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Kleiderschrank in Schräge Renovierungsexperte Ulf - WDR.de

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Servicezeit – Das Verbrauchermagazin im WDR Fernsehen, Montag bis Freitag um 18.20 Uhr
Kleiderschrank in Schräge
Renovierungsexperte Ulf Hogräfer weiß, wie es geht
Von Silke Hömberg
Schritt 1: die Planung
Überlegen Sie sich zuerst genau, was Sie wollen:
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Soll Ihr Schrank breit gebaut oder in mehrere einzelne Schrankteile unterteilt werden?
Wie viele Einlegeböden brauchen Sie?
Wo soll die Kleiderstange hin?
Wie kann man die Tiefe unter der Schräge bestmöglich ausnutzen?
Je präziser Sie bei der Vorplanung sind, desto funktionaler wird Ihr Schrank später. Ein gut
durchdachtes Kleiderschranksystem ist Gold wert, schließlich muss das Möbelstück jede Menge
einstecken.
Schritt 2: Werkzeug und Materialien:
Wasserwaage
Zollstock oder Bandmaß
Schmiege
Handkreissäge mit Führungsschiene
Stichsäge
Akkuschrauber
Bohrmaschine
Topfbandbohrer
Schleifgerät (Schwingschleifer oder Exenterschleifer)/Schleifpapier/Schleifklotz
Dreischichtplatte (19 mm) für Seitenwände, Deckel, Böden, Türen, Rahmen, Blenden,
Einlegeböden, Schubkästen
Sperrholz für Rückwand und Böden der Schubkästen (FU 6 mm)
Topfbandscharniere
Kleiderstange plus Halterung
Die Vorteile einer Dreischichtplatte
Wir verwenden 19 Millimeter starke Dreischichtplatten aus Fichte. Die Platte wird aus drei
gleichdicken Massivholzlagen hergestellt. Die mittlere Lage läuft quer zu den beiden Äußeren.
Dadurch wird ein geringes Arbeiten des Holzes erreicht. Dreischichtplatten sind herstellungsbedingt
recht teuer, dafür aber auch sehr stabil. Lassen Sie die Platten beim Holzhändler oder im Baumarkt
auf Maß zuschneiden, das erspart eine Menge Arbeit! Für Rückwand und Böden der Schubkästen
empfiehlt unser Servicezeit-Experte Ulf Hogräfer Sperrholz (FU 6 mm).
Schritt 3: die Vorbereitung
Als Erstes nehmen Sie Ihren Raum genau unter die Lupe. Das heißt: messen, was der Zollstock
hergibt. Dann ermitteln Sie den Winkel Ihrer Dachschräge. Das geht am einfachsten mit einer
Schmiege.
Danach legen Sie die Tiefe des Schranks fest. Eine genaue Zeichnung vom Grundgerüst vereinfacht
die spätere Umsetzung.
Schritt 4: die Montage
Den Schrank direkt unter die Schräge zu bauen, erfordert sehr großes Geschick – nicht überall
kommt man zum Beispiel beim späteren Verschrauben an bestimmte Stellen. Einfacher ist es, den
Korpus „trocken“ zu montieren und erst hinterher in die gewünschte Position zu schieben. Dabei ist
es unerlässlich, vorab genau Maß zu nehmen. Schon der kleinste Messfehler kann dazu führen,
dass der Schrank sonst hinterher nicht genau unter die Schräge passt.
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© 2013
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Zuerst werden die zugeschnittenen Schrankteile zum Schrankkorpus zusammengebaut.
Dazu setzen Sie die beiden Seitenteile auf die Bodenplatte und verschrauben sie von der
Unterseite aus. Die Schraublöcher bohren Sie dabei am besten vor, um ein mögliches
Ausreißen des Holzes zu verhindern.
Danach wird der Deckel auf den Korpus gesetzt und von der Oberseite aus mit den
Seitenteilen verschraubt. Zum Schluss kommen die Blenden.
Anschließend brechen Sie alle Kanten des Korpus mit einem Schleifklotz und schleifen auch
alle Oberflächen glatt.
Wichtig: Wie für jeden Kleiderschrank an einer Außenwand gilt auch hier, für ausreichende
Hinterlüftung zu sorgen. Werden die Rückwände ohne Abstand und entsprechende
Lüftungsschlitze im Sockel und an der Oberseite direkt an die Wandschräge gesetzt, schlägt sich
hier leicht Feuchtigkeit aus der Raumluft nieder, und es kann zu Schimmelbildung kommen.
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Die Regalbretter können direkt an den Grundelementen befestigt werden, allerdings kann
man so die Höhe nachträglich nur schwer verändern.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Bodenträgern. Bei dieser Variante bleibt
man flexibel.
Zum Schluss werden die Türen mit Hilfe von Scharnieren, sogenannte Topfbänder,
angebracht.
Damit die Löcher für die Topfbänder auch alle den gleichen Abstand von der Außenkante
haben, können Sie sich mit einem selbst gebastelten Abstandhalter helfen. Dazu einfach
mit dem zu verwendenden Topfbohrer ein Loch in ein kleines Brett bohren – die Mitte
rechts und links anzeichnen – und an der Rückseite eine kleine Leiste anschrauben. Fertig
ist der Abstandhalter.
Ist der Korpus fertig, wird der Einbauschrank an seine Position geschoben. Sollte der Boden uneben
sein, so können Sie den Schrank nachträglich ausrichten. Besorgen Sie sich einfach beim Schreiner
um die Ecke kleine Holz- oder Faserplättchen; die gibt es in unterschiedlichen Stärken.
Schritt 5: die Schubkästen
Container auf dem Schrankboden bringen viel Stauraum. Mit ausziehbaren Schubkästen können Sie
die Tiefe Ihres Kleiderschrankes perfekt nutzen. Teleskop-Auszüge für die Laden sind allerdings
gerade in schwerer Ausführung extrem teuer.
Wer seine Schubladen dennoch randvoll packen will, sollte Möbelrollen verwenden, die es in den
unterschiedlichsten Ausführungen gibt. Wir verwenden sogenannte Parkett-Seitenrollen. Diese
Rollen werden, wie der Name schon sagt, einfach an die Seiten geschraubt und sind besonders für
weichere Holzböden geeignet. Damit solch ein Schubkasten richtig viel aushält, nehmen wir
Gummirollen mit einer Tragkraft von 40 Kilogramm.
Bei der Wahl der Möbelrollen sollten Sie unbedingt beachten: Das Material und die Beschichtung
der Rollen sollte der Bodenbeschaffenheit angepasst werden. Das heißt: Auf empfindlichen Holzoder Fliesenböden sollten Sie sich für Möbelrollen mit weicher Lauffläche (zum Beispiel Gummi)
entscheiden. Bei Teppichböden funktionieren die allerdings nicht so gut. Hier eignen sich Rollen mit
harter Lauffläche (zum Beispiel aus Kunststoff) besser. Das Gewicht der Schublade sollte die
Tragfähigkeit der Möbelrollen nicht übersteigen.
Tipps zur Kleiderschrankordnung: Boxen eignen sich gut, um Unterwäsche und Socken sinnvoll
zu verstauen. Wenn Sie Schuhe im Kleiderschrank aufbewahren, sollten Sie sie in Kartons stapeln
und beschriften. So behalten Sie jederzeit den Überblick.
Kosten:
Die gesamten Materialkosten belaufen sich bei unserem Beispielschrank auf circa 1.010 Euro
(Dreischichtplatte: circa 800 Euro; Furnierholz: circa 160 Euro, Möbelrollen: circa 20 Euro,
Kleinmaterial: circa 30 Euro).
Materialverbrauch: circa 27 Quadratmeter Dreischichtplatte; knapp 7 Quadratmeter Furnierholz
Kiefer.
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