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(Fragaria × ananassa) sind in Deutschland nach wie vor - LALLF

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Erdbeerblüten und Grauschimmel
Gartenerdbeeren (Fragaria × ananassa) sind in Deutschland nach wie vor sehr beliebt. Jeder Bundesbürger nimmt rund 3 Kilogramm der leuchtend roten, Vitamin C
reichen Sammelfrüchte zu sich. Bei knapp 82 Millionen Deutschen ergibt das stolze
246.000 Tonnen im Jahr. Auch wenn Erdbeeren in unserem Land schon seit ca.
1840 kommerziell angebaut werden – und viele Erdbeeren ganzjährig importiert – ein
nicht geringer Teil dieser Menge stammt aus den Haus- und Kleingärten! Hier stehen
die Gartenerdbeeren in vielen Regionen kurz vor oder schon mitten in der Blüte. Damit man eine reichhaltige Ernte genießen kann, gilt es jetzt die Erdbeeren vor Unbill
zu schützen.
Das Hauptproblem stellt im Moment Grauschimmel (Botrytis cinerea) dar. Dieser
macht sich zwar erst zur Ernte auf den Früchten breit; infiziert wird aber bereits die
Blüte. Dort verbringt er dann die Zeit bis zur Ernte im Ruhezustand. Aus diesem erwacht Botrytis, wenn die Früchte für seine – und unsere – Ernährung in einem idealen Zustand sind: voll ausgereift, mit nicht mehr hartem Gewebe und reich an Fruchtzucker. Um dem vorzubeugen, bieten sich mehrere Strategien an.
Präventivmaßnahmen:
Grauschimmel ist ein Schwächeparasit und benötigt für die Infektion der Blüten
Feuchtigkeit. Dementsprechend fördern alle Maßnahmen die ein zügiges Abtrocknen
der Erdbeeren unterstützen die Pflanzengesundheit. Dazu zählt z.B. der richtige
Pflanzabstand (nicht zu eng setzen) und Ort (nicht in Kuhlen und Senken) sowie die
Art der Bewässerung. Erdbeeren reagieren auf eine ausreichende Wasserversorgung bis kurz vor der Ernte sehr dankbar (Fruchtqualität und Größe können deutlich
ansteigen). Um Laub und Blüten trocken und Botrytis in der Defensive zu halten, sollte man jedoch nicht auf die Brause oder einen Regner zurückgreifen. Verwenden Sie
handelsübliche Tropf- oder Schwitzschläuche (Keine Sprühschläuche!). Sind die Erdbeerpflanzen bereits älter und haben ein sehr dichtes Laubwerk, kann auch ein vorsichtiges Auslichten das Abtrocknen fördern. Falls befallene Blätter oder Fruchtmumien aus dem Vorjahr vorhanden sind, muss man diese bevorzugt entfernen. Sie
stellen Infektionsquellen dar.
Der Botrytisdruck kann damit jedoch nur gesenkt, nicht gänzlich eliminiert werden.
Botrytis cinerea ist in der Natur fast allgegenwärtig. Auch das Ausbringen einer
Strohschicht auf die Erdbeerbeete bietet Schutz. Durch die Strohauflage trocknen die
Früchte im Vergleich zum blanken Erdboden wesentlich schneller ab. Zusätzlich wird
das Verschmutzen der Pflanzen / Früchte durch Spritzwasser verhindert. Auch unterdrückt die Strohschicht Unkraut.
Über den richtigen Zeitpunkt für die Strohauflage gibt es regional unterschiedliche
Meinungen. Die einen favorisieren die Ausbringung zur Blüte, um diese vor
Schlammspritzern und Bodennässe zu schützen. Die anderen präferieren den Nachblütenzeitraum. Hintergrund ist, dass die Strohschicht durch ihre isolierende Wirkung
in sehr kalten Nächten die Abgabe von Bodenwärme an die Blüten verhindert und so
eher Frostschäden auftreten können.
Abbildung 1: Erdbeerblüten mit Frostschaden. Foto: Dr. Schmidt, LALLF
Als Alternative zum Stroh wird im kommerziellen Erdbeeranbau sowie teilweise in
Haus- und Kleingärten schwarze Mulchfolie (selten Mulchvlies oder Mypex Gewebe)
verwendet. Diese bietet ebenfalls Schutz vor dem Verdrecken der Früchte und unterdrücken Unkraut. Zudem erwärmt Sie den Boden. Dieser Effekt wird im Erwerbsanbau neben anderen Maßnahmen (z.B. Abdecken der Felder mit Vlies und / oder
Lochfolie, pflanzen auf Dämme) genutzt, um den Erntezeitpunkt vorzuziehen. Nachteil der Methode: In sehr heißen Sommern können direkt auf der Folie aufliegende
Früchte Verbrennungen bekommen. Zudem fühlen sich im wärmeren Klima Spinnmilben wohl. Wer das Verfahren erproben möchte, sollte bedenken, dass unter die
Folie kein Wasser gelangt. Man muss deswegen entweder ausreichend große
Pflanzlöcher schneiden, um Regen- / Gießwasser an die Erdbeeren zu bringen, oder
unter der Folie einen Tropfschlauch verlegen. Auch hier ist wieder der Vorteil des
geringeren Krankheitsdrucks durch trockenere Blätter gegeben.
Nach erfolgter Ernte (~ Ende Juli) betreiben viele Erwerbsbetriebe Bestandespflege
und schneiden das komplette Erdbeerlaub ab. So beugen Sie Problemen mit Grauschimmel und Spinnmilben vor. Zudem wird dadurch das Einlagern von Hemmstoffen, welche die Ernte im Folgejahr mindern, unterbunden. Die Erdbeeren vertragen
diesen Laubschnitt gut, vorausgesetzt er wird nicht zu tief angesetzt und zerstört die
Herzblätter.
Chemischer Pflanzenschutz:
Sofern einem die präventiven Maßnahmen aufgrund besonders feuchter Witterung
im Blühzeitraum oder anderer Umstände nicht ausreichend erscheinen, gibt es die
Möglichkeit, Botryis aktiv durch Pflanzenschutzmittel zu bekämpfen. Wichtigster
Spritzzeitraum ist der Bereich von ca. einem Drittel offener Blüten bis Blühende.
Spritzungen sind – unter strikter Beachtung der Wartezeiten – jedoch bis in die
Fruchtentwicklung möglich.
Zugelassene Mittel gegen Botrytis cinerea in Erdbeeren:
Mittel
Teldor
Wirkstoff
Bayer
Garten Obst
Pilz – Frei
Teldor
Monizin
Obst
Pilz – Frei
Erdbeerspritzmittel
Botrysan
SWITCH
Fenhexamid
Fludioxonil + Cyprodinil
Gefahrenhinweis
N
N, Xi
Bienengefährlichkeit
B4
B4
31.12.2021
31.12.2012
Zulassungsende
Wartezeit (Tage)
3
3
3
7
7
Aufwandmenge
20 g je
100 m²
20 g je
100 m²
20 g je
100 m²
10 g je
100 m²
10 g je
100 m²
Wasseraufwand
Max.
20 l je
100 m²
Max. 20 l je
100 m²
Max. 20 l je
100 m²
20 l je
100 m²
20 l je
100 m²
3
3
3
3
3
Max. Anwendung
pro Jahr und Kultur
Spritzabstand
(Tage)
7 – 14, von Ballonstadium der Knospen
bis Fruchtentwicklung anwendbar
Nur zu Beginn, Mitte, und
Ende der Blüte spritzen!
Die obigen Angaben ersetzen NICHT die genaue Beachtung der Gebrauchsanleitung der jeweiligen
Pflanzenschutzmittel!
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Reisen
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