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EDITORIAL Wie mit der Überschüttung mit Regelwerken umgehen

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Vom 17.06.2013
EDITORIAL
Wie mit der Überschüttung mit Regelwerken umgehen?
AKTUELLES
1. Aus der Geschäftsstelle:
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Treffen in Brüssel – Kontrolle im ökologischen Landbau
Auftakttreffen zum Biokunststoffprojekt
AK-Verpackung
Treffen zum geplanten Freihandelsabkommen
Expertengespräch zur Weiterentwicklung des Kontrollverfahrens
Runder Tisch mit Verbraucherzentralen
Bewerbungen für den Forschungspreis Bio-Lebensmittel
AoeL-Herbsttagung am 4. und 5. November 2013
2. Aus den Unternehmen
• Neumarkter Lammsbräu veröffentlicht 21. Nachhaltigkeitsbericht
• ÖMA produziert SB-Käse in nachhaltiger Verpackung
• Lebensbaum legt neuen Nachhaltigkeitsbericht vor
3. Tipps und nützliches Wissen für Unternehmen
• Richtige Kommunikation zum Einsatz von Biokunststoffen – was zu
vermeiden ist
• EU-Kommissionszuschüsse für die 45 besten Öko-Innovationsprojekte
• Bewerbungsaufruf: Klimaschutz-Unternehmen werden
• Demeter-Aktion „Papiertragetasche Züchtung“
• EU-Kommission schlägt neue Verordnung für europäisches Saatgutrecht
vor
TERMINE
AoeL: Nachhaltigkeitstagung, Kassel
AoeL: Verbraucherzentralen Runder Tisch, Frankfurt
AoeL-Herbsttagung, Fulda
25.06.2013
27.06.2013
04./05.11.2013
2
EDITORIAL
Sehr geehrte AoeL-Mitglieder,
diese Tage werden wir als Vertreter der Bio-Branche überschüttet mit Vorschlägen zur Revision
oder Neugestaltung verschiedener für die ökologische Lebensmittelwirtschaft relevanter Regeln.
Neben der Diskussion um die Revision der EG-Öko-Verordnung, die schon länger auf
Hochtouren kocht, müssen wir jetzt auch noch verstehen und bewerten, welche Auswirkungen
die Integration der Bio-Kontrollvorschriften in die allgemeinen Regelungen zur Kontrolle des
Lebens- und Futtermittelbereiches hat.
Als Funktionär der AoeL, dessen zentrale Aufgabe es ist, sich um solche Themen zu kümmern
– und das zusammen mit Ihnen und den nachgelagerten Organisationen wie IFOAM und BÖLW
abzuarbeiten – merke ich, dass ab und an der Eindruck entsteht, alles drehe sich um
Regelwerke, Politik, Behörden und Kontrolle.
In einer solchen Situation ist es hilfreich, sich daran zu erinnern, dass gerade unsere Branche
von inhaltlichen Ideen und Zielen getrieben ist und ihre Legitimation primär darin findet, dass
viele Bürger diese Ideen mit uns teilen. Unser Erfolg besteht im Kern nicht darin, dass wir mehr
Bio-Lebensmittel verkaufen können, sondern dass mehr und mehr Menschen die originären
Ideen der Bio-Branche verstehen und unterstützen. Es gilt diesen Grundgedanken auch – aber
keineswegs ausschließlich – mit dem Verkauf von Bio-Produkten zu verbinden. In der
Diskussion um die Revision sind wir konfrontiert mit der Vorstellung der Kommission, dass man
sich entscheiden müsse, entweder Massen-Bio oder Premium-Bio zu fördern. Ein absurdes
Gegensatzpaar wird da aufgebaut. Ist doch gerade die Bio-Branche der Beweis dafür, dass mit
Qualität und Glaubwürdigkeit Marktausdehnung erreicht und damit ökologische Praxis auf allen
Ebenen bewirkt werden kann. Diese Tatsache beinhaltet natürlich die schlichte Erkenntnis, dass
wenn wir es vernachlässigen, an einer Weiterentwicklung der Qualität zu arbeiten, mittelfristig
auch keine Entwicklung auf dem Markt möglich sein wird.
Die Ideen, die die Öko-Branche tragen, sind die Blaupause für eine Erneuerung der
Ernährungswirtschaft. Wir steuern damit hin zu einer umweltverträglichen Wirtschaftsform, die
langfristig den Planeten erhält und der Menschheit dient.
Auch die zukünftige Legitimation der Branche kommt also nicht aus dem Bio-Recht, der
gemeinsamen Agrarpolitik oder anderen Vorschriften, sondern aus der Fähigkeit der ÖkoLandwirte, -Verarbeiter und -Händler mit den Bürgern an Zukunftsfragen unserer Gesellschaft
zu arbeiten und im praktischen Tun konkrete, nachvollziehbare Schritte zur Umsetzung
durchzuführen. Meine Arbeit dient einzig dazu, dafür zu sorgen, dass die politischen und
rechtlichen Rahmenbedingungen dem förderlich sind oder zumindest nicht zu sehr stören.
Alexander Beck
3
AKTUELLES
1. Aus der Geschäftsstelle
Treffen in Brüssel - Kontrolle im ökologischen Landbau
Am 5. Juni fand in Brüssel in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg eine Diskussion
zur Revision der EG-Öko-Verordnung und dem neuen Gesetzesentwurf der Generaldirektion
Gesundheit zur Kontrolle statt, an dem auch Marco Schlüter und Alexander Beck teilnahmen.
Referenten waren Vertreter des Landwirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, der
Generaldirektion
Landwirtschaft,
des
Europäischen
Parlaments,
des
Irischen
Landwirtschaftsministeriums, der IFOAM EU Gruppe, der COPA-COGECA und des EOCC. Als
Gründe der laufenden Revision nannte die Kommission Betrugsverhinderung,
Bürokratiereduzierung und Verbraucherschutz. Die Bio-Akteure betonten die Unerlässlichkeit,
den prozessorientierten, risikobasierten Ansatz der Kontrolle beizubehalten. Angebrachte
Bedenken, der Entwurf der Generaldirektion Gesundheit sei zu Endprodukt-orientiert wurden
jedoch nicht von der Kommission geteilt Zudem wurde betont, dass dieser erst am Anfang der
Diskussion sei und beide Direktionen die Möglichkeit haben werden daran mitzuarbeiten.
Auftakttreffen zum Biokunststoffprojekt
Am 5. Juni fand in Fulda das Auftakttreffen der Praxispartner im Projekt „Handlungsoptionen
zum Einsatz von nachhaltigen biobasierten Kunststoffen als Verpackungsmittel für
Lebensmittel“ statt. Teilnehmende Unternehmen sind: Weleda, Ulrich Walter GmbH, W-E-G
Stiftung, Andechser und Hipp. Renate Dylla und Yvonne Henkel moderierten und klärten
Bedürfnisse der Unternehmen in Bezug auf das im April begonnene Verpackungsprojekt. Ziel ist
es marktrelevante Stoffgruppen zu identifizieren und diese vor dem Hintergrund von Fragen zur
Umwelt- und Sozialverträglichkeit, Sicherheit, Technik und Qualität zu bewerten.
AK Verpackung
Ebenfalls am 05. Juni traf sich in Fulda der AK Verpackung. Besonderes Highlight war ein
Vortrag von Roland Scharathow, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands European
Bioplastics. Er berichtete über Arten, Mengen und Märkte zum Thema Biokunststoffe und zeigte
Nachhaltigkeitsansprüche an diese auf. Thematisiert wurde auch das Recycling und eine
zielführende Kundenkommunikation, mit der sich Firmen nicht auf Glatteis begeben, wenn sie
den Einsatz von biobasierten, bioabbaubaren oder kompostierbaren Verpackungen
kommunizieren möchten (siehe Informationsbroschüre unter Tipps).
Treffen zum geplanten Freihandelsabkommen
Am 6. Juni fand ein Treffen mit BLL, DBV, BVE und AoeL/BÖLW zur Bewertung des geplanten
Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA für die Ernährungsbranche statt. Die
Leitung des Gesprächs hatte Alexander Beck. Gemeinsam wurde festgestellt, dass
Handelserleichterungen grundsätzlich begrüßt werden, es aber zu keiner Preisgabe von
Umwelt- und Gesundheitsstandards kommen dürfe. Zudem wurde vereinbart, die Standards
näher zu betrachten und zu klären, wo auf Seiten der EU und den USA bedeutende
Unterschiede sind.
Expertengespräch zur Weiterentwicklung des Kontrollverfahrens
Am 10.6 fand in Fulda ein Expertengespräch zur Weiterentwicklung des Kontrollverfahrens
statt. Teilnehmer waren von der AoeL Frau Fritz (Lebensbaum), Herr Jehle (Töpfer) und
Alexander Beck. Des Weiteren nahmen Vertreter aus der Landwirtschaft und von den
Kontrollstellen (KdK) teil. Bei dem Treffen wurden Eckpunkte zur Weiterentwicklung des
Kontrollverfahrens diskutiert und Vorschläge entwickelt, über die dann die zuständigen Gremien
der beteiligen Organisationen zu entscheiden haben. Mit diesen Festlegungen soll in der
hitzigen Debatte über das Bio-Kontrollsystem eine klare Position bezogen werden. Wir werden
Sie weiter informieren.
4
Runder Tisch mit Verbraucherzentralen
Der AK Markt & Verbraucher lädt zum ersten Runden Tisch mit den Verbraucherzentralen am
27.06.2013 nach Frankfurt ins Ökohaus KA 1 ein. Wir wollen mit den Verbraucherzentralen in
einen Dialog zu offenen Fragen in der Verbraucherkommunikation einsteigen. Der Runde Tisch
soll 2 x jährlich stattfinden. Die Einladung für den 27.06. liegt bei. Bitte melden Sie sich bei
Renate Dylla in der Geschäftsstelle an und nennen Sie ggf. Themen, die Sie gerne während der
Veranstaltung diskutieren möchten.
Die Einladung mit Anmeldung finden Sie hier:
http://aoel.fiblprojekt.de/otrs/index.pl?Action=AgentFAQZoom;ItemID=740
Bewerbungen für den Forschungspreis Bio-Lebensmittel
Wir suchen Bachelor-, Master-/Diplom- und Doktorarbeiten mit „Bio-Thema“ oder einem
verwandten Thema aus dem Bereich der Nachhaltigkeit und vergeben attraktive Preise!
Betreuen Sie in Ihrem Unternehmen interessante Abschlussarbeiten, die Sie für
auszeichnungswürdig erachten? Dann motivieren Sie Ihre Studenten und Doktoranten (gerne
auch ehemalige) ihre Arbeiten bei Annette Weber (annette.weber@bl-q.de) einzureichen. Die
Bewerber haben die Chance auf ein Preisgeld von 5.000, 3.000 oder 2.000 Euro. Die öffentliche
Verleihung des Preises findet mit einem Festakt auf der BioFach 2014 statt.
Nähere Informationen finden Sie unter www.forschungspreis-bio-lebensmittel.de
AoeL-Herbsttagung am 4. und 5. November 2013
Die Tagung steht unter dem Thema "Ernährungswende - Ökonomie neu denken" (Arbeitstitel).
Referenten sind Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher (Uni Ulm), Prof. Dr. Niko Paech (Uni
Oldenburg), Ralph Fücks (Heinrich-Böll-Stiftung) sowie Karl Huober, Huober Brezel und
ErdmannHAUSER.
2. Aus den Unternehmen
Neumarkter Lammsbräu veröffentlicht 21. Nachhaltigkeitsbericht
Die Neumarkter Lammsbräu veröffentlichte ihren 21.Nachhaltigkeitsbericht, der das
ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Engagement des Bio-Unternehmens darlegt.
Der Bericht bewertet außerdem, inwieweit zuletzt gesteckte Unternehmensziele aus den
genannten Bereichen erreicht wurden und definiert die nächsten Schritte.
Der Bericht ist zu lesen unter: http://www.lammsbraeu.de/verantwortung/nachhaltigkeitsbericht.html
ÖMA produziert SB-Käse in nachhaltiger Verpackung
Die Ökologischen Molkereien Allgäu gehen einen weiteren Schritt in Sachen Nachhaltigkeit. Für
eine neuartige Unterziehfolie der ÖMA Frischeboxen (SB-Käse) kommt ein
Verpackungsmaterial zum Einsatz, der zu 80% aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Die
Verpackungsfolie benötigt laut ÖMA im Produktionsprozess 50% weniger Energie als
herkömmliche Kunststoffe und zudem würden die 80% des Materials, die aus Maisstärke
gefertigt sind, nach einer Auswitterung verrotten.
Mehr Informationen dazu hier: http://aoel.fiblprojekt.de/otrs/index.pl?Action=AgentFAQZoom;ItemID=738
Lebensbaum legt neuesten Nachhaltigkeitsbericht vor
Der Nachhaltigkeitsbericht wurde erstmals nach den Vorgaben der Global Reporting Initiative
(GRI) erstellt und erreichte in der Bewertung das bestmöglichste Anwendungsniveau. Der
Bericht berücksichtigt umfassend die vielfältigen Aspekte der Nachhaltigkeit.
Der Bericht ist zu lesen unter: www.lebensbaum.de/nachhaltigkeitsbericht
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3. Tipps und nützliches Wissen für Unternehmen
Richtige Kommunikation zum Einsatz von Biokunststoffen – was zu vermeiden ist
Der Verband European Bioplastics veröffentlichte kürzlich eine Broschüre bzgl. des richtigen
Umgangs in der Kommunikation des Einsatzes von Biokunststoffen.
Die Broschüre finden Sie hier: http://en.european-bioplastics.org/ecg-4/
Bewerbungsaufruf: Klimaschutz-Unternehmen werden
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verleiht zusammen mit dem
Bundesumwelt- und dem Bundeswirtschaftsministerium die Auszeichnung „KlimaschutzUnternehmen“. Unternehmen, deren Produktion und Produkte bzw. Dienstleistungen
überdurchschnittliche energietechnische Standards haben, können sich bis 30. Juli 2013
bewerben und Klimaschutz-Unternehmen werden. Die Mitglieder der Klimaschutzgruppe
verpflichten sich freiwillig zu einer messbaren und ambitionierten Zielsetzung ihrer eigenen
Produktion, ihrer Produkte oder Dienstleistungen im Klimaschutz und der Energieeffizienz. Als
Vorreiter-Unternehmen zeigen sie, dass die Verminderung von Treibhausgasen mit einer
erhöhten Wertschöpfung und einer verbesserten Wettbewerbsposition Hand in Hand gehen
kann. Die AoeL-Unternehmen Neumarkter Lammsbräu und Märkisches Landbrot sind bereits
Mitglieder der Klimaschutzinitiative.
Weitere Informationen dazu: http://aoel.fiblprojekt.de/otrs/index.pl?Action=AgentFAQZoom;ItemID=741
EU-Kommissionszuschüsse für die 45 besten Öko-Innovationsprojekte
Die Europäische Kommission hat eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Wert
von 31,5 Mio. EUR für die 45 besten Öko-Innovationsprojekte veröffentlicht. Unternehmen aus
der ganzen EU können bis zum 5. September 2013 ihre Vorschläge für marktgerechte
Umweltlösungen in den folgenden fünf Bereichen vorlegen: Materialrückführung, Wasser,
nachhaltige Baustoffe, umweltfreundliche Geschäftspraktiken, Lebensmittel und Getränke.
Weitere Informationen dazu: http://aoel.fiblprojekt.de/otrs/index.pl?Action=AgentFAQZoom;ItemID=744
Demeter-Aktion „Papiertragetasche Züchtung“
Demeter möchte mit seiner Aktion die ökologische Saatgutzüchtung unterstützen, damit das
Saatgut in der Verantwortung der Gärtner und Bauern bleibt und die Landwirtschaft unabhängig
von Saatgutkonzernen mit Agro-Gentechnik. Der Verkauf der Einkaufstüte soll Aufmerksamkeit
auf das wichtige Thema bringen und somit die Arbeit der ökologischen Züchter und der Bäcker,
die das Getreide verwenden, stärken. Beim Kauf dieser Tüte werden 5 Cent an den
Saatgutfond der Zukunftsstiftung Landwirtschaft gespendet und Demeter selbst spendet
ebenfalls 5 Cent, so dass 10 Cent pro verkaufter Tüte an den Saatgutfond gehen.
Näheres dazu finden Sie hier: http://aoel.fiblprojekt.de/otrs/index.pl?Action=AgentFAQZoom;ItemID=743
EU-Kommission schlägt neue Verordnung für europäisches Saatgutrecht vor
Am 6. Mai 2013 hat die Europäische Kommission einen neuen Verordnungsvorschlag für ein
europäisches Saatgutrecht vorgestellt. Das Ziel: Die bisherige Gesetzgebung, geregelt in
mehreren Verordnungen und Richtlinien, soll zusammengeführt, vereinfacht und europaweit
vereinheitlicht werden.
Seit ihrer Vorstellung regt sich in Verbänden und Unternehmen, die für Saatgut-Vielfalt
eintreten, massive Kritik an der Verordnung. Ende Juni 2013 werden im Europaparlament die
Beratungen zur Saatgut-Verordnung beginnen. Im Vorfeld dieser Beratungen und in Reaktion
auf das breite Interesse von Initiativen und Bürgern am Thema haben Harald Ebner und Martin
Häusling einige Fakten und Bewertungen rund um die geplante Verordnung zusammengestellt,
die wie Ihnen hiermit gerne zukommen lassen möchten:
Näheres erfahren Sie hier: http://aoel.fiblprojekt.de/otrs/index.pl?Action=AgentFAQZoom;ItemID=737
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