close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

02 Wie Berge entstehen - kiknet

EinbettenHerunterladen
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Die Berge waren nicht immer da …
Arbeitsauftrag:
•
•
•
•
•
Texte lesen
Selbst vortragen
Pangea ausschneiden und zusammensetzen (Drift)
Vulkan-Text lesen
Vulkan bauen (Experiment)
Ziel:
•
•
•
•
•
Themenverständnis
Kontinentaldrift erklären können
Gesteine einteilen und ihre Verwendung studieren
Eigene Erfahrungen durch Experimente
Gesteine mitbringen – Versuch zur Bestimmung
Material:
•
•
•
•
•
Arbeitsblätter 02
Präsentation 02a (Kontinentaldrift)
Scheren
Experimentmaterial (siehe unten)
Gesteinsproben
Sozialform:
• Plenum
• EA
• Experimentgruppen
Zeit:
90 Minuten
Zusätzliche Informationen
Information 1: Experiment – Sicherheitsmassnahmen beachten
Information 2: Präsentation ev. mit Film begleiten
Weiterführende Ideen
Idee 1: Bergrelief aus Ton, Gips oder Papiermaché erstellen
Idee 2: Gesteine aus der Schweiz zeigen (Granit, Basalt, Kalksteine,
Silicate, Sandsteine, Gneise etc.), aus Kieswerk.
Seite 1 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Bergwelten
Wie entstehen Berge?
Die Berge sind nicht immer da gewesen, sondern erst im Laufe der
Jahrtausende entstanden.
Lange Zeit wusste niemand so genau, wie die Gebirgsbildung nun
eigentlich vor sich geht. Erst vor etwa dreissig Jahren konnten
WissenschaftlerInnen das Rätsel lösen:
Was ist deine Lösung?
___________________________________________________________
___________________________________________________________
___________________________________________________________
Seite 2 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Pangea
Vor mehr als 200 Millionen Jahren gab es nur einen einzigen Kontinent:
den Ur-Kontinent Pangäa.
Der lag inmitten eines riesengrossen Ur-Ozeans. Die Strömungen, die
unterhalb des Kontinents verliefen, zerrten so sehr an ihm, dass er eines
Tages auseinanderbrach.
Die Bruchstücke - die so
genannten Kontinentalplatten - drifteten zuerst
auseinander und dann wieder
aufeinander zu.
Das sind die Pangea-Teile!
Aus ihnen entstanden die
heutigen Kontinente.
Schneide sie aus und
lege sie so, wie sie als
PANGEA lagen und dann,
wie sie heute auf der
Erdkugel liegen.
Seite 3 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
So entstehen Berge
Wo sich die Kontinentalplatten bewegen, können Gebirge entstehen.
Dies ist auf drei verschiedene Arten möglich:
1. Kontinentalplatten treiben auseinander
Die Erdkruste senkt sich ab.
Driften die Kontinentalplatten auseinander,
senkt sich die Erdkruste an einigen Stellen ab.
An den angrenzenden Stellen wird sie dabei
nach oben gedrückt. Ein Gebirge entsteht.
2. Kontinentalplatten bewegen sich aneinander vorbei
Auch wenn sich zwei Platten aneinander vorbei
bewegen, können Gebirge entstehen. Die
Platten sind an ihren Rändern nicht glatt.
Deshalb reiben sie aneinander und "verhaken"
sich manchmal sogar.
Die Kräfte, die entstehen, wenn die Platten
aufeinander treffen, reichen aus, um Kilometer hohe Berge
hervorzubringen.
3. Kontinentalplatten bewegen sich aufeinander zu
Bei der dritten Möglichkeit bewegen sich zwei
Platten aufeinander zu.
Dabei kann es passieren, dass sich eine
ozeanische Platte - so wird die Erdkruste auf
dem Meeresgrund genannt - unter eine
kontinentale Platte schiebt.
Dabei türmen sich an der Grenze zwischen Land (Kontinent) und Ozean
hohe Gebirge auf - wie zum Beispiel die Anden in Südamerika.
Seite 4 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Berge entstehen aber auch aus Vulkanen
Der "Volcan de Fuego" (Feuervulkan) in Mexiko.
Eine Vulkanentstehung beginnt im Inneren der Erde - im so genannten
Erdmantel. Dort herrscht nicht nur ein gewaltiger Druck; es ist auch
extrem heiss.
Die Temperatur im Erdmantel beträgt, je nach Tiefe, etwa zwischen 1500
bis 3000 Grad Celsius. Sobald der Druck und die Hitze gross genug sind,
Seite 5 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
verwandelt sich dort das Gestein in Magma: Es ist jetzt nicht mehr fest,
sondern orangerot, glühend und zähflüssig.
Vulkanausbruch in Ecuador
Der Erdmantel ist wie eine
riesige Walze mit heftigen
Strömungen. Wo die warmen
und die kalten Strömungen
zusammenfliessen, senkt sich
an manchen Stellen die
Erdkruste ab, an anderen
Stellen hebt sie sich an.
Dabei kann es passieren, dass
die Erdkruste an einigen Stellen
aufbricht. An diesen Stellen kann sich Magma aus dem Erdinneren einen
Weg an die Oberfläche bahnen - ein Vulkan ist geboren!
Magma, das an die Erdoberfläche gelangt, wird übrigens Lava genannt.
Lava hat eine Temperatur von 1000 bis 1300 Grad Celsius. Nach der
Abkühlung erstarrt sie zu grauschwarzem Gestein. Auf diese Weise
entstehen Vulkankrater.
Im Jahre 1943 bemerkte ein mexikanischer Bauer beim Pflügen seines
Ackers eine Mulde im Boden. Aus ihr stieg Qualm und Rauch. Alle
Versuche, das Feuer zu ersticken, blieben erfolglos. Im Laufe des
Nachmittags wölbte sich die Mulde, Risse entstanden - und noch in
derselben Nacht wurde glühendes Gestein aus dem Innern der Erde
herausgeschleudert! Die kleineren Steine bildeten einen Vulkankegel, der
nach 48 Stunden bereits 50 Meter hoch war! Nach neun Jahren war der
Vulkan auf eine Höhe von 450 Metern angewachsen.
Seite 6 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Wir bauen einen brodelnden Vulkan
Ein feuriger Moment: Wenn Vulkane ausbrechen, blubbert die Lava
aus dem Krater. Wir werden auch einen eigenen Mini-Vulkan bauen! Doch
keine Bange - er wird keine Löcher in den Teppich brennen!
Du brauchst dazu: - 20 Gramm Zitronensäure und 20 Gramm Natron
(aus der Apotheke) - rote Lebensmittelfarbe - ein kleines Konfiglas mit
Schraubverschluss - einen Büchsenöffner - einen Trichter - Sand - Wasser
Sicherheit ist in der Chemie oberstes Gebot! Der Versuch ist zwar
ungefährlich, aber man kann nie vorsichtig genug sein! Also:
Schutzbrille nicht vergessen! Wenn ihr nicht sowieso eine Brille
tragt, dann besorgt euch eine Plastik-Version im Baumarkt.
Vergesst auch nicht, nach jedem Versuch gründlich die Hände zu
waschen. Denn da könnten Reste von Chemikalien dran kleben und wer weiss, wo man sich die hinschmiert.
So geht es:
Stanze mit dem Büchsenöffner in den Marmeladenglas-Deckel ein Loch. Es
muss so gross sein, dass das Rohr des Trichters reinpasst. Dann kommen
Zitronensäure und Natronpulver hinein. Deckel zuschrauben, Trichter
reinstecken und das Glas unter Sand vergraben.
Die Trichteröffnung muss oben als "Krater" rausschauen. Färbe ein Glas
Wasser ordentlich mit roter Lebensmittelfarbe, schütte es in den Krater und dann mach ganz schnell ein paar Schritte rückwärts. – Der Vulkan
bricht aus! Er spuckt! Sozusagen kalt …, denn Natron und Zitronensäure
haben im Wasser miteinander reagiert. Und die Kohlensäure, die dabei
entsteht, drückt "rote Lava" aus dem Krater.
Seite 7 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Natürliche Gesteine und ihre Verwendung
Natürliche Gesteine sind durch geologische Vorgänge entstanden. Sie
setzen sich aus verschiedenen Mineralien zusammen. Ihre chemische
Zusammensetzung und Kristallstruktur sowie ihre räumliche Anordnung
(Gefüge) bestimmen den Charakter eines Gesteins. Ihre Struktur ist meist
homogen und kristallin. Sie dienen als Grundlage für die Herstellung aller
mineralischen Baumaterialien.
Gruppe
Feldspatgruppe
Quarzgruppe
Hauptbestandteil
Kieselsäurereiche AlkaliAluminium-Verbindungen
Reine Kieselsäure
Kalkspatgruppe
Calciumcarbonat
Eigenschaften
Nicht witterungsbeständig,
Witterungsrückstand: reiner Ton
Spröde, säurefest, sehr
wetterbeständig, hart
Hell bis weiss, leicht spaltbar,
wetterfest, nicht säurebeständig,
nicht temperaturbeständig
Gesteine werden aufgrund ihrer stofflichen Zusammensetzung eingeteilt. Eine
andere Unterteilung beruht auf der Entstehung der Gesteine.
Natürliche Gesteine im Kreislauf (grafische Darstellung)
Seite 8 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Sedimentgesteine entstehen durch die Ablagerung des Verwitterungsmaterials
anderer Gesteine, durch chemische oder organische Prozesse. Magmagesteine
erstarren aus einer Schmelze (Magma). Metamorphe Gesteine bilden sich in
der Erdkruste durch Umwandlung anderer Gesteine unter Einfluss hoher
Temperaturen und hoher Drucke.
Gruppe
Beispiele
Eigenschaften
Verwendung
im Bau
Magma- oder
Ergussstein
Granit. Diorit
(Tiefen-Gesteine)
Körnig, hart,
schwer zu
bearbeiten,
wetterbeständig
Dicht und hart,
wetterbeständig
Sehr dicht und
hart, wetterfest
Weiss bis grau,
dicht, körnig
Bedingt wetterfest
gut bearbeitbar
Bekleidungen,
Fundamente,
Sockel, Pfeiler,
Strassenbau
Strassenbau
Sediment- oder
Ablagerungsgestein
Metamorphe oder
Umwandlungsgestein
Aplite, Granitporphyr
(Gang-Gesteine)
Basalt, Diabas
(Erguss-Gesteine)
Gips, Anhydrit,
(Ausscheidungssedimente)
Kalke, Dolomit, Marmor
(organogene Sedim.)
Tongesteine, Sandstein
(mechanische Sedim.)
Nicht wetterfest,
gut form- und
bearbeitbar
Ton-Schiefer (KontaktGestein)
Gneis, Quarzit (kristalline
Schiefer)
Spaltbar
Gut spaltbar,
körnig, hart,
wetterbeständig
Strassenbau
Innenausbau
Rohbau in
maschinell
veränderter
Form,
Bekleidungen
Rohbau z.T. in
maschinell
veränderter
Form,
Innenausbau
Bekleidungen
Bekleidungen,
Fundamente,
Sockel, Pfeiler,
Strassenbau
Allgemeines Verhalten
Thermisches Verhalten
Verhalten gegenüber
Chemikalien
Brandverhalten
Guter Wärmeleiter und guter Wärmespeicher
Widerstandsfähig gegen Laugen und die meisten
organischen Lösemittel, angreifbar durch Säuren und
Salzlösungen
Nicht brennbar
Umweltverträglichkeit
Rohstoffe
Herstellung
Verarbeitung,
Nutzung
Entsorgung
Verfügbar
Unbedenklich
Unbedenklich, jedoch bei einzelnen Gesteinen erhöhte
Radioaktivität
Wieder verwertbar
Seite 9 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Lesetext zu den Gesteinen
Woher kommen die Steine?
Überall wo wir hinschauen gibt es unzählige Steine. Steine begleiten uns
durch unser tägliches Leben. Fast jeder wohnt in einem Gebäude aus
Stein. Das Steinhaus schützt vor Hitze, Kälte, Wind und Regen. Doch wir
wohnen und laufen nicht nur den ganzen Tag auf Steinen, sondern in
Gesteinen sind fast alle wichtigen Mineralien und Erze enthalten die uns
den ganzen Tag begleiten.
Die Erde besteht grösstenteils aus Gestein. Wie lange gibt es die Erde
schon? Mithilfe natürlicher radioaktiver Stoffe in alten Gesteinen gelang
es, das Erdalter festzustellen. Diese radioaktiven Stoffe wandeln sich
innerhalb einer bekannten Zeitspanne in einen anderen Stoff um. Wenn
man nun die Mengen des neuen und des alten Stoffes misst und
vergleicht, kann man ausrechnen, wie viel vom ursprünglichen Stoff
vorhanden war. Für die Erde kam man dabei auf ein Alter von 4600
Millionen (4,6 Milliarden) Jahren.
Stellt man sich das gesamte Alter der Erde (4,6 Milliarden) als ein einziges
Jahr vor, entstand die Erde am 1. Januar. Erst Mitte November tauchten
die ersten mehrzelligen Lebewesen auf. Die Dinosaurier um den 18.
Dezember. Die Urmenschen am 31 Dezember, etwa vier Stunden vor
Mitternacht.
Was ist Stein?
Stein ist der im Volksmund gebräuchliche Sammelbegriff für alle festen
Bestandteile der Erdkruste ausser Eis.
Der Juwelier dagegen versteht unter Stein nur Edel- und Schmucksteine,
der Mann der Bauwirtschaft wiederum das Material, mit dem er Bauten
errichten kann.
In der Geologie aber spricht man nicht von Steinen, sondern nur von
Gesteinen und Mineralien. Gestein ist ein Stück hartes und
widerstandsfähiges Material. Man sagt: hart wie Stein. Gesteine bestehen
meist aus mehreren verschiedenen Mineralien. Jedes Mineral hat seine
eigene typische chemische Zusammensetzung und Gestalt. Gesteine und
Mineralien sind keinen lebende Materie, sie laufen nicht herum wie Tiere
und sterben im Winter nicht wie Pflanzen, aber sie können sich verändern.
Stein war eines der ersten natürlichen Materialien, aus denen die
Menschen Werkzeuge zum Schneiden und Schlagen anfertigten.
Seite 10 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Die Erde
Die Erde besteht aus einer dünnen Gesteinskruste. Die Erdkruste ist unter
den Meeren rund 5 km dick, unter den Kontinenten dagegen bis zu 35 km.
Unter der Erdkruste liegt der Erdmantel, der auch aus Gesteinen besteht.
Der Mantel ist fast 3000 km dick. Einige Gesteine aus dem oberen
Erdmantel kamen durch Vulkanausbrüche an die Oberfläche, so konnte
man etwas über die Zusammensetzung des Erdmantels erfahren.
Im Erdmittelpunkt befindet sich der Erdkern. Der Erdkern besteht aussen
aus flüssigem und im inneren aus festem Metall. Die Temperatur liegt
schätzungsweise bei 6‘000 Grad. Durch die Strömungen des
geschmolzenen Eisens entsteht das Magnetfeld der Erde.
Keiner kann aber die Verhältnisse im Erdinneren genau beschreiben.
Sicher ist nur, dass die Erde im Kern am dichtesten ist, weil hier der
höchste Druck herrscht. Im Erdinneren herrschen extrem hohe
Temperaturen und Drucke. Die Gesteine schmelzen.
Flüssiges Gestein tief in der Erde heisst Magma. Manchmal durchbricht es
die Erdkruste und wird als Lava oder Tuff herausgeschleudert
(Vulkanausbruch). An der Luft erstarrt die Lavamasse, wird fest und bildet
Gestein in verschiedensten Formen, z. B. Gesteinsglas (Obsidian), dichte
Basaltlava, blasiger Tuff. Beim Abkühlen der Basaltlava können sich Risse
bilden und dadurch Basaltsäulen entstehen, z. B. in der Rhön.
Aus Magma, das innerhalb der Erdkruste abkühlt, bildet sich z.B. Granit.
Granit
Granit ist ein sehr hartes Gestein. Es besteht wie alle Gesteine aus
Mineralien. Hunderte von Mineralien in unterschiedlicher
Zusammensetzung sind in den verschiedenen Gesteinsarten enthalten.
Alle Mineralien wiederum bestehen aus Chemikalien.
Bei Granit sind es Quarz, Glimmer und Feldspat. Glimmer: Aluminium,
Kalium Silizium Feldspat: Aluminium, Silizium Quarz: Silizium, Sauerstoff
Sandkörner am Strand bestehen aus Quarz Granit ist ein Magmatisches
oder auch Eruptivgestein.
Es gibt 3 Gesteinsarten. Gesteinsarten: Magmatisches - Metamorphes und Sedimentgestein
Seite 11 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Magmatisches Gestein (Eruptivgestein).
Bimsstein ist erkalteter Lavaschaum. Genau wie jeder andere Schaum ist
Bimsstein voller kleiner Luftblasen. Die darin eingeschlossene Luft lässt
ihn schwimmen. Granit erkaltet sehr langsam im Erdinneren und bildet
dabei grosse Kristalle. Granit ist deshalb sehr hart.
Sedimentgesteine
Sedimentgesteine entstehen durch Ablagerungen kleiner Gesteins- und
Mineralteilchen anderer verwitterter Gesteine. Der Kalkstein gehört z.B.
dazu. Auch aus Überresten der Tiere und Pflanzen können
Sedimentgesteine entstehen. Die Reste der Korallen, Algen, Schnecken
und Muscheln sinken zu Boden und werden zu Gestein
zusammengebacken. Unzählige Millionen einzelner Sandkörner von
Stränden oder aus der Wüste bauen den Sandstein auf. Sie wurden zu
einer festen Gesteinsmasse verklebt und gepresst. Sandstein besteht oft
aus verschiedenen Schichten.
Metamorphes Gestein (Umwandlungsgesteine)
Wer schon mal selber Brot gebacken hat, weiss, dass der Teig sich im
Backofen verwandelt und das fertige Brot dann anders ausschaut. Etwas
Ähnliches passiert mit Gesteinen wenn sie in der Erde extrem erhitzt
werden. Bei der Entstehung der Gebirge werden Gesteine aus den Tiefen
der Erdkruste heraufgehoben. Jedes Gestein kann metamorph werden. Es
wird durch Druck und Hitze tief im Inneren der Erde verwandelt.
Metamorphe Gesteine entstanden also durch Umwandlung von
vulkanischen, Sediment - oder von anderen metamorphen Gesteinen.
Obwohl diese Gesteine nie richtig schmelzen, verändern sich ihre Struktur
und ihr Aussehen völlig, indem sich ihre Kristalle umwandeln.
Metamorphosen dauern sehr lange. Zuerst muss das Gestein in eine Tiefe
gelangen, in der die Metamorphose stattfinden kann, erst dann kann die
langsame Umkristallisierung ablaufen. Viel später gelangen die
metamorphen Gesteine an die Erdoberfläche. Zuvor müssen aber die
Gebirgsketten angehoben und wieder abgetragen worden sein.
Der ganze Vorgang, vor der Bildung des Sedimentgesteins bis zu seiner
Metamorphose dauert rund 100 Millionen Jahre. Kalkstein wird zu Marmor
umgewandelt. Es bilden sich grössere Kristalle, das Gestein wird viel
härter.
Marmor ist ein edler Baustoff für Paläste und Häuser. Poliert glänzt er
wunderschön. Trotzdem ist Marmor weich genug, dass man Skulpturen
Seite 12 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
daraus hauen kann. Viele Bildhauer haben mit Marmor gearbeitet. Der
berühmteste Marmor kommt aus den Carrara - Steinbrüchen in Italien.
Der Bildhauer Michelangelo hat ihn verwendet. Schiefergestein ist ein
Tonstein, der stark gepresst wurde. Er lässt sich in dünne, glatte Platten
spalten. Deshalb wird er gerne zum Decken von Hausdächern verwendet.
Früher wurde in der Schule auf Schiefertafeln geschrieben. Schiefer wird
auch für Fliesen und Kamine verwendet.
Steinbrei: Dieses Gestein entstand, als verschiedene Gesteine durch Hitze
und Druck schmolzen. Das geschmolzene Gestein floss ineinander und
vermischte sich. die erkaltete Mischung heisst Migmatit.
Was sind Edelsteine?
Saphir, Rubin, Smaragd, Diamant, Opal, Türkis, Amethyst - klangvolle
Namen, die seit alters her für Schönheit und Reichtum stehen. Dabei
bestehen Edelsteine meist aus ganz normalen Bestandteilen häufiger
Gesteine. Amethyst, Opal und Achat z.B. bestehen alle aus Quarz, ähnlich
wie viele Sandkörner oder ein normaler Kieselstein. Rubin und Saphir sind
eigentlich nur gut kristallisierte Tonerde. Aber das gerade macht den
Edelstein aus: seine Reinheit, seine grossen Kristalle und eventuell seine
klaren Farben, die oft von winzigen Mengen bestimmter natürlicher
Beimischungen stammen.
So wird Quarz durch winzige Mengen Titanverbindungen zum Rosenquarz
und durch kleine Zusätze von Eisen zu violettem Amethyst. Ähnlich ist es
bei der Tonerde: Etwas Titan verwandelt die farblosen Kristalle in blauen
Saphir, Chromspuren dagegen in roten Rubin.
Was ist Kohle?
Verbrennt man Briketts oder Steinkohle, so heizt man mit der
Sonnenenergie früherer Erdzeitalter. Denn kohle stammt von Pflanzen, die
vor Jahrmillionen lebten. Vor über 300 Millionen Jahren waren grosse Teile
der Erde von Sümpfen bedeckt. Tote Bäume fielen in den Schlamm und
wurden dort luftdicht abgeschlossen. Nach und nach lagerten sich weitere
Schichten über die Baumreste, unter Druck und Wärme zersetzten sie sich
langsam zu Steinkohle. Sie besteht vor allem aus Kohlenstoff. In Tiefen
bis zu über 1000 Meter bildet die Steinkohle flache Bänder, die Flöze, die
zwischen normalem Gestein liegen und bergmännisch herausgehauen
werden. Einfacher ist die Gewinnung der Braunkohle. Sie ist ungefähr 20
Millionen Jahre, in anderen Ländern bis zu 100 Millionen Jahre alt. Die
Braunkohle liegt nahe der Erdoberfläche und kann im Tagebau gewonnen
werden. Braunkohle besitzt weniger Heizwert als Steinkohle, entflammt
aber leichter.
Seite 13 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
Erdöl hingegen bildete sich im Laufe von Abermillionen von Jahren aus
winzigen Meerestierchen. Durch Druck, Wärme und chemischen
Reaktionen entstand Erdöl und Erdgas.
Vulkane
Die Erdoberfläche ist nur eine dünne feste Schicht auf einem riesigen Ball
aus glutfüssigem Magma. Magma ist reich an Gasen und steht so unter
ständigem Druck. Ähnlich wie der Inhalt einer Sprudelflasche. An dünnen
Erdkrustenstellen kann das Magma nach oben durchdringen. Oft sammelt
es sich zunächst in einer gewaltigen Blase, dem Magmaherd. Die Stelle,
an der es dann herausquillt, ist der Vulkan. Sobald Magma aus der Erde
gedrungen ist, nennt man es Lava. Bei manchen Vulkanen fliesst die Lava
langsam heraus, bei anderen jagen heisse Gesteinsbrocken und Lava,
getrieben von den Vulkangasen, hoch in die Luft. Die festen und flüssigen
Stoffe, die der Vulkan auswirft, sammeln sich in seiner Umgebung. Nach
und nach entstehen so ein Hügel und dann ein Berg aus erkalteter Lava.
Am Gipfel entsteht ein Loch, der Krater. Von hier aus führt ein mit Magma
gefüllter Kanal hinunter zum Magmaherd. diesen Kanal nennt man Schlot.
bei manchen Vulkanen lässt im Laufe der Zeit der Druck aus der Tiefe und
der Magmanachschub nach.das Magma erstarrt im Schlot und der Vulkan
ruht. Manche Vulkane nehmen aber nach einiger Zeit ihre Tätigkeit wieder
auf.
Bimsstein
Bimsstein ist so leicht, dass ein Stück davon auf dem Wasser schwimmen
kann. Warum ? Bimsstein (Bims) ist ein sehr leichtes, poröses
Vulkangestein, das sich bei explosiven Eruptionen bildet. Es entsteht
durch die sehr schnelle Blasenbildung im Magma, die eine Art Schaum
erzeugt. Also wenn sehr gasreiches, zähflüssiges Magma beim Ausbruch
plötzlich in die Luft geschleudert wird (Lava wird durch Wasserdampf und
Kohlendioxid aufgeschäumt). Die darin enthaltenen Gase blähen den
Gesteinsbrei zu einer Art Schaumstoff auf, der schnell fest wird.
Bimsstein, dessen spezifisches Gewicht wegen der Poren kleiner als das
von Wasser ist, kann daher auf Wasser schwimmen. In den Poren können
auch bunte Einlagerungen wie Vulkanglas und Kristalle vorkommen. Bims
wird in manchen Vulkangebieten abgebaut, um als Zusatz zu
Schleifmitteln verwendet zu werden.
Die Silber- und Goldschmiede verwenden Bims zum Beispiel zum Schleifen
grosser Silberflächen. Ausserdem wird Bimsstein auch in der Körperpflege
verwendet, zum Beispiel um Hornhaut oder raue Stellen an den Füssen
oder Händen zu entfernen. Bimsstein ist wegen seiner guten
Wärmeisolierung auch als Baumaterial sehr beliebt. (Herstellung von
Leichtbetonsteinen). Naturbims ist ein Grund oder Zuschlagstoff für
Seite 14 / 15
Berge entstehen
02 – Berggebiete
Tektonik
gärtnerische Substrate und ist zur Bodenverbesserung von Böden
geeignet. Bims wird bei der Jeansherstellung benutzt, um den “stonewashed” -Effekt zu erzeugen. In der Zahntechnik wird Bimspulver zur
Vorpolitur von Kunststoffarbeiten verwendet. Die bedeutendsten
Vorkommen von Bimsstein gibt es auf der sizilianischen Insel Lipari. Hier
ist vor 1400 Jahren der Vulkan Monte Pelato ausgebrochen und hat rund
ein Fünftel des Eilands mit Bims bedeckt. Heute wird der Stein in grossen
Steinbrüchen abgebaut, gemahlen und weltweit verschickt.
Wie entstehen Diamanten?
Jeder hat irgendwo schon mal einen Diamanten gesehen. In Mamas
Schmuckkästchen, im Museum oder im Schmuckladen. Eines haben sie
alle gemein. Sie funkeln und leuchten. Bei all dem Geblitze vermutet man
nicht, dass Diamanten aus demselben Stoff bestehen wie die Mine in
einem Bleistift: Kohlenstoff. Warum sehen Diamanten dann so schön aus
und Minen so langweilig grau und stumpf? Der Kohlenstoff im Diamanten
wurde bei extrem hohen Temperaturen wahnsinnig stark zusammen
gedrückt.
In der Bleistiftmine ist er lockerer zusammengefügt. In dieser Form nennt
man den Kohlenstoff Graphit. Die meisten Diamanten haben sich tief im
Inneren der Erde bei unfassbar heissen Temperaturen von mehr als 1000
Grad Celsius gebildet. Nötig war ausserdem ein enormer Druck: 20 000
Mal höher als in einem prallen Autoreifen. Solche Bedingungen gibt es
zum Beispiel tief im Inneren von Vulkanen. Der zusammengepresste
Kohlenstoff brauchte dann noch lange Zeit um abzukühlen und zu
Diamanten zu werden.
Mineralogen nennen das “ kristallisieren”. Da alle Bedingungen genau
stimmen mussten und dies nicht sehr oft vorkam, sind Diamanten selten
und teuer. Ausserdem entstehen wahrscheinlich schon seit vielen Millionen
Jahre keine neuen Diamanten mehr. Das nehmen zumindest viele
Fachleute an. Bei Vulkanausbrüchen wurden die Diamanten mitgerissen
und kamen so in obere Erdschichten.
Seite 15 / 15
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
2
Dateigröße
726 KB
Tags
1/--Seiten
melden