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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben – wie man sie vermeidet

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Die 20 häufigsten Fehler beim
Bewerben – wie man sie vermeidet
und worauf es wirklich ankommt
Die richtige Einstellung
Vorbereitung ist alles
Selbstmarketing
Individuelle Botschaft und "roter Faden"
Smalltalk und Körpersprache
in Kooperation mit
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Inhaltsverzeichnis
1. Fehlendes Bewusstsein
3
2. Orientierungslosigkeit
5
3. Unzureichende Vorbereitung
4. Keine Botschaft
6
5. Kein Selbstmarketing
9
8
6. Unvorteilhafte Präsenz im Netz
12
7. Fehler in den Bewerbungsunterlagen
13
8. Missachtung des Sympathieträgers Bewerbungsfoto
16
9. Kein „roter Faden“ in den Bewerbungsunterlagen
17
10. Unzureichende Vorbereitung auf Einstellungstests und Assessment Center
19
11. Mangelnde Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch 22
12. Keine ordentliche Anreiseplanung 23
13. Falsche Kleidung beim Vorstellungsgespräch
24
14. Missachtung der Körpersprachesignale
25
15. Kein Gespür für Smalltalk
27
16. Unkenntnis der Regeln der Gesprächsführung
29
17. Unvorbereitet im Umgang mit schwierigen Fragen
32
18. Den eigenen Marktwert bei der Gehaltsverhandlung
nicht kennen
34 19. Nach dem Vorstellungsgespräch wertvolle Chancen vertun
36
20. Nicht genug Ausdauer
38
Bildnachweis: Fotolia: S. 24; S. 34; S. 36; iStockphoto: S. 6; Photo Alto: S. 22; S. 25; S. 27; S. 29; PhotoCase: S. 3; S. 8;
S. 9; S. 12; S. 13; SXC.HU: S. 5; S. 16; S. 17; S. 23; S. 38; Shutterstock: S. 23; Stockxpert: S.19
Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte und Bilder – auch auszugsweise – ist ohne schriftliche Genehmigung
nicht gestattet. © Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader 2012, Oranienburger Str. 4-5, 10178 Berlin, Tel 030/28 88 57-0,
Fax 030/28 88 57-36, E-Mail info@berufsstrategie.de, www.berufsstrategie.de
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Eine erfolgreiche Bewerbung fällt nicht einfach vom
Himmel, sondern will hart erarbeitet werden. Hierbei
sind viele kleine und große Details zu beachten,
verschiedene Phasen zu meistern, um den Bewerbungsprozess mit der siegreichen Arbeitsplatzeroberung abschließen zu können.
Kardinalfehler Nr. 1
Als Bewerber hat man vielfach die Chance, sich
bestmöglich zu präsentieren. Wer jedoch die Auswähler für sich gewinnen will, darf (möglichst) keine
Fehler machen. Wir haben Ihnen die am häufigsten
gemachten Fehler aufgelistet und sagen, worauf zu
achten ist.
Fehlendes Bewusstsein
... darüber, dass die Bewerbungssituation eine Herausforderung ist.
bis waghalsig ins Spielgeschehen. Um dann, wenn
wir am Zug sind, uns und der Umwelt eingestehen
zu müssen, doch nicht genau zu wissen, worauf es
jetzt im Moment wirklich ankommt.
Und genau darum geht es, darauf kommt es an:
Die (Bewerbungs-)Spielregeln genau zu studieren
und ihre Handhabung möglichst vor dem für uns
wichtigen und entscheidenden Einsatz einzuüben,
zu erproben.
Etwas leichtfertig glauben wir zu wissen, was unter
dem Begriff Bewusstsein zu verstehen ist. Ein Blick
in das Wörterbuch der Philosophie verdeutlicht,
dass die Sache dann doch etwas komplizierter ist.
Für unsere Situation, die Auseinandersetzung mit
einem Bewerbungsvorhaben, reicht es aus, sich zu
verdeutlichen, dass das Bewusstsein zunächst als
rationale Erkenntnis zu verstehen ist. Es ist also das
Bewusstsein, das uns dazu befähigt, sich ein Wissen über Gegenstände und über das eigene Wesen
sowie unser Handeln zu bilden.
Bezogen auf das Bewerbungsvorhaben ist also das
Wissen über die essenziellen, weichenstellenden
Bedingungen, die über Sieg oder Niederlage im
Bewerbungsprozess entscheiden, von wesentlicher
Bedeutung. Oftmals und allzu gerne tun wir so, als
verstünden wir etwas vom „Spiel“, wüssten oder
beherrschten die Spielregeln und stürzen uns mutig
in Kooperation mit
Wichtigste Voraussetzung:
Ein Bewusstsein für diese Regeln und eine
positive innere Einstellung.
Dazu nun die wichtigsten Fragen, die besten Antworten und die wertvollsten Tipps:
Worauf kommt es inhaltlich wirklich an?
Viele Antworten sind auf diese Frage vorstellbar.
Nach unserer Einschätzung ist das Wichtigste: die
Einstellung des Bewerbers. Und dies im doppelten
Wortsinne. Also die mentale Auseinandersetzung
und Einstimmung auf Ihr Vorhaben, einen Arbeitsplatz zu erobern („Ich will einen neuen Job und ich
werde auch einen finden!“). Dabei spielt die gründliche Vorbereitung die alles entscheidende Rolle, was
übrigens regelmäßig unterschätzt wird. Die richtige
Vorbereitung aber ist der Grundstein für den Erfolg,
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
so wie ein solides Fundament die sicherste Basis für
einen Hausbau ist.
Was sind die wichtigsten Weichensteller, die
Essentials bei einem Bewerbungsvorhaben?
Die Essentials einer jeden Bewerbungssituation
sind Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit.
Kardinalfehler Nr. 1
Merksatz:
Wenn Sie sich notieren, was für Sie im Leben
wichtig ist, welche Werte und Ziele Sie haben,
für welche Dinge Sie kämpfen würden, worin Sie
den speziellen Sinn Ihres (Berufs-)Lebens sehen,
entwickeln Sie ein neues Bewusstsein für Ihr
Bewerbungsvorhaben.
Unsere über zwanzigjährige Forschungs-, Beratungs- und Publikationstätigkeit zur speziellen
Thematik „Prüfungssituation Bewerbung“ hat als
Quintessenz diese drei entscheidenden Faktoren
ergeben, auf die es aus Arbeitgebersicht bei einem
Bewerber ankommt.
Das bedeutet:
1. Verfügt der Bewerber über die erforderlichen fachlichen Qualifikationen?
2. Warum hat er sich bei uns beworben? Was reizt
ihn an diesem Job/diesem Unternehmen? Ist er
motiviert, Außerordentliches zur Verwirklichung von
Unternehmens- bzw. Institutionszielen zu leisten?
3. Mobilisiert der Bewerber Sympathiegefühle, kann
man sich mit ihm „wohlfühlen“ und passt er zum
Team, zum Unternehmen (bzw. zur Institution)?
Stimmt die „Chemie“?
Warum werden dennoch im Bewerbungsverfahren immer wieder so viele Fehler gemacht?
Weil die Bewerber sich nicht intensiv genug vorbereiten, also nicht wissen, was auf sie zukommt und
worum es wirklich geht. Das hat damit etwas zu
tun, dass eine Bewerbungssituation mit dem Thema
Angenommenwerden oder Abgewiesenwerden verbunden ist. Die Angst vor Abweisung, davor, „nicht
gut (genug) zu sein“, ist zutiefst menschlich und
spielt sich meist auf unbewusster Ebene ab. Das
steckt auch hinter jeder Prüfungsangst.
in Kooperation mit
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 2
Orientierungslosigkeit
... nicht zu wissen, woher man kommt, wo man sich befindet und wohin es gehen soll.
Was will ich?
Was ist für mich möglich?
Zur eigenen Standortbestimmung eignen sich auch
die folgenden Fragen:
•
•
•
Auf hoher See ohne Orientierung zu sein ist der
Albtraum eines jeden Seefahrers. Notfalls bietet
für den Kundigen das Firmament Orientierung. Der
Ahnungslose dagegen bewegt sich im Kreis und
wird wahrscheinlich nie ankommen. Zur See zu fahren setzt bestimmte Kenntnisse voraus: ein Ziel, die
Handhabung der Navigation und das Wissen um die
Gefahren.
Ganz ähnlich verhält es sich beim Bewerbungsvorhaben. Ohne ein klares Ziel vor Augen und eine
Vorstellung, wie man es erreichen könnte, ist es
nicht nur mühsam, sondern ziemlich abenteuerlich bis leichtsinnig, sich (blind-)suchend auf den
Arbeitsmarkt zu begeben. Dazu gehört auch das
Hintergrundwissen, woher man kommt, wo man
seine Wurzeln hat, worauf man aufbauen kann und
will. Das Wissen um diese Dinge ist der Schlüssel
für einen erfolgreichen Einstieg in die wichtige Vorbereitungsphase.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Gibt es so etwas wie eine Leitidee oder einen
roten Faden für die Orientierungsphase?
Ja! Die berühmten vier Fragen:
Was für ein Mensch bin ich?
Was kann ich?
in Kooperation mit
Was liegt ausbildungstechnisch, beruflich etc.
alles schon hinter mir?
Wie schätze ich mich und meine Fähigkeiten ein?
Wie sieht meine aktuelle Situation aus, mit der
ich mich auseinandersetzen muss? Geht es um
einen Neueinstieg, Wechsel, Auf- oder Wiedereinstieg?
Was muss beim Bewerbungsvorhaben aus
Bewerbersicht das Hauptziel sein?
Es geht darum, die drei Essentials der Bewerbungssituation (Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit) während des gesamten Bewerbungsverfahrens als Signale so prägnant „auszusenden“,
dass sie beim potenziellen Arbeitgeber in aller
Deutlichkeit „ankommen“. Das gilt für die Erstellung
der Bewerbungsunterlagen ebenso wie für das persönliche Auftreten im Vorstellungsgespräch.
Es geht also um die von Ihnen vorzubereitenden
Schlüsselwörter zu den Themen:
•
•
•
Was für ein Mensch sind Sie und wie präsentieren Sie sich?
Wie bringen Sie Ihre Leistungsmotivation deutlich zum Ausdruck?
Wie vermitteln Sie überzeugend Ihre Kompetenz?
Merksatz:
Ohne Orientierung keine Perspektive, ohne Ziel
kann jeder Weg richtig sein.
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 3
Unzureichende Vorbereitung
... und daraus resultierende erfolglose Ad-hoc-Bewerbungen, die letztendlich nur Zeit, Geld und
Selbstvertrauen kosten.
Mit welchem Zeitaufwand muss man bei den
Vorbereitungen für sein Bewerbungsvorhaben
ungefähr rechnen?
Die intensive und richtige Vorbereitung jeder Phase
des Bewerbungsprozesses ist der Grundstein für
den Erfolg. Oft wird dies jedoch stark vernachlässigt.
Generell neigen die meisten Bewerber eher dazu,
den Zeitaufwand für die emotionale und mentale
Einstimmung vollkommen zu unterschätzen. Auch
für die wichtige Kontaktanbahnung oder -pflege,
die Erstellung der Bewerbungsunterlagen oder die
Vorbereitung auf ein Bewerbungstelefonat oder auf
ein Vorstellungsgespräch wird von den meisten zu
wenig Zeit einkalkuliert. Wenn jetzt noch die Formulierung eines Stellengesuches oder die Vorbereitung
auf ein Assessment-Center anstehen, gerät der Zeitplan häufig vollkommen aus den Fugen.
Stunden, Tage, Wochen, Monate: Im Grunde läuft
die Vorbereitungszeit seit Ihrer Entscheidung für
Ihr Bewerbungsvorhaben. Das wollten Sie so aber
sicherlich nicht hören. Und dennoch: Eine halbwegs gute Vorbereitungszeit ist sicherlich mit 50
- 100 Stunden nicht zu hoch angesetzt. Ob Sie das
in einer Woche oder in vier Wochen durchziehen,
hängt sicherlich nicht nur von Ihrer Kondition, sondern auch von dem Zeitbudget ab, das Ihnen aktuell
zur Verfügung steht.
Ab wann, also zu welchem Zeitpunkt, sollte
man mit dem Einstieg in das Bewerbungsvorhaben beginnen?
Spätestens mit Ihrer Entscheidung, einen Berufseinstieg oder einen Arbeitsplatzwechsel aktiv anzugehen. Das bedeutet, Sie fangen wirklich mit einer
intensiven Vorbereitung an und das bedingt immer
die Auseinandersetzung mit der eigenen Person und
Ihren Fähigkeiten (Wer bin ich? Was kann und was
will ich?).
Die Folge ist: Ohne zu wissen, als was und für wen
sie arbeiten möchten, bewerben viele sich einfach
„wild“ drauf los, bekommen Mengen an Absagen und
stürzen sich noch verzweifelter und unvorbereiteter
in den Versand von Massen-Standard-Bewerbungen, die wiederum alle als Absagen zurückkommen.
Ein unheilvoller Kreislauf, der sich da anbahnt.
Diese Selbsterforschung sollte unbedingt auch einhergehen mit einer gründlichen Arbeitsmarktanalyse
unter der Fragestellung: Wer braucht was? Am
Schluss steht der Abgleich zwischen der Antwort auf
diese Frage und dem, was Sie anzubieten haben.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Mit welcher Unterstützung kann man bei der
Vorbereitung rechnen?
Rechnen Sie besser mit wenig bis keiner. Schön,
wenn Lebenspartner, Familie, Freunde Sie ermutigen und Gesprächs- oder vor allem aber Zuhörpartner sind. Was professionelle Unterstützung anbe-
in Kooperation mit
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 3
trifft, also Karriere- und Bewerbungsberater, ist es
so, dass es viele schwarze Schafe gibt, die Zeit- und
vor allem Geldverschwendung bedeuten können.
Wirkliche Profis auf diesem Gebiet kosten deutlich
Geld und dieses sitzt in der Regel natürlich nicht
so locker. Dennoch können Sie bei professionellen
Bewerbungsberatern umfassende Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen und gelangen so
sicherlich schneller ans Ziel.
spezifischen Vorbehalte, mit denen sie sich auf der
Auswählerseite auseinandersetzen müssen. Hier
sind zwei Dinge unbedingt notwendig:
Gibt es Bewerbergruppen, die sich mit ganz
besonderen Vorbereitungsproblemen auseinandersetzen müssen?
Merksatz:
Je besser Sie sich vorbereiten, desto höher stehen Ihre Chancen, den Bewerbungsmarathon in
möglichst kurzer Zeit erfolgreich zu durchlaufen.
Selbstverständlich, denn jede Bewerbergruppe hat
ihre eigenen Besonderheiten und damit leider auch
ganz spezifischen Probleme, so z. B. Arbeitslose,
insbesondere Langzeitarbeitslose, die nach vielen
Erklärungen gefragt werden, aber auch gestandene
Arbeitnehmer über 48. Ganz besonders müssen sich
Frauen mit speziellen Vorurteilen auseinandersetzen, vor allem, wenn es um gehobene Positionen
geht. Und selbst Azubis haben mit dem Schritt ins
Berufsleben so ihre ganz besonderen Schwierigkeiten, ebenso wie Hochschulabsolventen. Beide Gruppen bedürfen deshalb einer besonders sorgfältigen
Vorbereitung auf die Bewerbungssituation.
1. wissen, wie und was die andere Seite denkt und
warum.
2. sich selbst von derlei Vorurteilen freizumachen,
bei gleichzeitig guter Vorbereitung auf die eigene Antwortstrategie.
Oder wie einer der Marx Brothers, Groucho Marx,
fragen würde: Was haben ein Banküberfall und
ein Bewerbungsvorhaben gemeinsam? Antwort:
Die generalstabsmäßige, minutiöse Vorbereitung.
Worin liegen denn die besonderen Herausforderungen spezieller Kandidatengruppen?
Bei längerer Arbeitslosigkeit und einem Alter, das auf
die 50 zugeht oder darüber liegt, ist es besonders
ein mentales Problem, das den Bewerbern zu schaffen macht. Dafür sind sie aber zweifelsohne nicht
allein verantwortlich. Hier herrscht ein gesamtgesellschaftlicher Vorurteilsdruck, der an diesen Gruppen
selbstverständlich nicht spurlos vorbeigeht.
Was ist diesen Bewerbergruppen besonders zu
empfehlen?
Eine gezielte Vorbereitung auf ihr Bewerbungsvorhaben, ganz besonders unter Berücksichtigung der
in Kooperation mit
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 4
Keine Botschaft
... was bedeutet, nicht aus der Masse der Bewerbungen herauszutreten.
ben und beim Auswähler Interesse und Neugier zu
wecken, wird stark durch Gefühle beeinflusst und ist
keinesfalls lediglich rational begründet. Vertrauen ist
daher das entscheidende Stichwort. Je persönlicher
und transparenter Sie sich machen, desto eher
gewinnen Sie das Vertrauen Ihres Gegenübers.
Wie wird eine persönliche Botschaft überzeugend formuliert?
Den meisten Bewerbern fällt spontan ein: Ich will
diesen oder jenen Job! Ich bin der Größte, die Klügste... Dieses Kommunikationsziel, diese Botschaft
haben aber auch alle anderen Mitbewerber. Als
persönliche Botschaft ist das somit unbrauchbar!
Und allein die Tatsache, dass Sie einen (neuen) Job
haben wollen, ist für die am Auswahlprozess Beteiligten kein zwingender Grund, sich für Ihre Person
zu entscheiden. Leider!
Nun neigen viele Bewerber dazu, zu argumentieren,
sie seien mit ihren Erfahrungen der/die Beste und
für die jeweiligen Aufgaben am ehesten geeignet.
Schön und gut, aber was glauben Sie, wie argumentieren Ihre Mitbewerber? Genau deswegen – weil die
meisten so argumentieren – ist diese Botschaft für
sich allein ziemlich schwach oder sogar eigentlich
ohne wirklich Aussage. Als Fazit bleibt da die Frage:
Wie kann man es besser machen?
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Nach welchen Kriterien werden die zahlreich
eingehenden Bewerbungsunterlagen sortiert?
Ist derjenige sympathisch? Scheint er kompetent?
Passt er ins Team? Macht er einen vertrauenswürdigen Eindruck? Haben seine Unterlagen Wiedererkennungswert? Sich positiv von der Masse abzuhe-
in Kooperation mit
Zunächst bedeutet dies, ein Kommunikationsziel
zu entwickeln. Hier geht es wieder um die drei Elemente Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit.
An erster Stelle steht also wieder die Auseinandersetzung mit den Fragen: Wer bin ich? Was kann
ich? Was will ich? Im zweiten Schritt entwickeln Sie
aus Ihren Zielvorstellungen klare und schnell zu
verstehende Botschaften. Nun fehlt nur noch der
dritte Schritt: die guten Argumente. Wieso? Nun, nur
Behauptungen aufzustellen, ist natürlich zu wenig.
Sie müssen es auch an etwas Konkretem festmachen, dass Sie z. B. über umfassende Kenntnisse
in der IT-Branche verfügen. Welche Situationen in
Ihrem (Berufs-)Leben verdeutlichen das? Mit guten
Argumenten, die auch beweisen, dass es so ist, wie
Sie sagen, erhöhen Sie die Glaubwürdigkeit Ihrer
Botschaft und damit das Vertrauen in Ihre Person.
Kommunikationsziel, Botschaft und Argumentation
bzw. „Beweisführung“ ergeben in einem idealen
Dreiklang die Grundlage, auf der sich ein Arbeitsplatzanbieter für Sie als den richtigen Kandidaten
entscheiden kann. Erleichtern Sie ihm die Entscheidung und sehen Sie sich in der Bringschuld, die in
Ihrem eigenen Interesse Ihr berufliches Vorhaben
positiv befördert.
Merksatz:
Es ist ziemlich doof, haben Ihre Unterlagen keine
persönliche Botschaft für deren Empfänger!
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 5
Kein Selbstmarketing
... und damit die Chance vertun, sich selbst und seine Fähigkeiten erfolgreich zu vermarkten.
Was ist eigentlich „Marketing in eigener Sache“
im Kontext einer Bewerbungssituation?
Marketing, ein Begriff aus der Betriebswirtschaftslehre, bedeutet Planung, Organisation und Kontrolle
aller Unternehmensaktivitäten, die auf Beschaffungs- und Absatzmärkte ausgerichtet sind. Dabei
ist das Ziel des Marketing: Kunden zu erreichen, sie
zum Kauf und zum Gebrauch eines ganz bestimmten
Produktes zu veranlassen und sie an die Marke, das
Produkt oder das Unternehmen zu binden.
Marketing in eigener Sache heißt, das eigene Können, das Leistungsangebot (man nennt es auch
Profil) ins rechte Licht zu rücken. Das wird von den
meisten Bewerbern aber gar nicht oder in nur sehr
geringem Maße vorgenommen. Hierfür fehlt oft das
notwendige Bewusstsein. Eine Initiativbewerbung,
also von sich aus aktiv an ein Unternehmen heranzutreten, nach einem Arbeitsplatz zu fragen und
Unterlagen zu verschicken, stellt für viele Bewerber
schon die eigentliche Marketing-Leistung im Bewerbungsprozess dar. Außerdem ist immer noch hier
und da die Meinung anzutreffen, dass es zu unbescheiden wirkt, auf die eigenen Stärken hinzuweisen. Der Personalentscheider könne es zudem aus
den Unterlagen ersehen, wenn er sich nur genug
Mühe gibt.
Hand aufs Herz: Wer von uns kauft ein – teures
– Produkt, das eher einfach bis unattraktiv verpackt
ist und dessen wahren Nutzen wir erst nach mehrmaligem Lesen der umständlich formulierten Produktbeschreibung oder Bedienungsanleitung erkennen können?
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
in Kooperation mit
Die vier klassischen Marketinginstrumente sind:
Das Produkt
Die Werbung
Der Vertrieb
Die Preispolitik
Bezogen auf Ihre Arbeitswelt bedeutet das?
Sie sind ein Unternehmer. Sie müssen unternehmerisch denken, denn Sie befinden sich auf einem
Markt, dem Arbeitsmarkt. Ihr Produkt ist Ihr Knowhow, Ihr Wissen, Ihre Erfahrung, Ihre Dienstleistung,
die Sie dem Kunden (sprich: Arbeitsplatzanbieter)
anbieten und ihn damit zum „Kauf“ veranlassen
möchten.
Und wer sind ihre Kunden?
In der Regel spricht man immer noch vom Arbeitgeber. Eigentlich aber sind Sie der Arbeitgeber, besser
gesagt der Arbeitskraftgeber, ein moderner Dienstleister. Sie bieten Ihre Dienstleistung an und müssen
Ihre Kunden, also potenzielle „Arbeitgeber“, dafür
finden und zufriedenstellen.
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 5
Übertragen auf das Individuum, lauten die vier Marketing-Instrumente folgendermaßen:
1. Produkt = Profil
2. Werbung = Be-Werbung
3. Vertrieb = Art der Kontaktaufnahme, z. B.
Telefon oder E-Mail
4. Preis = Gehalt
Wieso ist Marketing für mich als Bewerber so
wichtig?
Die wirkliche Grundlage für eine erfolgreiche BeWerbung ist die Reflexion der eigenen Fähigkeiten,
die von besonderem Nutzen für den Arbeitsplatzanbieter sind. Und diese gilt es, wie bei allen kaufmännischen Unternehmungen, gezielt vorher zu
recherchieren.
Sie sind auf dem heutigen Arbeitsmarkt nach einem
modernen Verständnis nicht mehr klassischer Arbeitnehmer auf der Suche nach einem klassischen
Arbeitgeber, sondern Unternehmer – ein modernes
Ein-Personen-Dienstleistungsunternehmen. Lernen
Sie also, unternehmerisch zu denken und zu handeln.
Merksatz:
Wenn Sie den richtigen Schlüssel für ein Problem
Ihrer Zielgruppe haben, wird – je besser Ihr
Schlüssel passt und je brennender das Problem
Ihrer Zielgruppe ist – Ihr beruflicher Marktwert
steigen. Nur, Sie müssen dies alles auch kommunizieren! Also nicht vergessen: Werbung in
eigener Sache machen!
Und noch etwas: Nicht der Job, der Ihnen das
meiste Geld bringt, ist der richtige, sondern der,
der Ihren Nutzen für den Arbeitsmarkt und damit
auch für andere Arbeitplatzanbieter steigert.
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 6
Unvorteilhafte Präsenz im Internet
... und damit Gefahr laufen, im Netz kein positives Bild von sich zu vermitteln.
sachlich geschrieben und ohne, dass sich jemand
davon angegriffen fühlen könnte? Verwenden Sie
in allen Netzwerken das gleiche Foto und ähnliche
Angaben? Mit wem vernetzen Sie sich?
Was ist bei Nachrichten/Mails, Postings und
Fotos zu beachten?
Beantworten Sie alle Nachrichten und Mails immer
freundlich, mit Anrede und Grußformel, und achten
Sie wie im normalen Briefverkehr auf einen angemessenen Tonfall.
Zum Selbstmarketing gehört auch, genau darauf zu
achten, welche Informationen von Ihnen im Internet
kursieren und welches Bild Sie dort von sich vermitteln. Immer mehr Arbeitgeber googeln die Bewerber
und bilden sich ein Urteil über diese auf Grundlage
der Informationen, die sie dort finden.
Bei allem, was Sie tun – bloggen, diskutieren, ein
Profil auf Facebook erstellen, Informationen posten,
neue Kontakte ansprechen – hinterlassen Sie Spuren. Daher ist es wichtig, dass Sie auf Ihr Verhalten
und die Art Ihrer Kommunikation im Netz achtgeben
und ein positives Bild von sich vermitteln.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Was kann ich tun, um zu erfahren, was über
mich im Internet zu lesen/zu sehen ist und
worauf sollte ich hier achten?
Googeln Sie sich doch einmal selber, um zu schauen, was über Sie bereits im Internet zu lesen ist
und welche Fotos es gibt. Dadurch bekommen Sie
auch ein Gefühl dafür, was Arbeitgeber sehen, falls
diese Sie googeln. Ist Ihr Name zu finden? Wenn ja,
welchen Eindruck vermittelt das, was von Ihnen im
Internet steht? Wie treten Sie auf Fotos in Erscheinung? Seriös oder mit einer Bierflasche in der Hand?
Sind Ihre Beiträge in Foren oder Blogs fehlerfrei und
in Kooperation mit
Alle Beiträge, die Sie veröffentlichen, sollten fehlerfrei (Rechtschreibung/Grammatik und Beachtung der Groß- und Kleinschreibung), inhaltlich von
öffentlichem Interesse und kurz sein. Auch sollten
Sie keine Plattform dazu nutzen, um über ehemalige
Arbeitgeber oder Kollegen zu schimpfen oder sogar
ausfallend zu werden. Achten Sie darauf, dass alle
Fotos, die im Netz von Ihnen kursieren, professionell
sind und im besten Falle Bewerberfotoqualität haben.
Vermeiden Sie es, Urlaubs- oder Partyfotos für die
Öffentlichkeit im Netz zugänglich zu machen.
Doch nicht nur Risiken, sondern auch viele berufliche Chancen warten im Internet. Sie bekleiden ein
Ehrenamt? Ihr Vortrag auf einer Fachkonferenz wurde vielfach gelobt? Ihr Expertise fand bereits Erwähnung in der Lokalpresse? Solche Referenzen sind
aktiv im Internet zu veröffentlichen, um Ihr berufliches Profil durch diese Belege viel authentischer
wirken zu lassen. Und wenn dann ein Personaler
eine Internetsuche zu Ihrem Namen startet, so erhält
er einen Eindruck, den Sie selbst gestaltet haben.
Merksatz:
Achten Sie stets auf die Art Ihrer Kommunikation
im Netz, damit es Ihrem beruflichen Weg nicht
schadet. Was im Netz über Sie zu finden ist,
können Sie kaum oder nur mit großem Aufwand
wieder rückgängig machen.
12
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 7
Fehler in den Unterlagen
... und sich damit selbst die Chance auf den ersten guten Eindruck zu verderben.
mit dem Wunsch, Sie persönlich kennenlernen zu
wollen.
Erstaunlich jedoch ist, mit wie wenig Engagement
und kaum kreativen Einfällen sich heutzutage die
allermeisten Kandidaten mit ihren Unterlagen präsentieren.
Was gibt es bei der Form der schriftlichen
Unterlagen zu beachten?
Das ist schlechthin der Kardinalfehler, den viele bei
ihren Bewerbungsunterlagen machen: Sie schreiben
„mal eben“ eine Bewerbung. Hauptsache ist ihnen,
dass der Brief oder die E-Mail losgeschickt wird. Die
Folge: diffus formulierte bis keine Werbebotschaft,
wenig überzeugende Argumente in den entscheidenden Punkten Kompetenz, Leistungsmotivation
und Persönlichkeit. Hinzu kommen leider immer
noch jede Menge dummer Formfehler. Also kein
Wunder, wenn Personalentscheider beklagen, dass
sie etwa 80 % der Bewerbungsunterlagen sofort zur
Seite auf den Stapel Z(urück zum Absender) legen.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Worauf kommt es bei den Bewerbungsunterlagen grundsätzlich an?
Kurz geantwortet: dass Sie Ihre persönliche Botschaft überzeugend vermitteln.
Und das wissen Sie: Ohne wirklich ganz hervorragende, beeindruckende Bewerbungsunterlagen
haben Sie kaum eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch. Denn: In der Regel entscheiden Ihre eingereichten Unterlagen, ob sich auf Arbeitgeber- und
Auswählerseite Interesse an Ihrer Bewerbung entwickelt und man dadurch neugierig auf Ihre Person
wird. In der Konsequenz verbindet sich das dann
in Kooperation mit
Auf die Form ihrer Bewerbung legen viele Kandidaten oft zu wenig Wert. Das fängt schon mit der
Seitengestaltung (Layout) des Anschreibens und
des Lebenslaufs an. Eine zu kleine, nicht gut lesbare Schriftart – dann noch ohne genügend Rand
und im Blocksatz – bringt jeden Personalchef zur
Verzweiflung.
Eine schrille Bewerbungsmappe in grün-rosa mit
gelben Blümchen mag zwar für einen Aha-Effekt
sorgen, vermittelt aber nicht gerade einen seriösen
Eindruck von Ihnen. Achtlos eingescannte Zeugnisse mit schiefem Rand, kaum lesbarer Schrift oder
Kaffeeflecken werden Ihnen keine Vorteile bringen.
Eselsohren, Flecken, abgegriffene Unterlagen oder
das andere Extrem – jede Kopie in einer extra Plastikhülle – fallen extrem negativ auf und machen es
den Verantwortlichen leichter, Sie auszusortieren!
Wen wundert’s dann, wenn den Unterlagen von
vornherein, gar keine Beachtung geschenkt wird.
Schmälern Sie nicht Ihre Chancen nur wegen Formfehlern! Das ist vollkommen unnötig. Nur durch kleine Achtlosigkeiten können Sie sich den gesamten
Weg verbauen. Seien Sie also anspruchsvoll an sich
selbst und schauen Sie auf die Details! Diese haben
mehr Wirkung, als Sie vielleicht glauben.
Und noch etwas: Auch Rechtschreib- und
Grammatikfehler können Ausschlusskriterien
sein!
13
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Wie kann ich mich in der Gestaltung der Unterlagen deutlich positiv von anderen Bewerbern
abheben?
Indem Sie auf eine perfekte und ästhetisch ansprechende Form Ihrer Unterlagen achten: saubere, fehlerfreie, tadellose und vollständige Unterlagen (verwenden Sie für jede Bewerbung eine neue Mappe
– man sieht es ihr in der Regel an, dass sie bereits
„unterwegs“ war – und achten Sie darauf, dass keine
wichtigen Unterlagen fehlen), qualitativ hochwertige
Kopien, ein ansprechendes, lesefreundliches Layout, gutes Papier und grammatikalische und orthografische Korrektheit.
Und auch die Verpackung muss stimmen. Das
Anschreiben liegt oben lose auf Ihrer Mappe. Es wird
nicht eingeheftet! Verwenden Sie lieber keine mehrfach geklappte Mappe – nur eine zweiteilige. Eine
dreiteilige Mappe wirkt übertrieben und ist umständlich. Besser als „wabbelige“ Plastik-Schnellhefter
sind dezente Pappmappen mit Klemmvorrichtung.
Hände weg von zu grellen, außergewöhnlichen Farben! Empfehlenswert sind schwarz, weiß, grau oder
dunkelblau.
Auch das Schreibpapier muss nicht zwingend weiß
sein. Sie können, wenn es passt und wenn Sie glauben, dass es auf der Auswählerseite gut ankommt,
eine dezente Farbe wählen. Das gleiche gilt für
die Schriftfarbe. Auch da muss es nicht zwingend
schwarz sein. Generell gilt: Weniger ist mehr. Ästhetik und Form sind nicht die eigentliche Botschaft,
sondern sollen diese nur transportieren. Farben und
Formen müssen also zu den Inhalten passen.
Wichtig: Versenden Sie Ihre Unterlagen als normale Briefpost, also nicht per Express und auf
keinen Fall per Einschreiben.
Worauf kommt es bei einer E-Mail-Bewerbung
an?
Auch eine E-Mail-Bewerbung erfordert absolute
Sorgfalt und muss ebenso wie die schriftliche Bewerbung allen formalen Anforderungen genügen.
in Kooperation mit
Kardinalfehler Nr. 7
Grundsätzliche gilt: Richten Sie sich eine professionelle E-Mail-Adresse ein, am besten: Vorname.Nachname@provider.de (z. B. mausi@mail.de
kommt gar nicht gut an). E-Mail-Bewerbungen müssen außerdem – so wie schriftliche Bewerbungen
– inhaltlich immer auf das jeweilige Unternehmen
zugeschnitten sein. Versenden Sie also auf keinen
Fall Serienmails, die an viele Empfänger gleichzeitig gehen und lediglich die Anrede „Sehr geehrte
Damen und Herren“ haben.
Anschreiben und Lebenslauf sollten die wesentlichen Bestandteile Ihrer E-Mail-Bewerbung sein.
Fügen Sie einen kurzen Text in das Textfeld der
E-Mail ein, also Anrede, kurzer inhaltlicher Bezug
und Ihre Kontaktdaten. So etwas wie „Anbei meine
Bewerbung“ reicht nicht aus. Vermeiden Sie auch
gewagte Formatierungen. Achten Sie stattdessen
auf Lesbarkeit durch Absätze und kurze Sätze.
Zum Dateiformat Ihrer Anhänge: Worddateien sind
nicht empfehlenswert, da hier Layout und Formatierung bei der Übertragung häufig nicht erhalten
bleiben. Am besten sind PDF-Dateien, da diese
wesentlich sicherer sind. Auch Ihre eingescannten
Zeugnisse sollten Sie als eine PDF-Datei (beschränken Sie sich hierbei auf die wichtigsten) versenden. Entweder Sie verschicken Ihre kompletten
Bewerbungsunterlagen als eine PDF-Datei oder
Sie teilen die Unterlagen in zwei einzelne Dateien
(Anschreiben/Lebenslauf und Zeugnisse) auf. Insgesamt sollten die Anhänge die Größe von zwei bis
drei MB nicht überschreiten. Das Foto gehört in den
Lebenslauf oder auf das Deckblatt – verschicken
Sie es nicht als eigene Datei. Insgesamt sollten es
also nicht mehr als drei einzelne Dateien im Anhang
sein. Die Dateinamen sollten unmissverständlich
sein und auf Ihre Person verweisen, zum Beispiel
Bewerbung_Sabine Schröder.
Wichtig: Auch in einer E-Mail-Bewerbung müssen Anschreiben und Lebenslauf unterschrieben sein. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Unterschrift
einzuscannen und einzufügen – das wirkt persönlicher und professioneller.
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 7
Mit welchem Zeitaufwand ist bei der Erstellung
der Unterlagen zu rechnen?
Wenn Sie eine gute Vorbereitung betrieben haben,
sind es, immer noch vorsichtig geschätzt, zwischen
20 und 80 Stunden Arbeit am PC für einen ersten
„Verkaufsprospekt“. Nennen Sie es ruhig weiter
Lebenslauf – wir nennen es Verkaufsprospekt! Da es
um eine Werbeaktion in eigener Sache geht, ist es
nicht nur gerechtfertigt, sondern auch hilfreich, sich
zu verdeutlichen, dass Sie mit all Ihren Bewerbungsunterlagen tatsächlich eine Art „Verkaufsprospekt“
präsentieren.
Wie viel Zeit nimmt sich eigentlich ein Personalentscheider für Ihre Unterlagen?
Manche Personalentscheider behaupten, in weniger
als einer Minute herausfinden zu können, ob der/die
Kandidat/in sie interessiert. Andere investieren zwei,
drei bis (selten) fünf Minuten. Also Ihre Unterlagen
haben verdammt wenig Zeit, um zu überzeugen,
vor allem, wenn man berücksichtigt, dass heutzutage auf eine Stellenanzeige zwischen 250 und 500
Bewerbungsunterlagen kommen können.
Merksatz:
Je mehr Wertschätzung Sie Ihrem potenziellen
Arbeitgeber durch eine gründlich vorbereitete
Bewerbung entgegenbringen, desto höher stehen
Ihre Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch
eingeladen zu werden.
in Kooperation mit
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 8
Missachtung des Sympathieträgers Bewerbungsfoto
... was gleichzusetzen ist mit einem nicht geschenkten Lächeln in einer entscheidenden Situation.
darf angeschnitten sein. Auch Arme, Hände oder
Oberkörper dürfen mit aufs Bild.
Das Farbfoto verträgt am besten dezente Farben
bei Kleidung und Make-up. „Verkleiden“ müssen Sie
sich zum Fototermin natürlich nicht, aber überlegen
Sie sich auch hier, welchen Eindruck Sie machen
wollen und was die angemessene Kleidung in der
Bewerbungssituation für Ihre Branche ist. Übrigens:
Wir empfehlen Schwarz-Weiß-Fotos, weil sie klassisch, elegant und zeitlos wirken.
Auch wenn es seit 2006 mit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) nicht
mehr zwingend notwendig ist, den Bewerbungsunterlagen ein Foto beizufügen, empfehlen wir es
dennoch. Denn auch Personaler sind nur Menschen
und lassen sich von einem ansprechenden Äußeren
beeinflussen. Ein gut gemachtes Foto kann also das
Zünglein an der Waage sein, denn es ist der klassische Sympathieträger, mit dem Sie die Auswahlkommission auf Ihre Seite ziehen können. Nutzen Sie die
Chance, die darin liegt!
Urlaubsbilder oder Erinnerungsfotos gehören natürlich nicht in eine Bewerbung – auch keine kreativ
ausgeschnittenen Privatfotos oder Ganzkörperfotos
und auch keine Passfotos. Was Sie brauchen sind:
Bewerbungsfotos von hoher Qualität!
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Worauf muss ich beim Foto achten?
In ein ansprechendes, professionelles Foto zu investieren, lohnt sich. Recherchieren Sie nach Fotostudios und vereinbaren Sie dort einen Termin.
Als Format empfiehlt sich die klassische Größe im
Hochformat, etwa 5,5 x 4 cm oder etwas größer.
Auch ein anderes Format – z. B. quadratisch oder
Querformat – ist denkbar. Der Kopf oder das Gesicht
in Kooperation mit
Worauf wird bei der Analyse des Fotos
geachtet?
Auf vier Kriterien, nämlich:
• Aussehen/Mimik,
• die Kleidung bzw. das, was man von ihr sieht,
• die fotografische Qualität und
• das Format.
Grundsätzlich gilt: Achten Sie auf eine gepflegte
sowie zu Ihnen und zum potenziellen Arbeitgeber
passende Erscheinung (ordentliche Frisur, die Herren rasiert). Lächeln Sie und zeigen Sie sich gut
gelaunt. Präsentieren Sie sich auf Ihrem Be-Werbungsfoto also von Ihrer Schokoladenseite.
Tipp: Lassen Sie sich gleich mehrere Male
fotografieren und legen Sie die Bilder Ihrem
Lebenspartner, Freunden und Bekannten vor
und diskutieren Sie das „wohlgefälligste“, sympathischste und zugleich passendste Foto.
Nach unseren Erfahrungen sind viele Bewerbungskandidaten oftmals nicht in der Lage,
ein ansprechendes Foto von sich selbst auszuwählen. Überlassen Sie dies daher besser
der Mehrheitsentscheidung von Personen aus
Ihrem Umfeld, denen Sie vertrauen.
Merksatz:
Unterschätzen Sie nie die Macht des Bildes!
16
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 9
Kein „roter Faden“ in den Bewerbungsunterlagen
... und dadurch kein überzeugendes, in sich stimmiges Bild von sich selbst vermitteln.
die Anlagen (also Zeugnisse und Zertifikate) und das
Anschreiben.
Hinzu kommen noch meistens ein Foto und weitere
Unterlagen, wie Deckblatt, Anlagenverzeichnis und
gegebenenfalls die sogenannte Dritte Seite (eine
Seite zu Ihrer Motivation). In ganz seltenen Fällen
werden noch Referenzen bzw. Empfehlungen, ein
polizeiliches Führungszeugnis und Arbeitsproben
erwartet.
Ein Beispiel: Eine optisch perfekte Bewerbungsmappe, aber ein standardisiertes Anschreiben und ein
nichts aussagender Lebenslauf. Oder: Ein durch und
durch überzeugendes Anschreiben sowie ein aussagefähiger Lebenslauf – nur leider eine Bewerbungsmappe, deren „Personalabteilungen-Rundreise“ auf
dem ersten Blick erkennbar ist. Oder: Tolle Bewerbungsunterlagen, aber eine unfreundliche Ansprache in der E-Mail und die Fotos im Internet zeigen
Sie in Freizeitkluft am Strand von Mallorca.
Leider geraten immer wieder hoffnungsvolle Bewerbungen auf den Z(urück)-Stapel, weil das Gesamtbild nicht stimmig ist. Uneinheitlichkeit oder sogar
widersprüchliche Botschaften machen es Ihrem
Gegenüber schwer, Ihnen zu vertrauen und stören
darüber hinaus dessen ästhetisches Empfinden.
Bei der Menge an Bewerbungen bedeutet das ein
schnelles Aus!
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Was sind die wichtigsten Bausteine für die
Bewerbungsunterlagen?
Was ist denn nun am wichtigsten: Anschreiben,
Lebenslauf oder die Zeugnisse?
Ihr Werbeprospekt in eigener Sache (Lebenslauf)
und das Anschreiben kommen an erster Stelle. Dann
erst folgen die Empfehlungsschreiben (Zeugnisse).
Wenn auch alle drei Dokumente in ihrer Gesamtbedeutung nicht zu unterschätzen sind, in der Gewichtung gibt es schon deutliche Unterschiede.
Auch wenn Arbeitszeugnisse hier an zweiter Stelle
kommen, sind sie von nicht geringer Bedeutung.
Und Sie sollten in jedem Fall wissen, wie gut und
aussagekräftig Ihre Zeugnisse wirklich sind.
Ein Anlagenverzeichnis lohnt sich ab etwa fünf
Anlagen. Es gibt dem Leser eine Orientierung und
erleichtert ihm somit das Lesen. Damit zeigen Sie
auch, dass Sie Ihren Unterlagen eine Struktur geben
können. Bei der Zusammenstellung von zu vielen
Anlagen (Zeugnisse, die zwanzig Jahre und älter
sind, Fotokopien von Führerscheinen und anderen
für die Bewerbung eher belanglosen Dokumenten)
laufen Sie jedoch Gefahr, dass dies im Sinne eines
Ausschlusskriteriums gegen Sie verwendet wird. Ein
Mehr an Anlagen bedeutet also keinesfalls immer
ein Vorteil.
Neben der sorgfältigen Vorbereitung und der Festlegung Ihrer Kommunikationsziele, sind die Komponenten Ihrer Bewerbungsunterlagen der Lebenslauf,
in Kooperation mit
17
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Warum sollte man auch etwas über Hobbys,
Interessen und sein Engagement in der Freizeit
mitteilen?
Sage mir deine Hobbys und ich sage dir, wer du bist.
Eine Art Visitenkarte Ihrer Persönlichkeit wird auf
diese Weise kommuniziert – und um Ihre Persönlichkeit geht es ja primär beim Entscheidungsprozess
für oder gegen Sie. Das gilt ebenso für spezielle
Interessen oder besonderes ehrenamtliches Engagement.
Bei der Personalauswahl werden nicht nur Fachkompetenzen gesucht, sondern auch Persönlichkeiten.
Wer passt ins Team? Wer könnte vielleicht schwierig
werden? Personaler möchten auch den Menschen
hinter der Bewerbung kennenlernen, weshalb in den
Unterlagen (beruflich) interessante Freizeitinteressen genannt werden sollten.
Natürlich sollten Sie hier gut abwägen, was zur
Bewerbung passen könnte. Bierdeckel-Sammeln
oder Bungee-Jumping? Bei den Hobbys liegen
Chancen und Risiken eng beieinander. Was für
den einen Personaler lächerlich klingen mag, ist für
den anderen vielleicht sympathisch, weil er zufällig
das gleiche Hobby hat. Generell könnte man daher
sagen: Wenn aus dem Hobby Eigenschaften oder
Verhaltensmerkmale abzuleiten sind, die für das
Berufsleben wichtig sein könnten, sollten Sie nicht
zögern, dies in Ihren Unterlagen zu vermitteln.
Kardinalfehler Nr. 9
dem Foto des Bewerbers, seinen Interessen, Hobbys
oder sonstigen Kenntnissen und den formalen Ausbildungs- und Arbeitsdaten. Erst wenn dies geschehen ist und der Leser ein positives Zwischenresultat
im Kopf hat, schaut er sich die weiteren Anlagen an,
meist Arbeits- und Ausbildungszeugnisse.
Um an dieser Stelle Ihre Motivation deutlich zu
machen – denn um die geht es ja zu großen Teilen – können Sie hier eine Dritte Seite einfügen.
Inhaltlich darf die von Ihnen gewählte Botschaft im
Zusammenhang mit Aussagen im Anschreiben und
Lebenslauf stehen und darüber hinaus noch etwas
persönlicher formuliert sein. Der Kreativität sind
dabei fast keine Grenzen gesetzt. Bloße Aufzählungen überzeugen jedoch wenig und bewirken eher
das Gegenteil. Nicht die pure Aneinanderreihung
bringt es, sondern die für den Leser nachvollziehbare (logische) Argumentation. Wenn es Ihnen also an
dieser Stelle gelingt, in wenigen kurzen Sätzen zum
Ausdruck zu bringen, warum Sie sich bewerben,
können Sie die Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhöhen.
Merksatz:
Für das Bild, das sich andere von Ihnen aufgrund
Ihrer Bewerbungsunterlagen machen, sind Sie
selbst verantwortlich. Sorgen Sie dafür, dass es
„rund“ ist.
.
Was ist die sogenannte „Dritte Seite“ und worauf kommt es dabei an?
Diese zusätzliche, sich an den Lebenslauf anschließende Seite, ist kein Muss für Ihre Unterlagen, kann
Ihnen aber Pluspunkte einbringen.
Die Informationen und Verkaufsargumente Ihrer
Bewerbung werden in der Regel vom Personalauswähler wegen der Vielzahl der Bewerbungsunterlagen und des Zeitdrucks viel zu wenig beachtet. Häufig wird lediglich das Anschreiben flüchtig überflogen
(30 bis maximal 90 Sekunden!), um sich dann den
anderen Unterlagen zuzuwenden – insbesondere
in Kooperation mit
18
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 10
Unzureichende Vorbereitung auf
Einstellungstests und Assessment Center
... was dazu führt, sein Wissen nicht adäquat einsetzen zu können.
reiten wie auf andere Prüfungen auch. Eingesetzt
werden neben Persönlichkeitstests auch Intelligenz-,
Leistungs- und Konzentrationstests.
Was wird mit Persönlichkeitstests geprüft?
Machen wir einen Gedankensprung zurück in die
Schulzeit. Hand aufs Herz: Wer ist nicht einmal
unvorbereitet in eine Klausur gegangen mit dem
Gedanken: Ach, den Stoff kann ich, das kriege ich
schon so hin. Immerhin haben Sie jede Stunde aufgepasst, die Hausaufgaben gemacht und wissen,
worum es geht.
Leider werden da zwei, drei Fragen gestellt, die Sie
aus der Ruhe bringen. Bei einer wissen Sie genau,
dass sie im Unterricht behandelt wurde. Aber, wie
war noch mal die Lösung dazu? Bei der anderen
haben Sie gerade mal noch eine Ahnung. Wenn
das Klausurergebnis eine Vier ist, sind Sie fast noch
zufrieden.
Ein Einstellungstest ist im Grunde nichts anderes,
nur mit dem fatalen Unterschied: Mit einer Vier sind
Sie draußen!
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Kann man sich überhaupt auf solche Prüfungen
vorbereiten und ist dies wirklich sinnvoll?
Hier geht es um Ihre Persönlichkeitsmerkmale,
also Ihre Charaktereigenschaften und Wesenszüge. Der Arbeitgeber will wissen: Mit was für einem
Menschen habe ich es zu tun? Wie verhält er sich
in bestimmten Situationen, ist er konfliktfähig und
stressresistent?
Mittlerweile gibt es unzählige, verschiedene Persönlichkeitstests. Gemessen werden z. B. folgende
Faktoren: Kontaktfähigkeit, emotionale Stabilität,
soziale Anpassung, Flexibilität und Pflichtbewusstsein, Selbstsicherheit, Sensibilität, Offenheit, Selbstvertrauen, Sicherheitsdenken versus Veränderungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Selbstkontrolle sowie
Stresstoleranz.
Ein Bewerber gilt z. B. als emotional stabil, wenn er
... nicht grundlos Stimmungsschwankungen unter-
liegt,
... nicht von diffusen Ängsten und Sorgen gequält
wird,
... nicht dauernd das Gefühl hat, alles falsch zu machen,
und als kontaktfähig, wenn er
... von der Grundstimmung her Optimist ist,
... sich zusammen mit vielen Menschen wohlfühlt,
... sich gern mit Freunden trifft.
Selbstverständlich, ja! Denn auf Bewerbungen, Tests
und Vorstellungsgespräche kann man sich vorbe-
in Kooperation mit
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Was passiert in einem Assessment Center und
worauf kommt es an?
Ein Assessment Center (AC) dauert in der Regel
mehrere Stunden und bisweilen sogar mehrere
Tage. Übliche Bestandteile eines AC sind Gruppendiskussionen, Vortrags- und Präsentationsübungen
sowie schriftliche Testverfahren wie Intelligenz-, Leistungs-, Konzentrations- und Persönlichkeitstests.
Durch verschiedene Übungen und Rollenspiele in
einer Gruppe von Kandidaten erhoffen sich die
Beobachter oder Auswähler, einen unmittelbaren
Vergleich zwischen den Bewerbern zu bekommen.
Für ein AC ist eine gute Vorbereitung unbedingt
notwendig. Sie verhalten sich als Bewerber grob
fahrlässig, wenn Sie glauben, ein AC oder überhaupt
einen schriftlichen Test quasi aus dem Stegreif auf
jeden Fall überstehen zu können. Wichtigstes Ziel ist
auch hier, Sympathie für sich zu mobilisieren und die
Auswähler von Ihrer Kompetenz zu überzeugen.
Mit dem AC wartet ein zum Teil recht ausgeklügeltes
Auswahlverfahren auf Sie. Entscheidend ist, dass
Sie durchschauen, worum es bei diesem Auswahlverfahren wirklich geht. Im Grunde geht es auch
hier wieder um die Ihnen bereits bekannten drei
Essentials:
Kardinalfehler Nr. 10
Sind diese Auswahlverfahren so zuverlässig
und so gut, wie man von Arbeitgeberseite häufig suggeriert bekommt?
Ganz sicher nein. Der Wunsch in die Zukunft, hier, in
Ihre berufliche Entwicklung zu schauen, ist ungefähr
so alt wie die Menschheit und leider immer noch
unerfüllt.
Was kann man gegen die Aufregung, bisweilen
sogar richtige Prüfungsangst, bei Test- und
Bewerbungssituationen tun?
Vorbereiten, üben, wissen, worum es geht, in Erfahrung bringen, worauf es ankommt. In besonders
gravierenden Fällen von Prüfungsangst sollte man
sich nicht scheuen, auch psychotherapeutische Hilfe
in Anspruch zu nehmen. Nicht zu empfehlen sind
Experimente mit Beruhigungstabletten im Selbsttherapieverfahren.
Merksatz:
Auf Tests muss man sich vorbereiten!
1. Kompetenz (bedeutend):
Haben Sie berufsrelevante Erfahrungen, Kenntnisse
oder Fähigkeiten?
2. Leistungsmotivation (wichtig):
Sind Sie engagiert? Haben Sie Biss? Sind Sie wirklich lern-, einsatz-, und arbeitswillig? Können Sie sich
mit der Aufgabe/dem Unternehmen identifizieren?
3. Persönlichkeit (absolut entscheidend):
Sind Sie sympathisch? Anpassungsfähig? Passen
Sie zur Firma?
in Kooperation mit
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vorweg-geher-gesucht.de
Wir glauben, dass auch ein Energieversorger erneuerbar sein sollte. Deshalb suchen wir
neugierige und ideenreiche Kolleginnen und Kollegen, die mit uns die Welt bewegen wollen.
Welche Chancen wir Ihnen bieten und wie wir gemeinsam die Energie von morgen sichern,
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 11
Mangelnde Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch
... und sich selbst darum zu bringen, entspannt, locker und spontan auf Fragen zu reagieren.
Die am häufigsten gestellten Fragen sind:
•
•
•
•
•
Ähnlich wie bei einer mangelnden Vorbereitung auf
einen Einstellungstest laufen Sie Gefahr, ohne Vorbereitung auf die typischen Fragen „kalt erwischt“ zu
werden. Sei es, dass Sie nach Ihrem größten Erfolg,
Ihrer schlimmsten Niederlage oder Ihrer schlechtesten Eigenschaft gefragt werden: Plötzlich tritt eine
große Leere in Ihrem Gehirn ein und es will Ihnen
partout nichts mehr einfallen. Schade, denn bis zu
dem Zeitpunkt war das Vorstellungsgespräch zu
Ihren Gunsten verlaufen. Doch jetzt sehen sie schon
an den Gesichtern Ihrer Gesprächspartner, dass
etwas schiefgelaufen ist. Das Gespräch entgleitet
Ihnen mehr und mehr und über die spätere Absage
wundern Sie sich nicht wirklich.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Mit welchen und wie vielen Fragen muss ich
rechnen?
Das Fragenrepertoire für jede der zehn Phasen
des Vorstellungsgespräches ist begrenzt. Für den
Gesamtpool von ca. 100 typischen Fragen gilt:
Nicht alle können Ihnen auf einmal in einem ersten
Gespräch gestellt werden. Rechnen Sie mit einer
Auswahl von etwa 15 bis 25.
in Kooperation mit
•
•
•
•
•
•
Erzählen Sie uns etwas über sich...
Warum haben Sie sich bei uns beworben?
Was reizt Sie an dieser Aufgabe/Position?
Wie gut kennen Sie unsere Produkte/Dienstleistungen?
Was erwarten Sie von uns, was erhoffen Sie sich
von der neuen Position?
Wie stellen Sie sich Ihre Tätigkeit bei uns vor?
Wie verlief Ihr bisheriger Berufsweg?
Was sind Ihre Stärken, Ihre Schwächen?
Wo haben Sie noch Defizite und was gedenken
Sie dagegen zu tun?
Was sind Ihre Fragen an uns?
Warum sind ausgerechnet Sie der/die Richtige
für uns?
Was sind die häufigsten Fehler, die Kandidaten immer wieder im Vorstellungsgespräch
machen?
Sie bedenken nicht, dass es sich beim Vorstellungsgespräch um eine mündliche Test- und Prüfungssituation handelt, auf die man sich gut vorbereiten
kann und in der es jetzt insbesondere auch um den
Eindruck, den Sie von sich, von Ihrer Wesensart vermitteln, geht und nicht nur um Ihr Wissen.
Tipp: Für eine gute Vorbereitung kann es auch
hilfreich sein, Vorstellungsgespräche bei Arbeitgebern wahrzunehmen, bei denen man gar
nicht unbedingt einen Job haben will.
Merksatz:
Wissen ist Macht und Übung macht bekanntlich
den Meister. Je besser Sie sich auf die Prüfungssituation Vorstellungsgespräch vorbereiten, umso
gelassener können Sie auf heikle und schwierige
Fragen reagieren.
22
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 12
Keine ordentliche Anreiseplanung
... und sich damit unnötigen Stressfaktoren aussetzen.
Besser also, Sie sind eine viertel Stunde zu früh da,
als zehn Minuten zu spät. Natürlich dürfen Sie nicht
übertreiben. Insbesondere sollten Sie im Vorzimmer
des Geschehens nicht mehr als fünf Minuten vor
dem vereinbarten Termin eintreffen. Wer zwanzig
Minuten zu früh „aufkreuzt“, macht einen denkbar
schlechten Eindruck.
Ein kilometerlanger Stau, Zugverspätung oder ein
ausgefallener Flug: Wer auf den „allerletzten Drücker“ losfährt, kommt mitunter in arge Bedrängnis.
Vor allem, wenn es sich um einen wichtigen Termin
handelt. Wählen Sie daher mit Verstand das Verkehrsmittel aus, das Sie zum Vorstellungsgespräch
bzw. Assessment Center bringen soll. Vermeiden
Sie es so oft wie möglich, selbst mit Ihrem Wagen zu
fahren, denn das birgt in der Regel zu viele unplanbare Risiken. Und im Zug kann man sich nochmals
gedanklich in Ruhe vorbereiten.
Entscheidend ist, so ausgeruht wie nur irgend
möglich zu sein. Sollten Sie sich wider Erwarten an
einem so wichtigen Tag krank fühlen – aus welchen
Gründen auch immer – ist es sinnvoller, den Termin
abzusagen, als beispielsweise mit allen sichtbaren
und unsichtbaren Befindensbeeinträchtigungen
einer schweren Erkältung anzutreten und sich nicht
optimal präsentieren zu können.
Merksatz:
Je planvoller Sie die Anreise organisieren, desto
entspannter sind Sie im Vorstellungsgespräch
bzw. Assessment Center!
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Was ist bei der organisatorischen Vorbereitung
zu beachten?
Planen Sie genügend Zeit für Ihre Anreise ein, mit
Berücksichtigung eventuell auftretender Verzögerungen (Staus etc.). Sollten Sie zu einem Vormittagstermin in einer anderen Stadt eingeladen sein,
sollten Sie in Erwägung ziehen, bereits am Vorabend anzureisen.
Auch wenn Sie glauben, den Weg gut zu kennen, können Sie nicht sicher sein, z. B. in einem
labyrinthartigen Bürogebäudekomplex, gleich den
kürzesten Weg und das richtige Zimmer zu finden.
in Kooperation mit
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 13
Falsche Kleidung beim Vorstellungsgespräch
... was bestenfalls als mangelnde Wertschätzung aufgenommen wird.
soires (Brille, Uhr, Schmuck, Tasche und Tuch) und
das Make-up bei Damen.
Psychologische Studien haben herausgefunden,
dass man Menschen, die gute, gepflegte und teure Kleidung tragen, mehr zutraut, dass man diese
ernster nimmt und sie in Verhandlungen besser
abschneiden. Unsere Kleidung entscheidet also
oftmals über Erfolg oder Misserfolg. Viele Menschen
verbinden mit einem gepflegten Äußeren höhere
Kompetenz. Mit der Wahl der Kleidung und der Art
des Tragens vermitteln wir einen Eindruck, was wir
„darstellen“, welche Position wir innehaben bzw.
erreichen wollen.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Welche Kleidung ist für das Vorstellungsgespräch zu empfehlen?
Verdeutlichen Sie sich, dass Sie nach dem Bewerbungsschreiben mit Ihrem Erscheinungsbild eine
weitere Arbeitsprobe und Visitenkarte abgeben. Vermeiden Sie es möglichst, besser gekleidet zu sein
als Ihr Gegenüber und verzichten Sie auf jede Extravaganz, also auf eine grelle, poppige, übertriebene
Maskerade (auch Schminke) – mit vielleicht einer
Ausnahme: Sie bewerben sich bei einer Werbeagentur oder im künstlerisch-kreativen Bereich – hier gibt
es durchaus Spielräume.
Nach mehreren Jahren in einem Unternehmen können Sie sich vielleicht die eine oder andere Freiheit
herausnehmen, wenn es um Ihren Kleiderstil geht.
Aber für ein Vorstellungsgespräch oder AC empfehlen wir Ihnen, sich an das anzupassen, was im
Unternehmen bzw. in der Branche üblich ist. Denn
genau das ist es, was man dann auch sehen möchte: Wissen Sie, was man von Ihnen erwartet und
„spielen“ Sie mit, also können Sie sich anpassen?
Merksatz: (zugegeben, schon sehr alt, aber ...)
Wie Du kommst gegangen, so wirst Du auch
empfangen!
Generell gilt: Wählen Sie saubere, gepflegte Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen und die zu Ihnen
passt. Es müssen keine teuren Markenklamotten
sein. Wichtiger ist vielmehr, dass die Kleidung nicht
zerschlissen oder schmutzig ist, die Schuhe nicht
kaputt oder abgelaufen sind und dass Ihr gesamter Kleiderstil zum Unternehmen bzw. zur Branche
passt. Unsere Empfehlung: Schauen Sie sich bei
Gelegenheit typische Berufsvertreter in der von
Ihnen angestrebten Position an und orientieren
Sie sich für Ihr Outfit an deren Kleidung. Zu einer
gepflegten Erscheinung gehören auch Frisur, Acces-
in Kooperation mit
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 14
Missachtung der Körpersprachesignale
... was bedeutet, unbewusste und ungewollte Selbstauskünfte zu geben.
Wird der Körpersprache wirklich so viel Bedeutung beigemessen?
Zusammengesunken auf dem Rand des Stuhls, die
Schultern hochgezogen und nur mit den Schuhspitzen den Boden berührend: Was für einen Eindruck
würde solch ein Bewerber auf Sie machen? Einen
dynamischen wohl kaum und auch keinen selbstsicheren. Wenn er nun mit dünner, kaum vernehmbarer Stimme von seinen großen Verdiensten für das
Unternehmen berichtet, bei dem er zuletzt gearbeitet
hat, käme in Ihnen wahrscheinlich der Verdacht
hoch, dass er lügt.
Wissen Sie um Ihre Körperhaltung, Ihre Mimik und
Ihre Körpersprache, insbesondere dann, wenn Sie
nervös sind? Wir machen die merkwürdigsten Dinge, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen, z. B.
mit den Füßen scharren, ruhelos von einem Bein
auf das andere treten oder ein verzweifeltes Dauergrinsen aufsetzen. Alle Menschen haben einen
sogenannten „blinden Fleck“, also das, was man
an sich selbst nicht wahrnimmt, andere aber schon.
Sie können den blinden Fleck ein wenig aufdecken,
wenn Sie sich von Ihren Freunden einmal eine Rückmeldung dazu geben lassen, wie Sie körpersprachlich wahrgenommen werden.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
in Kooperation mit
Ihre Körpersprache wird immer von Ihrem Gegenüber wahrgenommen, dabei oftmals zu großen
Teilen unbewusst. Das hat zur Folge, dass sich Ihre
Gesprächspartner in einem Vorstellungsgespräch
ein Urteil über Sie bilden, sobald sie Sie sehen,
also in den ersten 30 Sekunden. Auch wenn Sie
sprechen, beeinflussen Ihre Stimme und die Art, wie
Sie reden, weitaus mehr den Eindruck, den sich der
andere von Ihnen macht, als das, was Sie sagen.
Wie Körpersprache wahrgenommen wird, ist höchst
subjektiv. Jedoch gibt es bestimmte Aspekte, die
bei den meisten Menschen (im hiesigen Kulturkreis)
dazu führen, den anderen als sympathisch und vertrauenswürdig wahrzunehmen.
Das sind:
•
•
•
•
•
Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner
Lächeln, ein freundliches Gesicht
Aufrechte und gerade Körperhaltung, die Schultern nach hinten, den Kopf oben und gerade, die
Blickrichtung horizontal
Zuwendung zu Ihrem Gegenüber, wenn Sie mit
ihm reden
Eher langsame und ruhige Bewegungen
Tipp: Nutzen Sie das so genannte Spiegeln, um
Sympathie zu erzeugen und zu Ihrem Gegenüber eine gute Verbindung aufzubauen. Vielleicht
kennen Sie das aus Situationen mit Menschen,
die Sie mögen: Sie nehmen automatisch die
gleiche Körperhaltung ein. Meistens machen
wir das unbewusst. Aber Sie können das auch
gezielt einsetzen, um eine gute Gesprächsatmosphäre zu erzeugen.
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 14
Warum ist der bewusste Einsatz von Körpersprache so wichtig?
Körpersprache drückt sich vor allem durch Ihre
Haltung, Ihren Gesichtsausdruck und Ihre Bewegungsabläufe aus und kann Rückschlüsse auf Ihr
Befinden, Ihre Motive, Ihre Energie und auch Ihre
Ängste zulassen. Somit ist Körpersprache ein wichtiger Bestandteil Ihres Erfolges und wird von Ihrem
potenziellen Arbeitgeber wahrgenommen. Versuchen Sie daher, zumindest nach außen hin souverän
aufzutreten.
Merksatz:
Machen Sie sich die Wirkung Ihrer Körpersprache
bewusst. Inhalt und Form Ihres Auftritts sollten
harmonisch zusammenpassen.
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 15
Kein Gespür für Smalltalk
... was bedeutet, im Vorstellungsgespräch schon zu Anfang keine Sympathie für sich mobilisieren
zu können.
Worauf kommt es in der Eröffnungs- und in der
Abschlussphase eines Vorstellungsgesprächs
besonders an?
Bevor das typische Fragen- und Antwort-Spiel
anfängt, wird das Vorstellungsgespräch meistens
durch Smalltalk eingeleitet. Hier geht es um den
berühmten ersten Eindruck, für den Sie keine zweite
Chance bekommen.
Wir alle wissen, dass der erste Eindruck entscheidend und der letzte Eindruck prägend ist. Und wir
alle handeln danach, wenn auch in den meisten
Fällen eher unbewusst.
Wenn uns jemand mit einem mürrischen Gesicht
entgegenkommt und uns unfreundlich anraunzt,
sind wir erst einmal sauer. Welch ein unfreundlicher
Mensch, denken wir und gehen ihm zukünftig möglichst aus dem Weg. Dabei interessieren uns die
Gründe für sein unwirsches Auftreten herzlich wenig.
Kommt es doch zu einem Gespräch, sind wir mitunter überrascht, was für ein herzlicher Mensch dieser
mürrische Zeitgeist doch ist. Und irgendwann kommt
heraus, dass er an dem besagten Tag sein Auto zu
Schrott gefahren hatte.
Ähnlich verhält es sich mit dem letzten Eindruck.
Sie unterhalten sich mit einem anderen Gast auf
einer Party – bis dessen Partner vorbeikommt. Die
beiden haben offensichtlich Streit, es kommt zum
hitzigen Wortgefecht und Ihr vorher so charmanter Gesprächspartner rauscht ohne ein Wort des
Abschieds an Ihnen vorbei zur Garderobe und dann
zur Tür hinaus. Sie bleiben über die Unhöflichkeit
verstimmt zurück.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
in Kooperation mit
Gelingen oder Misslingen eines Vorstellungsgesprächs hängt entscheidend mit davon ab, wie sympathisch Sie auf Anhieb auf den Auswähler wirken.
So gesehen sind die ersten Minuten der Begegnung im Vorstellungsgespräch von entscheidender
Bedeutung. Das als Bewerber nicht ausreichend zu
berücksichtigen, gefährdet den Erfolg Ihrer Mission:
zu überzeugen und Vertrauen entstehen zu lassen.
Versuchen Sie, gelassen zu bleiben und (einigermaßen) selbstsicher zu erscheinen. Vermeiden Sie
es, abgehetzt, angespannt und nervös zu wirken.
Lächeln Sie Ihr Gegenüber freundlich an, halten Sie
Blickkontakt. Es geht in dieser allerersten Phase um
die direkte persönliche Kontaktaufnahme, um Ihr
Äußeres, Ihr Auftreten und Ihre Umgangsformen.
Kommen Sie pünktlich oder auf die letzte Minute?
Wirken Sie gehetzt, ängstlich-nervös oder ruhig,
natürlich und gelassen – ohne übertriebene Selbstsicherheit oder sogar Arroganz? Sind Sie anpassungsfähig – vor allem aber: Machen Sie einen
sympathischen (ersten) Eindruck?
In der Abschlussphase des Gesprächs geht es um
den Versuch eines angenehmen „Abgangs“, von
Arbeitgeberseite natürlich auch unter dem Aspekt
der Imagepflege für das Unternehmen. Man wird
sich bei Ihnen für den Besuch, die Bewerbung und
das gezeigte Interesse bedanken. Das sollten Sie
dann ebenfalls tun. Wichtig ist nun eine Klärung,
wie es weitergeht, wer voraussichtlich wann zu einer
Entscheidung gelangt. Dies muss jedoch Ihrer-
27
Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 15
seits ohne Bedrängung, Ungeduld oder gar Selbst(Ver-)Zweifel(ung) vorgetragen werden.
Noch ein Hinweis: Keep smiling. Beim Hinausgehen auch vor der Bürotür auf jeden Fall die Contenance bewahren. Die Tür nicht zuknallen, nicht
erleichtert aufatmen (und wenn, nur ganz leise ...),
keine Flüche, gegen wen auch immer und weiterhin
aufrecht gehen.
Worauf kommt es aus der Sicht des Personalauswählers beim Vorstellungsgespräch an?
Personalentscheider wollen in der direkten Begegnung mit Ihnen wissen, ob Sie zum Unternehmen,
in das vorhandene Team passen. Dabei geht es um
persönliche und anforderungsbezogene Eignungsmerkmale wie Kompetenz, Leistungsmotivation, insbesondere aber Persönlichkeit. Ebenso achtet man
bei Ihnen auf äußere Merkmale wie Aussehen,
Auftreten, „Manieren“ sowie auf das sprachliche
Ausdrucksvermögen.
Zur Mobilisierung von Sympathiegefühlen kommt
es immer dann, wenn Ihr Gegenüber den (ersten)
Eindruck und die Hoffnung gewinnt, dass Sie einen
Beitrag zu seiner Bedürfnisbefriedigung (Erfolg,
Macht etc.) leisten können. Vice versa: Das Gefühl
der Antipathie basiert auf dem Eindruck, dass der
andere zur eigenen Bedürfnisbefriedigung keinen
oder nur einen geringen Beitrag leisten kann.
Merksatz:
Wenn Sie die Sympathie und das Vertrauen
Ihres Gegenübers gewinnen, dann werden Ihnen
auch Leistungsbereitschaft und Eignung zugetraut. Man mag Sie einfach und vertraut Ihnen.
Und das bedeutet dann: Man traut Ihnen den Job
auch zu.
in Kooperation mit
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 16
Unkenntnis der Regeln der Gesprächsführung
... und sich damit der Chance berauben, das Gespräch mit zu beeinflussen.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Wie muss man sich den Ablauf eines Vorstellungsgespräches konkret vorstellen?
Am besten in zehn Phasen:
Gespräche verlaufen doch ganz von selbst, das
miteinander Reden gehört zur Menschheit wie das
Gehen. Wofür sich also in Gesprächsführung üben?
Diese Einstellung ist genauso richtig wie falsch.
Natürlich gehören reden und gehen zu unseren alltäglichen Handlungen wie essen und trinken. Aber
während wir unsere Schritte so gut wie immer in
eine bestimmte Richtung lenken (zum Büro, ins Bad,
an den Kühlschrank), selbst beim Spazierengehen
(durch den Park, über die Brücke), plappern wir oft
ziellos daher.
Manchmal scheint es das einzige Ziel zu sein, die
eigene Stimme zu hören oder dem anderen zu
signalisieren, dass man da ist. Gerade bei zwei
Menschen, die ineinander verliebt sind, es sich aber
gegenseitig nicht zugestehen wollen, ist dieses Phänomen zu beobachten. Das Geplänkel ohne wirklichen Inhalt dient ausschließlich dazu, einen Grund
zu haben, den anderen anschauen zu können und
dessen Aufmerksamkeit zu bekommen.
Ein Vorstellungsgespräch hat sicherlich etwas von
dem Geplänkel zweier Werbender. Wer sich aber
unvorbereitet und blauäugig in ein Vorstellungsgespräch begibt, wird nicht oder nur sehr selten
erfolgreich vermitteln können, was für ihn als besten
Kandidaten spricht, und verfehlt somit sein (Kommunikations-)Ziel, zu überzeugen.
in Kooperation mit
1. Begrüßung und Einleitung des Gesprächs
2. Motive der Bewerbung und Leistungsmotivation
3. Ausbildung und beruflicher Werdegang
4. Persönlicher, familiärer und sozialer Hintergrund
5. Gesundheitszustand
6. Berufliche Kompetenz und Eignung
7. Informationen für den Bewerber
8. Arbeitskonditionen
9. Fragen des Bewerbers
10. Abschluss des Gesprächs und Verabschiedung
Gibt es empfehlenswerte Antworttechniken?
Bei einfachen Fragen dürften die Antworten für Sie
kein großes Problem darstellen. Für schwierigere
Fragen sollten Sie sich Techniken erarbeiten, die
Ihnen für das Überlegen der Antwort einen gewissen
Zeitgewinn ermöglichen. Warten Sie einige Sekunden, vermitteln Sie den Eindruck, nachzudenken:
„Mmh…, habe ich Sie richtig verstanden? Sie wollen
von mir wissen, wie ich mit dem Problem umgehe,
…“
Sehr wahrscheinlich wird der Interviewer jetzt wieder das Wort ergreifen und die Frage kürzer oder
länger wiederholen. Nicht selten sogar bis hin zu
ausführlichen, mit deutlichen Hinweisen versehenen
Aspekten, die Ihnen seine Frageintention verdeutlichen. Nun wissen Sie, worum es geht und können
gezielter, besser darauf eingehen.
Andere Antwortmöglichkeiten wären: „Das ist eine
interessante Frage…“, „Zugegeben, mit dieser Frage
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 16
habe ich mich noch nie beschäftigt…“. Sie könnten
aber auch auf eine allgemeinere Ebene ausweichen:
„In dieser Situation würden wohl viele Menschen so
und so reagieren. Was meinen Sie? Würden Sie
meine Einschätzung teilen…?“
Wie und was Sie auch immer in dieser Situation antworten: Die Beispiele sollen Ihnen zeigen, wie man
sogar mit schwierigen Fragen ganz gut zurechtkommen kann.
Warum sollte ich als Bewerber Fragen stellen?
An den klugen Fragen erkennt man einen „klugen
Kopf“, also einen motivierten und kompetenten
Bewerber. Aber Achtung: Sollten Sie mit Themen
auffallen, die Sie eigentlich im Vorfeld hätten in
Erfahrung bringen können oder durch aufmerksames
Zuhören an einer anderen Stelle des Gesprächs
hätten „mitbekommen“ müssen, erzielen Sie einen
negativen Effekt. Sie wünschen sich jetzt ein Beispiel? Besser Sie denken sich selbst etwas aus...
aber gut, hier ein Beispiel: Was sind Ihre größten
Sorgen, was dürfte dem neuen Stelleninhaber unbedingt nicht passieren?
Merksatz:
Je besser Sie Ihre Ziele kennen (Analyse der vier
Fragen: Was für ein Mensch bin ich, was kann,
was will ich und was ist möglich?), desto leichter
wird es Ihnen fallen, das Gespräch von Ihrer Seite
aus positiv zu beeinflussen.
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 17
Unvorbereitet im Umgang mit schwierigen Fragen
... und sich damit unnötigen Stresssituationen aussetzen.
Wie kann man Einwänden begegnen?
Hier haben sich Standardtechniken der Rhetorik
bewährt, wie die bedingte Zustimmung, die Umformulierungsmethode, die Verzögerungstechnik und
die Vorteil-Nachteil-Methode.
Ein Beispiel: Der Interviewer wendet ein, Sie
seien für die verantwortungsvolle Position vielleicht doch noch ein bisschen zu jung.
Wie wir Ihnen in dem oberen Abschnitt gerade
verdeutlicht haben, können Sie durch eine gute
Vorbereitung Ihrer Kommunikationsziele und durch
aufmerksames Zuhören im Gesprächsverlauf, diesen ein gutes Stück weit beeinflussen. Und das geht
im Grunde schon mit Ihren Bewerbungsunterlagen
los. Das heißt, dass ein Teil der Fragen im Vorstellungsgespräch von Ihren Angaben im Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und den Anlagen (z. B.
Arbeitszeugnisse) abgeleitet wird. Aber auch wie
Sie sich geben und wie Sie Ihren beruflichen Werdegang im Gespräch präsentieren, kann Ihr Gegenüber
dazu veranlassen, an bestimmten Stellen – vielleicht
unangenehm für Sie – nachzuhaken.
Die bedingte Zustimmung: Darunter versteht man
das Herausgreifen eines Teilaspektes des vorgebrachten Einwandes, dem man aus taktischen Erwägungen (bedingt) zustimmt, um daraufhin seinen
eigenen Standpunkt umso besser zu präsentieren.
Im Anschluss daran relativiert man den vorgebrachten Einwand nun insgesamt und … gewinnt.
„Das ist ein wichtiger Punkt, den Sie da ansprechen.
Sie haben Recht. Ich bin 28 Jahre alt. Sollte man
aber die Vergabe dieser wichtigen Aufgabe alleine
vom Alter des Bewerbers abhängig machen?“ „Nein,
das sicherlich nicht.“, wird die Antwort lauten. „Sehen
Sie, ich bin ganz Ihrer Meinung. Es gibt da andere,
wichtigere Kriterien, die… Wir sind uns also darin
einig, dass… eine viel größere Bedeutung hat.“
So wird beispielsweise Ihre Angabe im Lebenslauf, dass Sie zweimal das Studienfach gewechselt
haben, unweigerlich intensives Nachfragen provozieren. Seien Sie darauf vorbereitet und suchen
Sie nach überzeugenden Erklärungen. Die Art und
Weise, wie Sie antworten, wie glaubwürdig und
nachvollziehbar, hat einen deutlichen Einfluss auf
den weiteren Verlauf des Gesprächs.
Die Umformulierungsmethode: Hierbei wird der
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Die Verzögerungstaktik: Sie signalisieren, den
in Kooperation mit
Einwand durch eine (tendenziöse) Umformulierung
weitestgehend entschärft. „Wenn ich Sie richtig
verstanden habe, kommt es Ihnen auf die Erfahrung und – sagen wir mal – Reife an, die für die zu
besetzende Position mit eine wichtige Rolle spielen
sollte…“ Jetzt können Sie wieder mit Ihren Erfahrungen argumentieren, andere Kriterien in den Vordergrund rücken, als wichtig herausstreichen etc.
Einwand verstanden zu haben und bitten darum,
zunächst noch… dies und das… sagen, erklären,
zeigen, fragen zu dürfen, was Sie dann auch sofort
tun und was die ganze Sache möglichst voranbringt.
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
In jedem Fall kommt das Gespräch zu einem anderen Punkt, der den vorherigen Einwand hoffentlich
vergessen oder nicht mehr interessant erscheinen lässt. „Eine interessante Frage, kann ich aber
zunächst noch einmal darauf hinweisen, dass ...“
Die Vorteil-Nachteil-Methode: „Ich habe Sie doch
richtig verstanden – bitte korrigieren Sie mich, wenn
ich da jetzt irgendwie falsch liege – Sie meinen
also: Das Alter sei für diese Position von wichtiger
Bedeutung. Da gebe ich Ihnen natürlich Recht. Der
Vorteil eines jüngeren Kandidaten liegt bei…, der
Nachteil eines älteren bei… Aus meiner Sicht ist der
Vorteil eines älteren…, der Nachteil eines jüngeren
aber nicht so gravierend, sodass ich hier den Standpunkt vertreten möchte: Der Vorteil eines jüngeren
Kadidaten überwiegt doch ganz deutlich… und ist
natürlich auch abhängig von andern Faktoren wie…“
Hier wird scheinbar der gebotene Einwand aufgenommen, Vor- und Nachteile werden abgewogen.
Da Sie das selbst formulieren, liegt das Ergebnis in
Ihrer Hand und ist damit gut steuerbar. Dies hilft, Ihre
Position auszubauen, und in dem Beispiel führen Sie
– nicht völlig uneigennützig – gleich weiter zu anderen Argumenten.
Kardinalfehler Nr. 17
Wichtig zu wissen: Auf unzulässige Fragen, die
keinen Bezug zum Arbeitsplatz haben und in den
per Grundgesetz geschützten Privatbereich der
Persönlichkeit eindringen (z. B. politische Präferenz,
gewerkschaftliches Engagement oder danach, ob
Sie schwanger sind) hat der Bewerber laut Bundesarbeitsgericht ein Recht auf Notlüge. Das bedeutet,
er darf so antworten, wie es seinem Interesse, den
Arbeitsplatz zu erobern, am ehesten entspricht.
Tipp: Fragen Sie in solchen Situationen Ihren
Gesprächspartner, warum diese Frage für die
ausgeschriebene Stelle wichtig ist. Oftmals löst
sich dann alles sehr schnell auf.
Merksatz:
Stellen Sie sich selbst die unangenehmsten, heikelsten, schwierigsten Fragen und bereiten Sie
Ihre Antwort darauf vor. Vorher! Diese kann übrigens auch darin bestehen, etwas zuzugeben...
Wie verhält man sich bei schwierigen und
gemeinen Fragen?
Hilfreich ist es in jedem Fall, die verschiedenen Frage- und Antworttechniken zu kennen und zu wissen,
wie man auf unangenehme Fragen flexibel reagieren kann. Lassen Sie sich z. B. nicht verführen,
Dinge zu erzählen, die besser unerwähnt bleiben
und vielleicht auch gar nicht unbedingt etwas mit
der Frage zu tun haben. Bleiben Sie cool, sachlich,
lassen Sie sich nicht provozieren, nehmen Sie sich
Zeit zum überlegen und antworten Sie im Notfall
eher schwammig und möglichst kurz oder geben
Sie durch Ihre Antwort dem Gespräch einen neuen
Verlauf. Zum Beispiel: „Was machen Sie, wenn wir
in der Probezeit feststellen, uns in Ihnen getäuscht
zu haben?“ Antwort: „Ich hoffe nicht, dass es dazu
kommt. Ansonsten hoffe ich, dass wir beide frühzeitig Probleme werden ansprechen und klären
können.“
in Kooperation mit
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 18
Den eigenen Marktwert bei der
Gehaltsverhandlung nicht kennen
... und sich damit als planlos und weltfremd darstellen.
Thema in eine Suchmaschine ein und Sie
bekommen wirklich einen guten Überblick, was
wo wie wem gezahlt wird!
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Warum tun sich die meisten Bewerber so
schwer, wenn das Gespräch auf das Thema
Gehalt kommt?
Stellen Sie sich vor, Sie möchten sich ein bestimmtes Auto kaufen und kennen den üblichen Marktwert.
Bei dem Händler in Ihrer Nähe haben Sie genau das
Exemplar gesehen, was Ihnen gefällt. Nach einem
kurzen, netten Begrüßungsgespräch geht es um den
Kaufpreis. Der Händler schaut Sie mit großen Augen
an und gesteht, sich darüber noch keine Gedanken
gemacht zu haben. Hauptsache, das Auto kommt
in gute Hände. Was würden Sie spontan als erstes
denken? Garantiert etwas wie „Der hat scheinbar
keine Ahnung“. Oder er nennt Ihnen einen Preis, der
weit unter dem liegt, den Sie gründlich recherchiert
haben. Entweder Sie freuen sich über das Schnäppchen und halten den Händler für dumm oder Sie
lehnen kurzerhand ab, weil Sie sicher sind, dass mit
dem Auto etwas nicht stimmen kann. Nicht besser
wird es mit dem Autokauf klappen, wenn der Händler
Ihnen einen weit überteuerten Betrag nennt, der jede
Aussicht aufs Verhandeln nimmt. Da gehen Sie doch
lieber zu einem anderen Händler, der den Marktpreis
kennt und fair verhandelt.
Es ist schon merkwürdig, dass sich manche Bewerber, die es erfolgreich bis zur Gehaltsverhandlung
gebracht haben, ähnlich verhalten, wie der Autohändler in unserem Beispiel.
Für viele Menschen ist das Thema Geld von Kindheit
an mit Unsicherheit und Schamgefühlen besetzt. Es
ist direkt mit ihrem Selbstwertgefühl verbunden und
darüber spricht man nicht so gerne, das verhandelt
man nicht offen. Hinzu kommt eine häufig anzutreffende Verunsicherung, ob der Gehaltswunsch angemessen ist, weder zu hoch, noch zu niedrig, und
eine merkwürdige Scheu, sich über diesen Bereich
adäquat zu informieren.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, auf das Thema
Gehalt zu sprechen zu kommen?
Nachdem Sie Ihre Werbe- und Verkaufsbotschaften
in eigener Sache angemessen platzieren konnten
und auf der anderen Seite genug Interesse an Ihrer
„Dienstleistung“ vorhanden ist, können Sie dieses
schwierige Thema angehen. Sie sollten also darauf
achten, das Thema Gehalt nicht zu schnell und vor
allem nicht zu früh zu verhandeln. Der Fisch muss
quasi erst an der Angel sein, bevor Sie ihn an Land
ziehen können. Eventuell ist sogar dafür erst das
zweite Gespräch der richtige Zeitpunkt.
Tipp: Geben Sie wenige Stichworte zu diesem
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 18
Was antwortet man auf die Frage: Wie ist Ihre
Gehaltsvorstellung bzw. wie hoch ist Ihr aktuelles Einkommen?
Wenn alle anderen Themen ausführlich abgeklärt
sind, wäre Ihre geschickte Antwort auf den ersten
Teil der Frage: „Wie hoch ist diese Position dotiert?“
Wenn Sie nicht damit durchkommen, sollten Sie ab
einem Jahreseinkommen von etwa 30.000 Euro
einen Brutto-Jahreseinkommenswunsch in Form
einer Spanne (von/bis) äußern. Unterhalb von 30.000
Euro (also weniger als 2.500 Euro im Monat), können Sie Ihr Monatssalär konkret benennen (z. B.:
„Meine Vorstellung liegt bei etwa 2.000 Euro.“).
Der zweite Teil der Frage nach dem aktuellen Einkommen (das für Sie als junger Hochschulabsolvent
vielleicht ja so noch gar nicht gegeben ist), ist juristisch gesehen gar nicht zulässig. Wenn Sie beispielsweise wechseln wollen, obwohl der neue Job
nicht höher dotiert ist, könnte die Nennung dieser
Summe dazu führen, dass man Sie als Kandidaten
„aussortiert“ – schließlich würden Sie sich ja finanziell nicht verbessern, sind also nicht besonders
motiviert, so die Denke auf Arbeitgeberseite. Haben
Sie bisher sogar mehr verdient, wären Sie untermotiviert, so die klassische Argumentation. Haben Sie
deutlich weniger verdient, als der Arbeitgeber bereit
ist, auszugeben, kommen Sie wiederum nicht so gut
in Frage, denn wodurch sollte ein so hoher Gehaltsanspruch wohl gerechtfertigt sein, so die Arbeitgeberdenke. Wenn Sie trotzdem so überzeugend
waren, würde man Ihnen wahrscheinlich weniger als
das von Arbeitgeberseite geplante Gehalt anbieten.
Merksatz:
Je besser Sie Ihren Marktwert kennen, desto
leichter fällt es Ihnen, über Ihr Gehalt zu verhandeln.
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 19
Nach dem Vorstellungsgespräch wertvolle
Chancen vertun
... und somit die Weichen für das nächste Gespräch schlecht stellen.
ressante Fragen, Ihre angemessen zunehmende
Bereitschaft, etwas mehr von Ihrer Privatseite zu
zeigen, können Ihre Position im kleinen Kreis der
wichtigsten Bewerber stärken. Jetzt geht man schon
mehr in die wirklichen Details. Oftmals werden erst
jetzt in dieser zweiten Runde die Arbeitsbedingungen und Gehaltswünsche richtig verhandelt.
Nicht selten werden Bewerber zu einer zweiten Runde eingeladen. Das heißt, Sie befinden sich vielleicht
am Ende nur noch mit zwei oder drei Bewerbern in
Konkurrenz und haben den Arbeitsplatz damit zum
Greifen nahe. Es kommt also darauf an, alles dafür
zu tun, diese Runde für sich zu gewinnen. Da diese
Chance durchaus besteht, empfehlen wir Ihnen,
möglichst direkt nach Ihrem Vorstellungsgespräch
ein Gedächtnisprotokoll (sobald Sie zu Hause sind,
im nächsten Café oder im Auto … schnell die allerwichtigsten Daten wie Namen Ihrer Gesprächspartner usw.) anzufertigen. Auch dann, wenn Sie noch
nichts von einer zweiten Runde wissen.
Ziel eines zweiten Vorstellungsgespräches ist es
also, unter der reduzierten Gruppe von Bewerbern
durch intensives Fragen noch mehr Informationen
zu bekommen. Dabei geht es um die Überprüfung,
ob der Sympathiebonus, den sich der Bewerber im
ersten Gespräch erworben hat, standhält und verstärkt wird. Eine gezielte Hinterfragung kann den
Bewerber durchaus in Verlegenheit bringen, sodass
er sich in dieser Stresssituation dann eventuell von
einer besonderen, negativen Seite zeigt. Seien Sie
also auf diese Aspekte eingestellt und auf der Hut.
Worauf kommt es bei der Nachbereitung an?
Worauf kommt es im zweiten Vorstellungsgespräch an?
Wie ist das Vorstellungsgespräch gelaufen? Mit
welchen Fragen haben Sie gerechnet, mit welchen
nicht? Was ist Ihnen gelungen, was weniger? Was
könnten Sie jetzt mit mehr Gelassenheit und Nachdenkzeit besser beantworten? Worauf müssen Sie
sich beim nächsten Mal intensiver vorbereiten? Was
haben Sie aus all dem gelernt? Welche Personen
waren beim Gespräch dabei (inkl. Namen)?
In einer zweiten oder sogar dritten Runde geht es
darum, offen gebliebene Fragen ausführlich abzuklären, noch einen besseren persönlichen Eindruck
zu bekommen und Sie als Kandidaten Ihren potenziellen Kollegen vorzustellen, um gegebenenfalls auch deren Meinung mit zu berücksichtigen.
Geschickte Gesprächsführung Ihrerseits, neue inte-
Zu den besonderen Tricks, sich als Bewerber von
anderen deutlich abzuheben, gehört der Nachfassbrief. Ein bis maximal drei Tage nach Ihrem
Auftritt abgeschickt, wird dieses Schreiben Ihren
Gesprächspartner veranlassen, sich erneut mit Ihnen
zu beschäftigen. In diesem Brief bedanken Sie sich
nicht nur für das interessante Gespräch, sondern
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 19
knüpfen z. B. an das an, was Sie noch nachtragen
möchten.
Wie geht man mit Absagen um?
Was immer die Gründe für eine etwaige Absage
sein mögen: Es muss nicht an Ihnen liegen. Selbstverständlich können Sie nachfragen, aber ob man
Ihnen eine ehrliche Antwort gibt, ist höchst zweifelhaft. Versuchen Sie, es nicht allzu persönlich zu
nehmen und überlegen Sie, was Sie beim nächsten
Mal besser/anders machen können. Bedenken Sie,
was Ihnen bei dem Unternehmen vielleicht erspart
geblieben ist. Bewerben Sie sich weiter und geben
Sie auf keinen Fall auf.
Merksatz:
Nach dem Vorstellungsgespräch ist vor dem Vorstellungsgespräch!
Aber auch: Wir sind nicht auf der Welt, um so zu
sein, wie andere uns haben wollen.
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Die 20 häufigsten Fehler beim Bewerben
Kardinalfehler Nr. 20
Nicht genug Ausdauer
... was es bedeutet, kurz vor dem Ziel aufzugeben.
erreichen können. Wer hingegen – trotz offensichtlicher Aussichtslosigkeit – zu lange an einer
Sache festhält, blockiert sich auf seinem Lebensweg
unnötig selbst Erkennen Sie, wann Beharrlichkeit
notwendig ist und wann Flexibilität, also ein Sichneu-orientieren.
Wie kann ich auch nach vielen Absagen weiter
durchhalten?
Bewerben ist wie Achterbahnfahren, eine rasante
Berg- und Talfahrt der Emotionen. Wer von vorneherein denkt: „Na, ich bewerb‘ mich da mal, denn irgendetwas muss ich ja unternehmen, um aus meiner
Situation herauszukommen, aber eigentlich hat das
alles gar keinen Sinn, denn die werden mich doch
nicht nehmen“, der kann sich den Aufwand, der nun
einmal mit Bewerbungen verbunden ist, sparen. Wie
soll ein Arbeitgeber Sie für geeignet halten, wenn
ihm aus jeder Zeile Ihrer Bewerbungsunterlagen die
Botschaft entgegenschlägt: „Ich bin nicht sicher, ich
bin nicht ganz überzeugt, ich weiß nicht...“
Wenn Sie eingesehen haben, dass nur eine positive
Grundeinstellung Sie weiterbringt, kann die Realität
Ihnen aber auch schnell bewusst machen, dass
Optimismus allein nicht ausreichend ist. Gerade
Berufseinsteiger gehen häufig mit großer Naivität an
Bewerbungen heran und werden dann jäh aus ihren
Träumen gerissen.
Dazu die wichtigsten Fragen, die besten Antworten
und die wertvollsten Tipps:
Warum ist Ausdauer so wichtig für mein Bewerbungsvorhaben?
Ziehen Sie sich nach Absagen nicht ins stille Kämmerlein zurück, sondern reden Sie mit anderen darüber. Das Reden ist eine wahre „Seelenreinigung“.
Suchen Sie sich in Ihrer Familie und oder in Ihrem
Freundeskreis Ihre Seelentröster: Menschen, die
zuhören, ohne Sie ständig zu bemitleiden. Die Ihnen
Tipps geben, wie Sie es das nächste Mal besser
machen können, ohne besserwisserisch zu sein.
Verzichten Sie auf das Gespräch mit demjenigen,
nach dessen Rat Sie sich einfach immer schlecht
fühlen. Auch wenn diese es gut mit Ihnen meinen,
es muss Ihnen auch wirklich gut tun!
Und ganz wichtig: Auch, wenn Sie zwischendurch einmal einen Durchhänger haben, geben
Sie nicht auf. Im Berufsleben ist es wie in der
Liebe: Auf jeden Topf passt ein Deckel!
Merksatz:
1. Es gibt
dauer und
2. Es gibt
dauer und
3. Es gibt
dauer und
keinen Ersatz für Beharrlichkeit, AusDurchhaltevermögen.
keinen Ersatz für Beharrlichkeit, AusDurchhaltevermögen.
keinen Ersatz für Beharrlichkeit, AusDurchhaltevermögen.
Ausdauer gehört sicherlich zu den wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Bewerbungsvorhaben.
Wer zu schnell resigniert, wird seine Ziele niemals
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