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Die Gruppenfreistellungsverordnung 2010 pp g g Wie viel Freiheit

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Die Gruppenfreistellungsverordnung
pp
g
g 2010
Wie viel Freiheit lässt sie dem
p
Category
g y Management?
g
kooperativen
20 CM
20.
CM-Forum
F
Hamburg, 8. November 2011
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
L h t hl für
Lehrstuhl
fü Marketing
M k ti & H
Handel
d l
Forschungszentrum für Category Management
Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
CM 8-1
Die Gruppenfreistellungsverordnung 2010
Wie viel Freiheit lässt sie dem kooperativen Category Management?
1
Kooperatives Category Management – Definition und Praxis
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-2
1
Kooperatives Category Management – Definition und Praxis
Categories
sind nach Kundenbedürfnissen zusammengesetzte Warengruppen im Handel
Category Management
ist die betriebswirtschaftliche Steuerung dieser Warengruppen durch den
Händler
Kooperatives Category Management
ist die Unterstützung der Bewirtschaftung der Warengruppen durch einen oder
mehrere Hersteller
Diese Hersteller werden häufig als Category Captain, Category Consultant oder
Category Advisor bezeichnet
bezeichnet.
Gegenstand der Category Captaincy
z.B. Vorschläge für die Sortimentsgestaltung, die Preislagen und die
Warenpräsentation
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
1
CM 8-3
Kooperatives Category Management – Definition und Praxis
Kooperatives Category Management in der Praxis
ƒ Bekannt
Begriffen
der
B k
t und
d praktiziert
kti i t unter
t diesen
di
B iff seitit Anfang
A f
d 1990er
1990 Jahre,
J h
insbesondere im Zusammenhang mit Efficient Consumer Response (ECR)
ƒ seitdem deutliche Zunahme vertikaler Kooperationen
ƒ starke Intensivierung der Marktforschung (Kundenverhalten bei
Warengruppen) und Zunahme von Untersuchungen am Point of Purchase
ƒ Verbesserungen für Hersteller, Händler und Endverbraucher
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-4
1
Kooperatives Category Management – Definition und Praxis
Kooperatives Category Management in der Praxis
Nutzen
für
N
fü Endverbraucher,
E d
b
h vor allem
ll
ƒ die Erleichterung des Einkaufsprozesses
ƒ die Verringerung der kognitiven Belastung
ƒ die Verringerung der physischen Belastung
ƒ die Verbesserung der Einkaufsatmosphäre
ƒ die Erhöhung der Kaufzufriedenheit
Effizienz
Effi
i
von CM fü
für Industrie
I d t i und
d Handel,
H d l vor allem
ll
ƒ kundenorientierte Auswahl und Platzierung von Produkten
Produkte, die einen geringen Nutzen stiften
ƒ Verzicht auf Produkte
ƒ Verringerung von Überbeständen und Fehlmengen (Out of Stocks) sowie
entsprechenden Kosten in der Einkaufsstätte
ƒ Verringerung der Lieferkosten
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-5
Die Gruppenfreistellungsverordnung 2010
Wie viel Freiheit lässt sie dem kooperativen Category Management?
1
Kooperatives Category Management – Definition und Praxis
2
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-6
2
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
geht und wer freigestellt
ist
LL, Rdn. 209: Worum es g
g
Produktgruppenmanagement-Vereinbarungen
„Hierbei handelt es sich um Vereinbarungen,
g
mit denen ein Händler in Verbindung
g mit
einer Vertriebsvereinbarung dem Anbieter als „Category Captain“ die Federführung
über das Marketing einer bestimmten Gruppe von Produkten, zu denen im
Allgemeinen nicht nur die Produkte des Anbieters, sondern auch die Produkte seiner
Wettbewerber zählen, überträgt.
Der „Category Captain“ könnte folglich u. a. Einfluss nehmen auf die Produktplatzierung
und die Verkaufsförderung für das Produkt im Geschäft sowie auf die Produktauswahl
fü d
für
das G
Geschäft.
häft
Produktgruppenmanagement Vereinbarungen (Category Management Agreements)
f ll unter
fallen
t di
die GVO
GVO, wenn sowohl
hl der
d Anbieter
A bi t als
l auch
h der
d Abnehmer
Ab h
auff seinem
i
Markt nicht mehr als 30 % Marktanteil hält. Im nachstehenden Teil dieses Abschnitts
werden Anhaltspunkte gegeben,
gegeben wie in einzelnen Fällen
Fällen, in denen diese Marktanteilsschwelle überschritten wird, bei der Würdigung von solchen Vereinbarungen
vorzugehen
ist.“
g
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
2
CM 8-7
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
geht und wer freigestellt
ist
LL, Rdn. 209: Worum es g
g
Produktgruppenmanagement-Vereinbarungen (Category Management Agreements)
fallen unter die GVO, wenn sowohl der Anbieter als auch der Abnehmer auf seinem
Markt nicht mehr als 30 % Marktanteil hält. (LL, Rdn. 209)
Produktgruppenmanagement-Vereinbarungen (Category Management Agreements)
sind dann kartellrechtlich freigestellt („sicherer Hafen“).
Anbieter und Abnehmer mit mehr als 30 % Marktanteil müssen Beweise erbringen,
wenn ihre Category Management Agreements nach Art. 101 Abs. 3 AEUV im Einzelfall
kartellrechtlich freigestellt werden sollen (ähnlich der „rule of reason“).
Insbesondere müssen sie sich mit einer Reihe von Vermutungen über
wettbewerbsbeschränkende Wirkungen von Category Management Agreements
auseinandersetzen.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-8
2
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
geht
LL, Rdn. 210: Um welche Vermutungen
g es g
Wettbewerbswidriger Marktausschluss anderer Anbieter durch den Category Captain
„Während Produktgruppenmanagement-Vereinbarungen in den meisten Fällen
unproblematisch sind,
können sie manchmal den Wettbewerb zwischen Anbietern verzerren und letztendlich
zu einem wettbewerbswidrigen Marktausschluss anderer Anbieter führen,
wenn der „Category Captain“ aufgrund seiner möglichen Einflussnahme auf
Marketingentscheidungen des Händlers in der Lage ist, den Vertrieb von Produkten
konkurrierender Anbieter zu beschränken oder zu erschweren.
Während der Händler in den meisten Fällen kein Interesse daran haben dürfte, seine
Auswahl an Produkten einzuschränken, wenn er auch konkurrierende Produkte unter
seiner eigenen Marke (Händlermarke) verkauft, könnten für ihn [den Category Captain,
HS] auch
hA
Anreize
i b
bestehen,
t h
b
bestimmte
ti
t A
Anbieter
bi t (i
(insbesondere
b
d
fü
für P
Produkte
d kt d
der
mittleren Preisklasse) auszuschließen.“
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
2
CM 8-9
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
geht
LL, Rdn. 211: Um welche Vermutungen
g es g
Kollusives Verhalten der Händler über den Category Captain (hub and spoke)
„Darüber hinaus könnten Produktgruppenmanagement-Vereinbarungen Kollusion
zwischen Händlern begünstigen, wenn derselbe Anbieter als „Category Captain“ für
alle oder fast alle konkurrierenden Händler eines Marktes fungiert und diesen
g
für ihre Marketingentscheidung
g
gg
geben
Händlern einen einheitlichen Bezugsrahmen
würde.“
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-10
2
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
geht
LL, Rdn. 212: Um welche Vermutungen
g es g
Kollusives Verhalten der Hersteller
„Außerdem könnte diese Art von Vereinbarungen eine Kollusion zwischen Anbietern
befördern, indem ihnen mehr Gelegenheiten gegeben werden, über Einzelhändler
wichtige Marktinformationen (z. B. Informationen über künftige Preisfestsetzung,
geplante
g
p
Verkaufsförderungsmaßnahmen
g
und Werbekampagnen)
p g
) auszutauschen.“
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
2
CM 8-11
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
von CM
LL, Rdn. 213: Effizienzgewinne
g
„Produktgruppenmanagement-Vereinbarungen können jedoch durchaus auch
Effizienzgewinne bringen,
eröffnen, die
bringen da sie den Händlern die Möglichkeit eröffnen
Marketingkenntnisse der Anbieter in Bezug auf eine bestimmte Produktgruppe zu
nutzen
t
und
d Größenvorteile
G öß
t il zu erzielen,
i l
während
äh d gleichzeitig
l i h iti sichergestellt
i h
t llt wird,
id d
dass
eine optimale Auswahl an Produkten zum gewünschten Zeitpunkt und direkt in den
Regalen steht. Da sich das Produktgruppenmanagement an den Gewohnheiten der
Kunden orientiert, könnten entsprechende Vereinbarungen zu einer hohen
Kundenzufriedenheit führen, da sie es ermöglichen, der Nachfrageerwartung besser
Rechnung zu tragen. Je stärker der Markenwettbewerb und je geringer die
Umstellungskosten der Verbraucher, desto größer sind in der Regel die wirtschaftlichen
g pp
g
erzielt werden können.“
Vorteile,, die durch das Produktgruppenmanagement
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-12
Die Gruppenfreistellungsverordnung 2010
Wie viel Freiheit lässt sie dem kooperativen Category Management?
1
Kooperatives Category Management – Definition und Praxis
2
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
3
Wie hoch sind die Gefahren von
Category Management Agreements tatsächlich?
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
3a
CM 8-13
Wettbewerbswidriger Marktausschluss anderer Anbieter
durch den Category
g y Captain
p
((LL, Rdn. 210))
Artikel von
Hersteller A, B
Hersteller C
Category Captain
Artikel von
Hersteller D, E, F
Händler 1
Es sprechen viele Gründe dagegen, dass der Category Captain dem Händler einen
suboptimalen Vorschlag für das Sortiment und die Warenplatzierung unterbreitet
(„informierter Händler“).
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-14
3b
Begünstigung kollusiven Verhaltens zwischen Händlern
durch denselben „Category
g y Captain“
p
((LL, Rdn. 211))
Artikel von
Hersteller A, B
Hersteller C
Category Captain
Artikel von
Hersteller E
Händler 1
Händler 2
Händler 3
Das tatsächliche Verhalten der Händler spricht seit vielen Jahren
gegen kollusives Verhalten in der Category Management-Praxis.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
3c
CM 8-15
Begünstigung kollusiven Verhaltens zwischen Herstellern
durch den Austausch wichtiger
g Marktinformationen ((LL, Rdn. 212))
ƒ Es geht um das Risiko, dass ein Category Captain Informationen „seiner“ Händler an
andere Hersteller weitergibt („Gefährdung des Geheimwettbewerbs“).
ƒ Frei zugängliche Daten können nicht Gegenstand des Problems sein.
ƒ Die Händler haben bei bestimmten Daten keinen Anreiz, diese an den Category
Captain zu geben
geben, wie zz.B.
B WKZ
WKZ, Rabatte von anderen Herstellern
Herstellern.
ƒ Wenn ein Category Captain sensible Daten, die für die Planung der Warengruppe
relevant
l
t sind,
i d z.B.
B POS
POS-Daten,
D t
Informationen
I f
ti
über
üb N
Neuprodukte,
d kt anderen
d
H
Herstellern
t ll
gibt, gefährdet er seine Position und die damit verbundenen Vorteile.
ƒ Zwischen den Herstellern besteht Wettbewerb um die Position des Category Captains
bei den Händlern.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-16
3d
Erklärung des tatsächlichen Marktverhaltens beim CM
mit dem Prinzipal-Agenten-Ansatz
p
g
Informationsasymmetrie
zwischen Händler und Hersteller
Händler haben mehr
Kenntnisse im
lokalen Umfeld
Hersteller haben mehr
Kenntnisse
in der Warengruppe
Der Hersteller besitzt Wissen über die Warengruppe,
das der Händler nicht besitzt oder
das er nur mit hohem Zeit- und Kostenaufwand erwerben könnte.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
3d
CM 8-17
Erklärung des tatsächlichen Marktverhaltens beim CM
mit dem Prinzipal-Agenten-Ansatz
p
g
Informationsasymmetrie und Zielkonflikte führen zu dem Risiko,
dass sich der Agent (Category Captain) opportunistisch verhält
verhält.
Ursachen des Risikos
Konsequenzen
ƒ hidden characteristics
ƒ adverse selection
ƒ hidden intention
ƒ hold-up
ƒ hidden action
ƒ moral hazard
Vertragsabschluss
Aktion des
Agenten
g
hidden
characteristics
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
hidden intention
P-A-Beziehung
P
A Beziehung
hidden action
CM 8-18
3d
Risiken des Händlers
mit einem Category
bei der Kooperation
p
g y Captain
p
Hidden characteristics
ƒ Der Hersteller weist auf Erfahrungen und Qualifikationen hin, die
er nicht besitzt.
Hidden intention
ƒ Der Hersteller beansprucht einen größeren Teil des Kooperations-Gewinns als
vereinbart.
g nicht die erforderlichen Leistungen,
g
die zur Bewirtschaftung
g der
ƒ Der Hersteller bringt
Category erforderlich sind.
Hidden action
ƒ Der Hersteller benachteiligt die Handelsmarken des Händlers.
ƒ Der Hersteller fördert stärker die Konkurrenz des Händlers
Händlers.
ƒ Der Hersteller gibt sensible Informationen des Händlers an dessen Konkurrenz weiter.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
3d
CM 8-19
Risiken des Händlers
mit einem Category
bei der Kooperation
p
g y Captain
p
Problemtyp und Transaktionsdesign
Hidden
characteristics
„Information“
„Information
als Schutz vor
Adverse selection
Initiattor
Prinzipal
Screening
Hidden
intention
„Garantie“
„Garantie
als Schutz vor
Holdup
Autorität
Self Selection
Agent
Hidden
actions
„Anreizsystem“
„Anreizsystem
als Schutz vor
Moral hazard
Selbstbindung
Anreiz- und
Belohnungssysteme
Si
Signaling
li
T
Transaktionsdesigns
kti
d i
iin d
der P
Prinzipal-Agenten-Theorie
i i lA
t Th i
(Quelle: in Anlehnung an Jacob 1995, S. 149)
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-20
Wie hoch sind die Gefahren von
Agreements
tatsächlich?
Category
g y Management
g
g
3d
Schröder, H., Der Hersteller als Category Captain in der Kooperation zwischen Industrie und Handel - eine
Analyse
im
A l
i Licht
Li ht der
d Prinzipal-Agenten-Theorie,
Pi i lA
t Th i in:
i Ahlert,
Ahl t D.;
D Olbrich,
Olb i h R.;
R Schröder,
S h öd H.
H (Hrsg.),
(H
)
Jahrbuch zum Vertriebs- und Handelsmanagement 2003 – Marktstrategische Veränderungen in der
Hersteller-Handels-Dyade, Frankfurt/Main 2003, S. 335-352
Schröder H.,
Schröder,
H Wie sicher ist die Position eines Herstellers als Category Captain? – Kooperation zwischen Handel
und Industrie aus der Perspektive von Prinzipal und Agent, in: Bauer, H.H.; Huber, F. (Hrsg.),
Strategien und Trends im Handelsmanagement, München 2004, S. 231-24
Schröder H.,
Schröder,
H Kritische Würdigung der kartellrechtlichen Regulierung vertikaler Kooperationskonzepte in Industrie
und Handel – Unter besonderer Berücksichtigung des Category Managements, in:
Ahlert, D.; Kenning, P.; Olbrich, R.; Schröder, H., Vielfalt durch Gestaltungsfreiheit im Wettbewerb,
München 2011, S. 237-294
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-21
Wie hoch sind die Gefahren von
Agreements
tatsächlich?
Category
g y Management
g
g
3e
Zwischenfazit
2004).
ƒ Die Risiken sind schon vor etlichen Jahren diskutiert worden (vgl.
(vgl zz.B.
B Loest 2004)
ƒ In Deutschland ist kein Rechtsstreit zu einer dieser wettbewerbswidrigen Wirkungen
von Category Management Agreements bekannt
bekannt.
ƒ Im Rahmen der Fusionskontrollentscheidung Procter & Gamble und Gillette hat die
Europäische Kommission 2005 eine empirische Untersuchung zum CM durchführen
lassen. Gesamturteil: “Hence, there is no elimination of competition.”
ƒ Die Competition Commission kommt 2008 bei einer Untersuchung des Lebensmittelmarktes in GB zu dem Ergebnis, dass durch den Informationsaustausch zwar
gegeben
g
ist.
das Risiko eines rechtlich bedenklichen Verhaltens der Marktteilnehmer g
Der Informationsaustausch ist aber die zwingende Voraussetzung, um die mit
Category Management möglichen Effizienzen erzielen zu können. Das tatsächliche
Verhalten wird als rechtlich unbedenklich gewertet.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-22
3e
Wie hoch sind die Gefahren von
Agreements
tatsächlich?
Category
g y Management
g
g
CM 8-23
Die Gruppenfreistellungsverordnung 2010
Wie viel Freiheit lässt sie dem kooperativen Category Management?
1
Kooperatives Category Management – Definition und Praxis
2
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
3
Wie hoch sind die Gefahren von
Category Management Agreements tatsächlich?
4
Was tun nun Juristen?
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-24
4
Was tun nun Juristen?
Zunächst bauen viele Juristen mit Verweis auf den Fall Conwood vs USTC (USA, 2002)
sowie auf hohe Bußgelder eine Drohkulisse für ihre Empfehlungen auf.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
4
CM 8-25
Was tun nun Juristen?
CM 8-26
4
Was tun nun Juristen?
CM 8-27
4
Was tun nun Juristen?
Zunächst bauen viele Juristen mit Verweis auf den Fall Conwood vs USTC (USA, 2002)
sowie auf hohe Bußgelder eine Drohkulisse für ihre Empfehlungen auf.
Es sind zwei Gruppen von Empfehlungen erkennbar:
ƒ
Die erste Gruppe fordert Verhaltensweisen
Verhaltensweisen, die längst gängige und akzeptierte
Umgangsregeln in der CM-Praxis sind, wie z.B.
¾ Der Category Captain muss seine Vorschläge auf objektive Kriterien stützen
und darf lediglich sachlich richtige Daten verwenden.
¾ Die Empfehlungen der Industriepartner müssen unverbindlich sein.
sein
¾ Der Händler darf sich nicht zur Umsetzung der Planungsergebnisse des
Category Captains verpflichten.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-28
4
Was tun nun Juristen?
CM 8-29
4
Was tun nun Juristen?
CM 8-30
4
Was tun nun Juristen?
Zunächst bauen viele Juristen mit Verweis auf den Fall Conwood vs USTC (USA, 2002)
sowie auf hohe Bußgelder eine Drohkulisse für ihre Empfehlungen auf.
Es sind zwei Gruppen von Empfehlungen erkennbar:
ƒ
Die erste Gruppe fordert Verhaltensweisen
Verhaltensweisen, die längst gängige und akzeptierte
Umgangsregeln in der CM-Praxis sind, wie z.B.
¾ Der Category Captain muss seine Vorschläge auf objektive Kriterien stützen
und darf lediglich sachlich richtige Daten verwenden.
¾ Die Empfehlungen der Industriepartner müssen unverbindlich sein.
sein
¾ Der Händler darf sich nicht zur Umsetzung der Planungsergebnisse des
Category Captains verpflichten.
ƒ
Die zweite Gruppe enthält Maßnahmen, die der Sache nicht angemessen, kaum
praktikabel oder diskriminierend sind. Sie
S mindern die Effizienz
ff
der vertikalen
Kooperation.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
4
CM 8-31
Was tun nun Juristen?
Empfehlungen, die nicht angemessen sind, z.B.
ƒ
Händler sollen bestimmte Daten nicht weitergeben, z.B. über ihre Handelsmarken.
ƒ
Scannerdaten sollen bei der Weitergabe weniger aktuell sein.
ƒ
Der Category Captain soll nicht das gesamte Regal planen.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-32
4
Was tun nun Juristen?
Empfehlungen, die nicht angemessen sind, z.B.
ƒ
Händler sollen bestimmte Daten nicht weitergeben, z.B. über ihre Handelsmarken.
ƒ
Scannerdaten sollen bei der Weitergabe weniger aktuell sein.
ƒ
Der Category Captain soll nicht das gesamte Regal planen.
Empfehlungen, die kaum praktikabel sind, z.B.
ƒ Beide Seiten sollen den Prozess schriftlich akribisch dokumentieren
dokumentieren, insbesondere
insbesondere,
welche eigenen vertraulichen Informationen an den CM-Partner gegeben werden.
ƒ
Alle vertraulichen Informationen der Gegenseite
g
dürfen nur innerhalb des CMProzesses verwendet werden.
Empfehlungen
E
f hl
mit
it diskriminierender
di k i i i
d Wirkung,
Wi k
z.B.
B
ƒ Category Management-Beziehungen sollen in einer Warengruppe auf einen
Hersteller und einen Händler beschränkt werden (keine Co
Co-Consultancies).
Consultancies).
ƒ Ein Hersteller soll nur für eine begrenzte Anzahl an Händlern als CC tätig werden.
ƒ
g
werden, d.h. speziell
p
für die Erbringung
g g der
Es sollen “Clean Teams” eingerichtet
Category-Management-Dienstleistung abgestellte Mitarbeiter, die nicht in das
CM 8-33
operative Geschäft des Herstellers eingebunden sind.
4
Was tun nun Juristen?
CM 8-34
Die Gruppenfreistellungsverordnung 2010
Wie viel Freiheit lässt sie dem kooperativen Category Management?
1
Kooperatives Category Management – Definition und Praxis
2
Category Management in den Leitlinien zur Vertikal-GVO 2010
3
Wie hoch sind die Gefahren von
Category Management Agreements tatsächlich?
4
Was tun nun Juristen?
5
Konsequenzen in der Wirtschaftspraxis
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
5
CM 8-35
Die Konsequenzen in der Wirtschaftspraxis
ƒ Obwohl die Risiken schon vor etlichen Jahren diskutiert worden sind,
in Deutschland kein Rechtsstreit bekannt ist und empirische Belege für die Effizienz
von kooperativem CM und für das Fehlen wettbewerbswidrigen Verhaltens vorliegen,
werden nun große Gefahren gesehen.
ƒ Industrie und Handel haben begonnen, ihre Category Management-Aktivitäten zu
reduzieren bzw. über das Notwendige hinaus Maßnahmen zu ergreifen.
ƒH
Hersteller
t ll mit
it weniger
i
R
Ressourcen und
d mit
it O
Organisationen,
i ti
di
die andere
d
F
Formen d
der
Arbeitsteilung haben (mehr Generalisten), werden ins Abseits gestellt.
Fazit
Die Vertikal
Vertikal-GVO
GVO 2010 schafft für kooperatives Category Management keine Freiräume
Freiräume,
sie schränkt sie vielmehr unnötigerweise ein.
Die Vertreter verschiedener Standpunkte sollten sich über die rechtlichen und
ökonomischen Effekte des kooperativen Category Managements austauschen.
Marketing und Handel
Campus Essen
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
CM 8-36
Die Gruppenfreistellungsverordnung
pp
g
g 2010
Wie viel Freiheit lässt sie dem
p
Category
g y Management?
g
kooperativen
Vi l Dank
Vielen
D k!
20 CM
20.
CM-Forum
F
Hamburg, 8. November 2011
Univ.-Prof. Dr. Hendrik Schröder
L h t hl für
Lehrstuhl
fü Marketing
M k ti & H
Handel
d l
Forschungszentrum für Category Management
Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
CM 8-37
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