Was hättest du anders gemacht, wenn du
24 Antworten
100 %
6
25 %
11
45 %
Gar nichts verändert.
4
17 %
Keine Antwort gegeben.
3
13 %
durch die Ausstellung geführt hättest?
Mehr Informationen gegeben.
Mehr Zeit zum Ausprobieren
Der Kunstmaschinen.
12.2. Auswertung des Schülerfeedbacks zum Kunstbegriff
Antworten auf die Frage: Was ist Kunst?
Wenn man selbst malt, bastelt und ähnliches
Mit bestimmten Merkmalen: Etwas Besonderes,
schönes, lustiges.
Bilder, Gemälde, Skulpturen u. ä.
Keine Angaben
Antworten auf die Frage:
24 Antworten
100 %
10
7
42 %
29 %
5
2
21 %
8%
23 Antworten
100 %
19
2
1
1
80 %
8%
4%
4%
Sind Kunstmaschinen auch Kunstwerke?
Ja.
Für mich ja - für andere nein.
Nein.
Nein – aber sie machen Kunstwerke
29
12.3. Auswertung des Schülerfragebogens: Kunstmaschinen
Teilnahme: 23 von 24 Schülerinnen und Schülern
Wie hat dir das Thema „Kunstmaschinen“ im Kunstunterricht gefallen?
Sehr gut
gut
ganz gut
nicht so gut
gar nicht gut ungültig
20
1
0
0
0
2
Woher hattest du die Idee für deine Kunstmaschine?
Vom Besuch der Ausstellung?
Antworten bei Sonstiges:
- Dippemess
- Spontan beim Bau
eingefallen.
- Mama
- Von Spielen.
- Von einer
Mitschülerin.
30 Nennungen
7
Von den Kunstmaschinen von
Tinguely ?
Aus Gesprächen mit anderen?
4
Aus Gesprächen mit Frau Schäfer?
5
Aus dem Sachunterricht?
0
Sonstiges?
8
6
30
12.4. Auswertung des Elternfragebogens
Fragebogen zur Evaluation der Vernissage: 20 Fragebogen von 24
ausgegebenen
Zustimmung
1
2
Die Erfindung von Kunstmaschinen
hat den SchülerInnen gefallen.
Die SchülerInnen haben auch zu
Hause oder im Hort Ideen
entwickelt und/oder verwirklicht.
Der Kunstbegriff der SchülerInnen
hat sich erweitert.
Wie fanden Sie die Präsentation der
Arbeitsergebnisse in Form einer
Ausstellung?
3
4
Ablehnung
5
17
3
20
4
10
5
19
10
9
1
20
16
1
17
30
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