close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Dokumentation der Fachtagung „Mehr Männer in Kitas! Aber wie

EinbettenHerunterladen
 Dokumentation der
Fachtagung
am Oktober 2010 in Berlin „Mehr Männer in Kitas!
Aber wie?“
25. am 25. Oktober 2010
in Berlin
Information,
Vernetzung
und Beratung
für Politik
und Praxis
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
Inhaltsverzeichnis I. EINLEITUNG .............................................................................................. 3 II. VORTRÄGE................................................................................................ 4 A. Warum mehr Männer? Psychologische und pädagogische Antworten. (Dr. Tim Rohrmann) .................................................................................. 4 B. Männer in Kindertagesstätten und in der Ausbildung zum Erzieher: Der aktuelle Forschungsstand. (Jens Krabel, Koordinationsstelle „Männer in Kitas“) ............................... 4 III. THEMATISCHE ARBEITSGRUPPEN ............................................................. 4 A. Geschlechterbewusste Berufsorientierung von Jungen / jungen Männern als Weg in den Erzieherberuf (Miguel Diaz, Neue Wege für Jungs).......... 4 B. Praktikum, FSJ und Zivildienst als Einstieg in das Arbeitsfeld (Marc Melcher, Soziale Jungs Frankfurt)................................................... 5 C. Strategien und Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils in Kitas (Detlef Diskowski, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Brandenburg – Referat Kindertagesbetreuung) ....................................... 7 D. Arbeitsgruppe: Männer in der Erzieherausbildung (Walter J. Engelhardt, Fachakademie für Sozialpädagogik, Nürnberg) .. 10 E. Hochschulstudium Bildung und Erziehung (Prof. Dr. Stephan Höyng, Katholische Hochschule für Sozialwesen, Berlin) .................................... 13 F. Qualifizierung von Quereinsteigern (Christian Bethke, Berliner Institut für Frühpädagogik) .......................... 16 G. Fach‐ und Praxisberatung in geschlechtergemischten Team (Wibke Reinsch, Pfefferwerk GmbH, Berlin) ........................................... 17 IV. MODERIERTE ARBEITSGRUPPEN NACH BUNDESLÄNDERN ...................... 20 A. Baden‐Württemberg ................................................................................ 20 B. Bayern ...................................................................................................... 23 C. Brandenburg, Mecklenburg‐Vorpommern Sachsen‐Anhalt .................... 25 D. Berlin ........................................................................................................ 26 E. Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig‐Holstein .......................... 28 F. Hessen, Rheinland‐Pfalz, Saarland* ......................................................... 30 G. Nordrhein‐Westfalen ............................................................................... 32 V. ANHANG ................................................................................................. 34 ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 2 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
I. EINLEITUNG
Liebe Leserinnen, Liebe Leser die Ihnen hiermit vorliegende Dokumentation der Fachtagung „Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ basiert auf den schriftlichen Zusammenfassungen der Leiter/innen der Arbeitsgruppen und fasst deren wesentlichen Diskussionen und Ergebnisse zusammen. „Ich muss Ihnen gestehen, dass mir manchmal die breite und uneingeschränkte Zustimmung zu unserem Vorhaben geradezu unheimlich ist. Als ich mich vor vielen Jahren damit beschäftigte, wie insbesondere gutverdienende Männer darin unterstützt werden können, Beruf und Familie besser zu vereinbaren, war das öffentliche Interesse an diesem Thema bei weitem nicht so groß. Und auch noch vor drei Jahren, als Michael Cremers und Jens Krabel ihre Studie zu männlichen Fachkräften in Kindertagesstätten begannen, war das Thema eher etwas für Exoten. Dies stellt sich heute ganz anders dar: Von der Fachpresse bis zum Boulevard sind sich alle einig: Mehr Männer in Kitas sind wichtig. Man kann also sagen, hier und heute besprechen wir das rechte Thema zur rechten Zeit.“ so leitete Prof. Dr. Stephan Höyng von der Koordinationsstelle „Männer in Kitas“ die Konferenz ein. Bei so viel Zustimmung warf ein Teilnehmer im Laufe der Fachtagung die Frage auf, ob es sich bei der Zustimmung um eine Art „Hype“ handelt oder ob sich ein Trend abzeichnet? Gemeinsam mit Ihnen möchten wir einen Trend begleiten und im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten, mittel‐ und langfristig mehr männliche Fachkräfte für die frühkindliche Erziehung und Bildung gewinnen aber auch bereits tätige Fachkräfte binden. Bei allen Bemühungen dürfen wir nicht vergessen, was Frauen in diesem Arbeitsbereich seit Jahren leisten. Wenn die Arbeitsbedingungen für Fachkräfte in Kitas verbessert werden, dann kommt das allen Fachkräften zugute. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihrem Rückblick auf die Konferenz und hoffen, dass Ihnen unsere Fachtagung hilfreiche Anregungen gegeben hat, das Thema „Männer in Kitas“ in Ihren Organisationen und Einrichtungen perspektivisch weiterzuentwickeln. Michael Cremers, Jens Krabel, Dr. Tim Rohrmann und Sandra Schulte Koordinationsstelle „Männer in Kitas“ ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 3 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
II. VORTRÄGE
A.
Warum mehr Männer? Psychologische und pädagogische
Antworten.
(Dr. Tim Rohrmann)
B.
Männer in Kindertagesstätten und in der Ausbildung zum
Erzieher: Der aktuelle Forschungsstand.
(Jens Krabel, Koordinationsstelle „Männer in Kitas“)
III. THEMATISCHE ARBEITSGRUPPEN
A.
Geschlechterbewusste Berufsorientierung von Jungen /
jungen Männern als Weg in den Erzieherberuf
(Miguel Diaz, Neue Wege für Jungs)
Alle o.g. Beiträge finden Sie als Power‐Point‐Präsentation im Anhang. ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 4 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
B. Praktikum, FSJ und Zivildienst als Einstieg in das
Arbeitsfeld
(Marc Melcher, Soziale Jungs Frankfurt)
Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung wurden die Teilnehmenden mit folgenden Fragestellungen konfrontiert. Wer hat schon einmal in seiner Praxis junge Männer erlebt und begleitet, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Zivildienst oder ein Praktikum absolviert haben? Wie waren ihre eigenen Zugänge zu dem sozialen Arbeitsbereich? Wer hat selbst Erfahrungen im FSJ/ Zivildienst gemacht? Nach diesem Einstieg wurden aktuelle Zahlen und Informationen zum freiwilligen sozialen Jahr und zum Zivildienst präsentiert. Des Weiteren wurde der Freiwilligendienst „Soziale Jungs“ vom Paritätischen Bildungswerk Bundesverband und die ersten Ergebnisse folgender Forschungsprojekte vorgestellt. Das Forschungsprojekt: "Zivildienst als Sozialisationsinstanz für junge Männer" (2008 bis Ende 2010), das im Auftrag des Bundesfamilienministeriums von der Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung (GIB) in Kooperation mit Prof. Dr. Lothar Böhnisch, TU Dresden erforscht wird und ein exploratives Forschungsprojekt von Budde, Willems, Böhm (2009) mit dem Thema „Ich finde das gehört einfach zum Leben dazu, anderen Leuten zu helfen‐ Positionierung junger Männer zu Berufsfeldern Sozialer Arbeit“. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden darüber, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um junge Männer für den Erzieherberuf zu gewinnen. Insbesondere wurden dabei folgende Fragestellungen besprochen: Wie können junge Männer darin unterstützt werden, sich für einen freiwilligen Zivildienst, FSJ oder Praktikum zu interessieren? Auf welche Aspekte müsste explizit geachtet werden um junge Männer während ihres freiwilligen Engagements gut zu begleiten? Wie könnten junge Männer mehr mit Männern aus den sozialen Arbeitsbereichen in Kontakt kommen? Zusammenfassend lassen sich fünf zentrale Thesen, aus der Diskussion formulieren. 1. Die persönliche Beziehung/ Empathie und Betreuung sind ausschlaggebend für eine Berufsplanung nach dem Freiwilligendienst 2. Potentiale müssen gefördert werden, d.h. Schulungsprogramme müssen interessant und nachhaltig gestaltet werden 3. Informationen über die Berufsmöglichkeiten im Sozialen Arbeitsbereich sowie das Kennen‐ lernen von Männern aus diesen Bereichen sind dringend notwendig ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 5 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
4. Die Möglichkeit ein FSJ oder einen freiwilligen Zivildienst abzuleisten muss den jungen Männern im Vorfeld ihres Schulabschlusses aufgezeigt werden (Praktikum oder Freiwilligendienst) 5. Junge Männer müssen überwiegend positive Erfahrungen in einem freiwilligen Engagement erfahren Andere Themenfelder, die bei der Gruppendiskussion diskutiert wurden: Das Verhältnis zwischen FSJ und dem freiwilligen Zivildienst; die steigenden Anforderungen an die Erzieher_innen; Verbesserungen der Grundvoraussetzungen für das Arbeitsfeld; Verbesserungen der Arbeitsbedingungen; Frage der Qualität versus Quantität. ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 6 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
C. Strategien und Maßnahmen zur Erhöhung des
Männeranteils in Kitas
(Detlef Diskowski, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport,
Brandenburg – Referat Kindertagesbetreuung)
Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit den Strategien und Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils in den Kitas. Insbesondere diskutierten die Teilnehmenden die Frage „Wer kann Was tun damit mittel‐ und längerfristig mehr männliche Fachkräfte in Kitas arbeiten? Insgesamt sammelten die Workshopteilnehmer/innen 50 Handlungsvorschläge und ordneten sie den folgenden Handlungsbereichen zu: die Schule; die Kindertageseinrichtung; der Träger; der Verband/die Kommune; die Ausbildung; das Land; die Arbeitsförderung; der Bund; die Gewerkschaften; die Fortbildung/Beratung. Eine sehr differenzierte Betrachtung der Maßnahmen und Strategien war in der Kürze der Zeit nicht leider möglich. Als klärungsbedürftig und verbunden mit der Bitte an zwei Gewerkschaftsvertreter, die arbeitsrechtliche Zulässigkeit zu klären, blieb die Frage, ob ein Vorrang für die Einstellung von Männern in Kitas (und eine entsprechende Stellenausschreibung) zulässig sei. Hier ist eine größere Handlungssicherheit erforderlich, wenn das angestrebte Ziel erreicht werden soll. WER kann Was tun?
Schule
- Berufsorientierung „Boy`s Day“
- Schülerpraktika „Erlebnispraktika“
Kindertageseinrichtungen
-
Väter einbeziehen ,als Ersatz‘
Fachstandard sichern!?
Eltern versichern
spezielle Fortbildungen
Mann findet Männer
Eingewöhnung in die Kita
gemeinsame Fortbildung (gute Qualität)
↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 7 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
WER kann Was tun?
Träger
-
Verband,
Kommune
Orientierungswissen Diversität +
Gleichstellung
Ausbildung
- Genderkompetenz als Ausbildungsinhalt
- geschlechterorientierte Praktikumsbegleitung
- Man(n) kann DAS! (Perspektive für die
Zukunft)
- systematisches, zielgruppengerechtes
Informationsangebot über Beruf und
Zugangswege
- Qualität nicht vergessen
Land
-
AA
- Arbeitsagentur Berufsberatung
- Stellenwert in der Gesellschaft
- Image des Berufsbildes
Bund /
Gewerkschaften
- Kampagnen und Modellprojekte
- runder Tisch: Akteure (Schulen / Kitas),
Multiplikatoren (JA, AA, BMfSFJ - Kultur,
Politik), Erfahrungen austauschen
- bessere Bezahlung
Personalentwicklung (Fachkräftemangel)
Gender-Beauftrage_r
gezielte Ausschreibungen für Erzieherstellen
Sensibilisierung von Kita-Teams
Anforderungsprofile für Personalpolitik
regionale Vernetzung / Strukturen schaffen
Kooperation mit Schule + Ausbildung
2. Berufschance ermöglichen
Quereinsteiger gewinnen
Auswertung „gelungener“ Modelle
bessere Bezahlung für alle
↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 8 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
WER kann Was tun?
Fortbildung /
Beratung
- Sensibilisierung von Fachkräften zu
Geschlechterrollen / Genderkompetenzen
- Träger- und Einrichtungsbezogene
Informations- und
Fortbildungsveranstaltungen
- Gender: Qualifizierung / Sensibilisierung /
Fortbildung und Beratung
- Träger- / Leitungssensibilisierung (Chance +
Hürden)
↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 9 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
D. Arbeitsgruppe: Männer in der Erzieherausbildung
(Walter Josef Engelhardt, Fachakademie für Sozialpädagogik, Nürnberg)
Die Arbeitsgruppe arbeitete zu den folgenden fünf Themen: 1. Entwicklungsaufgaben während der Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher 2. Vier Schritte einer geschlechtsbewussten Pädagogik in der Ausbildung 3. Phasen der Entwicklung beruflicher Identität der Männer in der Kita 4. Hermann Nohl: Die „mütterliche und die väterliche Seite in der Pädagogik 5. Väterlichkeit in der Kindertagesstätte Zu allen fünf Themen wurde vom Referenten ein kurzer inhaltlicher Impuls gegeben (siehe unten). Fazit der Beteiligten am Ende der Arbeitsgruppe: Leider war die Zeit zu knapp, um in einen differenzierten Austausch zu den vielen angesprochenen Themen zu treten! 1. Entwicklungsaufgaben während der Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher 1. Entwicklung eines differenzierten Verständnisses von der zukünftigen Berufsrolle 2. Entwicklung eines sozialpädagogischen Konzepts für kontrollierte Selbst‐ und Fremdwahrnehmung. 3. Entwicklung eines (persönlichen) Konzepts für das sozialpädagogische Handeln. 4. Entwicklung einer persönlichen Strategie der Professionalisierung in dem Berufsfeld. Hauptziel: Die erworbenen Qualifikationen sollen in Kompetenzen münden Quelle: Gruschka, Andreas (1999): Wie aus Schülern Erzieher werden! VS‐Verlag: Wiesbaden 2. Vier Schritte einer geschlechtsbewussten Pädagogik in der Ausbildung 1. Bei sich selbst anfangen (bspw. die eigene Person als „Handwerkszeug in der Sozialen Arbeit“, individuelle Wahrnehmung von Jungen‐ und Mädchenverhalten, das Selbstverständnis als professionell handelnde Person, begleitete Selbst‐ und Teamreflexion, Gendermainstreaming und Team ...) 2. Mehr über Jungen und Mädchen wissen (Kenntnisse über geschlechtsorientierten Sozialisation vertiefen und aktualisieren, Genderthematik im beruflichen Alltag thematisieren ...) 3. Den Alltag bewusst gestalten (den beruflichen Alltag analysieren, vorhandene Konzeptionen überprüfen, unter den bestehenden Bedingungen alternative ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 10 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
Arbeitsformen entwickeln, Möglichkeiten für neue Erfahrungen schaffen ...) 4. Neue Wege einschlagen (Als Ergebnis(se) der Arbeit in der Arbeitsgruppe können „konkrete Wege“ angedacht werden!) Quelle: Rohrmann, Tim & Thoma, Peter (1998): Jungen in Kindertagesstätten. Ein Handbuch zur geschlechtsbezogenen Pädagogik. Freiburg: Lambertus. 3. Phasen der Entwicklung beruflicher Identität der Männer in der Kita 5. Die Hausmeisterphase Männliche Studierende übernehmen gerne technische Aufgaben und /oder werden damit betraut. Stichworte „Ich und mein Werkzeugkasten“ oder „Endlich ein Mann der das Regal aufhängen kann!“ 6. Die Kumpel‐ und Raufphase Als Ergänzung zu den eher emotional begründeten Beziehungen, findet ein männlicher Mitarbeiter häufig eher seinen Ort in der Kindertagesstätte, wenn die Kinder ihn zu ihrem „Freund/Kumpel“ erklären, unmittelbarer Körperkontakt ist dann auch auf der Basis von „wilden Raufspielen“ eher möglich. 7. Die Geborgenheitsphase – oder „Männer haben auch mütterliche Anteile“ Männer haben die Möglichkeit, zum Teil das erste Mal überhaupt, auch ihre versorgenden Anteile in die Arbeit einzubringen, wenn dies ihnen im Team „gewährt“ wird. Wenn „die Gleichheit“ im Team zum Prinzip erhoben wird, kann es allerdings auch dazu führen, dass Geschlechts‐ und Kompetenzunterschiede negiert werden. 8. Die Differenzierungs‐ und Konsolidierungsphase Mit der folgenden Phase geht einher, dass vorhanden Unterschiede als spannendes und belebendes Element betrachtet werden. Die Andersartigkeit der Kolleginnen und Kollegen wird zum Gegenstand der Reflexion und des Teamprozesses gemacht. Die setzt ein hohes Maß an Selbstreflexion, Offenheit und Bereitschaft zur Aushandlung voraus. Quelle: Engelhardt, Walter Josef (2006): Onkel Tante Helmut oder Welche Erzieher brauchen Kinder? In: Jungen – TPS Sonderheft 8/06 S. 36 – 42. 4. Hermann Nohl: Die „mütterliche und die väterliche Seite in der Pädagogik Nach der Pause konnten die Teilnehmer/innen mit Hilfe der Begriffe „mütterlichen“ und „väterlichen“ Seite der Erziehung nach Nohl (1998) als „Bodenanker“ die eigene Einstellung wahrnehmen und reflektieren: ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 11 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
„mütterliche“ Seite“ „väterliche“ Seite 





stellt das Sein und die Bedürfnisse des Kindes in den Vordergrund, ist eher nachgiebig personenorientiert, „subjektiv“ individuumsorientiert binnenorientiert Familie 
stellt Leistung und das Einhalten von Normen in den Vordergrund, ist eher konsequent 
sachorientiert, „objektiv“ 
gruppenorientiert 
außenorientiert Arbeitswelt, Öffentlichkeit Diese pointierte Gegenüberstellung evozierte sehr unterschiedliche Reaktionen, die naturgemäß in einer Arbeitsgruppe lediglich angerissen werden konnten. Zur Vertiefung sei hingewiesen auf die kontroverse Diskussion über eine „Feminisierung von Pädagogik“. Weiterführende Literatur: Tischner, Wolfgang (2005): Die vergessene „väterliche“ Seite der Pädagogik. Vortragsmanuskript Symposion „Konfrontative Pädagogik“ 11.10.2005 Universität Bamberg) Nohl, Herman (1998): Die pädagogische Bewegung in Deutschland und ihre Theorie. Frankfurt a. M.) 5. Väterlichkeit in der Kindertagesstätte Ausgehend von der „Väterpyramide“ aus dem 1. Östereichischen Männerbericht wurde über die Bedeutung von „Väterlichkeit“ in der pädagogischen Arbeit in Kitas diskutiert. Weiterführende Literatur: Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (Hrsg.) (2005): 1. Österreichischer Männerbericht. Wien Engelhardt, Walter Josef (2008): Über das Verblassen der Väterlichkeit. In: Kinder sind Mädchen und Jungen. Geschlechtssensible Erziehung. TPS 2/2008. S. 38‐42. ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 12 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
E. Hochschulstudium Bildung und Erziehung
(Prof. Dr. Stephan Höyng,
Katholische Hochschule für Sozialwesen, Berlin)
Ausgangspunkt der Arbeitsgruppe waren die Ergebnisse einer Recherche der Koordinationsstelle zum Männeranteil in Studiengängen der Elementarpädagogik an deutschen Hochschulen. Am Fachaustausch in der der Arbeitsgruppe beteiligt waren Studiengangsleitungen, Lehrende und Studierende aus Hochschulstudiengängen, Schulleitungen von Fachschulen, Fachleute aus Verwaltungen und Ministerien, Trägervertreterinnen, Wissenschaftlerinnen sowie interessierte Erzieherinnen und Erzieher. Die Recherche Insgesamt wurden 70 Hochschulen angeschrieben. Insgesamt sind an diesen 33 Hochschulen 3900 Studierende eingeschrieben; 319 Studierende davon sind männlich. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 8,2 %. Eine Akademisierung des Erzieherberufs führt demzufolge nicht ohne Weiteres dazu, dass sich Männer in großer Zahl für eine Ausbildung zum Erzieher entscheiden. Einen überdurchschnittlich hohen Männeranteil haben vor allem Hochschulen aus Norddeutschland. Ausnahmen bilden die süddeutschen Großstädte Freiburg, Stuttgart und Nürnberg. Mit den Hochschulen Leipzig und Stendal zwei Einrichtungen aus ostdeutschen Bundesländern vertreten. Die Ergebnisse der Recherche fordern dazu auf genauer zu untersuchen, welche Gründe es für den höheren Männeranteil an manchen Hochschulen gibt. Der Fachaustausch In der Diskussion wurde deutlich, dass die Studiengänge an den verschiedenen Standorten sehr unterschiedlich sind und das Profil des Studiengangs sich insgesamt noch in Entwicklung befindet. Insbesondere wurde problematisiert, dass die Berufseinmündung der teils sehr unterschiedlichen Studiengänge weitgehend ungeklärt ist – noch nicht einmal die Frage der staatlichen Anerkennung für eine Tätigkeit als Erzieher ist einheitlich geregelt. Auch ein höheres Gehalt ist nach einem BA‐Abschluss zurzeit (noch?) nicht immer zu erwarten. Da die Studiengänge im Moment oft keine klaren beruflichen und finanziellen Perspektiven bieten, sind sie möglicherweise gerade für Männer weniger attraktiv. Im Fachaustausch wurde die Frage aufgeworfen, welche Kompetenzen frühpädagogische Studiengänge im Vergleich zu Fachschulen eigentlich ausbilden. Wenn Hochschulen perspektivisch vor allem eine Qualifikation zu Leitungspositionen in den Vordergrund stellen, erscheint das Ziel, den ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 13 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
Männeranteil über eine zunehmende Akademisierung zu erhöhen, gleichstellungspolitisch und pädagogisch fragwürdig. Aus gleichstellungspolitischer Sicht ist es problematisch, wenn gefördert wird, dass Männer verstärkt in einem Bereich Führungspositionen übernehmen, in dem sie „an der Basis“ – in der praktischen Arbeit mit Kindern – weiterhin kaum präsent sind. Und pädagogisch ist das Ziel ja gerade, dass Kinder in Kontakt mit Männern kommen und sie nicht von ferne – in der Leitung – wahrnehmen. Gender wird zwar in den Konzeptionen vieler Studiengänge berücksichtigt, aber die Zielsetzungen sind dabei sehr offen, und in der Regel hängt es von einzelnen Lehrenden ab, ob und wie in der Ausbildung Genderaspekte tatsächlich bearbeitet werden. Eine Reflexion des im Durchschnitt geringen Männeranteils in den Studiengängen findet bislang kaum statt. Für die Zukunft ist erforderlich, klare Berufsperspektiven für die Absolventen der neuen Studiengänge zu entwickeln. Insgesamt ist die professionelle Identität von FrühpädagogInnen noch nicht eindeutig festgelegt. Eine zukünftige Aufgabe besteht deshalb darin eine Berufsidentität zu entwickeln, die Männer wie Frauen anspricht. Beabsichtigt ist, die Frage der Attraktivität der Ausbildungsgänge für beide Geschlechter im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft ‐ Bildung und Erziehung im Kindesalter (BAG BEK) zu thematisieren. Abbildung: siehe folgende Seite ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 14 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
Abbildung: Männeranteil an Studiengängen im Bereich der Elementarpädagogik an deutschen Hochschulen. Stand: Oktober 2010. Recherche: Dominik Czech. ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 15 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
F. Qualifizierung von Quereinsteigern
(Christian Bethke, Berliner Institut für Frühpädagogik)
Siehe Power‐Point‐Präsentation im Anhang. ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 16 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
G. Fach- und Praxisberatung in geschlechtergemischten
Team
(Wibke Reinsch, Pfefferwerk GmbH, Berlin)
In der Arbeitsgruppe wurden folgende Themen diskutiert: 1. Wünsche und Erwartungen an den Austausch in der Arbeitsgruppe - in den Erfahrungsaustausch treten, - Informationen erhalten - Netzwerke knüpfen 2. Die Themen der Teilnehmenden - Erreichen von Offenheit für die Arbeit in geschlechtergemischten Teams  bei den Mitarbeiterinnen  bei den Eltern ...„ Was ist, wenn dann wirklich die Männer kommen?“..., müssen die Teams darauf vorbereitet werden? -
-
-
Erreichen von Nachhaltigkeit, z.B. durch adäquate Fortbildungen Erreichen, dass Männer langfristig in der Tätigkeit in der Kita bleiben Ist es sinnvoll, Fachberatung für Männer durch Männer anzuregen? Mögliche Problemlagen in der Arbeit von Männern in den Kitas werden erst „laut“, seit dieses Thema öffentlich angesprochen wird Wie begegnet man den „Kränkungen“ der Frauen, wenn Männer mitreden und mitbestimmen in den Teams, wie gelingt ein Miteinander? Beschreibung des Wegs von der Zustimmung, „ ja‐ Männer in die Kitas“, zum tatsächlichen Leben Erfahrungen in der geschlechterspezifischen Fachberatung 3. Zusammenfassungen aus der Diskussion - Kinder empfangen die männlichen Erzieher mit Begeisterung, die dann aber nach einiger Zeit auch in Selbstverständlichkeit umschlägt - Frauenteams begegnen den Männern teilweise skeptisch und verunsichert, oft aber auch wohlwollend und gewinnend - Männer in Teams verändern zumeist tatsächlich die bisweilen vorhandenen Strukturen ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 17 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
-
-
-
-
-
-
-
Systemisch gesehen bringen neue Mitarbeiter/innen immer Veränderungen in vorhandene Strukturen und ziehen „Bewegung“ in den gruppendynamischen Prozessen nach sich Das ist keine Spezifik, die sich ausschließlich aus einer Teambereicherung durch Männer ergibt. es ist sinnvoll und zweckmäßig insgesamt mit Teams an der Bereitschaft zur Veränderung zu arbeiten, insofern ist die spezifische Vorbereitung auf Männer im Team nicht imaginäre Aufgabe in der Praxisberatung für die Arbeit in den Kitas sollte immer der Fokus auf das Motto „Vielfalt statt Einfalt“ gerichtet sein und somit sollte der männliche Erzieher zunehmend selbstverständlicher in der Arbeit in den Kitas sein weibliche Erzieherinnen sehen ihre männlichen Mitarbeiter tatsächlich häufig noch in den klischeebehafteten Tätigkeiten von Männern in Kitas in Kitas mit einem hohen Anteil an Kindern aus nichtdeutschen (besonders islamischen) Herkunftsländern ist bei Eltern noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, damit Männer auch dort einen gleichberechtigten und anerkannten Platz in den Teams finden können vielfältige Diskussionen gibt es noch zur Tätigkeit von Männern in Krippen und dort insbesondere bei der Bewältigung der pflegerischen Aufgaben – das Meinungsbild der Teilnehmer war relativ einheitlich, dass männliche Erzieher auch in diesen Altersbereichen ihre Berechtigung haben und es dafür keiner Ausnahmeregelungen bedarf allerdings gibt es tatsächlich noch ein stark verhaftetes Bild von Verunsicherung auf allen Seiten im Zusammenhang mit der Fragestellung zur sexuellem Verhalten bei männlichem Personal (sexuelle Übergriffe) Zusammenfassend wurde in Anbetracht der kurzen Diskussionszeit und des großen Austauschbedarfs zusammengetragen, dass: -
-
Männer in Kitas selbstverständlich als ein Teil der notwendigen Vielfalt in Teams gesehen werden müssen in der Teamberatung und –begleitung veränderte Aufgaben an Fach‐ und Praxisberatung gestellt sind, wenn Männer in Kitas tätig sind, aufgrund vorhandener Dynamiken und zu gestaltender Veränderungsprozesse Männer in Kitas einen Anspruch auf besondere Unterstützung haben, solange deren Tätigkeit noch nicht selbstverständlich ist ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 18 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
-
Praxis‐ und Fachberatung auch unterstützend tätig sein muss, um alte Verkrustungen abzubauen und dem klischeebehafteten Denken gegenüber Männern im Team entgegenwirken zu können ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 19 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
IV. MODERIERTE ARBEITSGRUPPEN NACH
BUNDESLÄNDERN
A. Baden-Württemberg
An der Arbeitsgruppe nahmen zehn Personen aus sechs Institutionen teil, darunter drei, die eine Interessenbekundung im Rahmen des ESF‐
Modellprogramms „MEHR Männer in Kitas“ abgegeben hatten. Situationsbeschreibung: Die Teilnehmenden stimmten darin überein, dass in Baden‐Württemberg eine recht heterogene Situation mit großen regionalen Unterschieden vorzufinden ist (z.B. liegt der Männeranteil in Freiburg bei 9,1 %, in Heilbronn und im Alb‐
Donau‐Kreis bei 1,0 %– Quelle: Broschüre der Baden‐Württemberg Stiftung, s.u.). Dass dabei auch den Trägern eine wichtige Aufgabe zukommt zeigt etwa, dass Anfragen an die Landesverbände zum Thema „Männer in Kitas“ bislang ohne Ergebnis blieben. Bei einigen Trägern, Leitungen und Teams ist das Themen‐ und Problembewusstsein allerdings bereits entwickelt; gleichzeitig gibt es oft eine Art „Leiden an der Situation“, weil bisherige Maßnahmen und Strategien zur Erhöhung des Männeranteils scheinbar nicht zum gewünschten (schnellen) Erfolg führen. Auf der anderen Seite gibt es eine erfreuliche Entwicklung. In Baden‐
Württemberg gibt es insgesamt etwa 1.500 Erzieher; im Zug des Kita‐Ausbaus gab es dabei von 2007 bis 2009 eine relative Zunahme um immerhin 32 % (bei den Erzieherinnen nur um 7 %). Wie diese Steigerung zu erklären ist bleibt unklar; jetzt gilt es, diese neu gewonnenen Erzieher auch zu halten („zu pflegen“) und die positive Entwicklung weiter fortzuschreiben. Daneben wurde diskutiert, inwiefern der Männeranteil und das jeweilige pädagogische Konzept miteinander korrespondieren, und wie sich außerdem auch die „Frauenperspektive“ auf Männer im Erzieherberuf verändern muss: Nicht allein die Männer/Erzieher selbst müssten sich ändern. Aauch ein anderes Leitungsverständnis, das beispielsweise mehr Offenheit für die Impulse der Männer/Erzieher zulässt, ist notwendig, da diese auch zu einer größeren Zufriedenheit in Team und Beruf führen kann. „Männer in Kitas“ wurde insbesondere als wichtiges Thema der Kultur‐ und Organisationsentwicklung betrachtet, das neben der „offiziellen“ Kultur auch ein Augenmerk auf die „Hidden Agenda“ braucht. Ausgewiesene Projekte und Aktivitäten zu „Männer in Kitas“ in Baden‐
Württemberg sind nur in geringem Umfang bekannt. Die Teilnehmenden berichteten jedoch von einer Vielzahl von niedrigschwelligen, alltags‐ und praxisnahen Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils. ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 20 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
“Niedrigschwellige“ Maßnahmen: 




Einführung einer „positive Diskriminierung“ von Männern bei der Einstellung mit dem Passus: „aus konzeptionellen Gründen werden Männer bei gleicher Eignung bevorzugt“ Erhöhung des Männeranteils bei den im Auswahl‐ und Beobachtungsverfahren Beteiligten (Hypothese: Männer/Pädagogen sehen andere Qualitäten bei Männern und stellen auch mehr Männer ein) trägerintern einzelne Männer‐AKs zum Erfahrungsaustausch – z.T. spartenübergreifend („Mannsbilder im Jugendamt“, Männer in der Kinder‐ und Jugendhilfe) sog. Qualitätswerkstatt „Männer in Kitas“ zur Erarbeitung von Leitlinien und mit Rückbindung ins gesamte Team Veränderungen in Richtung „männliche Kultur“ durch Einbeziehung von Männern, die nicht Erzieher sind: Väter, Opas, Köche, Zivis, FSJler, Praktikanten, externe Fachmänner usw. Projekte und Aktivitäten: 
landesweite Beteiligung am Boys’ Day in Baden‐Württemberg seit 2008, bereits große Reichweite (2009 27 Städte und Landkreise, 2010 zum ersten Mal flächendeckend bei 390 Angeboten mit insgesamt 1.796 Plätzen – s. Aktionslandkarte) www.boys‐day‐bw.de 
Projekt „(w)er‐zieht‐mit“ in Stadt‐ und Landkreis Heilbronn: Entwicklung eines Netzwerks und Seifenkisten‐Aktion in Kitas mit dem Slogan „Männer und Technik braucht das (Kindergarten‐) Land“ www.wer‐zieht‐mit.de 
Forschungsprojekt „Männer in Kindertageseinrichtungen“ an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg – u.a. zur Bedeutung von Männern im Alltag von Kindern. Kontakt: Isabelle Keppler keppler@ph‐heidelberg.de 
Tagung der Baden‐Württemberg Stiftung „Kinder brauchen männliche Bezugspersonen!“ am 24. September 2009 im Rahmen des Programms „CHANCEN=GLEICHHEIT. Gleiche Chancen für Frauen und Männer“ – Download der Vorträge unter www.bwstiftung.de/bildung/laufende‐
programme‐und‐projekte/lebenslanges‐lernen/chancengleichheit‐gleiche‐
chancen‐fuer‐frauen‐und‐maenner.html 
Broschüre der Baden‐Württemberg Stiftung: „Männer für erzieherische Berufe gewinnen: Perspektiven definieren und umsetzen. Impulse und Anregungen für eine größere Vielfalt in Tageseinrichtungen für Kinder“ u.a. mit Daten zur Situation in Baden‐Württemberg. Autor/‐in: Angelika Krebs, Gunter Neubauer (SOWIT) – Bestellung oder Download unter www.bwstiftung.de/index.php?id=951&rid=t_2852&mid=86&aC=a7bad9be
&jumpurl=10 www.bwstiftung.de/uploads/tx_ffbwspub/Maenner_Erzieherberufe_Brosch
uere_04.pdf ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 21 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
Fragen und Perspektiven: 





Wie gelingt es eigentlich der Stadt Freiburg, den Männeranteil so hoch zu halten? Und welche Perspektive gibt es in (ländlichen) Regionen mit minimalem Männeranteil? Eine individualisierende Perspektive auf die Berufsentscheidung von jungen Männern greift zu kurz – wie können insbesondere die Träger für das Anliegen gewonnen werden? Männerbezogene Einzelaktivitäten wie Vätertage, Praktika, Berufsorientierung sollten in die Gesamtstrategie „Mehr Männer in Kitas“ eingehängt werden. „Mehr Männer in Kitas“ sollte als Thema auch in andere gegenwärtige Entwicklungs‐ und Projektzusammenhänge wie „Bildungshaus“, „Familienzentrum“, „Ausbau U3“ usw. eingehängt werden. Auch in der Ausbildung sowie in Fach‐ und Praxisberatung sollte der Männeranteil erhöht werden; dazu gehört es, die Gender‐Kompetenz in der Ausbildung sowie in der Fach‐ und Praxisberatung zu verbessern und zu qualifizieren. Eine Grundvoraussetzung wäre, dass alle Bestimmungen und Leitlinien im Kita‐Bereich qualifiziert „gegendert“ sind (Richtlinien, QM‐Systeme, Leitbilder und Konzeptionen, Erziehungspartnerschaft, Kinderschutz usw.). Zum Ende der Arbeitsgruppe wurde bedauert, dass es in Baden‐Württemberg bislang keine Institution gibt, die sich dem Thema „Männer in Kitas“ prominent und dauerhaft angenommen hat, und die die Entwicklung weiter verfolgt und vorantreibt. Land, Verwaltung, Verbände und Träger wären darüber hinaus gefordert, Position zu beziehen, sich zu informieren – und andere fachlich zuständige Personen und Institutionen zu informieren und zu qualifizieren. Angeregt wurde auch eine „männergerechte“ Öffnung für eine duale Ausbildung, für Quereinsteiger usw. sowie eine Untersuchung und Anpassung des Fachkräftekatalogs. Außerdem sollten die Möglichkeiten verbessert und gefördert werden, männliche Spezialisten einbeziehen – insbesondere wenn im konkreten Fall keine Erzieher in den Einrichtungen vorhanden sind. Als experimentelle und medienwirksame Idee wurde der Ansatz eines Männerteams in einer „Männerkita“ vorgeschlagen, außerdem die Verbesserung der Lobbyarbeit etwa durch Gründung eines Berufsverbands. ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 22 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
B. Bayern
In dieser Arbeitsgruppe fanden sich etwa gleich viele Vertreter von Kita‐Trägern bzw. Kitas und Ausbildungsstätten (Hochschule, Fachakademien) zusammen, so dass es sich anbot, im ersten Schritt in zwei getrennten Untergruppen zu arbeiten. Ein Teil der Kita‐Träger hatte sich an der ESF‐
Modellprogrammausschreibung beteiligt: Folgende Aktivitäten zur Steigerung des Männeranteils in Kitas sind in Bayern zu verzeichnen: Kita‐Träger/Kitas: 




Fachberatungen sind für geschlechtergerechte Pädagogik z. T. sensibilisiert „Männerarbeit“ wird als Teil der „Elternarbeit“ gesehen vereinzelt Fortbildungsangebote für männliche Mitarbeiter und Väter (Querschnittsthema) höher Männeranteil in Elterninitiativen‐Kitas – mehr Mitspracherechte – höhere Selbstständigkeit spezielle Angebote für männliche Mitarbeiter in den Großstädten: AK „Männer in Kitas“ und „Dialog der Geschlechter“ (städtische Kitas München) AG „Männer in Kitas“ (runder Tisch/Austausch städtische Kitas Nürnberg) Ausbildungsstätten: 




„Männer in Kitas“ sind bisher kein Thema in der Arbeitsgemeinschaft Bayer. FAKSen (Arbeitsgemeinschaft Bayerische Fachakademien) kaum Vernetzung zwischen den Ausbildungsstätten Aktivitäten bisher auf einzelne Personen bezogen und kaum koordiniert einzelne Ausbildungsstätten bieten bes. Lehrangebote für männliche Studierende an Aktionen zur Gewinnung von mehr männlichen Studierenden durch Mitwirkung beim „Boy’s Day“, Tag der offenen Tür und Kontakte zu Absolventen von Realschule u.ä. Gemeinsame Zusammenfassung: Themen + Problemlagen und Herausforderungen 


„Ausbildung der Ausbilder/innen“ in spez, Genderthematik, wo und wie möglich? lückenhafte Professionalisierung in den Ausbildungen bezogen auf aktuelle Genderthemen ebenso in Fort‐ und Weiterbildung für Kita‐Mitarbeiter/innen? ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 23 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin





Landesweite Initiativen sind notwendig! Bspw. durch AG Bayer. FAKSen, StMAS ‐ Staatsministerium Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen – IFP ‐ Institut für Frühpädagogik) Vernetzung und Kooperation z.Z. nur über einzelnen Personen möglich – wie können daraus tragfähige Netze entstehen? Berufsberatung sollte auch differenziert auf junge Männer eingehen: realistische Anforderungen an die Berufsrolle vermitteln! Wie ist Verweildauer im Kita‐Bereich zu erhöhen? „Generalverdacht“ schreckt Interessenten und tendenziell auch bereits tätige Erzieher ab. Kurzfristige Maßnahmen: - Öffnung bereits vorhandener AG/AKs für Interessenten anderer Anstellungsträger - mit Personalplanung Vereinzelung und „Exotenstatus“ von männl. Mitarbeitern verhindern - Erhöhung der zeitlichen Ressourcen und Qualifizierung für Praxisanleitung - männliche Fachkräfte und männliche Studierende gestalten Infoveranstaltungen (Boy’s Day, Berufs‐Info‐Tag ...) - männliche Fachkräfte informieren und begleiten „Schnupperpraktikanten“ in der Praxis - „Späteinsteigern“ Nachqualifizierung ermöglichen, Aufbau von bes. Ausbildungsgängen ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 24 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
C. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
Sachsen-Anhalt
In der Arbeitsgruppe saßen zur Hälfte Vertreter/innen des Landes
Sachsen-Anhalt, die andere Hälfte teilten sich Teilnehmer/innen aus
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Aus Sachsen-Anhalt
wurde berichtet, dass Kita-Träger bewusst Veranstaltungen wie Tage
der Offenen Tür oder Jobbörsen nutzen, um mit eigenen Erziehern
interessierte Männer anzusprechen.
„Erfolgreiche Männer“ als Multiplikatoren einzusetzen erscheint hier als
ein besonders gutes Mittel, andere Männer für den Beruf zu
interessieren. In Sachsen-Anhalt gibt es zudem einige
selbstorganisierte Erzieher-Stammtische.
Aus allen Bundesländern kam die Rückmeldung, dass Schülerpraktika
und der Zivildienst gute Möglichkeiten zum Einstieg für Männer in das
Feld der Kindertagesbetreuung darstellen.
Weiterhin beschrieben Brandenburger Vertreter/innen Erfahrungen mit
der Tätigkeitsbegleitenden Qualifizierung für Quereinsteiger. Sie
betonten, dass der Erfolg einer Tätigkeitsbegleitenden Qualifizierung
wesentlich von der guten Zusammenarbeit aller beteiligten
Institutionen abhängt, dies schließt gerade auch die Kindertagesstätten
mit ein. Männer mit „bunten“ Biographien müssen für solche
Qualifizierungen bewusst angesprochen werden, um sie für diesen
Beruf zu begeistern.
Es wurde gemeinsam festgestellt, dass eine Erhöhung des
Männeranteils in einer Kindertagesstätte ein langer Prozess ist, der von
einem Team und Träger viel abverlangt und begleitet werden muss.
Darüber hinaus braucht es in den Aus-, Weiter- und
Fortbildungsstätten größere Anstrengungen, um den Bedürfnissen der
Männer hinsichtlich der Methodik/Didaktik gerecht zu werden. Wichtig
erschien den Teilnehmenden zudem, dass Aus- und
Weiterbildungseinrichtungen mehr männliche Lehrkräfte einstellen. Alle
Beteiligten waren sich einig, dass der Wunsch nach mehr Männern in
der Kindertagesstätte immer vor dem Hintergrund einer hohen
Professionalität jeglichen Personals in der Kindertagesstätte zu
diskutieren ist.
↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 25 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
D. Berlin
In der Arbeitsgruppe wurden folgende Themen diskutiert: Aktivitäten zum Thema „Männer in Kitas“ in Berlin  Trägereigene Arbeitsgruppe von männlichen Erziehern (u.a. Ideensammlung zur Anwerbung von Männern)  Gender‐Beauftragter bei Trägern (Öffentlichkeitsarbeit, ESF‐Antrag, Beratung)  Fortbildungsaktivitäten des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin‐Brandenburg zu Gendersensibilität / Gender‐Kompetenz in Kitas  Boys Day Berlin; Expertenteam zum Boys Day (SenWTF; Life e.V., Dissens e.V., ev. FHS)  Öffentlichkeitsarbeit eines Trägers zur Rekrutierung von männlichen Fachkräften  FSJ, Praktika für junge Männer in Kitas  Kooperation zwischen Trägern und Fachschulen  Lange Nacht der Kitas (Trägerinitiative); Öffnung für SchülerInnen der Sekundarstufe II  Treffen von Männern aus Kitas mit Migrationshintergrund  Bundeswehrfachschule: Ausbildung zum Erzieher  Nicht‐Schülerprüfung (Quereinsteigermodell analog zur Praxis in Brandenburg)  Berufsbegleitende Fortbildungsangebote Themen, Herausforderungen und Probleme beim Thema „Männer in Kitas“ in Berlin  Kompetente Männer aus/in Kitas bekannt machen und ein attraktives Bild transportieren (Profilierte Modelle / Vorbilder für die Öffentlichkeitsarbeit)  Evaluation des Berliner Bildungsplans: Bezug zu „Mehr Männer in Kitas“?!  „Nur“ eine Professur für Männer‐ und Jungenarbeit in Berlin  Unbehagen / Angst einiger Männer vor reinen Frauengruppen in Kitas (Hinderungsfaktor)  Positive Diskriminierung für Männer in der Personalrekrutierung – Was sagt das Allgemeine Gleichstellungsgesetz dazu?  Trend zu Teilzeitstellen und Befristungen bei vielen Kita‐Trägern ist kontraproduktiv für das Thema Männer in Kitas  Ver.di‐Kampagne für mehr Vollzeitstellen in Kitas als nützlicher Akzent  Projekt des Berliner Senats für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Auftaktveranstaltung am 25.01.2011 zur Etablierung eines „Runden Tisches“ für Berlin  Ausbau des Teilzeitstudiums  Boys Day 2011 nutzen für das Thema „Männer in Kitas“ (in Verbindung oder getrennt vom Girls Day?) ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 26 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
Ressourcen und Potentiale für das Thema „Männer in Kitas“ in Berlin  Projekt des Berliner Senats für Bildung, Wissenschaft und Forschung (SenBWF): „Runden Tisch“ etablieren und gemeinsam gestalten  In Planung: Finanzierung des Teilzeitstudiums in Kooperation mit dem BA für ca. 100 Personen (SenBWF)  Mehrere Interessenbekundungen aus Berlin zum ESF‐Modellprogramm „Männer in Kitas“  Trägerinitiativen (AGs, AKs, …) ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 27 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
E. Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
Aus Schleswig‐Holstein und aus Bremen waren keine Teilnehmenden anwesend. In der Arbeitsgruppe wurden folgende Themen diskutiert: 1. Welche Projekte gibt es oder sind in Planung?  Teilnahme am Fachtag als Start der Beschäftigung mit dem Thema „Mehr Männer in Kitas“ (Rückfluss der Infos in die Trägereinrichtung sicherstellen)  Abgabe einer Interessenbekundung im Rahmen der ESF‐Förderrichtlinie als Start der Beschäftigung mit dem Thema „Mehr Männer in Kitas“  Regionale Vernetzungen von Männern in Kitas (trägerintern und trägerübergreifend): - Stadt Hannover / AK „Männer in Kitas“ - AK „Männliche Erzieher in Kinderläden“ in Hannover - beginnende Vernetzung von Männern in Kitas in Laatzen - vierteljährlicher AK „Männer in Kitas“ in der Region Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg - AK „Männer in Kitas“ Oldenburg  kollegiale Beratung, gegenseitiger Besuch von Kita‐Einrichtungen, Fach‐ und Praxisfortbildungen zum Thema „Gender Mainstreaming in der Kita“ (Evang. Kirche Oldenburg)  Teilnahme am 2. Bundesweiten Fachtag „Männer in Kitas“  Vereinzelt: konzeptionelle Verankerung des Thema „Gender“ beim Kita‐
Träger  Leitlinien Jungenarbeit (Kita – Schule – Jugendarbeit) in Hamburg  Artikel zum Thema im Mitteilungsblatt eines Trägers  Arbeitsmarkt / Bewerbungen etc. - es wurden bereits einige Männer in Kitas eingestellt (7 von 44 Mitarbeitende sind Männer) - bei Stellenausschreibungen: „Bewerbungen von Männern werden bevorzugt“ bzw. - gezielte Ausschreibung für Männer - Beschäftigung von Ehrenamtlichen (Männer nach der Erwerbsarbeit / Caritas Salzgitter) - Einstellung von männlichen Auszubildenden  Berufsorientierung: - Teilnahme am „Boys Day“ - Teilnahme am ESF‐Projekt „Was für Jungs“  Väterarbeit: Aktivierung von Vätern für die Kitas (diesbezügliche Fortbildung des Kita‐Teams)  Zusammenarbeit Kitas – Fachschulen: - verpflichtendes Krippen‐/Kita‐Praktikum für Schüler einer Fachschule - Beschäftigung von männlichen Berufspraktikanten (diesbezügliche Kooperation von Kita und Schulen) und FSJ‐lern - Zusammenarbeit einer Kita mit einer FS Sozialpädagogik - Angebote für männliche Schüler an Fachschulen (Harburg) ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 28 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
2. Positive Entwicklungen:  Resonanz, Bereitschaft und Interesse zur Mitarbeit am Thema „Mehr Männer in Kitas“  Kollegialer Fachaustausch / kollegiale Beratung als Wert (Qualitätssicherung) 3. Probleme / Herausforderungen:  im Kontext AK’s / Vernetzung - Trägerübergreifende Kooperation (Konkurrenz statt Zusammenarbeit) - Zeitfaktor: noch ein Thema mehr (Frage: welche Priorität bekommt das Thema) - Unterschiedlicher Fokus / verschiedene Interesse der TN eines AK’s  Höherer Erwartungsdruck in AKs (Männer stellen schnell die „Nutzenfragen“)  Herausforderung Väterarbeit: Begleitung / Supervision bei der Implementierung  Arbeitssituation / „der erste Mann im Frauenteam“: - Akzeptanz von Männern im Frauenteam braucht Zeit - Männer in Kitas spüren eine Mischung aus Vorschusslorbeeren und Erwartungsdruck - Männer in Kitas als Konkurrenzfaktor zwischen Kita‐Trägern: gemischte Teams als Qualitäts‐/Imagemerkmal; Kitas wollen nicht „jeden Mann“  welche Kita kann die qualifiziertesten Männer anstellen? - geschlechterstereotype ‘Barrieren‘ im Kopf von Kita‐Mitarbeitenden - es gibt bei weiblichen Kita‐Beschäftigten unbewusste Ausschließungstendenzen Männern gegenüber - wenn es nur einen Mann im Kita‐Team gibt: Alibifunktion und zugleich Projektionsfläche für alles ‚Männliche‘ - Vorbildfunktion des (einen) Mannes im Kita‐Team kann auch zur Verfestigung von Geschlechterrollenstereotypen führen - Männer wollen nur ein „ganz normales“ Teil des Kita‐Teams sein.  Leitbild in der Einrichtung entwickeln (Organisationsentwicklung in Kitas)  Sensibilisierung fürs Thema: ja! Aber keine Verbindlichkeit, keine institutionelle Verankerung, kein Handlungsdruck 4. Weitere Aspekte:  Wunsch nach regionaler / landesweiter Vernetzung (evang. LK Oldenburg)  KooperationspartnerInnen / Ressourcen: LAG Jungenarbeit Niedersachsen, Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen – Geschäftsstelle Göttingen, mannigfaltig e.V. Hannover  Univ. Lüneburg / Prof. Karsten: Akademisierung der ErzieherInnen‐
Ausbildung (vertikale Durchlässigkeit  Hochschulzugangsberechtigung; Programm „offene Hochschule“ in Niedersachsen) ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 29 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
F. Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland*
Insgesamt nahmen an der Arbeitsgruppe 21 Personen (18 Personen aus Hessen und 3 Personen aus Rheinland‐Pfalz) teil. 19 Personen haben den ersten Schritt in Richtung Vernetzung gemacht und ihre Kontaktdaten untereinander ausgetauscht. Die zur Verfügung stehende Zeit (ca. 60 Minuten) stand allein im Zeichen der gegenseitigen Information. Berichtet wurde davon, dass  der private Träger „pme‐Familienservice“ einen Männerbeauftragten beschäftigt, der sich u. a. mit dem Thema Erhöhung des Anteils von Männern befasst, sich am Boys‘Day beteiligt und eine Postkarten‐
Kampagne zur Steigerung des Anteils von Männern durchgeführt hat;  ca. 300 Jungs im Rahmen des Projekts „Soziale Jungs“ des Paritätischen Bildungswerks in Frankfurt am Boys’Day einen ersten Einstieg in soziale Arbeitsfelder wahrnehmen, das Projekt an insgesamt fünf Orten in Hessen (Frankfurt, Korbach, Grünberg, Raunheim, Maintal) existiert und sich zeigt, dass Jungen aus dem Projekt sich für eine Erzieherausbildung entscheiden;  im Jahr 2005 in Frankfurt eine Gender‐Pilotstudie zu Motivationslagen von Männern in Kindertageseinrichtungen durchgeführt wurde;  in drei südhessischen Dekanaten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eine Veranstaltung „Neue Männer braucht das Kita‐Land“ durchgeführt wird, in der neben Informationen auch über konkrete Ansätze zur Steigerung des Männeranteils in Kindertageseinrichtungen diskutiert wird. Außerdem wird in den Dekanaten bei Ausschreibungen, Einstellungen und Beurteilungen in Kindertageseinrichtungen insbesondere auf die Steigerung des Männeranteils geachtet;  das Projekt „Sozial engagierte Jungs“ in Rheinland‐Pfalz umgesetzt wird. Des Weiteren gibt es in Rheinland‐Pfalz Versuche, die zuständige Landesministerien für das Thema „Männer in Kitas“ zu gewinnen und das Thema auf dem Kita‐Server (www.kita.rlp.de) unterzubringen. Außerdem wird das Thema Quereinstieg diskutiert;  die Elementar‐AG für Männer in Kitas in der Region Frankfurt seit Jahren Fortbildungsangebote für Männer in Kitas anbietet;  Ausbildungsangebote in Teilzeit für Quereinsteiger/innen existieren und die FAB gGmbH Vorschaltmaßnahmen zur Erzieherausbildung für Personen anbietet, die Harz IV oder ALG I erhalten;  DAKITS e.V. als Träger von Einrichtungen Arbeitskreise für pädagogische Mitarbeiter anbietet und zum Thema „Männer in Kitas“ mit Fachschulen für Sozialpädagogik kooperiert  es an einer Fachschule für Sozialpädagogik Überlegungen gibt, für Personen im Alter von 50 bis 67 Jahren eine besondere Art der Erzieherausbildung anzubieten. Die Fachschule plant zudem Informationsveranstaltungen zum ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 30 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin


Erzieherberuf in Schulen unter Beteiligung von Studierenden durchzuführen; geplant ist, über das Männernetzwerk Hessen e.V. ein Fortbildungsprojekt für Männer zur Qualifikation als Musikerzieher zu starten; die Kampagne „GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN – Werde Erzieherin / Erzieher!“ sich insbesondere auch an junge Männer (Berufswahlentscheidung) und bereits im Arbeitsleben stehende / arbeitslose / von Arbeitslosigkeit bedrohte Männer (Quereinstieg) richtet Zusammenfassend ist festzustellen, dass vielerorts Ansätze zur Steigerung des Anteils von Männern in Kindertageseinrichtungen existieren. Dabei zeigt sich ein durchaus vielfältiges Bild an Initiativen und Projekten. Bezogen auf Hessen wird deutlich, dass hier „einiges los ist“ und nicht zuletzt vor diesem Hintergrund auch von mehreren Teilnehmer/innen Hinweise kamen, dass sie bzw. ihre Institution einen Antrag im Rahmen des ESF Modellprojekts „MEHR Männer in Kitas“ gestellt haben. Enttäuschend ist, dass weder aus Rheinland‐Pfalz noch aus dem Saarland ESF Modellprojektanträge vorliegen. Dies ist umso bedauerlicher, da es in beiden Bundesländern zahlreiche gut eingeführte Initiativen zum Thema Jungen/Männer in von Frauen „dominierten“ Berufsfeldern gibt. ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 31 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
G. Nordrhein-Westfalen
Es wurden Aktivitäten in NRW zum Thema Männer im Elementarbereich bei unterschiedlichsten Akteuren gesammelt und vorgestellt: 1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Trägern / Wohlfahrts‐Verbänden Schulen / Fachschulen / Hochschulen Forschung / Projekten / Medien ARGE, Fort‐ & Weiterbildung Fachberatung / Erzieher‐Innen Müttern / Vätern / Eltern Sonstige Insbesondere wurden etliche Beispiele aus der Praxis näher erläutert (siehe Übersicht nächste Seite). Berichtet wurde außerdem über zwei überregionale Vorhaben für das Jahr 2011: 

Sonderheft der Zeitschrift „Kita spezial“ zum Thema Männer im Elementarbereich – Erscheinungsdatum Februar 2011; Redaktion: Martin Verlinden; 3. Bundestagung „Mehr Männer in Kitas“ am 25. & 26.3.2011 in Köln; Organisation: Männer‐ & Väternetzwerk, Kontakt: Martin Verlinden. Die Website der Tagung ist inzwischen online: http://www.maennerinkitas.de/cms/ ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 32 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
Titel Befragung Film über Fach‐ Expertise zu MäFTE ‐
aller Fach‐
Männer in Erwerbschance Männer als Männer“ in Kitas n von Fachkräfte in den männlichen Tageseinrichtu
Einrichtungen Erziehern in der ngen für Kinder
des Trägers Familienbildun
g Kern‐
themen Position – Motivation ‐ Bedarf Ziel‐
gruppen Erzieher‐
Erzieher‐
Träger‐
Träger‐Eltern‐
Fachberatung Schulen Position – Motivation ‐ Bedarf Männer aus Väterarbeit in endenden Kitas Horten in Kitas unterbringen Praxismöglichke Praxisaustausch Praxiserfahrene iten – Bedarf – Netzwerk Hortner bei Auflösung der Horte passend in Kitas versetzen Väter als Repräsentanten von vielfältiger Männlichkeit und Bezugspersonen für Kinder in Kitas reinholen Erzieher‐
Träger‐
Ausbildung Erzieher
Erzieher
ErzieherInnen und Väter Methoden Multiple Dokumentation Experten‐
choice, , Interviews Interviews teiloffen N=21 moderierte Experten‐
Treffen Moderierte Versetzung nach Bedarf Moderierter Erfahrungs‐
austausch Produkt Überblick zur Meinungen, Lage der Ansichten mit Männer Fachleuten, Eltern, Kindern – Kurzfilm, Werbefilm Stabilisierung von Fachwissen, Motivation und Kontakten Stabilisierung von Motivation und Kontakten, oft zu zweit in Kitas versetzt Weiterent‐
wicklung von Konzepten der Elternarbeit in Kitas Ansprech‐
partner Uwe Strauß Kurt Gerwig, Martin Martin Verlinden Verlinden, Uwe Strauß Martin Verlinden K. Brähler‐
Haucke, Stadt Köln Michael Wehling, Erzbistum Köln Finanzier Eigenmittel, KölnKitas gGmbH Eigenmittel, Eigenmittel, AV1 Pädagogik‐ SPI, FH Köln Filme, KölnKitas gGmbH Eigenmittel
Jugendamt Stadt Köln Erzbistum Köln
Grobkonzept von Arbeitsthemen in der Familienbildung ‐ Publikation ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 33 von 34
Koordinationsstelle “Männer in Kitas”
Berlin, Germany
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25. Oktober in Berlin
V. ANHANG
Vorträge 
Warum mehr Männer? Psychologische und pädagogische Antworten. (Dr. Tim Rohrmann) 
Männer in Kindertagesstätten und in der Ausbildung zum Erzieher: Der aktuelle Forschungsstand. (Jens Krabel, Koordinationsstelle „Männer in Kitas“) Thematische Arbeitsgruppen 
Geschlechterbewusste Berufsorientierung von Jungen / jungen Männern als Weg in den Erzieherberuf (Miguel Diaz, Neue Wege für Jungs) 
Qualifizierung von Quereinsteigern (Christian Bethke, Berliner Institut für Frühpädagogik) ↗ www.koordination-maennerinkitas.de
Seite 34 von 34
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Koordinationsstelle
„Männer in Kitas
Männer in Kitas“
gefördert vom:
Träger:
Modellprojekt an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, gefördert vom BMFSFJ
Tim Rohrmann
WARUM MEHR MÄNNER?
Psychologische und pädagogische Fragen und Antworten
Vortrag: Tim Rohrmann
1
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Warum mehr Männer?
Die wesentlichen Begründungen Bis vor nicht allzu langer Zeit war es selbstverständlich, dass Erziehung und Betreuung jüngerer Kinder eher in den Aufgabenbereich der Frau fielen Vor
Betreuung jüngerer Kinder eher in den Aufgabenbereich der Frau fielen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage berechtigt, warum Männer für Kinder in Kitas wichtig sind.
Das Ziel einer Steigerung des Anteils männlicher pädagogischer Fachkräfte in Kindertagesstätten wird unter anderem damit begründet, dass
im Sinne der Gleichberechtigung eine Parität der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen wünschenswert ist;
mit männlichen Erziehern die Hoffnung einer Erweiterung des pädagogischen A b i Ki
Angebots in Kitas verbunden wird;
b d
id
männliche pädagogische Fachkräfte einen familiären Mangel an männlichen Bezugspersonen abfedern können;
es sich nachteilig auf das Sozialverhalten sowie auf die Bildungschancen von Jungen auswirken kann, wenn ihnen männliche Bezugspersonen fehlen;
(...)
Warum mehr Männer?
Die wesentlichen Begründungen ‐ Fortsetzung
Die Debatte darüber, inwieweit Verhaltensprobleme und schlechte Leistungen von Jungen mit dem weitgehenden Fehlen männlicher Fachkräfte in Kitas und Grundschulen zusammenhängen, wird national und international schon lange geführt. Allerdings sind die ins Feld geführten Begründungen und Argumente zur Erklärung dieser Phänomene sehr unterschiedlich und im Fachdiskurs umstritten. Die Ergebnisse der Bindungsforschung legen nahe, dass das Geschlecht der pädagogischen Bezugspersonen eine wichtige Bedeutung für die Bindungsqualität zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern hat. Allerdings liegen zur positiven Bedeutung von männlichen pädagogischen Fachkräften in Kitas keine Forschungsergebnisse vor, da sich die Bindungsforschung bisher nur mit weiblichen Fachkräften beschäftigt hat. Eine wichtige Aufgabe der Zukunft wird es daher sein, die bisher vorliegenden Erkenntnisse zum Thema "Männer in Kindertagesstätten" zu ergänzen. Quelle: http://www.koordination‐maennerinkitas.de/forschen/warum‐mehr‐maenner/
Vortrag: Tim Rohrmann
2
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Würden Sie diesen Mann einstellen?
Quelle: http://de.wikipedia.orgg/wiki/Datei:Friedrich_Fr%C3%B6bel.jpg
Friedrich Fröbel, 1889
Die Erziehung zur Bildung des Menschen soll nicht nur dem weiblichen Geschlecht übertragen werden, sondern das mehr von außen l h d
lehrende männliche ä li h
Geschlecht gehört nach dem Gesetz des Gegensatzes nicht minder dazu (…)
zit. nach Rabe‐Kleberg, 2003, S. 44
Warum nicht die Männer…?
Elena Belotti, 1973 Die Anwesenheit von Frauen und Männern in Kindergärten und Vorschulkindergärten würde den Kindern ein reales Bild einer wirkungsvollen W h l iti k it b
Wechselseitigkeit geben, die di
automatisch die Polarisierung der geschlechtsspezifischen Rollen verhindern würde. Belotti, 1975, S. 123
Vortrag: Tim Rohrmann
3
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Renate Alf
Cartoon: R
Männer in Kitas sind „in“…
… aber warum eigentlich?
Männeranteil am Fachpersonal
16%
14%
12%
10%
8%
6%
4%
2%
0%
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Kita %
Grundschule %
Quelle: Statistisches Bundesamt (2003‐2010), eigene Analysen
Vortrag: Tim Rohrmann
4
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Männeranteil am Fachpersonal
16%
14%
12%
10%
8%
6%
4%
2%
0%
2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020
Kita %
Grundschule %
Quelle: Statistisches Bundesamt (2003‐2010), eigene Analysen
Was bewirken männliche Pädagogen?
Vortrag: Tim Rohrmann
5
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Väterforschung: Erziehen Väter anders?
Vater und Mutter stellen sich in gleicher Weise Vater
und Mutter stellen sich in gleicher Weise
auf das kindliche Entwicklungsniveau ein.
Mütter entfalten stärker pflegerische, Väter stärker spielerische Aktivitäten.
Mütter spielen sanfter, Väter spielen rauer. Väter sprechen anders mit ihren Kindern als Mütter.
Väterforschung: Erziehen Väter anders?
Vater und Mutter stellen sich in gleicher Weise Vater
und Mutter stellen sich in gleicher Weise
auf das kindliche Entwicklungsniveau ein.
Mütter entfalten stärker pflegerische, Väter stärker spielerische Aktivitäten.
Mütter spielen sanfter, Väter spielen rauer. Väter sprechen anders mit ihren Kindern als Mütter.
Vortrag: Tim Rohrmann
6
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Erziehen Väter anders?
Väter werfen Väter
werfen
ihre Kinder anders hoch als Mütter.
Väterforschung: Erziehen Väter anders?
Das, was als „männlich“ beschrieben wird, können auch Frauen tun –
i d kö
hF
t
und umgekehrt.
Väter sind mehr als nur „Herausforderer“.
Eltern praktizieren aber oft eine unbewusste
A b it t il
Arbeitsteilung
i d Organisation
in der
O
i ti der
d Familie
F ili
und im konkreten Erziehungsalltag.
Weiterführende Literatur: Brandes, Holger (2010). Ersatzmuttis oder tolle Spielkameraden: Was bringen Männer in die Erziehung ein? Erziehung & Unterricht, Österreichische Pädagogische Zeitschrift, 160, Heft 5‐6/2010, 484‐496.
Vortrag: Tim Rohrmann
7
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Warum mehr Männer in Kitas?
Kitas brauchen mehr „Männliches“
b
h
h
l h “
Jungen brauchen männliche Vorbilder
Väter brauchen männliche Ansprechpartner
Geschlechtergerechtigkeit erfordert Männer und Frauen
Männer und Frauen
Weiterführende Literatur: Rohrmann, Tim; Cremers, Michael & Krabel, Jens (2010). Männer in Kitas ‐ welche Bedeutung hat das Geschlecht pädagogischer Fachkräfte?. In: Die Kategorie "Geschlecht" in der Kinder‐ und Jugendhilfe, Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit, Heft 2/2010.
Kitas brauchen mehr „Männliches“
Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Aktivitäten
zwischen männlichen und weiblichen Fachkräften (Männer)
körperbetont spielen…
3%
■ eher ich selbst
40%
Kampfspiele…
2%
■ eher meine 33%
mehr Spiele
p
im Freien
machen…
35%
54%
Bastelangebote
machen…
6%
0%
Vortrag: Tim Rohrmann
weibliche Kollegin
2%
20%
40%
60%
Quelle: Forschungsprojekt elementar, Universität Innsbruck, Österreich
8
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Kitas brauchen mehr „Männliches“ ??
Wenn mehr Männer in Kitas Wenn
mehr Männer in Kitas
arbeiten, können geschlechterstereotype Zuordnungen verstärkt werden
Geschlechtergerechte Gestaltung von Räumen und Angeboten ist eine Frage der Professionalität nicht des Geschlechts
Professionalität, nicht des Geschlechts
Handwerklich interessierte Männer werden Handwerker und nicht Erzieher…
Jungen brauchen Männer (?)
Heute heißt es:
H
t h ißt
» Männer können besser mit Aggressionen von Jungen umgehen.
Früher hieß es:
» Warte mal, bis Papa nach Hause kommt!
Vortrag: Tim Rohrmann
9
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Jungen brauchen Männer (?)
Arbeit mit Jungen im Kontext von Arbeit
mit Jungen im Kontext von
Migration braucht interkulturelle Kompetenz, keinen starken Mann.
Jungen brauchen Männer (?)
Jungen brauchen … Jungen
brauchen
… überhaupt irgend einen Mann (?)
… „bessere“ Männer … vertraute Männer
… unterschiedliche Männer
t
hi dli h Mä
… und was ist mit den Mädchen?
Vortrag: Tim Rohrmann
10
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Kinder brauchen Männer !
Jungen und Mädchen Jungen und Mädchen
brauchen Männer – und Frauen !
Väter brauchen männliche Ansprechpartner
„… dass es nicht nur eine reine ‚Weiberpartie‘ ist.“
ib
i ‘i “
Männlicher Befragter in der österreichischen Studie „elementar“, Universität Innsbruck
Väter engagieren sich mehr in der Erziehung…
… und sind deshalb auch häufiger als früher in Kitas anzutreffen.
Vortrag: Tim Rohrmann
11
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Geschlechtergerechtigkeit … »
»
Soll Gleichstellung geschlechtstypischen Soll
Gleichstellung geschlechtstypischen
Unterschieden entgegenwirken (Ziel: Gleichheit) oder „nur“ der ungleichen Bewertung dieser Unterschiede (Ziel: Gleichwertigkeit in Differenz) ?
Geschlechtergerechtigkeit …
Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Aktivitäten
zwischen männlichen und weiblichen Fachkräften (Männer)
körperbetont spielen…
Kampfspiele…
mehr
h S
Spiele
i l iim F
Freien
i
machen…
Bastelangebote
machen…
5,5
0%
Vortrag: Tim Rohrmann
57,4
39,8
2,8
Unterschied
33,3
64,7
2
34,5
63,6
1,8
40,9
20%
■ eher ich selbst
■ eher kein ■ eher meine weibliche Kollegin
53,6
40%
60%
80%
Quelle: Forschungsprojekt 100% elementar, Universität Innsbruck, Österreich
12
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?"
am 25. Oktober 2010 in Berlin
29.10.2010
Geschlechtergerechtigkeit … Gesc ec te be usste u d
Geschlechterbewusste und geschlechtergerechte Pädagogik ist
eine Herausforderung und Chance für beide Geschlechter
Jungen und Mädchen
brauchen vielfältige Männer –
und vielfältige Frauen!
Koordinationsstelle
„Männer in Kitas
Männer in Kitas“
www.koordination‐maennerinkitas.de
gefördert vom:
Vortrag: Tim Rohrmann
Träger:
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
13
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten
Jens Krabel
Einblicke in den nationalen und internationalen Forschungsstand
Gliederung
Überblick über nationale und internationale Studien
internationale Studien
Aktuelle Daten
Akzeptanz und Erwünschtheit
Skepsis und Vorbehalte
Barrieren und Hürden
Barrieren und Hürden
Handlungen, Strategien und Initiativen
Vortrag: Jens Krabel
1
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
ÜBERBLICK ÜBER NATIONALE UND INTERNATIONALE STUDIEN
UND INTERNATIONALE STUDIEN
Überblick über nationale und internationale Studien
National
– Regionale Studien mit schmaler empirischer Basis Regionale Studien mit schmaler empirischer Basis
(u.a. Uhrig/Englert, Watermann, Kreß)
– Landesweite Studie „Männliche Fachkräfte in Kitas“ (Cremers/Krabel/Calmbach)
International
– England (Cameron, Rolfe)
E l d (C
R lf )
– Belgien (Vandenbroeck/Peeters)
– Norwegen (Johannesen/Evaluationsbericht zum Stand der Gleichstellung in norweg. Kitas) – Österreich (Elementar/Uni Innsbruck)
Vortrag: Jens Krabel
2
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
MÄNNER IN KITAS ‐ AKTUELLE DATEN
DATEN Wie hoch ist der Anteil männlicher Beschäftigter in Kitas?
Vortrag: Jens Krabel
3
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Männer in Kitas – Aktuelle Daten Österreich: 1% – Auch in Österreich variiert der Anteil männlicher Auch in Österreich variiert der Anteil männlicher
Fachkräfte je nach Bundesland England: 2%
Belgien: 2,3%
Norwegen: 7,6%
– In einigen Kommunen und bei einzelnen privaten Kita‐Trägern liegt der Männeranteil bei über 20%
Dänemark: 6% ‐ 12%
AKZEPTANZ UND ERWÜNSCHTHEIT
Sind männliche Erzieher in Kitas erwünscht?
Vortrag: Jens Krabel
4
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Erwünschtheit von Erziehern
Männliche Fachkräfte, Praktikanten und Zivildienstleistende sind unter Leitungskräften, Kolleginnen, Mitschülerinnen und Eltern erwünscht Erwünschtheit von Erziehern
Deutsche Studie „Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten“
Vortrag: Jens Krabel
5
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Erwünschtheit von Erziehern
Eltern aus den nord‐ und süddeutschen Bundesländern betonen die Vorteile von
Bundesländern betonen die Vorteile von männlichen Erziehern noch deutlicher als Eltern aus den ostdeutschen Bundesländern
Eltern mit einem formal höheren Bildungsabschluss stimmen einer Erhöhung des Männeranteils noch deutlicher zu (Ergebnis der deutschen und österreichischen Studie)
Gründe für Beschäftigung von Erziehern
„Also, wenn man sich das Berliner Bildungsprogramm anguckt, dann steht da drin, wir sollen die Kinder aufs Leben vorbereiten. Das Berliner Leben ist bunt. Und eigentlich müsste jede Kita von sich aus gucken, dass sie bunt ist. Und da gehören auch Männer dazu. Und Männer auch noch möglichst in unterschiedlichen Varianten. Große, kleine, dicke, runde, stille, laute (…). g
gp g
j
Anders kriegen wir das Bildungsprogramm ja nicht umgesetzt.“
Kita‐Leiterin, 50 Jahre
Vortrag: Jens Krabel
6
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Gründe für Beschäftigung von Erziehern
Erzieherinnen und Erzieher können in ihrer pädagogischen Arbeit gegenseitig voneinander lernen Männliche Erzieher sind eine Bereicherung für Kinder, da sie andere Angebote, Tätigkeiten und Ideen einbringen
Mädchen und Jungen benötigen weibliche und männliche Bezugspersonen
Es ist wichtig, dass männliche Erzieher als p
p
g g
Ansprechpartner für Väter zur Verfügung stehen
Männliche Erzieher können dazu beitragen, traditionelle Geschlechterbilder zu erweitern
Männliche Erzieher stellen einen Wettbewerbsvorteil dar
Gründe für Beschäftigung von Erziehern
In den anderen Studien werden In
den anderen Studien werden
vergleichbare Gründe aufgeführt
– der norwegische Evaluationsbericht verweist jedoch darauf, dass unter dem Fachpersonal Männer vor allem als Bereicherung für Jungen gesehen werden
gesehen werden
Vortrag: Jens Krabel
7
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
SKEPSIS UND VORBEHALTE
Gibt es Skepsis im Hinblick auf männliche Erzieher?
Skepsis und Vorbehalte
In den meisten Studien scheint ein Vorbehalt gegenüber Männern immer wieder auf:
Vortrag: Jens Krabel
8
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Skepsis und Vorbehalte
„Dieses Vorbelastete als Mann, dass man halt … dass „Dieses
Vorbelastete als Mann, dass man halt … dass
einem so sehr auf die Finger geguckt wird und so, dass … da hab ich mir vorher halt schon sehr viel einen Kopf drüber gemacht. Weil in den Medien halt immer der Mann als Übeltäter den Kindern gegenübersteht. Und ich nicht wusste, wie das … ja, mir dann im Berufsalltag wie das auf mich
mir dann im Berufsalltag … wie das auf mich zukommt.“
Männlicher Auszubildender, 23 Jahre
Skepsis und Vorbehalte
Deutsche Studie „Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten“
Vortrag: Jens Krabel
9
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Skepsis und Vorbehalte
Bemerkenswert ist:
Bemerkenswert ist:
In Deutschland und Österreich wird männlichen Fachkräften in der alltäglichen Praxis Vertrauen entgegen gebracht, obwohl sie immer wieder gedanklich in Verbindung mit dem Thema „Sexueller Missbrauch“ gebracht werden
Skepsis und Vorbehalte
Deutsche Studie „Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten“
Österreichische Studie „Elementar“
Österreichische
Studie Elementar“
„Für die überwiegende Mehrheit der Eltern sind auch das Wickeln und der Toilettenbesuch mit einem Kindergartenpädagogen „selbstverständlich“. Nur 4% ‐5% finden dies nicht in Ordnung“
Koch/Strubreihter/Schauer/Rohrmann (2010)
Vortrag: Jens Krabel
10
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Skepsis und Vorbehalte
Aber
– Je nach Region, Stadtteil, Je nach Region Stadtteil
Bevölkerungszusammensetzung und medialer Berichterstattung haben die Skeptiker/innen mehr oder weniger starke „Meinungsmacht“
– Das Thema „Sexueller Missbrauch“ beeinflusst d e pädagog sc e a s
die pädagogische Praxis
Skepsis und Vorbehalte
Es geht auch anders:
Es geht auch anders:
– In Norwegen werden pädagogisch arbeitende Männer in Kitas nur selten mit dem Thema „Sexueller Missbrauch“ assoziiert
Vortrag: Jens Krabel
11
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
BARRIEREN UND HÜRDEN
Wie wird der geringe Anteil männlicher Fachkräfte in Kitas begründet?
Barrieren und Hürden
Niedrige soziale Anerkennung
Geringe Aufstiegschancen
Geringe Aufstiegschancen
Schlechte Entlohnung in Verbindung mit
• nicht entlohnter Ausbildung
• Orientierungsdruck an kulturellem Leitbild des Familienernährers
Vortrag: Jens Krabel
12
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Barrieren und Hürden
Aber – Entscheiden sich die Männer für eine Arbeit in Entscheiden sich die Männer für eine Arbeit in
der Kita, rückt der Faktor „Geld“ zunehmend in den Hintergrund und der Spaß an der Arbeit mit den Kindern in den Vordergrund
– In strukturschwachen Regionen schätzen männliche Erzieher und Auszubildende das Erziehergehalt im Vergleich zu anderen Berufen
Erziehergehalt im Vergleich zu anderen Berufen als relativ gut ein. Zudem bietet ihnen der Erzieherberuf eine sichere „Jobgarantie“ Barrieren und Hürden
Veraltete Berufsbilder
Traditionelle Geschlechter‐ und Traditionelle Geschlechter
und
Männlichkeitsvorstellungen
– In der österreichischen Studie wurden beispielsweise mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer von der Berufsberatung auf den Erzieherberuf aufmerksam gemacht Eine in der Ausbildung und Kita als dominant wahrgenommene „weibliche Kultur“
Vortrag: Jens Krabel
13
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Barrieren und Hürden
"Ich möchte ja jetzt nur nicht sagen, hier ist alles Mist. Was es ja auch nicht ist! Um Gotteswillen. Aber ich finde es fehlen halt so ein zwei Ecken wo man sich
finde, es fehlen halt … so ein, zwei Ecken, wo man sich dann halt auch … auch verwirklichen könnte irgendwie. Also ich hab jetzt gerade im Kopf gehabt, so eine Technikecke gibt’s hier halt im Haus gar nicht. Ich habe es bei der Leitung angesprochen. Sie sagt: Ja, mach doch. Aber so einfach so machen ist halt auch immer schwierig. Ohne was… irgendwas zu machen irgendwie. Und da wäre es vielleicht schön, auch noch g
,
einen Mitstreiter zu haben, der dann sagt, okay, wir machen eine Technikecke." Männlicher Erzieher, 31 Jahre
Barrieren und Hürden
Aber
– Der deutliche Verweis auf die Unterschiede Der deutliche Verweis auf die Unterschiede
zwischen „weiblicher und männlicher Kita‐
Kultur“ verhindert eine Perspektive, die die Gemeinsamkeiten wahrnimmt
• So konstatiert z.B. die österreichische Studie, dass sich die überwiegende Mehrheit der männlichen sowie der weiblichen Auszubildenden mehr Outdoor‐ und sportliche Schwerpunkte in der Ausbildung sowie ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis im Lehrkörper wünscht
Vortrag: Jens Krabel
14
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Barrieren und Hürden
Zudem
– besteht dadurch die Gefahr, den konkreten besteht dadurch die Gefahr den konkreten
Erzieherinnen und Erziehern nicht gerecht zu werden und – die Vielfalt professioneller Verhaltensmöglichkeiten des/der Einzelnen beziehungsweise des Teams aus den Augen zu
beziehungsweise des Teams aus den Augen zu verlieren ( Schriftenreihe der Baden‐Württemberg Stiftung: Männer für erzieherische Berufe gewinnen: Perspektiven definieren und umsetzen)
HANDLUNGEN, STRATEGIEN UND INITIATIVEN
UND INITIATIVEN Haben sich Träger‐Verantwortliche und Kita‐Leitungen bereits über Strategien zur Erhöhung des Männeranteils Gedanken gemacht?
Vortrag: Jens Krabel
15
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Handlungen, Strategien und Initiativen
Deutsche Studie: „Männliche Fachkräfte in Kitas“
Handlungen, Strategien und Initiativen
Träger und Kitas verfügen teilweise über ein Set verschiedenster Maßnahmen
Set verschiedenster Maßnahmen
• Kooperationen mit Schulen, Fachschulen oder Arbeitsvermittlungsagenturen
• Männliche Bewerber werden immer zu Vorstellungsgesprächen eingeladen
• Männliche Erzieher nicht nach Gießkannenprinzip aufteilen
ft il
• Gender‐ bzw. Männerbeauftragte
Vortrag: Jens Krabel
16
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Handlungen, Strategien und Initiativen
Aber:
Es gibt keine verbindlichen organisations‐
internen Strategien zur Gewinnung von männlichen Erziehern
Handlungen, Strategien und Initiativen
In Norwegen führt die Mehrheit der Kitas Maßnahmen zur Erhöhung des
Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils durch, wie beispielsweise :
– Speziell an Männer gerichtete Stellenanzeigen
– Quotenregelungen
– Werbeanzeigen bspw. in Zeitungen
– Gründung von Arbeitskreisen für männliche Erzieher – Auto‐Leasing Vortrag: Jens Krabel
17
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am 25. Oktober 2010 in Berlin
Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten.
Kindertagesstätten
www.koordination‐maennerinkitas.de
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Vortrag: Jens Krabel
18
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Startseite
Geschlechtsbewusste
Berufsorientierung von
Jungen/jungen Männern als Weg
in den Erzieherberuf
Berlin, 25 Oktober 2010
Gefördert
vom:
Miguel Diaz, wissenschaftlicher Fachreferent
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Entwicklung des Arbeitsmarktes
Wandel der Industriegesellschaft zu einer wissensbasierten
Dienstleistungsgesellschaft
Abbau von Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe und in
Teilbereichen des Handwerks
Zunahme von Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
1
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Die Berufswahl männlicher Jugendlicher
duale, vollzeitschulische und akademische Ausbildung weist
geschlechtsstereotype Präferenzen auf
68% konzentrieren sich auf männerdominante Berufe (bei den
jungen Frauen sind es lediglich 32%)
Ausbildung
g überwiegend
g
in handwerklich-technischen
Bereichen (junge Frauen hingegen in sozialen und
kommunikativen Berufen des Dienstleistungssektors)
Top 20 der männlichen Ausbildungsanfänger 2009 (53,7%)
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
2
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Rund 64% aller Ausbildungsberufe sind männlich dominiert (80-100%)
oder überwiegend männlich besetzt (60-80%)
Demgegenüber sind lediglich 24% aller Ausbildungsberufe weiblich
dominiert oder überwiegend weiblich besetzt
Nur 12% weisen ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis auf
Frauenanteil in Männerdominanten Berufen liegt bei 5,2%, Männeranteil in
Frauendominanten Berufen bei 1,28%
Studium
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
3
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Geschlechtstypisches Berufswahlverhalten
Berufs- und Studienfachwahl junger Männer entfaltet sich vor
dem Hintergrund tradierter Männlichkeitsvorstellungen
reproduziert die geschlechtshierarchische Segregation des
Ausbildungs- und Arbeitsmarktes
führt zu einem geringen Männeranteil in weiblich konnotierten
A b it f ld
Arbeitsfeldern
senkt für Jungen mit niedrigen und mittleren
Bildungsabschlüssen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Wandel der Erwerbsarbeit
Erosion der Normalarbeitsverhältnisse (Vollzeitbeschäftigung,
Arbeitsplatzkontinuität und soziale Sicherung)
Abfall der Erwerbsquote von Männern
(Männererwerbstätigenquote 1991: 78,4% - 2008: 74,5%)
Anstieg
A
ti d
der Erwerbstätigkeit
E
b täti k it von F
Frauen
(Frauenerwerbstätigenquote 1991: 54,6% - 2008: 63,1%)
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
4
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Traditionelle Rollenmuster
Angleichung männlicher und weiblicher Erwerbsbiographien
traditionell männliche Versorgerrolle verliert quantitativ an
Dominanz
als normatives Leitbild bleibt es aber häufig erhalten und
entfaltet gerade bei Jungen weiterhin seine Wirkung
Zukunftsplanung vieler Jungen eingleisig auf Erwerbsarbeit
ausgerichtet
Jungen verbinden mit Vaterschaft weniger Pflege und
Fürsorge
Warum brauchen (auch) Jungen Unterstützung?
Berufs und Lebensplanung unterstützt
Geschlechtsbezogene BerufsJungen (und Mädchen) darin:
mit Arbeitsbereichen und Tätigkeiten in Kontakt zu kommen,
die traditionell eher dem anderen Geschlecht zugewiesen
werden
tradierte Rollenvorstellungen
g und einengende
g
Männlichkeitsbilder zu hinterfragen
partnerschaftliche Lebenskonzepte zwischen Männern und
Frauen in der Familien-, Haus- und Erwerbsarbeit umzusetzen
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
5
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Neue Wege für Jungs
NEUE WEGE FÜR JUNGS vernetzt bundesweit regionale
Praxisangebote und unterstützt als Service-Büro
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der Umsetzung von
Jungenangeboten hinsichtlich:
Erweiterung des Berufswahlspektrums und der
Studienfachwahl
Flexibilisierung von Männlichkeitsmuster
Stärkung von Sozialkompetenzen
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Netzwerkkarte
Bundesweites
Netzwerk mit
über 168
Beteiligten
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
6
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Entwicklung von Materialien
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
7
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Materialien
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
8
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Praktische Handlungsanregungen
Jungenangebote zur Erweiterung des Berufswahlspektrums:
Kurzzeitpraktika
Betriebserkundungen
Interviews oder Gesprächsrunden mit Männern (in der
Schule/Institution oder am Arbeitsplatz)
Diskussionsrunden zu „Männer- und Frauenberufen“ (z.B. die
historische Entwicklung von Berufen und der
„Geschlechterwechsel“ in bestimmten Berufe)
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
9
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Praktische Handlungsanregungen
Jungenangebote zur Flexibilisierung der männlichen Rolle und
zum Ausbau sozialer Kompetenzen:
Jungenkurse (Auseinandersetzung mit Männlichkeiten)
Kontakt zu aktiven Vätern/Hausmännern herstellen
Vermittlung von Haushalts-/Familienkompetenzen
(Haushaltsüberlebensrallye/Haushaltspass/Babypflegekurse)
Erlebnispädagogische Angebote
Kommunikationstraining
Selbstbehauptungs- und Konflikttraining
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
10
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Evaluation 2006-2007
85% der Jungen, die an einem Projekt/Workshop teilnahmen, und
92%, die ein Schnupperpraktikum absolvierten, bewerteten die
Teilnahme mit sehr gut oder gut.
70% der Jungen würden im nächsten Jahr wieder an einem
Projekt/Workshop teilnehmen und bei 57,1% der Jungen, die an einem
Praktikum teilgenommen haben, ist das Interesse an der
entsprechenden Tätigkeit gestiegen.
Ca. 70% der Jungen
g gaben
g
an, dass sie es gut
g finden, für Männer
noch „untypische” Berufe in einem Schnupperpraktikum kennen
lernen zu können.
Gut ein Drittel der Jungen kann sich vorstellen, später in einem heute
noch eher weiblich konnotierten Beruf zu arbeiten, zum Beispiel als
Erzieher im Kindergarten.
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
11
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Schnupperpraktikum
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Evaluation 2006-2007
Die Rückmeldungen der Beschäftigten waren durchgehend positiv:
2006 stuften nur ca. 3,2% der Befragten die Erfahrungen mit den
Jungen als negativ ein, 2007 kein einziger.
2006 hinterließen 74,5% und 2007 sogar 80,1% der Jungen bei den
Angestellten einen sehr motivierten und interessierten Eindruck.
6,1% (2006) und 73,8% (2007) der Unternehmen/Organisationen
wollen auch im nächsten Jahr Jungen
g gezielt
g
einladen, weitere 13,8%
(2006) bzw. 19,9% (2007) sind noch unschlüssig und nur ca. 2,7% der
Unternehmen/Organisationen verneinten in beiden Erhebungen die
Frage, ob sie vorhaben, im nächsten Jahr erneut Jungen einzuladen.
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
12
„Mehr Männer in Kitas! Aber wie?“ am 25.
Oktober 2010 in Berlin
Datenbank: Jungs Willkommen
Kategorien (zusammengefasst)
12%
10%
1%
Gesundheit
16%
11%
Bildung
Kinderbetreuung
Seniorenbetreuung
g und -pflege
p g
Soziale Arbeit
10%
Boys' Days und begleitende
Veranstaltungen
Sonstige Ausbildungsberufe
40%
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
www.neue-wege-fuer-jungs.de
Vielen Dank
für Ihre
Aufmerksamkeit!
© 2010 | Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.
Arbeitsgruppe: Miguel Diaz
13
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung
zum Erzieher/zur Erzieherin
für den Bereich der Kindertagesbetreuung
im Land Brandenburg
1
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Zielgruppe und Prinzipien
Zielgruppe
• Personen mit einem mittleren Schulabschluss und einer abgeschlossenen
Berufsausbildung im Land Brandenburg.
• Die Teilnehmenden haben im Laufe ihrer (Bildungs-)Biografie stabile
Emotions-, Deutungs- und Handlungsmuster ausgebildet und besitzen
einen großen Bestand an (Alltags-)Wissen und Erfahrungen.
2
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
1
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Zielgruppe und Prinzipien der Qualifizierung
Prinzipien
• Bildungsprozesse werden als aktiver, konstruktiver und
selbstorganisierter Akt der Aneignung verstanden.
• Im Rahmen von Lehr-/Lernprozessen können neue Deutungsmuster zum
Welt- und Selbstbild angeboten werden.
• Bildungsprozesse von Erwachsenen werden primär als Prozesse der
Erweiterung, Differenzierung und Modifizierung vorhandener
Wissensbestände verstanden.
3
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Zielgruppe und Prinzipien der Qualifizierung
Prinzipien
• Ausgangspunkt für Lernprozesse sind persönlich bedeutsame DilemmataErfahrungen, kritische Ereignisse bzw. kognitive oder emotionale
Irritationen.
• Beziehungen stellen einen wesentlichen Bestandteil von
Lernumgebungen dar. Sie können Bildungsprozesse unterstützen oder
hemmen.
4
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
2
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Ziel der Qualifizierung
Berufliche Handlungskompetenz
Personale
Kompetenz
Soziale
Kompetenz
Berufliche
H dl
Handlungskompetenz
k
t
Lernmeth.
Kompetenz
Fach-Fach
kompetenz
5
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Struktur
Zeitlicher Umfang
• Gesamtqualifizierungszeit: zwei Jahre
• 2100 Zeitstunden in der Kindertagesstätte
• 1200 Unterrichtsstunden im Seminar
6
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
3
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Struktur
Wechsel der Lernorte
•
Wechsel der Lernorte: zwei Wochen Praxis, eine Woche Seminar
•
Dies ermöglicht:
•
den Teilnehmenden ein umfassendes Bild von Strukturen und
Abläufen in der Kindertagesstätte,
•
d
den
A
Aufbau
fb
von tragfähigen
t
fähi
Beziehungen,
B i h
•
die Prozessbegleitung und die inhaltliche Weiterarbeit,
•
eine Kontinuität der Arbeit an beiden Lernorten.
7
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Auswahl der Teilnehmenden und Praxisstellen
Auswahl der Teilnehmenden – „harte“ Kriterien
•
wohnhaft in Brandenburg
•
Vorlage einer schriftlichen Bewerbung, in der die Motivation für die
Teilnahme an der Qualifizierung deutlich wird
•
Nachweis eines mittleren Schulabschlusses
•
Nachweis einer abgeschlossenen Berufsausbildung
•
Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses
•
Teilnahme an einem Auswahlverfahren
8
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
4
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Auswahl der Teilnehmenden und Praxisstellen
Auswahl der Teilnehmenden – „weiche“ Kriterien
•
„Persönlichkeit“, eine lebensbejahende Einstellung,
Frustrationstoleranz, Lernbereitschaft, Eigeninitiative und eine
demokratische Grundhaltung
•
Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen und sich diesen über den
Qualifizierungszeitraum von zwei Jahren zu stellen
•
Interesse an der Arbeit in einem Team, Motivation sich selbst in der
Ki d t
Kindertagesstätte
tätt zu erproben
b
und
d Bewusstsein
B
t i über
üb den
d
späteren
ät
Tätigkeitsbereich und die Zielgruppe
•
grundlegende Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift
9
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Auswahl der Teilnehmenden und Praxisstellen
Auswahl der Praxisstellen
•
Die Auswahl erfolgt in Abstimmung mit dem örtlichen Jugendamt,
sowie der Praxisberaterin.
•
Es werden besonders die Einrichtungen angesprochen, die sich als
lernende Organisation verstehen und über ein Ausbildungskonzept
verfügen.
10
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
5
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Auswahl der Teilnehmenden und Praxisstellen
Auswahl der Praxisstellen - Kriterien
Die Praxistellen:
• können Praxiserfahrungen mit Kindern im Krippen-, Kindergarten- und
Hortalter ermöglichen,
•
verfügen über eine geeignete Fachkraft, die die Qualifizierung der
Teilnehmenden als Mentorin fachlich begleitet,
•
können die Durchführung von Entwicklungsgesprächen und die
Anfertigung von Entwicklungsberichten sicherstellen,
sicherstellen
•
gewährleisten die Teilnahme der MentorIn an den MentorInnentreffen,
•
ermöglichen die halbjährlichen Hospitationen,
•
können dem/der Teilnehmenden eine tägliche Vor- und
Nachbereitungszeit von insgesamt ca. 60 min zur Verfügung stellen.
11
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Die Lernorte
Lernort Seminar: Seminarphase
Die Seminarphase:
•
findet von Montag bis Freitag statt und
•
ist in Rahmentage (Montag und Freitag) und Kerntage (Dienstag bis
Donnerstag) untergliedert.
g umfasst acht Unterrichtsstunden.
Ein Seminartag
12
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
6
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Die Lernorte
Lernort Seminar: Seminarphase – die Rahmentage
Die Reflexion

von Erfahrungen an den Lernorten
Kindertagesstätte und Seminar,

von persönlichen Bildungsprozessen
und

dem Lernen in der Seminargruppe.
Die Überprüfung von Arbeitsaufträgen.


Die Er- und Bearbeitung von Bezügen
fachwissenschaftlicher Theorien,
Modellen und Konzepten.

Die Identifizierung von offenen Themen und deren Übersetzung in zu bearbeitende
Arbeitsaufträge, einschließlich der Vorbereitung der Kerntage.

Die verbindliche Vereinbarung von Arbeitsaufträgen zwischen Ausbildungsbegleitung und
Teilnehmenden.
13
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Die Lernorte
Lernort Seminar: Seminarphase – die Rahmentage
Die Ausbildungsbegleitung ist verantwortlich für:
•
die Gestaltung der Rahmentage in den Seminarphasen,
•
die Gestaltung von Übergaben zwischen Rahmen- und Kerntagen in den
Seminarphasen,
•
die Durchführung von Entwicklungsgesprächen mit den Teilnehmenden,
•
g und Rückmeldung
g der schriftlichen Ausarbeitungen,
g ,
die Einschätzung
•
die Hospitation am Lernort Kindertagesstätte,
•
die Teilnahme an allen Arbeitstreffen im Rahmen der Qualifizierung,
•
die Teilnahme an der Abschlussprüfung.
14
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
7
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Die Lernorte
Lernort Seminar: Seminarphase – die Kerntage
Die Kerntage (Dienstag bis Donnerstag):
•
ermöglichen die komplexe Bearbeitung zentraler Themen der
pädagogischen Praxis.
•
bilden den Rahmen um sich in aktuelle (Er-)Kenntnisse, Modelle und
Konzepte und/oder Inhalte und Themen -vertiefend- einzuarbeiten.
•
sind eine Voraussetzung, um über vielfältige Methoden und
Arbeitsformen
b i f
unterschiedliche
hi dli h Zugänge
ä
zu Inhalten
h l
und
d Themen
h
zu
ermöglichen.
•
bieten die Möglichkeit, die Praxiserfahrungen als ständigen
Bezugspunkt für die Erarbeitung der Thematik aufzunehmen.
•
ermöglichen einen kreativen Gestaltungsspielraum, in dem eigene
Fragestellungen und Problemlösungen entwickelt werden können.
15
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Montag
Rahmentag
Reflexion der Praxisphase/Praxisaufgaben
Identifizierung offener Themen
Er-/Bearbeitung offener Themen
Vorbereitung der Kerntage
Übergabe an DozentIn
(inhaltlicher Stand, Fragestellungen an die Kerntage, Gruppendynamik)
Dienstag
bis
Donnerstag
Kerntage
Er-/Bearbeitung von zentralen Themen der pädagogischen Praxis
Übergabe an Ausbildungsbegleitung
(inhaltlicher Stand, offene Fragen, Gruppendynamik)
Freitag
Rahmentag
Reflexion der Kerntage
Er-/Bearbeitung offener Themen
Transfer Praxis
Besprechung/Erarbeitung Praxisaufgaben
Reflexion der Seminarphase
16
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
8
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Die Lernorte
Lernort Kindertagesstätte - Praxisphase
Praxisphase:
•
7,5 Zeitstunden pro Tag
•
ca. eine Stunde Vor- und Nachbereitungszeit pro Tag
•
wöchentlich eine gemeinsame Reflexionszeit mit der Mentorin von ca.
einer Stunde
17
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Die Lernorte
Lernort Kindertagesstätte - Praxisphase
In den Praxisphasen:
•
erleben die Teilnehmenden die Komplexität, Prozesshaftigkeit und
Rhythmen des pädagogischen Alltags.
•
erweitern die Teilnehmenden ihre Kompetenzen durch das eigene Tun in
bedeutsamen Handlungssituationen und entwickeln ein zunehmend
professionelles Selbstverständnis der eigenen Berufsrolle.
•
kann das den Seminarphasen erworbene Wissen und Können
insbesondere durch die Umsetzung von Praxisaufgaben im praktischen
Handeln angewendet, überprüft und ggf. modifiziert werden.
18
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
9
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Die Lernorte
Lernort Kindertagesstätte - Praxisphase
Die Mentorin:
•
unterstützt kontinuierlich den Teilnehmenden bei der Entwicklung einer
Berufsrolle und beruflicher Handlungskompetenz,
•
sichert die fachlich-reflexive Begleitung im pädagogischen Alltag,
•
führt regelmäßig Entwicklungsgespräche durch,
•
erstellt Entwicklungsberichte,
Entwicklungsberichte
•
nimmt am Mentorinnentreffen teil und
•
nimmt am Kolloquium teil.
19
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Orte selbstorganisierten Lernens
Internetforum und Regionalgruppe
Die eigenverantwortliche und selbstorganisierte Zusammenarbeit
wird:
•
durch ein geschlossenes Internetforum und
•
die Bildung von Regionalgruppen gefördert (die Gruppenfindung wird
im Rahmen der Seminarphasen begleitet).
20
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
10
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Entwicklungsreflexion und Leistungsüberprüfung
Motivation und Dialog
Verzicht auf Noten, statt dessen:
•
motivierende und dialogisch angelegte verbale und schriftliche
Einzelrückmeldungen.
Fokus der Entwicklungsreflexion:
•
Inwieweit lassen sich bei den einzelnen Teilnehmenden hinsichtlich
personaler, sozialer, lernmethodischer Kompetenzen sowie
Fachkompetenzen Entwicklungen verzeichnen?
•
Welche individuellen Entwicklungsziele lassen sich identifizieren?
•
Was können die an der Qualifizierung Beteiligten tun, um die
Teilnehmenden bei ihrem nächsten Entwicklungsschritt möglichst
optimal zu unterstützen?
21
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Entwicklungsreflexion und Leistungsüberprüfung
Formen
Formen der Entwicklungsreflexion und Leistungsüberprüfung, um
individuell Bildungsprozesse unterstützen zu können:
•
die Entwicklungsgespräche,
•
das Portfolio,
•
die Entwicklungsberichte,
•
die Hospitationen,
Hospitationen
•
die Erwartungshorizonte,
•
die schriftlichen Ausarbeitungen,
•
das Kolloquium,
•
der Abschluss.
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
22
11
"Mehr Männer in Kitas! Aber wie?" am
25. Oktober 2010 in Berlin
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Themenbereiche der Qualifizierung
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
Einführung und Orientierung
Kindertagesstätten und ihr Auftrag
Kommunikation und Konfliktmanagement als Grundlage für die Arbeit in Kindertagesstätten
Kindliche Entwicklung verstehen und begleiten
Beobachtung und Dokumentation als Grundlage für die Begleitung individueller Bildungs-, Erziehungs- und
Betreuungsprozesse und von Gruppenprozessen
Gestaltung von Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsprozessen
(Bildungs-)Biographie und berufliche Identität
Pädagogische Ansätze und Modelle
Bildungsbereich konkret: Körper, Bewegung und Gesundheit
Bildungsbereich konkret: Sprache, Kommunikation und Schriftkultur
Bildungsbereich konkret: Musik
Bildungsbereich konkret: Darstellen und Gestalten
Bildungsbereich konkret: Mathematik und Naturwissenschaft
Bildungsbereich konkret: Soziales Leben
Raumgestaltung am Bildungsort Kita
Eingewöhnung
Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
Kindheit und Familien im gesellschaftlichen Wandel
Kinder und Familien mit besonderen Bedürfnissen
Arbeit im Team: Teamentwicklung, Organisation
Kindertagesstätten im Gemeinwesen
Konzeptionsentwicklung und Qualitätsmanagement
Beendigung und Übergang
23
Tätigkeitsbegleitende Qualifizierung zum Erzieher/zur Erzieherin für den Bereich der
Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg
Planung von Seminarphasen
Offene und feste Inhalte zu Beginn des Qualifizierungsjahres
Eigene Abb.: Beispiel für die Verteilung von Seminarphasen mit inhaltlich gebundenen
und offenen Kerntagen mit Beginn der Qualifizierung im September (1. Qualifizierungsjahr)
24
Arbeitsgruppe: Christian Bethke
12
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
22
Dateigröße
2 561 KB
Tags
1/--Seiten
melden