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Lukas Richter

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Prozessdynamiken in Organisationen
am Beispiel der Creative Industries
Eine systemtheoretische Betrachtung
mit empirischen Beobachtungen von
Mitgliedschaften in Werbeagenturen
von Lukas Richter, MSc.
Überblick
Organisationen prägen das heutige Bild der modernen Industriegesellschaften, die alle unsere Lebensabschnitte durchdringen, indem wir permanent von diesen entlang von Publikums- oder Leistungsrollen adressiert werden. Sie sind dabei
keine statischen Gebilde, sondern prozessieren und stehen in Bezug zu ihrer Umwelt. Die Strukturen sind dabei unterschiedlich ausgeformt, wobei der Creative Industries eine gewisse Vorreiterrolle in der Ausgestaltung nachgesagt wird.
Schwerpunkt jener Organisationen liegt im Bestreben „to solve the paradox of control and creativity. It is a paradox
because the problem of reconciling openness, intuition, personal networks and individual autonomy (...) with instrumental
criteria and rational business methods can never be completely resolved“ (Davis/ Scase). Auch wenn es keine vollständige
Lösung geben mag, so haben es z.B. Agenturen geschafft, beide Ansprüche in einem gewissen Rahmen in sich zu vereinen. Die hier vorgestellte Masterarbeit versucht dies aus dem Blickwinkel von GrafikdesignerInnen zu ergründen und basiert auf zwei Forschungsfragen:
•
•
Die Agentur als organisch-mechanischer Hybrid
A tendency for interaction between
members of the concern to be vertical
Wie stehen die Begriffe Inklusion/Exklusion und Mitgliedschaftsbedingungen systemtheoretisch zueinander in Bezug?
Welches Organisationsdesign weisen Agenturen der Creative Industries auf und können organisationale Mitgliedschaftsbedingungen gegenüber GrafikdesignerInnen identifiziert werden?
A tendency for operations and working
behaviour to be governed by the instructions issued by superiors
Die Erhebung wurde mittels halbstrukturierter Interviewleitfäden durchgeführt, welche jedoch interviewspezifisch zur
Anwendung kamen und nach jeder Interpretationsphase angepasst wurden. Zur Auswertung wurde auf eine Variante
des hermeneutischen Interpretationsverfahrens zurückgegriffen, welche zur Analyse wesentlicher Strukturmerkmale und
Entwicklungsdynamiken komplexer Sozialsysteme dient.
spezifische Mitgliedschaft 1.0
Hierarchic structure of control, authority and communication
The precise definition of rights and obligations and technical methods attached to each functional role
A
g
e
n
t
u
r
A lateral rather than a vertical direction
of communication through the organization
A content of communication which
consists of information and advice
rather than instructions
A network structure of control, authority, and communication.
The adjustment and continual re-definition of individual tasks through interaction with others
Exklusion als Normalfall
Kundensystem
Akzeptanz der Kunden- und Dienstleistungsorientierung
Gesamtes Angebot wird an den Kundenbedürfnissen orientiert, damit kommt es auch zur Limitierung der Kreativität (Ästhetik und Funktionalität aus Sicht des/der KundIn stehen im
Vordergrund).
Konzeptionierung
Abnahme
Einerseits können Organisationen Personen oder andere Systeme ausgrenzen, sei es nun in Bezug auf den Arbeitsmarkt oder bei der Lösung eines
Kundenproblems.
Andererseits führt die Androhung von
Exklusion zur Erzeugung von Konformität, also zur Einhaltung von Mitgliedschaftsbedingungen.
Organisationssystem
ChefIn
Strategic Apex
Zweckprogramme
spezifische Mitgliedschaft 2.0
KontakterIn
Akzeptanz der Notwendigkeit von Reputation
„Du bist nur so gut wie dein letzter Job“
Reputation als Barometer der kreativen Fähigkeiten bzw. Beherrschung der Technik und entscheidender Faktor bei der Inklusion.Zusätzlich
kann sich eine paradoxe Situation ergeben, da
die Reputation durch das Kundensystem
(mit)erzeugt und gleichzeitig limitiert wird.
KreativdirektorIn
Sie können als die konkrete Ausgestaltung - der postulierten Aufweichung
von Begrenzungen - verstanden werden
und bedeuten für die Personen ein erhöhtes Maß der Selbstkontrolle. Gestalterische Tätigkeiten können sich in
einem umgrenzten Rahmen entfalten
und sind an Erwartungsstrukturen bzw.
an Entscheidungen orientiert.
Konzeptteam
Middleline
Projektteam
ArtdirektorIn
TexterIn
GrafikdesignerIn
Operative Core
allgem. Mitgliedschaft
spezifische Mitgliedschaft 3.0
Erstellung
Akzeptanz der Selbstkontrolle
Erstellung
Selbstüberlassene Koordination von Tätigkeiten ist ein wesentlicher Bestandteil der organisationalen Mitgliedschaftsbedingung. Die Kontrolle der Bedingungen wird damit zur Bedingung selbst, auch wenn auf herrschaftliche
Kontrolle als ultima ratio nicht verzichtet wird.
Mensch
Bewusstsein
Subjektivierung von Arbeit
Akzeptanz der Arbeitszeiten zur
Koordination
Zellen
Akzeptanz des Arbeitsortes zur
Zentralisation
Kreativität
„Subjektivierung von Arbeit meint also, dass Arbeitende umfassender und tiefgehender als bisher ‚subjektive’ Anteile in sich freilegen und einer Nutzung und Verwertung im Arbeitsprozess zur Verfügung stellen müssen“ Voß/ Weiß
„Aus der Sicht der Systemtheorie handelt es sich um eine
durchaus entmystifizierbare Angelegenheit, nämlich die Fähigkeit zum Ausnutzen von Gelegenheiten.“ Luhmann
Nutzbarmachung für eine systemische Betrachtung
Kreativität ist die Ausnutzung von Kontingenz durch Verknüpfung von Elementen (Schrift, Bildelemente usw.) in
einer überraschenden Weise.
Subjektivität ...
... ist die „situative Aktualisierung der
zwar sozial geprägten, aber dennoch je
individuell besonderen Konstellation
von Wissen, Einstellungen, Motiven und
Fertigkeiten einer Person“
Schimank
Subjektivierung ...
... ist „eine Intensivierung von ‚individuellen’, d.h. Subjektivität involvierenden Wechselverhältnissen“
Die Subjektivierung von Arbeit ...
... als eine sich durch die organisationale Erwartung von
Irritationspotential konstituierende Kopplung für Entscheidungen zu verstehen, welche ein gewisses Maß der
Unberechenbarkeit von Personen zulässt und so Fähigkeiten des psychischen Systems nutzbar macht.
Akzeptanz der Hierarchie zur
Reduktion von Komplexität
Kleemann
Kreativität in der Arbeit
Kreativität gebunden an die Erwartungen über die Erwartungen des Kundensystems und Erwartungen von höheren
Instanzen, welche teilweise auch konträr verlaufen können.Trotzdem bleibt der Imperativ nach Kreativität als Aufstiegsmöglichkeit bestehen.
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Kunst und Fotos
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