close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Inhaltsverzeichis für Rahmenkonzept wie auch - Bachstei

EinbettenHerunterladen
Sozialpädagogische Wohngruppe
Bachstei
Bankstrasse 41, 8610 Uster
044 940 66 88
044 940 67 41
info@bachstei.ch
www.bachstei.ch
Rahmenkonzept
inklusive Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Erarbeitet im Frühjahr 2007
Aktualisiert im September 2012
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
Inhaltsverzeichnis
SPWG Bachstei
1- 4
KURZBESCHRIEB UND INFORMATIONSPROSPEKTE
6
1.1
Kurzportrait: Das Angebot auf einen Blick
6
1.2
Broschüre zuhanden der Jugendlichen
6
1.3
Kurzkonzept zuhanden der einweisenden Stellen
6
1.4
Jahresbericht 2011
6
2
STANDORT UND GESCHICHTE
8
2.1
Standort, Umgebung und Lageplan
8
2.2
2.2.1
2.2.2
2.2.3
2.2.4
Geschichte und Entwicklung
Gründung
Örtlichkeiten
Konzeptionelle Anpassungen
Leitungsstruktur
9
9
9
9
9
3
ANERKENNUNG UND FINANZIERUNG
11
3.1
3.1.1
3.1.2
3.1.3
Anerkennung und Aufsicht
Kantonale Betriebsbewilligung und Beitragsberechtigung
Justizanerkennung
Aufsicht
11
11
11
11
3.2
3.2.1
3.2.2
3.2.3
3.2.4
3.2.5
3.2.6
Finanzierung
Neues Finanzierungsmodell von Jugendheimen (Subventionen)
Kantonale und ausserkantonale Versorgertaxen
IV-Taxen
Kostgeldrechnungen
Nebenkosten
Präsenzkontrollen
11
11
11
11
11
12
12
4
BETRIEBSFÜHRUNG
14
4.1
Organigramm
14
4.2
4.2.1
4.2.2
4.2.3
Trägerschaft
Vereinsmitglieder
Vereinsvorstand
Revisionsstelle
14
14
14
14
4.3
4.3.1
4.3.2
Leitung und sozialpädagogisches Team
Wohngruppenleitung
Sozialpädagogische MitarbeiterInnen
14
14
14
5
LEIT- UND WERTVORSTELLUNGEN
16
5.1
Menschenbild
16
5.2
Pädagogische Grundhaltung
16
03.10.2012
2
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
5.3
5.3.1
5.3.2
Führungskultur und Zusammenarbeit
Partizipativer Führungsstil
Zusammenarbeit im Team
16
16
17
6
PERSONAL
19
6.1
6.1.1
6.1.2
6.1.3
6.1.4
6.1.5
6.1.6
6.1.7
Ausbildung und Funktion der Mitarbeitenden
Wohngruppenleitung
Stellvertretung der Leitung
Kernteam
Aushilfen
Lernhilfe
Raumpflege
Buchhaltung
19
19
19
19
19
19
19
20
6.2
6.2.1
6.2.2
Betreuungsschlüssel und Dienstplan
Stellenprozente
Wöchentlicher Dienstplan
20
20
20
6.3
Personalreglement
20
6.4
6.4.1
6.4.2
6.4.3
6.4.4
6.4.5
Personalentwicklung
MitarbeiterInnengepräche und Qualifikationen
Weiterbildung
Teamtage
Intervision
Supervision
20
20
21
21
21
21
7
KLIENTEL
23
7.1
Zielgruppe
23
7.2
Aufnahmekriterien (Indikationen und Kontraindikationen)
23
7.3
Ausschlusskriterien
23
7.4
7.4.1
7.4.2
Platzierung
Zuweisende Stellen
Platzierungsgrundlagen
23
23
23
8
ANGEBOT UND LEISTUNGEN
25
8.1
Öffnungszeiten
25
8.2
8.2.1
8.2.2
8.2.3
8.2.4
8.2.5
8.2.6
8.2.7
8.2.8
8.2.9
Sozialpädagogisches Angebot
Individuelle Betreuung im Bezugspersonensystem
Orientierung am internen Stufenmodell
Arbeiten mit der Jugendlichen-Gruppe
Geregelte Tagestruktur
Freizeitgestaltung und gemeinsame Ferien
Zusammenarbeit mit den einweisenden Stellen
Eltern- und Familienarbeit
Schulische und berufliche Förderung
Nachbetreuung
25
25
25
25
25
25
26
26
26
26
8.3
8.3.1
8.3.2
8.3.3
Agenda
Tagesablauf
Wochenplan
Wochenendgestaltung
26
26
27
27
03.10.2012
3
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
8.3.4
Jahresplanung
SPWG Bachstei
27
9
AUFENTHALTSVERLAUF
29
9.1
9.1.1
9.1.2
9.1.3
9.1.4
9.1.5
9.1.6
9.1.7
Aufenthalt in der Sozialpädagogischen Wohngruppe Bachstei
Anmeldeprozedere und Aufnahmeverfahren
Aufnahmegespräch und Auftrag
Eintritt und Kennenlernphase (erste 2 Wochen)
Probezeit (3 Monate)
Entwicklungs- und Stabilisierungsphase
Krisen- und Rückfallbewältigung (Time-outs)
Austrittsphase und Austritt
29
29
29
29
29
29
30
30
9.2
9.2.1
9.2.2
Nachbetreuung und Nachbegleitung
Stationäre Nachbetreuung
Ambulante Nachbegleitung
30
30
30
10
AUFENTHALTSGESTALTUNG
32
10.1
Pädagogische Grundgedanken
10.1.1
Beziehungsarbeit
10.1.2
Gruppendynamik
10.1.3
Koedukation
10.1.4
Gesundheit
10.1.5
Sexualerziehung
10.1.6
Suchtverständnis und Suchtprävention
32
32
32
32
32
33
33
10.2
Förderplanung
10.2.1
Interne Planung (Förderplan)
10.2.2
Externe Planung (Standortgespräche)
10.2.3
Austrittsphase und Abschlussbericht
33
33
34
34
10.3
Sozialpädagogische Alltagsgestaltung
10.3.1
Zusammenleben und Hausordnung
10.3.2
Rechte und Pflichten gemäss Alter und Reife
10.3.3
Orientierung am internen Stufenmodell
10.3.4
Interventionen bei Regelverstössen
10.3.5
Regelmässige Gruppenaktivitäten: Haussitzungen und Gruppensitzungen
10.3.6
Freizeitgestaltung, Sport und Kultur
10.3.7
Gemeinsame Ferien und Wochenendaktivitäten
10.3.8
Interne und externe Tagesstruktur
10.3.9
Schulische Unterstützung und Lernabend
10.3.10 Berufsfindung und Lehrstellensuche
34
34
34
34
35
36
36
36
37
37
37
10.4
37
Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie
10.5
Therapie und Diagnostik
10.5.1
Vermittlung von therapeutischem Fachpersonal
10.5.2
Medizinische Betreuung
37
37
38
11
INTERNE ARBEITSORGANISATION
42
11.1
Aufgabenverteilung und Verantwortungen
11.1.1
Ressortaufteilung
11.1.2
Haushaltszuständigkeiten
42
42
42
11.2
Kommunikationsgefässe
11.2.1
Interner Informationsfluss
11.2.2
Teamsitzungen und Teamtage
11.2.3
Austausch zwischen Vorstand und Leitung
42
42
42
42
03.10.2012
4
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
11.3
Dossierführung
11.3.1
Tägliche Aktennotizen
11.3.2
Führung der Jugendlichen-Ordner
11.3.3
Protokollführung von Sitzungen
11.3.4
Archivierung
43
43
43
43
43
11.4
Buchhaltung
11.4.1
Zusammenarbeit der Leitung und Buchhaltung
11.4.2
Haushaltskasse und Tagesabrechnung
11.4.3
Vorschusskasse
43
43
43
43
12
VERNETZUNG UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
46
12.1
Jahresbericht
46
12.2
Nachbarschaftskontakte und Integration in Uster
46
12.3
JugendheimleiterInnen Zürich
46
12.4
Wohngruppen-Treff
46
12.5
Medialer Auftritt der SPWG Bachstei
46
13
LIEGENSCHAFT UND SICHERHEITSVORKEHRUNGEN
49
13.1
Wohnhaus für Jugendliche
13.1.1
Gebäude und Räumlichkeiten
13.1.2
VermieterIn
13.1.3
Hauswartung und Gartenpflege
49
49
49
49
13.2
Sicherheit und Vorsorge
13.2.1
Brandschutz
13.2.2
Medizinische und psychiatrische Notfälle
13.2.3
Schutz vor Gewalt
13.2.4
Internes Notfallpapier
49
49
49
49
50
14
52
QUALITÄTSSICHERUNG
14.1
Interne Qualitätsprüfung
14.1.1
Gut ausgebildetes und erfahrenes Personal
14.1.2
Periodische Konzeptüberarbeitung
14.1.3
Bearbeitung externer Rückmeldungen
52
52
52
52
14.2
Externe Qualitätsprüfung
14.2.1
Periodische Überprüfung der Anerkennung durch das Bundesamt für Justiz
14.2.2
Kantonale Prüfung des Heimkonzepts
14.2.3
Heimaufsicht
52
52
52
52
14.3
Entwicklungsabsichten
14.3.1
Strukturell
14.3.2
Konzeptionell
14.3.3
Baulich
53
53
53
53
15
55
ERSTELLUNGSDATUM UND AUTORINNEN
03.10.2012
5
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Kurzbeschrieb und Informationsprospekte
1.1 Kurzportrait: Das Angebot auf einen Blick
Siehe Beilage
1.2 Broschüre zuhanden der Jugendlichen
Siehe Beilage
1.3 Kurzkonzept zuhanden der einweisenden Stellen
Siehe Beilage
1.4 Jahresbericht 2011
Siehe Beilage
03.10.2012
6
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel 1: Kurzbeschrieb und Informationsprospekte
-
Kurzportrait der SPWG Bachstei
Kurzkonzept zuhanden der einweisenden Stellen
Kurzbeschrieb zum Weitergeben an Medien u.ä.
Jahresbericht 2012
03.10.2012
7
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
2 Standort und Geschichte
2.1 Standort, Umgebung und Lageplan
Die Sozialpädagogische Wohngruppe (SPWG) Bachstei befindet sich an der Bankstrasse 41
in Uster im Zürcher Oberland. Sie liegt an zentraler Lage, 5 Minuten zu Fuss vom Bahnhof
entfernt und mit guten Zugsverbindungen sowohl nach Zürich (mit der S-Bahn 12 Minuten),
als auch in das weitere Zürcher Oberland und nach Rapperswil.
Uster ist eine aufstrebende moderne Stadt und bietet den Jugendlichen viele Möglichkeiten
der Freizeitgestaltung: Ein Jugendhaus mit grosszügigem Kursangebot (u.a. MidnightBasketball), ein Hallenbad, Fitnesscenter, ein Kino und natürlich den Greifensee mit seinen
vielseitigen Sport- und Erholungsmöglichkeiten.
03.10.2012
8
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
2.2 Geschichte und Entwicklung
2.2.1 Gründung
Die SPWG Bachstei wurde 1978 auf Initiative der „Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirks
Hinwil“ als erste koedukativ geführte Wohngruppe des Kantons Zürich gegründet, ergänzend
zu den damals üblichen grossen Jugendheimen. Gestartet als Pilotprojekt wurde sie 1983
vom Amt für Jugend- und Berufsberatung des Kantons Zürich anerkannt. Nach Überarbeitung und Anpassung des Konzeptes an das derzeit vermehrte Auftreten von Drogenproblemen bekam sie 1998 zudem die Anerkennung des Bundesamts für Justiz.
2.2.2 Örtlichkeiten
Das erste Domizil war eine alte Backsteinvilla, die der Wohngruppe ihren Namen „Bachstei“
gab. Heute ist sie in einem ehemaligen Mehrfamilienhaus untergebracht, welches den Bedürfnissen einer Wohngruppe angepasst worden ist.
2.2.3 Konzeptionelle Anpassungen
Die SPWG Bachstei versteht sich als lernende Institution. Sie hat sich im Verlaufe der Jahre
immer wieder mit den Bedürfnissen der aktuellen Jugendszene auseinandergesetzt und
konzeptionell mit der Bereitstellung entsprechender pädagogischer Mittel reagiert. In den
90er Jahren beispielsweise dominierte bei Jugendlichen im Bereich der Suchtproblematik vorübergehend das Rauchen von Heroin, während es heute der weit verbreitete Cannabiskonsum ist. Zeitweise wurden Plätze für aussergewöhnlich junge SchülerInnen gesucht. Aktuell
steht die Herausforderung der SchulabgängerInnen ohne Lehrstelle und die hohe Gewaltbereitschaft im Vordergrund.
2.2.4 Leitungsstruktur
Nachdem die SPWG Bachstei ursprünglich im Team geleitet worden war - anfangs zu viert,
später zu sechst - wurde 2002, initiiert durch den Vereinsvorstand, die Leitungsstruktur unter
Einbezug eines Organisationsberaters überdacht und neu strukturiert. Seit 2003 hat Diana
Schär, ehemaliges Mitglied der Teamleitung, die Wohngruppenleitung übernommen.
03.10.2012
9
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel 2: Standort und Geschichte
- Lageplan
03.10.2012
10
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
3 Anerkennung und Finanzierung
3.1 Anerkennung und Aufsicht
Die SPWG Bachstei ist anerkannt sowohl durch das Bundesamt für Justiz wie auch das Amt
für Jugend- und Berufsberatung des Kantons Zürichs (Betriebsbewilligung und Beitragsberechtigung) und steht unter deren Aufsicht.
3.1.1 Kantonale Betriebsbewilligung und Beitragsberechtigung
Das Amt für Jugend- und Berufsberatung Zürich übernimmt die fachliche Aufsicht und prüft
regelmässig das Wohngruppenkonzept und den bewilligten Stellenplan. Die Betriebsbewilligung wird durch die Bildungsdirektion des Kantons Zürich ausgestellt.
3.1.2 Justizanerkennung
Die SPWG Bachstei erfüllt die Anerkennungsvorgaben des Bundesamts für Justiz. Alle fünf
Jahre wird der Betrieb einer Überprüfung unterzogen.
3.1.3 Aufsicht
Die interne Aufsicht des Institutionsbetriebes ist Aufgabe der Trägerschaft, vertreten durch
den Vereinspräsidenten und die Vorstandsmitglieder.
Im Auftrag des Amts für Jugend- und Berufsberatung des Kantons Zürich, Region Ost, übernimmt eine Fachperson der Jugendkommission die externe Aufsicht und Prüfung der Umsetzung des Heimkonzeptes. Sie erstellt den jährlichen Aufsichtsbericht zuhanden des Jugendamts.
3.2 Finanzierung
Die SPWG Bachstei wird durch die monatlichen Kostgelder der platzierenden Gemeinden
(Versorgertaxen), den jährlichen Betriebsbeitrag des Bundesamts für Justiz und den Kostenanteil des Amts für Jugend- und Berufsberatung des Kantons Zürich pro platzierten Tag finanziert.
3.2.1 Neues Finanzierungsmodell von Jugendheimen (Subventionen)
Seit 2007 obliegt das finanzielle Risiko der Institution. Der Kanton Zürich beteiligt sich mit einem Kostenanteil pro platzierten Tag für Jugendliche aus dem Kanton Zürich. Eine Restdefizitgarantie wird nicht übernommen.
3.2.2 Kantonale und ausserkantonale Versorgertaxen
Für Zürcher Einweiser gelten die kantonalen Zürcher Versorgertaxen. Für Jugendliche aus
anderen Kantonen gelten die vom Jugendamt festgelegten Nettotagestaxen gemäss Datenblatt.
3.2.3 IV-Taxen
Für IV-Platzierungen gelten die Bruttotageskosten, wobei der effektive Satz erst im Folgejahr
nach dem Rechnungsabschluss festgelegt werden kann. Die Restkosten zu den IV-Beträgen
werden den einweisenden Stellen in Rechnung gestellt.
3.2.4 Kostgeldrechnungen
Die SPWG Bachstei stellt die Kostgeldrechnungen an die einweisende Stelle. Die Behörden
entscheiden über die Höhe des Elternbetrages und fordern diesen auch ein.
03.10.2012
11
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
3.2.5 Nebenkosten
Je nach Alter und Schul-/Lehrlingssituation steht den Jugendlichen ein persönliches Budget
zur Verfügung, welches zusammen mit den Versorgertaxen als Nebenkosten den einweisenden Stellen in Rechnung gestellt wird. Diese regeln, ob die Eltern dafür aufkommen müssen oder der Betrag allenfalls mit einem Lehrlingslohn verrechnet werden kann.
3.2.6 Präsenzkontrollen
Die Präsenzkontrolle dient der internen Kontrolle und der Rechnungsstellung gegenüber den
einweisenden Stellen. Sie wird gemäss den Vorschriften des kantontonalen Amts für Jungend und Berufsberatung und des Bundesamts für Justiz geführt.
03.10.2012
12
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel 3: Anerkennung und Finanzierung
Anerkennung
- Aufsichtsbericht 2010 Amt für Jugend und Berufsberatung
- Erneuerung der Beitragsberechtigung durch den Regierungsrat 2012
- Verfügung des Stellenplans durch die Bildungsdirektion 2012
Finanzierung
- Datenblatt 2012
- Betriebsbudget 2012
- Taxreglement der SPWG Bachstei 2012
- Matrix für das KÜG Formular 2008
- Matrix für die Daten der Kostgeldrechnungen
Anwesenheitskontrollen
- Matrix für die Präsenzliste
03.10.2012
13
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
4 Betriebsführung
4.1 Organigramm
VEREIN
|
VORSTAND
|
WOHNGRUPPENLEITUNG
|
KERNTEAM, AUSHILFEN UND
WEITERE MITARBEITENDE
4.2 Trägerschaft
Trägerschaft der Wohngruppe ist der gemeinnützige, politisch und konfessionell neutrale
Verein „Sozialpädagogische Wohngruppe Zürcher Oberland“ mit Sitz in Uster.
4.2.1 Vereinsmitglieder
Die Mitglieder des Vereins sind natürliche und juristische Personen aus den drei Zürcher Bezirken Uster, Pfäffikon und Hinwil. Von ihnen werden die Rechnung und das Budget abgenommen und sie wählen alle zwei Jahre das Präsidium, die übrigen Vorstandsmitglieder und
die Revisionsstelle.
4.2.2 Vereinsvorstand
Die strategische Betriebsführung der SPWG Bachstei ist Aufgabe des Vereinsvorstandes.
Dieser besteht aus sieben Personen, welche ehrenamtlich tätig sind.
4.2.3 Revisionsstelle
Der Rechnungsrevisor wird an der Vereinsversammlung gewählt und ist selber nicht Mitglied
des Vereins. Er prüft jährlich die Kasse und Bücher des Vereins entsprechend der kantonalen Richtlinien zur Finanzierung und erstattet der Versammlung schriftlich Bericht über die
vorgelegte Jahresrechnung.
4.3 Leitung und sozialpädagogisches Team
4.3.1 Wohngruppenleitung
Aufgabe der Wohngruppenleitung ist die operative Betriebsführung und Leitung der Wohngruppe. Sie vertritt die Institution nach aussen gegenüber den Behörden und der Öffentlichkeit. Ihr unterstellt sind die sozialpädagogischen MitarbeiterInnen, sowie weitere Mitarbeitende der SPWG Bachstei.
4.3.2 Sozialpädagogische MitarbeiterInnen
Die sozialpädagogische Betreuung der Jugendlichen ist Aufgabe der Mitarbeitenden des
Kernteams. Als Bezugspersonen übernehmen sie die Verantwortung in der jeweiligen Fallführung. In der alltäglichen sozialpädagogischen Arbeit werden sie durch zwei Aushilfen unterstützt.
03.10.2012
14
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel 4: Betriebsführung
Trägerschaft
- Vereinsstatuten
- Geschäftsreglement des Vorstandes
- Funktionsdiagramm
- Liste der aktuellen Vorstandsmitglieder und des Revisors
- Revisionsbericht 2012
Betriebsberechtigung 2012
03.10.2012
15
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
5 Leit- und Wertvorstellungen
5.1 Menschenbild
Als Grundlage der sozialpädagogischen Arbeit in der SPWG Bachstei dient das humanistische Menschenbild. Die Mitarbeitenden haben für ihre Arbeit folgende gemeinsame Sichtweise erarbeitet: Jeder Mensch hat universelle Grundbedürfnisse. Dies sind sowohl soziale
Bedürfnisse (Austausch mit anderen Menschen, Wertschätzung, Zuneigung, Selbstbestimmung), wie auch körperliche (Gesundheit, Unversehrtheit). Nebst diesen universellen
Grundbedürfnissen ist jeder Mensch ein einzigartiges Wesen mit eigener Wesensart, unterschiedlichen Fähigkeiten sowie individueller Lebensgeschichte.
Der Mensch muss in jeder Phase seines Lebens bestimmte Aufgaben bewältigen, welche
prägend sind für die weitere Entwicklung. Er möchte sich selber erfahren und sucht letztlich
nach Selbsterkenntnis und Eigenständigkeit. Der eigene Wille ist dabei eine starke Kraft und
Motivation, welche lebensfördernd oder auch destruktiv eingesetzt werden kann. Je nach
Entwicklungsstand ist dieser Wille mehr oder weniger bewusst.
Geprägt durch entwicklungspsychologische Unterschiede sowie gesellschaftliche Rollenbilder entstehen in gewissen Bereichen Unterschiede zwischen Mann und Frau.
5.2 Pädagogische Grundhaltung
Die SPWG Bachstei bietet einen überschaubaren, klar strukturierten pädagogischen Rahmen (klare Regeln, absehbare Konsequenzen) mit individueller Anpassung je nach Entwicklungsstand, dem Alter und der Persönlichkeit einer/eines Jugendlichen. Innerhalb dieses
Rahmens ist es wichtig, die individuelle Entwicklung des Einzelnen zu fördern. Das Arbeiten
nach fixen Schemata macht somit wenig Sinn. Ein Angebot individueller Lösungen, soweit es
das Gruppenleben zulässt, ist dagegen entscheidend. Soweit es möglich ist, wird die Privatsphäre des Einzelnen gewahrt.
Eine Haltung aus Wertschätzung und Akzeptanz den Jugendlichen gegenüber ist wichtig,
ebenso ihre Ressourcen zu erkennen und zu fördern. Bei selbst- oder fremdschädigendem
Verhalten müssen klare Grenzen gezogen und es muss versucht werden, gemeinsam mit
den Jugendlichen einen Veränderungsprozess zu initiieren.
Die Beziehung ist das wichtigste Arbeitsinstrument. Der Aufbau einer positiven Beziehung zu
den Jugendlichen bietet die Chance, Vertrauen zu schaffen, verschiedene Rollen (z.B. Autorität) einzunehmen und als Reibungsfläche konstruktiv zur Verfügung zu stehen. Zur Bewahrung einer professionellen Distanz braucht es ständige Selbstreflexion, Teambesprechungen
sowie regelmässige Supervision.
Neben der Zusammenarbeit mit dem Team ist der Kontakt der Jugendlichen untereinander
ein wichtiges Übungsfeld. Dadurch lernen die Jugendlichen, ihr eigenes Verhalten in der
Gruppe zu erkennen und soziale Kompetenzen einzuüben. Gemeinsame Aktivitäten, Gespräche und ein aktives Gruppenleben unterstützen diesen Prozess und schaffen gegenseitiges Verständnis.
Weiter ist es wichtig, dass die Jugendlichen entsprechend ihren Möglichkeiten eine Ausbildung machen können und bei diesem Findungsprozess adäquate Unterstützung erfahren.
5.3 Führungskultur und Zusammenarbeit
5.3.1 Partizipativer Führungsstil
Der Verein Sozialpädagogische Wohngruppe Zürich Oberland, die „Wohngruppe Bachstei“,
legt grossen Wert darauf, dass die Führung sowohl auf der Ebene des Vorstandes wie auch
auf den Ebenen der Leitung und des Teams in einem partizipativen Sinn gelebt wird. Auf der
Grundlage klarer Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege wird die Wohngruppe in einem kooperativen Stil geführt.
03.10.2012
16
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
5.3.2
SPWG Bachstei
Zusammenarbeit im Team
Ein gut eingespieltes Team von engagierten MitarbeiterInnen ist die Grundlage erfolgreicher
pädagogischer Arbeit. Deshalb wird eine langjährige Mitarbeit und das gemeinsame Erarbeiten und Umsetzen konzeptioneller Arbeitsinstrumente geschätzt und angestrebt.
Transparenz und gegenseitige Wertschätzung bestimmen die Zusammenarbeit. Entscheide
werden, wenn möglich, über Konsensfindung gefällt. Für eine gute Arbeitsorganisation sind
Zuständigkeiten und Kompetenzen klar definiert.
03.10.2012
17
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapital 5: Leit- und Wertvorstellungen
- Internes Papier „Leitbild und pädagogische Grundhaltung“
- Internes Papier „pädagogische Grundhaltung bezüglich Cannabiskonsum“
03.10.2012
18
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
6 Personal
6.1 Ausbildung und Funktion der Mitarbeitenden
Dem Betreuungsteam der SPWG Bachstei stehen insgesamt 575 Stellenprozente zur Verfügung. Neben der Wohngruppenleiterin arbeiten fünf pädagogische MitarbeiterInnen im Kernteam, die unterstützt werden durch zwei Aushilfen. Alle Mitarbeitenden sind gut qualifiziert für
ihre Aufgaben. Sie sind sehr erfahren in der Arbeit mit Jugendlichen und erweitern ihre Kompetenzen kontinuierlich durch Weiterbildungen.
6.1.1 Wohngruppenleitung
Die Wohngruppenleitung ist auf Fachhochschulebene in den Bereichen Sozialpädagogik,
Soziale Arbeit oder Psychologie ausgebildet und hat eine entsprechende Weiterbildung im
Führungsbereich absolviert. Ihre Kernaufgabe ist die Führung der Wohngruppe. Dies beinhaltet das betriebliche und finanzielle Management, die Personalführung, die Koordination
und Betreuung der pädagogischen Arbeit, konzeptionelle Arbeiten und die Öffentlichkeitsarbeit. Daneben ist sie in der Alltagsbetreuung der Jugendlichen und ergänzend in der Familienarbeit tätig. In der Regel übernimmt sie keine direkte Bezugspersonenarbeit, springt aber
in Krisensituationen ein.
6.1.2 Stellvertretung der Leitung
Während der Abwesenheit der Leitung gewährleistet die Stellvertretung das reibungslose
Funktionieren der Wohngruppe und ist die Ansprechperson nach aussen. Sie ist in Besitz
von grundsätzlichen Kenntnissen über den Betrieb der SPWG Bachstei und hat langjährige
Berufserfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen im stationären Bereich. Sie übernimmt zudem
die Hauptaufgabe in der Eltern- und Familienarbeit.
6.1.3 Kernteam
Die Mitarbeitenden des Kernteams der SPWG Bachstei sind in Sozialpädagogik, Sozialarbeit
oder Psychologie ausgebildet und übernehmen die pädagogischen Hauptaufgaben. Sie befinden sich in einem Anstellungsverhältnis von mindestens 70% und gewährleisten die kontinuierliche Führung der Jugendlichengruppe sowie die Betreuung von ein bis zwei (vorübergehend drei) Jugendlichen im Bezugspersonensystem. Zu ihren Pflichten gehören auch diverse administrative und haushalterische Arbeiten. Alle MitarbeiterInnen betreuen gemäss
ihrer speziellen Fähigkeiten, Interessen und ihrer Ausbildung ein internes Ressort.
6.1.4 Aushilfen
Die Aushilfen müssen nicht zwingend eine pädagogische Ausbildung mitbringen. Allgemeine
Lebens- und Berufserfahrung sind jedoch wichtig. Sie springen bei Abwesenheit eines
Teammitglieds (Ferien, Weiterbildung, Krankheit) ein und betreuen in dieser Zeit die Jugendlichengruppe. In der Regel nehmen sie nicht an den wöchentlichen Teamsitzungen teil, jedoch an regelmässigen Informationssitzungen mit der Leitung oder deren Stellvertretung.
6.1.5 Lernhilfe
Eine Lernhilfe unterstützt die Jugendlichen einmal in der Woche bei ihren schulischen und
anderen Lernaufgaben. Sie hat eine gute Schul- und Allgemeinbildung und präsentes Wissen bezüglich des aktuellen Schulstoffs. Idealerweise hat sie eine Matura und ist StudentIn
oder LehrerIn.
6.1.6 Raumpflege
Eine Reinigungsfrau unterstützt das Team und die Jugendlichen während drei Stunden pro
Woche im allgemeinen Haushaltsputz. Sie arbeitet gemäss ihrem Pflichtenheft selbständig
und zuverlässig.
03.10.2012
19
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
6.1.7 Buchhaltung
Der eidgenössisch diplomierte Buchhalter/Controller übernimmt in Absprache mit der Leitung
das Rechnungswesen. Seine Tätigkeiten beinhalten unter anderem die Rechnungsstellung
der Kostgelder, die Lohnauszahlungen, den allgemeinen Zahlungsverkehr, die Bilanzierung
und die Erstellung der Erfolgsrechnung. Alle zwei Monate bespricht er mit der Leitung den
aktuellen Budgetvergleich.
6.2 Betreuungsschlüssel und Dienstplan
6.2.1 Stellenprozente
Die bewilligten Stellenprozente sind aktuell folgendermassen aufgeteilt:
Funktion
Verteilung der Stellenprozente
Leitung
Stv.Leitung
Kernteam
Aushilfen
Lernhilfe, Reinigung etc.
Total
90%
95%
2 x 80%. 1 x 75% und 1 x 70%
2 x 40%
5%
575%
6.2.2 Wöchentlicher Dienstplan
Die Mitarbeitenden der SPWG Bachstei arbeiten gemäss einem wöchentlich fixen Dienstplan. Jede/r Mitarbeitende des Kernteams ist verantwortlich für einen Abend- und einen Pikettdienst pro Woche. Die Wochenenddienste werden über das Jahr aufgeteilt. Für die Aushilfen wird monatlich ein Dienstplan mit den zu übernehmenden Diensten erstellt, welche sie
untereinander selbständig aufteilen.
6.3 Personalreglement
In einem internen Personalreglement sind die Informationen und Vorgaben bezüglich Arbeitszeiten, Dienstplänen, Unterschriftenregelungen, Weiterbildung, Spesenauszahlung und
Sicherheit notiert.
6.4 Personalentwicklung
Gut ausgebildete und berufserfahrene MitarbeiterInnen sind das wichtigste Instrument in der
sozialpädagogischen Arbeit. Deshalb ist die Personalentwicklung ein wichtiger Bestandteil
der Führung der SPWG Bachstei.
6.4.1 MitarbeiterInnengepräche und Qualifikationen
Das regelmässige MitarbeiterInnengespäch ist ein wichtiger Bestandteil des Personalmanagements in der SPWG Bachstei und ein grundlegendes Führungsinstrument. Neben den arbeitsalltäglichen Gesprächen führt die Leitung jährlich mit jeder/m MitarbeiterIn ein MitarbeiterInnengespräch. Dieses beinhaltet einen individuellen Rückblick über die wichtigsten Themenbereiche des vergangenen Jahres (inklusive Arbeitszufriedenheit und Feedback/Wünsche an die Leitung), das Besprechen und Vergleichen der Selbsteinschätzung
und des Feedbacks einer/s ArbeitskollegIn und der Qualifikation durch die Leitung mittels einem dafür entwickelten Raster. Daraus werden die notwendigen Entwicklungsziele herauskristallisiert und geeignete Massnahmen eingeleitet (persönliche und Team-Weiterbildungen,
Themen für Teamtage, Ressortverantwortung). Diese dienen der Sicherung der Qualität und
gewährleisten die „Fitness“ der MitarbeiterInnen für kommende Ereignisse. Die Zielvereinbarungen werden schriftlich festgelegt und periodisch überprüft.
03.10.2012
20
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
6.4.2 Weiterbildung
Die laufende Weiterentwicklung der einzelnen Mitarbeitenden und des Gesamtteams hat in
der SPWG Bachstei einen hohen Stellenwert. Im Rahmen des jährlichen MitarbeiterInnengesprächs wird aufgrund der Zielvereinbarungen die individuelle Weiterbildung zusammen mit
der Leitung geplant und von ihr bewilligt. Sie soll den Bedürfnissen der MitarbeiterInnen hinsichtlich der eigenen Professionalisierung entsprechen sowie auch dem Gesamtbetrieb den
grösstmöglichen Nutzen bringen.
Ergeben sich aus dem Erziehungsalltag Themen, welche einem Entwicklungsbedürfnis des
gesamten Teams entsprechen (wie zum Beispiel Deeskalation von Situationen mit Gewaltpotential), werden Weiterbildungen organisiert, an welchen alle Mitarbeitenden teilnehmen.
Umfang, Dauer und Kosten der individuellen und der Team-Weiterbildungen werden durch
die Leitung entsprechend dem Budget und im Hinblick auf eine umfassende und kontinuierliche Weiterentwicklung des gesamten Teams festgelegt.
6.4.3 Teamtage
In der Regel lösen sich Leitung und Kernteam zweimal im Jahr an einem Tag aus dem Alltagsgeschehen heraus. Aus Distanz und ohne Zeitdruck der täglichen Arbeit mit den Jugendlichen soll das pädagogische Konzept überprüft und nach Bedarf der aktuellen Situation und
den gemachten Erfahrungen angepasst werden. Themen, deren Bearbeitung während des
Arbeitsalltags oft nicht möglich ist, können besprochen werden. Diese Teamtage beabsichtigen unter anderem folgende Ziele: die interne Kommunikation und Effizienz der Zusammenarbeit zu verbessern, sich als Gesamtteam auf neue Situationen und Anforderungen einzustellen, neue Arbeitsinstrumente einzuführen und Vereinbarungen für die Zukunft zu treffen.
Sie werden von der Leitung in Zusammenarbeit mit dem Team anhand von Thesenpapieren
organisiert und finden ausserhalb des Bachstei-Gebäudes statt. Das gemeinsame Mittagessen und die Pausen sollen auch dem informellen Austausch, der Teamfindung- und Stabilisierung dienen.
6.4.4 Intervision
Im Alltag reicht die Zeit oft nicht für eine gemeinsame Reflexion relevanter Themen aus.
Deshalb trifft sich das Kernteam regelmässig, um aktuelle Themen aus dem Erziehungsalltag zu besprechen. Gegenseitiges Lernen und eine kollegiale, lösungs- und ressourcenorientierte Beratung stehen im Mittelpunkt der Intervision. Fragen zu stellen, offen Probleme zu
diskutieren und den breiten Erfahrungsschatz des gesamten Teams zur Erarbeitung neuer
Handlungskompetenzen zu nutzen, ist der Sinn der Intervision.
6.4.5 Supervision
Die für das Kernteam obligatorische Supervision von 2 Stunden pro Monat kann für Fall- und
Teamsupervision genutzt werden. Bei Bedarf können auch die Aushilfen dazu eingeladen
werden. Mit Hilfe einer Aussensicht werden Entwicklungsverläufe einzelner Jugendlicher und
von Gruppenprozessen, sowie die Interventionen der SozialpädagogInnen kritisch betrachtet. Ziel ist die Bewältigung von Belastungen des beruflichen Alltags und die Professionalisierung des beruflichen Handelns. Als Erkennungs-, Lern- und Verstehensprozess vermittelt sie
neue Handlungsperspektiven. Sie unterstützt das Finden der eigenen Rolle, die Entwicklung
von Stärken und die Bearbeitung der eigenen Ansprüche an die Arbeit. Die Verbesserung
der Arbeitskultur durch Veränderung der Organisationsform ist ebenfalls ein Zweck der Supervision.
03.10.2012
21
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapital 6: Personal
Mitarbeitende
- Liste der Mitarbeitenden und Vorstand 2012
- Mitarbeitende Ausbildung und Anstellung 2012
- Internes Papier „Zusammenarbeit mit den Aushilfen“
Ausbildung und Funktion der Mitarbeitenden:
- Anforderungsprofil der Leitung
- Stellenbeschrieb der Leitung
- Anforderungsprofile und Stellenbeschrieb der Vertretung der Leitung
- Anforderungsprofile und Stellenbeschrieb der Mitarbeitenden im Kernteam
- Anforderungsprofile und Stellenbeschrieb der Aushilfen
- Anforderungsprofile und Stellenbeschrieb der Lernhilfe
- Aufgaben der Buchhaltung
Anstellung und Einarbeitung
- Vorlage für Inserat
- Checkliste „Abklärungen Bewerbungen für Aushilfestelle“
- Matrix für den Arbeitsvertrag
- Unterlagen für die Buchhaltung bei Neueintritten
- Checkliste „Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen in den Bachstei-Alltag“
Dienstpläne
- wöchentlicher Dienstplan ab September 2010
- internes Papier „Ergänzungen zum Dienstplan“
- Matrix für die monatliche Stundenabrechnung
- Matrix für die Stundenübersicht der Lernhilfe
- Jahresplanung Team 2013
Informationen für Mitarbeitende
- Personalreglement
- Diskriminierung durch sexuelle Belästigung unter Mitarbeitenden
- Kurzinformation zu „Verantwortung und Sicherheit im Bachstei“
- Internes Papier „Benutzung Mobility-Auto“
- Unterschriften „Unterschriften Schlüssel“
- Unterschriften „Unterschriften Keyfinder“
Personalentwicklung:
- Beiblatt zu den MitarbeiterInnengesprächen
- Deckblatt und Zielvereinbahrungen
- Raster für die Qualifikation durch die Leitung
- Raster zur Selbsteinschätzung
- Raster für das Feedback einer ArbeitskollegIn
- Internes Praxisausbildungskonzept
03.10.2012
22
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
7 Klientel
7.1
Zielgruppe
In der SPWG Bachstei werden maximal 8 junge, normal begabte Frauen und Männer im Alter von ca. 15 bis 20 Jahren betreut. Sie haben psychische und/oder soziale Probleme und
Verhaltensauffälligkeiten. Ihre gesunde Persönlichkeitsentwicklung wird im gegenwärtigen
Beziehungsumfeld behindert, sodass sie nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können.
Ihre Probleme stellen zu hohe Anforderungen an eine ambulante Behandlung, weshalb sie
eine stationäre Betreuung benötigen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche aus dem Kanton Zürich und der deutschsprachigen Schweiz.
Nicht aufgenommen werden: Jugendliche mit schwerwiegender Drogenproblematik (harte
Drogen) und Jugendliche, welche einer stationären psychiatrischen Behandlung bedürfen.
7.2
Aufnahmekriterien (Indikationen und Kontraindikationen)
Wichtig ist die Möglichkeit der Zusammenarbeit des gesamten Systems (Eltern, einweisende
Stelle, Schule/ArbeitgeberIn, Wohngruppe) und Übereinstimmung bezüglich des Auftrags.
Folgende Kriterien entscheiden über eine Platzierung: Alter zwischen 15 und 17 Jahren,
grundlegende Motivation des Jugendlichen zur Mitarbeit, Bereitschaft der Herkunftsfamilie
zur Zusammenarbeit, Vorhandensein einer Tagesstruktur und die Bereitschaft des Jugendlichen, dieser regelmässig nachzugehen sowie grundlegende Akzeptanz der internen Regeln.
Die finanzielle Voraussetzung für die Aufnahme einer/eines Jugendlichen in die SPWG
Bachstei ist die Gewährleistung der Kostengutsprache seitens der Gemeinde.
7.3
Ausschlusskriterien
Es ist zu erwarten, dass die Jugendlichen ihre Ziele nicht gradlinig erreichen. Vielmehr sind
die Wege zu ihrer Erreichung oftmals durch Rückschläge und einem Suchen nach dem eigenen Weg gekennzeichnet. Dabei werden auch gesetzte Regeln und Grenzen immer wieder überschritten, was durchaus als altersspezifisch adäquat beurteilt werden kann.
Eine dauerhafte oder massive Überschreitung der Regeln kann jedoch einen Ausschluss unabdingbar machen. Der Ausschluss erfolgt in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und ist in
der Regel das Ergebnis eines längeren Prozesses, welcher transparent und nachvollziehbar
dargelegt wird.
Folgende Kriterien können hier von Relevanz sein: Wegfall der Tagestruktur; konstantes
Überschreiten der Regeln; massive Anwendung von verbaler oder körperlicher Gewalt; psychische Probleme, welche eine intensive stationäre psychiatrische Behandlung bedingen;
Drogenproblematik, die einen anderen Rahmen notwendig erscheinen lässt.
7.4
Platzierung
7.4.1 Zuweisende Stellen
Die zuweisenden Instanzen können Jugend- und Familienberatungsstellen, Sozialzentren,
Vormundschaftsbehörden oder Jugendanwaltschaften mit Kostengutsprache der einweisenden Behörde sein. Manchmal entsteht der erste Kontakt auch über die/den Jugendlichen, die
Eltern, Sozialdienste von psychiatrischen Kliniken oder andere Beratungsstellen. Für die
konkrete Einweisung muss jedoch ein Jugendsekretariat oder eine Jugendanwaltschaft eingeschaltet sein.
7.4.2 Platzierungsgrundlagen
Die Platzierungsgrundlagen sind jugendstrafrechtliche Verfügungen (StGB Art. 84/85, 91/92),
zivilrechtliche Einweisungen (vormundschaftliche Beschlüsse) (ZGB Art. 308, Art. 310) oder
freiwillige Eintritte durch die Vermittlung einer Fachstelle der ambulanten Jugendhilfe (Jugendsekretariate, Sozialzentren).
03.10.2012
23
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapital 7: Klientel
03.10.2012
24
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
8 Angebot und Leistungen
8.1 Öffnungszeiten
Die SPWG Bachstei ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet und die Betreuung wird täglich während 24 Stunden gewährleistet.
Die Telefonzeiten sind jeweils Montag bis Freitag von 8 – 11h. Ausserhalb dieser Zeiten
können wir unregelmässig erreichbar sein.
8.2
Sozialpädagogisches Angebot
8.2.1 Individuelle Betreuung im Bezugspersonensystem
In der SPWG Bachstei wird im Bezugspersonensystem und mit individueller Förderplanung
gearbeitet. Jede MitarbeiterIn des Kernteams ist verantwortlich in der Fallführung von 1 bis 3
Jugendlichen. Dazu gehören regelmässige Einzelgespräche und die Begleitung und Betreuung entsprechend der im Aufnahmevertrag formulierten Ziele. Die Bezugsperson behält den
Überblick über den Verlauf, hat Kontakt zu allen relevanten, involvierten Personen und informiert Leitung und Team regelmässig über die aktuellen Entwicklungen. In Bezug auf die
Zusammenarbeit werden verbindliche Abmachungen mit den Jugendlichen getroffen.
8.2.2 Orientierung am internen Stufenmodell
Die SPWG Bachstei arbeitet mit einem selbst entwickelten Stufenmodell, welches die
Einordnung der Jugendlichen in unterschiedliche Entwicklungsniveaus ermöglicht. Zudem
verschafft es einen Überblick über die nächsten Ziele und Stufen des Aufenthaltes und die
damit zusammenhängenden Aufgabenstellungen. Eine Orientierung aller am
Erziehungsprozess Beteiligten über den Verlauf sowie eine gezielte, individuelle Förderung
der Jugendlichen kann auf diese Weise gewährleistet werden.
8.2.3 Arbeiten mit der Jugendlichen-Gruppe
Das Zusammenleben in der Gruppe ist ein wichtiger Teil des sozialen Lernens. Diesbezüglich werden regelmässige Gruppenabende zur Planung des Alltags, des Zusammenlebens
und der Bearbeitung gruppendynamischer Prozesse angeboten.
8.2.4 Geregelte Tagestruktur
Jugendliche, die in der SPWG Bachstei leben, müssen grundsätzlich einer regelmässigen
externen Tagesstruktur nachgehen. Sie besuchen in der Regel eine externe Schule oder
sind in einer Berufslehre. Vorübergehend kann eine interne Tagesstruktur im Haushalt und
Garten angeboten werden. Zudem stehen Möglichkeiten der externen Beschäftigung als
kurzfristige Überbrückung zur Verfügung.
8.2.5 Freizeitgestaltung und gemeinsame Ferien
Eine, die persönliche Entwicklung fördernde Freizeitgestaltung der Jugendlichen wird angestrebt. Dabei liegt der Fokus auf nicht-konsumorientierten Angeboten. Es wird versucht, das
kreative Potential der Jugendlichen zu erkennen und sie mit einem entsprechenden Angebot
zu fördern. Neugierde und Interesse sollen geweckt und den Jugendlichen Lernfelder geboten werden, welche soziale Kontakte fördern und das Selbstvertrauen stärken. Die Gestaltung von gemeinsamen Ferien (1-2 Wochen jährlich) dient ebenfalls den oben genannten
Zielen. Zudem stellen sie spezielle Herausforderungen an die Jugendlichen bezüglich
Durchhaltevermögen und der intensiven Auseinandersetzung mit der Gruppe.
03.10.2012
25
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
8.2.6 Zusammenarbeit mit den einweisenden Stellen
Der konstruktiven Zusammenarbeit mit den einweisenden Stellen kommt bezüglich einer erfolgreichen Platzierung grosse Bedeutung zu. Eine transparente Arbeitsweise sowie zuverlässige, gegenseitige Informationsweitergaben (z.B. Standortgespräche, Berichte, Protokolle)
sind eine wichtige Voraussetzung für die Zusammenarbeit. Die konstante Orientierung über
den aktuellen Stand sowie das gemeinsame Suchen nach dem besten Weg führt gerade
auch in krisenhaften Phasen zu günstigen Rahmenbedingungen eines Aufenthaltes.
8.2.7 Eltern- und Familienarbeit
Um eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern zu gewährleisten, bietet die SPWG Bachstei
regelmässige Eltern- und Familiengespräche an. Ziel ist die Integration der Eltern in den gemeinsamen Erziehungsauftrag und die Nutzung der elterlichen Ressourcen zur förderlichen
Entwicklung der Jugendlichen. Der Aufarbeitung der Familiengeschichte kommt eine zentrale
Bedeutung zu. Je nach Situation wird auf eine Ablösung oder seltener eine Rückintegration
in die Herkunftsfamilie hingearbeitet.
8.2.8 Schulische und berufliche Förderung
Die schulische sowie berufliche Entwicklung der Jugendlichen wird durch die enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Verantwortlichen und durch spezielle Angebote der Institution
wie dem obligatorischen, wöchentlich stattfindenden Lernabend gefördert.
8.2.9 Nachbetreuung
Um die weitere Entwicklung nach einem Austritt zu festigen, bietet die SPWG Bachstei ein
Nachbetreuungsangebot an. Umfang und Dauer richten sich nach den individuellen Bedürfnissen, verzeichnen jedoch mit zunehmender Autonomie eine rückläufige Betreuungsintensität. Die Kosten sind gemäss den kantonalen Versorgertaxen geregelt.
8.3
Agenda
8.3.1 Tagesablauf
Zum täglichen Ablauf gehören fixe Aufgaben in jedem Dienst:
Zeit
Mitarbeitende
Jugendliche
6.00 -9.00
8.00 -11.00
Wecken, Frühstück
Telefonzeit, Administration, Sitzungen, Ressortarbeiten
Einkauf, Kochen
Mittagessen, Aktennotizen, Abrechnung
Übergaberapport an Abenddienst
Sitzungen, Büro- und Ressortarbeiten
Übergaberapport an Pikettdienst
Kochen mit Jugendlichen
Essen und danach Einzelgespräche oder Gruppenabende
Abendgestaltung und Vorbereitung für die Nachtruhe
Rundgang durchs Haus, Führung der Aktennotizen
Übernachtungspikett im Haus
Tagwache, Frühstück
Tagesstruktur (Schule, Praktikum, Lehre)
Tagesstruktur
Mittagessen der SchülerInnen
11.00 – 12.00
12.00 – 14.00
14.00 – 14.30
14.30 – 17.00
17.00 – 17.30
17.30 – 19.00
19.00 – 21.00
21.00 – 22.30
22.30 – 24.00
24.00 – 6.00
03.10.2012
Tagesstruktur
Tagesstruktur
Kochen im Turnus
Abendgestaltung, Ausgänge
gemäss Alter
Abendgestaltung
Nachtruhe
Nachtruhe
26
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
8.3.2 Wochenplan
Unter der Woche gibt es für Mitarbeitende und Jugendliche verbindliche, fixe Aktivitäten:
Vormittag
Nachmittag
Abend
1 x / Monat Supervision
Hausreinigung
Teamsitzung
Fitnesstraining
Lernabend
Wochentag
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
1 x / Monat Gruppensitzung
Haushaltsämtli und
Zimmerreinigung
Sonntag
Haussitzung und gemeinsame Gruppenaktivität
(ev. Aufnahmeritual für
Neueintritte)
8.3.3 Wochenendgestaltung
Die SPWG Bachstei ist auch an den Wochenenden betreut. Bis Samstagnachmittag müssen
die Jugendlichen ihre Ämtli abgegeben haben. Danach gestalten sie ihr Wochenende nach
individuellen Abmachungen gemäss Alter und Reife.
8.3.4 Jahresplanung
Sowohl mit den Jugendlichen wie auch auf Teamebene finden ritualisierte jährliche Aktivitäten statt:
Monat
Aktivität Team
Januar
Februar
Jahresplanung
Wintersportferien oder –tage
MitarbeiterInnengespräche
Schreiben des Jahresberichts
Osteraktivitäten, Frühlingsputz
Generalversammlung mit gemeinsamem Nachtessen von
Vorstandsmitgliedern Mitarbeitenden und Jugendlichen
Teamtag (Frühjahr)
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Sommerlager
Zwischengespräche
Herbstausflug
Teamtag (Herbst)
Wichteln und BachsteiWeihnachten mit Jugendlichen
und Team
Aktivitäten Jugendliche
Wintersportferien oder -tage
Schreiben des Jahresberichts
Osteraktivitäten, Frühlingsputz
Generalversammlung mit gemeinsamem Nachtessen von
Vorstandsmitgliedern Mitarbeitenden und Jugendlichen
Sommerlager
Herbstausflug
Wichteln und BachsteiWeihnachten mit Jugendlichen
und Team
Ebenfalls finden während des Jahres diverse, monatliche Aktivitäten mit den Jugendlichen
statt, mit dem Ziel, Gruppenerlebnisse und aktives, nicht konsumorientiertes Erleben zu fördern.
03.10.2012
27
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel 8: Angebot und Leistungen
03.10.2012
28
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
9 Aufenthaltsverlauf
9.1 Aufenthalt in der Sozialpädagogischen Wohngruppe Bachstei
9.1.1 Anmeldeprozedere und Aufnahmeverfahren
Die Anmeldung beginnt mit einer telefonischen Anfrage seitens der einweisenden Stelle. Anhand eines Anmeldeformulars werden die relevanten Informationen und persönlichen Daten
aufgenommen sowie Berichte oder Akten, soweit vorhanden, angefordert. Daraus wird ersichtlich, ob einer Platzierung in der SPWG Bachstei nichts im Wege steht.
Informationen bezüglich freier Plätze, des Angebotes sowie der Kosten können gegeben
werden und ein Vorstellungsgespräch („Infokafi“) kann terminiert werden.
Im Vorstellungsgespräch werden weitere Informationen zum Angebot sowie zur Funktionsweise (Regeln/Pflichten) der Wohngruppe weitergegeben und eine Hausführung wird durchgeführt. In der Regel nehmen die/der Jugendliche, die Familie und die platzierende Instanz
an dem Gespräch teil.
An einem Schnupperabend oder bei Bedarf an einigen Schnuppertagen, bietet sich der/dem
Jugendlichen die Möglichkeit, die Gruppe und das alltägliche Zusammenleben kennen zu
lernen. Das Team kann seinerseits einen weiteren Eindruck von der/dem Jugendlichen bekommen, um so im Hinblick auf eine mögliche Aufnahme zu einer Entscheidung zu gelangen.
Zudem muss das Vorhandensein einer geregelten Tagesstruktur vor Eintritt geklärt sein.
9.1.2 Aufnahmegespräch und Auftrag
Erscheint nach den gemachten Abklärungen eine Platzierung sinnvoll, wird ein Termin für ein
Aufnahmegespräch abgemacht. Zentraler Punkt des Aufnahmegespräches ist die gemeinsame Erarbeitung des Auftrages an die SPWG Bachstei und Zielsetzungen für den/die Jugendliche/n.
Mit der Vertragsunterzeichnung sind die finanziellen (Kostgutsprache und Regelung der Nebenkosten) sowie inhaltlichen (Auftrag/Zielsetzung) Bedingungen einer Platzierung geklärt
und der Eintrittstermin kann festgelegt werden.
9.1.3 Eintritt und Kennenlernphase (erste 2 Wochen)
Sind die Rahmenbedingungen vereinbart, kann der Eintritt erfolgen. Die ersten zwei Wochen
finden unter stark eingeschränkter Ausgangsregelung statt und dienen dem Einleben und
Kennenlernen. Die/der Jugendliche soll Gelegenheit haben, sich in ihrem/seinem neuen Zuhause einzurichten, Kontakte mit der Gruppe und dem Team zu knüpfen und auch die nähere Umgebung kennen zu lernen. Der Eintritt wird mit einem Gruppenritual beschlossen (gemeinsames Nachtessen und Dessert in der Wohngruppe jeweils Sonntags). Die bestehende
Jugendlichengruppe wird vorgängig über den Neueintritt informiert und gestaltet als Willkommenszeichen ein Plakat für den/die eintretende/n Jugendliche/n.
9.1.4 Probezeit (3 Monate)
In der darauf folgenden Probezeit von drei Monaten, die ebenfalls unter beschränkten Ausgangsregelungen verläuft, soll geklärt werden, ob die im Auftrag festgelegten Ziele grundsätzlich realisiert werden können. In der nach Ablauf der Probezeit stattfindenden ersten
Standortbestimmung kann entschieden werden, inwiefern anhand der gemachten Erfahrungen eine weitere Platzierung Sinn macht, ob es zu Anpassungen des ursprünglichen Auftrags kommt oder ob eventuell eine Verlängerung der Probezeit sinnvoll erscheint.
9.1.5 Entwicklungs- und Stabilisierungsphase
Sind die Bedingungen für eine Fortführung der Platzierung gegeben, kann die intensive und
zu Beginn oft von starken Auseinandersetzungen gekennzeichnete Erziehungsarbeit aufge03.10.2012
29
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
nommen werden. In dieser Zeit hadert der Jugendliche oftmals mit seiner Situation und Gedanken an einen Abbruch können auftauchen.
Eine Neuorientierung muss in der Auseinandersetzung mit den relevanten Themen errungen
werden, damit eine als sinnvoll empfundene Richtung erkennbar wird und die/der Jugendliche in eine stabile Phase seines Aufenthalts in der Wohngruppe eintreten kann.
9.1.6 Krisen- und Rückfallbewältigung (Time-outs)
Kommt es während des Aufenthaltes zu einer Krise, welche den Verbleib in der Wohngruppe
grundlegend in Frage stellt, kann eine zeitlich befristete externe Platzierung (Time-out) das
Mittel der Wahl sein. Sinn einer solchen Massnahme ist es, Raum für eine Neuorientierung
zu geben, um eine anschliessende Fortführung des Aufenthaltes zu ermöglichen. Die SPWG
Bachstei verfügt über verschiedene Möglichkeiten der Time-out-Platzierung, sodass meist
kurzfristig ein der jeweiligen Situation angepasstes Angebot zur Verfügung gestellt werden
kann.
9.1.7 Austrittsphase und Austritt
Zeichnet sich aufgrund der weitgehenden Erreichung der vereinbarten Ziele ein Austritt ab,
kann die/der Jugendliche in die Austrittsphase übertreten. Eine intensive Beschäftigung mit
den Bedingungen und Anforderungen der zukünftigen Lebenssituation steht nun im Mittelpunkt. Neben der Klärung der Wohnsituation, der Neugestaltung der sozialen Kontakte und
der grösseren Eigenverantwortlichkeit bezüglich der beruflichen Situation muss auch der Abschied aus der Wohngruppe gestaltet und reflektiert werden. Die einzelnen Schritte und genauen Bedingungen des Austritts geschehen in enger Absprache und Zusammenarbeit mit
den einweisenden Instanzen und der Familie des Jugendlichen.
9.2
Nachbetreuung und Nachbegleitung
Um einen guten Übergang von der betreuten Situation in die Selbständigkeit gewähren zu
können, bietet die SPWG Bachstei individuelle Nachbetreuung und Nachbegleitung für ehemals platzierte Jugendliche an. In der Austrittsphase wird besprochen, ob und in welcher
Weise eine solche Nachbetreuung unterstützend und notwendig ist, damit die erreichten
Entwicklungsschritte auch ausserhalb des institutionellen Rahmens Fuss fassen können. Die
Nachbetreuung wird von der früheren Bezugsperson und je nach Situation in Zusammenarbeit mit einem/einer externen sozialpädagogischen BegleiterIn und/oder dem internen Familientherapeuten durchgeführt. Mit der einweisenden Stelle muss vorgängig der neue Auftrag
und die Finanzierung geklärt sein.
9.2.1 Stationäre Nachbetreuung
Die/der Jugendliche bleibt weiterhin in der SPWG Bachstei platziert. Es wird für ihn eine
Wohnung in der näheren Umgebung gesucht. Die Bezugsperson betreut ihn weiterhin, das
Angebot der Eltern- und Familiengespräche bleibt bestehen und die SPWG Bachstei ist die
Anlaufstelle, wenn Unterstützung gebraucht wird. Grundsätzlich gelten weiterhin die Regeln
der Wohngruppe. Der/die Jugendliche ist eingeladen, je nach Bedarf und Absprache, an
Bachstei-Aktivitäten, wie Sonntagsaktivität, Lernabend, gemeinsame Ferien teilzunehmen.
9.2.2 Ambulante Nachbegleitung
Der/die Jugendliche wohnt in einer eigenen Wohnung, in einer WG oder wieder bei den Eltern zu Hause. Die Bezugsperson und/oder der Familientherapeut bieten je nach Bedarf und
Absprache aufsuchende Unterstützung und Begleitung in der Integration im neuen Umfeld
und in der neuen Lebenssituation an.
03.10.2012
30
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel 9: Aufenthaltsverlauf
Anmeldung
- internes Papier „von der Anfrage bis zum ersten Standortgespräch“
- Formular für Anfragen
Vorstellungsgespräch
- Internes Papier „Leitfaden zu den Vorstellungsgesprächen“
- Unterlagen zum Abgeben: Erste Informationen für interessierte Jugendliche; Zusammenleben in der SPWG Bachstei; Zimmerruhe, Ausgänge und Gruppenabende; Budgetvorschläge
Aufnahme
- Matrix für den Aufnahmevertrag
Eintritt
- Matrix für das Personalienblatt
- Liste abzugebender Dokumente bei Eintritt
- Checkliste „Einführung in den Bachstei-Haushalt“
- Checkliste „Anmeldung bei der Stadt Uster“
- Vollmacht Anmeldung Einwohnerkontrolle
- Formular Gemeinde Uster Wochenaufenthalter
- Gesuch für Kostengutsprache bei Jugendlichen
- Matrix Notfallblatt
Nachbetreuung
- Nachbetreuungskonzept der SPWG Bachstei
- Internes Papier „Anforderungen für den Status der Nachbetreuung“
- Matrix für den Vertrag Nachbetreuung SPWG Bachstei
- Internes Papier „Vorgaben zur Nachbetreuung“
- Begleitschreiben zur Wohnungssuche
- Begleitschreibung zur Wohnungssuche Jugendliche
03.10.2012
31
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
10 Aufenthaltsgestaltung
10.1 Pädagogische Grundgedanken
10.1.1 Beziehungsarbeit
Grundlegend für den Erfolg einer Platzierung ist die Herstellung tragender Beziehungen mit
der/dem Jugendlichen. Dies bedingt einen empathischen, authentischen, vor allem aber
konstanten Kontakt der BetreuerInnen mit den Jugendlichen. Die Konstanz der Ansprechperson, die Bündelung von Verantwortlichkeiten und der daraus resultierende Überblick über
den Verlauf stellen die Vorzüge des Bezugspersonensystems dar. Das Bezugspersonensystem bietet gute Voraussetzungen dafür, dass die Jugendlichen langfristig die Möglichkeit haben, durch den Aufbau einer tragfähigen Beziehung die relevanten Themen zu bearbeiten
und zu reflektieren.
10.1.2 Gruppendynamik
Die Arbeit mit der Jugendlichengruppe bietet eine Reihe von Entwicklungsmöglichkeiten,
stellt aber auch eine grosse Herausforderung für die Jugendlichen dar. Den eigenen Standpunkt zu vertreten, zuzuhören, Kritik zu äussern und entgegenzunehmen, gemeinsam Entscheidungen zu treffen, sich anzupassen, Kompromisse einzugehen, an der Entwicklung der
anderen teilzuhaben und davon zu lernen sind nur einige Beispiele, die den grossen Nutzen
der Arbeit mit Gruppen verdeutlichen.
Die Fähigkeiten der Jugendlichen, die den Gruppenarbeiten innewohnenden Entwicklungsmöglichkeiten zu nutzen, sind unterschiedlich ausgeprägt. Die sinnvolle Umsetzung der sich
daraus ergebenden Dynamik stellt auch an die Betreuenden hohe Anforderungen. Von entscheidender Bedeutung ist auch hier, inwiefern die Ressourcen der Jugendlichen dem dynamischen Gruppenprozess zum Nutzen aller zugänglich gemacht werden können. Gelingt
dies, erlebt sich die Gruppe zunehmend als Gemeinschaft und macht so sehr wichtige Elemente sozialen Umgangs direkt erfahr- und somit erlernbar.
10.1.3 Koedukation
Die SPWG Bachstei betreut seit ihrer Gründung Jugendliche in Koedukation. Den Jugendlichen bieten sich daraus folgende wichtige Lernfelder: einen natürlichen Umgang mit dem
anderen Geschlecht üben, Unterschiede erkennen und geschlechtsspezifische Themen bearbeiten (Beziehungsfragen, Sexualität), einen Ausgleich zwischen Nähe und Distanz finden,
Hinwendung und Abgrenzung üben, unter Umständen auch den Umgang mit Trennungsschmerz und die dadurch unter Umständen aufsteigenden traumatischen Erfahrungen durch
unterstützende Begleitung be- und verarbeiten.
Alle diese Lernfelder beinhalten jedoch auch immer die Gefahr der Überforderung einzelner
Jugendlicher (Erfahrungen mit Gewalt, Missbrauch) oder unterschiedliche kulturelle Hintergründe können den nahen Kontakt zum anderen Geschlecht problematisch werden lassen.
So stellt die koedukative Erziehung von Jugendlichen die besondere Aufgabe an das betreuende Personal, den Erziehungsalltag derart zu gestalten, dass Freiräume entstehen, in denen der Umgang mit dem anderen Geschlecht geübt und ausprobiert werden kann. Die Berücksichtigung der individuellen Lebensgeschichte bei der Gestaltung des Alltags der Jugendlichen bietet dabei Schutz vor Überforderung und gewährleistet, dass Lernschritte und
Erfahrungswelten adäquat gestaltet werden können.
10.1.4 Gesundheit
Aus dem als ganzheitlich beschriebenen Menschenbild ergibt sich hinsichtlich der gesundheitlichen Aspekte des Erziehungsauftrags ein vielfältiges Aufgabengebiet auf unterschiedlichen Ebenen: Dazu gehören Informationen über gesunde Ernährung (Alternativen zu FastFood), das Zubereiten von Speisen, die Aufklärung bezüglich der Gefahren von illegalem wie
legalem Drogenkonsum sowie Hilfen bei der Überwindung von Suchtstrukturen und das Auf03.10.2012
32
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
zeigen von Alternativen zum Konsum. Über Verhütung, Geschlechtskrankheiten und HIV
werden die Jugendlichen im Vertrauen informiert und die Mitarbeitenden sind Ansprechpartner für ihre offenen Fragen bezüglich Sexualität. Weiter werden sportliche Aktivitäten und die
Genussfähigkeit gefördert, Strategien der Stressbewältigung aufgezeigt und das Erlernen
der Konfliktfähigkeit unterstützt.
10.1.5 Sexualerziehung
Jugendliche, die in der SPWG Bachstei leben, haben ein Anrecht auf das altersgemässe
Ausleben ihrer Sexualität unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen. Wir bejahen ihre Sexualität als Ausdruck positiver Lebensäusserung. Der offene Umgang mit verschiedenen Facetten der Sexualität (Lust, Liebe, Freundschaft, Nähe, Distanz, Toleranz,
Grenzen) fördert nicht nur die kritische Auseinandersetzung mit der Sexualität, sondern unterstützt auch die Entwicklung eines stabilen, positiven Selbstbildes.
Die Sexualerziehung in der SPWG Bachstei verfolgt im Wesentlichen folgende Ziele: Aufklärungsarbeit (biologisches Funktionieren, Verhütung und Schwangerschaft), Informationen
bezüglich Gesundheitsvorsorge (HIV, andere Geschlechtskrankheiten), Sexualität als positive Lebensäusserung (Gefühle zulassen, zeigen) aber auch Risiken von Sexualität zu erkennen und verantwortlich damit umgehen zu lernen sowie Respekt und Einfühlsamkeit für die
Bedürfnisse anderer zu zeigen. Des Weiteren werden Modeströmungen und damit zusammenhängende Gruppenzwänge hinterfragt und reflektiert. Es wird darauf geachtet, eine geschlechtsspezifische Sexualerziehung anzubieten und gegebenenfalls kulturelle Unterschiede und Besonderheiten zu respektieren.
10.1.6 Suchtverständnis und Suchtprävention
Sucht ist individueller Ausdruck einer Lebensbewältigungsstrategie. Die Überwindung von
Suchtstrukturen verläuft prozesshaft. Die SPWG Bachstei unterstützt diesen Prozess in der
alltäglichen Auseinandersetzung mit den Jugendlichen und durch Angebote, welche Alternativen zum Konsum aufzeigen.
Der Konsum von Drogen, inklusive Cannabis, ist illegal und wird grundsätzlich von Seiten
der Institution nicht geduldet. Deshalb herrscht im gesamten Bachsteiareal ein striktes Verbot für Drogenkonsum. Die SPWG Bachstei arbeitet jedoch nicht grundsätzlich abstinenzorientiert. Gelegentlicher Konsum von Cannabis entspricht den aktuellen gesellschaftlichen
Realitäten und muss nicht im Widerspruch zu einer förderlichen Entwicklung stehen. Ausnahmen bestehen hierbei bei Psychosegefährdung. Als problematisch beurteilen wir auch
den regelmässigen und häufigen Konsum. Der Konsum von harten Drogen unterliegt einer
konstanten Kontrolle, um ein schnelles Reagieren sicher zu stellen. Ein Time-out oder, wenn
nötig ein Entzug sowie auch die Beanspruchung externer Angebote (Beratungsstellen, Therapie) können Mittel zur Bewältigung der Drogenproblematik sein. Jugendliche, die regelmässig harte Drogen konsumieren, entsprechen nicht der Zielgruppe der SPWG Bachstei.
10.2 Förderplanung
10.2.1 Interne Planung (Förderplan)
Die individuelle Förderplanung beginnt mit der Erarbeitung der Anamnese und mit der darauf
folgenden Vorstellung des Jugendlichen im Team durch die Bezugsperson. Die Darstellung
der Vorgeschichte und relevanter Ereignisse des Lebensweges beschreibt das Gewordensein des Jugendlichen und gibt Hinweise bezüglich des Weges, der zum Erlangen der kurzsowie langfristigen Aufenthaltsziele führen kann.
Die ausführliche Reflexion der Entwicklung der Jugendlichen durch das Team (Förderplanung), welche im Schnitt drei bis vier Mal jährlich stattfindet, gewährleistet eine intensive und
kontinuierliche Beurteilung des Verlaufs. Notwendige Anpassungen oder Neuformulierungen
von Zielen können so adäquat geschehen. Durch Zuhilfenahme eines Themenrasters wird
sichergestellt, dass wichtigen Bereichen konstant Beachtung geschenkt wird und dass deren
Entwicklung kontinuierlich verfolgt werden kann.
03.10.2012
33
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
10.2.2 Externe Planung (Standortgespräche)
Die im Abstand von 4 Monaten stattfindenden Standortgespräche mit allen Beteiligten schaffen Orientierung über den aktuellen Entwicklungsverlauf. Sie geben der Familie sowie dem
Versorger die Gelegenheit, aufgrund der gemachten Erfahrungen abzuschätzen, ob die/der
Jugendliche hinsichtlich der formulierten Ziele auf einem guten Weg ist oder ob Anpassungen notwendig sind. Die weiteren Schritte können mit allen Beteiligten diskutiert und geplant
werden.
10.2.3 Austrittsphase und Abschlussbericht
Zeichnet sich aufgrund der weitgehenden Erreichung der vereinbarten Ziele ein Austritt ab,
kann die/der Jugendliche in die Austrittsphase übertreten. Eine intensive Beschäftigung mit
den Bedingungen und Anforderungen der zukünftigen Lebenssituation steht nun im Mittelpunkt. Die einzelnen Schritte und genauen Bedingungen des Austritts geschehen in enger
Absprache und Zusammenarbeit mit den einweisenden Instanzen und der Familie des Jugendlichen.
Nach dem Austritt wird durch die Bezugperson ein Abschlussbericht erstellt. Dieser beschreibt den Verlauf in seinen wichtigsten Grundzügen, vermittelt ein Bild der Entwicklungsschritte, weist allenfalls auf weiterhin bestehende Defizite hin und gibt Empfehlungen ab,
welche für die weitere Entwicklung der/des Jugendlichen von Bedeutung sein können.
10.3 Sozialpädagogische Alltagsgestaltung
10.3.1 Zusammenleben und Hausordnung
Das Zusammenleben in der Wohngruppe bietet den einzelnen Jugendlichen ein vielfältiges
Übungsfeld bezüglich des Erlernens von adäquaten sozialen Verhaltensweisen und der
Übernahme von Verantwortung. Die für alle verbindliche Hausordnung bildet dabei den
Rahmen, innerhalb dessen die gemeinsame Alltagsgestaltung geschieht. Zentrale Elemente
der Hausordnung sind das verbindliche Teilnehmen an allen obligatorischen Gruppenaktivitäten, die Übernahme von Haushaltspflichten wie Putzen und Kochen, das Einhalten der
Ausgangsregeln sowie das strikte Verbot des Konsums von Drogen und der Anwendung von
verbaler und körperlicher Gewalt.
10.3.2 Rechte und Pflichten gemäss Alter und Reife
Dem jeweiligen Alter und der persönlichen Reife entsprechend übernehmen die Jugendlichen Pflichten innerhalb der Organisation des Alltags. Das verbindliche Erledigen der Haushaltsarbeiten, die Übernahme von Verantwortung bei der Gestaltung eines Gruppenabends
oder die Verantwortung für die ordnungsgemässe Führung der Freizeitkasse können zu diesem Bereich gehören. Entsprechend der Reife und des Alters gestalten sich auch die Rechte, welche die Jugendlichen in Anspruch nehmen können. Dies betrifft die Häufigkeit und
Länge von Ausgängen, die freie Verfügbarkeit des persönlichen Budgets oder der Zugang zu
einem Hausschlüssel.
10.3.3 Orientierung am internen Stufenmodell
Mit Hilfe des Stufenmodells können die unterschiedlichen Entwicklungsstufen in verschiedenen Bereichen der Jugendlichen erfasst werden. Dies ermöglicht eine Orientierung bezüglich
des aktuellen Entwicklungsniveaus und verdeutlicht in Form von Zielsetzungen, die
individuellen Anforderungen in Bezug auf die folgenden Entwicklungsschritte.
Der Aufstieg in eine höhere Stufe kann in der Regel an den vierteljährlich stattfindenden
Standortgesprächen erfolgen. Entscheidend sind die Entwicklungsschritte der letzten drei
Monate. Frühestens zwei Monate nach Stufenbeginn kann der Jugendliche in Rücksprache
mit dem Team einen vorzeitigen Stufenaufstieg beantragen.
Bei einer rückläufigen Entwicklungstendenz in mehreren Bereichen über längere Zeit kann
es nach der Einberufung einer Krisensitzung zu einem Stufenabstieg kommen.
03.10.2012
34
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Nach massiver Regelverletzung kommt es zu einem Statusstopp, das heisst alle Privilegien
der entsprechenden Stufe ruhen bis zu einer einzuberufenden Krisensitzung.
Die einzelnen Stufen setzen sich aus Einleben, Probezeit, Stufe 1 bis 3 und Austrittsphase
zusammen. Die Stufen beziehen sich auf Bereiche wie beispielsweise den Umgang mit
Finanzen, den Umgangsformen oder die Haushaltsführung. Entsprechend der Einteilung in
eine bestimmte Stufe erhalten die Jugendlichen in unterschiedlichen Bereichen Pflichten und
Privilegien. Mit zunehmendem Stufenaufstieg erhalten die Jugendlichen mehr
Eigenverantwortung, das heisst sie übernehmen immer selbstständiger ihre Pflichten und
vergrössern somit auch das Spektrum ihrer Privilegien.
In der den Aufenthalt abschliessenden Austrittsphase sollte eine weitgehende
Selbstständigkeit hergestellt sein, sodass ein erfolgreicher Austritt konkret in die Wege
geleitet werden kann.
10.3.4 Interventionen bei Regelverstössen
Um den internen Regeln Nachdruck verleihen zu können, bestehen transparente Konsequenzen, welche bei Überschreitungen zur Anwendung gelangen. Diese sind auf einer für
alle einsehbaren „Konsequenzenliste“ festgehalten. Geldstrafen, Ausgangseinschränkungen
und das Erledigen von Haushaltsarbeiten sind Beispiele derartiger Interventionen. Daneben
bestehen individuelle Konsequenzen, die sich aus der konkreten Situation ergeben und welche wann immer möglich einen direkten pädagogischen Bezug herstellen sollen. Das
Schreiben eines Entschuldigungsbriefes oder das Backen eines Kuchens für die Gruppe
können Möglichkeiten sinnvoller Konsequenzen sein. Bei massiven oder kontinuierlichen
Regelverstössen kann ein Time-out als Bedingung für eine weitere Platzierung angezeigt
sein. Diese in der Regel zweiwöchige Pause mit geregelter Tagesstruktur bietet die Möglichkeit, die aktuelle Situation zu überdenken und einen Neueinstieg möglich zu machen. Massive Regelverstösse (zum Beispiel Anwendung von Gewalt) können zu einem unverzüglichen
Austritt führen.
Gemäss Straf- und Jugendvollzugsgesetz (StJVG) wird zwischen pädagogischen Massnahmen und Disziplinarmassnahmen unterschieden. In der Regel reagieren wir im pädagogischen Alltag auf Verstösse mit individuellen pädagogischen Massnahmen.
Pädagogische Massnahmen
Auf leichte Verstösse gegen die geltenden Regeln der SPWG oder auf das Nichtbefolgen
von Anweisungen wird mit pädagogischen Massnahmen reagiert. Pädagogische Massnahmen sind individuelle und situative Konsequenzen.
Disziplinarmassnahmen
Bei groben Verstössen gegen die Hausordnung, Reglemente oder Vorschriften werden
Disziplinarmassnahmen ausgesprochen. Diese Massnahmen müssen schriftlich verfasst
werden und können nur durch die Leitung oder durch dessen Stellvertreter ausgesprochen
werden.
Bei folgenden Sanktionen kann es sich um Disziplinarmassnahmen handeln:
- Einzug von elektronischen Geräten (z.B. PC) von mehr als 4 Wochen
- Time-out von mehr als 3 Wochen
- Abbruch des Aufenthaltes
Vorgehen bei Disziplinarmassnahmen
1. Situation, welche zur Disziplinarmassnahme führt wird mit der Leitung oder deren
Stellvertretung besprochen.
2. Der Entscheid, ob ein Verstoss zu einer Disziplinarmassnahme führt, trifft die Leitung
oder deren Stellvertretung.
3. Der/die Jugendliche hat Gelegenheit, sich zum Vorfall zu äussern. Die Stellungnahme
des/der Jugendlichen und der Sachverhalt wird schriftlich festgehalten.
03.10.2012
35
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
4. Die persönliche Situation der/des Jugendlichen wird bei der Beurteilung mit einbezogen.
5. Der Disziplinarentscheid wird mit einer kurzen Begründung und mit der Rechtsmittelbelehrung schriftlich mitgeteilt.
6. Die einweisende Stelle wird so rasch wie möglich über die Disziplinarmassnahme informiert (wenn möglich im Vorfeld). Die einweisende Stelle und möglicherweise weitere involvierte Personen (z.B. Eltern) bekommen eine Kopie des Disziplinarentscheides.
Beschwerde- und Rekursmöglichkeiten
Falls sich Jugendliche ungerecht behandelt fühlen, haben sie die Möglichkeit, sich mittels
einer Beschwerde für ihre Rechte einzusetzen. Grundsätzlich sollte versucht werden die
Konflikte in einem gemeinsamen Gespräch mit den beteiligten Personen zu klären.
- Der/die Jugendliche erkundigt ich über seine/ihre Rechte bei der Bezugsperson.
- Der /die Jugendliche kann eine Beschwerde (Anliegen/Kritik) an die Leitung richten.
- Der/die Jugendliche kann eine Beschwerde immer an die einweisende Stelle richten.
- Der /die Jugendliche kann innert 10 Tagen bei der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, Walcheplatz 2, 8090 Zürich, schriftlich und in doppelter Ausführung Rekurs einreichen.
Alle Beschwerden haben keine aufschiebende Wirkung.
10.3.5 Regelmässige Gruppenaktivitäten: Haussitzungen und Gruppensitzungen
Regelmässige Gruppenaktivitäten strukturieren den Alltag der Wohngruppe:
Die wöchentliche Haussitzung am Sonntag dient der Einteilung der Haushaltspflichten (Kochen, Putzen) sowie der Planung von internen Gruppenaktivitäten wie zum Beispiel der Organisation eines Grillabends. Diese werden von den Jugendlichen organisiert. Weiter besteht
die Möglichkeit, Themen des Zusammenlebens in der Gruppe zu diskutieren und Lösungsvorschläge für auftauchende Probleme gemeinsam zu erarbeiten.
Jeden Dienstagabend (ausser in den Ferien) findet der Lernabend statt. Er sichert eine kontinuierliche Begleitung im schulischen Bereich durch eine Fachperson. Vorbereitungen auf
Prüfungen, das Schreiben von Bewerbungen oder das Erledigen von Hausaufgaben finden
hier einen optimalen Rahmen.
Einmal donnerstags im Monat findet eine Sitzung zu einem ausgewählten Thema des Zusammenlebens statt. Gruppendynamische Prozesse stehen hier im Mittelpunkt. Reflexionen
über den eigenen Verlauf geben Orientierung und ermöglichen Lernfelder für die gesamte
Gruppe.
Jahreszeitenrituale wie zum Beispiel ein Osterausflug, das gemeinsame Weihnachtsessen
oder der Frühlingsputz bilden über das Jahr hinweg feste Bezugspunkte. Diese sich wiederholenden Aktivitäten tragen dazu bei, einen Rahmen zu gestalten, der für Kontinuität und
damit für Orientierung und Sicherheit sorgt.
10.3.6 Freizeitgestaltung, Sport und Kultur
Eine sinnvolle Gestaltung der Freizeit gehört zu den zentralen Aufgaben der SPWG
Bachstei. Interne Möglichkeiten bestehen im Bereich Sport (Pingpongtisch im Garten, Fitnessabo, monatlich gemietete Sporthalle), sowie durch das Angebot an Spielen (inklusive
Töggelikasten im Freizeitraum). Externe Angebote wie Vereine, Fitnesszentren oder die
Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen werden gefördert.
10.3.7 Gemeinsame Ferien und Wochenendaktivitäten
Die von der SPWG durchgeführten gemeinsamen Ferien und Wochenendaktivitäten verfolgend den Zweck, den Jugendlichen einerseits ein Gemeinschaftserlebnis in der Gruppe zu
03.10.2012
36
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
bieten, andererseits sich aktiv und nicht konsumorientiert zu betätigen und aus den gemachten Erfahrungen und vielfältigen Herausforderungen zu lernen. Alle Lager und Aktivitäten
werden von einem pädagogischen Anspruch getragen.
Im Winter sowie im Sommer finden jeweils einwöchige Lagerferien statt. Sie finden in der
Regel in der Schweiz statt. Zudem finden einmal pro Monat „grössere“, externe, den ganzen
Tag dauernde Aktivitäten statt, an denen beispielsweise Wanderungen oder längere Ausflüge unternommen werden können. Die Planung dieser Aktivitäten wird den Jugendlichen im
Vorfeld mitgeteilt. Die Teilnahme ist für alle obligatorisch und die Kosten werden von der
SPWG Bachstei getragen.
10.3.8 Interne und externe Tagesstruktur
Die SPWG Bachstei kann vorübergehend kurzfristig interne Tagestrukturen anbieten (Haushalt und Garten, leichte Büroarbeiten). Die Arbeiten sind zeitlich genau strukturiert und werden begleitet, kontrolliert und auch bewertet. Das Einüben basaler Voraussetzungen für den
Berufseinstieg wird bezweckt.
Kontakte zum Gewerbe in Uster ermöglichen auch eine zeitlich befristete, externe Beschäftigung.
10.3.9 Schulische Unterstützung und Lernabend
Die enge Zusammenarbeit mit der Schule ist zwingende Voraussetzung dafür, um erfolgreiche Schulabschlüsse zu ermöglichen. Guter Informationsaustausch mit den Lehrpersonen
sowie ein schnelles Reagieren bei auftretenden Schwierigkeiten sind wichtig, um eine adäquate schulische Begleitung zu ermöglichen. Der wöchentlich stattfindende obligatorische
Lernabend bietet Hilfe bei der Vertiefung und Aufarbeitung des Lehrstoffes und unterstützt
die kontinuierliche Bearbeitung der schulischen Aufgaben.
10.3.10
Berufsfindung und Lehrstellensuche
Die Berufsfindung und Lehrstellensuche gehört zu den dringlichsten Aufgaben der SPWG
Bachstei. Grundlegende Motivationsarbeit, das Einüben von Vorstellungsgesprächen, das
Verfassen von Bewerbungsschreiben sowie die enge Zusammenarbeit mit Schulen und
dem Berufsinformationszentrum stellen wichtige Bereiche dar, in denen eine erfolgreiche Berufsfindung verläuft.
10.4 Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie
Die Integration der Eltern in die Erziehungsarbeit stellt einen grundlegenden Ansatz der Arbeit mit den Jugendlichen in der SPWG Bachstei dar. Können die Eltern für eine Zusammenarbeit gewonnen werden, besteht die Möglichkeit, belastende familiäre Themen zu bearbeiten und gemeinsam den Erziehungsprozess zu gestalten. Ziel ist die Neugestaltung der
Beziehungen durch Entwicklung einer adäquatern Rollenübernahme und die langfristige Bereitschaft der Eltern zu einer konstruktiven Zusammenarbeit (gemeinsame Linie) zum Wohle
der Jugendlichen. Die Erhöhung der Kommunikationskompetenzen sowie das Angebot konkreter Erziehungsberatung unterstützen die Eltern in ihrer Rolle. Indem die Eltern verstehen,
dass die Platzierung ihres Kindes in der Wohngruppe sie nicht aus ihrer Verantwortung entbindet und dass eine gute Zusammenarbeit mit ihnen elementar wichtig ist für die erfolgreiche Entwicklung ihres Kindes, erhalten sie sukzessive jene Kompetenzen, die für eine angemessene Erfüllung ihrer Aufgabe unerlässlich sind.
10.5 Therapie und Diagnostik
10.5.1 Vermittlung von therapeutischem Fachpersonal
Ist eine therapeutische Begleitung sinnvoll und ist die/der Jugendliche dazu motiviert, vermittelt die SPWG Bachstei therapeutisches Fachpersonal. In der Regel kann dieses Bedürfnis
durch den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD) Uster abgedeckt werden. Dar03.10.2012
37
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
über hinaus verfügt die SPWG Bachstei über Kontakte zu verschiedenen Fachpersonen, sodass der Problematik entsprechende therapeutische Behandlungen vermittelt werden können.
10.5.2 Medizinische Betreuung
Jugendliche, die keinen Hausarzt haben, können sich von dem für die SPWG Bachstei zuständigen Arzt behandeln lassen. Dabei besteht im Einverständnis mit den Jugendlichen die
Möglichkeit der Aufhebung der Schweigepflicht, sofern es einer sinnvollen Begleitung zuträglich erscheint. Medikamente werden grundsätzlich nur vom Team aufbewahrt. Dies verhindert den unsachgemässen Gebrauch und gewährleistet eine adäquate Medikation.
03.10.2012
38
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel 10: Aufenthaltsgestaltung
Bezugspersonenarbeit
- internes Papier „Aufgaben und Kompetenzen der Bezugsperson“
- Checkliste „regelmässige Vereinbarungen mit den einzelnen Jugendlichen“
- Matrix Jugendlichenalter
- Matrix für die Liste der Bezugspersonen der einzelnen Jugendlichen
- Brief Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht
Förderplanung
- Internes Papier „Förderplanung als sozialpädagogisches Instrument“
- Internes Papier „Unterschied Förderplanung und Standortgespräch“
- Leitfaden Förderplanungsplanung
- Matrix Förderplanung
- Internes Papier „Hilfreiche Fragen zur Förderplanung“
Standortgespräche
- Leitfaden zu den Standortgesprächen
- Matrix zu den Standortgesprächen
Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie
- Internes Papier „Eltern- und Familienarbeit in der SPWG Bachstei“
Stufenmodell
- Ablauf im Stufenmodell
- Bereiche und Phasen des Stufenmodells
- Privilegien im Stufenmodell
- Matrix für die bezogen Privilegien im jeweiligen Monat
Zusammenleben, Hausordnung und Regeln
Hausordnung
- Internes Papier „Leitgedanken zu den Regeln“
- Hausordnung der SPWG Bachstei
- Raucherkonzept SPWG Bachstei
- TV- und Internetregeln im Bachstei
- Wochenend-Gestaltung
- Zimmerruhe, Ausgänge und Gruppenabende
- Aushang für BesucherInnen
- Matrix Hausverbot
Ämtli
- Ämtli-Anleitung
- Ämtli-Körbe
- Matrix für die Kontrolle der Ämtli Garten und WC (zusammengefasste Kontrollliste)
- Matrix Ätmli-und Waschplan Aufteilung
- Putzlappencodierung
Regeln
- Internes Papier „Standardisierte Konsequenzen und Bussenregelung“
- Matrix monatliche Bussenliste
- Matrix für die Strichliste bei lauter Musik und unerlaubtes TV-Schauen
- Infos zur DVD Altersfreigabe
- Internes Papier „Medienkompetenz“
- Disziplinarverfügung
- Pädagogische Massnahmen und Disziplinarmassnahmen
03.10.2012
39
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
- Stellungsnahme des Jugendlichen zur Disziplinarverfügung
Zimmer der Jugendlichen
- Internes Papier „Gestaltung und Pflege der Jugendlichenzimmer“
- Matrix für das Zimmerprotokoll
- Zimmerkontrolle in der SPWG Bachstei
- Checkliste monatliche und wöchentliche “Zimmerreinigung“
- Checkliste „Abschlussreinigung“
- Matrix für den Vertrag Computer in Jugendlichenzimmer
Gute Taten-Box
- Konzept zu der `Gute Taten-Box`
- Matrix für die Liste `Bachstei-Taler`
- Gutscheinliste für die `Gute Taten-Box`
Jahreszeiten
- Jahreszeitenrituale in der SPWG Bachstei
- Versand Weihnachtskarten
Unterschriften Ausleihe
- Matrix für den Schlüsselvertrag
- Liste für die Ausleihe des Hausschlüssels
- Liste für die Veloausleihe
Gruppenaktivitäten
Lager
- Lagerkonzept der SPWG Bachstei
- Matrix Informationsbrief Bachstei-Lager
- Checkliste Lagervorbereitung
- Matrix Massnahmenkatalog
- Packlisten
Lernabend
- Konzept des Lernabends in der SPWG Bachstei
- Verlauf des Lernabends
- Matrix für die Aufgaben und Aktennotizen zu den Lernabenden
- Checkliste „ Schreibmaterial für den Lernabend“
Sonntagsgruppe
- Konzept zu den Sonntagsaktivitäten in der SPWG Bachstei
- Jahresplanung monatlicher Aktivitäten
- Listen zum Ausfüllen an der Sonntagsgruppe: Protokoll der Sitzung; Ämtli-Aufteilung; wöchentlicher Kochplan; wöchentlicher Waschplan; Liste bezogener Sonntagsjoker, Zuständigkeitsliste für Schäden
Freizeitaktivitäten
- Freizeitaktivitäten
- Aktivitäten-Gutscheine
- Matrix Aktivitäten-Gutscheine
Gesundheit und Schutz
Ernährung
- Ernährungskonzept der SPWG Bachstei
- Matrix für die Essenswunschliste
Apotheke
- Internes Papier „Medizinisches“
- Inventar der Haus-Apotheke
- Internes Papier „Vorsorge Grippepandemie“
Sexualerziehung
- Konzept Sexualpädagogik
- Übergriffkonzept Wohngruppe Bachstei
03.10.2012
40
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Gewaltprävention
- Gewaltkonzept der SPWG Bachstei
Budget der Jugendlichen
- Matrix für die Einteilung des persönliches Budgets
- Matrix für die einzelne Budgetposten
Interne und externe Tagesstruktur
- Liste möglicher Angebote für externe Tagesstrukturen
- Internes Papier „interne Tagesstruktur Beschrieb“
- Internes Papier „interne Tagesstruktur Auftrag“
- Orientierungsblatt „Ausbildung und Beschäftigung“
Time-outs
- Time-out-Konzept der SPWG Bachstei
- Liste bewährter Time-out-Plätze
- Papier „Zu bearbeitende Fragen während eines Time-outs“
03.10.2012
41
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
11 Interne Arbeitsorganisation
11.1 Aufgabenverteilung und Verantwortungen
11.1.1 Ressortaufteilung
Neben den zentralen sozialpädagogischen Aufgaben beinhaltet die tägliche Arbeit in der
SPWG Bachstei verschiedene weitere Bereiche. Mit dem Ziel eines reibungslosen und effizienten Arbeitsablaufs werden diese Aufgaben in Ressorts zusammengefasst. Jede/r Mitarbeitende des Kernteams ist gemäss ihren besonderen Fähigkeiten und Interessen für einen
der folgenden Bereiche verantwortlich: Haus- und Gartenwartung, Computer- und Telefonwartung, Arbeitsplan und Terminkoordination, Adresskartei, Apothekenaufsicht, Jahreszeitenrituale etc.
11.1.2 Haushaltszuständigkeiten
Die Führung des Haushalts und die Hauswartung sowie die Gartenpflege werden in der
SPWG Bachstei vom Team und den Jugendlichen selber erledigt. An den Wochenenden erledigen die Jugendlichen ihre Haushaltsämtli. Einmal in der Woche macht eine Raumpflegerin den Kehr durchs Haus und einmal im Jahr organisiert das Team einen gemeinsamen
Hausputz mit den Jugendlichen. Daneben brauchen die Räume regelmässige Pflege in der
Reinigung und Gestaltung. Einer wohnlichen Atmosphäre wird grosse Bedeutung geschenkt.
Jede/r Mitarbeitende des Kernteams ist für einen der Bereiche Küche/Wohnraum, Eingang/Treppenhaus, WC/Bäder, Kellerräume und Büro/Pikettzimmer zuständig.
11.2 Kommunikationsgefässe
11.2.1 Interner Informationsfluss
Grundlegend für eine gute Teamarbeit ist ein gut funktionierender Informationsfluss. Neben
den täglichen Aktennotizen und den verschiedenen Sitzungsprotokollen werden im Übergaberapport die wichtigsten Geschehnisse und anstehenden Arbeiten nochmals erwähnt und
abgesprochen.
11.2.2 Teamsitzungen und Teamtage
An den wöchentlichen Teamsitzungen nehmen alle MitarbeiterInnen des Kernteams teil. In
einem ersten Teil werden die aktuellen Planungen der einzelnen Jugendlichen besprochen.
Im Turnus werden auch die individuellen Förderplanungen gemeinsam überdacht und aktualisiert. Im zweiten Teil informiert und bespricht die Leitung organisatorische und konzeptionelle Belange.
Zwei Mal im Jahr trifft sich das Team für einen vertieften Austausch während den externen
Teamtagen. Aus Distanz zum Arbeitsalltag können Grundsatzdiskussionen angegangen
werden und wenn nötig konzeptuelle Anpassungen besprochen werden.
11.2.3 Austausch zwischen Vorstand und Leitung
Der Vereinsvorstand und die Wohngruppenleitung treffen sich vierteljährlich zu den Vorstandssitzungen. Die Leitung informiert jeweils über den aktuellen Stand der Belegung und
der platzierten Jugendlichen, wie auch über personelle und betriebliche Belange. Wenn nötig
trifft der Vorstand entsprechende strategische Entscheide.
Der Vereinspräsident und die WohngruppenleiterIn treffen sich zudem zu sporadischen Besprechungen.
03.10.2012
42
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
11.3 Dossierführung
11.3.1 Tägliche Aktennotizen
Einen Grundpfeiler des Informationsflusses bilden die Aktennotizen zu den einzelnen Jugendlichen und zur Gruppendynamik, in denen das alltägliche Geschehen festgehalten wird.
Diese möglichst umfassenden Informationen über relevante Ereignisse gewährleisten, dass
Wichtiges nicht verloren geht und gut weitergegeben werden kann. Entwicklungsverläufe
können so sichtbar gemacht und auch länger zurückliegende Geschehnisse gut rekonstruiert
werden.
11.3.2 Führung der Jugendlichen-Ordner
Der Jugendlichenordner enthält alle wichtigen persönlichen Daten sowie Akten, Verträge,
Zeugnisse und weitere Dokumente. Ein schneller Zugriff auf relevante Adressen, Telefonnummern und sonstige wichtige Kontakte ist somit gewährleistet. Die Struktur des Ordners
ist einheitlich aufgebaut, um eine schnelle Orientierung und vollständige Aufnahme aller relevanten Informationen sicherzustellen. Die betreffende Bezugsperson ist für die laufende
Aktualisierung verantwortlich. Auf Anfrage haben die Jugendlichen das Recht, ihren Ordner
einzusehen. Damit dies auf verantwortungsvoller Weise geschehen kann, findet dies im Beisein der Bezugsperson statt.
11.3.3 Protokollführung von Sitzungen
Alle Teamsitzungen, Standortgespräche und Krisensitzungen werden protokolliert, um den
festgehaltenen Verlauf jederzeit einsehbar und für alle einheitlich nachprüfbar zu machen.
Dabei ist es von Bedeutung, dass die relevanten Themen nachvollziehbar wiedergegeben
werden, sodass eine schnelle Informationsaufnahme möglich ist und die Ergebnisse auch für
an den Sitzungen abwesende Personen verständlich erscheinen.
11.3.4 Archivierung
Archiviert werden alle offiziellen schriftlichen Dokumente der Wohngruppe, welche im aktuellen Tagesgeschäft nicht mehr benötigt werden. Sie werden für die Dauer von 10 Jahren aufbewahrt. Das Archivieren ist Aufgabe einer Person des Teams, welche dieses Ressort innehat.
11.4 Buchhaltung
11.4.1 Zusammenarbeit der Leitung und Buchhaltung
Die WohngruppenleiterIn und der Buchhalter arbeiten eng zusammen. Nach ihrer Sichtung
und Signierung übergibt die LeiterIn die Rechnungen zur Überweisung an den Buchhalter.
Gemäss Angaben der Bezugspersonen der betreffenden Jugendlichen und der Leiterin erstellt der Buchhalter die Kostgeldrechnungen und überprüft deren Zahlungen. Vierteljährlich
erstellt er zuhanden der Leitung eine Rechnungsbilanz.
11.4.2 Haushaltskasse und Tagesabrechnung
Die täglichen Ausgaben werden über das Haushaltskonto betätigt. Jede MitarbeiterIn macht
am Ende ihres Dienstes via eines speziell dafür eingerichteten Computerprogramms eine
Tagesabrechnung und übergibt das Portemonnaie dem nächsten Diensthabenden. Das Programm berechnet daraus jeweils die Monats- und Jahresabrechnung zuhanden der Leitung
und der Buchhaltung.
11.4.3 Vorschusskasse
Die interne Vorschusskasse ist als “Pufferzone” für Auslagen von Jugendlichen, die noch
kein Geld auf ihrem persönlichen Konto (persönliches Budget) haben, gedacht. Diese findet
03.10.2012
43
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
vor allem Anwendung in der ersten Zeit nach der Aufnahme und bei besonderen Auslagen,
die den einweisenden Stellen später verrechnet werden können.
03.10.2012
44
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel: 11 interne Arbeitsorganisation
Aufgabenverteilung und -planung
- Internes Papier „Tägliche Arbeiten in jedem Dienst“
- Aufteilung der Ressort und Haushaltszuständigkeiten
- Matrix für die To do Liste von anstehenden Arbeiten
- Ordner „Leitfäden zu den Ressorts“
Administration
Dokumentationen und Aktennotizen
- Leitfaden zu den Dokumentationen
- Leitfaden zu den Aktennotizen
- Farbcode zur Outlook-Agenda
Jugendlichenordner
- Inhaltsverzeichnis
- Registerblatt Jugendlichenordner
Teamsitzungen
- Organisation und Struktur der Teamsitzung
- Matrix für die Traktandenliste
- Internes Papier „Protokollführung“
Quittungen
- Matrix für die Quittungen Vorschuss
- Matrix für die Quittungen Essensgeld
- Matrix für die Quittungen blanc
Buchhaltung
- Bezeichnungen der Konti für die Tagesabrechnung
Archivierung
- Vorgaben zur Archivierung
03.10.2012
45
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
12 Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit
Eine kleine Institution ist auf eine gute Vernetzung und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit
angewiesen. Diese wird in der SPWG Bachstei intensiv gepflegt.
12.1 Jahresbericht
Mit dem jährlich erscheinenden Bericht informieren wir aus dem Alltagsgeschehen der
Wohngruppe. Die Themen, welche das Jahr über bestimmend waren, finden ihren Ausdruck
in Berichten sowohl des Teams als auch anhand von Beiträgen der Jugendlichen. Ein Jahresrückblick sowie Planungen und personelle Veränderungen werden durch die Leitung der
Wohngruppe dargestellt. Des Weiteren gibt der Jahresbericht Auskunft über die finanzielle
Situation der Wohngruppe und zeigt anhand der Belegungsstatistik anschaulich die Nutzung
des Angebotes der Wohngruppe.
Indem die Jugendlichen durch ihre Beiträge aktiv an der Gestaltung des Jahresberichts beteiligt sind, dient er zudem als integratives, pädagogisches Mittel. Des Weiteren bietet er realitätsnahes Informationsmaterial für Jugendliche und Eltern, die sich für die Wohngruppe interessieren.
12.2 Nachbarschaftskontakte und Integration in Uster
Die positive Gestaltung der nachbarschaftlichen Kontakte ist wichtig, da im direkten Kontakt
immer wieder auch Probleme durch störendes Verhalten der Jugendlichen auftreten können.
Umso wichtiger ist es, spontan und offen reagieren zu können, das Gespräch zu suchen und
durch eine transparente und verbindliche Haltung das Verständnis und Vertrauen der Nachbarschaft gewinnen zu können.
Die Einladung zum Tag der offenen Tür, sowie regelmässiger Kontakt bieten auch der Nachbarschaft Einblick in das Innenleben der Wohngruppe und in den eigentlichen Auftrag der Institution. So werden Gelegenheiten geschaffen, dass unweigerlich auftretende Probleme im
Zusammenleben mit der notwendigen Toleranz und Weitsicht gemeistert werden und die Akzeptanz und Integration im direkten Umfeld gefördert wird.
12.3 JugendheimleiterInnen Zürich
Die Wohngruppenleitung ist Mitglied der Vereinigung der Leiterinnen und Leiter der Zürcher
Jugendheime (JHLZ) und nimmt regelmässig an den vierteljährlichen Sitzungen teil. Die
Vereinigung hat die Wahrung der Interessen der Zürcher Jugendeinrichtungen gegenüber
dem Amt für Jugend- und Berufsberatung, der Bildungsdirektion, Dritten und der Öffentlichkeit zum Zweck. Ihre Aufgabe ist die Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen und Stellungnahmen zu fachlichen und strukturellen Fragen der stationären Jugendhilfe.
12.4 Wohngruppen-Treff
Der Wohngruppen-Treff findet vierteljährlich statt. Hierbei treffen sich jeweils eine MitarbeiterIn der kleineren stationären Einrichtungen für Jugendliche im Kanton Zürich. Die Treffen finden jeweils in einer der teilnehmenden Einrichtungen statt, wo auf Wunsch eine kurze Besichtigung der Institution möglich ist. Zweck der Sitzungen ist ein Austausch und eine Diskussion über aktuelle pädagogische und strukturelle Themen aus dem Arbeitsalltag. Dadurch
können Synergien genutzt werden und es ergeben sich neue Anstösse und Inputs für die
Handlungsebene. Von jeder Sitzung wird ein Protokoll erstellt, welches an die TeilnehmerInnen verschickt wird.
12.5 Medialer Auftritt der SPWG Bachstei
Die Homepage der SPWG Bachstei (www.bachstei.ch) dient oftmals als erste Anlaufstelle für
interessierte Behörden, Versorger oder Fachpersonen. Auf der regelmässig aktualisierten
03.10.2012
46
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Homepage finden sich alle relevanten Informationen, die für einen ersten Eindruck der
SPWG Bachstei nötig und weiterführend sind. Auf der Homepage finden sich neben Informationen über die Institution sowie Adressen- und Kontaktmöglichkeiten auch der aktuelle Jahresbericht sowie das aktuelle Konzept. Aufgrund der sich wandelnden Medien- und insbesondere Internetnutzung hat die SPWG Bachstei ebenfalls ein Profil bei Facebook angelegt,
um damit eine etwas andere Zielgruppe zu erreichen und sich zeitgemäss an die veränderten Nutzungsbedingungen der Interessenten anzupassen.
03.10.2012
47
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel: 12. Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit
Jahresbericht
- Matrix für die To-do Liste für den Jahresbericht
JugendheimleiterInnen Zürich
- Geschäftsreglement
- Mitgliederliste JHLZ 2012
WG-Treff
- Mitgliederliste WG-Treff
03.10.2012
48
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
13 Liegenschaft und Sicherheitsvorkehrungen
13.1 Wohnhaus für Jugendliche
13.1.1 Gebäude und Räumlichkeiten
Das ehemalige Dreifamilienhaus an der Bankstrasse 41 wurde baulich den Bedürfnissen einer Jugendwohngruppe angepasst und die Räume wurden zweckmässig eingerichtet. Jede/r
Jugendliche hat ein eigenes Zimmer. Die praktisch eingerichtete Küche ist verbunden mit
dem grossen Wohn- und Essraum, von wo aus eine Treppe direkt in den Garten führt. Der
Freizeitraum im Kellergeschoss kann von den Jugendlichen zum grossen Teil selber gestaltet werden. Dieser Raum kann vorübergehend auch als weiteres Jugendlichenzimmer genutzt werden (Notfallzimmer).
13.1.2 VermieterIn
Die SPWG Bachstei mietet das Haus bei der Baugenossenschaft GeWo Zürich-Ost. Für die
Behebung kleiner Schäden ist die SPWG selber zuständig, für grössere Veränderungen und
Reparaturarbeiten holt sie die Einwilligung bei der GeWo ein und klärt ab, wer welche Kosten
übernimmt.
13.1.3 Hauswartung und Gartenpflege
Die interne Hauswartung sowie die allgemeine Gartenpflege übernimmt die SPWG Bachstei
selber. Bei grösseren Vorhaben nimmt sie Rücksprache mit der Vermieterin.
13.2 Sicherheit und Vorsorge
13.2.1 Brandschutz
Da innerhalb des Hauses viel aus Holz gebaut ist, müssen bezüglich des Brandschutzes
spezielle Vorkehrungen getroffen werden. Das Rauchen im Haus ist untersagt. Kerzen dürfen in allen Jugendlichenzimmern nur in stabilen Glasschalen und in den öffentlichen Räumen nur unter Aufsicht eines/r MitarbeiterIn angezündet werden. In allen öffentlichen Räumen und den Jugendlichenzimmern wurden Rauchmelder installiert, die regelmässig gewartet werden. Neue Mitarbeitende werden im Bezug auf die Funktion der Rauchmelder geschult. An strategischen Orten stehen Feuerlöscher- und Löschtücher. Neue MitarbeiterInnen und Jugendliche werden bei Eintritt über das Verhalten bei Feuer instruiert. Die Feuerwehr von Uster hat in einer Übung die Evakuiermöglichkeiten getestet.
13.2.2 Medizinische und psychiatrische Notfälle
Die MitarbeiterInnen der SPWG Bachstei sind in der Regel nicht medizinisch ausgebildet.
Erwartet wird das präsente Wissen aus Notfallkursen und im Bezug auf die Handhabung der
Bachstei-Apotheke. Bei Bedarf arbeiten wir mit der Arztpraxis Dr. Ambauen und Dr. Obrist
und dem KJPD Uster zusammen. In Notfällen ist das Spital Uster in kurzer Zeit erreichbar.
13.2.3 Schutz vor Gewalt
In der Arbeit mit Jugendlichen muss immer wieder mit Gewalt und Vandalismus gerechnet
werden. Deshalb ist das frühzeitige Erkennen der Mechanismen (Gruppendynamik), die zu
gewalttätigem Handeln führen, wichtig, um rechtzeitig deeskalierend eingreifen zu können.
Notwendige Handlungskompetenzen des Teams müssen durch entsprechende Weiterbildung, Intervision und Supervision erlangt werden. Die Fähigkeit, klare Grenzen zu setzen
und ein vertieftes Verständnis bezüglich der Ursachen (z.B. Vernachlässigung) gewalttätigen
Verhaltens bilden weitere Grundlagen professionellen Umgangs in der Arbeit mit aggressiven Jugendlichen.
03.10.2012
49
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Sind gewalttätige Ausbrüche nicht zu verhindern, ist eine adäquate Einschätzung der Situation von entscheidender Bedeutung. Ob ein direktes, mitunter körperliches Eingreifen sinnvoll
ist, ob verbale Interventionen wirkungsvoll sind oder ob der Einsatz der Polizei notwendig
wird, muss im Hinblick auf den Schutz der Gruppe als auch des Teams in relativ kurzer Zeit
entschieden werden. Die Verhinderung von Eigen- wie Fremdgefährdung steht dabei immer
im Mittelpunkt. Der Einsatz von Gewalt stellt einen äusserst schwerwiegenden Verstoss gegen die Regeln dar und kann einen sofortigen Ausschluss zur Folge haben.
13.2.4 Internes Notfallpapier
Als Hilfe für schnelles und durchdachtes Reagieren in Notfällen wurde ein internes Notfallpapier erarbeitet. Dies beinhaltet die Handhabung in medizinischen und psychiatrischen Notfällen ebenso wie in Gewaltsituationen.
03.10.2012
50
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel: 13. Liegenschaft und Sicherheitsvorkehrungen
Liegenschaft
- Handling Heizung
- Infos zur Recycling-Sammelstelle
- Leitfaden zum Ressort Hauswartung, Garten und GEWO
Sicherheit und Vorsorge
- Internes Notfallpapier
- Erste Hilfe-Papiere: ABCD-Massnahmen und Nothilferegeln
- Brandschutzkonzept der SPWG Bachstei
- Notfallblatt FFE und Suizidversuch
- Polizeiliche Ausschreibung Auftrag Email/Fax Formular
03.10.2012
51
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
14 Qualitätssicherung
14.1 Interne Qualitätsprüfung
14.1.1 Gut ausgebildetes und erfahrenes Personal
In der SPWG Bachstei arbeiten vorwiegend Mitarbeitende mit langjährigen Erfahrungen in
der sozialpädagogischen Arbeit mit schwierigen Jugendlichen. Mitarbeitende werden intensiv
eingearbeitet und der reiche Erfahrungsschatz langjähriger MitarbeiterInnen wird weitergegeben. Bei der Anstellung wird neben der beruflichen Erfahrung auch sehr auf die Integrität
und Stabilität der Persönlichkeit geachtet.
An den jährlichen MitarbeiterInnengesprächen wird, unterstützt durch die Qualifikation der
Leitung und das Feedback einer Arbeitskollegin, zur vertieften Selbstreflexion angeregt. Daraus wird zusammen mit der Leitung die individuelle Weiterbildung geplant.
Regelmässige Supervision und Intervision aktivieren und unterstützen die ständige Reflexion
über die eigene Arbeitsweise und geben Verbesserungsimpulse. Das ständige Lernen anhand gemachter Erfahrungen (was hat sich bewährt, was nicht) hat einen grossen Stellenwert.
14.1.2 Periodische Konzeptüberarbeitung
An den Teamtagen werden Teilaspekte des Konzepts bezüglich ihrer Aktualität periodisch
überprüft und wenn nötig den neuen Begebenheiten und Anforderungen der Alltagsrealität
angepasst.
14.1.3 Bearbeitung externer Rückmeldungen
Immer wieder schauen ehemalige Jugendliche in der SPWG Bachstei vorbei und erzählen,
wie es ihnen nach dem Austritt ergangen ist und wo sie aktuell stehen. Diese Informationen
werden zur Rückschau und Reflexion der geleisteten Arbeit genutzt.
Mit positiven Äusserungen und Kritik der einweisenden Stellen oder anderen Institutionen
setzt sich das Team konstruktiv auseinander, um seine Arbeitsweise zu optimieren.
14.2 Externe Qualitätsprüfung
14.2.1 Periodische Überprüfung der Anerkennung durch das Bundesamt für
Justiz
Vom Bundesamt für Justiz wird die Institution alle fünf Jahre einer vertieften Überprüfung bezüglich der Aufrechterhaltung der Anerkennung und der Beitragsberechtigung unterzogen
(im Kanton Zürich im Jahr 2009).
14.2.2 Kantonale Prüfung des Heimkonzepts
In der übrigen Zeit überprüft und genehmigt das Amt für Jugend- und Berufsberatung des
Kantons Zürich als Aufsichtsbehörde periodisch das Heimkonzept nach den Kriterien der Aktualität, Vollständigkeit, Angemessenheit, Nachvollziehbarkeit, Stimmigkeit und Finanzierbarkeit (letztmals 2007).
14.2.3 Heimaufsicht
Im Auftrag des Amts für Jugend- und Berufsberatung des Kantons Zürich, Region Ost, übernimmt zudem eine Fachperson die Aufgabe der kritischen Prüfung der Umsetzung des
Heimkonzeptes sowie des gesetzlichen Auftrags mit dem Ziel der Qualitätssicherung. Aufgrund ihrer Beobachtungen und Eindrücke erstellt sie den jährlichen Aufsichtsbericht zuhanden des Jugendamts.
03.10.2012
52
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
14.3 Entwicklungsabsichten
14.3.1 Strukturell
Strukturell sind seit der Umstellung von der Teamleitung zur Einzelleitung keine weiteren
Veränderungen geplant. Der Vorstand wurde um zwei Mitglieder erweitert.
Im Moment fehlen der SPWG Bachstei immer noch Stellenprozente für die Buchhaltung,
welche aktuell über den übrigen Aufwand abrechnet werden müssen.
14.3.2 Konzeptionell
Die Arbeit am Puls des Lebens mit schwierigen Jugendlichen bedingt viel Wachsamkeit und
immer wieder konzeptionelle Anpassung an die aktuelle Jugendlichensituation und die gesellschaftlichen Bedürfnisse. An den Teamsitzungen und Teamtagen werden Teilaspekte
des Feinkonzepts ständig überprüft und den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Im Fokus
stehen zurzeit eine vertiefte Auseinandersetzung mit Aspekten der gesunden Ernährung, der
Sexualerziehung und des Umgangs mit Nikotinsucht.
14.3.3 Baulich
Das Wohnhaus wurde baulich den Bedürfnisse einer Wohngruppe angepasst. Die Jugendlichenzimmer und die allgemeinen Räume sind für eine betreute Wohngruppe sehr geeignet.
Leider fehlt es an weiterem Platz für ein zusätzliches Sitzungs- und Besprechungszimmer.
Ein externer Mehrzweckraum auf dem Gelände befindet sich momentan in Planung.
03.10.2012
53
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
Inhaltsverzeichnis Feinkonzept
Kapitel: 14. Qualitätssicherung
Qualitätsprüfung
- Internes Kontrollsystem
- Bericht der Heimaufsicht durch Amt für Jugend- und Berufsberatung Zürich 2011
- Überprüfungssitzung Bundesamt für Justiz 2009
03.10.2012
54
Rahmenkonzept (inkl. Inhaltsverzeichnis Feinkonzept)
SPWG Bachstei
15 Erstellungsdatum und AutorInnen
Rahmenkonzept
Erarbeitet im Frühjahr 2007, letzte Aktualisierung September 2012
Diana Schär und Volker Neumann, unter Mithilfe des ganzen Teams
Feinkonzept
Laufende Überarbeitung im Alltag, während den Teamsitzungen und an den Teamtagen
Leitung und Kernteam
Abnahme durch die Trägerschaft
Uster, im März 2008
Abnahme durch das Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich
Zürich, im Mai 2008
Überprüfung durch Bundesamt für Justiz
Uster, September 2009
03.10.2012
55
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
13
Dateigröße
499 KB
Tags
1/--Seiten
melden