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Keynote: Video meets IP – wie kann Konvergenz - medienwoche.de

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Keynote: Video meets IP – wie kann Konvergenz Realität werden?
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
„Nichts ist mächtiger als eine Idee deren Zeit gekommen ist“.
Dieses Victor Hugo zugeschriebene Zitat drückt für mich in wundervoller Weise schon seit einigen
Jahren den Status der Diskussionen rund um den Themenkomplex „Konvergenz“ aus.
Die Idee der Konvergenz ist bestechend – Information, Kommunikation, Unterhaltung überall und
jederzeit. Der Nutzen für alle Beteiligten, ob Konsumenten oder die sogenannte „Kreativwirtschaft“
oder die werbungtreibende Industrie oder aber die Politik scheint so offensichtlich.
Doch warum werde ich den Eindruck nicht los, dass dies nicht die erste Keynote bzw. das erste Panel
zu diesem Thema ist? Wann ist denn nun endlich die Zeit dieser überlegenen Idee der Konvergenz
gekommen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich möchte Ihnen in den nächsten 10 Minuten darlegen,
-
warum die Zeit einerseits schon gekommen ist,
warum die Idee anders realisiert werden wird als ursprünglich angenommen,
was die Konvergenz-Idee für TV-Unternehmen bedeutet und wie wir in diesem Kontext
agieren und reagieren
„Broadcast goes Internet, wächst zusammen, was zusammengehört?“, so lautet die Überschrift über
der heutigen Veranstaltung. Ich gebe zu, ich war in der Vorbereitung meiner Keynote mit diesem Titel
massiv überfordert – was gibt es eigentlich Neues, Kluges, Unerwartetes über dieses Thema zu
sagen?
Insofern interpretiere ich es schon einmal als ein Kompliment für meine Mitpanelisten und mich, dass
Sie dennoch heute so zahlreich hier erschienen sind.
An dieser Stelle würde eine Begriffsklärung helfen, denn was ist eigentlich Broadcast und was ist
eigentlich Internet:
Zuerst zum Thema Broadcast: Hier kann man sich nämlich zum ersten Mal die Finger verbrennen.
„Broadcast“, auf gut deutsch „Rundfunk“ zeichnet sich dadurch aus, dass man einen Sender und viele
anonyme Empfänger hat. Weiterhin zeichnet sich Rundfunk traditionell dadurch aus, dass die
Ausstrahlung und der Konsum in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang stehen, also „synchron“
stattfinden. Landläufig zeichnet sich Rundfunk in Deutschland weiterhin dadurch aus, dass es ein
gefühlt freies Gut ist, auf das man als Zuschauer seinen Anspruch zu haben scheint – die Kosten für
dieses Gut werden ja auch meist gut versteckt, in Kabelgebühren, die mit den Nebenkosten der Miete
verrechnet werden, in Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die man als humanistisch
gebildeter Mensch aber eher als Beitrag zum vermeintlichen Kampf gegen die weitere Trivialisierung
der Rundfunklandschaft spendet und – das muss ich wahrscheinlich selbstkritisch anmerken – auch
das Unterbrechen des Programms durch Werbung, wenn der Zuschauer diese nicht als relevant
empfindet, sind in gewisser Weise Kosten, die der Zuschauer zahlt. Mit der medienrechtlichen
Definition von Rundfunk möchte ich mich nicht weiter befassen, sondern eher vorschlagen, dass wir
den Betrachtungsgegenstand erweitern und allgemein von Video- oder Bewegtbildinhalten sprechen.
Das stellt natürlich das eben Gesagte auf den Kopf:
-
Empfänger von Videoinhalten müssen nicht notwendigerweise anonym sein
Der Konsum von Videoinhalten kann zeitversetzt und asynchron sein
Videoinhalte sind – auch gefühlt – nicht immer kostenlos. Viele Menschen haben sogar schon
für Kino-Tickets und DVDs Geld ausgegeben
Die Begriffsbestimmung für Internet ist dagegen fast schon trivial: das Internet ist ein weltweites
Rechnernetzwerk, durch das Daten ausgetauscht werden. Es basiert auf dem Internet Protokoll (IP).
Punkt. Das, was wir landläufig unter Internet verstehen, nämlich das Surfen im World Wide Web
mittels eines Browsers ist nur ein Teilaspekt.
Dann bleibt da noch das kleine Wörtchen „goes“ in „Broadcast goes Internet“: das impliziert ja
eindeutig, dass sich das bewegte Bild in Richtung Internet bewegt und nicht umgekehrt. Auch da will
ich mich nicht festlegen, also streiche „goes“ setze „meets“.
Und schon haben wir den Titel meiner Keynote: „Video meets IP“.
Es würde mich interessieren, woran Sie als erstes gedacht haben, als Sie den Titel „Broadcast goes
Internet“ gehört haben: an das IPTV-Angebot der Deutschen Telekom oder von Arcor? An Youtube.
Clipfish oder myvideo? An zattoo oder joost? Oder aber an TV-Widgets oder Digitalen Teletext?
Ich befürchte, jeder von Ihnen hatte eine andere Idee. Daher jetzt einmal ganz langsam und von vorne
und damit zu meiner ersten These:
„Die Zeit der Idee ist gekommen“
Die Idee meiner Keynote „Video meets Internet Protocol“ – ist längst Realität und zwar in drei
Bereichen:
Erstens als lineares Bewegtbild, das nicht analog oder per DVB-Protokoll übertragen wird, sondern
eben im IP-Protokoll. Die ersten Gehversuche mit Live-Streams, d.h. entweder einem Simulcast eines
regulären linearen TV-Programms oder aber einer „web-only“-Übertragung, z.B. per Webcam, wurden
bereits vor der Jahrtausendwende unternommen.
Der Wert dieser Anwendungen scheint zunächst einmal begrenzt. Was habe ich denn davon, wenn
ich ein TV-Signal nicht mehr per DVB über eine Verteilinfrastruktur wie z.B. das Kabelnetz oder eine
Satellitenplattform verbreite, sondern per IP über eine Punkt-zu-Punkt-Infrastruktur wie z.B. das
Telefonnetz – ob nun Festnetz oder Mobilfunknetz? Das ist sogar gegen die Intuition: ein Netz, das für
Punkt-zu-Punkt-Verbindungen konstruiert wurde, soll nun Rundfunk übertragen? Das kann doch nicht
effizient sein, werden Sie vielleicht denken. Natürlich macht das lineare Streaming von Video über IP
dennoch Sinn, wenn man damit Endgeräte und damit Nutzer erreicht, die man über den klassischen
Rundfunk nicht erreicht hätte, z.B. an PCs ohne „Rundfunk-Empfang“ oder auch zunehmend an
Mobiltelefonen, nachdem ja der mobile Rundfunk über DVB-H in Deutschland zumindest nicht gerade
kurz vor der Umsetzung steht.
Die zweite Form, in der die Idee zum Produkt geworden ist, ist das nicht-lineare Bewegtbild – Video
on Demand im weitesten Sinne. Und hier zeigt die Punkt-zu-Punkt-Infrastruktur ihre Vorteile, denn der
Rückkanal, der für die Anforderung von Video notwendig ist, ist im Kabel und auf dem Satelliten
zumindest nicht „natürlich eingebaut“. Und so hat sich mittlerweile eine Vielzahl von Angeboten
etabliert, von den Mediatheken der öffentlichen-rechtlichen Sender über Video-on-Demand-Portale
von Infrastruktur- und Plattformbetreibern bis hin zu User-Generated-Content-Plattformen auf der
Suche nach dem Geschäftsmodell.
Die dritte und letzte Form, in der die Idee sich manifestiert, geht in die Gegenrichtung, nämlich der
Einzug von IP-Zusatz-Applikationen in die Domäne des Rundfunks. Stichworte in diesem
Zusammenhang sind hybride Endgeräte, interaktive Applikationen und TV-Widgets.
Die Zeit der Idee scheint also tatsächlich bereits gekommen zu sein, aber – vielleicht mit Ausnahme
von User-Generated Clip-Portalen im Web – sind Video über IP oder Zusatzapplikationen auf dem TVGerät noch kein Massenphänomen. Und das bringt mich zu meiner zweiten These:
„Die Idee wird anders realisiert werden als ursprünglich angenommen“
Hätte es die „medienwoche@IFA“ schon vor 60 Jahren gegeben, hätte der Titel der heutigen
Veranstaltung vielleicht „Radio goes TV“ geheissen, vor 10 Jahren vielleicht „Newspaper goes
Internet“. Was will ich damit sagen?
Es gibt viele historische Beispiele, bei denen die Macher des alten Mediums diskutiert haben, wie sich
das neue Medium auf sie auswirken wird. In diesem Zusammenhang sind zwei Phänomene
interessant:
Erstens – die Macher des „alten Mediums“ (z.B. Radio) sind nicht in der Lage, sich so radikal selbst in
Frage zu stellen, dass sie die Möglichkeiten des neuen Mediums wirklich für sich zu nutzen wissen.
Diejenigen, die mich kennen, kennen auch das von mir gern zitierte Beispiel, der Radiosprecher in den
USA der 40er-Jahre, die vor einer statischen Fernsehkamera die Nachrichten abgelesen haben. So
haben sich die Radiomacher das Fernsehen vorgestellt. Was sie nicht auf dem Zettel hatten: Das
Fernsehen zeigt ja auch Bilder…
Zweitens – das vermeintlich „alte Medium“ ist nicht ausgestorben, es hat sich – ganz darwinistisch –
angepasst und neue Zielgruppen, Nutzungssituationen und Anwendungen gefunden. So ist z.B. das
Radio nicht nur ein Autofahrer-Medium, sonder erfreut sich in Form von Web-Radio und Podcasts
wieder zunehmender Beliebtheit
Angewandt auf unser heutiges Thema „Broadcast goes Internet“ oder „Video meets IP“ bedeutet das,
dass ein Livestreaming zum PC und lineares IPTV allein noch keine neue Kundenerfahrung sind und
für sich genommen nicht die Mediennutzung revolutionieren werden. Erst wenn die spezifischen
Vorteile der IP-Welt mit einbezogen werden, wie z.B. die Adressierbarkeit und Rückkanalfähigkeit,
werden neue Produktwelten geschaffen, die neben, nicht anstelle des Mediums TV eine Relevanz für
den Massenmarkt erreichen können.
Beispiele für die Verbindung von Video und den Vorteilen der IP-Welt sind für mich z.B. Web-ClipPlattformen, VoD über IPTV und Mobile-Video-on-Demand.
Gerüstet mit so vielen grundsätzlichen Erkenntnissen, werden sie jetzt fragen: wie stellt sich denn nun
das Fernsehen die schöne neue Welt vor und wie kann das Fernsehen aus den Erfahrungen der
Vergangenheit lernen. Das bringt mich zum dritten Teil meiner Keynote, nämlich der Beschäftigung
mit der Frage:
„Was bedeutet die Konvergenz-Idee für TV-Unternehmen und wie agieren und reagieren wir in
diesem Kontext“
Hier ein kurzer Abriss über die Aktivitäten der Mediengruppe RTL Deutschland in den drei Bereichen
lineares Bewegtbild über IP, non-lineares Bewegtbild über IP und Zusatzapplikationen auf dem TV.
Die Sender der Mediengruppe RTL Deutschland oder Teile davon werden bereits seit geraumer Zeit
unter den jeweiligen Sendermarken linear über das IP-Protokoll verbreitet. Erstens als IPTV auf den
Fernseher, z.B. bei der Deutschen Telekom AG, zweitens als Livestreams im Web, z.B. das n-tvProgramm und drittens die Made-for-mobile-Kanäle von RTL, z.B. bei Vodafone und T-Mobile.
Wichtig für uns in diesem Bereich, wie auch bei anderen Verbreitungswegen ist das Thema
Signalschutz. Wir müssen unser Signal gegen Missbrauch schützen, sei es gegen unerlaubte
Vervielfältigung und Verbreitung, sei es gegen Überblendung mit Inhalten Dritter oder aber auch
gegen alle Mechanismen, die unserem werbefinanzierten Geschäftsmodell die Basis entziehen. Denn
nur das werbefinanzierte System erlaubt die programmliche Vielfalt, die wir derzeit im deutschen TVMarkt geniessen.
Wir sind dabei nicht auf einem Auge blind, sondern haben die Entwicklungen in anderen
Mediengattungen im Blick. Natürlich ist Signalschutz allein nicht die Lösung, sondern funktioniert nur,
wenn wir gleichzeitig neue Produkte mit spürbarem Mehrwert anbieten. Signalschutz wirkt nur, wenn
wir die legale Alternative für die missbräuchliche Nutzung gleich mitliefern.
Bitte lassen Sie mich an dieser Stelle noch eine Anmerkung zum Thema HD machen - es wurde hier
und da im Rahmen der IFA bereits diskutiert und kommentiert - und es ist ja ein Projekt, das jetzt
bekanntlich auch von der Mediengruppe RTL vorangetrieben wird. lange wurde darüber diskutiert, wie
es sich bei HDTV mit der Henne und dem Ei verhält. Gemeint sind die Ausstrahlung des Signals in HD
durch Inhalteanbieter wie uns - und seine technische bzw. optische Darstellbarkeit auf entsprechenden Endgeräten. Inzwischen wurde die Leichathletik WM bereits in HD ausgestrahlt, Programme wie
die von RTL oder VOX werden zum Jahresende folgen - ebenso wie weitere private free tv Angebote
ab Anfang kommenden Jahres. Nun ist es bei neuen Ideen - oder ihrer Umsetzung - nicht selten so,
dass noch nicht sämtliche Fragen beantwortet sind - und das nicht zwingend jeder Player - und bei HD
sind es einige - exakt dieselben Interessen hat. denn schließlich steht jedes Unternehmen
wirtschaftlich für sich. In Deutschland neigen wir dazu, darüber zu jammern, dass andere Länder
innovativer und schneller sind als wir selbst. Das ist wohl wahr. Wahr ist auch, dass wir vor Start neuer
Ideen oder Projekte dieselben gern erstmal gemeinschaftlich in Grund und Boden reden. So ist es
wenig hilfreich - und zudem scheinheilig - wenn die öffentlich-rechtlichen TV-Kollegen scheinbar
betroffen einen Makel darin ausmachen, dass ein Angebot von Programmen über die Plattform HD+
von SES Astra den Nutzer für den Mehrwert HD eine Pauschale kosten wird. Aussagen dazu waren in
den letzten Tagen hier und da zu lesen - oder bei ARD-eigenen Radioprogrammen zu hören. Leider
nicht zu hören war, dass sich ARD und ZDF für die laufenden Gebührenperiode bereits schlappe 244.
Mio. Euro haben genehmigen lassen für die Umsetzung von HD. So scheint die Ausstrahlung unserer
Programme in HD nicht nur uns zunächst viel Geld zu kosten, sondern auch ARD und ZDF.
Halbwahrheiten wie diese sind aus meiner Sicht verzichtbar. Statt der üblichen und bekannten
Plattitüden sollten wir unsere Energie besser darauf verwenden, ein Projekt wie dieses nach vorn zu
bringen oder auch einfach nur klar und deutlich zu sagen, wo man hin will. Letzteres kann ich für
unser Haus beanspruchen: Wir investieren nicht nur bei HD in die Zukunft unseres Mediums, wofür es
zumindest zwei Bedingungen braucht, die erfüllt sein müssen: Den eben schon angesprochenen
Signalschutz und die Aussicht auf ein funktionierendes Geschäftsmodell. Wer will das in Zeiten wie
diesen ernsthaft in Frage stellen. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam, mit etwas mehr Sachorientierung statt Profilierung auf Kosten anderer den deutschen Markt etwas weiter nach vorn zu bringen
in Sachen Digitalisierung - als eines der Schlusslichter in Europa haben wir genug Plätze vor uns für
eine Bewegung nach vorn.
Zurück zum Thema Internet: neben den linearen IP-Video-Angeboten setzen wir schwerpunktmässig
auf non-lineare Angebote. Hier unterscheiden wir einerseits zwischen Short-Form-Video, z.B. auf
unseren TV-Sites als Highlight-Berichterstattung, News, etc. oder auf clipfish unserem Clip-Portal, und
andererseits Long-Form-Video, d.h. dem Angebot von TV-Sendungen auf Abruf in voller Länge.
Und Long-Form-Video bei uns hat einen Namen:
RTL NOW und neu: VOX NOW
Unter den Marken RTL NOW und VOX NOW bündelt die Mediengruppe RTL Deutschland das
Angebot von TV-Inhalten on Demand. Bei RTL NOW und VOX NOW stehen jeweils fast das gesamte
TV-Programm des jeweiligen Senders in voller Länge zum Abruf bereit.
In den letzten Monaten hat sich dabei ein fast schon weltweit einheitliches Verwertungsmodell
etabliert. Inhalte, die schon vor der Free-TV-Ausstrahlung zur Verfügung stehen, werden als
sogenanntes kostenpflichtiges „Pre-TV“ angeboten. Nach der Ausstrahlung stehen die Inhalte eine
Woche lang kostenlos und werbefinanziert als sogenanntes „seven day catch-up“ zur Verfügung,
bevor sie danach in ein kostenpflichtiges Archiv wandern.
Der Markt für solche Angebote wächst weltweit rasant. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang das
Beispiel von „Hulu“, dem Zusammenschluß von drei Major-Studios, die im amerikanischen Markt eine
echte Erfolgsstory geschrieben haben.
In Deutschland werden wir im kommenden Jahr auch in diesem Bereich ein deutliches Wachstum
sehen. Und das sowohl bei den Zuschauern als auch hoffentlich bei den Werbeerlösen. So arbeiten
wir derzeit daran, die Werbungtreibenden davon zu überzeugen, dass die Bewegtbildwerbung auch
Online die Königsklasse ist und dass die Werbewirkung von Unterbrecherwerbung – sogenannten
Midrolls – mindestens genauso hoch ist wie bei den derzeit weit verbreiteten Pre-Rolls, d.h. der
Werbung vor dem Video.
Während wir RTL NOW und VOX NOW heute schwerpunktmässig für das Endgerät PC konzipiert und
optimiert haben und auch unser mobiles Video-on-Demand-Angebot im vergangenen Jahr massiv
ausgebaut haben, steht auch der Rückkehr von Video-on-Demand auf den Fernseher grundsätzlich
nichts im Wege.
So ist ein Angebot von RTL NOW entweder direkt auf hybride Endgeräte, d.h Fernseher oder
Receiver mit einem Rückkanal, oder über integrierte Angebote von Plattformbetreibern jederzeit
umsetzbar. Notwendige Voraussetzung für uns ist auch hier der Signalschutz, sowohl für das non-
lineare Angebot von RTL NOW oder VOX NOW als auch für das lineare Programm der TV-Sender
RTL, VOX, etc. auf diesen Endgeräten oder auf diesen Plattformen.
Auch im Bereich der Zusatzapplikationen auf dem Fernseher sind wir sehr aktiv. Wir haben die
Interaktion mit dem Fernsehprogramm schon lange vor dem Siegeszug des Internet Protokolls
perfektioniert, sei es über den analogen Teletext oder aber durch unsere Mehrwertdienste, z.B. die
Votings bei „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ oder „Deutschland sucht den Superstar“.
Aber auch in der schönen neuen IP-Welt stehen wir nicht still. Unsere zentrale Strategie im Bereich
interaktive Zusatzapplikationen ist die Unterstützung der Standardisierungsbemühungen im Rahmen
der Deutschen TV-Plattform. Hier wurden in den letzten Monaten gewisse Standards festgelegt,
angefangen von ceHTML bis hin zu Tastenbelegungen auf der Fernbedienung, die dazu beitragen
sollen, den Endgeräteherstellern, Plattformbetreibern und Inhalteanbietern entsprechende
Planungssicherheit zu geben.
RTL ist daher Mitunterzeichner der Münchener Erklärung und unterstützt damit die HBBTV
Spezifikation (Hybrid Broadcast Broadband TV) für hybride Endgeräte. Insofern ist es konsequent,
dass wir mit der Umsetzung unseres HD-Texts, den wir hier auf der IFA im Händlerbereich der Firma
Philips und beim Institut für Rundfunktechnik (IRT) erstmals vorstellen, genau diesen von der Industrie
gemeinsam gefundenen Regeln folgen.
Das Produkt HD-Text zeigt eindrucksvoll, wie ein Nachfolgeprodukt für den analogen Teletext
aussehen kann, das neben Text auch hochauflösende Bilder und Videos enthält.
Eine letzte Anmerkung zum Thema interaktive Zusatzapplikationen sei mir gestattet. Wir verfolgen mit
hohem Interesse die Entwicklung bei hybriden Empfangsgeräten, insbesondere im Hinblick auf TVWidgets. Diese Technologie bietet Chancen für innovative Anwendungen und neue Geschäftsmodelle. Auf der anderen Seite ist es ganz klar, dass wir ohne Wenn und Aber und mit allen Mitteln gegen
Trittbrettfahrer vorgehen werden, die unser Signal, das mit mehreren hundert Millionen Euro jährlich
produziert wird, dazu benutzten, an uns vorbei oder sogar gegen uns eigene Geschäftsmodelle zu
betreiben.
Sie sehen – auch bei den interaktiven Zusatzdiensten auf dem TV-Gerät verfolgen wir eine
Kombination aus Schutz vor Missbrauch und proaktivem Angebot einer besseren Alternative.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
nichts ist machtvoller als eine Idee deren Zeit gekommen ist. Die Idee der Konvergenz von Video und
Internet ist bereits Realität, möglicherweise eine andere Realität, als wir uns das alle noch vor
wenigen Jahren vorgestellt haben. Eins ist dabei aber sicher: die TV-Anbieter und insbesondere die
Mediengruppe RTL Deutschland sind mit ihren linearen und nicht-linearen Videoangeboten und den
Zusatzapplikationen für diese Realität sehr gut aufgestellt.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
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