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Das richtige Licht macht Müde munter - Polyscope

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AKTIVE BAUELEMENTE
ARBEITSPLATZBELEUCHTUNG
www.polyscope.ch
Effizienz im Büro
Das richtige Licht macht
Müde munter
LED haben nicht nur einen geringeren Energieverbrauch, sondern sorgen
auch für leistungsfähigere Mitarbeiter. Denn Licht hat einen
kaum zu überschätzenden Einfluss auf die menschliche Leistungsfähigkeit.
Leuchtdioden eröffnen hier neue Perspektiven.
»
Marcus Oechsle
Jetlag, Wintermüdigkeit oder gar Depressionen – jeder kennt den Einfluss des Sonnenlichts auf den biologischen Rhythmus. Viele
körperliche Merkmale wie Herzfrequenz,
Stimmung, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit ändern sich entsprechend der inneren
Uhr. Sie wird vor allem durch Licht bestimmt.
Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses aus
künstlicher oder natürlicher Quelle stammt.
Das bedeutet: Die Beleuchtung entscheidet
mit darüber, wie aufmerksam und leistungsfähig die Mitarbeiter am Arbeitsplatz sind.
Dabei spielen andere Faktoren mit hinein,
etwa die Beleuchtungsstärke, die Lichtfarbe
und -richtung, die Schattenwirkung, der
Wechsel von Hell und Dunkel sowie das Auge
des Betrachters. Lichtakzente wirken sich
ebenfalls positiv auf die Aufmerksamkeit aus,
weil sie die Umgebung für den Menschen interessanter machen.
Unter 600 Lux herrscht
chronobiologische Dunkelheit
Sonnenlicht bringt es auf Beleuchtungsstärken von rund 100 000 Lux, im Schatten oder
bei bedecktem Himmel sind es noch etwa
8000 Lux. Die meiste Zeit des Tages verbringen wir heute jedoch in geschlossenen Räu-
Autor
Marcus Oechsle, Produktbereichsleiter Optoelektronik
bei Rutronik
men, in der Regel bei Beleuchtungsstärken – gemessen am
Auge – zwischen 50 und 500 Lux.
Licht als Taktgeber unseres Tagesrhythmus entfaltet jedoch erst
ab zirka 600 bis 700 Lux vertikal
seine volle Wirkung, wobei neben der Beleuchtungsstärke auch
der circadiane Wirkungsfaktor
und die individuelle circadiane
Phase eine wichtige Rolle spielen.
Das heisst, wir leben die meiste
Zeit in «chronobiologischer Dunkelheit». Die Folgen sind Schlafstörungen, Verstimmungen oder
Energielosigkeit. Das bedeutet:
Für aufmerksame und leistungsfähige Mitarbeiter ist eine Beleuchtungsstärke von mindestens
600 Lux empfehlenswert. Ein besonders positiver Effekt lässt sich
durch grossräumige Beleuchtung
im oberen Gesichtsfeld erzielen,
die den natürlichen Lichtverhältnissen am nächsten kommt.
Ein Lichtmanagementsystem und Ob Schreibtisch oder Werkbank – LED sind für die Arbeitsstufenlos dimmbare Leuchten si- platzbeleuchtung die erste Wahl
mulieren das Sonnenlicht im Tagesverlauf und fördern Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden zusätzlich.
hohen Rot-Komponente. Eine Studie der Universität von Surrey bestätigt das: Im Vergleich
Öfter blau machen
zu herkömmlicher Beleuchtung konnte die
Entscheidend für die Wirkung des Lichts auf Aufmerksamkeit sowie die Leistungs- und
den menschlichen Organismus ist auch die Konzentrationsfähigkeit von Mitarbeitern
Lichtfarbe: Bläuliches Licht stimuliert die Re- durch bläuliches Licht gesteigert und die Müzeptoren im Auge und das Kontrollzentrum digkeit verringert werden. Besonders geeigim Gehirn deutlich stärker als Licht mit einer net ist hier beispielsweise die Golden Dragon
Polyscope 16/09
ARBEITSPLATZBELEUCHTUNG
AKTIVE BAUELEMENTE
Für Experten und Newcomer
Die «Lighting Solutions»-Seminare von Rutronik in der Schweiz sind gut besucht
1 W Blue von Osram Opto Semiconductors.
Wie hoch die Wirkung ist, lässt sich am circadianen Faktor ablesen: Bei gleicher Beleuchtungsstärke unterscheiden sich die biologisch
wirksamen Lichtanteile um das Verhältnis
der circadianen Faktoren. So liegt der circadiane Faktor von Sonnenlicht bei 0,83, von
Kerzenlicht bei 0,2 und von neutralen Leuchtstoffröhren bei 0,6. Eine weisse LED kommt
auf einen Wert zwischen 1,0 und 2,0, eine
blaue LED 468 nm auf 6,9 und die Golden
Dragon 1W Blue auf 9,8.
Die Wirkung des Lichts auf den Organismus
hängt auch massgeblich von der Richtung ab:
Um Tageslicht bestmöglich darzustellen, ist
auch die vertikale Helligkeit von Bedeutung.
Sie ist bei Standard-Lichtkonzepten jedoch
unterrepräsentiert. Mit zusätzlichen etwaka-
Tagesrhythmus
Der circadiane Rhythmus (Tagesrhythmus) steuert
in einer Periodenlänge von etwa 24 Stunden den
Organismus von Menschen, Tieren und Pflanzen.
Beim Menschen beeinflusst er etwa die Körpertemperatur, die Herzfrequenz, den Blutdruck, den
Schlaf-Wach-Rhythmus, die Stimmung sowie Aufmerksamkeit, Wahrnehmungsfähigkeit, Reaktionszeit und Leistungsfähigkeit. Als stärkster Taktgeber
fungiert die Beleuchtungsintensität. Der Körper
erhöht bei Dunkelheit die Produktion des Hormons
Melatonin, das seine schlaffördernde Wirkung
entfaltet. Fällt tagsüber Licht ins Auge, wird die
Ausschüttung des Hormons ins Blut verringert.
Polyscope 16/09
len Leuchtquellen lässt sich hier ein positiver
biologischer Effekt erzielen. Auch Bürodecken
und -wände, die indirektes Licht abstrahlen,
üben einen grossen biologischen Effekt aus.
Fehlen derartige lichtreflektierende Oberflächen, rückt der Fokus auf das Design der
Leuchten. Sie sollten dann über mehrere
Lichtquellen mit unterschiedlichen Lichtfarben sowie vertikale Oberflächen verfügen. So
erlauben sie es, durch Mischen die Lichtfarbe
zu kontrollieren, und sorgen für eine grossflächige Beleuchtung. In grossen Räumen mit
niedriger Decke lassen sich hervorragende Effekte erzielen, wenn LED als Hinterleuchtung
durchsichtiger Materialien an der Decke angebracht werden. Bei hohen Decken, z. B. in
Fabrikhallen, bieten Hängeleuchten mit grossen reflektierenden Oberflächen die optimale
Beleuchtung.
Zusätzlich zu diesen biologisch relevanten
Faktoren dürfen auch die Standards der Lichtplanung nicht ausser Acht gelassen werden.
Dazu gehören etwa geringe Schattenbildung
sowie Vermeidung von blendendem Licht.
Lichtrezeption verändert sich im Alter
Nicht nur die Lichtquelle bestimmt die Wirkung des Lichts auf den Organismus, sondern
auch der Lichtempfänger, das Auge. Die Lichtrezeption verändert sich mit dem Alterungsprozess, etwa im Alter von 55 Jahren ist sie
nicht einmal mehr halb so gross wie mit
25 Jahren. Für die Beleuchtung am Arbeitsplatz bedeutet das, dass Licht individuell regel-
Rutronik Schweiz hat kürzlich das Seminar
«Lighting Solutions» in Glattbrugg durchgeführt,
um den Beratungsbedarf beim Einsatz von
LED zu befriedigen. Fachleute von Osram Opto
Semiconductors, Ledil, Intersil und Recom gaben
einen technischen Einblick in die Produktneuheiten und Applikationsmöglichkeiten im Bereich
Optoelektronik. Die Themen reichten von der
hier beschriebenen Arbeitsplatzbeleuchtung
über Strassenbeleuchtung, Konstantstrom LEDTreiber und LED-Treiber für Low- und High-PowerLösungen bis hin zum Einsatz von Linsen. Die
parallel stattfindende Hausmesse nutzten die rund
zwanzig Seminarteilnehmer, um sich eingehender
über die vorgestellten Produkte zu informieren.
Ausserdem klärten sie ihre individuellen Fragen
mit den anwesenden Experten. Rutronik hat als
einer der erfolgreichsten Distributoren optoelektronischer Komponenten in Europa bereits
früh das Potenzial der LED-Technologie erkannt
und auch ganz neue Märkte adressiert. Während
in Branchen wie Automotive, Haushaltsgeräte
oder Bildschirmhinterleuchtung bereits verstärkt
LED eingesetzt werden, nähert sich das Segment
der Allgemeinbeleuchtung langsamer der neuen
Technologie. Die metallverarbeitenden Firmen,
Lichtplaner oder Architekten sind teilweise noch
kaum mit Themen wie elektronische Ansteuerung
oder Wärmemanagement vertraut. Die Vermittlung
von Fachwissen nimmt bei Rutronik deshalb einen
grossen Stellenwert ein.
bar sein sollte. Einzelne Leuchten zusätzlich
zum Allgemeinlicht sorgen dafür, dass die Helligkeit auch für ältere Mitarbeiter ausreicht.
Ob Schreibtisch oder Werkbank – LED
sind für die Arbeitsplatzbeleuchtung die erste
Wahl. Neben den bekannten Vorteilen wie Energieeffizienz und lange Lebensdauer punkten
sie hier vor allem durch die Vielfalt möglicher
Lichtfarben. Sie ermöglichen ein bläuliches
Licht, das den grössten Einfluss auf das circadiane System aufweist. Hinzu kommt ihre
geringe Grösse, durch die jeder Raum mithilfe
direkter oder indirekter Beleuchtung optimal
erhellt werden kann.
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Infoservice
Rutronik Elektronische Bauelemente AG
Hölzliwisenstrasse 5, 8604 Volketswil
Tel. 044 947 37 40, Fax 044 947 37 47
rutronik_ch@rutronik.com, www.rutronik.com
Optoelektronische Bauelemente: Gianni Migliaccio,
Tel. 044 947 37 39, gianni_migliaccio@rutronik.com
LED-Ansteuerung: René Thoma,
Tel. 044 947 37 35, rene_thoma@rutronik.com
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