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Explorationsverhalten kinematisch erfasst – Wie - KatHO NRW

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Explorationsverhalten kinematisch erfasst –
Wie Bindung uns bewegt und bildet
Dr. Birthe Aßmann
Freie Universität Berlin
AG Humanbiologie
I. Bildung: Embryologie & Zellbiologie:
Pränatale Bindungs- und Bewegungserfahrungen
II. Embodiment & Bindungsforschung
Körperkonzept und Selbstkonzept
III. Bewegungsanalyse:
Verkörperung von Bindungserfahrungen und ihre
Auswirkungen auf das Explorationsverhalten
W
I E beginnt das Leben?
Wann
Was bringen wir mit?
Was erleben wir?
Woran erinnern wir uns?
GEO Magazin Nr. 07/01 - Erlebniswelt Mutterleib
Zellgedächtnis
Epigenetik
Imprinting
GEO Magazin Nr. 07/01 - Erlebniswelt Mutterleib
Bildung: Kontakterfahrungen  Veränderung
Dialog zwischen
Organismen
Verschmelzung/
Verbindung
Differenzierung
durch lokale
Bedingungen
GEO Magazin Nr. 07/01 - Erlebniswelt Mutterleib
Bildung
Epigenetik/ Imprinting:
Erfahrungen an der
Zellmembran prägen
innere Vorgänge der
Zelle, Entscheidungen
von Verbindung und
Identitätsbildung
GEO Magazin Nr. 07/01 - Erlebniswelt Mutterleib
Bildung: Wachstumsbewegungen
Bewegungen zum
Körperzentrum
1) Abfaltung
3) Aussprossung der Extremitäten
in Richtung Herz
 Bewegung nach Innen
Streckungs- und
Öffnungsbewegungen
2) Aufrichtung des Rumpfes
4) Wachstum der Extremitäten
 Bewegung nach Außen
Körperlich-psychische Entwicklung
Gespeichert auf:
Kontakterfahrung,
Verbindung,
Verschmelzung
1) auf Zellebene
durch
epigenetische
Vorgänge
Differenzierung durch die
Umgebung
2006, Wiley-VCH
2) auf neuronaler
Ebene durch
Verbindungen
zum Gehirn
Wachstumserfahrungen
-nach Innen
-nach außen
Ab 7. Woche
erste Bewegungen:
Nervenzellen interagieren
mit Muskelzellen
 Repräsentationen der
Muskeln im Gehirn
GEO Magazin Nr. 07/01 - Erlebniswelt Mutterleib
Körperlich-psychische Entwicklung
Nutzungsabhängige Stabilisierung
bestimmter Verschaltungsmuster
(Blutkreislauf, Atmung)
 Lernen im Gehirn findet durch
Nutzung und Übung von
Körperfunktionen statt.
2006, Wiley-VCH
GEO Magazin Nr. 07/01 - Erlebniswelt Mutterleib
Der Körper strukturiert das Gehirn.
Frühe Körpererfahrungen sind die
Grundlage aller weiteren Funktionen.
Bewegungsanalyse - Einfluss der Bindungsmuster auf
Exploration Lernen  Bildung
Spontanmotorik von
Neugeborenen
Erkundungsverhalten von
Kleinkindern
Bewegungsanalyse – Wachstumsbewegungen physiologisch
´
Spontanmotorik von
Spontanmotorik von
Neugeborenen
Neugeborenen
2006, Wiley-VCH
Bewegungsanalyse - Einfluss der Bindungsmuster auf
2006, Wiley-VCH
Exploration Lernen  Bildung
Voraussetzung
Wachstumsbewegungen
und
Physiologische
Bewegungen
sind Voraussetzungen für:
 Körperorientierung
- ist Voraussetzung für
Explorationsverhalten
 Orientierung des
Körpers in Raum und Zeit
- ist Voraussetzungen für
Orientierung in
Sozial-,
Zahlen- und
Schriftraum
Bewegungsanalyse – Studiendesign
Kinematische Erhebung des Explorationsverhaltens
von Kindern zwischen 6 und 18 Monaten mit ihren Eltern.
 Exploration in Anwesenheit der Bezugsperson (secure base)
 Exploration ohne Aktivierung des Bindungssystems
Erhebung des Bindungsverhaltens der Kinder durch die
Fremde Situation nach Ainsworth.
Erhebung des Bindungstyps der Eltern durch das
Adult Attachment Projective nach George.
Bewegungsanalyse
Kinematische Erhebung des Explorationsverhaltens
von Kindern zwischen 6 und 18 Monaten mit ihren Eltern.
Sensomotorische Integration
Raum Zeit Orientierung
Kognition
Spontaneität – Zielgerichtetheit/Anpassung
Autonomie / Selbstständigkeit
Emotion
Beziehung zur Begleitperson
Sind/ Wie sind kognitive und emotionale Entwicklung aus
Bewegungsabläufen abzulesen?
Bewegungsanalyse
Kinematik
Bewegungsanalyse
Kinematik
Bewegungsanalyse
Kinematik
Bewegungsanalyse
Kinematik
A Wakendorf, B Bartz, F Abdulmajid, Y Mandau, 2009
Bewegungsanalyse
Kinematik
Begleitperson
Explorationsareal
Bewegungsanalyse
Kinematik
G.Paschaeva, 2009
Durchschnittlich ca. 170 Exkursionen insgesamt
70 Exkursionen länger als 1 Sekunde
20 Exkursionen länger als 10 Sekunden
Bewegungsanalyse
Explorationsverhalten
1) Aufteilung der Bewegungsbahn in Exkursionen und Intervalle
Messung der Parameter
Weg
Dauer
Abstand
Geschwindigkeit
für jede einzelne Exkursion
G.Paschaeva, 2009
Bewegungsanalyse
2) Aufteilung der Exkursionsstrecke in weitere 4 Strecken;
Gesamtstrecke:
Strecke von der Begleitperson bis zum maximalen Abstand:
Strecke vom maximalen Abstand zurück zur Begleitperson:
Strecke von der Begleitperson bis zur halben Dauer:
Strecke von der halben Dauer zurück zur Begleitperson:
Ges
Hin mA
Rück mA
Hin hD
Rück hD
Messung der Parameter
Weg
Dauer
Abstand
Geschwindigkeit
für jede einzelne Strecke
G.Paschaeva, 2009
Bewegungsanalyse – exemplarische Ergebnisse
Kinematische Erhebung des Explorationsverhaltens
von Kindern zwischen 6 und 18 Monaten mit ihren Eltern.
Sensomotorische Integration
Raum Zeit Orientierung
Kognition
Spontaneität – Zielgerichtetheit/Anpassung
Autonomie / Selbstständigkeit
Beziehung zur Begleitperson
Emotion
Bewegungsanalyse - Autonomie
Parameter für Autonomie:
- max Weg
- max Dauer
- max Abstand
- max Geschwindigkeit
einer Exkursion
G.Paschaeva, 2009
Bewegungsanalyse – Raum-Zeit-Orientierung
Geschw.differenz
Maximaler Abstand
Maximaler Abstand
50
40
30
20
10
0
-10 1
2
3
4
5
6
7
8
9 10 11 12 13 14 15 16
Exkursionen
Geschw.differenz
Halbe Dauer
Halbe Dauer
20
0
-20 1
2
3
4
5
6
7
8
9 10 11 12 13 14 15 16
-40
-60
-80
Exkursionen
Geschwindigkeitsänderung an den Umkehrpunkten mA und hD
Maximaler Abstand: Geschwindigkeitszunahme: Umkehrimpuls
Halbe Dauer: Geschwindigkeitsrückgang: Umkehrentscheidung
Bewegungsanalyse – Raum-Zeit-Orientierung
Geschw.differenz
Maximaler Abstand
20
10
40
30
20
10
0
-10 1
2
3
4
5
0
-10
-20
-30
6
7
8
9 10 11 12 13 14 15 16
Exkursionen
Halbe Dauer
mA
hD
Geschw.differenz
Geschw.differenz
30
Maximaler Abstand
50
Halbe Dauer
20
0
-20 1
2
3
4
5
6
7
8
9 10 11 12 13 14 15 16
-40
-60
-80
Exkursionen
Geschwindigkeitsänderung an den Umkehrpunkten mA und hD
Maximaler Abstand: Geschwindigkeitszunahme: Umkehrimpuls
Halbe Dauer: Geschwindigkeitsrückgang: Umkehrentscheidung
Ausprägung: Maß für Raum-Zeit Orientierung: Strukturierung
Bewegungsanalyse – Ergebnisse bzgl. des Bindungstyps
Bindungstypen:
Differenzierung zwischen sicher und unsicher stimmte bei
80% der Kinder mit den kinematischen Daten überein.
Differenzierung zwischen vermeidend und ambivalent
kann bei 100% der Kinder von den kinematischen Daten
vorhergesagt werden.
Bewegungsanalyse
Kinematische Erhebung des Explorationsverhaltens
von Kindern zwischen 6 und 18 Monaten mit ihren Eltern.
Sensomotorische Integration
Raum Zeit Orientierung
Kognition
Spontaneität – Zielgerichtetheit/Anpassung
Autonomie / Selbstständigkeit
Beziehung zur Begleitperson
Emotion
Bewegungsanalyse – Ergebnisse
Sichere Bindung:
Sensomotorische Integration:
höher**
Raum Zeit Orientierung:
differenzierter**
Orientierung hD**
Spontaneität:
höher**
Autonomie / Selbstständigkeit:
ausgeglichener**
Beziehung zur Begleitperson
ausgeglichener**
Bewegungsanalyse – Ergebnisse
Unsichere Bindung:
Sensomotorische Integration:
niedriger**
Raum Zeit Orientierung:
weniger differenziert**
Orientierung mA**
Spontaneität:
niedriger **
Autonomie / Selbstständigkeit:
weniger ausgeglichen**
Beziehung zur Begleitperson
weniger ausgeglichen**
Bewegungsanalyse – Ergebnisse
Sensomotorische Integration:
Raum Zeit Orientierung:
Spontaneität:
Autonomie / Selbstständigkeit:
Beziehung zur Begleitperson
Wie drücken sich kognitive und emotionale Vorgänge im
Körper und in Bewegungen aus?
 WIE kann die kognitive und emotionale Entwicklung
durch Bewegung unterstützt werden.
Wieso Bewegung?
Unser Gehirn ist eine lebenslange Baustelle
„Use it or lose it“
2006, Wiley-VCH
Embodiment, Storch, Cantieni, Hüther, Tschacher, 2006
2006, Wiley-VCH
Wieso Bewegung?
Möglichkeit der „Neukonstruktion“
 Verlassen eines Musters, d.h. andere
Sichtweise, Fühl- Handelsweise
 Auswirkung auf alle anderen Ebenen
 Alle Ebenen sind miteinander verbunden
 Körpererfahrung hat Auswirkungen von
der basalsten Ebene aus
„cells that fire together wire together“
„Cells that fire together wire together“
Embodiment, Storch, Cantieni, Hüther, Tschacher, 2006
2006, Wiley-VCH
Körpererfahrung
 geht am einfachsten
über den Körper
2006, Wiley-VCH
Körpererfahrung
 geht am einfachsten
über den Körper
Bereitschaft für das
Verlassen eines
vertrauten ‚lieben‘
Musters?
Am leichtesten wenn:
- Tiefe innere Berührung
- Lang verschüttete innere
Sehnsucht
- Begeisterung
2006, Wiley-VCH
Körpererfahrung
ELTERN
Körperorientierte Entwicklungsförderung
Bewegungsorientierte Entwicklungsförderung
Psychomotorische Entwicklungsförderung
Botschaft
Erste Bindungs- und Wachstumserfahrungen sind
körperlich und finden im Mutterleib statt.
Bindungsmuster sind im Körper gespeichert und
beeinflussen Entwicklung, Lernen und Bildung.
Der Körper ist der tiefste Zugang für positive neue
Erfahrungen, die soziale, emotionale und kognitive
Bildungsprozesse unterstützen können.
Bewegungs- und Körpererfahrungen mit Eltern/
Bezugspersonen können Kindern helfen.
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Bildung
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