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Versicherung - Wie Sie für den Fall der Berufsunfähigkeit vorsorgen - Süddeutsche.de Seite 1 von 3
Geld
29. Juli 2014 15:51 Versicherung
Wie Sie für den Fall der
Berufsunfähigkeit vorsorgen
Von Friederike Krieger
2015 steigen die Prämien: Wer eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit
abschließen möchte, sollte sich beeilen. Unüberlegt sollte er dennoch nicht
handeln, sonst drohen teure Zuschläge und andere Probleme. Wichtige Tipps
im Überblick.
Wer mit dem Gedanken spielt, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
abzuschließen, sollte sich beeilen. Denn durch die geplante Senkung des
Garantiezinses von derzeit 1,75 auf 1,25 Prozent Anfang 2015 werden auch die
Prämien für neu abgeschlossene BU-Policen steigen. Der Finanzvertrieb MLP
rechnet damit, dass die Beiträge um bis zu sieben Prozent teurer werden.
Auch der BU-Versicherer Alte Leipziger erwartet Preissteigerungen. Nun haben
Vertriebe und Versicherer ein Eigeninteresse daran, eine Art Schlussverkauf
herbeizureden. Allerdings ist diesmal an dem Argument tatsächlich etwas dran.
Grund sind die bilanziellen Reserven, die Versicherer für den Leistungsfall aufbauen
müssen. "Werden sie mit einem niedrigeren Zinssatz verzinst, muss ein größerer
Teil des Beitrages in die Reserven fließen", sagt Alte-Leipziger-Vorstand Reinhard
Kunz. Niemand solle eine Police nur wegen des Preises abschließen, betont er - ein
Rat, wie er sonst nur von Verbraucherschützern kommt. "Aber wer ohnehin eine BU
-Police abschließen will, sollte das noch in diesem Jahr tun."
BU-Policen schützen vor dem Risiko, dass der Versicherte wegen eines Unfalls
oder einer Erkrankung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Da die staatlichen
Leistungen inzwischen äußerst mager ausfallen, raten Verbraucherschützer zum
Abschluss eines solchen Vertrages.
Psychische Vorerkrankung problematisch
Das Problem: Für einige Menschen sind die Policen bereits heute sehr teuer, ganz
ohne Garantiezinssenkung. Die Versicherer haben in den vergangenen zehn Jahren
die Anzahl der Berufsgruppen, anhand derer sie die Prämien kalkulieren, von
maximal sechs auf bis zu zwölf erweitert. Profitiert haben Akademiker mit
Führungsverantwortung, die viel Zeit im Büro verbringen. "Für Personen, die ein
höheres BU-Risiko haben, weil sie körperlich schwer arbeiten, sind die Prämien
deutlich teurer bis unerschwinglich geworden", sagt Joachim Geiberger,
Geschäftsführer des Analysehauses Morgen & Morgen.
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Große Probleme haben auch Menschen mit psychischen Vorerkrankungen. "Die
Versicherer fürchten psychische Erkrankungen wie der Teufel das Weihwasser",
sagt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Schon wer im
Studium wegen Prüfungsstress bei einer psychologischen Beratung war oder wegen
Beziehungsproblemen zwei bis drei Sitzungen absolviert hat, muss damit rechnen,
dass der Versicherer das Risiko psychischer Erkrankungen aus dem Vertrag
ausschließt - oder den Abschluss komplett verweigert.
Aber es gibt Wege, Risikozuschläge oder Ausschlüsse bei BU-Policen
zu vermeiden.
Abgespeckte Bedingungen: Wenn eine BU-Police unbezahlbar erscheint, sollten
Kunden Abstriche bei den Bedingungen machen, rät Wortberg. "Nicht jeder braucht
die besten Bedingungen." Für eine spezialisierte Fachkraft sei es zum Beispiel nicht
so wichtig, dass der Versicherer auf die sogenannte abstrakte Verweisung
verzichtet. Mit dieser Klausel dürfte die Gesellschaft die Leistung verweigern, wenn
der Kunde zwar nicht mehr in seinem Beruf arbeiten, aber eine gleichwertige
Tätigkeit ausüben kann. Dafür muss es aber eine solche gleichwertige Tätigkeit
geben. "Ein hochspezialisierter Anlagenbauer ist kaum auf einen anderen Beruf
verweisbar", sagt Wortberg.
Nachträglicher Einschluss: Bei fast ausgeheilten Beschwerden kann es sich
lohnen, dem Versicherer ein ärztliches Attest zu präsentieren, dass die Erkrankung
nicht mehr akut ist. Die Anbieter schließen eine Leistung bei diesen Beschwerden
zwar bei Vertragsbeginn aus, sind aber oft bereit, nach fünf Jahren das Risiko
wieder mitzuversichern, wenn sich der Gesundheitszustand nicht verschlechtert hat.
"Das funktioniert allerdings nicht bei psychischen Erkrankungen", sagt Wortberg.
Früher Abschluss: Probleme lassen sich auch durch einen Abschluss in jungen
Jahren vermeiden. Viele Versicherer bieten inzwischen sogar schon BU-Policen für
Schüler an. "Je jünger der Versicherte, umso geringer ist die Prämie und je
unwahrscheinlicher sind gesundheitliche Probleme, die zu Ausschlüssen führen
können", erklärt Kunz von der Alten Leipziger. Bei diesen Verträgen bleiben der
Beitrag und die Risikoeinstufung ein Leben lang fix. "Auch wenn der Schüler später
einen handwerklichen Beruf ergreift, wird er nicht in eine teurere Berufsgruppe
umgestuft", erklärt er.
Bei den Schüler-BU-Policen ist aber ein genauer Blick in die Bedingungen nötig.
Manche Versicherer verweigern die Leistung, wenn ein Gymnasiast wegen einer
schweren Erkrankung nicht mehr aufs Gymnasium gehen, aber noch Real- oder
Hauptschule besuchen kann. Auch der Verweis auf ungelernte Tätigkeiten ist nicht
unüblich. Diese nachteiligen Bedingungen gelten dann meist auch im Berufsleben.
Billig sind Schüler-BU-Versicherungen nicht. Bei der Alten Leipziger zahlen Eltern
für einen Zehnjährigen rund 48 Euro im Monat bei einer BU-Rente von 1000 Euro.
Ein 17-jähriger Schüler muss dafür fast 52 Euro aufbringen.
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Versicherung - Wie Sie für den Fall der Berufsunfähigkeit vorsorgen - Süddeutsche.de Seite 3 von 3
Verbraucherschützer Wortberg mag sich mit diesen Policen nicht anfreunden. Er
hält einen Abschluss als Student oder Auszubildender für sinnvoller. "Dann ist
schon klarer, wo die berufliche Reise hingeht", erklärt er. Viele Versicherer bieten
auch Starter-Policen für Berufsanfänger an. Hier sind die Beiträge zunächst niedrig
und steigen im Laufe des Berufslebens.
Versicherung über den Betrieb: Es gibt oft auch die Möglichkeit, sich im Rahmen
der betrieblichen Altersversorgung über den Arbeitgeber gegen das BU-Risiko zu
versichern. "Hier gibt es oft nur zwei Berufsgruppen: die am Schreibtisch Tätigen
und alle übrigen", erklärt Kunz. Die Prämien seien durch Risikoausgleich und
geringere Kosten oft günstiger als für private BU-Policen. Aufpassen: Die Police
kann zu einem neuen Arbeitgeber nur dann mitgenommen werden, wenn der
einverstanden ist. Sonst kann ein Versicherter den Vertrag auch privat weiterführen,
verliert dann allerdings meistens die günstigen Gruppenkonditionen. Eine erneute
Gesundheitsprüfung muss er aber nicht über sich ergehen lassen.
Alternativprodukte: Versicherer bieten inzwischen auch eine Reihe von
Alternativen zu BU-Policen. Dazu zählen zum Beispiel sogenannte Dread-DiseaseVerträge, bei denen es bei der Diagnose einer schweren Krankheit wie Krebs eine
Einmalzahlung gibt, oder Grundfähigkeits-Policen. Letztere zahlen, wenn der Kunde
Fähigkeiten wie Sehen, Hände gebrauchen oder Treppensteigen verliert. Diese
Verträge sind meist deutlich günstiger als BU-Policen.
"Das sind aber immer nur Ausschnittsdeckungen, die nur einen Teil des BU-Risikos
abdecken", sagt Geiberger von Morgen & Morgen. So zahlen Dread-Disease- und
Grundfähigkeits-Policen meist nicht bei psychischen Erkrankungen.
Erwerbsunfähigkeitsversicherungen decken dieses Risiko zwar ab. Als
erwerbsunfähig gelten Versicherte aber meist erst dann, wenn sie nicht mehr als
drei Stunden einer Tätigkeit nachgehen können. "Ein Chirurg mit steifen Fingern ist
zwar berufsunfähig, aber nicht erwerbsunfähig, weil er noch als Pförtner arbeiten
kann", so Geiberger.
Es gibt inzwischen auch sogenannte Multirisk-Policen, die verschiedene
Alternativprodukte kombinieren, zum Beispiel Dread-Disease-, Grundfähigkeits- und
Pflegeversicherung. Geiberger rät zur Vorsicht: "Es ist schwer zu erkennen, was da
eigentlich genau versichert ist und was nicht."
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SZ vom 29.07.2014/vamü
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