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Mehr Platz für Freizeit Fast wie im Märchen Zuerst - Gesundheit

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Ausgabe 1/2010
Mehr Platz für Freizeit
Bewegung und Begegnung gehören zusammen.
Fast wie im Märchen ...
Skatepark Hitzkirch
Zuerst sensibilisieren, dann umsetzen
Betriebliche Gesundheitsförderung in der
Gemeindeverwaltung Schenkon
Kantonsärztliche Dienste
Fachstelle Gesundheitsförderung
Editorial
3
Wie geht es der Bevölkerung im
Kanton Luzern? – Ergebnisse aus der
Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007
4
Mehr Platz für Freizeit – Bewegung
und Begegnung gehören zusammen
6
Ab an die frische Luft! – Bewegungsräume im Kanton Luzern
8
Fast wie im Märchen …
Skatepark Hitzkirch
10
Ein Herz für Kinder … – Unicef zeichnet die Gemeinde Wauwil aus
12
Freizeitkarte für «Wohlfühl-Tourismus» – Die Highlights der Region
Sempachersee auf einer Karte
13
Ein wahres Schmuckstück – Die
Schulanlage Gettnau lädt Gross und
Klein zum Verweilen ein
14
Zuerst sensibilisieren, dann umsetzen – Betriebliche Gesundheitsförderung in der Gemeindeverwaltung
Schenkon
15
Vollkorngebäck, Ruheraum und
Töggelikasten – Betriebliche
Gesundheitsförderung bei Interface
Politikstudien Forschung Beratung
in Luzern
16
Auf Herz und Nieren geprüft –
Dienststelle Berufs- und Weiterbildung erhält Prädikat «Familie UND
Beruf»
17
Die Stoppuhr ist Nebensache –
Hinterländer Walking-Event
18
Elterntaxi hat ausgedient – Mit dem
Pedibus sicher zur Schule
20
Sportlich professionell betreuen –
Die Kindertagesstätte Strampolino in
Kriens geht neue Wege
Betreuung über die Mittagszeit liegt
im Trend –«Meetpoint», ein Mittagstisch in Emmen
Inhalt
20
21
Die Kurse von «action d 2010» –
Ideen für die Diabetes-Typ-2-Prävention
22
Splitter
Veranstaltungen, Informationen,
Publikationen
Liebe Leserin
Lieber Leser
Wo bewegen Sie sich? In der Sporthalle? Im
Fitnesscenter? Auf Skipisten oder Wanderwegen? Noch gibt es Möglichkeiten, doch sie
sind beschränkt – und wenn wir nicht aufpassen, sind sie bald ganz verschwunden. Die
Schweiz erstreckt sich über eine Fläche von
41 000 Quadratkilometern, und rund ein Drittel davon ist für die Besiedlung geeignet. Und
dieser Raum wird exzessiv zubetoniert. Pro Sekunde verbauen wir
einen Quadratmeter, täglich den Platz von sieben Fussballfeldern.
Kinder und Jugendliche leiden besonders unter dieser Tatsache. Zur
Schule werden sie chauffiert, in der Freizeit tummeln sie sich in virtuellen oder imaginären Welten. Sie spielen nicht mehr im Wohnumfeld, sondern mit der Playstation – eine ungesunde Entwicklung.
Wir müssen in Dörfern und Städten wieder zusammenhängende Bewegungsräume schaffen und Raumreserven für Sport und Bewegung
sichern. Damit das gelingt, sollten die Verantwortlichen von Bildung,
Gesundheit, Tourismus, Umwelt, Verkehr und Raumplanung, aber
auch Jugend- und Altersorganisationen, Kulturvereine, Turn- und
Sportverbände zusammenarbeiten. Und die Bevölkerung muss für
dieses Anliegen sensibilisiert werden. Damit das unmittelbare Wohnumfeld und die Innenhöfe so gestaltet sind, dass sie auch genutzt
werden.
Es gibt gute Beispiele für diese Art der «Rückgewinnung» im Kanton Luzern: Die Skateranlage in Hitzkirch ist ein Vorzeigeprojekt von
sorgfältiger Planung und gelungener Zusammenarbeit. Zudem ist
sie Zeichen dafür, dass diese Rückgewinnung finanziell machbar ist,
wenn sie von Menschen vorangetrieben wird, die an ihre Idee glauben und von ihr begeistert sind.
Claudia Burkard Weber, EUMAHP
Leiterin Fachstelle Gesundheitsförderung
Titelbild: Biketreff Sempach
2
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
Wissen
Wie geht es der Bevölkerung
im Kanton Luzern?
Ergebnisse aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007
Broschüre und ausführlicher Bericht
Sowohl die Broschüre als auch der ausführliche Bericht basieren im Wesentlichen auf den Ergebnissen der Schweizerischen Gesundheitsbefragung des Jahres
2007, an der 18 760 Personen teilgenommen haben. Befragt wurden Personen ab
15 Jahren in Privathaushalten mit Telefonanschluss. Die Befragung wird alle fünf
Jahre durchgeführt.
Die junge Bevölkerung fühlt sich fast zu 100 Prozent gesund.
Die Luzernerinnen und Luzerner fühlen sich
mehrheitlich gesund. Für die jüngere Bevölkerung gilt das zu fast 100 Prozent. Das
Wohlbefinden nimmt mit zunehmendem
Alter jedoch ab: Nur knapp drei Viertel der
65-Jährigen schätzen sich als gesund ein.
Diese Ergebnisse liefert die Schweizerische
Gesundheitsbefragung von 2007.
Obwohl die psychische Belastung mit dem Alter abnimmt, ist auch die ältere Bevölkerungsgruppe von depressiven Symptomen betroffen. Diese stehen in engem Zusammenhang
mit körperlichen Beschwerden sowie dem
Erleben von Einsamkeit, Unsicherheit, Unzufriedenheit und Belastung am Arbeitsplatz. Es
zeigt sich zudem, dass Personen mit höherer
Bildung und gutem Einkommen sich sowohl
körperlich als auch psychisch besser fühlen.
Die Luzerner Bevölkerung bewegt sich
Über 90 Prozent der 15- bis 34-Jährigen sind
körperlich aktiv oder teilaktiv; im Rentenalter
sind es noch knapp 80 Prozent. Frauen sind
zudem weniger aktiv als Männer. Die Mehrheit
der Luzerner Bevölkerung isst zwar zu wenig
Gemüse und Früchte – trotzdem achten die
Menschen im Kanton Luzern im Vergleich zur
gesamten Deutschschweiz mehr auf gesunde
Ernährung.
Über ein Drittel der Luzerner Bevölkerung ist
übergewichtig. Mit zunehmendem Alter steigt
der Anteil der Personen mit Übergewicht und
Fettsucht. In allen Altersgruppen ist der Anteil
übergewichtiger Männer deutlich höher als
derjenige der Frauen.
Männer rauchen mehr als Frauen
Gut ein Viertel der Luzerner Bevölkerung
raucht. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Nichtraucherinnen und Nichtraucher.
Männer rauchen aber in allen Altersgruppen
häufiger als Frauen.
Umgekehrt ist das Verhalten beim Alkoholkonsum. Im Kanton Luzern nimmt der Anteil
täglich Alkohol konsumierender Personen mit
dem Alter zu. Während bei der jüngeren Bevölkerung etwas über 1 Prozent täglich Alkohol trinkt, ist es bei den über 65-Jährigen und
Älteren bereits knapp ein Viertel.
Wohnen und Arbeiten haben Einfluss auf
die Gesundheit
Personen im Kanton Luzern mit niedriger Bildung und tieferem Einkommen leben oft in
einem immissionsbelasteten Wohnumfeld,
beispielsweise durch Autolärm. Auch im Arbeitsumfeld sind Personen mit tieferem sozialem Status vermehrt von Lärm oder hohen
bzw. tiefen Temperaturen betroffen. Unter
Der ausführliche Bericht zur «Gesundheit
im Kanton Luzern», der sich in erster Linie an Fachpersonen richtet, erscheint
im Sommer 2010. Erstmals wird damit
im Kanton Luzern ein zeitlicher Vergleich
mit der ersten Ausgabe (Befragung von
2002) möglich.
Die Broschüre kann unter
www.kantonsarzt.lu.ch > Publikationen
heruntergeladen werden.
körperlichen Belastungen leiden ein Drittel
der Befragten, insbesondere Menschen in
handwerklichen Berufen. Über psychische
Belastungen klagen über ein Drittel der Führungskräfte.
Claudia Burkard Weber
Weitere Informationen:
Kantonsärztliche Dienste Luzern
Dr. med. Annalis Marty-Nussbaumer, MPH
Kantonsärztin
Meyerstrasse 20, Postfach 3439
6002 Luzern
Telefon 041 228 60 88
www.kantonsarzt.lu.ch
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
3
Dossier
Mehr Platz für Freizeit
Bewegung und Begegnung gehören zusammen
Das Aufeinanderzugehen und gemeinsame
Spielen, Trainieren oder Biken schafft in einer Gemeinde Netzwerke von Gleichgesinnten und trägt so zu Gemeinschaftsgefühl,
Lebens- und Wohnqualität bei.
Mütter mit Kinderwagen treffen sich auf
dem Weg zum Spielplatz. Kinder tollen im
Schwimmbad herum und machen gewagte Mutproben vom Sprungbrett. Gesetztere
Semester spazieren einen Bach entlang und
freuen sich über die Frühlingsluft. Sie müssen
dabei den Inlineskatern ausweichen, die geschickt die Trottoirs entlangrollen. Biker treffen
sich auf dem Dorfplatz in der neusten Montur
zur gemeinsamen Ausfahrt. Vom Schulhausplatz hört man tagsüber das fröhliche Treiben
in der Pause, und abends finden sich Gruppen
von Jugendlichen zum Training in der Sporthalle ein. Einige Knaben verbessern ihre Tricks
auf dem Rollbrett vor der Kirchentreppe, und
eine Schar aktiver Frauen mit Nordic-WalkingStöcken folgt dem Wanderwegweiser zum
nahen Wald. Dadurch lassen sich allerdings
die Kids nicht vom eifrig und lautstark betriebenen «Tschutten» auf der Schulhauswiese
abhalten.
Bewegungsräume sind oft umkämpft
Diese «Schnappschüsse» aus dem Gemeindealltag zeigen auf, dass heute alle Altersgruppen der Bevölkerung bewegt unterwegs
sind. Haus- und Berufsarbeit sind körperlich
weniger anstrengend – und das setzt Energien frei, die lustvoll in vielfältiger Form ausgelebt werden. Schweizerinnen und Schweizer
bleiben dazu auch im Alter aktiv und unternehmungslustig. Darüber kann man sich eigentlich nur freuen! Doch dadurch kommen
4
Vorhandene Bewegungsräume sollten besser genutzt werden. Foto: Ueli Känzig
neue Aufgaben auf die Gemeinden zu, denn
auch der nicht organisierte Sport verlangt
nach Räumen.
Die Gemeinden sind seit je wichtige Sportförderer in der Schweiz, weil sie die nötige Infrastruktur bereitstellen. Sie bauen und unterhalten Sporthallen und Fussballfelder sowie
– je nach Grösse – Kunsteisbahnen, Frei- und
Hallenbäder. Diese Strukturen stellen sie der
in der Freizeit Sport treibenden Bevölkerung
günstig – oder sogar unentgeltlich – zur Verfügung. Dafür gebührt ihnen ein Dankeschön.
Genauso bedeutsam sind die Bewegungsräume neben den speziell für den Sport bestimm-
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
ten Anlagen: Kinderspielplätze, Wanderwege,
Velostreifen, Schulhausplätze, Parks, «Tschuttiwiesen» und Asphaltplätze. Davon gibt es oft
(zu) wenige, zumal es meist diverse Gruppen,
Vereine und Einzelpersonen gibt, die sie nutzen möchten.
Fünf Strategien für mehr Bewegung
Was kann eine Gemeinde also tun, damit genügend und passende Bewegungsräume zur
Verfügung stehen? In einer soeben publizierten Schrift hat die Fachstelle Sportanlagen des
Bundesamts für Sport (BASPO) unter anderem
mögliche Strategien zur Förderung von Bewegungsräumen in Gemeinden zusammengefasst:
Die Gemeinden
sind seit je wichtige
Sportförderer in der
Schweiz, weil sie die
nötige Infrastruktur
bereitstellen.
• Bestehende Bewegungsräume aufwerten: Oft können mit Hilfe von einfachen Massnahmen lieblose oder unbenutzte Plätze in
belebte Flächen umgewandelt werden. Etwa
indem man städtische Grünanlagen multifunktional nutzt oder Spiel, Sport und Naturerlebnis verbindet.
• Bestehende Infrastrukturen als Bewegungsraum uminterpretieren: Innovative,
kecke neue Ideen sind gesucht – und werden
oft schon umgesetzt: Im Stadtbach wird eine
Kanu-Slalomanlage installiert, ein Bauplatz
zeitlich begrenzt genutzt oder eine Stützmauer als Kletteranlage. Es gibt noch andere Beispiele, wie sich Kinder und Jugendliche Stadträume kreativ und listig aneignen.
• Bestehende Bewegungsräume besser
nutzen: Müssen Sporthallen am Wochenende
und in den Ferien geschlossen bleiben, wie
das vielerorts leider der Fall ist? Kann man
mit verbesserten Belegungszeiten nicht mehr
Teams in die gleiche Anzahl Hallen bringen?
Sollte bei den Schulplätzen oder -wiesen nicht
eine Tafel stehen «Betreten erwünscht!»? Sollen Kinder an Regensonntagen nicht unter Aufsicht die Sporthallen zum Rumtollen benutzen
dürfen? Da wäre noch einiges zu bewegen,
was wenig kostet, aber vielen viel bringt.
• Bewegungsräume neu erstellen: Das ist
Aufgabe der Planer und Grundbesitzer. Es
braucht beispielsweise Kinderspielplätze im
Wohnumfeld, Spielwiesen und «Tschuttiplätze» in der Nachbarschaft. Das muss frühzeitig
eingeplant, finanziert und realisiert werden.
• Bestehende Bewegungsräume verbinden: Kleine und isolierte Spielräume werden
aufgewertet, indem man sie miteinander verbindet. Das können gesicherte Fussgängerwege abseits der Durchgangsstrassen sein,
Strassenübergänge oder breite Trottoirs. Kinder müssen einen gesicherten Zugang haben,
sonst dürfen sie nicht allein zum Spielen gehen.
Was den einen lieb ist …
Wie gestaltet man Räume zu Begegnungszonen um? Eltern finden, ihre Kinder dürften
auch mal ausgelassen rumtoben können. Kinder nutzen jede Möglichkeit zum Entdecken,
für kleine Mutproben und Bewegungserfahrungen. Also rauf auf den Zaun und runter von
der Rutsche, als Indianer durchs Gebüsch und
wie die Saurier durch den Schlamm tapsen.
Die Jugendlichen feuern einander beim Ballspiel an und beklatschen Erfolge lautstark.
Das ist pralle Lebensfreude und ausgelebtes
Zusammensein.
Doch das kann anderen lästig werden. Autos
müssen in verkehrsberuhigten Begegnungszonen langsam fahren oder Umwege in Kauf
nehmen. Die Nachbarn eines Spielplatzes
empfinden oft Kinderlärm nicht eben als
Abendmusik. Jugendliche diskutieren beim
Verlassen der Sporthalle lautstark über das
spannende Spiel, nicht eben zur Freude der
Anwohnerinnen und Anwohner. Und ältere Jugendliche sitzen im Sommer noch spätabends
nach dem gemeinsamen Spiel und Spass zusammen, quatschen rum und tauschen sich
aus. Wenn es nur nicht gerade unter den Fenstern des nächsten Wohnblocks wäre!
Veränderungen muss man aushandeln
Durch Partizipation kann erreicht werden,
dass Veränderungen von vielen Betroffenen
angenommen werden, schreiben Daniel Lehmann und Daniel Wiener von «ecos» Basel.
Sie fassen die nötigen Voraussetzungen dafür
zusammen:
• Politische Verankerung: Aufrichtige Beteiligung muss durch ein klares politisches
Bekenntnis zum Beteiligungsprozess und politisch verbindliche Ziele abgestützt sein.
• Frühzeitiger Einbezug: Akteure und Interessengruppen sollten bereits dann einbezogen werden, wenn sie den Prozess noch beeinflussen können. Konstruktive Mitsprache
ist die Voraussetzung dafür, dass Ergebnisse
mitgetragen werden.
• Transparenz und Grenzen: Den Beteiligten
muss klar sein, dass ihre Anregungen den Stellenwert von Empfehlungen an Planende und
Entscheidungstragende haben. Beschliessen
müssen demokratisch legitimierte Gremien.
• Umgang mit Ergebnissen: Die Beteiligten
müssen klar informiert werden, wie mit ihren
Anliegen umgegangen wird. So ist aufzuzeigen, was warum ins Konzept eingeflossen ist
– und warum welche Anregungen nicht berücksichtigt werden konnten.
• Zeitliche Planung und Drehbuch: Gutes
Timing für gezielte Kommunikation und Mitwirkungsmassnahmen ist eine entscheidende
Voraussetzung dafür, dass Beteiligungsprozesse erfolgreich verlaufen.
Es hilft, wenn man möglichst viele betroffene
Nachbarn, Politikerinnen und Politiker sowie
Planende für das gemeinsame Vorhaben begeistern kann.
Max Stierlin
Quelle: BASPO&SVSS.mobile 5 09
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
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Dossier
Ab an die frische Luft!
Der Kanton Luzern bietet viele Möglichkeiten, sich im Freien zu betätigen:
alleine, mit der Familie oder mit Gleichgesinnten, auf dem Bike,
mit Wanderstöcken oder zu Fuss.
Fitness für
Wissbegierige
Über Stock und
Stein
Joggen, walken, biken oder wandern: Der
Wyna-Trail Menziken-Beromünster eignet
sich für alle, die sich in der freien Natur bewegen möchten.
Einheimische Pflanzen, Sträucher und
Bäume – teilweise extra gepflanzt und mit
Info-Tafeln beschriftet: Die Natur- und Waldlehrpfade in Nebikon ziehen besonders naturinteressierte Personen an.
Der Nordic-Walking-Park in Willisau bietet
drei Trails mit einer Länge von insgesamt
knapp 30 Kilometern inmitten einer wunderschönen Landschaft.
Der Wyna-Trail, der die beiden Gemeinden Beromünster und Menziken verbindet, verdankt
seinen Namen dem Bach Wyna. Er wurde 2006
vom Schweizerischen Leichtathletikverband
und der Helsana Versicherung realisiert. Der
Trail besteht aus sieben markierten Strecken,
die zwischen zwei und zehn Kilometer lang
sind. Sie alle verlaufen parallel zur Wyna und
enthalten spezielle Hinweistafeln, die Grundlagen zu Jogging, Walking, Nordic Walking und
Wandern vermitteln. Die Strecken bestehen
zu 90 Prozent aus Naturwegen, sodass auch
bei schlechtem Wetter Sport getrieben werden
kann. In beiden Gemeinden gibt es genügend
Parkplätze – einer Runde Sport steht also
nichts mehr im Weg.
Der Waldlehrpfad führt während rund 2200
Metern von einem Aussichtspunkt in Nebikon
durch einen abwechslungsreichen Wald in ein
Seitental der Gemeinde. Er wurde vor 30 Jahren von einer schweizerischen Versicherungsgesellschaft angelegt, die solche Projekte in
der gesamten Schweiz unterstützte. Der Naturlehrpfad, der entlang der Wigger führt, ist
einen Kilometer kürzer und gerade mal halb so
alt. Die beiden Pfade sind für alle frei zugänglich. Neben naturliebenden Besucherinnen
und Besuchern sind teilweise auch Schulklassen oder Spaziergänger, die ihr Wissen über
Pflanzen auffrischen wollen, auf den Pfaden
anzutreffen. Für den Unterhalt und den periodischen Rückschnitt sind die NaturleitplanKommission und der Gemeinde-Werkdienst
verantwortlich.
Nordic Walking ist ein gelenkschonendes
Ganzkörpertraining, das den Energieverbrauch
erhöht und die Sauerstoffzufuhr im gesamten
Organismus steigert. Sportlerinnen und Sportler kommen in Willisau auf ihre Kosten: Gleich
in der Nähe des Parks können sie Stöcke mieten und Garderoben und Duschen benützen,
das Hallenbad besuchen, sich im Restaurant
verpflegen oder sich in der Wellness-Anlage
des Fitnesszentrums entspannen. Ausgebildete SNO-Instruktorinnen und -Instruktoren
(SNO: Swiss Nordic Fitness Organisation) bieten zudem diverse Kurse an.
Natur pur
Weitere Informationen:
www.beromuenster.ch/docs/aktuelles/
Plan_Wyna_Trail_menziken.pdf
6
Weitere Informationen:
Erich Leuenberger
Gemeindeammann Nebikon
Telefon 062 748 24 04
gemeindeammann@nebikon.ch
www.nebikon.ch
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
Die drei Wege sind unterschiedlich ausgestattet: Der Hirsern-Trail ist mit gut fünf Kilometern
die kürzeste Route. Der Zeitbedarf beträgt
eine Stunde, der Schwierigkeitsgrad wird als
leicht eingestuft. Für den acht Kilometer langen Willbrig-Trail (mittlere Schwierigkeitsstufe) benötigt man rund eineinhalb Stunden.
Der Ostergau-Trail ist mit gut 14 Kilometern
der längste und anspruchsvollste – Walkerinnen und Walker sollten ungefähr drei Stunden
einplanen.
Weitere Informationen:
www.nordicwalking-willisau.ch
Erholung für
Körper und Geist
Mit voller
Kraft voraus
Kinder in die Planung und Gestaltung aktiv
miteinbeziehen: diesen Ansatz hat die Gemeinde Meggen bei der Neugestaltung des
Kinderspielplatzes Tschädigen gewählt.
Schliesslich sind Kinder absolute Spezialisten, wenn es um Spielplätze geht.
Inmitten des Waldemmentals, auf rund
1000 Meter über Meer, liegt die grösste
Freiluft-Kneippanlage der Schweiz. Ein Eldorado für ganzheitliches Ausspannen.
Jugendliche und Erwachsene, die Freude
am Biken haben und sich gerne in der Natur aufhalten, sind beim Biketreff Sempach
genau richtig: Einmal pro Woche trifft man
sich, um gemeinsam zu biken.
Der beliebte Spiel-, Begegnungs- und Aussichtsplatz wurde vor knapp drei Jahren in
Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen
und Organisationen realisiert, unter anderem
mit Pro Juventute («Kinder planen mit»). Kinder und Anwohner/innen konnten im Rahmen
einer Planungswerkstatt ihre Ideen einbringen. So ist in einem modulierten Gelände ein
ganz spezieller Spielplatz entstanden, der den
Kindern viel Freiraum lässt und in dem sie sich
spielerisch, handwerklich und sozial betätigen
können. Für Erna Bieri, Leiterin des Pro-Juventute-Projekts «Kinder planen mit», ist wichtig,
dass Kinder in Projekte, die sie direkt betreffen,
miteinbezogen werden: «Das schafft Identität
und vermittelt den Kindern das Gefühl, dass
sie auf dem Spielplatz zuhause sind.»
Seit der Eröffnung vor sechseinhalb Jahren
haben knapp 40 000 Gäste die Kneippanlage
im luzernischen Flühli besucht und sind in die
Welt von Sebastian Kneipp eingetaucht. Seine
ganzheitliche Gesundheitslehre hat zum Ziel,
die Gesundheit zu erhalten und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und zu
unterstützen. Sie basiert auf fünf Säulen, die
sich ergänzen und gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen: Hydrotherapie, Bewegung,
Ernährung, Heilkräuter und Lebensordnung.
Das «Kneippland» Flühli versucht, diese fünf
Säulen zu integrieren. So müssen die Gäste
zuerst zur Anlage laufen, in der sie verschiedene Wasseranwendungen machen können.
Für gesunde Ernährung sorgen drei GastroPartner in der Gemeinde. Die Anlage verfügt
zudem über einen Kräutergarten mit einheimischen Kräutern. Die Säule «Lebensordnung»
müssen alle Gäste für sich selbst entdecken –
die einen mit Ruhe, die anderen mit Aktivität.
Anfang April bis Ende September finden jeweils am Donnerstag unter der Leitung von
drei erprobten Bike-Guides die Ausfahrten
statt. Da in zwei bis drei unterschiedlichen
Stärkeklassen gefahren wird, kommen alle
auf ihre Kosten. Die Teilnehmerzahl variiert
zwischen 5 und 25 Personen. Eine Tour dauert
zwischen einer Stunde und drei Stunden – je
nach Wetter und Lichtverhältnissen. Wer an
der eigenen Technik feilen möchte, kann an
speziellen Fahrtechnikkursen teilnehmen. Höhepunkt der Saison ist jeweils das Bike-Wochenende, das immer an einem ausgewählten Ort stattfindet. Da der Biketreff nicht als
Verein geführt wird, ist keine Mitgliedschaft
notwendig.
Spiel und Spass
Ein weiteres Paradies für die Kinder aus Meggen ist der Spielplatz Meggenhorn, den die
«Fröschenzunft Meggen» anlässlich ihres
50-Jahre-Jubiläums der Gemeinde geschenkt
hat. In rund 1000 Stunden Fronarbeit ist ein
700 Quadratmeter grosser Erlebnispark entstanden, der neben Spielgeräten eine Sandburg, eine Baumhütte, Kletterbäume und
Wasserspiele umfasst.
Weitere Informationen:
www.meggen.ch
Martina Ruoss
Weitere Informationen:
www.fluehli-wasser.ch
Weitere Informationen:
Guido Bernet 079 585 84 32
Sepp Schuler 078 892 30 85
Peter Flury
079 37713 02
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
7
Dossier
Fast wie
im Märchen ...
Skatepark Hitzkirch
Hitzkirch hat eine schön gestaltete Schulanlage, grosszügige Behörden, engagierte
Jugendliche – und eine Einwohnerschaft,
die bereit ist, dort zu investieren, wo es
sinnvoll ist, zum Beispiel in den Skatepark.
Die Geschichte eines Vorzeigeprojektes.
Es waren einmal …
Was so simpel klingt, ist eigentlich ein modernes Märchen, in dessen Zentrum ein Jugendlicher steht: Noel Eichenberger, heute 18 Jahre
alt, und «kurz vor der Realisierung meines
Jugendlebenswerkes», wie er selbst sagt. Der
Skatepark von Hitzkirch ist nämlich seine Idee.
Als 16-Jähriger verfasste er eine Arbeit mit
dem Titel «Braucht Hitzkirch eine Skateboardanlage?». Das Werk, so schrieb er 2007 im
Vorwort, sollte «dazu beitragen, die Köpfe der
Bevölkerung erneut mit dem Thema vertraut
zu machen, sodass endlich ein Übungsgelände für Skater zur Verfügung gestellt werden
kann». Auf 24 Seiten skizzierte er dann seine
Ideen, mögliche Standorte – und auch die
Nachteile einer solchen Anlage: Lärm, Vandalismus, Alkohol und Drogen.
«Zu Beginn hatte ich mit vielen Vorurteilen
zu kämpfen», sagt Eichenberger heute. «Ich
musste meine Szene richtig präsentieren und
der Bevölkerung zeigen, dass es auch Skater
gibt, die mehr können als kiffen und Lärm verursachen.» Das ist dem jungen Hitzkircher offensichtlich gelungen. «Ein solches Projekt ist
eine wirklich spannende Sache», hält er jetzt
rückblickend fest. Und dass es sich in einem
Land wie der Schweiz «mit starkem Willen, genügend Zeit, ein wenig Anstrengung und Geduld relativ einfach umsetzen» lasse.
Verständnisvolle Stimmberechtigte
So einfach aber auch wieder nicht. Die ersten
Versuche, in Hitzkirch einen Skatepark zu realisieren, reichen ins Jahr 1990 zurück. Sämtliche Vorhaben scheiterten – nicht zuletzt
deshalb, weil Skater zwar eine verschworene,
aber doch lose Truppe sind. «Sie sind unabhängig, haben keine fixen Trainingszeiten»,
sagt Eichenberger. Auf Anraten von Cornelius
Müller, hauptamtlicher Politiker, CVP-Gemeinderat «Infrastruktur», bis 2008 Gemeindeammann und Schulverwalter, gründeten die
Skater einen Verein und gaben der Bewegung
damit nicht nur ein «Gesicht», sondern auch
8
Schon bald auch in Hitzkirch möglich: Höhenflüge auf dem Skateboard.
eine offizielle Struktur. Schliesslich musste ja
auch der Gemeinderat – und danach die Bevölkerung – überzeugt werden. «Ich war klar
dafür, dass wir in Sachen Pausenplatz und
Schulsportanlagen ein Gesamtkonzept vorlegen und den Skatepark integrieren», sagt
Cornelius Müller. Er zeigt die Pläne, erklärt
die verschiedenen Etappen und erzählt be-
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
geistert, wie die Jungen, die Skater, an der Gemeindeversammlung im Dezember 2008 zur
Bevölkerung gesprochen und ihr Anliegen vertreten hätten. Gut vertreten. So gut, dass die
Stimmberechtigten dem Kredit von 138 000
Franken für die Skateanlage mit grosser Mehrheit zustimmten.
SKATEANLAGE
Der Skatepark Hitzkirch im Schema.
stellt.» Aus einem Werkstoff also, der sich sehr
gut für den Bau von fixen Skateanlagen eignet:
«Die Oberflächen sind sehr abriebfest, witterungsbeständig, leise und bieten für Rollsportgeräte die optimale Haftung.» Betonanlagen
sind bei trockener Witterung sicher und dazu
kostengünstig im Unterhalt. Und: Im Gegensatz zur Bauweise mit Betonelementen können
Anlagen aus Ortsbeton öffentlich ausgeschrieben werden. «Somit fliessen die Steuergelder
wieder an Unternehmen in der Region zurück»,
sagt Eichenberger. Wirtschaftlich gesehen sei
das für die Gemeinden ein entscheidender
Punkt. Einer, der möglicherweise dazu beigetragen hat, dass es gelungen ist, innerhalb
von nur zwei Jahren 265 000 der 285 000 nötigen Franken aufzutreiben: von Gemeinden,
Stiftungen, Sponsorinnen und Sponsoren,
Sportfachgeschäften, Sport-Toto-Kommission
und von Privatpersonen. «Die Schweiz ist ein
reiches Land, man muss ein wenig Geschick
haben, um an das Geld heranzukommen»,
sagt Eichenberger. Aber am wichtigsten sei ein
überzeugendes Sponsoring-Konzept.
Gewiefte Jugendliche
90 Prozent der im Skateverein anfallenden Arbeiten erledigt der Präsident: Noel Eichenberger. Der hat sich in den letzten beiden Jahren
zum Fachmann in Sachen Skateparks gemausert, sagt, dass «wir in Hitzkirch mit der Bauweise des Skateparks Pionierarbeit leisten».
Denn: Der 955 Quadratmeter grosse Platz ist
komplett aus Ortsbeton und in Handarbeit er-
Zur Nachahmung empfohlen
Noel Eichenberger und der Skateverein sind
mittlerweile über die Gemeindegrenze hinaus
bekannt. «Sie beraten jetzt andere Gemeinden beim Bau von Skateparks», sagt Cornelius
Müller schmunzelnd. Für Noel Eichenberger
ist es wichtig, dass «wir unsere Erfahrungen
weitergeben und weitere gute Skateparks
entstehen». In Küssnacht am Rigi, im aargauischen Muri oder in Dagmersellen. Ein guter
Skatepark aber, das ist für Eichenberger klar,
kann nur entstehen, wenn Jugendliche und
Behörden frühzeitig miteinander ins Gespräch
kommen, wenn die Skater in die Planung und
Realisierung miteinbezogen werden. Es habe
keinen Sinn, eine Anlage mit Elementen aus
dem Katalog zusammenzustellen, sagt Eichenberger. Was einen guten Skatepark konkret ausmacht? «Es muss ein Ort sein, der
lebt. Das aber kann er nur dann sein, wenn er
möglichst vielen verschiedenen Rollsportarten
(Skateboard, Rollerblade, BMX) angepasst ist
und zudem viele Möglichkeiten und langfristige Herausforderungen zum Trainieren bietet.»
Dann nämlich bleibe so ein Skatepark über
längere Zeit hinweg spannend und die Szene
könne sich entwickeln.
Im Interesse aller
Derzeit arbeiten Eichenberger, Cornelius
Müller und Jugendarbeiter Josef Schuler am
Betriebsreglement. Wichtig sei ihm vor allem
die Sicherheit, sagt Eichenberger. Skaterinnen
und Skater sollten Schutzausrüstung tragen,
bei Feuchtigkeit werde die Anlage gesperrt –
«und auch die Abfallentsorgung liegt uns am
Herzen». Gemeinderat Cornelius Müller hat
keine Angst davor, dass das Projekt nicht zur
Zufriedenheit aller betrieben werden kann.
«Wir stellen Regeln auf – und wenn sie nicht
eingehalten werden, müssen wir eben wieder
miteinander reden», sagt er, selbst Vater dreier mittlerweile erwachsener Kinder und Grossvater von drei Enkelkindern. Müller hat ein
Herz für Jugendliche. «Man muss ihnen Raum
zur Verfügung stellen», sagt er, «sie auch einmal etwas ausprobieren lassen.» Zudem, da
ist er sicher, wird die jetzige Generation von
Skatern, die ja an der Realisierung der Anlage beteiligt war, «dafür sorgen, dass sie dann
auch problemlos betrieben werden kann».
Noel Eichenberger stimmt zu, sagt, dass das in
St. Gallen, Näfels und Wattwil ja auch klappe.
Und dass es vor allem auf den Standort ankomme. Der aber ist in Hitzkirch nahezu perfekt: Der neue Skatepark liegt nicht allzu zentral, aber auch nicht zu weit weg vom Dorfkern,
ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar,
hat eine asphaltierte Zufahrt und viel Grünes
(Bäume und Wiesen) rundherum. Eine Idylle
für all jene, die dort schon bald Luftsprünge
machen werden.
Renate Metzger-Breitenfellner
Weitere Informationen:
www.skateverein-hitzkirch.ch
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
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Dossier
Ein Herz für Kinder …
Unicef zeichnet die Gemeinde Wauwil aus
Im November 2009, am internationalen Tag
der Kinderrechte, hat Wauwil das UnicefLabel «Kinderfreundliche Gemeinde» erhalten. Als erste Gemeinde der Schweiz –
und vor allem deshalb, weil Kinder und
Jugendliche im Schulbereich ausgiebig mitbestimmen können.
Auf den ersten Blick ist die Gemeinde Wauwil
nicht speziell kinderfreundlich: Die Hauptstrasse führt durch das langgezogene Dorf,
links das Wauwilermoos, rechts ein sanft ansteigender Hang. Links das Gasthaus St. Wendelin, der Parkplatz, das Gewerbegebäude mit
der Gemeindeverwaltung. Rechts das Schulhaus und wieder ein Parkplatz. Und doch: Vor
dem Gemeindehaus wehen blau-weiss und
gut sichtbar drei Fahnen. «Kinderfreundliche
Gemeinde Wauwil» ist drauf zu lesen. Den
Wandschmuck in der Gemeindeverwaltung
haben Kinder gemeinsam mit einer einheimischen Künstlerin gestaltet, der Spielplatz beim
Schulhaus ist bunt und abwechslungsreich, die
Unterführung beim Bahnhof wurde ebenfalls
von Schülerinnen und Schülern bemalt. Farbenfroh, mit viel Fantasie – und wunderschön.
Rot, blau, grün, gelb und weiss blitzt es immer
wieder zwischen Häusern und Strassenbeton
hervor, Farbkleckse, die neugierig machen
und zum Näherkommen einladen. Tempo-30Zonen in den Quartieren sind ebenso selbstverständlich wie andere verkehrsberuhigende
Massnahmen und Bauten – und schön gestaltete Spielplätze, die rege benutzt werden und
Treffpunkt für Kinder und Mütter sind. «Das
Leben spielt sich nicht auf der Kantonsstrasse
ab, sondern in den Quartieren», sagt Annelies
Gassmann, im Gemeinderat zuständig für Bau
und Finanzen und Präsidentin der Sport- und
Gesundheitskommission. «Aber werben müssen wir dort, wo die Botschaft ankommt: entlang der Hauptstrasse.»
Mitsprache garantiert
Werben kann die Gemeinde jetzt unter anderem mit dem Prädikat «Kinderfreundliche
Gemeinde». Das Prädikat hat sie – als erste
Gemeinde der Schweiz – im November 2009
erhalten. Zwei Jahre dauerte der Bewerbungsund Evaluationsprozess. Zwei Jahre, in denen
abgeklärt und umgesetzt worden ist – zum
Wohl der 328 Kinder und Jugendlichen bis
zu 16 Jahren, die in Wauwil leben und sich
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erhält ein Beachvolleyballfeld, dessen Erstellung immerhin 55 000 Franken kostet.
hier offensichtlich wohlfühlen können. «Die
Schlussevaluation vom September 2009 bescheinigt Wauwil insbesondere im Schulbereich vorbildliche Partizipationsmöglichkeiten
für Kinder und Jugendliche», heisst es in einer
Medienmitteilung der Unicef. Und: «So nehmen bereits die Jüngsten an den so genannten ‹Schul- und Klassenräten› teil, bringen eigene Themen ein und stimmen beispielsweise
über das Pausenreglement ab.» Und reichen
Initiativen ein. Entstanden ist so zum Beispiel
ein Zirkusprojekt, eine Spielkiste wurde angeschafft, eine Skateranlage gebaut und ein
«Znüni-Määrt» eingerichtet. «In der Schule
von Wauwil wird Mitwirkung frühzeitig gelernt», sagt Elsbeth Müller, Geschäftsleiterin
von Unicef Schweiz. «Aber auch im Sozialbereich hört man den Kindern und Jugendlichen
zu, und sie können im Rahmen der Schulsozialarbeit direkt Unterstützung anfordern.»
Kinderkino statt Streichelzoo
«Wir haben ein Herz für Kinder», sagt auch
Annelies Gassmann. Und: «Wir leben Kinderfreundlichkeit – und das bereits seit etlichen Jahren.» 2007 sei der Gemeinderat auf
die Bewerbungsunterlagen für das Prädikat
«Kinderfreundliche Gemeinde» gestossen.
«Wir haben damals gesehen, dass eigentlich
schon sehr viel vorhanden ist, dass der Aufwand überschaubar bleiben würde.» So nahm
man das Projekt in Angriff. Zehn bis fünfzehn
Projekte wurden gemeinsam erarbeitet und
dem Gemeinderat übergeben. Einige waren
nicht realisierbar – wie der Badesee im Wauwilermoos, der Streichelzoo am Santenberg,
die Gokart-Bahn oder ein neues Jugendzentrum. Dafür haben Schülerinnen und Schüler
abschliessbare Garderobenkästen erhalten,
an Mittwochnachmittagen gibt’s regelmässig
ein Kinderkino, die Sport- und Freizeitanlage
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
In das Label investiert
Weitere 13 000 Franken musste die Gemeinde
für das Prädikat «Kinderfreundliche Gemeinde» investieren: für Standortbestimmung,
Aktionsplan und Schlussevaluation, für die
Fahnen und die Ortstafeln. Der Lohn dafür
sind die Auszeichnung und das Label. Vorerst
wurde es für vier Jahre verliehen, nachher folgt
eine so genannte «Nachevaluation», die zeigen wird, ob die Fahnen und Tafeln auch weiterhin hängen bleiben dürfen.
«Wir erhoffen uns von der Auszeichnung,
dass Neuzuzügerinnen und -zuzüger in die
Gemeinde kommen; junge Familien, denen
es etwas wert ist, dass die Bedürfnisse der
Kinder ernst genommen werden», sagt Annelies Gassmann. Die Gemeinde sei zwar nicht
gross, aber das Zusammenleben funktioniere
bestens – auch Familien mit Migrationshintergrund seien in Wauwil sehr gut integriert. «Der
Verein Integration Santenberg hilft Zugewanderten, den Alltag hier zu bewältigen und sich
zurechtzufinden», sagt Gassmann. Probleme
habe es bisher noch nie gegeben.
Die Nachbargemeinden hätten auf die Auszeichnung für Wauwil gut reagiert, sagt Annelies Gassmann. «Positiv und neidlos.» Die
Gemeinderätin, selbst Mutter von drei mittlerweile erwachsenen Kindern, lebt seit 35 Jahren in Wauwil. «Ich bin eine Zugezogene, habe
einen Wauwiler geheiratet», sagt sie, lacht.
Wenn sie nochmals wählen könnte, würde sie
wahrscheinlich wieder hierherziehen. Wegen
der schönen Landschaft, der Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für die Kinder – und vielleicht auch wegen des Labels «Kinderfreundliche Gemeinde».
Renate Metzger-Breitenfellner
Weitere Informationen:
Unicef Schweiz
Rebekka Spring
Baumackerstrasse 24, 8050 Zürich
Telefon 044 317 22 71
kfg@unicef.ch
www.unicef.ch
Der Weg zum
Label
Unicef Schweiz lancierte 2006 die Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» in der
Schweiz. Dies deshalb, weil die Organisation davon überzeugt ist, dass Projekte
zur Verbesserung der Lebenssituation von
Kindern und Jugendlichen besonders dann
erfolgreich sind, wenn sie sich im unmittelbaren Lebensumfeld befinden. Die Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» fördert
deshalb gezielt den Prozess zur Steigerung
der Kinderfreundlichkeit auf kommunaler
Ebene. «Kinderfreundlichkeit zeigt sich
darin, ob und inwieweit zahlreiche Bereiche wie Verwaltung, Politik, Schule, familienergänzende Betreuung, Kinder- und
Jugendschutz, Gesundheit, Freizeit und
Wohnumfeld den Bedürfnissen der Kinder entsprechen und diese altersgerecht
in Planungs- und Entscheidungsprozesse
einbezogen werden», heisst es bei der
Unicef. Gut sei auch ein Leitbild als Grundlage für Kinder- und Jugendpolitik und für
breite Partizipationsmöglichkeiten in allen
Bereichen. Die Auszeichnung komme in
erster Linie den Kindern und Jugendlichen
zugute, schreibt die Unicef. «Aber sie verschafft auch der gesamten Gemeinde eine
grössere Lebensqualität.»
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Dossier
Freizeitkarte für
«Wohlfühl-Tourismus»
Die Highlights der Region Sempachersee auf einer Karte vereinigt
Gesundheitsfördernd, wohltuend, anregend und erholsam: Sempachersee Tourismus präsentiert eine neue Karte mit den
Highlights aus der Region.
Sempachersee Tourismus reagiert mit der
neuen Freizeitkarte auf den wachsenden
Trend hin zu Bewegung, Gesundheitsbewusstsein und Erholungsbedürfnis: «Die Angebote
müssen einen hohen Erlebniswert haben,
wohltuend sein und sich nachhaltig auf Wohlbefinden und Gesundheit auswirken», erklärt
Rosy Schmid, Präsidentin Sempachersee Tourismus. «In diesem <Wohlfühl-Tourismus> hat
sich Sempachersee Tourismus positioniert.»
Die neue Karte ist eine Informationsplattform
für die zahlreichen kleinen, individuellen und
grösseren Angebote der Region. Sie animiert
Einheimische und Gäste zum Ausprobieren.
Die Region Sempachersee hat alles, was Menschen zum Erholen und Entspannen in der
Freizeit suchen: unversehrte Natur, Zugang
zum See, diverse Seebäder, zahlreiche Wander-, Velo-, Flyer-(E-Bike-)Routen, Themenwege und Lernpfade, Vitaparcours und WalkingTrails. Dazu gibt es interessante Angebote auf
Bauernhöfen und hervorragende regionale
Produkte, die von namhaften Gastronominnen und Gastronomen zu einfachen, traditionellen Gerichten oder auch hervorragenden
Leckerbissen verarbeitet werden.
Geniessen – bewegen – entdecken
Mit der Neuauflage der Freizeitkarte setzt
Sempachersee Tourismus zudem auf Nachhaltigkeit: «Wir wollen nicht nur das steigende Gesundheitsbewusstsein stützen, sondern
auf schonende Weise dazu anregen, die Natur
zu entdecken und sich an der frischen Luft zu
bewegen», sagt Rosy Schmid.
Im Kontakt mit der Natur kann man auf deren Schönheiten aufmerksam machen und
gleichzeitig einen gesunden Respekt zu dieser
wertvollen Ressource entwickeln. Kulturelle
Sehenswürdigkeiten sowie Aktivitäten sind
weitere anregende und spannende Kombinationsmöglichkeiten.
Alle Sinne ansprechen
Die Karte enthält Vorschläge für erlebnisreiche,
naturverbundene und zur Verwurzelung in der
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Freizeitkarte Region Sempachersee,
Werd Verlag, Fr. 14.90.
Region beitragende Angebote. Interessierte
können sich ein abwechslungsreiches Halboder Ganztagesprogramm zusammenstellen.
Für das bewusste Wohlfühlen hat die Fachstelle Gesundheitsförderung der Kantonsärztlichen Dienste Luzern Tipps zu den Wander-,
Velo- und Flyerrouten ausgearbeitet. Sie sind
leicht zu verstehen und können von Gross und
Klein problemlos ausprobiert werden. Besonders stolz ist Rosy Schmid auf die Ausflugstipps für Benutzerinnen und Benutzer von
Rollstühlen und Handbikes.
Sempachersee Tourismus, aber auch verschiedene Partner sowie Anbieter. Sie nutzen
die Karte mit redaktionellen Beiträgen als
Plattform für ihre Anliegen und haben deshalb
die Finanzierung des Werks mitunterstützt.
Vorstand Sempachersee Tourismus
Zur Karte gibt’s die
Broschüre Freizeitspass
Sempachersee mit
Zusatzinfos auf
100 Seiten.
Von der Dienststelle Umwelt und Energie des
Kantons Luzern stammen die Tipps fürs Verhalten in der Natur und die Informationen
über die Naturschutzgebiete.
Eingebunden in die Erstellung der Karte waren ausserdem die Mitgliedergemeinden von
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Weitere Informationen:
www.sempachersee-tourismus.ch
Dossier
Ein wahres
Schmuckstück
Die Schulanlage Gettnau lädt Gross und Klein zum Verweilen ein
An der Schule Gettnau steht jedes Schuljahr
unter einem besonderen Jahresthema. Vor
drei Jahren setzten alle Klassen Projekte
unter dem Motto «Der Natur auf der Spur»
um. Mit Erfolg: Die Schule gewann 2008
den ersten Anerkennungspreis «Schulen
mit Zukunft».
Für die Schule Gettnau hat die Auszeichnung,
bei der sie sich gegen 20 Mitbewerberinnen
durchsetzte, einen hohen Stellenwert. «Wir
haben eine arbeitsintensive Zeit hinter uns.
Lehrer, Lehrerinnen und Schülerschaft haben
während eines Jahres einen grossen Teil ihrer Zeit investiert», erklärt Franziska Hellmüller, Gemeinderätin und Schulverwalterin von
Gettnau. In nur einem Schuljahr ist die Anlage
um viele Attraktionen reicher geworden: Es
entstanden unter anderem ein selbsterbautes
Natursteinmosaik mit Bänken aus Stein, um
sich auszuruhen, und ein Outdoor-Schulzimmer mit Sonnensegel, das der Elternrat mit
Tischen und Bänken ausgestattet hat. Zudem
gestalteten die Kinder das Biotop neu, pflanzten Beeren und bauten eine Crestamauer, die
Eidechsen, Mäusen und Molchen Unterschlupf
bietet.
Kinder in Gettnau: Der Natur auf der Spur.
Sorgfältiger Umgang
Mit möglichst vielfältigen Aktivitäten sollten
die Kinder lernen, verantwortungsvoll mit der
Natur umzugehen. Sie wurden aktiv in den gesamten Prozess miteinbezogen, sie planten,
gestalteten und führten Projekte aus. Schlusspunkt des Projektjahrs bildete ein grosses Naturgartenfest. «Die aktive Mitarbeit der Kinder
stärkt die Identifikation und den sorgfältigen
Umgang mit dem eigenen Lebensraum», meinen Franziska Hellmüller und der damalige
Schulleiter Eugen Wechsler. Der Vorteil: «Die
Jugendlichen tragen Sorge zur Anlage, da sie
beim Aufbau mitgeholfen haben – das funktioniert meist einwandfrei. Probleme mit Vandalismus und herumliegendem Abfall gibt es
praktisch nicht.» Die Kosten für alle Aktivitäten
betrugen rund 25 000 Franken. Den grössten
Teil finanzierten Sponsoren und externe Organisationen.
sich bei den zwei Biotopen, üben sich im Balancieren auf der so genannten «Slack Line»,
die zwischen zwei Bäumen gespannt ist, pumpen beim Wasserplatz das gesammelte Regenwasser hinauf und gestalten damit einen
Flusslauf. Im Sommer treffen sich die Jugendlichen fast täglich auf dem Beachvolleyballfeld
oder Fussballplatz. Dort messen sich einmal
jährlich die Schüler/innen und Erwachsenen
an einem Fussball-Plauschturnier. Den «Jumakeller», der sich unter der Turnhalle in der Zivilschutzanlage befindet, nutzen Jugendliche
ab 16 Jahren rege und in eigener Verantwortung. Neuste Errungenschaft der Kinder: eine
zwei Meter hohe Kletterwand. Die haben die
Kinder selbst gekauft (mit einem Teil des Geldes, das die Schule für den Anerkennungspreis erhalten hat) und dann mitgeplant und
aufgebaut.
kerngesund» geht es um die räumliche Intelligenz; daneben macht die Schule beim zweijährigen Projekt «Rundum fit» mit. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Kantons Luzern
mit dem Ziel, ein gesundes Körpergewicht in
Kindergarten und Primarschule zu fördern.
Gettnau ist eine von 60 an der Aktion beteiligten Schulen. Auf dem Schulareal stehen
den Kindern eine Pausenspieltonne und acht
Bewegungstaschen zur Verfügung, die mit
Spielmaterial wie Jonglierbällen und Balanciertellern gefüllt sind. Zum Projekt gehören
auch eine Früchtewoche und die Begegnung
mit einem Spitzensportler. Der kann den Kindern sicher erzählen, warum es sich lohnt, fit
zu bleiben.
Die Schulanlage hat sich zudem zum beliebten
Treffpunkt für die Bevölkerung entwickelt. Auf
dem Kindergartenspielplatz sitzen Mütter mit
ihren Kleinsten, die älteren Kinder vergnügen
Mit Weitsicht voraus
Anstatt sich auf den Lorbeeren auszuruhen,
steckt die Schule Gettnau bereits mitten im
nächsten Themenjahr: Bei «Kugelrund, doch
Franziska Hellmüller
Gemeinderätin, Schulverwalterin Gettnau
Landhausweg 4, 6142 Gettnau
www.gettnau.ch
Martina Ruoss
Weitere Informationen:
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Projekte
Zuerst sensibilisieren,
dann umsetzen
Betriebliche Gesundheitsförderung in der Gemeindeverwaltung Schenkon
Die Mitarbeitenden der Gemeinde Schenkon sollen sich im Betrieb wohlfühlen. Aktivitäten im Bereich betriebliche Gesundheitsförderung sind angelaufen und sollen
in den nächsten Monaten weitergeführt
werden.
«Ich bin interessiert
daran, dass sich
meine
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb
wohlfühlen, dass sie
gesund sind, motiviert und dass sie
gute Arbeit leisten»,
sagt Othmar Küng,
Leiter Steueramt und
Buchhaltung der Gemeinde Schenkon. Gemeinsam mit Sozialvorsteherin Marie-Therese Vogel, Pflegefachfrau und seit eineinhalb
Jahren als Gemeinderätin im Amt, hat er deshalb die betriebliche Gesundheitsförderung
gemeindeintern angepackt.
Botschaft auf der Treppe
Wer das aufwändig renovierte Gemeindehaus
betritt, bemerkt auf dem Weg zur Verwaltung
das neue Gesundheitsbewusstsein: «Wer fit
werden will, zählt Stufen statt Kalorien», steht
auf kleinen Plakaten auf den Treppenabsätzen oder «Lassen Sie sich nicht liften, steigen
Sie Treppen!». Dass ein Sack Äpfel für die
Mitarbeitenden als Zwischenverpflegung zur
Verfügung steht, sei eher Zufall, sagt Küng lachend. Aber eine erste Veranstaltung mit dem
Titel «Ernährung zwischen Wecker, fliegendem
Lunch und Kühlschrank» habe die Mitarbeitenden für gesunde Ernährung sensibilisiert.
«Unsere Angestellten trinken regelmässig Mineralwasser», stellt auch Marie-Therese Vogel
fest. «Aber plötzlich ist auch Obst, hier und
dort ein Rüebli, Bouillon oder eine Teeflasche
zu sehen.» Das sei ihr vorher nicht so aufgefallen, «aber jetzt achte ich darauf».
Bewegung im Büro
Küng und Vogel betonen, dass es nicht selbstverständlich sei, dass alle Mitarbeitenden
– vom Hauswart bis zur Sekretärin – an der
Informations- und Sensibilisierungsveranstaltung teilgenommen hätten. «Schliesslich war
das Ganze freiwillig. Aber alle haben mitge14
Im Gemeindehaus von Schenkon fühlen sich die Mitarbeitenden wohl. Foto: Renate Metzger-Breitenfellner
macht.» Und waren zum Teil begeistert. So
zum Beispiel auch Helen Hüsler, die halbtags
in der Gemeindeverwaltung arbeitet und für
die Zeitschrift «Kontakt» zuständig ist. «Die
Referentinnen haben den Zuhörenden klargemacht, dass gesunde Ernährung auch Spass
machen kann», sagt die Angestellte. Sie legt
den Weg zur Arbeit jeweils zu Fuss zurück, gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Münsterländer
Hündin Birka. «Eine halbe bis eine dreiviertel
Stunde brauche ich dafür», sagt sie, dass diese Bewegung für sie wichtig sei und dass sie
es schätze, dass nicht an jedem PC ein Drucker
angeschlossen sei. «So müssen wir aufstehen,
um die Ausdrucke zu holen, sitzen nicht ununterbrochen am Schreibtisch.» Und in den
Pausen gibts Früchte, Brot und Mineralwasser.
«Das stellt der Arbeitgeber zur Verfügung.»
Mit dem Velo zur Arbeit
Die Mitarbeitenden seien jetzt sensibilisiert,
die Umsetzung habe auf der persönlichen
Ebene bereits begonnen, sei aber im Betrieb
noch nicht institutionalisiert, sagen Othmar
Küng und Marie-Therese Vogel. Sie werden
demnächst am Treffen der Fachpersonen für
Gesundheitsförderung in den Gemeinden
teilnehmen, Bilanz ziehen – und die nächsten
Schritte planen. Im März soll in der Gemein-
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr.1/10
debroschüre ein Artikel mit Gedanken zur Gesundheitsförderung erscheinen und vor den
Sommerferien eine öffentliche Veranstaltung
zum Thema folgen. «Danach werden wir mit
den Referentinnen planen, wie die gewonnenen Erkenntnisse systematisch und innerhalb
nützlicher Frist umgesetzt werden können»,
sagt Othmar Küng. Die Sozialvorsteherin
setzt auf regelmässige Inputs und kann sich
«durchaus vorstellen, dass einen Monat lang
alle mit dem Velo, zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit kommen». Und
sie sagt, dass im laufenden Budget für die Gesundheitsförderung ein fixer Betrag reserviert
sei. 1000 Franken können investiert werden.
Nicht viel – aber ein Anfang.
Renate Metzger-Breitenfellner
Weitere Informationen:
Othmar Küng
Gemeindeverwaltung
Schulhausstrasse, 6214 Schenkon
othmar.kueng@schenkon.ch
www.schenkon.ch
Projekte
Vollkorngebäck, Ruheraum
und Töggelikasten
Betriebliche Gesundheitsförderung bei Interface Politikstudien Forschung Beratung in Luzern
Bei der Firma Interface Politikstudien Forschung Beratung in Luzern wird betriebliche
Gesundheitsförderung ernst genommen.
Die Mitarbeitenden joggen zusammen, verpflegen sich gesund und haben Anrecht auf
einen finanziellen Beitrag für individuelle
Gesundheitsförderungsaktivitäten.
Interface ist ein privates Dienstleistungsunternehmen mit rund 25 Mitarbeitenden, das wissenschaftliche Studien für die Praxis anbietet
(www.interface-politikstudien.ch).
Ein grosser Teil der Lebenszeit wird im Betrieb
verbracht. So wirkt sich die Arbeitsumgebung
direkt auf den Gesundheitszustand der Mitarbeitenden aus. Deshalb ist Interface die Gesundheitsförderung ein Anliegen. Ein gesundes
Arbeitsumfeld besteht aus den drei Aspekten
Ernährung, Bewegung und Entspannung.
Ernährung
Besonderen Wert legt das Unternehmen auf
gemeinsame Pausen sowohl morgens als
auch nachmittags. Am Morgen gehören Vollkornbrötchen auf den Pausentisch, und am
Nachmittag dürfen saisonale Früchte in der
Pausenverpflegung nicht fehlen – zugegebenermassen ist aber auch immer etwas Süsses
dabei. Mineralwasser, Kaffee, Tee und Milch
stehen kostenlos zur Verfügung.
Bewegung
Ein Töggelikasten im Büro bietet den Mitarbeitenden Bewegung und Spass in den Pausen und dient auch dem Stressabbau. Zudem
wird bei Interface einmal wöchentlich in der
Mittagspause gemeinsam gejoggt. Rund ein
Viertel der Belegschaft nimmt regelmässig an
diesem Sportprogramm teil. Die vorhandene
Dusche bietet allen die Möglichkeit, sich nach
dem Sport wieder zu erfrischen. Diese Möglichkeit nutzen allerdings nur die Joggerinnen
und Jogger.
Im vergangenen Jahr haben sich zudem vier
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam
auf den Team-Gigathlon im Juli in St. Gallen
vorbereitet und diesen erfolgreich absolviert.
Entspannung
Um sich während der Arbeit, die hauptsächlich vor den Computerbildschirmen und an
Die Firma Interface motiviert die Mitarbeitenden, auch privat etwas für ihre Gesundheit zu tun.
Sitzungen stattfindet, zu entspannen, steht
ein Ruheraum mit einem Liegebett zur Verfügung. Mitarbeitende können sich dorthin
zurückziehen, um ein Mittagsschläfchen zu
halten – oder um ein Dokument dem Rücken
zuliebe im Liegen statt im Sitzen zu lesen.
Anreize schaffen
Last, but not least sollen die Mitarbeitenden
motiviert werden, auch individuell etwas für
ihre Gesundheit zu tun. Sie haben die Möglichkeit, Anfang Jahr persönliche Gesundheitsförderungsziele zu formulieren und diese
schriftlich bei der Präventionsbeauftragten
einzureichen. Ende Jahr beurteilen die Mitarbeitenden selbst, inwiefern sie ihre Ziele erreicht haben, und beantragen entsprechend
der eigenen Bewertung den vollen Beitrag
von 400 Franken – oder aber einen Teilbeitrag. Mit dem Geld kaufen die Sportlichen einen Badmintonschläger oder Wanderschuhe,
andere besuchen einen Yoga-Kurs. Für das
Jahr 2010 wurde neu eine Bedingung für den
Gesundheitsförderungsbeitrag eingeführt: Es
gilt die Norm «Treppensteigen statt Liftfahren». Kontrolliert wird nicht, das Einhalten ist
Ehrensache.
Die Arbeitsplätze von Interface waren schon
immer rauchfrei. So konnte das Unternehmen
am Wettbewerb «Arbeitsplatz Rauchfrei» des
Bundesamtes für Gesundheit teilnehmen und
gewann einen der Hauptpreise. Der Geldbetrag wurde unter anderem für eine Work-LifeBalance-Beratung sowie für den Besuch einer
kulturellen Veranstaltung eingesetzt. Letzteres
Beispiel zeigt, dass Gesundheitsförderung bei
Interface sehr breit verstanden wird und die
Unternehmenskultur miteinbezieht. Sie aber
lässt sich nur beschränkt steuern: Sie muss
von allen Mitarbeitenden Tag für Tag gestaltet
und gepflegt werden.
Nora Wight
Weitere Informationen:
www.interface-politikstudien.ch > Projekte
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
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Projekte
Auf Herz und
Nieren geprüft
Dienststelle Berufs- und Weiterbildung erhält Prädikat «Familie UND Beruf»
Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung
wurde mit dem Prädikat «Familie UND
Beruf» ausgezeichnet. Das Prädikat erhalten Organisationen, die personalpolitische
Grundsätze und Leistungen in den Bereichen «Vereinbarkeit von Familie und Beruf»
sowie «Gleichstellung von Mann und Frau»
zielgerichtet optimieren und strukturell verankern.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnt zunehmend an Bedeutung. Frauen und
Männer müssen oder wollen Familien- und
Berufsarbeit sinnvoll kombinieren – auch in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Im Wissen
darum setzt die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung seit längerer Zeit auf eine familienfreundliche Personalpolitik. Diese trägt massgeblich dazu bei, das Spannungsfeld zwischen
den Anforderungen des Betriebs auf der einen
Seite und der Familie auf der anderen Seite
abzubauen oder mindestens zu reduzieren.
Umfassendes Controlling
Die Fachstelle «UND – Familien- und Erwerbsarbeit für Männer und Frauen» ist das führende Kompetenzzentrum in der Deutschschweiz
für die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit. Sie prüft und berät Organisationen im Hinblick auf eine familienbewusste
und gleichstellungsrelevante Personalpolitik.
So bietet die Fachstelle interessierten Betrieben umfassende Situationsanalysen an, die
auf den Punkt bringen, wie familienfreundlich
sie tatsächlich sind. Die Dienststelle Berufsund Weiterbildung wollte es genau wissen
und liess sich von der Fachstelle UND auf Herz
und Nieren prüfen. Miteinbezogen waren auch
sämtliche kantonalen Berufsfachschulen.
Das Controlling der Fachstelle UND umfasste
folgende Handlungsfelder:
–Zeitliche und örtliche Autonomie
–Betreuungsleistungen
–Organisationsstruktur und
Rahmenbedingungen
–Personalentwicklung
–Personalrekrutierung und Personalselektion
–Lohnpolitik
–Arbeitszeit (Lage/Dauer)
–Organisationskultur/Führungsverständnis
–Arbeitsinhalt
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Daniel Huber (re) von der Fachstelle UND überreicht Josef Widmer, Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung
(DBW), das Prädikat «Familie UND Beruf».
Im Rahmen des Controllings führte die Fachstelle Gespräche mit Personalverantwortlichen, Mitgliedern der Geschäftsleitung, Abteilungsleitenden und mehreren Mitarbeitenden.
Zusätzlich sichtete sie die Führungs- und Unternehmensdokumente.
Die Gespräche und Dokumente wurden anschliessend ausgewertet und die Ergebnisse
schriftlich festgehalten. Jedes der neun aufgeführten Handlungsfelder wurde kommentiert
und gewichtet. Basis dafür bildete der Kriterienkatalog der Fachstelle UND.
Erfolg motiviert zu weiteren Optimierungen
Das Resultat der Überprüfung fiel rundum positiv aus: Die Dienststelle (inklusive Berufsfachschulen) erreichte in der Gesamtbewertung
317 von 500 möglichen Punkten und liegt damit im oberen Mittelfeld. Erfreulicherweise fiel
keines der neun Handlungsfelder stark ab.
Dieser schöne Erfolg darf aber nicht darüber
hinwegtäuschen, dass es weiterhin viel zu tun
gibt. Zusammen mit der Auswertung lieferte
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
die Fachstelle zahlreiche Verbesserungsvorschläge. Die Dienststelle hat daraus einen
Massnahmenkatalog abgeleitet, der in den
nächsten zwei Jahren schrittweise realisiert
wird. Die Massnahmen tragen dazu bei, die
Dienststelle künftig noch stärker als Arbeitgeberin mit familienfreundlichen Strukturen
und einer fortschrittlichen Personalpolitik zu
positionieren.
Romy Villiger
Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung
schafft im Bereich der beruflichen Aus- und
Weiterbildung optimale Voraussetzungen,
damit Jugendliche und Erwachsene auf
dem sich rasch verändernden Arbeitsmarkt ihr berufliches Potenzial entwickeln
und umsetzen können.
www.beruf.lu.ch
Weitere Informationen:
www.und-online.ch
Projekte
Die Stoppuhr ist
Nebensache
Hinterländer Walking-Event
Es geht nicht ums Gewinnen, sondern ums
Mitmachen: Die rund 800 Teilnehmenden
des Hinterländer Walking-Events absolvieren die vorgegebenen Strecken in ihrem
eigenen Tempo und geniessen so die aussergewöhnliche Kombination von Sport
und Naturerlebnis. Trägerin des Anlasses
ist die Genossenschaft Sport Kultur Freizeit Hiltbrunnen (GSKF) von Altbüron und
Grossdietwil.
Der nächste Hinterländer Walking-Event findet
am Sonntag, 17. Oktober 2010, statt. Weitere
Informationen zum Anlass finden Interessierte
unter www.hinterlaender-walk.ch.
Mitmachen ist wichtiger als gewinnen.
Der Hinterländer Walking-Event wird dieses
Jahr bereits zum vierten Mal ausgetragen.
Mitmachen können alle, die sich gerne bewegen und in der freien Natur sind: Gross und
Klein, allein oder in der Gruppe oder gar mit
der ganzen Familie. Besonders hoch ist mit
79 Prozent der durchschnittliche Frauenanteil.
Die Teilnehmenden können die für sie passende Route wählen: Zur Auswahl stehen der
Geniesser- und Familien-Walk mit einer Länge
von knapp 7 Kilometern, der etwas längere
Fitness-Walk mit 11,5 Kilometern und der ausgedehnte Panorama-Walk mit über 21 Kilometern. Die zu bewältigenden Höhendifferenzen
variieren entsprechend je nach Strecke.
Rangliste alphabetisch sortiert
Obwohl keine sportlichen Höchstleistungen
gefragt sind, erfahren die Teilnehmenden am
Schluss ihre persönliche Walking-Zeit. «Es gibt
zwar eine Rangliste – die ist jedoch alphabetisch geordnet», erklärt Andreas Meyer, Mitorganisator des Walking-Events. «Die Walkerinnen und Walker möchten häufig persönliche
Vergleiche ziehen und wissen, ob sie im Vorjahr schneller oder langsamer waren. Deshalb
messen wir die Zeit.» Siegerehrungen gebe es
keine, dafür aber ein Geschenk für alle.
Verantwortlich für einen reibungslosen Ablauf
ist das Organisationskomitee Hinterländer
Walking-Event. Es hat den Anlass vor vier Jahren ins Leben gerufen, um einerseits die breite
Bevölkerung zu mehr Bewegung zu animieren; andererseits soll mit dem Hinterländer
Walking-Event das «Rottal der drei Kantone»
als Region bekannt gemacht werden. Das
Organisationskomitee hofft, dass neben den
einheimischen auch auswärtige Walkerinnen
und Walker mitmachen und der Bekanntheitsgrad dadurch gesteigert werden kann. «Wir
sehen den Anlass als Chance, unsere Gegend
als attraktives Naherholungsgebiet mit einem
breiten Angebot zu präsentieren», sagt Meyer.
Mit dem Erlös aus dem Anlass könne ausserdem ein Beitrag an den Unterhalt der Mehrzweckanlage geleistet werden.
Multifunktionale
Mehrzweckanlage
Die Genossenschaft Sport Kultur und
Freizeit Hiltbrunnen (GSKF) wurde 1992
gegründet mit dem Ziel, eine Mehrzweckanlage mit möglichst vielseitigem
Nutzungsangebot zu errichten. Die Mehrzweckanlage Hiltbrunnen wurde fünf
Jahre später errichtet – die GSKF stellte
auf privater Basis rund einen Drittel des
benötigten Kapitals zur Verfügung. Heute, mehr als zehn Jahre nach der Einweihung, wird die Anlage von einem breiten
Publikum genutzt: Neben Schul-, regionalen und nationalen Sportanlässen
finden regelmässig kulturelle Events mit
bekannten Künstlerinnen und Künstlern
statt.
Martina Ruoss
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Projekte
Elterntaxi hat ausgedient
Mit dem Pedibus sicher zur Schule
Der «Schulbus auf Füssen» ist eine schlaue
Alternative zum herkömmlichen Elterntaxi:
Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) hat
deshalb die Kampagne «Pedibus» lanciert,
die in verschiedenen Gemeinden und Städten bereits erfolgreich umgesetzt wird. Als
Vorzeigeprojekt in der Deutschschweiz gilt
die Pedibus-Linie in Hellbühl.
Der Schulweg als Erlebnisweg mit Freundinnen und Freunden ist ein wichtiger Bestandteil im Alltag von Kindern. Sie sollen möglichst
selbständig, also ohne Begleitung von Erwachsenen, zur Schule oder in den Kindergarten gelangen. Ist das nicht möglich, bietet der
Pedibus eine gute Alternative. Das Konzept,
das ursprünglich aus Australien und Kanada
stammt, ist einfach und leicht adaptierbar: Erwachsene begleiten Kindergarten- und Schulkinder auf ihrem Weg zur Schule und zurück.
Es gibt feste Haltestellen und einen fixen Zeitplan – wie bei einer herkömmlichen Buslinie.
Farbige Tafeln kennzeichnen die Haltestellen.
Die Begleitpersonen erhalten einen Einsatzplan, nehmen die Kinder in Empfang und bringen sie rechtzeitig zur Schule und wieder nach
Hause. Die Kinder hingegen verpflichten sich,
pünktlich zu sein, der Begleitperson zu gehorchen und in einer Zweierkolonne auf dem
Trottoir zu gehen. Die Eltern der Kinder sind
verantwortlich für den Weg bis zur Haltestelle
und für die Zeit, bis der Pedibus eintrifft. Ist
ein Kind krank oder kann aus einem anderen
Grund den Pedibus nicht benützen, informieren die Eltern die Begleitperson.
Gesund und umweltfreundlich
Die Pedibus-Vorteile liegen auf der Hand: Kinder werden zu Beginn der Schulzeit zuneh18
Kinder an der Pedibus-Haltestelle. Foto: Tanja Amata Seregi
mend eigenständiger, damit sie den Schulweg
später alleine bewältigen können. Denn ein
Schulweg zu Fuss steigert das soziale Lernen,
fördert die Gesundheit und verringert den
Verkehr. Die Begleitpersonen kontrollieren
das Verhalten der Kinder, was die Sicherheit
erhöht.
In Hellbühl wurde der Pedibus im November
2009 offiziell eröffnet, eine zweite Linie befindet sich in einem Luzerner Stadtquartier. Laut
Gaby Schmidli-Morger von der Dienststelle
Volksschulbildung des Kantons Luzern sind
Kinder und Eltern, die das Angebot nutzen,
sehr zufrieden. Die Organisation klappe einwandfrei.
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Unterschiedliche Initianten
Die Pedibus-Organisation ist variabel. Initianten einer Linie können Eltern oder Elternräte, Gemeindevertreter/innen, Schulleitungen,
Schulbehörden der Kantone oder gar Erziehungsdirektionen sein. In Hellbühl beispielsweise hat eine Elterninitiative den Pedibus vor
drei Jahren ins Leben gerufen. Die Gemeinde
und die Dienststelle Volksschulbildung des
Kantons Luzern unterstützen das Angebot und
haben den Pedibus Ende 2009 als kantonale
Kampagne lanciert. «Wir wollen die Gemeinden
in diesem Bereich sensibilisieren, damit sie
das Projekt unterstützen», sagt Gaby SchmidliMorger. Eltern, die eine Pedibus-Linie gründen
möchten, können sich mit der Schulleitung
Bewegung, Ernährung und gesundes
Körpergewicht
Schweizer Schulen
sind sensibilisiert
Westschweiz
federführend
In der Romandie gibt es mehr als 250
Pedibus-Linien, die durch die Organisation ATE (Association Transports et Environnement) während gut zehn Jahren
aufgebaut worden sind. In der Deutschschweiz läuft die Kampagne erst seit
Oktober 2009, weshalb noch nicht sehr
viele Linien in Betrieb sind. «An etlichen
Orten sind Bestrebungen im Gange,
Pedibus-Linien zu initiieren», erklärt
Christine Steinmann, Projektleiterin
Verkehrssicherheit des VCS. «Seit der
Lancierung unserer Kampagne wächst
das Interesse täglich.» Der Pedibus sei
besonders in Gegenden geeignet, in
denen Eltern ihre Kinder vermehrt mit
dem Auto zur Schule fahren. «Unsere
Vision ist, dass künftig möglichst alle
Kinder zu Fuss zur Schule gelangen und
nicht chauffiert werden» so Steinmann.
Ein ehrgeiziges Ziel, das aber umsetzbar
sei. Unter anderem durch den Aufbau
eines Kompetenzzentrums rund ums
Thema Schulweg. Es soll umfassende
Informationen und Beratung bezüglich
Gestaltung und Organisation der Schulwege anbieten.
und der Schulpflege in Verbindung setzen.
Beratung und Unterstützung gibt es bei der
Dienststelle Volksschulbildung des Kantons
Luzern oder beim VCS. Die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) bietet
für Pedibus-Begleitpersonen eine kostenlose
Unfall- und Haftpflichtversicherung an.
sich eine Linie etabliert hat, läuft sie oft während mehrerer Jahre – es gelangen also immer wieder neue und jüngere Kinder auf diese
Weise zur Schule. Als Begleitpersonen stellen
sich häufig Eltern von frisch Eingeschulten zur
Verfügung. Sie organisieren jeweils auch eine
Stellvertretung, wenn sie verhindert sind.
Sensibilisierung notwendig
Die grösste Herausforderung des Pedibus
besteht darin, genügend Personen zu finden,
die beim Aufbau einer neuen Linie mithelfen.
Meistens müssen Eltern zuerst darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig es ist, dass
die Kinder den Schulweg zu Fuss gehen und
nicht mit dem Auto chauffiert werden. Sobald
Martina Ruoss
Weitere Informationen:
Broschüren und Leitfaden gibt es unter:
www.pedibus.ch
www.volksschulbildung.lu.ch
Im vergangenen Jahr führte Gesundheitsförderung Schweiz bei Schulleitungen eine
Online-Befragung durch. Dabei stellte sie
fest, dass die Themen Bewegung, Ernährung und Körpergewicht zwar vielfach im
Schulalltag präsent sind, aber durchaus
noch Verbesserungspotenzial besteht.
Landesweite Daten zu Schulmerkmalen sind in
der Schweiz kaum systematisch verfügbar und
nur schwer zugänglich. Die Studie, verfasst von
einem Forschungsinstitut der Universität Lugano, bietet eine interessante Datengrundlage zu den Themen Bewegung, Ernährung und
gesundes Körpergewicht. Sie basiert auf einer
Befragung von 1383 Schulleitungen in 24 Kantonen der Schweiz (zwei Kantone hatten sich
gegen die Teilnahme entschieden) sowie 71
Schulleitungen im Fürstentum Liechtenstein.
Die Rücklaufquote bei E-Mail-Kontakt betrug
im Durchschnitt 52 Prozent, bei postalischem
Kontakt 20 Prozent.
Das Resultat: Die Themen Ernährung, Bewegung und gesundes Körpergewicht sind in
60 Prozent aller Schulen irgendwie verankert,
meist aber nur im Sinn von Handlungsempfehlungen. Und nur ein Viertel bis ein Drittel
aller Schulen stellen finanzielle, personelle
oder ideelle Ressourcen in diesen Bereichen
zur Verfügung oder investieren in spezielle
Fördermassnahmen. Eltern werden meist an
Elternabenden über die Themen informiert,
Veranstaltungen zu den einzelnen Themenbereichen gibt es kaum. Und: Lediglich ein Fünftel der Schulen gehören einem Netzwerk an,
nur neun Prozent dem Schweizerischen Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen (SNGS).
Aber «Schulen in Netzwerken zeigen sich im
Alltag nicht systematisch ‹gesünder› als Schulen, die (noch) keinem Netzwerk angehören»,
schreiben die Verfasser.
Die Befragung soll künftig alle vier Jahre durchgeführt werden. Damit wird es möglich, die
Entwicklung der Schulen in diesem Bereich zu
verfolgen und zu beurteilen.
Weitere Informationen:
www.gesundheitsfoerderung.ch
Bewegung und Ernährung an Schweizer
Schulen
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
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Projekte
Sportlich
professionell betreuen
Die Kindertagesstätte Strampolino in Kriens geht neue Wege
Zukünftige Spitzenathletinnen und -athleten will das Strampolino-Team nicht hervorbringen – aber die Basis für ein gesundes
und sportliches Leben legen. Die innovative Kindertagesstätte fördert Kinder ab vier
Monaten gezielt in Bezug auf Bewegungsfreude und Motorik.
Morena Inäbnit, Geschäftsleiterin von Strampolino, ist überzeugt, dass vitale Menschen
ihr Verhalten bereits in frühester Kindheit lernen: «Wir beobachten, wie die Kinder mit der
Zeit mutiger werden. Sie probieren ein immer
grösseres Bewegungsspektrum aus und haben dabei eine Menge Spass.» Dies wirke sich
auch auf das Verhalten der Kinder zuhause
aus – viele der Kinder seien ausgeglichener
und selbstbewusster. Strampolino bietet 40
Betreuungsplätze an; die Kinder werden in begrenzt altersdurchmischten Gruppen betreut.
Mit maximal fünf Kindern pro Betreuungsperson erfüllt die Kindertagesstätte den Standard
des Schweizerischen Krippenverbandes.
Studien im Bereich der Lernpsychologie zeigen, dass Bewegung für ein nachhaltiges und
effektives Lernen in der Schule von zentraler
Bedeutung ist. So lernen Kinder, die ihren Bewegungsdrang ausleben können, besser als
ihre «unbewegten» Mitschülerinnen und Mitschüler. Das Angebot der Kindertagesstätte
besteht deshalb aus einem interdisziplinären
Fachteam, professioneller Bewegungsförde-
rung durch einen Sporttrainer und grosszügigen Räumen, die kindgerecht und bewegungsanimierend eingerichtet sind. Strampolino
bewegt sich auf bisher eher unbekanntem
Terrain. «Wir müssen bekannte Methoden, die
auf Erfahrungen aus der Schule basieren, der
Entwicklungsstufe der Vorschulkinder anpassen. Das erfordert oft einiges an Kreativität»,
erklärt Inäbnit. Ein Aufwand, der sich lohnt.
Davon ist das Strampolino-Team überzeugt.
Martina Ruoss
Weitere Informationen:
www.strampolino.ch
Betreuung über die
Mittagszeit liegt im Trend
«Meetpoint», ein Mittagstisch in Emmen
Frisch zubereitetes Essen, entspannte Atmosphäre und genug Zeit für Spiel und
Erholung: Der Mittagstisch «Meetpoint»
in Emmen ist ein Ort der Begegnung für
Kinder unterschiedlicher Altersstufen. Im
Mittelpunkt des Pilotprojekts der Gemeinde Emmen stehen neben einer gesunden
Ernährung Tischkultur, Geselligkeit und ein
respektvoller Umgang miteinander.
Seit August letzten Jahres können Schülerinnen und Schüler im «Meetpoint» zu Mittag essen, Hausaufgaben machen, in Heftli
schmökern, im Freien spielen oder einfach auf
dem Sofa ausspannen. Zurzeit nutzen durchschnittlich 6 Kinder das Angebot, Platz hat es
für maximal 15. Zwei Betreuerinnen kümmern
sich um das leibliche Wohl der Kinder und sor20
gen dafür, dass es gesittet zu und her geht.
Trotzdem sind die Kinder unter sich – was sie
sehr schätzen. Zudem fördert das Angebot
die Sozialkompetenz: Die Grossen haben mit
den Kleinen zu tun, sie lernen voneinander
und nehmen Rücksicht aufeinander. Auch der
Aussenbereich bietet genügend Platz: Die Kinder können den Sportplatz und die Sportgeräte benützen und nach Herzenslust spielen.
Wenn daneben noch Zeit bleibt, erledigen sie
ihre Hausaufgaben. Der «Meetpoint» ist eine
Entlastung für Eltern – bei Berufstätigkeit,
Weiterbildung oder Krankheit.
Gelegentliches Naschen erlaubt
Für ausgewogene und gesunde Ernährung
sorgt das Altersheim Alp in Emmenbrücke:
Dort wird das Essen täglich frisch zubereitet
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
und geliefert. Gemüse und Salat sind immer
eingeplant, als Nachtisch gibt es Früchte
und gelegentlich auch mal was Süsses zum
Naschen. Für die Betreuerinnen ist wichtig,
dass für alle die gleichen Regeln gelten und
die Kinder respektvoll miteinander umgehen.
Die Sprösslinge fühlen sich wohl: Ist die Mittagspause vorbei, würden sie lieber noch ein
wenig herumtollen und angeregt diskutieren,
anstatt wieder die Schulbank zu drücken.
Martina Ruoss
Weitere Informationen:
www.emmen.ch/mittagstisch
Die Kurse von
«action d 2010»
Ideen für die Diabetes-Typ-2-Prävention
ermöglichen eine grobe Risikoanalyse. Dieser
Test lässt sich bequem zuhause und im Internet ausfüllen – motivieren Sie Freunde und
Bekannte dazu!
Prävention ist möglich
Die gute Nachricht: Jeder und jede kann aktiv
gegen Diabetes Typ 2 vorbeugen, indem er
oder sie sich ausreichend bewegt, sich ausgewogen ernährt und versucht, Übergewicht zu
vermeiden. Ein aktiver Lebensstil verlängert
das Leben – 2010 ist ein gutes Jahr, um damit
anzufangen! Eine Möglichkeit, sich mit Ernährung auseinanderzusetzen und sich mehr zu
bewegen, bieten die Kurse von «action d».
Kurse zur Diabetes-Prävention
Unter dem Motto «Diabetes aktiv vorbeugen»
bietet «action d» 2010 in Luzern wieder ein attraktives Kursprogramm mit der Gelegenheit,
mehr Bewegung, ausgewogene Ernährung
und Entspannung in attraktiver Form und in
Gemeinschaft mit anderen in den Alltag zu integrieren. Ob Aquafit oder Ernährung und Bewegung mit Spass, Velofahren neu entdecken,
«Line Dance» oder Gewichtsreduktion mit NLP
(Neurolinguistischem Programmieren) – für
jeden und jede ist etwas dabei. Die ersten
Kurse beginnen im April. Auf der Internetseite
finden sich die genauen Kursdaten, die Möglichkeit, sich anzumelden, sowie weitere Informationen zu Diabetes, Menüvorschläge für
eine ausgewogene Ernährung und viele Ideen
für mehr Bewegung im Alltag.
Jede und jeder kann aktiv gegen Diabetes Typ 2 vorbeugen.
Heute sind in der Schweiz etwa 250 000
Menschen von Diabetes Typ 2 betroffen.
Die chronische Stoffwechselkrankheit führt
zu gravierenden Spätfolgen. Mit einer Änderung des Lebensstils lässt sich dagegen
vorbeugen. «action d»* zeigt Möglichkeiten für ein aktives 2010 auf.
Übergewicht, ein zu grosser Bauchumfang
und Bewegungsmangel sind Risikofaktoren
für Diabetes Typ 2. Mit einer Änderung des
Lebensstils kann der Erkrankung vorgebeugt
beziehungsweise deren Entwicklung hinausgezögert werden.
Typische Symptome von Diabetes Typ 2 sind
starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdig-
Christian de Simoni
keit, Infektanfälligkeit und Gewichtsverlust.
Diese Symptome fallen oft nicht besonders
auf, sodass Diabetes Typ 2 häufig erst spät
entdeckt wird. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sie zu schweren Folgeerkrankungen führen wie Schädigung der Blutgefässe,
Erektionsstörungen, Augen- und Nierenkrankheiten bis hin zu Blindheit, Herzinfarkt und
Schlaganfällen.
«Gehöre ich zur Risikogruppe?»
Mit dem einfachen Test von «action d», bestehend aus acht Fragen, lässt sich das Risiko, an
Diabetes Typ 2 zu erkranken, einschätzen: Das
Alter, der Body-Mass-Index (BMI), der Bauchumfang, erbliche Vorbelastung sowie Angaben
zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten
* «action d» ist ein nationales Projekt zur Diabetes-Prävention. Es wird getragen von Krankenversicherungen und der
Gesundheitsförderung Schweiz.
Weitere Informationen:
«action d» – diabetes aktiv vorbeugen
Postfach 8172, 3001 Bern
Telefon 031 389 92 89
info@actiond.ch
www.actiond.ch
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
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Splitter
Veranstaltungen
20. IUHPE-Weltkonferenz
der Gesundheitsförderung
Gesundheit, Chancengleichheit und nachhaltige Entwicklung
11. bis 15. Juli 2010 in Genf
Gesundheit und Wohlbefinden sind die zentralen Ressourcen für eine leistungsfähige,
gesunde Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt: Diese Einsicht soll mit der Weltkonferenz 2010 gefördert werden. Über den
engeren Bereich von Gesundheit hinaus
sollen neue Partnerschaften und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit geprüft werden,
die sich als Win-win-Situation zur Verbesserung der Gesundheit und zur Förderung der
nachhaltigen Entwicklung eignen. Ziel ist
es, tragfähige und zukunftsgerichtete Partnerschaften zu schaffen und nachhaltige
Ergebnisse zu erzielen.
Anmeldung und weitere Informationen:
www.iuhpeconference.net
www.gesundheitsfoerderung.ch/
iuhpekonferenz
Informationen
Mediothek
Informationen zu Drogen, Sucht, Prävention und Gesundheitsförderung
Suchen Sie Unterlagen zu Suchtprävention
und Gesundheitsförderung? Benötigen Sie
für den Schulunterricht geeignete Materialien? Sind Sie als Eltern, Jugendarbeitende,
Vorgesetzte oder Studierende am Thema
Sucht interessiert? Die Fachstelle für Suchtprävention berät Sie gerne.
• Unterrichtsmittel
• Themenkoffer
• Filme
• Fachbücher
• Flyer und Broschüren
• Linklisten und Merkblätter
Weitere Informationen:
Fachstelle für Suchtprävention DFI
Seidenhofstrasse 10, 6003 Luzern
Telefon 041 420 13 25
www.suchtpraevention.ch
Zentrum Gesundheitsförderung
Angebote für integrierte Gesundheitsförderung in Schulen
Schulische Gesundheitsförderung ist eine
lohnende Investition in Gesundheit und Bildung. Ein gutes Schulklima ist dabei zentral
und wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden
der Schüler und Schülerinnen sowie der
Lehrpersonen aus.
Suchen Sie Lösungen für die Umsetzung
nachhaltiger Gesundheitsförderung an Ihrer Schule? Das Zentrum Gesundheitsförderung der PHZ begleitet und unterstützt
Schulleitungen auf dem Weg zu einer Gesundheitsfördernden Schule.
Weitere Informationen:
PHZ Luzern
Weiterbildung und Zusatzausbildungen
Zentrum Gesundheitsförderung
Sentimatt 1, 6002 Luzern
Telefon 041 228 69 26
www.wbza.luzern.phz.ch
www.radix.ch > Allgemeine Angebote
infoDocs
Swiss Public Health
Conference
«Soziale Verantwortung und Gesundheit»
9. und 10. September in Nottwil
Die nächste Swiss Public Health Conference
ist dem Thema «Soziale Verantwortung und
Gesundheit» gewidmet. Im Zentrum der
Konferenz steht die Bedeutung der sozialen
Determinanten für die Gesundheit der Bevölkerung.
Sie suchen Informationen in Form von Fachartikeln, Fachberichten, Fachbüchern oder
Praxismaterialien, die ein Thema im Bereich
der Gesundheitsförderung und Prävention
betreffen? Sie finden diese schnell und einfach per Online-Recherche zum Download
oder zur Ausleihe per Post.
Weitere Informationen:
www.infodoc-gf.ch
Weitere Informationen:
www.conference.public-health.ch
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Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr. 1/10
Gute Materialien zur
Ernährungserziehung
Im Rahmen des Projektes «bildung + gesundheit Netzwerk Schweiz» versammelt
die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) regelmässig eine Gruppe von
Spezialisten. Diese evaluieren die pädagogischen Materialien zur Ernährungserziehung (zum Beispiel die Kidz-Box), die für
Kindergärten, Primar- und Sekundarschulen bestimmt sind.
Bestelladresse:
www.sge-ssn.ch/de/fuer-schulen/beurteilung-von-unterrichtsmaterialien.html
Splitter
Impressum
«info Gesundheit» ist das offizielle Informationsorgan der gemeindeorientierten
Gesundheitsförderung im Kanton Luzern,
eine Dienstleistung der Fachstelle Gesundheitsförderung.
«Stark durch Erziehung»
Qualitätsstandards – jetzt auch online
Nach intensiver Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis stehen den Betrieben
der Gemeinschaftsgastronomie und deren
Zulieferern jetzt die ersten Schweizer Qualitätsstandards für eine gesundheitsfördernde Gemeinschaftsgastronomie online zur
Verfügung. Ergänzend gibt es verschiedene
Checklisten für Anbieter und ein Informationsblatt zu den Qualitätsstandards für Konsumentinnen und Konsumenten.
Der Evaluationsbericht von Interface (Politikstudien) zeigt die positiven Ergebnisse
der Kampagne «Stark durch Erziehung»
auf. Die beteiligten Fachpersonen schätzen
die erreichte Vernetzung und die Sensibilisierung für den positiven Ansatz in der Erziehung. Die Elternbildung wurde stärker
thematisiert im Kanton und die Angebote
wurden besser bekannt gemacht. Der Evaluationsbericht gibt auch Empfehlungen ab,
wie sich die Elternbildung im Kanton Luzern
weiterentwickeln kann.
Weitere Informationen:
www.gp-gemgastro.ch/index.php?id=47
Weitere Informationen:
www.disg.lu.ch/stark_durch_erziehung.htm
Evaluation der Luzerner Kampagne
Publikationen
Aktion «Schau nicht weg!»
Die Aktion «Schau nicht weg!» motiviert
Jugendliche, sich mit ihrem Körperbild
auseinanderzusetzen. Als Medium dient
ein mobiler Zerrspiegel. Dieser zeigt auf
spielerische Weise, wie der eigene Körper
je nach Perspektive unterschiedlich wahrgenommen und durch Bewegung verändert
wird. Altersgerechte Infokarten sensibilisieren für die verschiedenen Formen und
Ursachen von problematischem Essverhalten und ermutigen dazu, bei Bedarf Hilfe zu
suchen. Der Spiegel kann von Schulen und
Jugendvereinen gegen eine Unkostenbeteiligung gemietet werden.
Bestelladresse:
www.pepsuisse.ch
Kinder in Bewegung
Das Buch für die Praxis in Kindergarten und
Schule
So kommen Kinder in Bewegung: Das Buch
zeigt mit eingängigen Beispielen und eindrücklichen Bildern, wie sich offene Bewegungssettings in Kindergarten und Schule
umsetzen lassen.
Preis: Fr. 49.–
Weitere Informationen:
Verlag LCH, Lehrmittel 4 bis 8
Telefon 061 956 90 70
www.lehrmittel4bis8.ch
Konzept und Redaktion
Claudia Burkard Weber,
Renate Metzger-Breitenfellner,
Anita Schärli-Jenni, Philipp Wermelinger
Gestaltung
design open gmbh, Bruno Imfeld
Erscheinungsweise/Auflage
Zweimal jährlich (38. Ausgabe)
Auflage: 2200 Exemplare
Beiträge für die September-Ausgabe 2010
Textbeiträge sind willkommen. Sie haben
die Möglichkeit, über Ihre Veranstaltungen
und Projekte zu informieren, und erreichen
damit hauptsächlich im Gesundheitsbereich
tätige Institutionen, Vereine, Initiativen und
Multiplikatoren. Wir freuen uns sehr, wenn
Sie uns Ihre Unterlagen elektronisch zur
Verfügung stellen. Einsendeschluss für die
Ausgabe Nr. 2/2010 ist der 15. Juni 2010.
Die Redaktion behält sich die sinnwahre
Kürzung und die redaktionelle Bearbeitung
von eingereichten Artikeln vor.
Die Beiträge im «info Gesundheit» geben
die Meinung der Autorin oder des Autors
wieder. Diese muss nicht notwendigerweise mit der Meinung der Fachstelle Gesundheitsförderung übereinstimmen.
Die Kantonsärztlichen Dienste Luzern – Ihr
Kompetenzzentrum für Public Health
Impressum
Gesundheitsfördernde
Gemeinschaftsgastronomie
Herausgeber
Kantonsärztliche Dienste Luzern
Fachstelle Gesundheitsförderung
Meyerstrasse 20, Postfach 3439
6002 Luzern
Telefon 041 228 60 89
Telefax 041 228 67 33
gf@lu.ch
www.gesundheitsfoerderung.lu.ch
Kantonsärztliche Dienste Luzern > Fachstelle Gesundheitsförderung: Info Gesundheit Nr.1/10
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Gesundheits-und Sozialdepartement
Kantonsärztliche Dienste
Fachstelle Gesundheitsförderung
1. KMU Tagung zur Betrieblichen
Gesundheitsförderung am 2. Juni 2010 in Nottwil
Gesund und leistungsfähig am Arbeitsplatz
Die Fachstelle Gesundheitsförderung Kanton Luzern lädt zusammen mit dem
Swiss Prevention Center zu einer Fachtagung für KMU ein.
Namhafte Referenten äussern sich zu aktuellen Themen. In Workshops können sich
die Teilnehmenden mit der Umsetzung befassen. Weitere Infos und Anmeldung auf
www.swisspreventioncenter.ch oder www.gesundheitsfoerderung.lu.ch
Die kostenlose Tagung richtet sich an Geschäftsinhaber, Führungskräfte und
Per­sonalverantwortliche von KMU und findet im GZI Seminar- und Kongresshotel in
Nottwil statt. Anmeldeschluss: 19. Mai 2010. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
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Seele and Geist
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