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Meinungen und Profile.
| Donnerstag, 8. November 2012 | Seite 10
Einspruch
Heute vor 50 Jahren
Nicht alles
falsch
gemacht
Von Hans Kummer und Karl Huwiler
Beim Lesen der Berichterstattung der
Basler Zeitung («Nahe an Rücktritts­
forderung – Landrat kennt mit Gesundheitsdirektor Peter Zwick kein Pardon»,
BaZ 2. 11. 12) und anderer Medien
über die Debatte des Baselbieter Landrates zum Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK), betreffend die
Volkswirtschafts- und Gesundheits­
direktion, wird man den Verdacht nicht
los, dass Regierungsrat Peter Zwick in
der Meinung gewisser Landräte offenbar so ziemlich alles falsch gemacht
hat, was man falsch machen kann.
Dem möchten wir in einzelnen Bereichen widersprechen.
Regierungsrat Peter Zwick hat von seinem Vorgänger das Projekt Geriatrie
beider Basel im Bethesda-Spital geerbt.
Dieses Projekt hätte einen teuren
Neubau bedingt, und dies, obgleich der
Kanton Basel-Landschaft im Bruderholzspital bereits über eine funktionstüchtige und genügend grosse geriatrische Klinik verfügt.
8. 11. 1962: «Spiegel»-Affäre. Verteidigungsminister Franz Josef Strauss verteidigt sich selbst im Bundestag – er hat Ermittlungen wegen angeblichen Landesverrats
unterstützt. Im «Spiegel» waren regierungskritische Artikel erschienen. Der Ausgang (Umbildung der Regierung) stärkt die Pressefreiheit in Deutschland. Foto Keystone
Briefe
Wichtiger Job für
das Allgemeinwohl
Ärztemangel in der Schweiz;
BaZ diverse
Ich werde in wenigen Wochen mein Maturzeugnis in den Händen halten.
Schon seit je hege ich den Wunsch, Medizin zu studieren. Doch ob sich dieser
Traum erfüllen wird, ist noch völlig offen. Es ist in meinem Interesse, dass das
Problem «Ärztemangel» in der Schweiz
endlich thematisiert wird. Schliesslich
handelt es sich um keinen einfachen Beruf – er ist mit extrem viel Verantwortung, teilweise schwierigen Arbeitszeiten und einer etwa zwölfjährigen Ausbildung bis zum Facharzt verbunden.
Ich persönlich frage mich schon lange,
wieso man ambitionierten Menschen,
die einen wichtigen Job für das Allgemeinwohl und eine so grosse Verantwortung für die Bevölkerung übernehmen wollen, den Zugang zum Medizinstudium derart erschwert.
Gerade weil wir einen Mangel an
Ärzten haben. Menschen, denen die
Denkweise, die beim Numerus clausus
gefordert wird, nicht liegt, werden eher
durchfallen. Ungeachtet deren Intelligenz oder Sozialkompetenz. Doch ist
gerade das richtige Gefühl für die Patienten mitunter eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein Arzt mitbringen sollte. Denn ein guter Mediziner ist noch
lange kein guter Arzt. Das sollte einen
zum Denken anregen. Es wird Zeit, dass
wir einsehen, dass etwas geändert werden muss. Und zwar jetzt.
Fanny Gasser, Liestal
Früher arbeitete man
gern für diese Firma
Schonfrist für Gaba ist vorbei;
BaZ 7. 11. 12
Als ehemalige Personalverantwortliche
der Gaba AG tut es mir im Herzen weh,
wenn ich an die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter denke. Wie viele sind jetzt
in einem Alter, in dem sie keine Chance
auf eine neue Anstellung mehr haben?
Ein halbes Leben lang haben sie sich für
die Firma enorm eingesetzt, um für
«ihre Bude» das Beste herauszuholen.
Die Aufregung jetzt kommt aber viel zu
spät. Damals, als die Aktionäre den Hals
vollkriegen wollten, hätte man bremsen
sollen. Schon 1994 wurde mit Umstrukturierungen alles auf den Kopf gestellt,
und 2004 wurde verkauft. Die Aktionäre rieben sich die Hände. Das war
mal eine Firma, für die man gerne gear-
beitet hat. Der Mensch wurde damals
noch als Mensch behandelt. Inzwischen
gilt nur noch der Profit. Wann merkt die
Wirtschaft endlich, dass das höchste
Gut der zufriedene Mitarbeiter ist?
Heidy Mühlethaler-Jaeggi, Lohn-Ammannsegg
Nicht alle sind da
gleicher Meinung
Best of Schweizer Fernsehen;
BaZ 4. 11. 12
Dass Emanuel Gisi in seiner Kritik über
die Fernsehsendung «Gipfelstürmer»
vom Samstag Hanspeter Latour als Genie betrachtet, ist sein gutes Recht. Sicher sind aber nicht alle Leserinnen und
Leser der BaZ gleicher Meinung über
das Auftreten des früheren Fussballtrainers. Gisis Bemerkung, dass Menschen,
die Latour nicht mögen, «kein Herz haben und für immer in der Hölle schmoren sollen», geht aber sehr unter die
Gürtellinie. Die Äusserung widerspiegelt einmal mehr das teilweise sehr tiefe
Niveau des Journalismus in der BaZ.
Kurt Glanze, Basel
Weniger Freiheit
für mehr Sicherheit?
Abhören, hacken, orten – und
warnen/Kommentar: Technik allein
genügt nicht; BaZ 6. 11. 12
Eine kriegerische Auseinandersetzung
mit einem uns feindlich gesinnten Staat
haben wir in absehbarer Zeit kaum zu
befürchten. Mögliche Gefahren sind jedoch Terroranschläge fanatischer Gruppierungen und Wirtschaftsspionage.
Diese kriminellen Handlungen können
nicht mit Drohung nachträglicher Sanktionen, sondern nur durch rechtzeitige
Prävention eingedämmt beziehungsweise verhindert werden. Dazu braucht
es im Rechtsstaat aber eine gesetzliche
Grundlage. Es ist daher zu begrüssen,
dass das VBS einen diesbezüglichen Gesetzesentwurf ausgearbeitet hat.
Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt prägte den
Satz: «Wer den Rechtsstaat zuverlässig
schützen will, muss innerlich auch bereit sein, bis an die Grenzen dessen zu
gehen, was vom Rechtsstaat erlaubt
und geboten ist.» Wo aber diese Grenze
liegt, ist von jeher und bleibt wohl immer stark umstritten. Dies wird auch im
angekündigten Gesetzgebungsverfahren der Fall sein. Um den Problemkreis
«Weniger Freiheit für mehr Sicherheit»
muss zu Recht heftig gestritten werden.
Bruno Krähenbühl, Münchenstein
Nicht nur peinlich,
sondern skandalös
«Haltung der CVP wird sich schon
bald rächen»; BaZ 6. 11. 12
Dass der Präsident der SVP Basel-Stadt
zu Protokoll gibt, dass es rechts von seiner Partei keine andere Partei geben
dürfe und es sein Ziel sei, Stimmen «am
äussersten rechten Rand aufzusaugen»,
ist nicht nur peinlich, sondern skandalös; einer «Volkspartei» nicht würdig.
Heiner Vischer, Basel, Grossrat LDP
Wie mehr sparen als
mit Kantonsfusion?
Fusions-Initiative spaltet SVP in Stadt
und Land; BaZ 5. 11. 12
Interessant, was Jonas Hoskyn schreibt
zum Problem Hülftenschanz. Dass in einer Partei nicht alle gleicher Meinung
sind, ist ja normal, aber dass der Baselbieter SVP-Präsident Oskar Kämpfer
klar Stellung nimmt gegen die Kantonsfusion, überrascht doch. Von einem, der
stadtnah im Leimental wohnt, wünschte ich mehr Fingerspitzengefühl. Die
untere Baselbieter Hälfte generiert ihr
Bankkonto grösstenteils in der Stadt
oder arbeitet in einem Basler Betrieb
mit Arbeitsplätzen im Baselbiet.
Steuern können beide Kantone gebrauchen, vielleicht könnten sie besser
verteilt werden. In der SVP redet man
gern von Föderalismus, Autonomie und
Sparen. Wie könnten die beiden Kantone mehr sparen als bei der Fusion? In
Bern hätte man mit einem grösseren
Kanton mehr Potenzial, ohne dass Parteiinteressen leiden müssten. Also, bitte
nicht jetzt schon Angst haben!
Werner Herren, Kaisten
Verblendete Gegner
der Vereinigung
Die Debatte um die Wiedervereinigung
von Basel-Stadt und Baselland spaltet
die SVP. Der Baselbieter SVP-Präsident
Oskar Kämpfer bekämpft die Fusion mit
aller Kraft, aber wohl nur, um sich als
neu gewählter Präsident im Oberbaselbiet beliebt zu machen. Handfeste Argumente hat er keine. Der Clou: Die
SVP-Spitze plant 2013, laut BaZ, sogar
eine Feier zum 180-Jahre-Jubiläum der
Schlacht an der Hülftenschanze, vermutlich nach dem Motto «das isch euses
Füür». Unglaublich, wie stur und verblendet die Gegner der Wiedervereinigung sein müssen. Ich hoffe nur, der
Basler SVP-Präsident, Sebastian Frehner, bleibt am Ball und kämpft weiter
für eine Fusion, die mehr als überfällig
ist. Dass wir im 21. Jahrhundert leben,
sollte sich auch im Oberbaselbiet langsam herumgesprochen haben.
Hans-Peter Müller, Birsfelden
Italiens Müll fährt
quer durch Europa
Nachrichten: Rom will Abfall in den
Niederlanden entsorgen; BaZ 5. 11. 12
Rom hat akute Probleme mit der Abfallentsorgung und will seinen Müll also ab
Januar 2013 in den Niederlanden entsorgen. So ein Unsinn, den italienischen
Müll durch ganz Europa zu karren. Womöglich noch per Bahn durch den Gotthard oder per Lastwagen über unsere
Autobahnen. Die haben doch in Italien
genügend Platz für ihren Dreck.
Joseph Häring, Therwil
Erbitterter
Zickenkrieg?
Die spontanste Regierung der Welt;
BaZ 3. 11. 12
Dem BaZ-Chefredaktor Markus Somm
muss man – besser gesagt: frau – zugestehen, dass er Mut hat! Nachdem er
2011 den goldenen Phallus als Preis für
seine die Frauen diskriminierende
Bericht­
erstattung erhalten hat, haben
wir jetzt einen ähnlich brisanten Artikel
aus seiner Feder zu verdauen, in dem er
uns glauben machen will, dass sich die
Bundesrätinnen Doris Leuthard und
Eveline Widmer-Schlumpf in erbittertem
Zickenkrieg das Leben zur Hölle machen. Was will er damit erreichen? Bei
mir hat er etwas erreicht: Reue, mich –
ich gebe es zu – aus nostalgischem Gefühl heraus im Sommer für ein Samstag-Abo der BaZ entschieden zu haben.
Aleida Pitsch, Magden
Solisten hätte man
erwähnen müssen
Konfuse Moralpredigt/
Multimediakonzert; BaZ 2. 11. 12
Das hat mich geärgert. Der Titel ist eine
Frechheit. Auf die musikalische Leistung von Orchester und Solisten wird
nicht eingegangen. Aber gerade die Solisten (Thomas Bloch, Glasharmonium,
Patrick Husson, Sopra-Tenor), die man
in Basel selten hört, hätten es mehr als
verdient, erwähnt zu werden.
Heinz Vögtli, Basel
Geriatrische Patienten und Patientinnen leiden oft unter Vereinsamung,
und sie brauchen die Nähe zu ihren
Angehörigen, zu ihren Familien, Freunden, Bekannten und Nachbarn.
Diese Voraussetzung ist für die Leimentaler Bevölkerung weit besser gewährleistet im Bruderholzspital als im
Bethesda-Spital. Regierungsrat Peter
Zwick hat die Unvernunft dieses Projektes erkannt und die Planung zusammen mit Regierung und Landrat zu
Beginn seiner Amtszeit rechtzeitig
gestoppt – vor dem Verlust grosser
Geldsummen.
Auch das Nachfolge­projekt eines geriatrischen Universitätszentrums für beide
Basel auf dem Areal des Bruderholz­
spitals wurde von Regierungsrat Peter
Zwick nicht unterstützt, und dies auch
zu Recht: Geriatrische Patienten und
Patientinnen fühlen sich wohl und
geborgen in einer überschaubaren
Institution mit fachlich und menschlich
kompetenter ärztlicher und pflegerischer Betreuung. Allzu grosse Kliniken
mit komplizierten und kostspieligen
Strukturen sind hier nicht patienten­
gerecht und auch nicht wirtschaftlich.
Das hat Peter Zwick erkannt und entsprechend gehandelt.
Peter Zwick hat die
Unvernunft des Projekts
Geriatrie erkannt und
die Planung rechtzeitig
gestoppt.
Diese Leistungen des Gesundheits­
direktors des Kantons Basel-Landschaft, Regierungsrat Peter Zwick, sind
in der oben erwähnten Landratsdebatte
in Liestal gemäss Berichterstattung in
der Basler Zeitung nicht anerkannt und
gewürdigt worden.
Die politische Auseinandersetzung darf
sicher hart sein, aber die Fairness fordert, dass neben den schwarzen auch
die weissen Seiten aufgeschlagen
werden.
Professor Hans Kummer, Therwil, ist
­ehemaliger Chefarzt Medizin der Universitäts­
klinik am Kantonsspital Bruderholz.
Karl Huwiler, Pfeffingen, ist ehemaliger
Vorsitzender der Spitalleitung am Kantons­
spital Bruderholz.
An unsere
Leserinnen und Leser
Über nicht veröffentlichte Briefe wird
keine Korrespondenz geführt. Die Briefe
sollten sich auf BaZ-Artikel beziehen. Die
Redaktion behält sich vor, Texte zu kür­
zen. Bitte senden Sie die Briefe mit voll­
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nummer (für Rückfragen). Vielen Dank.
http://verlag.baz.ch/leserbrief
oder per E-Mail: leserbrief@baz.ch
BaZ, Leserbriefe, 4010 Basel
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