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Da ist so viel Leben, wie schön! Jeder spricht von Inklusion „ned

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Im Eigenverlag P.b.b. 02Z033553M Verlagspostamt 6900 Bregenz | EUR 3,50
Familie
Zeitschrift des Vorarlberger Familienverbandes | Heft 3 | September 2014
Da ist so viel Leben, wie schön!
Familienministerin Sophie Karmasin nimmt Stellung zu
ihren politischen Zielen und beantwortet persönliche Fragen
Jeder spricht von Inklusion
Meinen wir dabei wirklich alle dasselbe
„ned lugg lau!“
Ein Projekt für Menschen ab 80 Jahren
Stand Punkt
Leidenschaftlich. Gut. Beraten.
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00,–.*
EUR 5.0
Verlässlichkeit ist gefragt
Jede Mutter, jeder Vater weiß, in einer Familie braucht es Verlässlichkeit. Man muss sich
auf den Partner verlassen können und für ein gutes Gedeihen der Kinder ist die Verlässlichkeit der Eltern ganz zentral. Heute so, morgen so, geht einfach nicht. Das hat sich
aber offensichtlich noch nicht bis zur österreichischen Bundesregierung durchgesprochen.
Anders ist es nicht erklärbar, dass immer wieder neue – teils widersprüchliche, widersinnige und unausgereifte – Ideen und Vorschläge zum Thema Familienpolitik von den
unterschiedlichen PolitikerInnen über die Medien mitgeteilt werden.
Fest steht, dass die Budgetklausur der Regierungsparteien 2010 mit dem dort beschlossenen Familienbelastungspaket den größten familienpolitischen Rückschritt der jüngeren
österreichischen Geschichte bedeutet. Seither gibt es zwar immer wieder einen halben
Schritt nach vorne. Aber ein klares Ziel und ein einheitliche klare Linie sind nicht erkennbar. Die Entscheidung junger Menschen Kinder zu bekommen und eine Familie zu gründen,
ist eine lebenslange Entscheidung. Aufgabe der Politik ist es, Familien stabile Rahmenbedingungen zu bieten. Das bedeutet Verlässlichkeit und die sucht man derzeit
verzweifelt in der österreichischen Familienpolitik.
Mag. Andreas Prenn
Obmann des Vorarlberger Familienverbandes
Quergelesen
Mag. Andrea Kramer, Geschäftsführung
andrea.kramer@familie.or.at
Hypo-Wohnbaufinanzierung
* Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen Personen nach Abschluss
einer Hypo-Wohnbau finanzierung in Höhe von mind. EUR 50.000,–
2 imFamilie
| Herbst
| 2014 – 31.12.2015. Weitere Informationen
Aktionszeitraum
01.01.2014
zu den Teilnahmebedingungen auf traumreise.hypovbg.at
Hypo Landesbank Vorarlberg, Zentrale Bregenz
Hypo-Passage 1, 6900 Bregenz, T 050 414-1000
info@hypovbg.at, www.hypovbg.at
Seit März haben wir wieder ein Familienministerium und die Agenden
der Familien sind nicht länger im
Wirtschaftsministerium angehängt.
Wer ist die neue Familienministerin?
Welches Familienbild lebt sie selbst,
was ist ihr wichtig in ihrer neuen
Aufgabe? Lesen Sie selbst ab Seite
6. Über Inklusion von Menschen mit
Beeinträchtigung wird heute viel
gesprochen. Was man darunter versteht und dass Inklusion rechtlich
verankert ist, wissen nicht viele.
Diese FAMILIE ist dem Schwerpunkt
Inklusion gewidmet. Nicht vergessen
haben wir natürlich die anstehende
Landtagswahl und den Landtagsparteien die Frage gestellt, warum Familien gerade ihre Partei wählen sollte.
Vielleicht helfen Ihnen die Antworten für Ihre Wahlentscheidung. Unter dem Motto „Ned lugg lau“ treffen
sich Menschen mit 80+ wöchentlich
im Bregenzerwald und wenn man den
Bericht darüber liest und die Bilder
anschaut, freut man sich schon so
richtig auf die Zeit, in der man selbst
daran teilnehmen kann. Einstweilen
gilt aber das Motto „Ned lugg lau“
noch den Familieninteressen.
2014 | Herbst | Familie
3
Inhalt
Familie | Politik
6
8
Da ist so viel Leben, wie schön!
Familienpolitische Vorhaben der Landtagsparteien
. – 7.
Vom 3 2014
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Herbst
6
Da ist so viel Leben, wie schön!
Familienministerin Sophie Karmasin nimmt
Stellung zu ihren politischen Zielen
Impressum
Medieninhaber & Herausgeber: Vorarlberger Familienverband
Bergmannstraße 14 | A–6900 Bregenz | T 05574/47671
F 05574/47671–5 | info@familie.or.at | familie.or.at
Raiffeisenbank am Hofsteig | BLZ 37482 | KontoNr. 77255
Redaktionsleitung & Lektorat: Mag. Andrea Kramer
Re daktionsteam:
Angelika
Braza,
Marlies
Vith,
Matthias Nägele, Team der Landesgeschäftsstelle
Mitarbeit: Heidi Schobel, Birgit Hämmerle, Adolf Vallaster
Grafik & Satz: Jutta Ammon | Fotos: siehe Bildunterschriften
bzw. Familienverband oder Thinkstock | Herstellung:
Thurnher Druckerei Ges.m.b.H., Grundweg 4, A–6830
Rankweil
Familie | Leben
10
14
16
18
20
Es ist normal, verschieden zu sein
Inklusion – was heißt das eigentlich?
Netzwerk Eltern Selbsthilfe
Ganz normal, und doch ganz anders
ERZIEHUNG HEUTE
Kinder
10
37
38
Basteln: Laufhölzer
Kinderseite: Ein Licht für lange Abende
60 plus
Jeder spricht von Inklusion
Meinen wir dabei wirklich alle dasselbe
Kartenset für alle Lebenslagen
Dieses Set bestehend aus 16 Karten
in vier verschiedenen Größen inkl.
Kuverts und bietet passende Motive
für fast jeden Anlass.
Die liebevollen Illustrationen von Nina
Hammerle sind mit Humor gewürzt,
spezielle Glittereffekte bringen Sterne,
Kerzen, Kekse, Herzen und Ostereier zum
Funkeln. In einer Karte lädt ein Fenster
zum Öffnen ein, in einer anderen finden
Familienverband intern
Sie ein herauslösbares Herz für einen
lieben Menschen. Viel Freude mit diesem
„Paket“ voll kleiner Herzlichkeiten und
Überraschungen.
Bestellung/Abholung:
Vorarlberger Familienverband
T 05574/47671, info@familie.or.at
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26
„ned lugg lau!“
Ein Projekt für Menschen mit 80 Jahren
Schreiben Sie uns!
Ihre Meinung, Ihre Wünsche,
Ihr Lob oder Ihre Kritik an der
FAMILIE interessiert uns!
Redaktion FAMILIE
Bergmannstr. 14, 6900 Bregenz,
T 05574/47671, info@familie.or.at
4 Familie | Herbst | 2014
3
22
30
Standpunkt
Frau Holle, Aktion Verzicht, Familiengespräche
Aus den Ortsverbänden
Kosten: Normalpreis e 16,– zuzüglich Versand,
für Mitglieder e 10,– zuzüglich Versand
26
29
Das Alter kann kommen
Adolf Vallaster: Beharren oder Nachgeben
Tipps und Infos
25
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36
40
Empfehlenswerte Filme für Kinder und Jugendliche
Service
Rezept: Getreidelaibchen
Lust auf Lesen und Spielen
Mitglied werden!
T 05574/47671 oder
info@familie.or.at,
www.familie.or.at
»
2014 | Herbst | Familie
5
Da ist so viel Leben, wie schön!
Familienministerin Sophie Karmasin lehnt im Gespräch mit dem
Familienverband von der Politik vorgegebene Familienmodelle
ab, plädiert stattdessen für Wahlfreiheit und sieht Familienarbeit
ausreichend wertgeschätzt. Rosina Baumgartner/Julia Standfest
fe oder dem Kinderbetreuungsgeld
wird Familienarbeit von Seiten des
Staates sehr stark wertgeschätzt;
das sind große Summen, die wir da
zur Verfügung stellen.
gekümmert, mein Mann war da und
eine pensionierte Mitarbeiterin, die
schon auf mich aufgepasst hat.
Familienarbeit wird nach wie vor
nicht als Arbeit gesehen. Ist das
nicht eine grobe Schieflage?
Es bleibt jeder Familie selbst überlassen, wie sie ihren Alltag organisiert. Politik soll nicht einordnen
und ein bestimmtes Modell zu einem
Ideal ernennen. Ob ich zehn Jahre
zu Hause bleiben möchte, muss oder
kann; ob ich nach einem Jahr wieder
in den Beruf einsteigen oder ob ich
Home-Office machen will - das muss
jeder für sich entscheiden. Stereotypen wie: „Du bist Zuhause und
arbeitest nichts!“ Oder in Richtung
Väter: „Jetzt nimmst du dir zwei
Monate Urlaub und gehst in Karenz!“
können wir nicht brauchen. Familie
ist wertvoll und gehört in jeder
Facette gefördert; ob klassisch oder
unorthodox.
Frau Karmasin, Sie sind Familienministerin. Wie viel Zeit bleibt Ihnen als Politikerin für die Familie?
Wir frühstücken zusammen – eine
halbe Stunde um dreiviertel sieben.
Das gemeinsame Abendessen ist mir
auch sehr wichtig, das schaffen wir
drei bis fünf Mal pro Woche. Und
ich versuche mir den Freitag Abend
und die Wochenenden, so gut wie
möglich, freizuhalten. Das lässt sich
einrichten: Management heißt nicht
nur, dass man getrieben ist, sondern
auch, dass man es sich selbst ein wenig familienfreundlich richten kann.
Ein zentrales Thema, wenn es um
Familienfreundlichkeit geht, ist
die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf. Wie haben Sie das erlebt?
Als die beiden Buben ganz klein
waren, hatten wir viele, viele Möglichkeiten: Ich habe direkt neben
dem Büro gewohnt. Wenn Stillzeit
war, kam ein Anruf und ich bin gelaufen (lacht). Das war ideal. Da hat
sich meine Mutter sehr viel um sie
6 Familie | Herbst | 2014
Ist Betreuung der zentrale Schlüssel zur Vereinbarkeit?
Ja, da ist die Kinderbetreuung ganz
wichtig. Das heißt aber nicht, dass
alle Kinder 40 Stunden pro Woche
in die Krippe müssen. Das soll und
kann jede Familie für sich entscheiden. Aber wenn ich von Wahlfreiheit
rede, muss es ein Angebot geben.
Ich meine da nicht nur die institutionelle Kinderbetreuung, sondern
auch Tageseltern, Au Pair Mädchen,
Omadienst - alles was möglich und
finanzierbar ist.
Wahlfreiheit heißt aber auch, dass
Familienarbeit wertgeschätzt wird.
Zweifelsohne! Natürlich ist die Familienarbeit wertzuschätzen. Eine gute
Eltern-Kind-Beziehung ist ja das Fundament. Aber das heißt nicht, dass
außerhäusliche Betreuung gar nicht
gefragt ist. Mit der Familienbeihil-
Welche Möglichkeiten hat die Politik, diese Stereotypen zu ändern?
Das ist ein langer Weg. Aber je öfter
drauf hingewiesen wird und je öfter
es Interviews mit der Botschaft gibt:
„Urteilt nicht, sondern lasst Familien
selbst entscheiden was für sie und
ihre Situation am besten ist“, desto
eher schärft man das Bewusstsein
jedes einzelnen.
Es muss sich auch die Mentalität ändern: Wenn eine Großfamilie kommt,
soll es nicht heißen: „Das ist laut
und anstrengend“ sondern: „Da ist
so viel Leben, wie schön!“ Wenn wir
das schaffen und den Familien mehr
Aufmerksamkeit und Wertschätzung
in allen Lebensbereichen – in Gasthäusern, in öffentlichen Verkehrsmitteln - entgegenbringen würden,
dann wäre das Land ein großes Stück
familienfreundlicher.
Es steht eine Verkürzung der Elternteilzeit im Raum. Ist das nicht ein
Widerspruch in Bezug auf Vereinbarkeit und Familienfreundlichkeit.
Teilzeitmodelle kann man ja trotzdem vereinbaren, nur eben nicht
unter dem Titel Elternteilzeit. Deswegen ist die Teilzeit ja nicht abgeschafft.
Wäre die Verkürzung des Rechts
auf Elternteilzeit nicht trotzdem
ein falsches Signal?
Wir müssen diese Thematik auch aus
dem Blickwinkel der Unternehmen
sehen. Ich denke wenn ein guter
Mitarbeiter sagt, er möchte in Teilzeit gehen, wird man diesen halten
wollen und die Arbeitszeit individu-
ell vereinbaren. Aber dieses Zwanghafte: So jetzt bin ich in Teilzeit,
sechs Jahre unkündbar und kann
machen was ich will – ist der Punkt.
Da muss man auch die Wirtschaft
verstehen, die das da und dort problematisch sieht. Unternehmen wollen sich nichts vorschreiben lassen;
genau so wenig wie sich die Familien
etwas vorschreiben lassen wollen.
Teilzeit wird sehr oft als Falle bezeichnet. Sehen Sie das auch so?
Das ist eine sehr vordergründige
Argumentation. Teilzeit ist – auch
im internationalen Vergleich – das
Modell, mit dem Familie am ehesten
lebbar ist; und das für beide Geschlechter. In Ländern mit hoher
Teilzeitquote herrscht ein viel familienfreundlicheres Klima. Mein Kritikpunkt ist, dass Teilzeit in Österreich
nur mit Frauen in Verbindung gebracht wird. Teilzeit darf nicht zum
Lebensmodell für Frauen werden, es
muss für beide Geschlechter, in allen
Hierarchiestufen und Branchen eine
vorübergehende Option sein.
Kind keine Steuern mehr zahlen; ein
Modell, das einfach ist und auch
sozial schwache Familien und Mehrkindfamilien entlastet.
Was muss in fünf Jahren passiert
sein, damit Sie von einem Erfolg
sprechen können?
Karmasin: Dass deutlich mehr Österreicherinnen und Österreicher das
Gefühl haben – aktuell sind es 30
Prozent – in einem familienfreundlichen Land zu leben.
Sophie Karmasin (47) studierte Psychologie und Betriebswirtschaftslehre und stieg in der Folge in die
Karmasin Motivforschung Ges.m.b.H.,
das Unternehmen ihrer Eltern Fritz
und Helene, ein. Von der ÖVP nominiert, ist Karmasin seit 16. Dezember
2013 Bundesministerin für Familien
und Jugend. Die Wienerin ist mit
einem Manager verheiratet und hat
zwei Söhne(10, 13).
Steuerreform: Was wünschen Sie
sich für die Familien?
Karmasin: Ich wünsche mir eine
deutliche und wirklich spürbare Entlastung und eine Steuervereinfachung. Familien sollen ganz einfach
wissen, dass sie - ich phantasiere
jetzt – beispielsweise ab dem dritten
2014 | Herbst | Familie
7
Politik
Am 21. September 2014 sind Landtagswahlen in Vorarlberg. Wir haben bei den
derzeit im Landtag sitzenden Parteien
nachgefragt, warum Familien sie im September wählen sollen.
Wir stellten den vier Landtagsclubs dazu
folgende Fragen: Wie schauen die Vorhaben Ihrer Partei für Familienpolitik in den
nächsten Jahren aus? Was haben Familien
zu erwarten, wenn sie bei der kommenden
Landtagswahl ihre Partei wählen?
Familienpolitik von direkter Förderung bis Wohnraumschaffung
„Die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf muss in einer modernen Gesellschaft selbstverständlich sein.“
Die zentrale Frage der Familienpolitik ist und bleibt das Einkommen
„Betreuungsangebote für Kinder
bis 6 Jahren sollen für die Eltern
kostenfrei sein.“
Klubobmann Roland Frühstück, ÖVP
Klubobmann Michael Ritsch, SPÖ
Eltern sind dank ihrer Erziehungsarbeit ein wesentlicher
Eckpfeiler unserer Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund
hat Vorarlberg den Familienzuschuss bereits vor über 25
Jahren eingeführt – wir waren damit Vorreiter in Österreich und sind es bis heute. Diesen Weg der direkten
Familienförderung werden wir fortsetzen. Weiters muss
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in einer modernen Gesellschaft selbstverständlich sein. Denn von
den Chancen und Perspektiven, die wir unseren Kindern
aber auch den Eltern bieten, hängt letztlich die Zukunft
unseres Landes ab. Besonderes Augenmerk schenken
wir dabei der frühen Sprachförderung und dem bedarfsgerechten Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen
vorarlbergweit. Wichtig ist für uns auch, dass junge
Menschen sich Familie leisten können. Deshalb die Neuausrichtung der Wohnbauförderung, welche künftig an
die Kinderanzahl und das Einkommen koppelt ist.
Elterngeld für Wahlfreiheit
„Mut zur Familie und Mut zum Kind.“
Klubobmann Dieter Egger, FPÖ
Nur mit einem guten Einkommen kann die Familie auskommen. Deshalb treten die Sozialdemokratinnen und
Sozialdemokraten für eine Reform des Steuersystems ein
– der Eingangssteuersatz soll gesenkt, neue Steuerstufen
eingeführt werden. Damit mehr Netto vom Brutto bleibt.
Wir haben im OECD-Vergleich eine sehr gute finanzielle
Familienförderung. Das ist gut so. Wir werden aber nicht
umhin kommen, auch eine entsprechende Infrastruktur
anzubieten. Deshalb treten wir massiv dafür ein, dass
einerseits die Kinderbetreuung ausgebaut wird und andererseits die Betreuungsangebote für Kinder bis 6 Jahren
kostenfrei für die Eltern sind. Das wäre eine wirkliche
Entlastung des Mittelstandes und würde auch einkommensschwachen Familien helfen, ihr Einkommen aufzubessern, weil dadurch Familie und Beruf vereinbart werden kann.
Zukunftsbild Familie
„Erwerbs- und Familienarbeit teilen,
armutsgefährdete Familien entlasten.“
LAbg. Katharina Wiesflecker, Grüne
Unser Ziel einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Familienpolitik ist es, Mut zur Familie und Mut zum Kind zu
machen. Um echte Wahlfreiheit für unsere Familien zu schaffen, wollen wir in Vorarlberg ein Elterngeld in der Höhe von €
600,- bis € 700,- einführen. Die Eltern können selbst entscheiden, ob sie dieses Mittel für Fremdbetreuung einsetzen oder
ob sie ihr Kind – speziell in den ersten Lebensjahren – selbst
betreuen möchten. Es braucht auch eine Steuerreform, die
die Anzahl der Familienmitglieder bei der Steuerbemessung
berücksichtigt (Familiensplitting-Modell) ebenso wie die
stärkere pensionsrechtliche Berücksichtigung von Zeiten der
Familienarbeit – insbesondere Kinderbetreuung und Pflege sowie eine jährliche Wertanpassung der Familienleistungen.
8 Familie | Herbst | 2014
In unserem Zukunftsbild teilen sich Männer und Frauen
Erwerbs- und Familienarbeit auf, zum Vorteil aller, v.a. der
Kinder. Eltern entscheiden sich zuerst individuell für ein
Modell des Kinderbetreuungsgeldes. Danach möchten wir
mit einem Anreizsystem ermöglichen, dass beide Elternteile
erwerbstätig sein und ihre ursprüngliche Vollerwerbszeit
z.B. auf 32 Wochenstunden reduzieren können. Damit bleiben beide finanziell abgesichert und haben Zeit für Familie
und Partnerschaft. Als Rahmenbedingung braucht es ein
gut ausgebautes und qualitativ hochwertiges Angebot an
Kinder- und Schülerbetreuung. Die Elterntarife würden wir
sozial staffeln, armutsgefährdete AlleinerzieherInnen und
Mehrkindfamilien zahlen in unserem Modell nichts. Damit
unterstützen wir diese Familien!
Dr. Sabine Gantner-Doshi
Rechtsanwältin, Familienverband Feldkirch
familienverbandfeldkirch@gmail.com
Eigentümerpartnerschaft
Wenn zwei Personen gemeinsam Eigentümer einer Eigentumswohnung
sind, gründen sie eine Eigentümerpartnerschaft. Für diese gelten besondere Regelungen, sodass es rechtlich einen erheblichen Unterschied
macht, ob etwa ein Paar gemeinsam
ein Haus oder Wohnungseigentum
hat. Eine Eigentümerpartnerschaft
kann von max. 2 Personen gegründet werden, wobei jeder zwingend
zur Hälfte ins Grundbuch eingetragen
wird, unabhängig davon, wer wie viel
finanziell beiträgt. Wenn ein Partner
seinen Anteil veräußern will, muss
der andere zustimmen. Beide haften
gemeinsam für alle Verbindlichkeiten,
die aus dem gemeinsamen Wohnungseigentum entstehen. Stirbt einer,
fällt dessen Hälfteanteil zwar automatisch dem anderen zu, dieser muss
aber mangels anderer Vereinbarung
einen gewissen Preis dafür an die Verlassenschaft des Verstorbenen bezahlen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist bei gemeinsamen Erwerb
einer Eigentumswohnung jedenfalls
eine Beratung beim Experten ratsam.
§
Familienpolitische
Vorhaben der
Landtagsparteien
2014 | Herbst | Familie
9
Familienleben
„Es ist normal, verschieden zu sein“
Inklusion als Bereicherung und
Chance eines vielfältigen Miteinanders „Es ist normal, verschieden
zu sein“ – so hat der ehemalige
Bundespräsident Richard von Weizsäcker den Grundgedanken der Inklusion zusammengefasst. Inklusion
ist nicht nur eine gute Idee, sondern
ein Menschenrecht. Es bedeutet, dass
kein Mensch ausgeschlossen, ausgegrenzt und an den Rand gedrängt
werden darf. Damit verbunden ist der
Anspruch auf Freiheit, auf Gleichheit
und Solidarität. Inklusion knüpft an
die universelle Menschenwürde an,
die uns von Gott geschenkt wurde
(vgl. Genesis 1,27). Jedem Menschen
kommt damit eine unbedingte und
unteilbare Würde zu. Vor Gott zählen somit andere Werte als Leistung,
Aussehen und Macht. Jesus zeichnet
durch sein Handeln an Außenseitern,
Kranken, Sündern und Ausgestoßenen
ein Gegenbild unserer Gesellschaft,
die Jugend, Schönheit, Gesundheit
und Leistung vergöttert. Inklusion
ist nicht nur ein Thema für Menschen
10 Familie | Herbst | 2014
mit Behinderung. Die Haltung der Inklusion ist für alle Menschen wichtig,
die nicht voll und gleichberechtigt an
allen Bereichen unserer Gesellschaft
teilhaben können, etwa auf Grund
ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Hautfarbe,
ihrer Behinderung oder ihrer Sprache.
Damit alle Menschen selbstbestimmt
ihr Leben miteinander gestalten können, müssen Schritt für Schritt alle
Barrieren – die baulichen genauso
wie die in unseren Köpfen – abgebaut
werden. Wer „inklusiv“ denkt und lebt,
nimmt von Anfang an den Menschen
in das Geschehen mit hinein, denkt
und plant mit ihnen und wächst mit
ihnen an den gemeinsamen Aufgaben
in der Familie, am Arbeitsplatz, in der
Schule oder in der (Pfarr-) Gemeinde.
„Glück besteht darin, zu leben wie
alle Welt und doch wie kein Anderer
zu sein.
… ich bin anders und brauche Zeit“
(Zitat von Yasin Kaya auf seinem Bewerbungsdeckblatt)
Unser Sohn Yasin – inzwischen 16
Jahre alt - kam inmitten meines Studiums zur Welt und hatte den Kopf
so voll mit vielen anderen Dingen,
dass ich mir eigentlich keine Gedanken darüber gemacht habe, wie es
dann so weiter geht, wenn das Baby
einmal da ist. Wir haben erst bei der
Geburt erfahren, dass er diese Behinderung hat: Goldenhar-Syndrom
– so selten, dass sogar die Ärzte
sich zuerst schlau machen mussten,
wie sie zu behandeln ist. Ich war
nicht enttäuscht, so wie es sich
die Hebamme erwartet hatte. Sie
erklärte mir, dass Türkischstämmige
die Annahme des Babys mit einer
Behinderung nach der Geburt eher
verweigern. Ich dagegen konnte es
kaum erwarten, mein Baby endlich in
den Armen zu halten. Die Reaktionen
des Vaters und meiner Mutter waren
dagegen nicht in Ordnung. Sie verließen schockiert den Kreissaal. Aber
mir war das egal, ich hatte ja meinen
Engel endlich im Arm. Endlich zu
Hause angekommen, bekam ich nach
und nach Besuch. Jeder wollte ihn
sehen. Ich bekam neben den Glückwünschen sehr nette Worte, wie:
Mach dir nichts draus, am nächsten
Kind arbeitet ihr besser. Ein kleiner
Fabrikfehler … - und wer hat jetzt
den Motorschaden? Selten bekam ich
einfühlende Worte. Nur mein Vater
konnte, so wie ich, mit dieser Situation umgehen. Bei ihm entdeckte
ich auch, dass Yasin ruhig war und
sich wohlfühlte. Er und noch eine
Bekannte sagten, dass Yasin eine Art
Prüfung Allah`s sei, die mir auferlegt
worden sei und ich mich nicht sorgen
soll, Allah`s Wege seien unergründlich und wenn es sein Wille ist, so
wird Yasin alles gut überstehen.
Er war immer wieder krank, hatte
verschiedenste Probleme und wurde
auch mehrmals plastisch operiert.
Doch Yasin entwickelte sich gut. Es
kamen viele dieser harten Zeiten auf
uns zu. Von den Behörden wurde sogar bemerkt, dass bei uns aufgrund
Yasins Behinderung und aufgrund
unseres kulturellen Hintergrunds,
eine doppelte Ingetragion stattfindet. Yasin konnte in einen Kindergarten bei uns in der Nähe gehen,
von der Volkschule schwärmt er heute noch, Hauptschulzeit war problematisch, Pubertät lässt grüßen und
seine zwei Jahre in der Berufsvorbereitungsklasse waren angenehm.
Heute hat Yasin einen integrativen
Arbeitsplatz und er würde am liebsten Tag und Nacht dortbleiben.
Mittelschule Feldkirch-Levis, lebt mit ih-
Engel“ – so beschreibt Friederike
Winsauer als Betreuerin dieser Lernhilfeaktion die PatInnen, wenn sie
mit ihrer Tätigkeit die Kinder nicht
nur bei der Verbesserung der schulischen und sprachlichen Leistung
unterstützen, sondern das soziale
Miteinander der Kinder und der Familien vor Ort ermöglichen. So leisten
die LernpatInnen mehr, als man tun
muss, wenn sie miteinander Wissen
teilen und ein Kind in der Familie
aufnehmen.
rem 16-jährigen Sohn Yasin in Feldkirch)
(Aus: Kirchenblatt vom 10. Juli 2014)
Herberge für Gott
Inklusion am Beispiel Lernpatinnen
und Lernpaten
LernpatInnen nehmen sich ein bis
zwei Mal pro Woche Zeit und laden ein Schulkind mit primär nichtdeutscher Muttersprache nachmittags zu sich nach Hause ein. Sie
machen gemeinsam mit dem eigenen
Kind, das die gleiche Klasse besucht
Hausübungen, spielen und teilen so
gemeinsam das Leben. „Rettende
Wo Sprache endet, wird Bewegung
zur Kommunikation
„Dance Ability“ – das ist das gemeinsame Tanzen von Menschen mit
und ohne Behinderung – und ist
eine Möglichkeit, dass durch Tanz
und Bewegung Kommunikation und
Begegnung über die Sprache hinaus
möglich wird. Durch das Entdecken
der Ausdruckskraft des Körpers und
die nonverbale Kommunikation gelingt es zudem, festgefahrene Ein-
(Nese Kaya, Mittelschullehrerin an der
2014 | Herbst | Familie
11
Familienleben
Vorstand Verein Integration Vorarlberg
v.l.n.r.: Dr. Eberhard Zumtobel, Dr. Marit Edlinger, Ingrid Rüscher, Reingard Eberle, Angelika
Peböck-Spiegel, Gerda Obrist, Dr. Claudia Niedermair (Obfrau), D.I. Judith Bechtold, Heike
Schuler, Doris Bichler, Angelika Hehle, Ulrike Thurnher-Beer;
Integration Vorarlberg wird 25 Jahre alt!
Fotos: Danceability
stellungen und Wahrnehmungen dem
Anderen, mir Fremden, der „nicht
der Norm entsprechenden“ Person
zu verändern, Vorurteile abzubauen
und ein Netz der Begegnung und
Beziehung zu knüpfen. So entsteht
aus der Lust an der Bewegung, der
Freude an der Kreativität, gepaart
mit zwischenmenschlichem Respekt
und gegenseitiger Wertschätzung
ein buntes Miteinander.
(Matthias Nägele, aus dem Bericht über
Dance Ability vom 16.4.2010)
Erziehung und Religion durch Inklusion verbinden
Alle Eltern wollen das Beste für ihre
Kinder. Dieser Anspruch gilt für alle
Eltern, egal welcher Kultur, Religion oder Ethnologie sie angehören.
Die Themen, Freuden und Schwierigkeiten sind im Grunde genommen
dieselben. Das ist auch das Verbindende in unseren Aus- und Weiterbildungen für GruppenleiterInnen
von „eltern.chat“ oder „PurzelbaumEltern-Kind-Gruppen“. Neben Teil-
12 Familie | Herbst | 2014
nehmerInnen, die hier in Vorarlberg
aufgewachsen sind, stammen sie
aus der Türkei, aus Tschetschenien,
aus Ungarn, aus Russland oder aus
Spanien. Diese Mischung aus verschiedenen Kulturen stellt in der
Auseinandersetzung mit Erziehungsthemen für alle Beteiligten eine sehr
große Bereicherung dar. Der Blick
für unterschiedliche Sichtweisen zu
Erziehungsfragen wird geöffnet. Das
gegenseitige Verständnis und die Offenheit für andere und Anderes wird
gefördert. Gerade die TeilnehmerInnen am Purzelbaum-Lehrgang verbringen viel Zeit miteinander. Über
insgesamt 10 Wochenenden entstehen dann auch die einen oder anderen „interkulturellen“ Freundschaften. Ihr Wissen und ihre positiven
Erfahrungen des Miteinanders tragen
die TeilnehmerInnen wiederum in ihren Alltag, in ihre Elterngruppen, ob
sie nun interkulturell oder homogen
sind, weiter.
(Marlies Enenkel-Huber, Elternbildung des
Kath. Bildungswerks)
„Es ist normal, verschieden zu sein.
Handreichung für das Leben mit Menschen mit Behinderung in den Pfarrgemeinden“
„Wie bitte?“
Besser hören in Kirchen mit IndukTivHöranlagen in der Diözese Feldkirch
Herausgegeben vom Pastoralamt der
Diözese Feldkirch; erhältlich an der
Medienstelle der Diözese Feldkirch,
05522/3485-208 oder medienstelle@kath-kirche-vorarlberg.at.
Es sind nunmehr 25 Jahre, seit sich Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen in Vorarlberg zusammengeschlossen und den Verein
„Integration Vorarlberg“ gegründet haben. Angefangen hat alles
in Lustenau und Andelsbuch: Eltern wünschten sich damals, dass
ihre Kinder - wie alle anderen auch – ganz selbstverständlich, gemeinsam mit den Nachbarskindern in den Kindergarten und in die
Sprengelschule im Dorf gehen dürfen und keine Sondereinrichtung irgendwo anders besuchen müssen. Obfrau Dr. Claudia Niedermair
Weil wir diese Vorstellungen nicht
nur für die eigenen Kinder verwirklichen, sondern Integration für alle
ermöglichen wollten, gründeten wir
1989 den Verein „Integration Vorarlberg“. Engagierte PädagogInnen, die
offen waren, das Abenteuer des gemeinsamen Lernens von behinderten
und nicht behinderten Kindern zu
wagen, waren unsere Weggefährten
gegen Vorurteile und Bürokratie. Die
Erfolgsbilanz nach 25 Jahren: Viele
Beispiele von gelungener Praxis in
Vorarlberg beweisen, dass das gemeinsame Lernen trotz mancher Herausforderung von allen Beteiligten
als eine große Befriedigung empfunden wird. Unser Trumpf war und ist
die unbeschwerte Herzlichkeit und
Fröhlichkeit, die selbst Skeptiker im
direkten Kontakt immer wieder überzeugt. Aus den Kindern von damals
sind Jugendliche und junge Erwachse-
ne geworden. Mit dem Älter-Werden
der Kinder sind auch die Aufgaben
des Vereins gewachsen: Nach Kindergarten und Schule erweiterte sich
das Aufgabenfeld auf das Arbeiten,
die Freizeitgestaltung, das Wohnen
im regionalen Umfeld, der Wunsch
nach Partnerschaft/Liebe/Sexualität
ist hinzu gekommen. In diesen 25
Jahren hat sich viel bewegt, vieles
haben wir gemeinsam mit anderen erreicht, vieles hat sich verändert – und
es bleibt noch viel zu tun. International spricht man heute nicht mehr von
Integration von Menschen mit Behinderungen, sondern von Inklusion. Mit
Inklusion ist das selbstverständliche
Zusammenleben aller Menschen in
einer Gesellschaft gemeint, unabhängig von Beeinträchtigungen, von Herkunft, Sprache, Kultur, Religion oder
wie auch immer gearteten Unterschieden. „Es ist normal, verschieden zu
sein“, ist eine Kurzformel für eine
inklusive Lebenshaltung, die Vielfalt als Bereicherung und als Chance
für eine Gesellschaft betrachtet. Die
UN-Konvention über die Rechte von
Menschen mit Behinderungen fordert,
wofür wir uns seit 25 Jahren einsetzen: Die Nicht-Aussonderung von
Menschen mit Behinderungen und
die volle und wirksame Teilhabe ALLER am gesellschaftlichen Leben mit
entsprechenden Rahmenbedingungen
und der notwendigen Unterstützung.
Inklusion eben, und das heißt ganz
selbstverständlich dabei-sein, dazugehören, respektiert-, anerkanntund unterstützt werden.
Infobox
25 Jahre Integration Vorarlberg
23. Oktober 2014, 18.30 Uhr,
Medienhaus Dornbirn
Präsentation der Jubiläumsbroschüre,
Festvortrag von Frau Prof. Dr. Jutta
Schöler, FU Berlin
Integrative Theatergruppe der Mittelschule Markt-Hard
Musikalische Umrahmung
Eintritt frei.
Eltern, LehrerInnen, PädagogInnen
und Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen. Bitte um Anmeldung per
Mail: integration-vorarlberg@gmx.at
www.integration-behinderung.at
2014 | Herbst | Familie
13
Familienleben
Inklusion – was heißt das eigentlich?
Inklusion – Immer häufiger taucht dieser Begriff auf. Jedes gemeinsame Fest von Menschen mit und ohne Behinderung wird
„inklusiv“ genannt. Was bedeutet das Wort? Ist Inklusion nur ein
neues Wort für Integration? Jeder spricht von Inklusion – meinen
wir wirklich alle dasselbe? Marlies Vith
Die UN-Konvention für die Rechte von
Menschen mit Behinderung ist ein internationaler Vertrag, in dem sich die
Unterzeichnerstaaten verpflichten,
die Menschenrechte von Menschen mit
Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten. Österreich
ist diesem Übereinkommen beigetreten und hat es 2008 ratifiziert. Somit
sind die Rechte von Menschen mit
Behinderungen gesetzlich verankert.
Um nichts anderes geht es, wenn von
Inklusion die Rede ist: Jeder Mensch
hat dieselben Menschenrechte und ist
Teil der Gesellschaft. Und zwar von
Anfang an – unabhängig von seinen
individuellen Fähigkeiten, ethnischer
sowie sozialer Herkunft, Geschlecht
oder Alter. Inklusion ist deshalb eine
Herausforderung an die Gesellschaft,
14 Familie | Herbst | 2014
allen Menschen die Möglichkeit zu
geben, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen
Prozessen zu beteiligen. Das beginnt
beim Recht in einen Kindergarten im
Ort zu gehen, über die Sprengelschule, in der Freizeit, beim Wohnen, der
Arbeit und im Alter. Somit ist Inklusion ein wichtiges Prinzip für die Einhaltung der Menschenrechte. Inklusion geht uns alle an. Eine inklusive
Gesellschaft grenzt niemanden aus,
richtet keine Sonderräume für eine
bestimmte Gruppe von Menschen ein,
schiebt die Verantwortung nicht an
andere ab. Es muss jedem Menschen
bewusst sein, wie wichtig Inklusion
für das Zusammenleben ist. Gelebte
Inklusion kann nicht von Fachkräften verordnet werden. „Sie kann nur
dann gelingen, wenn möglichst viele
Menschen erkennen, dass gelebte Inklusion den Alltag bereichert.“ Aktion
Mensch, Deutschland.
Ersetzt Inklusion nicht einfach nur
das Wort Integration?
Manchmal wird es tatsächlich so verwendet. Leider wurde in der Übersetzung der UN-Konvention aus dem
Englischen das Wort inclusion als
Integration übersetzt. Aber Inklusion
und Integration meinen nicht dasselbe! Integration fordert die Eingliederung von „Anderen“ in die bestehende
Gesellschaft. Inklusion erfordert von
der Gesellschaft die Anpassung der
Umwelt an die jeweiligen Voraussetzungen der Menschen. Es braucht
also passende Rahmenbedingungen,
damit alle Menschen gleichberechtigt
miteinander leben können. Somit erübrigt sich auch die Frage, wer denn
überhaupt inkludierbar ist. Die Frage
ist nicht, ob der einzelne Mensch
inkludierbar ist, sondern ob die Gesellschaft bereit ist, die Rahmenbe-
dingungen herzustellen, damit jede
und jeder in der Gemeinschaft ihren
oder seinen Platz hat. Viele gesellschaftliche Veränderungen brauchen
Zeit. Wer Inklusion als Ziel vor Augen
hat, agiert anders als jemand, der
von vorne herein Inklusion keine
Chance gibt. Immer wieder wird die
Finanzierbarkeit von Inklusion angezweifelt. Aber da stellt sich auch
die Frage, was ist das Ziel einer Gesellschaft, wohin soll es gehen? Oft
sind z.B. von vorne herein barrierefrei
geplante Bauten günstiger, als ein
nachträglicher Einbau. Auch ein zweigleisiges Schulsystem mit „normaler“
und „Sonder“-Beschulung ist teurer,
als wenn die PädagogInnen alle in
einer gemeinsamen Schule eingestellt
werden.
Schutz vor Diskriminierung
Um das Ziel von Inklusion zu erreichen, braucht es den Schutz vor
Diskriminierung. Bei der Umsetzung
der Menschenrechte müssen die jeweils unterschiedlichen Ausgangsla-
gen berücksichtigt werden. Damit alle
Menschen frei und gleich auf der
Grundlage der eigenen Selbstbestimmung ihr Leben miteinander gestalten können, müssen alle Barrieren
abgebaut werden. Und das sind nicht
nur die baulichen Barrieren, sondern
vor allem die Barrieren im Kopf. Eine
große Barriere für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung sind
aber auch Texte in schwieriger Sprache. So sind sie von vielen Bereichen
ausgeschlossen und können in vielen
Fragen, die sie betreffen, nicht mitreden.
In Österreich gibt es den Monitoringausschuss zur Überwachung der
Rechte von Menschen mit Behinderungen. Er überprüft, ob die österreichische Regierung die UN-Konvention
auch einhält und umsetzt. Der Monitoringausschuss berichtet regelmäßig
dem Bundesbehindertenbeirat über
seine Beratungen. Hier in Vorarlberg
ist auch die Antidiskriminierungsstelle eine Anlaufstelle für Beschwerden
und Anfragen betreffend der Gleichbehandlung von Menschen.
Inklusion bedeutet, dass alle Menschen gleich sind und zugleich anders!
Die Unterschiedlichkeit macht die
Gesellschaft bunt und vielfältig Unterschiedlichkeit als Chance und
nicht als Nachteil. Das verändert die
Werte: nicht mehr nur jung, schön,
erfolgreich sind das oberste Prinzip.
Einfühlsamkeit, Verständnis für andere und Rücksichtnahme erleichtern
das Zusammenleben. So gesehen sind
die Auswirkungen von Inklusion für
die ganze Gesellschaft positiv und
wünschenswert!
2014 | Herbst | Familie
15
Familienleben
nETZWERK ELTERn SELBSTHILFE
Autistenhilfe Vorarlberg
Down-Syndrom AG Vorarlberg
ESH für sehgeschädigte Kinder
Elternverein EINZIGARTIG für Menschen
mit Behinderung
Integration Vorarlberg
Marathon – Verein von Eltern gegen
Muskelerkrankungen bei Kindern
Noah – Selbsthilfegruppe Albinismus
Tuberöse Sklerose Complex Mitanand
netzwerk Eltern Selbsthilfe
Koordination Mag. Marlies Vith
T 0664/60884502, marlies.vith@ifs.at
netzwerk Eltern Selbsthilfe
Ich komme in Kontakt mit anderen Eltern, die mich in meiner
Situation verstehen ohne dass ich mich erklären bzw. verstellen muss. Unsere kleine Selbsthilfegruppe findet durch die
Netzwerk-Verbindung mit anderen Gruppen Gehör. Man kämpft
nicht nur alleine. Gemeinsam ist man stärker!
Jeannette Bobos, Obfrau der Selbsthilfegruppe „Tuberöse Sklerose Complex Mitanand“
Gedanken einer Mutter eines
Sohnes mit Behinderung über Inklusion
Wenn die Sprache auf das Thema Behinderung kommt, bezieht der Großteil der Bevölkerung dies nicht auf
sich selbst und die eigene Familie.
Da denkt man an das Kind mit DownSyndrom, welches man manchmal in
der Stadt sieht oder an die Großeltern, die vieles nicht mehr alleine
machen können und Unterstützung
beim Bewältigen des Alltags benötigen. Darüber verliert man aber
meistens keinen zweiten Gedanken.
Behinderung – das betrifft ja immer
nur die Anderen! Aber dann, dann
betrifft es auf einmal auch einen
selbst - aus heiterem Himmel, wenn
16 Familie | Herbst | 2014
alles gerade so gut läuft. Ohne dass
man auch nur die geringste Chance
hatte, sich darauf vorzubereiten.
Wenn man viel Glück hat kommt man
mit anderen betroffenen Eltern in
Kontakt. Da kann man dann endlich
ohne Scheu alles fragen. Und es
gibt gar nicht so wenige von diesen selbst-betroffenen Eltern. Wieso
ist es aber so schwierig, diese zu
finden? Weil Integration und Inklusion bei uns meistens nur leere
Worte sind. Wir haben keine echte
Wahlfreiheit zwischen Integration
und Sondereinrichtung. In wie vielen Schulklassen werden Kinder mit
Beeinträchtigungen integriert? Wie
oft kommt überhaupt ein Kontakt
zu Stande? Wenn man ehrlich ist,
passiert dies nur in Ausnahmefällen.
Warum? Weil beim Großteil der Bevölkerung einfach Berührungsängste
bestehen. Ziel muss es sein, diese
Berührungsängste abzubauen oder
am besten gar nicht erst aufzubauen.
Auf die Frage, wie dies denn möglich
sein könnte, gibt es nur eine Antwort: durch ein selbstverständliches
Miteinander. So wie es in manchen
Ländern schon lange keine Aussonderung mehr gibt und jedes menschliche Wesen gleichwertig ist. Die
Kinder mit Beeinträchtigung können
für die Förderung ihrer Alltagskompetenz so viel von gesunden Kindern
lernen. Bei den Kindern untereinander gibt es kaum Berührungsängste.
Diese entstehen meist in den Köpfen
der Erwachsenen. Dort muss das
Umdenken beginnen und Inklusion
normal werden. Behinderung kann
auch dich betreffen - irgendwie und
irgendwann!
Claudia Pichler, Obfrau Elternverein EINZIGARTIG für Menschen mit Behinderung
Inklusion ganz selbstverständlich!
Aufgrund einer angeborenen chronischen, langsam fortschreitenden
Muskelerkrankung (Muskeldystrophie
Duchenne) bin ich auf den Rollstuhl
angewiesen. Ich verliere immer mehr
an Kraft. Heute kann ich zwar noch
am Computer schreiben, aber nur,
wenn mir jemand zuerst die Hände
zur Tastatur führt. Trotz dieser Krankheit, war es meiner Familie immer
ein großes Anliegen, so normal als
irgend möglich zu leben. Nach zwei
Jahren Kindergarten, vier Jahren Integrationsklasse in der Volksschule
besuchte ich die Hauptschule. Die
Handelsschule absolvierte ich mit
ausgezeichnetem Erfolg und hängte
den dreijährigen Aufbaulehrgang an.
Nach der Matura entschied ich mich
für ein weiterführendes Studium. An
der Fachhochschule Vorarlberg wurde
ich sofort angenommen. Mit meinem
Kampfgeist, der Unterstützung der
Studiengangsleitung, meiner Eltern
und Studienkollegen schaffte ich
es nach sechs Semestern, das Ba-
chelordiplom Informatik in meinen
Händen zu halten. Diese drei Jahre
gaben mir sehr viel Selbstvertrauen.
Auch wenn es viel Zeit, Energie und
Nerven kostete sind meine Eltern,
meine Verwandten, meine Freunde
und sogar manche Zweifler, aber besonders ich selbst richtig stolz auf
meine erbrachte Leistung. Danach
ging ich sehr erwartungsvoll auf Arbeitssuche. Nach vielen Bewerbungsschreiben und ebenso vielen Absagen, selbst mit der Unterstützung
von ifs, AMS und dem Verein dafür,
schien es fast aussichtslos eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Auf
meine Bewerbung als Informatikerin
auf Teilzeit-Basis bei der Firma Doppelmayr erhielt ich zwar eine Absage, aber die Mitarbeiterin versprach,
sich zu melden, falls sich doch noch
was ergeben sollte. Einige Zeit später wurde mir eine Teilzeit-Stelle als
Sachbearbeiterin am Empfang angeboten. Vor allem der Abteilungschef
setzte sich sehr dafür ein, dass ich
den für mich idealen Arbeitsplatz
bekam. Die Probe- und Kennenlernzeit verlief derart erfreulich, dass ich
von nun an sehr gerne von Montag
bis Freitag jeweils von 9 bis 12 Uhr
bei der Firma Doppelmayr arbeite.
Mein Chef und die Mitarbeiter sind
alle sehr freundlich und haben keine
Berührungsängste mir gegenüber. Es
ist einfach schön, so angenommen
zu werden wie man ist.
Raphaela, 26 Jahre, Dornbirn
netzwerk Eltern Selbsthilfe Treffpunkt zum regelmäßigen Austausch
Familien mit einem Kind mit Behinderung stehen oft alleine da. Sie
müssen in einem Alltag zurechtkommen, den sie sich so nicht vorgestellt haben. Viele wünschen sich
einen Austausch mit Menschen, die
in einer ähnlichen Situation stecken
und dieselben Probleme und Herausforderungen haben. Selbsthilfegruppen können da eine Lücke schließen.
Hier kann ein Austausch in Augenhöhe stattfinden.
2014 | Herbst | Familie
17
Familienleben
„Ganz normal, und doch ganz anders…“
20 bis 30 Prozent aller Kinder empfinden, fühlen, denken, sehen
und hören anders – sie sind hochsensible Kinder. Dies wirkt sich
sowohl auf den Alltag der Kinder als auch auf den der Eltern aus.
Anja Dreier
Als „Kinder der neuen Zeit“ bezeichnet man Kinder, die durch eine
außerordentlich hohe Sensibilität
auffallen. Durch diese hohe Empfindsamkeit reagieren sie häufig extrem
und werden oftmals missverstanden.
Außergewöhnlich introvertiertes Verhalten zählt dabei ebenso zu den
Symptomen wie hochgradige Extrovertiertheit – häufig verwechselt mit
ADS/ADHS. Diese Kinder bringen ganz
besondere Talente mit, die nach wie
vor vielfach übersehen werden.
Hochsensible Kinder sind nicht nur
hochintuitiv, sondern auch hochempathisch. Mit Intuition ist die Gabe
gemeint, subtile Informationen aufzufangen, die nicht direkt über die
fünf bekannten Sinne wahrgenommen
werden, sondern durch den sogenannten „Sechsten“ Sinn. Empathie
18 Familie | Herbst | 2014
ist die Bereitschaft und Fähigkeit,
sich in andere Menschen hineinzuversetzen, indem man deren Gefühle mit
dem eigenen Körper registriert.
Menschen, die sowohl eine ausgeprägte Intuition als auch Empathie
besitzen, nehmen oft durch ihr körperliches und emotionales System unsichtbare emotionale Schwingungen
ihrer Mitmenschen wahr. Hochsensible und empathische Menschen spüren nicht nur die Gefühle anderer
ganz intensiv, sondern neigen auch
dazu, diese zu verinnerlichen. Daher
ist es wichtig, dass gerade hochsensible Kinder einen Umgang mit Intuition und Empathie schon in frühester
Kindheit erlernen.
Viele hochsensible Kinder leiden unter psychosomatischen Beschwerden
(Bauchschmerzen, Neurodermitis,
usw.), die ebenfalls mit Stress in
Zusammenhang gebracht werden können. Hochsensible Kinder werden oft
als unnahbare, schüchterne Einzelgänger bezeichnet. Dabei brauchen
sie einfach Zeiten des Rückzugs, um
gesund zu bleiben.
Gerade das hochsensible Kind sollte
schon im Kleinkindalter möglichst
viel selbständig tun dürfen. In dieser Entwicklungsphase werden die
Bausteine für die besonderen Fähigkeiten und Gaben, die hochsensible
Kinder mitbringen, gefestigt.
Erkennungsmerkmale von hochsensiblen Kindern…
■ feine Antennen mit großer Wirkung
Fühlen und Spüren ist wichtiger als
ausgesprochene Worte und Sprache
■
■
ruhige und nach innen gekehrte
Charaktereigenschaften oder das
Gegenteil
ausreichend Platz für Spiel und
Kreativität, künstlerische Betätigung
aufgeweckte, lebhafte und nach
viel Bewegung suchende Kinder
intensiver Kontakt zu Natur und zu
Tieren
■
■
■
starkes Bedürfnis nach Ruhe und
Stille
■
Probleme mit Schnelligkeit, Leistungsdruck, Wettbewerb
■
■
verträumte Persönlichkeiten
■
oft mangelndes Selbstbewusstsein
viel Mitgefühl, große Hilfsbereitschaft
■
großes Interesse an lebensnahem
Unterricht
■
ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl
■ intensives Bedürfnis nach Zuwen dung, körperlicher Nähe
■
■
Angst vor Liebesentzug
■
sensitive Fähigkeiten
feine Wahrnehmung als Grundlage
die Tiefe der Empfindungen und Gedanken
■
■ Kreativität im Tun, Denken und Handeln
hohe Sensibilität
■
■
■
gelebte Achtsamkeit
■
wertschätzende Wahrnehmung
im schulischen Alltag: eigenes
Lerntempo, wertschätzende und
geduldsame Haltung der PädagogInnen, genügend Freiraum für
Kreativität in jeder Hinsicht
■
■ fester Halt im Leben und Achtsamkeit in der Erziehung
■
Liebe hat keine Grenzen
■
spirituelles Angebot
■
Bewegung, Sport
■
positive Gedanken
■
Stärkung des Selbstbewusstseins
Hochsensible Kinder sind ein Geschenk für ihre Eltern und für die
Welt. Sie können einen wichtigen
Beitrag dafür leisten, dass unsere
Gesellschaft menschlicher wird. Um
das zu leisten, brauchen sie Annahme, Rückhalt und Förderung, sodass
sie sich entfalten können. Für ihre
Eltern sind hochsensible Kinder ein
ständiger Anstoß für die eigene Entwicklung.
Infobox
Mag. Dr. Anja Dreier ist Leiterin und
Obfrau der Einrichtung SonnenGarten
in Bludenz, die sich der Förderung
von hochsensiblen Kindern und Jugendlichen verschrieben hat.
achtsame und wertschätzende Be rührung, Körperkontakt
■
angenommen und wahrgenommen
werden, mit all den Fähigkeiten
und Gaben, die jedes Kind in sich
trägt
■
Was hochsensible Kinder brauchen…
■ Ruhe, Stille, Entspannung
■
Regelmäßigkeiten, Rituale, Rhythmus
■
genügend Raum des Rückzugs
2014 | Herbst | Familie
19
Familienleben
STIFTUNG MARIA EBENE
Erziehung heute
„Geh nicht weg, Mama!“ Eingewöhnung
im Kindergarten
Medien:
Freiraum lassen, Grenzen setzen
Achten Sie unbedingt auf Alterskennzeichnungen. Manche Spiele und Websites sind erst ab einem
gewissen Alter empfohlen und das aus
gutem Grund. Weitere Tipps bietet
www.bupp.at
"Mama, nicht weggehen!" Wie ein Messer schneidet dieser ge- ne diese Anregungen mit:
schluchzte Satz ins Herz. Da stehen sie nun, die beiden, inmitten Gestehen Sie sich und Ihrem Kind
zu, dass die Anfangszeit im Kinfröhlich tobender Kinder und freundlicher Kindergärtnerinnen, die dergarten nicht ganz reibungslos
nur darauf zu warten scheinen, dass das Abschiedszeremoniell verläuft. Gewöhnen Sie sich ganz
bald beendet ist. Was tun? Das Kind schnappen und wieder nach allmählich an die Trennung voneinander.
Hause fahren? Es weinend zurück lassen? Angelika Braza
■
Vertrauen Sie Ihrem Kind, dass es
mit dieser neuen Situation gut zurechtkommt.
■ Halten Sie engen Kontakt zu den
Kindergärtnerinnen. Sie haben ei nen Blick dafür, ob es Ihrem Kind
in der Gruppe gut geht.
■ Verabschieden Sie sich auf jeden Fall
von Ihrem Kind, auch, wenn es
dann vielleicht erst recht weint.
Meist vergeht dieser Schmerz relativ schnell, wenn Ihr Kind die
Sicherheit und das Wissen hat,
dass
Sie
wieder
kommen.
Ein „Davonschleichen“ hingegen
kann unter Umständen zur Ent-
wicklung starker Trennungs- bzw.
Verlustängste bei Ihrem Kind führen.
■
So sehr haben die beiden sich doch
auf den Kindergartenbeginn gefreut!
Das Kind war neugierig auf die vielen
neuen Freunde, schleppte ständig
die neue Kindergarten-Tasche mit
sich herum und fühlte sich so groß
und stolz, fast wie ein Schulkind.
Die Mutter freute sich auf einige
freie Stunden am Vormittag oder
muss zur Arbeit. Und nun das! Mit so
viel Schmerz beim Abschied hatten
beide nicht gerechnet.
Wenn Sie Ihr Kind gut auf den Kindergarten vorbereiten, wird es an
den ersten Tagen weniger Probleme
mit dem Trennungsschmerz haben.
Auch in der Eingewöhnungsphase
sollten Sie ein paar wichtige Dinge beachten, damit Ihr Kind sich
leichter in dieser neuen Situation
zurechtfindet. Stärken Sie Selbstbewusstsein und Kontaktfreudigkeit
Ihres Kindes durch vielfältige Kontakte zu anderen Kindern: In einer
Spielgruppe, auf dem Spielplatz, im
Spiel mit Nachbarskindern und Kindern von Freunden und Verwandten.
Ideal wäre es, wenn Sie ein oder
mehrere Kinder kennen, die bereits
in den Kindergarten gehen, den auch
Ihr Kind besuchen wird.
20 Familie | Herbst | 2014
Bindung hat mit Halt und Sicherheit vermitteln und mit Loslassen
lernen zu tun
Loslassen kann ich mein Kind aber
erst, wenn es angstfrei und selbstbewusst die neue, fremde Kindergartenwelt genießen kann und sich dort
so sicher fühlt, dass sich soziales,
emotionales und geistiges Lernen
entwickeln und entfalten kann. Das
Loslassen ist ein Prozess, bei dem es
immer wieder "Rückschläge" geben
wird. Es wird Tage geben, an denen
Ihr Kind morgens fröhlich in seinen
Gruppenraum läuft und Tage, an
denen es bei Ihnen bleiben möchte.
Sie werden Phasen erleben, in denen Sie Ihr Kind mit gutem Gefühl
gehen lassen und Phasen, in denen
Sie es am liebsten bei sich behalten
würden. Und Phasen, in denen Sie
ein wenig eifersüchtig werden auf
die Kindergartenpädagoginnen, die
Ihr Kind nach einer Weile begeistert
in sein Herz schließt. Doch es gibt
keinen Grund zur Eifersucht. Sie sind
und bleiben der wichtigste Mensch
im Leben Ihres Kindes. Noch viele
Jahre lang.
Im Familiencoaching gebe ich den
betroffenen Müttern und Vätern ger-
Psychosoziale Beratung Bregenz, Praxis für Ehe-, Paar- und Erziehungsberatung, Angelika Braza,
T 0664/2063028
SUPRO
Seien Sie bei der Medien-Entdeckungsreise Ihrer Kinder mit an
Bord und helfen Sie die Chancen zu erkennen und mögliche Gefahren sicher zu umschiffen. Mag. (FH) Cornelia Müller
Entdecken Sie Medien gemeinsam
mit Ihrem Kind und helfen Sie bei
der Orientierung in der Medienwelt.
Suchen Sie interessante Websites,
Fernsehsendungen die an das Alter Ihres Kindes angepasst sind und
schauen Sie diese gemeinsam an.
Interesse und Austausch ermöglichen
eine vertrauensvolle Basis zwischen
Ihnen und Ihrem Kind.
Seien Sie bei der Medien-Entdeckungsreisen Ihres Kindes nicht zu
kritisch. Ihr Kind kann durch Zufall
auf ungeeignete Inhalte stoßen. Nehmen Sie dies zum Anlass über diese
Inhalte zu diskutieren und Regeln zu
vereinbaren. Drohen Sie Ihrem Kind
aber nicht sofort mit Verboten. Sie
möchten ja, dass es sich auch in Zukunft wieder an Sie wendet, wenn es
in einer unangenehmen Situation ist.
Medienfreie Alternativen bieten
Viele Kinder sitzen aus Langeweile
vor dem Fernseher oder Computer.
Bieten Sie Ihrem Kind zum Ausgleich
gemeinsame Unternehmungen an.
Vermeiden Sie es, Medien als Babysitter einzusetzen.
Medien nicht als Druckmittel verwenden. Medien sollten weder zur
Belohnung noch als Bestrafung eingesetzt werden. Dadurch erhalten Sie
einen ungewollt hohen Stellenwert im
Alltag Ihrer Kinder. Halten Sie lieber
an einer verbindlichen Regelung fest.
Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind Regeln für die Mediennutzung. Diese
Regeln sollten medienfreie Zeiten,
wie das Familienessen und wie medienfreie Orte, wie das Schlafzimmer,
beinhalten. Zur Orientierung können
folgende Zeitangaben hilfreich sein:
4 - 6 Jahre ca. 20 Minuten / Tag
7 - 10 Jahre ca. 45 Minuten / Tag
11 - 13 Jahre ca. 60 Minuten / Tag
Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, persönliche Daten mit
Vorsicht weiterzugeben. Sprechen
Sie über die Gefahren leichtfertiger
Datenweitergabe. Ihr Kind sollte den
eigenen Namen, Adresse, Telefonnummer und Fotos nur nach Absprache
mit Ihnen weitergeben.
Ermutigen Sie Ihr Kind zu guter Netiquette. Netiquette sind die informellen Verhaltensregeln im Internet.
Einfach gesagt: Was im realen Leben
erlaubt ist, ist auch im Internet erlaubt. Was im realen Leben verboten
ist, ist auch im Internet verboten.
„Alle haben ein Handy nur ich
nicht“, dieser Satz wird vielen Eltern bekannt vorkommen. Tauschen
Sie sich mit anderen Eltern aus, wie
sie mit dem Medienkonsum Ihrer Kinder umgehen. Informieren und unterstützen Sie sich gegenseitig.
Vergessen Sie nicht: Vorbilder wirken. Beobachten Sie Ihre eigene
Mediennutzung, denn Ihr Kind schaut
sich viel von Ihnen ab.
Ab Herbst gibt es zwei neue Elternbroschüren zum Thema Medien.
Weitere Infos: SUPRO – Werkstatt für
Suchtprophylaxe, www.supro.at
2014 | Herbst | Familie
21
Familienverband intern
Frau Holle –
Vernetzungstreffen
Ende Juni trafen sich die „Frau Holles“ aus dem ganzen Land in
Dornbirn zu einem Vernetzungstreffen um über Stundentarife,
Schutz für Babysitter & Familie und vieles mehr zu diskutieren. Die
18 Teilnehmerinnen ließen den Abend gemütlich in einer Pizzeria
ausklingen.
Was braucht ein Kinderfuß?
Gewinner von
Aktion Verzicht
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b der Volksschule Rohrbach sind die Gewinner der Aktion Verzicht. Sie gewannen einen
Beitrag für die Klassenkassa und ein Spiel. Wir gratulieren herzlich!
Freudestrahlend kommt Fr. Mayr in die Elternberatung und erzählt, dass Lukas seit dem Wochenende selbständig frei läuft
und es ihm viel Freude macht. Er führt es auch gleich vor und
die Freude über seinen großen Entwicklungsschritt steht ihm ins
Gesicht geschrieben.
Frau Mayr: Wie kann ich erkennen, welcher Schuh passt und welche Größe ich
wählen muss?
Planungstreffen
Familiengespräche
Kaum sind die Familiengespräche 2014 abgeschlossen, wird schon
wieder fürs neue Jahr geplant. 11 Teilnehmerinnen aus dem Bregenzerwald, Kleinwalsertal, Montafon, Rheintal und Walgau kamen
zusammen, um Ideen zu sammeln und über die ReferentInnen für
Familiengespräche 2015 zu beraten.
ENGLISCH FÜR BABYS & KINDER
fröhlich - spielerisch - kleine Gruppen - ab September
Baby´s Best Start: ab 6 Monaten
Fun with Flupe: von 2 - 4 Jahren
English f. a. Children: 5 - 7 Jahren
Botty the robot: 8 – 10 Jahre
Hard & Bregenz
22 Familie | Herbst | 2014
Info & Schnupperstunde
Elisabeth Lindner
Tel.: 0650 / 3609282
elisabeth-lindner@aon.at
www.helendoron.at
Elternberatung: Gut, dass Sie nachfragen, denn es ist sehr wichtig, dass
Kinderschuhe passen. Zu kurze und
enge Schuhe verändern die Form der
Füße, wirken sich negativ auf die Gesamtentwicklung aus. Kinder spüren
nicht, ob die Schuhe passen, deshalb
ist es sehr wichtig, die richtige Größe
zu ermitteln. Es gibt die Möglichkeit,
den Fuß (am Nachmittag – die Füße
haben dann die größte Ausdehnung)
auf einen Karton zu stellen und den
Fußumriss mit einem Stift nachzuzeichnen. Für die ideale Schuhgröße nun
bei dem längsten Zehen mindestens
12 mm dazurechnen, da die Schuhe
dann etwa vier Monate lang passen. Anschließend die Schablone ausschneiden, zum Schuhkauf mitnehmen und zur Kontrolle in den neuen
Schuh einlegen. Die Schuhgröße soll
alle zwei Monate überprüft werden.
Sie können auch die Daumenprobe
anwenden. Hier überprüft man im
Stehen und bei angezogenem Schuh,
ob der Schuh passt oder nicht. Drücken Sie mit der einen Hand leicht auf
die Zehen (werden gerne angezogen),
während Sie mit dem Daumen der
anderen Hand messen, ob zwischen
Zehen und Schuhspitze noch ein Daumen Platz hat.
Frau Mayr: Und welche Schuhe soll ich
kaufen?
Elternberatung: Der Schuh muss sich
am Fuß orientieren, er muss sich
leicht falten lassen. Das Material soll
weich und eventuell atmungsaktiv
sein. Hochwertiges Leder oder Goretex entsprechen diesen Anforderungen am ehesten. Die Sohle soll flach
und griffig sein.
Frau Mayr: Wie lange soll Lukas täglich
die Schuhe tragen?
Elternberatung: Lukas soll die
Schuhe so wenig wie möglich tragen.
Nur wenn sie die Füße vor extremen
Temperaturen, Schmutz und Verletzungen schützen sollen. Denn Gehen,
Laufen, Springen und Hüpfen lernt er
am besten ohne Schuhe. Seine Füße
und Zehen entwickeln sich am besten,
wenn Lukas barfuß herumtollen darf.
Dabei wird die Muskulatur gekräftigt,
dies ist die beste Voraussetzung für
einen gesunden Kinderfuß. Darum
also: Barfuß laufen so oft und so
lange wie möglich!
Frau Mayr: Wie lange dauert es denn,
bis die Entwicklung der Füße abgeschlossen ist?
Elternberatung: Bis die Füße die
endgültige Form und Festigkeit haben, dauert es ungefähr 16 Jahre.
Infobox
Die Elternberatung ist eine kostenlose
Dienstleistung der connexia – Gesellschaft für Gesundheit und Pflege im
Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe
des Landes Vorarlberg und der Gemeinden. Unsere Elternberaterinnen
bieten regelmäßig Kurse an.
Weitere Informationen erhalten Sie
bei: Beate Attenberger, T 05574/48787-0,
beate.attenberger@connexia.at oder
www.connexia.at
2014 | Herbst | Familie
23
Familie im Wandel
Die klassische Familie ist nach wie
vor das Hauptmodel. Drei Viertel aller Kinder und Jugendlichen werden
bei Ehepaaren beziehungsweise in
eheähnlichen Partnerschaften groß.
Allerdings gibt es neben der Normalfamilie auch alternative Formen:
Patchwork- Stief-, Adoptiv- und Pflegefamilien. Dieser Facettenreichtum
bietet eine Menge Chancen. Denn diese neuen Formen wachsen meist aus
Krisen. Das schult die Betroffenen in
deren Fähigkeit zu kommunizieren,
tolerieren und respektieren.
Von den Eltern geliebt und akzeptiert
zu werden, sind die Hauptaufgaben
der Familie. Die Vermittlung von Werten spielt ebenfalls eine wichtige
24 Familie | Herbst | 2014
Rolle. Zudem geben Rituale Halt und
vermitteln Struktur. Gerade in Krisenzeiten stabilisieren sie.
Außerdem mutieren Kinder zunehmend zu Prestigeobjekten. In den
eigenen Nachwuchs wird investiert
– koste es, was es wolle. Die Folge
sind gesteigerte Ansprüche an die
eigene Elternrolle und nicht zuletzt
an die Kinder. Dies führt zu enormen
Herausforderungen.
Partnerschaft und Kindererziehung
sind ein lebenslanges Experiment.
Frau Maga Mager, Klinische Psychologin der Kinderdienste der aks gesundheit, meint abschließend: „Familien
entwickeln sich dann am besten,
wenn ihre Mitglieder voneinander
lernen können.“
BU: Familienmitglieder können voneinander lernen. (Foto: Image_Source)
aks gesundheit GmbH
Kinderdienste
Rheinstraße 61, 6900 Bregenz
T 055 74 / 202 – 0
gesundheit@aks.or.at, www.aks.or.at
Empfehlenswerte Filme für Kinder
und Jugendliche
Das Angebot an Kinder- und Jugendfilmen ist groß. Schwierig ist
es aus dem großen Angebot, das Richtige für einen verregneten
Filmnachmittag zuhause zu finden. Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir Bettina Grote-Jehle gebeten, uns eine kleine
Auswahl zusammen zu stellen. Bettina Grote-Jehle
Mein Freund Knerten
Asleik Engmark, 2009,
74 min., ab 8 Jahren
Norwegen in den 60er Jahren. Der
Junge Lillebror zieht mit seinen
Eltern und seinem älteren Bruder
von der Stadt auf das Land. In dem
Dorf geht es der Familie nicht gut.
Das Haus ist in einem schlechten
Zustand, der Vater verdient schlecht.
Dadurch ist die Mutter gezwungen in
einem Laden auszuhelfen. Da es auch
an Einrichtungen für Kindern fehlt,
begleitet Lillebror seine Mutter täglich zur Arbeit. Lillebror ist ein Kind
mit einer großen Phantasie, das oft
in einer eigenen Welt lebt. Als eines
Tages ein Ast von einem Baum fällt,
sieht er in ihm eine sprechende Figur
namens Knerten. Dieser begleitet
Lillebror nun auf all seinen Abenteuern. Diese außergewöhnliche Freundschaft macht den Eltern große Sorgen, denn Lillebror lebt nur noch
in einer Welt voll von Prinzessinnen
und Drachen. Der Film besticht durch
seinen alltäglichen Realismus. Die
Geldknappheit der Eltern ist auch ein
zentrales Thema. Die Freundschaft
zu Knerten ist sehr liebenswürdig
dargestellt. Es ist ein fröhlicher Film,
für die ganze Familie.
hen sie auf eine einsame Insel um ihr
Glück zu finden. Was nun passiert ist
Spaß pur. Da Sam aus dem Pfandfinderlager abgehauen ist, machen sich
auch seine Pfaderfinderlagerkollegen
auf die Suche nach ihm, wollen ihn
aber im Gegensatz zu den anderen
nicht zurückbringen, sondern ihm
bei der Flucht unterstützen. Dieser
Film hat eine wunderbare Liebesgeschichte. Obwohl alle Figuren überzeichnet dargestellt sind, werden
sie nicht lächerlich gemacht, man
nimmt sie ernst. Die Geschichte ist
absurd, skurril, voll von schwarzem
Humor. Dieser Film ist großes Kino
mit ganz vielen Stars. Neben Bruce
Willis, spielen auch Tilda Swinton,
Bill Murray und Harvey Keitel mit.
Ein Vergnügen für alle.
Moonrise Kingdom
Wes Anderson, 2012
95 min., ab 12 Jahren
Auch dieser Film spielt in den 60er
Jahren auf einer fiktiven Insel vor
der Küste Neuenglands. Im Mittelpunkt stehen die 12-jährige Suzy
und der gleichaltrige Sam. Während
Suzy in einer scheinbar behüteten
Familie aufwächst, lebt Sam bei einer Pflegefamilie. Beide Kinder sind
Außenseiter, die sich als Seelenverwandte erkennen. Von ihren Familien
und Freunden nicht verstanden, flie-
2014 | Herbst | Familie
25
Das Alter kann kommen
Man hört sie schon von weitem. Sie lachen, erzählen und diskutieren. Wenn man dann aber die Tür öffnet und sieht, dass die
agile Runde ein Durchschnittsalter von 80,5 Jahren aufweist, dann
ist eines sofort klar, das Alter kann ruhig kommen. Und das Geheimnis dahinter: das „Alt.Jung.Sein“-Programm des Katholischen
Bildungswerks und seine Bregenzerwälder Spezialausgabe „Ned
lugg lau!“ Veronika Fehle
Eigentlich hatte Anneliese Natter ja
keine Zeit. Aber irgendwie rumorte
es in ihr immer, seit sie in ihrer Ausbildung mit Menschen im zarten Alter
von über 80 Jahren gearbeitet hatte.
Als dann auf der einen Seite das
„Alt.Jung.Sein“-Programm des Katholischen Bildungswerks und auf der
anderen das Interesse der Gemeinden
dazukamen, da war der Grundstein
für „Alt.Jung.Sein – Ned lugg lau!“
gelegt.
Seit Herbst 2013 finden nun in Bezau, Mellau, Reuthe, Bizau, Schnepfau, Schoppernau und Au wöchentlich
„Alt.Jung.Sein“-Kurse statt und der
Bedarf steigt. „Gerade in den Tälern,
so erzählt Anneliese Natter, sei das
Bedürfnis der Menschen nach einem
Angebot wie „Alt. Jung.Sein“ unglaublich groß. „Das Wichtigste ist
sicher der soziale Kontakt. In den
Städten haben ältere Menschen viele
26 Familie | Herbst | 2014
Möglichkeiten etwas zu unternehmen.
Bei uns ist ,Alt.Jung.Sein-Ned lugg
lau‘ auch so eine Möglichkeit und sie
wird genutzt.“
Was verbirgt sich also hinter diesem Jungbrunnen namens „Alt. Jung.
Sein“? In der Regel werden die Menschen heute älter als noch vor 50 Jahren. Es gilt nun, das Mehr an Lebenszeit geistig und körperlich gesund
genießen zu können. „Mit Humor
werden Gedächtnis, Standsicherheit
und Koordination geschult. ,Alt.Jung.
Sein‘ stärkt die Alltagskompetenzen
und bietet neue Zugänge zu den eigenen Kraft- und Sinnesquellen. In
unseren Kursen bieten wir aber auch
immer die Möglichkeit, das länger
dauernde Leben als wertvoll für die
Begegnung mit den Mitmenschen,
dem eigenen Ich und der Beziehung
zu Gott zu erleben“, führt Dr.in Evelyn
Pfanner kurz und bündig in die Grund-
lagen des Programms ein, dessen
erstes Ziel „Lebensqualität im Alter“
lautet. Gerade deshalb schätze man,
so Pfanner und Natter unisono, auch
die Unterstützung durch die Gemeinden sehr.
Die wiederum sehen und schätzen den
Mehrwert, den ein Projekt wie Alt.
Jung.Sein in die Gemeinden bringt,
wie Mag.a Elisabeth Wicke, Bürgermeisterin in Mellau, betont. „Es ist
uns ein Anliegen Voraussetzungen zu
schaffen, die den älteren Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Gemeinden ein möglichst langes, selbständiges Leben in den eigenen vier
Wänden ermöglichen. Wir haben ein
gut funktionierendes Netzwerk von
Krankenpflegevereinen, Mohis, Seniorenturnen etc. Mit ,Alt.Jung.Sein‘
stellen wir einen weiteren Mosaikstein bereit, in dem auch die geistige
Fitness regelmäßig trainiert wird, in
dem anregende Angebote gemacht
werden, in dem aber auch das soziale
Miteinander nicht zu kurz kommt. Die
zahlreichen positiven Rückmeldungen
der Teilnehmer zeigen, dass das Projekt genau diese Ziele erreicht. Es
haben sich neue Freundschaften,
gemeinsame Freizeitgestaltung und,
laut Aussagen von ,Alt.Jung.Sein‘-
Teilnehmern, auch bessere Gedächtnisleistungen ergeben.“
In diesem Fall trifft das Sprichwort,
dass der Erfolg Recht gibt, also absolut zu. Davon sind auch die Teilnehmer und Teilnehmerinnen überzeugt.
Eine 92-jährige Mellauerin freut sich
zum Beispiel darüber, dass sie aus den
Kursen so viel Wertvolles für sich mit
auf den Weg nehmen konnte. Eine andere lobt die lehrreichen Nachmittage
während eine 79-jährige Auerin besonders die Gymnastik als Erfrischung
für Körper und Geist erlebt.
Schön, wenn ankommt, wofür sich
u. a. Frauen wie Maria Madlener und
Evelin Bayer einsetzen. Sie beide
leiten die Alt.Jung.Sein-Gruppe in Au
und machen sich Woche für Woche
mit rund 30 Teilnehmern auf den Weg
durch die Themen, die ihnen im Laufe
eines Jahres begegnen. „Die Gruppe
ist so zusammen gewachsen, dass
sie sich vehement dagegen wehrten
kleinere Gruppen zu bilden. Also haben wir einzelne Teile des Programms
einfach als Hausaufgabe gestaltet.
So bleibt mehr Zeit für die Biografiearbeit, für Bewegungs- und Gedächtnisübungen. Ich glaube, die Mischung
zwischen fordern und fördern ist es,
die auch älteren Menschen noch gut
tut. Sie werden gesehen und geschätzt und lernen doch auch Neues“,
zeigt sich Kursleiterin Maria Madlener
in der Programmgestaltung flexibel.
Und was kann der (noch) junge
Mensch aus Geschichten wie „Alt.
Jung.Sein“ lernen? Das Älterwerden
bietet viele Möglichkeiten, es kommt
nur darauf an, dass man „ned lugg
laut!“
Infobox
Alt.Jung.Sein. ist ein ganzheitliches
Training für Körper, Geist und Seele. Dabei werden das Gedächtnis, die
Merkfähigkeit und die Konzentration in Kombination mit Bewegungsübungen gestärkt.
Alt.Jung.Sein. Ned lugg lau-Kurse
finden wöchentlich in Bezau, Mellau,
Reuthe, Bizau, Schnepfau, Au und
Schoppernau statt.
Alt.Jung.Sein.-Kurse in ganz Vorarlberg
Göfis, ab 24. 9.
Hard, ab 30. 9.
Kennelbach, ab 30. 9.
Dornbirn Hatlerdorf, ab 14. 10.
Weiters u. a. in Lochau, Bregenz, Höchst,
Sulz, Rankweil, Felkirch, Frastanz, Nenzing, Nüziders, Bludenz, und Bürs.
Termine und Orte unter www.altjungsein.at oder T 05522 3485 125
Projektträger des ALT.JUNG.SEIN
Programms sind das Katholische Bildungswerk in Zusammenarbeit mit dem
Bildungshaus Batschuns, der Schule
für Sozialbetreuungsberufe und der
Caritas Vorarlberg, mit Unterstützung
des Landes Vorarlberg. Die Projektleitung liegt beim Katholischen Bildungswerk.
2014 | Herbst | Familie
27
Wenn im Alter "s´Gmüat" druckt
Wenn „s`Gmüat“ druckt, ein Ärger nicht weniger wird, Freude da
ist, die man mit niemanden teilen kann, einem vor Einsamkeit die
Decke auf den Kopf fallen möchte, oder der Abschied von einem
lieben Menschen wieder einmal auf die Vergänglichkeit hinweist.
Ist dann da je-mand? Dann ist da jemand! Ein Gespräch mit MitarbeiterInnen der Telefonseelsorge 142 kann Entlastung bringen.
Sepp Gröfler
Eine ältere Dame aus Dornbirn ruft
an, weil sie nicht weiß, wie sie
mit der Undankbarkeit der Enkel
umgehen soll. Sie hat stets „Krömle“ für sie bereit und steckt ihnen
manchmal ein paar Euro zu, aber sie
meint, die Enkel kommen nur, wenn
sie "etwas brauchen" und das kränkt
sie. Ein schönes Gespräch über die
Beziehung zu den „Jungen“, den
Wert von Dankbarkeit und das Recht,
eigene Wünsche und Kränkungen
auszusprechen entsteht. Sie nimmt
sich künftig vor es anzusprechen,
wenn sie sich etwas wünscht oder sie
sich gekränkt fühlt.
Ein Schlossermeister in Pension berichtet wie schwierig es für ihn ist,
dass er körperlich so nach lässt.
Zuerst hat er das Singen im Kirchenchor aufgeben müssen, in die
Werkstatt mag er nicht mehr gehen,
weil er die Kraft nicht mehr hat, die
Arbeit im Garten hat er auch stark
eingeschränkt und er überlegt, ob er
nicht bald den Führerschein abgeben
sollte. In diesem Gespräch ging es
darum, Lebensqualität zu entdecken
und wie man sich helfen lassen
kann. Es war für ihn neu, dass sich
Mitmenschen vielleicht freuen, dass
sie ihm etwas Gutes tun können. Hilfe annehmen, „sich helfen lassen“,
ist etwas was ihm immer schwer
28 Familie | Herbst | 2014
gefallen ist. Hat er doch stets alles
selber geregelt. Wenn ihm jemand
hilft, müsste er zumindest etwas zurückgeben können. Da hat er in diesem Telefonat noch einige Bereiche
nennen können, in denen er Wissen,
Geschick und Erfahrung weitergeben
kann, oder seine Gesellschaft bei
einem zünftigen Jass oder einem
gemütlichen Hock den KollegInnen
gut tut.
Es fällt nicht allen älteren MitbürgerInnen leicht, mit den Veränderungen im Alter umgehen zu können.
Soziale Kontakte werden weniger,
körperliche Gebrechen schränken
ein, das The-ma Verlust betrifft einen immer häufiger. Demographischer Wandel, Veränderung der Familiensituationen, eingeschränkte
Wohnmöglichkeiten,... bringen es
mit sich, dass Einsamkeit im Alter
zunimmt. Über den Tod lässt sich
auch schwer sprechen, Angehörige
und Freunde scheuen das Thema und
trotzdem ist es da. Wohin dann mit
meiner Sprachlosigkeit?
Seit 33 Jahren gibt es die Telefonseelsorge. Unter der Nummer
142 kostenfrei und rund um die
Uhr, oder über die Mailberatung
www.142online.at erreichbar, stellen
89 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
ihre Zeit und ihre Energie ehrenamtlich für ihre Mitmenschen in Vorarlberg zur Verfügung. Sie haben ein
offenes Ohr für deren Anliegen. Sie
haben gelernt, dass sie die Verantwortung für Menschen am anderen
Ende der Leitung nicht übernehmen
können. „Für dein Leben bist du
verantwortlich, aber über den Weg
können wir reden“. Dieser Satz prägt
ihre Grundhaltung die sich letztes
Jahr in rund 12.500 Gesprächen bewährt hat.
Die Arbeit der Telefonseelsorge wird
finanziert von der Diözese Feldkirch,
dem Land Vorarlberg, der evangelischen Gemeinde Vorarlbergs, der
Vorarlberger Gebietskrankenkasse
und zahlreichen privaten Spendern.
Auf Wunsch senden wir Ihnen auch
gerne unseren Jahresbericht zu.
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Wir überlegen Lösungen.
Denn überlegte Lösungen
sind überlegene Lösungen!
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Beharren oder
nachgeben
Das „nid lugg lo“ wird gerne als besonders positive
Haltung oder Eigenschaft der Vorarlberger dargestellt.
Beharrlichkeit kann sich in vielen Situationen auch
durchaus positiv auswirken. Sie kann aber auch in Sturheit ausarten und dann viel Schaden anrichten. Gerade
zurzeit erleben wir in der Weltpolitik solche Beispiele,
bei denen das nicht lockerlassen zu beachtlichen kriegerischen Auseinandersetzungen geführt haben und führen. Solange auf Raketen mit Bomben und auf Schläge
mit Gegenschlägen geantwortet wird, ist Frieden, oder
auch nur Beruhigung der Lage, in weiter Ferne. Aber
nicht nur in der weiten Welt, auch im lokalen und familiären Bereich wird mit Nachgeben oft mehr erreicht, als
mit sturem Beharren. Jeder Triumph einer Seite ist mit
der Niederlage der anderen Seite verbunden. Niederlagen
sind aber fast immer der Same für die nächste Auseinandersetzung und damit eine schlechte Unterlage für
einen dauerhaften Frieden. Gerade der älteren Generation würde Nachgeben nicht nur gut anstehen, sie könnte
auch viele Konflikte entschärfen. Darüber hinaus ist die
Vorbildwirkung auf Kinder und Enkel nicht zu unterschätzen. Da zeigt sich angewandte Altersweisheit im Alltag.
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2014 | Herbst | Familie
29
Familienverband intern
Alberschwende:
Sommerprogramm 2014
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Unser Sommerprogramm ist erfolgreich gesta
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bist
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Schon der erste Programmp
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und ihr eigenes Kunst werk erschaffen. Auch
Kinder
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und
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wir alles erleben dürfen. Mehr
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zu unserem Sommerprogramm gibt es in der
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der
Ausgabe
Rückblick „Kirchplat z-Malaktion“
25. Mai
Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir am
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Kirchdem
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große
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begrü
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Dorfplatz bei unserer Malak
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die Kinder den Platz
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und mit ihren Kunst werken schmückten, hatte
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Wein
Glas
einem
Erwachsenen Gelegenheit sich bei
leKünst
und
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alle
an
unterhalten. Vielen Dank
rinnen für´s Mitmachen!
ogramm 2014
Bez au: Rückblick Sommerpr
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Der Bezauer Fam
ressantes Sommer proein erlebnisreiches und inte
Gäste angeboten. Das
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Freude und Elan an
engagierte Team hat mit viel
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diesem Highlight, das jedes
Veranstaltungen wie
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Badminton, alles Gän
Entdeckungsreise beim
tag, Kreatives aus Filz, auf
angeboten. An dieser
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Stelle bedanken wir
en für ihr Engagement
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zliches Danke auch der
und Mit wirken. Ein recht her
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Marktgemeinde Bezau,
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Vorarlberger Fam
Alberschwende : „Kirchplatz-Malaktion“
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Brot mit nach Haus
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Frau Holle Babysit ter ver mit
zahlreiche Mädchen
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4
201
Im Mai und Juni
reichen Babysit terkurs
aus Bezau an einem umf ang
neuen Fachkräfte sind
teilgenommen. Einige dieser
ab sofort einsatzbereit.
Schnifis: Skaterkurs
Am 17. April organisierte der Familienverband Schnifis in Zusammenarbeit mit „Sicheres Vorarlberg“ einen
Inlineskaterkurs. Begeistert nahmen
16 motivier te Kinder am Kurs teil.
Sie lernten von Werner Ladurner und
seinem Kollegen Schritt für Schritt
die richtige Fahr-, Brems -, Kurven–
und Falltechnik. Die Kursteilnehmer
hörten auch, wie wichtig das Tragen
der Schutzausrüstung ist. Die Kinder
hatten viel Freude und Spaß und machten deutliche Fortschr itte. Ein herzliches Dankeschön den Kursleitern, die
es super verstanden, den Kindern auf
spielerische Art sehr viel beizubringen.
Hard: GucKuk Kindersommer
Der GucKuk Kindersommer ist heuer im
Mittelalter gelandet und das Interesse ist
riesig. Am Ferienbeginn waren 66 Kinder mit Begeisterung beim Fliegenfischen,
kreativen Tanzen, Ritterspielzeug basteln,
uvm. dabei. Ende Juli war Töpfern und ein
Abenteuer bei den Pfadis angesagt. In der
letzten Ferienwoche geht’s zum Werken in
die Ritterburg, Räubertheater, Drachenabenteuer und mehr. Beim Bunten Treiben am
Schluss kommen alle noch einmal zum Feiern zusammen! Unter guckuk@ gmx.at und T
0680 2406898 gibt’s Infos über Restplät ze
für Schnellentschlossene!
In die sechste Lesenacht fliegen wir heuer
mit Frida, dem Büchereifrosch, am 24.
Oktober. Zu einer Reise in fremde Welten
sind Menschen ab 4 mit ihren Familien
eingeladen!
Großwalsertal: Erste Jah
reshauptversammlung
Am 27. Juni fand uns
ere 1. JHV in
lustig-heiterer Runde im
Gasthaus Falva in Blons statt. Wir
ber ichteten
über vergangene Aktivit
äten und über
geplante Veranstaltungen
, sprachen
über unsere finanziellen
Mittel und
haben unser Vorstandstea
m (jede einzelne Einstimmig) gewähl
t. Auch den
restlichen Abend haben
wir gemütlich
ausklingen lassen! Ein her
zliches Dankeschön an Josef Tür tsc
her und Andrea
Kramer, es hat uns sehr gef
reut dass ihr
an unserer 1. JHV teilge
nommen habt!
Vorschau: Vor trag Wickel
& Kompressen, Frauen-Turnen, Herbst
-Winter- und
Schibasar, Babymassage
, Strömen,
Tanzworkshop, Kinder tur
nen, uvm.
Schoppernau: 5.Wälder Kindertriathlon
Am 15. Juni rief der Familienverband
Schoppernau, zusammen mit dem WSV,
bereits zum 5. Mal zum Wälder Kindertr iathlon. Auch heuer gingen wieder zahlreiche Jungtriathleten aus dem ganzen
Land an den Start. Etwa 160 Volks- und
Hauptschüler schwammen, radelten und
liefen was das Zeug hielt. Die Veranstaltung war wieder ein voller Erfolg. Sogar
der Musikverein Cäcilia Schoppernau kam
im Rahmen des Tages der Blasmusik auf
ein Ständchen vorbei. Jedes Kind erhielt
ein T-Shirt als Erinnerung und bei der
Tombola gab es auch heuer neben den
Hauptpreisen wieder viele tolle andere
Preise zu gewinnen.
Großwalsertal: Erste Jahreshauptversammlung
Fußach: Besuch beim Imker
Als Auftakt der ersten „Fußacher
Ferienerlebnis-Tage“ haben wir mit
17 Kindern den Imker Oswald Dörler
in Fußach besucht. Wir erfuhren sehr
viel Interessantes über das Leben
der Bienen. Auch beim Honig schleudern durften wir zusehen, und beim
Basteln der lustigen Surrbienen hatten alle viel Spaß. Zum Schluss gab
es eine feine Jause und als Geschenk
vom Imker für jedes Kind noch ein
Pixibuch und ein Honiggläschen. Es
war ein wunderschöner Nachmittag,
und wir bedanken uns ganz herzlich
bei Familie Dörler für ihre Gastfreundschaft!
Fußach: Besuch beim Imker
Frau Holle – ist für die
Claudia Gudermann – unsere
n sow ie für Infornne
teri
Ver mit tlung der Babysit
dig. Tel. 0664 9578478
mat ionen und Fragen zustän
Buch: Brotbackkurs
Kindersommer
Hard : GucKuk
30 Familie | Herbst | 2014
Schoppernau: 5.Wälder Kindertriathlon
2014 | Herbst | Familie
31
Vorstandsmitglieder
Großwalsertal
WERTvolle Sexualaufklärung – in jeder
WERTvolle Sexualaufklärung – in jeder
Beziehung
nackte Tatsachen
Beziehung
nackte Tatsachen
Ein ortsverband stellt sich vor!
Simone Müller
Funktion: obfrau
Familie: Verheiratet, ein Kind
Gründerin des Vereines
im September 2013
Elisabeth Burtscher
Funktion: obfrau Stellvertreterin
Familie: 1 Tochter
Im Vorstand tätig seit: 2013
Petra Burtscher
Funktion: Kassier
Familie: Verheiratet, ein Kind
Im Vorstand tätig seit: 2013
Susanne Türtscher
Funktion: Schriftführerin
Familie: Partnerschaft, 2 Kinder
Im Vorstand tätig seit: 2014
Wie schaut ein Jahresprogramm
des ortsverbands Großwalsertal
aus?
32 Familie | Herbst | 2014
Warum engagiere ich mich im Familienverband?
Zusammen mit Elisabeth Burtscher habe ich den Familienverband Großwalsertal im September 2013 gegründet, mittlerweile sind wir ein tolles Vorstandsteam von 12 Mädels, alle junge aufgeweckte Mamis die was bewegen möchten. Ich habe große Freude in diesem tollen Team mitzuwirken und hoffe,
dass wir noch viele tolle Jahre zusammenarbeiten.
Warum engagiere ich mich im Familienverband?
Da es vor unserer Gründung recht wenig passende Aktivitäten für Kleinkinder
gab, können wir nun diese durch ein starkes Team verwirklichen. Die Wege zu
verschiedensten Vorträgen oder Kursen waren immer sehr weit. Daher freut
es mich sehr dies mit unseren Mitgliedern im Walsertal zu organisieren und
vor allem, dass alle Aktivitäten bisher sehr gut von der Bevölkerung angenommen wurden.
Warum engagiere ich mich im Familienverband?
Simone hat mich darauf angesprochen dass sie den Verein Familienverband
Großwalsertal gründen möchte und ich fand die Idee gut. Man kann nicht
immer nur jammern, sondern muss es einfach mal selber in die Hand nehmen.
Ich möchte mich bei Simone und Elisabeth bedanken, dass sie so viel Kraft,
Zeit und Energie in diesen Verein stecken, denn ohne die Beiden wäre vermutlich noch immer nicht so viel los bei uns im Tal!
Warum engagiere ich mich im Familienverband?
Ich engagiere mich für den Familienverband, weil es eine sehr interessante
Arbeit ist, im Tal etwas für Familien zu schaffen. Angebote zu bieten, sei es
ein Geburtsvorbereitungskurs, Basar oder Frauenfitness, die es in dieser Form
noch nicht gab bei uns im Tal. Es ist schön mit anzusehen, wie wir immer
mehr Zuspruch von der Bevölkerung bekommen. Ich bin sowieso ein Vereinsmensch und arbeite sehr gerne mit so engagierten Frauen zusammen, damit
wir gemeinsam noch vieles auf die Beine stellen können.
Der Neurobiologe Dr. Joachim
„Prinzip
sichschreibt
selbst inund
zum Gegenüber
DieSexualaufklärung
Sexualaufklärung
fürund
Kinder
und steht
Jugendliche
steht heute vor – zuBauer
Die
für Kinder
Jugendliche
Menschlichkeit – Warum wir von Natur aus kooperieren“ (2006),
– auf welchem Weg könnten wir
heute
ganz anderen
Aufgaben
vor 30
40 40 Jahren. Damals haben
ganzvor
anderen
Aufgaben
alsalsvor
30oder
oder
dass der Mensch nicht auf Kampf sondern auf Beziehung angelegt
Jahren. Damals haben viele von uns noch heimlich das
unseren Kindern und Jugendlichen
sei.
viele von
uns geschnappt,
noch heimlich
Lexikon der Eltern
geschnappt, besser den Schatz der Sexualität
Lexikon
der Eltern
um dortdas
„nackten
Tatsachen“
um dort nachzuforschen.
„nackten Tatsachen“ nachzuforschen. erade
Heute
steht
dies-geht„erklären“,
in der
Sexualität
es zu einemals
großen
umgute BezieüberTeil
eine
Heute steht diesbezüglich eine stark veränderte
Beziehungen
–
zu
sich
selbst
und
zum
Gegenüber
–
auf
welchem
bezüglich eineinsbesondere
stark veränderte
Medienlandschaft,
insbesondere hung? Die dafür aufgewendete
Zeit
Medienlandschaft,
das Internet
als
Weg könnten wir unseren Kindern und Jugendlichen besser den
Informationsquelle
zur
Verfügung.
ist
sicher
eine
gute
Investition
das Internet als Informationsquelle zur Verfügung.
Schatz der Sexualität „erklären“, als über eine gute Beziehung? Diein
Zukunft.
dafür aufgewendete Zeit istihre
sicher
eine gute Investition in ihre
Was bedeutet das für uns Eltern, LehrerInnen und
Zukunft.
„Du
bist
WERTvoll,
genau
so
wie
Was bedeutet das für uns Eltern,
SexualpädagogInnen?
LehrerInnen und Sexualpädago-
Du bist!“.
Kinder und Jugendliche können
Kinder und Jugendliche können leichter die Werte wie „Achtsamkeit,
In
erster Linie brauchen Kinder und Jugendliche
DerBegleitung
Alltag fordert
und zerrt an uns. leichter die Werte wie „Achtsamkeit,
gInnen?
Beziehung, Wertschätzung usw.“ entwickeln, wenn sie sich als
und
Orientierung.
Gerade
in
diesen
stürmischen
Zeiten
usw.“
Anforderungen
sind
In erster Linie brauchen Kinder und Die alltäglichen WERTvoll
empfinden.
DieseBeziehung,
Werte sind es, Wertschätzung
die unsere Kinder und
der körperlichen und hormonellen Veränderungen. Bei
entwickeln,
wenn
sie
sich
als
WERTJugendlichen
als
Schutzschild
bei
der
Bewältigung
der
vielschichtigen
nicht
zu
unterschätzen.
Wir
haben
Jugendliche Begleitung und Oriendieser Aufgabe ist es wichtig, dass dem Umstand der
Versuchungen der heutigen Zeit brauchen.
tierung. Gerade
inInformationen
diesen stürZugänglichkeit
zu allerlei
(auchoft nach einem anstrengenden Tag voll empfinden. Diese Werte sind es,
das Bedürfnis
mischen Zeiten
der körperlichen
und getragen
Pornographie,
Gewaltvideos
etc.) Rechnung
wird. nach Ruhe und Erho- die unsere Kinder und Jugendliche
Jeder Mensch ist „WERTvoll – und das ist nun einmal einfach eine
noch die
Muße sich als Schutzschild bei der Bewältigung
hormonellen Veränderungen. Bei lung und dann nackte
Tatsache!
Hier
sind
wir
eingeladen
uns
bewusst
Zeit
für
die
auf
die
Kinder
einzulassen?
Das ist der vielschichtigen Versuchungen
dieser Aufgabe ist es wichtig, dass
Beziehung zu unseren Kindern und Jugendlichen zu
nicht leicht. Viele von uns kennen der heutigen Zeit brauchen.
dem Umstand
Zugänglichkeit
zuaktuellen
nehmen
und unsder
immer
wieder mit dem
den Kampf zwischen den eigenen Beallerlei Informationen
(auch PornoInformationsund Bedürfnisstand
auseinandersetzen.
Kontakt
für Fragen:
Zeit
um aufGewaltvideos
sie eingehen zu etc.)
könnenRechund ihnen
das Gefühlund denen
dürfnissen
unseres
Nach- Jeder Mensch ist „WERTvoll – und
graphie,
Eheund
Familienzentrum
zu
geben:
das ist nun einmal einfach eine
wuchses.
nung getragen wird.
Jugend und Liebe
nackte Tatsache!
Mag. Gudrun Posch-Berger
„Du bist WERTvoll, genau so wie Du bist!“.
Hier sind wir eingeladen uns be- Der Neurobiologe Dr. Joachim Bauer
schreibt in „Prinzip
Menschlichkeit
wusst
Zeit
fürund
diezerrt
Beziehung
Herrengasse
4, 6800 Feldkirch
Der
Alltag
fordert
an uns. Die zu
alltäglichen
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gudrun.posch-berger@kath-kircheAnforderungen
sind
nicht
zu
unterschätzen.
Wir
haben
oft
–
Warum
wir
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Natur
aus
kooperieunseren Kindern und Jugendlichen
nach
einem anstrengenden
Tag das
Bedürfnisren“
nach (2006),
Ruhe
dass vorarlberg.at
der Mensch nicht
zu nehmen
und uns immer
wieder
Ehe- und Familienzentrum
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und Erholung und dann noch die Muße sich auf die Kinder
auf
Kampf
sondern
auf
Beziehung
mit
dem
aktuellen
InformationsJugend und Liebe
einzulassen? Das ist nicht leicht. Viele von uns kennen den
angelegt
sei.
und
Bedürfnisstand
auseinanderMag. Gudrun Posch-Berger
Kampf zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen
unseres
Nachwuchses.
zusetzen.
Zeit um auf sie eingehen
Herrengasse 4, 6800 Feldkirch
zu können und ihnen das Gefühl zu Gerade in der Sexualität geht es zu
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Unser Jahresprogramm geht von Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge, über ElternKind-Turnen, Kinderturnen, Tanzworkshop für Kinder, Frauenfitness, Rückbildungs- und Beckenbodentraining, Geburtsvorbereitungskurs, Stillgruppe,
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2014 | Herbst | Familie
33
Service
Vortragsreihe „Pflege im Gespräch“
– Herbst 2014
„Pflege im Gespräch“ ist eine landesweite Vortragsreihe für pflegende
Angehörige und Interessierte und
wird vom Land Vorarlberg finanziell
unterstützt. Kontakt: Claudia Längle,
M 0664/1237190, claudia.laengle@
connexia.at. Die Informationen zu
den Veranstaltungen in den einzelnen Gemeinden können bei connexia
unter T 05574/48787-0 angefordert
oder unter www.connexia.at heruntergeladen werden.
„Tai Chi / Qigong als Ausgleich
zum Pflegealltag“
Mo 15. September, 18.30 – 20.30 Uhr
Monika Madlener
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Seniorenhaus im Schützengarten, Lustenau,
Schützengartenstraße 8, Eintritt: € 5,-
i
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Mo
Spannende Parcours in luftiger Höhe für die ganze Familie
Der Waldseilpark-Golm ist mit 79 Übungen Vorarlbergs größter Hochseilgarten. Mit ein bisschen Geschick und
Mut sind alle Hindernisse spielend zu bewältigen - und das bis zu 16 m über dem Boden.
Also, nichts wie los, denn es warten knifflige Aufgaben für Groß und Klein.
„Sicheres Wohnen für Menschen
mit Demenz“
„Menschen mit Demenz im Alltag
begleiten“
Mo 6. Oktober, 19.30 – 21.30 Uhr
Berühren und berührt werden Massage für Paare
Ein Tag für uns als Paar
Kornelia Rümmele-Gstrein
So 12. Oktober, 9.15 - 17.00 Uhr
SeneCura Sozialzentrum Hohenems, Ange-
Roswitha Vierhauser
lika-Kauffmann-Straße 6, Eintritt: € 5,-
Verpflegung: € 37,20/Paar
Mit Kinderbetreuung
Familienveranstaltungen Herbst
2014 Bildungshaus St. Arbogast
"Der goldene Apfel"
Erzählabend am Feuer im Tipi für
Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren
„Indianische Bogen und Pfeile
bauen“
Kurs für Kinder ab 9 Jahren in Begleitung von Eltern, Paten, Großeltern...
Sa 20. September, 17.00 – 18.30 Uhr
Fr 18. Oktober, 14.15 Uhr – Sa 19.
Volker Patalong
Oktober, 17.00 Uhr
Kursbeitrag: € 8,-/Erwachsene;
Ron Bachmann
€ 6,-/Kind
Kursbeitrag: € 42,-/Erwachsene,
€ 21,-/Kind bzw. € 29,40 und €
Gemeinsam leben mit Kindern
Psychodrama als Methode des
Verstehens
Di 30.9./7.10./14.10./21.10./4.11./18.11.
jeweils 19 – 22 Uhr
Beate Furxer
€ 240,-/mit Familienpass € 168,-
Do 25. September, 19.30 – 21.30 Uhr
Kornelia Rümmele-Gstrein
Haus der Generationen, Götzis, Schulgasse 5, freier Eintritt
„Alte Heilmethoden mit heimischen Heilpflanzen“
Do 2. Oktober, 19.30 – 21.30 Uhr
Ingeborg Sponsel
Büro Mobiler Hilfsdienst, Thüringen, Alte
Landstraße 4, Eintritt: € 5,-
Ich und Papa - neue Zeiten, neue
Seiten
Ein Wochenende für Vater und Kind
von 10 – 13 Jahren
€ 14,70 mit Familienpass
Vollpension: € 75,-/Erwachsene, €
€ 41,20/Kind
Materialkosten: € 18,(1 Bogen + 3 Pfeile)/Person
Anmeldung bei allen Veranstaltungen:
St. Arbogast, www.arbogast.at,
T 05523/62501-828,
arbogast@kath-kirche-vorarlberg.at
Sa 4. Oktober, 9.15 Uhr – So 5. Oktober,
13 Uhr
Martin Waldner und Polo Noyalet
Kursbeitrag/Paar: € 139,- bzw.
€ 97,30 mit Familienpass,
Vollpension/Paar: € 107,80
www.golm.at
34 Familie | Herbst | 2014
2014 | Herbst | Familie
35
Rezept
Basteln
Getreidelaibchen
200 g Dinkelreis (oder Hirse/Reis/
Buchweizen)
½ Sellerieknolle
2 Karotten
2 El Sesamsamen
2 Eier
1 El. Sauerrahm
Salz, Pfeffer
Getreide im Verhältnis 1:2 in Salzwasser oder Gemüsebrühe aufkochen
und zugedeckt bei mittlerer Hitze
fertig garen.
Sellerie und Karotten waschen, schälen, und fein reiben.
Das Gemüse zum Getreide geben und
10 Minuten mitdünsten.
In eine große Schüssel füllen, auskühlen lassen und die restlichen
Zutaten untermischen.
Backofen auf 200° C vorheizen.
Backblech mit Backpapier auslegen.
36 Familie | Herbst | 2014
Mit feuchten Händen Laibchen formen, auf das Blech legen und 20-30
Minuten knusprig backen, dabei einmal wenden.
Dazu passt ein bunter Blattsalat
oder ein erfrischender Kräuterdipp!
Laufhölzer
… mit Ministelzen über Stock und Stein
BUCHEMPFEHLUnG
Grünes Eiweiß
60 vegane und
vegetarische Rezepte
mit Hülsenfrüchten….
Ulli Goschler
Kneipp Verlag
Für Einsteiger in die Vegetarische Küche
bietet dieses handliche Buch eine Vielzahl von hilfreichen Tipps. Es beginnt
mit einer kurzen, leicht verständlichen
Ernährungslehre und mit Hinweisen auf
wichtige Nährstoffe, die man bei vegetarischer Ernährung zu sich nehmen
sollte. Die Rezepte sind ansprechend
gestaltet, wenige sind bebildert, was
bei der unkomplizierten Zubereitung
mancher Gerichte auch nicht unbedingt
nötig ist. Das Garen von Getreide und
Hülsenfrüchten wird gut erklärt und
die Zutaten sind überwiegend in jedem
Supermarkt erhältlich. Ein Kochbuch,
das es einem leicht macht, öfter einmal
auf Fleisch zu verzichten.
Du brauchst:
Je Paar: 2 Stück Vierkanthölzer ca.
10 x10 x18 cm aus dem Baumarkt
und 2 Stück Seil, Ø 1 cm, Länge 160
cm; du kannst auch selber Kordeln
aus Spagat drehen
bunte Flaschendeckel, große Knöpfe,
Pfeifenputzer, Wollreste, Seilstücke,
Farbstifte, Nägel, Klebepistole
So machst du es:
Bohre mit einem 10 mm Bohrer das
Vierkantholz in etwa 13 cm Höhe
durch und ziehe dann das Seil oder
die Kordel durch diese Bohrung.
Knote das Seil dann so zusammen,
dass die Seilschlinge zum Halten der
Ministelzen dir etwa bis zur Mitte der
Oberschenkel reicht.
Nun kannst du deine Laufhölzer mit
einem Gesicht verzieren: aus Flaschendeckeln, Knöpfen etc. kannst
du Augen und eine Nase aufkleben
oder auch annageln, mit Pfeifenput-
zern oder Wollkordeln einen Mund
anbringen, vielleicht einen Schnurbart aufkleben, rote Backen oder
Sommersprossen aufmalen, Haare
aus Wolle aufkleben und so weiter –
deiner Phantasie sind keine Grenzen
gesetzt.
Jetzt übe konzentriert mit diesen
Ministelzen das Laufen und nachdem
du dich damit vertraut gemacht
hast, kannst du mit Freunden einen
Geschicklichkeitsparcour aufbauen:
z.B. Treppensteigen, Wasserbecher
transportieren, Ball kicken und
vieles mehr. Viel Spaß dabei!
... Stock und
Stein …
2014 | Herbst | Familie
37
Kinderseite
Aus den Moosresten ist schnell eine schöne Dekoration für den Herbsttisch gemacht:
Ein paar Teelichter und Zapfen oder Bucheckern darübergestreut und schon fertig!
Ein Licht für lange Abende
Werken mit Kindern:
Der Herbst kommt, die Tage werden
kürzer und wir freuen uns über zusätzliche Wärme und Licht. Die Natur
zeigt noch einmal, was sie alles zu
bieten hat. Daher gehen wir gerne
nach draußen und sehen nach, was
sie uns fürs Basteln anzubieten hat.
Windlicht aus Moos
Moose zählen zu den faszinierendsten Pflanzen des Waldes. Sie sind
wichtig für den Wald, weil sie Wasser
speichern und dafür sorgen, dass der
Waldboden nicht austrocknet. Viele
Insekten und Kleintiere leben darin.
Seid ihr schon einmal barfuss über
Moos gelaufen und habt ihr gespürt
wie weich das ist? Man möchte sich
am liebsten hineinlegen. Weil das
Moos so schön aussieht, ist es zum
Basteln und Dekorieren ideal. Seht
zu, dass ihr möglichst zusammenhängende Stücke Moos nach Hause
bringt. Es ist viel einfacher damit
zu arbeiten, als mit vielen kleinen
Teilen.
38 Familie | Herbst | 2014
Laterne aus Ästen
Ein paar trockene Äste bilden das Gerüst für die zauberhaften Laternen.
Die Äste werden nach und nach zusammengeschnürt. Wenn die Laterne
schief wird, macht das überhaupt
nichts – im Gegenteil, das macht
ihren Reiz aus. In unserem Beispiel
haben wir genau deshalb auch unterschiedlich lange Äste verwendet.
Anschließend mit Transparentpapier
verkleiden und fertig. Wer möchte,
kann mit schwarzem Papier innen
Figuren aufkleben. Beispielsweise
einen Tannenbaum, einen Stern oder
den Mond. Ihr habt bestimmt noch
viel bessere Ideen. Das sieht wunderschön aus, sobald eine Kerze
darin leuchtet.
Wenn ihr die Windlichter anzündet,
macht das bitte mit einem Erwachsenen und am besten draußen.
Fotos und Beitrag: Birgit Hämmerle
Mehr von uns unter
familienhaus.co.at
was ihr braucht
Für die Mooslichtle:
Moos, leere Marmelade- oder Gurkengläser, Teelichter, Bastelkleber, Schere evtl.
einen Gummi, um das Moos auf dem Glas
zu fixieren, solange der Klebstoff noch
nicht trocken ist.
Für die Laternen aus Ästen:
dünne Äste aus dem Wald, Transparentpapier, Tixo, Blumenbast oder Paketschnur oder festes Garn, Schere, evtl.
schwarzes Papier.
1. Holt euch aus dem Wald Moos und
Äste und schon habt ihr einen Großteil des Materials.
Kosten ca.:
10 Euro
Wer mitmachen kann:
Kinder ab 8 Jahren. Die Mooslichter
sind einfacher. Die Laternen aus Ästen erfordern etwas mehr Geduld und
Geschick.
2. Dann vier senkrechte Äste auf
die gleiche Weise fixieren. Wenn das
gemacht ist, mit vier Ästen die Querverbindungen machen. Nicht den
Mut verlieren, wenn nicht alles ganz
gerade ist! Das darf so sein.
3. Jetzt Seite für Seite das Transparentpapier anbringen. Jeweils den
senkrechten Ast mit dem Papier umwickeln und mit Tixo festkleben. Wer
möchte, kann danach die Figuren aus
schwarzem Papier ausschneiden und
aufkleben.
5. Mit der Schere zB. eine Herzform
in das Moos schneiden. Anschließend
mit dem Bastelkleb auf das Marmeladeglas kleben. Bis der Klebstoff
trocken ist, kann man das Moos
mit einem Haushaltsgummi fixieren,
dann muss man nicht so lange halten.
4. So sieht es dann aus, wenn die
Kerze brennt.
6. Das fertige Mooslichtle – ist es
nicht zauberhaft?
2014 | Herbst | Familie
39
Lust
aufSpielen
Lesen, Hören,
Gelesen hat Andrea Kramer
und
Buch- sung
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Spielve oktober!
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am 06 Tag anrufen/mailenn
Alle wollen ihre drei Spielfiguren so schnell wie möglich
auf den Berg bringen. Doch das ist leichter gesagt als
getan: Denn sowohl die lieben Mitspieler, als auch der
griesgrämige Berggeist hindern die Spieler am Aufstieg.
Wer ihm zu nahe kommt, den belegt er mit einem Bann
– und schon geht‘s langsamer voran …
Wer hat die beste Taktik und das meiste Würfelglück bei
diesem traditionellen Familienspiel?
Verlag: Ravensburger
Preis: 35,- Euro
Ab 8 Jahre für 2 – 4 Spieler
40 Familie | Herbst | 2014
info@familie.or.at
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Warum Franziskus mit den Tieren
sprach
Autorinnen: Martina Steinkühler
und Elli Bruder
Verlag: Patmos
ISBN: 978-3843605090
Preis: 13,40 Euro | Alter: ab 3 Jahren
Lauf rauf!
Raufzukommen wär nicht schwer, wenn da nicht der
Berggeist wär!
T 05574/47671-0
Der heilige Franziskus war den Tieren ganz nah. Man
sagt ihm nach, dass er sogar mit ihnen sprechen konnte. Besonders mochte er die Lerchen. Und daher ist es
auch in diese Buch eine kleine Lerche, die Franziskus
aus seinem Weg begleitet und uns die Geschichten aus
seinem Leben erzählt: wie er den Wolf zähmt, Frieden
unter den Menschen stiftet, den Armen Brot schenkt…
Mit „Warum Franziskus mit den Tieren sprach“ liegt
ein wunderschönes Buch über den außergewöhnlichen
Heiligen vor, das Kindern auf schöne Weise seine Geschichte erzählt.
Achte auf deine Seele
Autorin: Brigitte Pregenzer
Verlag: Tyrolia
ISBN: 978-3702233310
Preis: 9,95 Euro
Alter: Erwachsen
Mit diesem kleinen liebevoll illustrierten Büchlein bringt
uns die Hildegard von Bingen-Expertin Brigitte Pregenzer
Lebensweisheiten der großen deutschen Mystikerin näher.
30 prägnante Sprüche begleiten uns durch einen ganzen
Monat. Wir realisieren oft erst wenn wir körperlich oder
seelisch erkranken, dass die Seele zu kurz kommt. Mit jedem Spruch aus diesem Büchlein können wir täglich einige Momente inne halten und ruhig werden. Ein nettes
Geschenk auch für jemand, dem wir öfter ein Innehalten
wünschen.
Mehr Kinder- und Jugendliteratur finden Sie unter:
www.papierfresserchen.at
Knut hat Wut
Autorinnen: Edith Schreiber-Wicke,
Carola Holland
Verlag: Thienemann
ISBN: 978-3522437424
Preis: 13,40 Euro
Alter: 4-6 Jahre
Plötzlich will Knuts Feuerwehrauto nicht mehr fahren.
Knut kriegt Wut! Er schreit, tobt, wirft mit Spielsachen
nach seinem allerbesten Freund, dem Kater Grizzly. Als die
Wut weg ist, ist auch Grizzly verschwunden. Was nun? Und
was tun, wenn die Wut wieder kommt? Besonders für kleine Kinder ist die Wut, die sie überrollt, schwer beherrschbar. Da genügt ein Auto, das nicht mehr fahren will.
Doch wie kann man mit seiner Wut umgehen, wie sie in
den Griff kriegen? Dieses Buch hat einige gute Tricks auf
Lager. Eine Geschichte über Wut mit Tipps zum Entwüten.
Kuss für dich
Autoren: Amy Krouse Rosenthal
Verlag: Buchcontact
ISBN: 978-3522302920
Preis: 9,30 Euro
Alter: jedes Alter
Ein kleines Mädchen hat eine grandiose Idee: Sie
pfl anzt einen Kuss. Zuerst wird ihre Geduld auf die
Probe gestellt, aber was dann passiert, sprengt ihre
kühnsten Erwartungen! Eine gereimte Geschichte über
das Leben, die Verbundenheit mit anderen Menschen
und die Liebe. Frei nach Ricarda Huch: „Liebe ist das
Einzige, was nicht weniger wird, wenn wir es verschwenden.“ Die bekannte amerikanische Kinderbuchautorin, hat mit „Kuss für dich“ ein Büchlein geschrieben, das nicht nur Kindern gefällt, sondern auch ein
schönes Mitbringsel für Erwachsene ist.
Rund ums Mittelmeer –
Die mediterrane Küche
Autoren: Christoph Wagner, Franz
Haslauer
Verlag: Pichler
ISBN: 978-3854316602
Preis: 20,55 Euro
Das Kernstück des Buches bilden die 150 Rezepte aus allen Mittelmeerländern: Von der einfach-raffinierten toskanischen Bauernküche bis zum levantinischen Mezes-Buffet
und den klassischen türkischen Süßigkeiten, von den
duftenden Kräutern der Provence bis zu den aufregenden
Spezialitäten Spaniens und Portugals. Das Standardwerk
für eine zeitgemäß-leichte Küche zum Träumen und Indie- Ferne-Schweifen. Ein faszinierender kulinarischer
Streifzug durch die Küche des europäischen Südens von
zwei der bekanntesten österreichischen Kochbuchautoren.
Köstlichkeiten: Genussvoll
durchs ganze Jahr
Autorin: Ulrike Hagen
Verlag: Löwenzahn
ISBN: 978-3706625463
Preis: 30,73 Euro
Ulrike Hagen kreiert Rezepte, in denen sich die pure Lust
am Leben widerspiegelt. In ihrer geliebten Landhausküche
verwöhnt sie nicht nur Familie und Gäste, sondern gibt
auch exklusive Kochkurse. In ihrem neuen Kochbuch sind
die Rezepte nach den Jahreszeiten gegliedert. Zu jeder
Zeit werden frische Produkte der Saison verarbeitet. Die
Rezepte sind einfach nach zu kochen und schmecken köstlich. Die wundervoll gestalteten Tischdekorationen machen
Lust zum Nachmachen. Ein wundervolles Buch, das zum
Verwöhnen der eigenen Familie und Gäste einlädt.
2014 | Herbst | Familie
41
Ein Paradies
für Kinder.
Betreuter Kindergarten um
nur 90 Cent/Stunde (max. 3 Stunden).
Hypo Landesbank:
Engagement für soziale Projekte
Die Familie ist eine wichtige soziale
Institution, der auch in der hoch
individualisierten und mobilen Welt
des 21. Jahrhunderts eine zentrale
Bedeutung zukommt. Dennoch haben sich die Vorstellungen darüber,
wie eine Familie typischerweise auszusehen hat, im Zuge des sozialen
Wandels stark verändert: Die Formen
des Zusammenlebens sind bunter
und vielfältiger geworden. Umso
wichtiger sind deshalb Institutionen
wie der Vorarlberger Familienverband, der mit seinen vielfältigen
Leistungsangeboten eine starke Interessenvertretung und zugleich eine
wichtige Stimme für die Bedürfnisse
der Vorarlberger Familien ist.
Familienfreundliche Unternehmenskultur
Auch die Hypo Landesbank Vorarlberg
lebt gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine offene
Unternehmenskultur, in der das Thema Familie seinen berechtigten Platz
findet. Familienfreundliche Maßnahmen sollen dazu beitragen, langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der
Bank als attraktiver Arbeitgeber zu
sichern. „Mit Arbeitszeitmodellen,
die sich an Kinderbetreuungszeiten
orientieren, versuchen wir den Eltern
bei der Gestaltung ihrer beruflichen
42 Familie | Herbst | 2014
und familiären Situation entgegen
zu kommen und können gleichzeitig gut qualifizierte, langjährige Arbeitskräfte im Unternehmen halten,“
erklärt Vorstandsmitglied Mag. Michel
Haller.
Leidenschaftliches Engagement
Großes Engagement und Leidenschaft für die Sache sind charakteristisch für die Arbeit des Vorarlberger Familienverbandes. Diese Werte
haben auch in der Philosophie der
Hypo Landesbank einen hohen Stellenwert. Seit 117 Jahren ist die Bank
ein starker, verlässlicher Partner für
die Wirtschaft und die Bevölkerung
in Vorarlberg. „Als Landesbank setzen wir uns für die Interessen von
Personen und Gruppen in unseren
Kerngebieten ein. Aus diesem Grund
unterstützen wir den Vorarlberger
Familienverband gerne durch eine
zweijährige Partnerschaft“, freut
sich Haller.
Spendenfonds für gemeinnützige
Projekte
Die Hypo Landesbank engagiert sich
bereits seit vielen Jahren im Bereich der Kultur- und Sportförderung
und ist Sponsoringpartner für soziale
Projekte. Am 1. Juli wurde unter dem
Namen „HYPO für Vorarlberg – Hel-
Spiel und Spaß unter der
liebevollen Aufsicht geschulter
Kinderbetreuerinnen. Für 3- bis
7-Jährige im 2. Obergeschoss.
fen. Fördern. Bewegen.“ ein Spendenfonds für gemeinnützige Projekte
eingerichtet, in den künftig ein
Teil des erwirtschafteten Gewinnes
der Bank fließen wird. „Wir wollen
den Vorarlbergern etwas zurückgeben und sie am wirtschaftlichen Erfolg unserer Bank teilhaben lassen“,
so Haller abschließend. Die Mittel
des Spendenpools werden in den
Bereichen Soziales, Wissenschaft/
Bildung und Kultur verwendet, wobei
der Schwerpunkt klar im Sozialbereich liegt. Der Spendenfonds wird
ehrenamtlich durch ein Gremium aus
Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Einrichtungen und Unternehmen verwaltet.
Mag. Michel Haller
Vorstandsmitglied Hypo Landesbank
MESSEPARK. DIE NUMMER 1 IN VORARLBERG.
65 Shops
2014 | Herbst | Familie
1300 Gratis-Parkplätze
www.messepark.at
43
Beste Kinderbetreuung
Bergmannstraße 14
Tel 05574/47671
info@familie.or.at
A–6900 Bregenz
Fax 05574/47671-5
familie.or.at
Vorarlberger Familienverband
Bergmannstr. 14
6900 Bregenz
Einsendeschluss:
31. Dez.
2014
Überzeugen Sie Familien in Ihrer Umgebung, Ihre Freunde, Verwandten oder die jungen Nachbarn von den Vorteilen einer Mitgliedschaft in Vorarlbergs größter und überparteilicher Familienorganisation. Oder schenken Sie eine Mitgliedschaft! Falls Sie
selber noch nicht dabei sind: Um nur 16,– Euro pro Jahr können
Sie alle Vorteile nutzen und gewinnen. Unter allen Neumitgliedern
und allen Werber-Familien verlosen wir am Jahresende Gutscheine
für einen Urlaub am Bauernhof, für Urlaubstage im Naturhotel Chesa
Valisa in Hirschegg sowie im Familienhotel Sonne in Bezau,
Ravensburger Spiele und Eintritte ins Spieleland, ...
Wir sind/ich bin bereits Mitglied:
E-mail
Adresse
Kind/er, Geburtsdaten
Mitgliedsvorteile:
Name/n, Geburtsdaten
Wir sind/ich bin das neue Familienverbandsmitglied:
Ja, Ich will Mitglied werden – h 16,– pro Jahr
inkl. 4 Ausgaben der FAMILIE
Werben und gewinnen
Bitte ausreichend
frankieren
Mitglieder werben und gewinnen!
_ 4x pro Jahr Zeitschrift FAMILIE
_ gratis Frau Holle Babysittervermittlung
_ kostenlose Paar-/Familienberatung
_ ermäßigter Eintritt bei Veranstaltungen
_ Bücher und Grußkarten zum Vorteilspreis
T 05574/47671 | info@familie.or.at
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