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Betreuung privater und kommunaler Waldbesitzer Wie viel Staat ist

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Herbstveranstaltung
des Thüringer Forstvereins e.V.
Betreuung privater und
kommunaler Waldbesitzer
Wie viel Staat ist notwendig?
am 16. Oktober 2008
in Gotha
Herbsttagung des Thüringer Forstvereins am 16.10.2008 in Gotha
Thema:
Betreuung privater und kommunaler WaldbesitzerWie viel Staat ist notwendig
Der Vorsitzende des Thüringer Forstvereins Hagen Dargel begrüßte, vor dem
Hintergrund der gegenwärtigen internationalen Finanzkrise und dem aktuellem
Ruf der Banken nach dem Staat, die mehr als 150 Mitglieder und Gäste der
Tagung in der Aula der Thüringer Fachshochschule für öffentliche Verwaltung
in Gotha.
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung zu früher Stunde eröffnete der
Vorsitzende des Thüringer Forstvereins Hagen Dargel die Tagung.
Das Eröffnungsreferat hielt Dr. Karl-Friedrich Thöne, Leiter der Abteilung
Forsten, Naturschutz und ländlicher Raum im Thüringer Landwirtschaftsministerium Erfurt.
Er beschrieb die immer komplizierter werdenden Rahmenbedingungen denen
sich die Forstwirtschaft zu stellen hat. Globalisierung, Energieknappheit,
veränderte Demographie im ländlichen Raum aber auch Anforderungen an die
Biodiversität der Umwelt und Klimawandel sind die Herausforderungen die die
Entwicklung zukunftsfähiger Konzepte für Wald und Forstwirtschaft prägen. Er
forderte die Einführung eines Verfahrens zur Verteilung der CO²- Senkenleistung von Wäldern auf die Waldbesitzer und deren Chance zur Teilnahme am
Emissionshandel.
Erstmals öffentlich vorgestellt wurde ein Konzept zur Sicherung der
biologischen Vielfalt in Thüringen. Aufbauend auf einer Bilanz des seit 1990
Erreichten wird im Jahr 2009 ein Leitbild zur strategischen Ausrichtung der
Forstwirtschaft im kommenden Jahrzehnt formuliert werden. Diese „Allianz für
Wald und Klima“ wird Ziele beschreiben und Handlungsempfehlungen geben.
Thüringen sieht seine Wälder weiterhin sowohl als Kohlenstoffspeicher als auch
als Rohstoffquelle zum Nutzen der Gesellschaft. Dr. Thöne benannte in seinem
Vortrag auch die „Baustellen“ bei Organisation und Personal sowie bei Wald
und Wild. Im Kleinprivatwald gilt es, die kleinparzellierten Strukturen durch
Bildung forstlicher Zusammenschlüsse zu überwinden. Im Rahmen des
Kartellrechtes wird es auch weiterhin eine gemeinsame besitzübergreifende
Holzvermarktung in Thüringen geben. Wichtigste Aussage für die Besucher von
ThüringenFORST
war
das
Bekenntnis
zur
Beibehaltung
des
Gemeinschaftsforstamtes in Thüringen. Es wird weiterhin eine Ausbildung für
Forstwirte und Referendare geben. Die Absolventen des Studiengangs
Forstwirtschaft und Ökosystemmanagment sollen Zugang zur Verwaltung
bekommen. Neu für die Zuhörer waren Gedanken zur Optimierung von
Reviergrößen, den unterstützenden Einsatz von Forstwirtschaftsmeistern in den
Revieren oder auch die Bildung von Bürogemeinschaften zwischen
benachbarten Forstämtern.
Zweiter Referent der Tagung war Dr. Ulrich Schraml (Freiburg) zum Thema
„Die Rückkehr der sichtbaren Hand- Wie viel Staat braucht der
Kleinprivatwald“. Anschaulich beschrieb er die Zielkonflikte in der
Privatwaldpolitik. Während auf der einen Seite als Ziel die effiziente
Versorgung mit Gütern und Leistungen (Holz) aus dem Privatwald steht gilt es
gleichzeitig, eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung des Waldes zu sichern und
den sozialen Frieden zu erhalten.
In diesem „Trilemma“ bewegt sich Forstpolitik und ist angehalten,
Lösungswege aufzuzeigen. Der Vielfalt des Waldbesitzes muss eine Vielfalt von
Modellen der Bewirtschaftung entgegengesetzt werden. Dr. Schraml entwickelt
dazu drei Modelle.
Das Modell der „Staatszentrierten Holzerzeugung“ sichert die Holzversorgung
ist in seinen Augen aber geprägt vom Misstrauen gegenüber privaten Waldbesitzern und anfällig gegen Misswirtschaft. Besonders in Südosteuropa ist ihm
diese Form der Privatwaldbetreuung begegnet. Die Förster dort sehen sich oft
noch als „Waldpolizisten“, die Beratung des Waldbesitzers hat einen geringeren
Stellenwert.
Ein zweites Modell, vor allem in den USA und Neuseeland existent, verzichtet
auf staatliche Dienstleistung, schätzt das Eigentum sehr hoch und produziert auf
der Teilfläche effizient Holz. Es ist aber gleichzeitig nicht gefeit vor
Waldverlusten und Segregation der Nutzung.
Für die Politik in Deutschland wohl wichtigstes Argument gegen das von ihm
„Liberales Waldeigen-tumsmodell“ genannte Bewirtschaftungskonzept ist der
Verlust der Allianzen zwischen Waldbesitz, Forstbehörde und Holzkunde. Ein
gemeinsamer Grundkonsens zwischen diesen Partnern, wie wir ihn hier kennen,
ist mit diesem Modell gefährdet.
In Mitteleuropa weit verbreitet ist das „Geregelte Vorsorgemodell“. Dessen
Instrumentenmix aus Regeln, staatlicher Betreuung und Selbsthilfeeinrichtungen
der Waldbesitzer ermöglicht hohe Zufriedenheit bei Waldbesitzern. Nachteil ist
eine gewisse Anfälligkeit gegenüber wettbewerbrechtlichen Bedenken, aber es
ermöglicht eine große Vielfalt an Eigentümerzielen und garantiert Freiheitsgarde
für die Zukunft. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil ist eine
gemeinsame Basis für forstpolitische Allianzen.
Dr. Schraml berichtete in seinem Referat von der Neugründung einer
Waldgemeinschaft in den Orten Wehr und Öflingen in Baden Württemberg nach
dem Vorbild altrechtlicher Forstgenossenschaften in Thüringen. Sein Lob zu
dieser Bewirtschaftungsform und die Tatsache, dass Erfahrungen aus einem
neuen Bundesland in Süddeutschland genutzt werden, stießen im Auditorium
natürlich auf positive Resonanz.
In einem dritten Vortrag stellte Lars Schmidt, in persona Pressesprecher der
Firma Pollmeier Creuzburg, Geschäftsführer wald-wird-mobil.de gGmbH und
Vizepräsident des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie, ein Projekt zur
Holzmobilisierung im Kleinprivatwald vor. Vor dem Hintergrund der beiden
gegenläufigen Trends, auf der einen Seite eine zunehmende Zahl von
Kleinwaldbesitzern und auf der anderen Seite eine abnehmende Zahl von
betreuenden Förstern, sind neue Wege in der Kleinprivatwaldbewirtschaftung
notwendig. In Thüringen gibt es 250.00 Waldbesitzer mit einer durchschnittlichen Besitzfläche von 0,8 Hektar, die nach seiner Meinung von einer
stets geringer werdenden Zahl von Förstern nicht mehr optimal betreut und
beraten werden können. Das in Thüringen aufgelegte PPP-Projekt „Privatwaldförderung“ beschreibt er als Erfolgsmodell. Mitarbeiter der Landesforstverwaltung und aus Holzverarbeitungsbetrieben bearbeiten gemeinsam in einer
gemeinnützigen GmbH Kleinprivatwaldflächen, mit dem Ziel, die Eigentümer
zur Bewirtschaftung ihres Eigentums zu bewegen. Über eine speziell
entwickelte Software lassen sich die Kontakte zu den Waldbesitzern steuern und
Holzreserven erschließen. Schmidt betont ausdrücklich, dass es Ziel des
Projektes ist, Waldbesitzer kontinuierlich, intensiv und qualitativ gut zu
betreuen. Er fordert „Privat wo möglich und Staat wo nötig“. Für ihn sind das
Thüringer Gemeinschaftsforstamt und der staatliche Revierleiter mit Blick auf
die Strukturen im Kleinprivatwald unersetzlich.
Am Nachmittag fand zum Thema der Tagung eine Podiumsdiskussion statt.
Neben den Referenten des Vormittags nahmen daran Volker Gebhardt
(Referatgruppenleiter Forsten TMLNU Erfurt), Thomas Weber (Stadtforst
Fürstenwalde, Brandenburg), Dietmar Specht (Landesbetrieb für Privatwaldbetreuung
und
Forstservice,
Sachsen
Anhalt),
Jörg
Göhring
(Waldbesitzerverband Thüringen) und Martin Weigand (Gemeinde- und
Städtebund Thüringen) teil.
Unter der souveränen Leitung von Forstamtsleiter Jörn Ripken (Schmalkalden)
gaben die Vorträge genug Diskussionsstoffe für eine interessante Debatte.
Konsens bestand bei den Tagungsteilnehmern in der Notwendigkeit, staatliche
Betreuung beizubehalten. Über das „Wie“ gab es unterschiedliche
Vorstellungen.
Der Vorsitzende des Thüringer Forstvereins Hagen Dargel konnte am Ende der
Herbsttagung eine positive Bilanz ziehen und allen Beteiligten für Ihre Beiträge
und den Gästen das gezeigte Interesse danken.
Prof. Anka Nicke, Uli Klüßendorf
30.10.2008
Herr Dr. Karl-Friedrich Thöne
Abteilungsleiter Forsten, Naturschutz, Ländlicher Raum
Im TMLNU
Zielsetzungen der Thüringer Forstverwaltung - Allgemeine Ausrichtung
und künftige Orientierung für die Betreuung des Privat- und
Körperschaftswaldes
Liebe Leserinnen und Leser,
die Bankenkrise wirft ihre Schatten auch auf die Forstwirtschaft. Selbst der
Gralshüter der Marktwirtschaft – die Finanzbranche - ruft nach dem Staat als
Heilsbringer. Die Rolle des Staates steht aktuell vor einem Paradigmenwechsel.
In diesem Kontext darf durchaus die Beibehaltung unsere Organisationsform des
Einheitsforstamtes als Erfolg betrachtet werden.
Abwanderung und Fachkräftemangel wirksam begegnen
Zu den in den nächsten Jahrzehnten prägenden Rahmenbedingungen wird ohne
Zweifel der demographische Wandel gehören. Mehr als bedenklich im Blick auf
Zukunftsgestaltung und Innovationskraft ist die anhaltende Abwanderung junger
Menschen aus Thüringen mit einem hohen Anteil an gut ausgebildeten Frauen.
Es muss deshalb zwingend eine vorausschauende Auseinandersetzung mit den
Folgen des Geburtenrückgangs, der Alterung der Bevölkerung und der
Migration erfolgen.
Das betrifft auch die Forst- und Holzwirtschaft in Thüringen. Denn der Cluster
Forst und Holz mit seinen 40.000 Arbeitsplätzen in Thüringen ist ein wichtiges
Pfund in strukturschwachen ländlichen Räumen. Ausbildung von Fachkräften
und Erhalt von Arbeitsplätzen sind hier wirksame Gegenstrategien. Wenn es
nicht gelingt Fachkräfte zu binden, siedeln sich keine neuen
Wirtschaftsunternehmen an und es verstetigt sich die Arbeitslosigkeit!
Die gegenwärtige Diskussion um Metropolregionen leistet in diesem
Zusammenhang Ängsten von Vertretern ländlicher Räume Vorschub, von der
Entwicklung abgekoppelt zu werden. Dieser Disput könnte aus der Sicht der
Protagonisten ländlicher Räume einen positiven Effekt haben, nämlich das
Bewusstsein im Verteilungswettbewerb um die künftig knapper werdenden
Mittel zu schärfen, die Verantwortlichen zur Positionierung zu zwingen und
damit die Chance für die notwendige Gestaltung gleichberechtigter,
partnerschaftlicher Stadt-Land-Beziehungen auf Augenhöhe zu eröffnen. Neues
Selbstbewusstsein im Wettbewerb um die besten Ideen und Konzepte für die
Zukunftsgestaltung bei fairen Wettbewerbsbedingungen – Good Governance im
besten Sinne – wird dem ländlichen Raum gut tun.
Wenn die polarisierende Diskussion um Metropolregionen und abgekoppelte
ländliche Räume einen Sinn gehabt hat, dann den, dass ländlichen Räumen die
Chance einer eigenständigen Entwicklung zugesprochen wird und sie auch
künftig wichtiger Bestandteil der Struktur- und Förderpolitik bleiben werden. So
lautet der eindeutige Beschluss der Ministerkonferenz für Raumordnung vom
April 2008 in Stuttgart zur Umsetzung der Leitbilder und Handlungsstrategien
für die Raumentwicklung in Deutschland. Es geht dabei auch um eine
Rückbesinnung auf die lokalen und regionalen Potentiale und Stärken. Ich
betrachte dies als eine Antwort auf die in Europa bestehenden Ängste vor einer
rohen Globalisierung, verbunden mit Identitätsverlust.
Waldumbau als Megathema im Klimawandel
Auch die Klimaveränderungen sind Einflussfaktor in ländlichen Räumen. Sie
wirken sich zunehmend auf die Agrarproduktion und den notwendigen
Waldumbau aus. Es ist wohl vorhersehbar, dass Rohstoffmangel, Energiehunger
und steigende Nahrungsmittelpreise weltweit und auch hierzulande zu
veränderten Raumstrukturen führen werden. Deshalb muss Klimapolitik ein
künftiger Schwerpunkt der Forstpolitik sein. Aktuelles Beispiel ist die
Diskussion über die Anrechnung der Senkenleistung von Wäldern gemäß dem
Kyoto-Protokoll, welche Möglichkeiten für die Teilnahme der Forstwirtschaft
am Emissionshandel eröffnet.
Bis jetzt bestehen aber zwei grundsätzliche Probleme darin, dass
1. Die Senkenleistung im „Nationalen Allokationsplan 2008-2012 für die
Bundesrepublik Deutschland“ nur auf Holzvorrat von Wäldern beschränkt
ist. Das bedeutet bei Inanspruchnahme den Vorratsaufbau in Wäldern. Allein
aus Stabilitätsgründen sehe ich hier Schwierigkeiten.
2. Es existiert bisher noch kein Verfahren zur Verteilung der Senkenleistung auf
die Waldbesitzer. Auf Bundesebene muss daher schnellstmöglich ein
geeignetes Verfahren entwickelt werden.
In den Kyoto-Folgeprozess nach 2012 ist auch das genutzte und
weiterverarbeitete Holz einzubeziehen. Dadurch erreichen wir eine
Anerkennung der Senkenleistung nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Bei der
Anrechnung von Senkenleistungen muss zudem die gesamte CO2Speicherkapazität von Wäldern beachtet werden; die CO2-Speicherung im
Boden findet derzeit noch zu wenig Beachtung. Es gibt hierzu aber aktuelle
Forschungsarbeiten des MPI für Biogeochemie Jena. Danach würde eine
Anrechnung der Senkenleistung für junge Aufbaubetriebe, dauerhaft
unbewirtschaftete Naturwälder (Kernzonen der Schutzgebiete) und unproduktive
Standorte möglich. Eine Entscheidung dazu wird es aber frühestens 2010 geben.
Holz ist nachwachsender Energieträger
Ein Kernpunkt moderner Forstwirtschaft und Holzverarbeitung ist das Thema
Energie. Was uns als Bürger im Lichte langfristig steigender Energiekosten
umtreibt, ist die Frage, ob wir einer massiven Einschränkung unserer Mobilität
und unseres Lebensstandards entgegen treiben und wenn ja, mit welcher
Geisteshaltung und Innovationskraft wir dem begegnen (Magel 2008). Gibt es
Alternativen zu einem politisch motivierten Kernenergieausstieg? Welche
Auswirkungen werden weiterhin steigende Energiepreise infolge des
Energiehungers von China oder Indien auf ländliche Räume haben? Holz als
Energieträger wird langfristig weltweit steigende Wertschätzung zukommen.
Auch die Gentechnik wird an Bedeutung zunehmen. Wie gehen wir unter dem
Obergriff „Fortschritt“ beispielsweise mit der grünen Gentechnik im ländlichen
Raum angesichts notwendiger schneller Klimaanpassungen - jedenfalls schneller
als Züchtungserfolge dies ermöglichen - um? Züchtung mittels Gentechnik
spielt im Forstbereich derzeit eine untergeordnete Rolle. Für mich gilt es hier die
Regelungen des Staatsgutgesetztes zu beachten und das Forstsaatgutwesen
Thüringens in bewährter Art zu erhalten. Die Forstsaatgutberatungsstelle des
staatlichen Forstamts Schmalkalden, die Darre in Fischbach, sowie die
Forstbaumschule Breitenworbis leisten hervorragende Arbeit.
Bodenschonende Holzernte forcieren
Eine zunehmende Herausforderung sind für die Forstwirtschaft auch die milden
und feuchten Winter der letzten Jahre. Aufgeweichte Böden haben uns bei der
Holzernte das Fürchten gelehrt. Der Bodenschutz muss deshalb zukünftig
besonderes Anliegen bei der Holzernte sein. Eine Arbeitsgruppe der Thüringer
Landesforstverwaltung hat Empfehlungen für die bodenschonende Holzernte
erarbeitet (Broschüre „Bodenschutz und Holzernte“, TMLNU 2008), die zu
einem Ministertermin im September 2008 in Gehren den Forstbediensteten aber
auch den privaten und körperschaftlichen Waldbesitzern sowie den forstlichen
Lohnunternehmen zur Verfügung gestellt wurden.
Klare Leitbilder für den ländlichen Raum, den Naturschutz und die
Forstwirtschaft in Thüringen
In den nächsten Jahren kommen weitere Herausforderungen auf die Thüringer
Forstwirtschaft zu. Dafür müssen zukunftsfähige Strategien entwickelt werden.
Für die Bereiche Landentwicklung, Naturschutz und Forsten arbeiten wir
deshalb derzeit intensiv an einer klaren, möglichst konsensfähigen strategischen
Ausrichtung.
Forstwirtschaft ist unverzichtbares Element integrierter ländlicher Entwicklung
Landwirtschaft und ländliche Räume haben sich im Freistaat Thüringen seit der
Wende in beeindruckender Weise entwickelt. Die in der neuen EUStrukturfondsförderperiode 2007 – 2013 knapper werdenden Mittel und die
neuen Rahmenbedingungen zwingen jedoch zu einer strategischen
Neuausrichtung der Integrierten Ländlichen Entwicklung in Thüringen. Deren
Verzahnung mit der LEADER- Methode zu einem innovativen
Entwicklungsansatz nach dem Prinzip „EIGENINITIATIVE – KOOPERATION
– INNOVATION“ kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. War LEADER+
in der auslaufenden Förderperiode noch ein eigenständiges Programm mit
projektbezogenem Spielraum, so ist die Anwendung der LEADER- Methode für
die ländlichen Regionen eine neue Herausforderung und Chance zugleich.
Gefragt sind nun regionale Verantwortungsgemeinschaften aus öffentlichen und
privaten Akteuren, die mit Entscheidungskompetenzen und Finanzmitteln
ausgestattet, als Impulsgeber für die ländliche Entwicklung agieren.
Für den Ländlichen Raum hat das Kabinett den Auftrag an das TMLNU und
damit an die Fachabteilung erteilt, ein Integriertes Gesamtkonzept zur
Entwicklung des ländlichen Raums in Thüringen mit Beteiligung aller
betroffenen Ressorts vorzulegen.
Dieses Vorhaben ist als eines der wichtigsten noch in dieser Legislaturperiode
eingestuft. Hierbei geht es bewusst um den Vernetzungsgedanken der
Politikbereiche als Zukunftsstrategie. Die Erstellung dieses Integrierten
Gesamtkonzepts wird durch eine externe Studie unterstützt. Die Erarbeitung der
Studie wurde mit zwei Workshops verknüpft, in denen Ideen und Ansätze für
einen zukunftsfähigen ländlichen Raum diskutiert worden sind.
Selbstverständlich wird in diesem Konzept der Bereich Forsten einen
entsprechenden Stellenwert erhalten.
Biodiversität und Forstwirtschaft sind kein Widerspruch
Der Naturschutz erlebt derzeit unter dem neuen Synonym der Biodiversität nach
langen Jahren in der Defensive - gerade in Deutschland als Gastgeber der
Biodiversitätskonferenz 2008 in Bonn und damit verbundener Kampagnen einen Aufschwung. Das ist auch der zunehmenden Einsicht geschuldet, dass aus
Naturqualität als Alleinstellungsmerkmal von Regionen Wertschöpfung und
schließlich auch Regionalentwicklung generiert werden kann.
Zurzeit wird deshalb intensiv an einer speziell auf Thüringen abgestimmten
Strategie zur Sicherung der biologischen Vielfalt gearbeitet. Auf der Basis
des Bezugsjahres 1990 wird das Erreichte dargestellt, bilanziert und bewertet.
Darauf aufbauend ist als strategische Ausrichtung die Formulierung eines
Leitbildes und einer Zielsetzung bis zum Jahr 2020 vorgesehen.
Daraus sind dann konkrete Maßnahmen abzuleiten. Wir werden uns auf
Bereiche konzentrieren, für die Thüringen bundesweit eine besondere
Verantwortung trägt. Eine Evaluation der Maßnahmen ist in den Jahren 2012
und 2016 vorgesehen. Begleitend sollen über ein Monitoring die Veränderungen
der biologischen Vielfalt und damit der Erfolg und Misserfolg von Maßnahmen
bewertet werden. Alle relevanten Akteure sollen in die Diskussion der Strategie
einbezogen werden. Im Rahmen eines Symposiums soll die Strategie Anfang
2009 vorgestellt werden.
In diesem Kontext stehen die Fachbeiträge Wald im Rahmen der
Managementplanung für die Natura 2000-Gebiete, die bis Ende 2009 vorliegen
sollen. Ergänzend wird dazu ein Habitatbaum- und Totholzkonzept erarbeitet,
womit die Ziele zum Erhalt der Biodiversität im Staatswald - über die
artenschutzrechtlichen Anforderungen und die Natura 2000-Kulisse hinaus - in
Umsetzung einer vorbildlichen Bewirtschaftung nach Thüringer Waldgesetz
gefördert werden. Private und körperschaftliche Waldeigentümer erhalten für
die freiwillige Erhöhung der ökologischen Vielfalt in ihren Wäldern und die
Sicherung von ökologisch besonders wertvollen Alt- und Habitatbäumen einen
finanziellen Ausgleich.
Für den Förderzeitraum 2007 bis 2013 ist es gelungen, diese Förderung als
„Waldumweltmaßnahmen“ in der Förderinitiative Ländliche Entwicklung in
Thüringen (FILET) mit deutlich verbesserten Konditionen weiterzuführen.
Thüringer Charta für den Wald in Vorbereitung
Auch für den Forstbereich wird eine zukunftsfähige Strategie „Thüringer
Charta für den Wald“ erarbeitet. Es geht um ein Paket von
Handlungsempfehlungen, mit denen die nachhaltige Bereitstellung des
Rohstoffs Holz, die Nutzung des Waldes durch die Gesellschaft, der
Klimawandel sowie die Kohlenstoffspeicherfunktion gemeistert werden sollen.
Waldmehrung und Waldnutzung sind im Blick auf Klima und Biodiversität
wichtige umweltpolitische Ziele, die in dieser Strategie betont werden sollen.
Eckpunkt der forstlichen Maßnahmen bildet der Waldumbau hin zu klimatoleranten Mischwäldern, die durch größeres Anpassungsvermögen an sich
ändernde Umweltbedingungen flexibler sind und das Risiko für den
Gesamtbestand streuen. Dazu sollen für die Forstpraxis rasch standortbezogene
Anbauempfehlungen für geeignete Baumarten geliefert werden. Die Forschung
und Lehre sowie die Aus- und Fortbildung qualifizierten Personals bekommen
wegen der Herausforderungen durch den Klimawandel einen noch höheren
Stellenwert. Das Strategiepapier wird sich auch mit dem Verbrauch an fossiler
Energie bei der Bewirtschaftung des Waldes auseinandersetzen und Ziele für
effiziente Arbeitsverfahren mit moderner Technik formulieren.
Die Jagdstrategie auf Schadflächen soll dies wirksam flankieren. Mit dem im
Frühjahr 2008 auf der Messe „Reiten-Jagen-Fischen“ initiierten Forum zur
nachhaltigen Wald- und Wildbewirtschaftung als Verbundforschungsvorhaben
der TU Dresden, der FH Eberswalde und der FH Erfurt, sollen ganzheitliche
Managementkonzepte erarbeitet werden. Eingeschlossen ist auch die
Weiterentwicklung des Projekts „Forsten und Tourismus“ zur Besucherlenkung
zwecks Wildbeobachtung und Schaffung von Wildruhezonen. Bereits gestartet
wurde in diesem Kontext das Pilotprojekt „Rehwildbewirtschaftung ohne
behördlichen
Abschussplan“
im
Nationalpark
Hainich.
Dieses
Verbundforschungsvorhaben ist mir ein ernsthaftes Anliegen, welches ich auch
hinsichtlich konkreter zeitnaher Ergebnisse fest im Blick behalten werde.
Die Sensibilisierung der Gesellschaft für die Bewirtschaftung des Waldes ist ein
weiterer Schwerpunkt. Dabei soll auf eine verstärkte Verwendung von Holz als
Roh-, Bau- und Werkstoff und als regenerative Energiequelle hingewirkt
werden. Sensible Öffentlichkeitsarbeit muss besonders bei Eingriffen in
empfindlichen Landschaftsbereichen verstärkt betrieben werden. Die privaten
und körperschaftlichen Waldbesitzer sollen zur verstärkten nachhaltigen
Holznutzung animiert werden und die Bewirtschaftungsnachteile durch
Besitzzersplitterung mittels Bildung forstlicher Zusammenschlüsse ausgleichen.
Wohin geht der Weg bei der Betreuung des Privat- und Körperschaftswaldes?
Sowohl strategisch wie auch inhaltlich bleibt das Gemeinschaftsforstamt die
unumstrittene Basis des forstwirtschaftlichen Handelns in Thüringen. Darin
eingeschlossen sind auch die Beratung und Betreuung sowie die Förderung von
Waldbesitzern. Für alle notwendigen Anpassungsmaßnahmen in Zukunft gilt
diese Prämisse. Die Voraussetzungen zum Erhalt dieser Organisationsform
wurden mit der Neuausrichtung der strategischen Arbeit für den ländlichen
Raum in einer Abteilung des TMLNU vor über einem Jahr geschaffen. Damit
wurde es möglich, Synergien in der Fläche zu erzielen. Die Struktur steht nach
einigen notwendigen Nachjustierungen jetzt, und der Umzug in ein Gebäude ist
vollzogen.
Fachkräfteausbildung ist Daseinsvorsorge
Die Personalsituation in der Forstverwaltung ist angespannt: Bis zum Jahr 2012
scheiden im Zuge des Personalabbaus 85 Beschäftigte - ohne Waldarbeiter durch Erreichen der Altersgrenze und Altersteilzeit aus dem Dienst aus. Zur
künftigen Aufgabenerfüllung in der Einheitsforstverwaltung ist deshalb ein
Einstellungskorridor von jährlich mindestens 10 Beschäftigten mein Ziel.
Wir brauchen jedoch weitere Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit. Die
Ausbildungsfrage hat für mich als „Lobbyist für den ländlichen Raum“ zentrale
Bedeutung. Ausbildung bedeutet Zukunftsfähigkeit und sorgt für die nötigen
Fachkräfte. Wenn wir nicht hier und jetzt ausbilden, werden wir in Kürze wieder
„Buschzulage für Fachkräfte“ zahlen müssen. Billiglöhne sind für
Leistungsträger ein Abwanderungsgrund. Wir bilden im Forstlichen
Bildungszentrum Gehren in diesem Jahr 30 Auszubildende sowie zusätzlich
Forstwirtschaftsmeister aus. Im nächsten Jahr möchten wir gern noch
aufstocken.
An der Fachhochschule Erfurt wurde der neue Bachelor-Studiengang
„Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement“ erfolgreich neu installiert und
erfreut sich noch wachsender Studierendenzahlen. Die Referendarsausbildung
für Bedienstete des höheren Dienstes muss auch wegen des
Ausbildungsmonopols ihren festen Platz in Thüringen behalten. Wir werden im
Bereich Ausbildung ebenfalls mit anderen Forstverwaltungen kooperieren. Das
sind kleine aber wichtige Schritte in strukturschwachen ländlichen Räumen zum
Thema Demographiefolgenbeseitigung.
Der genannte Einstellungskorridor allein wird es nicht richten. Im Zuge der
Personalentwicklung gilt es, Strukturen effizienter zu gestalten. Hierbei geht es
vordringlich um die Optimierung der Reviergrößen, die Unterstützung des
Revierdienstes durch qualifizierte Forstwirtschaftsmeister, den Status der
Forstinspektionen, das Unterstreichen von Servicefunktionen der TLWJF, den
effizienten Einsatz der Waldarbeiter, die Erhöhung der Einsatzbreite von
Unternehmerleistungen oder die Nutzung technisch-organisatorischer
Rationalisierungspotentiale. Schließlich stehen auch die Übertragung von mehr
Verantwortung an die Flächeneigentümer hinsichtlich einer Fördermittelprivilegierung für Zusammenschlüsse oder eine Vereinfachung der Förderung in
Rede.
Privat- und Körperschaftswald weiterhin wirksam unterstützen
Im Bereich der Forstpolitik ist und bleibt die Unterstützung des Privat- und
Körperschaftswaldes in Thüringen Arbeitsschwerpunkt. Deren Flächenanteil
beträgt zusammen 57 %. Die Besitzverhältnisse sind in Thüringen durch
Gemengelage und Kleinparzelliertheit geprägt. Körperschaftswälder sind
verstärkt in Südthüringen zu finden, Privatwälder konzentrieren sich in
Ostthüringen. Die Unterstützung der privaten und körperschaftlichen
Waldbesitzer mittels Förderung hat für mich oberste Priorität. Mein Ziel ist es,
Fördertatbestände zu konzentrieren und Verwaltungsabläufe zu vereinfachen.
Die Inspektionsstellen sollen dabei stärker in die Förderabläufe innerhalb der
Forstverwaltung eingebunden werden. Für das Sachgebiet Förderung des
Forstamtes Frauenwald ist zwecks schnellerer Antragsbearbeitung eine
Kapazitätserweiterung vorgesehen.
Auch die Unterstützung der Waldeigentümer nach Waldgesetz und 5. DVO soll
grundsätzlich erhalten bleiben.
Forstliche Zusammenschlüsse stärken
Im Bereich des Zusammenschlusswesens hat die Entwicklung handlungsfähiger
Strukturen im Privat- und Körperschaftswald oberste Priorität. Die
Flächenarrondierung und Vergrößerung von Forstbetriebgemeinschaften wurde
mit dem neuen Waldgesetz vereinfacht. Das Vorkaufsrecht wurde aus
Gemeinwohlgründen auf die Körperschaften und das Land beschränkt. Ziel der
thüringischen Forstpolitik ist es, Forstbetriebsgemeinschaften zu wirtschaftlich
selbstständigen Einheiten zu entwickeln.
Waldgenossenschaften sind eine weitere Form forstlicher Zusammenschlüsse,
die durch ideelles Eigentum in Form von Anteilen an der Fläche gekennzeichnet
sind, was für die Überwindung der kleinparzellierten Strukturen dienlich ist. Die
Bewirtschaftung der Waldbestände wird damit deutlich erleichtert.
Vorraussetzung für die Anerkennung altrechtlicher oder neu gegründeter
Waldgenossenschaften ist die Bestätigung der Satzung durch die oberste
Forstbehörde. Bis zum 31. August 2008 wurden insgesamt 269 geänderte
Satzungen der ca. 400 altrechtlichen Waldgenossenschaften bestätigt. Allein im
Jahr 2008 wurden 11 Waldgenossenschaften neu gegründet.
Mit der Änderung des Thüringer Waldgesetzes wurde diesbezüglich rechtliche
Sicherheit geschaffen. Das Thüringer Waldgenossenschaftsgesetz wurde als
Achter Teil in das Thüringer Waldgesetz integriert und die Inhalte aktuellen
Gegebenheiten angepasst. Kommunale Gebietskörperschaften können jetzt den
Grundbesitz an Waldgenossenschaften veräußern, die bisher nur Nutzungsrechte
am Wald hatten.
Zwischen den Gemeinde und den Waldgenossenschaft sind weiterhin
grundbuchliche Vereinbarung und schuldrechtliche Nutzungsvereinbarungen
möglich.
Die
Antragsfrist
für
Satzungsänderungen
altrechtlicher
Waldgenossenschaften wurde um weitere zwei Jahre auf den 31. Dez. 2011
verlängert.
Strukturverbesserung durch Bodenordnung im Wald
Eine weitere Möglichkeit zur Überwindung der kleinparzellierten Strukturen
sind Waldflurbereinigungen. Nach dem Flurbereinigungsgesetz liegt die
Federführung hier bei den Ämtern für Landentwicklung und Flurneuordnung.
Ziel ist die Arrondierung und Zusammenlegung zersplitterter Waldgrundstücke.
Erst damit wird die Gründung von Waldgenossenschaften möglich, wenn keine
Einigkeit unter Waldbesitzern besteht. Diese Verfahren werden in Kombination
mit der Gründung von Waldgenossenschaften angestrebt.
Dadurch wird die Ausweisung großer Abfindungsflurstücke möglich, wodurch
Erschließungsbedarf und Vermessungsaufwand entscheidend reduziert werden.
Auch der freiwillige Landtausch nach § 103a Flurbereinigungsgesetz kann
Besitzzersplitterung durch vereinfachte Verfahrensschritte und relativ kurze
Bearbeitungszeiten erfolgreich überwinden helfen. Das ist jedoch nur möglich,
wenn sich alle Beteiligten einig sind. Ein aktuelles Beispiel ist die Gründung der
Waldgenossenschaft „Waldvereinigung Gerterode“ im Forstamt Leinefelde.
Privat-Öffentliche Partnerschaften - Zauberwort für Holzmobilisierung
Die Basis erfolgreicher Forstwirtschaft ist und bleibt natürlich die nachhaltige
Bereitstellung des umweltfreundlichen Rohstoffs Holz. Ein klarer Erfolg konnte
diesbezüglich unter Federführung Thüringens beim Bundeskartellamt erzielt
werden. Die Fortführung der gemeinsamen Holzvermarktung der privaten und
körperschaftlichen Waldeigentümer mit den Landesforstverwaltungen ist danach
weiterhin möglich. Generell zulässig ist dies für Einzelbetriebe bis 3000 ha und
gemeinsame Vermarktungskooperationen (FBG, FV) bis 8000 ha.
Diese Regelung gilt allerdings nur so lange, bis die entsprechenden Strukturen
außerhalb der staatlichen Vermarktung geschaffen sind und ist als Hilfe zur
Selbsthilfe ausgelegt.
Die Thüringer Forstverwaltung muss in den nächsten 5 Jahren 3 Pilotprojekte
zur eigenständigen Vermarktung außerhalb des staatlichen Angebotes initiieren,
begleiten und dazu jährliche Übersichten des Vermarktungsgeschehens an das
Bundeskartellamt melden.
Es gilt daher zukünftig besonders, Waldbesitzer zur Bewirtschaftung ihrer
Wälder zu motivieren. Denn auf langfristige Sicht wird der Rohstoff Holz ein
stark nachgefragtes Gut bleiben. Deshalb messe ich dem gemeinsam mit der
Holzindustrie initiierten Projekt „Privatwaldförderung Thüringen“ hohen
Stellenwert bei. Zusammen mit der Holzindustrie und deren Verbänden werden
dadurch neue Wege beschritten, um vor allem im Privatwald noch vorhandene
Nutzungsreserven zu mobilisieren.
Ziel ist es, private Waldbesitzer zu aktivieren, die bisher ihren Wald nicht
bewirtschaften bzw. nicht beförstern lassen. Der Kontaktaufbau zu bislang noch
nicht aktiven Waldbesitzern erfolgt mithilfe des zuständigen Forstamtes. Dem
Waldbesitzer werden Dienstleistungen der Landesforstverwaltung offeriert, die
ihn zur Bewirtschaftung bzw. Beförsterung seines Waldes animieren sollen.
Denn nur im Privatwald bestehen derzeit noch nennenswerte Nutzungsreserven.
Ich bin mir sicher, dass die Thüringer Forstverwaltung trotz der vor uns
liegenden Schwierigkeiten die aktuellen Herausforderungen meistern wird.
Grundlage der forstlichen Aktivitäten in der Fläche bleibt das
Gemeinschaftsforstamt, für dessen Beibehaltung ich mich konsequent einsetzen
werde. Sie können mich beim Wort nehmen! Mit dieser bewährten Struktur und
der Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern sowie ihren Interessenvertretungen
kann auch zukünftig ausgezeichnete Arbeit für den Wald in Thüringen geleistet
werden.
Dr. Karl-Friedrich Thöne
Abteilungsleiter Forsten,
Naturschutz, Ländlicher Raum
Die Rückkehr der sichtbaren Hand.
Wie viel Staat braucht der
Kleinprivatwald?
Herr P D Dr. Ulrich Schraml
Leiter des Instituts für Forst- und Umweltpolitik
der Universität Freiburg
Präsentation, vorgetragen zur Herbsttagung des Thüringer Forstvereins e.V.
Nachhaltiger Effekt statt Strohfeuer:
Langfristige Rohstoffverfügbarkeit durch
Betreuungsmanagement im Kleinprivatwald
Herr Lars Schmidt
Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG und
Geschäftsführer der wald-wird-mobil.de gGmbH Göttingen
Präsentation, vorgetragen anlässlich
der Herbsttagung des Thüringer Forstvereins e.V.
am 16.10. 2008 in Gotha
Waldbesitzer sind (viele) Menschen
Waldbeg ang der
P rivatwaldförderung in
T hüring en
• rd. 30 T eilnehmer
• repräs entieren
ca. 25 ha Wald
Waldbesitzer sind (viele) Menschen
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der P rivatwaldförderung in
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B etreuung durch
rd. 20 R evierleiter
Waldbesitzer sind (viele) Menschen
Alianz -Arena in
Münc hen:
• rd. 80.000
Z us chauer
• ents pricht
rechneris ch der
Anzahl der
Waldbes itz er
•(inkl. einzelner
Mitg lieder der
E rbengemeins chaften) einer
Ins pektion in
T hüringen.
Waldbesitzer sind (viele) Menschen
Fan-Meile zur
WM in Berlin:
• über 250.000
Zuschauer
schätzungsweise
Anzahl der
Waldbesitzer in
Thüringen (inkl.
einzelner
Mitglieder der
Erbengemeinschaften)
Gegenläufige Trends
Die Anzahl der K leinprivatwaldbes itz er, die betreut
werden wollen/müs s en, wird z unehmend g rößer…
Die Anzahl der privaten und s taatlic hen F örs ter, die
P rivatwaldbes itzer betreuen s ollen, wird
zunehmend g ering er…
Lösung “Kleinprivatwald”?
• K leinprivatwaldbes itzer „rechnen“ s ich nic ht
betriebs wirts c haftlic h, s ondern volks wirts c haftlic h…
• Wollen wir den jetz igen „S tatus quo“ des Holz aufkommens aus
dem K leinprivatwald nicht nur halten, sondern zus ätz liche
P otentiale nachhaltig mobilis ieren, müs s en wir mit wenig
P ersonal (R evier & Z usammens chlüs se) intens ive,
kontinuierlic he und qualitativ g ute B etreuung s arbeit
leis ten…
• D as T hüringer G emeins chaftsfors tamt und die s taatlichen
R evierleiter s ind mit B lick auf die S truktur im K leinprivatwald
U N E R S E T Z L I C H!
Ausgangssituation in Thüringen
40% Fläche
rd. 100.000 ha
unregelmäßige
Bewirtschaftung der
Waldfläche
Holznutzung i.d.R.
für den Eigenbedarf
„Passive“ Waldbesitzer:
großes zusätzliches Potential
60% Fläche
rd. 140.000 ha
Beförsterungsvertrag
eigene Förster
in Zusammenschluss
Regelmäßige
Bewirtschaftung der
Waldfläche
„Aktive“ Waldbesitzer:
geringes zusätzliches Potential
Zielsetzung “Waldbesitzer” - nicht Holz
Passive Waldbesitzer in die aktive „Gruppe“ bringen…
Nutzung ↑↓
2. Optimierung
der Betreuung
1. Aktivieren –
und in
kontinuierliche
Betreuung
bringen
Intensität und
Qualität
3. Zusammenschlüsse stärken
Nutzung ↔
„Passive“ Waldbesitzer:
„Aktive“ Waldbesitzer:
großes zusätzliches Potential
geringes zusätzliches Potential
Holzmobilisierung und Betreuung
S tufe 1 „W aldbes itz eraktivierung“: Identifiz ierung und A ns prac he von bis lang
„pas s iven“ W aldbes itz ern, V ermittlung von „W aldwis s en“
K urzfris tig, durc h g eeignete P rojekte
Z iels etzung: W aldbes itz er z ur regelmäßig en Nutzung leiten
K ontinuierlic he, intens ive und
qualitativ g ute B etreuung trotz „R üc kzug von der F läc he“:
S tufe 2 & 3 „H olz mobilis ierung“:
D auerhaft und fläc hendec kend durch s taatlic he P rivatwaldbetreuer und
fors tliche Z us ammens chlüs s e
„P rivat“ wo mög lic h – „S taat“ wo nötig !
„unrentable“ W aldbes itz er dürfen nic ht durc h das betriebs wirts chaftliche
R as ter fallen…
Z iels etzung :
Nac hhaltig hohe R ohs toffverfüg barkeit aus K leinprivatwald
PPP “Privatwaldförderung Thüringen”
PPP “Privatwaldförderung Thüringen”
Verband S c h nittholz - &
Holz warenindus trie
Mitteldeuts c hland e.V.
K ooperations vertrag
T hüring enF ors t
E nts c heidung
K ontrolle
K ontrollaus s c hus s
P ilotprojekt P P P
„P rivatwaldförderung
T hüring en“
• z wei S tandorte (S onderhaus en und
Neus tadt), aktuell 6 Mitarbeiter
g emeinnütz ig e G mbH
wald-wird-mobil.de
• B ündelt (G eld-)Mittel aus Indus trie
und öffentlic her F örderung (z .B . HA F )
• B erät & s c hult kos tenfrei
• s tellt kos tenfrei K now-how, P ers onal,
A us s tattung, F inanzm ittel &
S oftware/E DV z ur Verfüg ung
PPP: Kooperative Projekte
Kurzvorstellung gemeinnützige GmbH
Kontrollinstanz I = Aufsichtsrat
Gesellschafter
Gemeinnützige GmbH (Non-Profit)
Herr Dr. Düssel (Vorsitz)
forstliche Fakultät (Hr. Prof. Dr. Krott)
Sitz: Forstliche Fakultät, UNI Göttingen
Bay. Waldbesitzerverband (Hr. RA Baur),
Dt. Forstunternehmerverband (Hr. Narjes)
Verband der Dt. Sägeindustrie (Hr.
Wildeus)
Geschäftsführer
Ralf Pollmeier
Sponsoren & Partner
z.B. Vodafone, Bechtle, Klausner, GripsDesign, Topcon, Kconcept, Druckerei
Hellwig, Pollmeier Massivholz…
einmaligen Spenden oder längerfristige
Sponsorenverträge (Finanzmittel,
Ausstattung, Personal)
Kontrollinstanz II = Finanzbehörden
Projekt Thüringen
Projekt „CRM-Plattform“
Projekt Brandenburg
Projekt „GPS-Technik“
Fachaufsicht
Institutionen
Projekt RLP
Verbände
Projekt „Kommunikation“
(im jeweiligen Projekt,
z.B. Kontrollausschuss
in Thüringen)
Projekt Bayern
Projekt NRW
Startseite:
• aktuelle Informationen für Anwender, z.B. über neue Funktionen
• Kommunikationsplattform zwischen Entwickler und Anwender, aber auch Anwender untereinander
Wichtigste
Funktionen:
• On-Demand,
Zugriff über Internet,
auch mobil
• zentrale und sichere
Datenhaltung,
• zentrale Pflege und
Weiterentwicklung
• Fehler- Vorschlagsmanagement
• Diskussionsforum
• Neuheiten
Kontakte Übersicht
• Verwaltung aller Kontakte (Name, Adresse)
• Gliederung in verschiedene Kontakttypen (z.B. Waldbesitzer, Erbengemeinschaft, Forstamt,
Zusammenschluss oder auch Presse)
Wichtigste
Funktionen:
• Datenimport
• Suchfunktion
• Filteroptionen,
um große
Datenmengen
strukturiert
zu bearbeiten
Kontaktdetails
• Vollständige Adress- und Hintergrundinformationen sowie „Patientenakte“
• Übersicht zu Waldbesitz, Hiebsmaßnahmen und Projekten
Wichtigste
Funktionen:
• Kontakthistorie
• Anlegen
von geplanten
Aktivitäten
• Ablegen von
Informationen
Flurstück, Luftbildinformation
• visuelle Darstellung von Informationen auf Flurstücksebene
• Geoinformationen darstellen, unabhängig von kostenpflichtigen Katasterdaten
Wichtigste
Funktionen:
• Upload von
Geodaten (z.B.
Katasteramt)
• Synchronisieren
von Messdaten
aus GPS-Geräten
• „Einzeichnen“
der Geoinformation
ins Luftbild per
„Mausklick“
Ablauf in Thüringen: Vorbereitung
E rkundung von fläc hig en,
nic ht in B ewirts c haftung
s tehenden P riv atwaldbes itz es
durc h Ins pektion
Abs timmung v on P rojektg ebiets kulis s en mit den z us tändig en
F ors tämtern(z us ammenhäng end ab 50
ha)
Z us ammens tellung der Waldbes itz daten mit unv olls tändig en/
unric htig en/ fehlenden Ad res s en
“P atientenkartei” mittels “wald- wirdmobil”
E rs tellung Infobrief E rs tkontaktinformation/
B ros c hüre/E inladung s karte für
die Waldbes itz erv ers ammlung
Z entral über die F ors tämter erg ehende E inladung en der Waldbes itz er z ur
Waldbes itz erv ers ammlung
(= Auftaktv erans taltung in der jeweilig en R eg ion)
B eg leitende Öffentlic hkeits arbeit über Amts blätter/Aus häng e/Anz eig enblätter/
R eg ionalz eitung en/öffentl. Homepag es /offene K anäle
Ablauf in Thüringen: Hauptphase
R üc kantwortkarten
der Waldbes itz er
E rklärung Datens c hutz
Waldbes itz erv ers ammlung g emeins am mit
F ors tamts bediens teten und Arbeits g emeins c haft
E rfahrung en örtlic her Waldbes itz er,F B G etc .
B eratung s interes s e der Waldbes itz er z u fors tl. Z us ammens c hlüs s en/
B eförs terung /fors tl. F örderung /pers önlic her Vorort-B eratung
E inz elkons ultation
(B eratung und
Vorort-B es uc he)
Walds paz ierg äng e
für Waldbes itz erg ruppen
F olg e-v ers ammlung en
z u konkreten
F rag es tellung en
Waldbes itz er mit konkretem E inz elinteres s e
(F B G -B eitritt, Ab s c hlus s B eförs terung s v ertrag etc .)
werden fallweis e an das z us tändig e F ors tamt überg eben
Kennzahlen PPP-Thüringen
Datum
22.08.2008
08.05.2008
Fläche in Bearbeitung
5000
Fläche mit Interesse
6700
ha
ha
ha
%
ha
%
FWZ/BV (Ziel 50%)
1600
32%
2700
40%
Sontiges
600
12%
1600
24%
kein Interesse
600
12%
1100
16%
Unbekannt
2400
48%
2400
36%
(da Mehrfachnennungen möglich -> Summe
nicht 100%)
Aktivitäten
(da Mehrfachnennungen möglich -> Summe
nicht 100%)
Anzahl
durchschn Prs
Anzahl
durchschn Prs
WBV
11
50
17
50
Waldbegänge
25
25
25
25
Besuche
550
-
900
-
Telefonate
2000
-
2500
-
Leistung
MT/ha Int. FWZ, BV
MT / ha Int. FWZ, BV
Projekt (Ziel 0,7)
0,8
0,7
Gründung FWZ
0,3
0,3
Weitere Aktivitäten
G ründung und Aus bau von fors tlic he Z us ammens c hlüs s en
• z.B . F BG S üdeichsfeld (60 ha), WV Heldras tein (90 ha), WV Am Iberg (30 ha),
F B G B iens tädt-T öttelstädt (50 h) und WV Windeberg
• Vergrößerung von F BG en in O stthüringen (z.B . F BG Heinersdorf von 216 ha)
E ins atz von G P S -T ec hnik
• G P S -G eräte und Auss tattung wird Z us ammenschlüs s en und R evierleitern zur
Verfügung ges tellt
• S uche von G renzs teinen, E inmess en von B ewirts chaftungs grenz em
• E ffekt: „L eichte“ Ans prache der Waldbes itzer
Mitgliederbetreuung s s oftware für Z us ammens c hlüs s e und R evierleiter
• G emeins ame W eiterentwicklung z.B . im R ahmen von Workshops
• K ostenfreie Nutzung
Weitere HA F -P rojekte in Z us ammenarbeit mit F ors tämtern und
Z us ammens c hlüs s en
• z.B . K ommunikations works hop im O ktober 08
Ausblick
Weitere Mitarbeiter „auf der F läc he“…
• bis zu zwei weitere Mitarbeiter für Außendienst (junge F ors tkollegen, gehobener
F orstdienst) s ollen einges tellt werden
• F inanzierung durch Holzindustrie: freiwilliger Mobilisierungs beitrag
E in weiterer Mitarbeiter für B eratung und B etreuung der fors tlic hen
Z us ammens c hlüs s e
• „E xperte“ für die W eiterentwicklung forstlicher Z usammenschlüs s e,
Ansprechpartner „vor O rt“
• Antrag für 2009: E U-Mittel (z.B. E F R E , ländlicher R aum)
B es s ere E inbindung aller Akteure der F ors t- und Holzwirts c haft, z.B .
K omm unen, mittlerer und g roßer Privatwald
innovative P rojekte (z.B . in Zus ammenarbeit mit dem HA F ) in S ac hen
Mobilis ierung /P rivatwaldbetreuung
B earbeitung der „pas s iven“ Waldfläc he in T hüring en in einem Z eitraum
von 5 bis 7 J ahren
Danac h neue A ufg abens tellung , z.B . Unters tützung der fors tlic hen
Z us ammens c hlüs s e
(Bearbeitung und Umsetzung in Textdatei: H. Geisler)
Dietmar Specht
zur Herbsttagung des Thüringer Forstverein e.V.
Betreuung privater und kommunaler Waldbesitzer
Wie viel Staat ist notwendig?
Herr Dietmar Specht
Betriebsleiter Landesbetrieb
für Privatwaldbetreuung und Forstservice
Sachsen-Anhalt
in der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG)
Vortrag von
Dietmar Specht
zur Herbsttagung des Thüringer Forstverein e.V.
Betreuung privater und kommunaler
Waldbesitzer
Wie viel Staat ist notwendig?
Der LPF stellt sich vor:
Organisationsplan
Sachbereich 01 Controlling
Geschäftsbereich Bernburg
Geschäftsbereichsleiter
Sachbereich
11
Finanzen
Personal
Recht
Sachbereich
16
Waldgenressourcen
Sachbereich
13
Holzvermarktung
Sachbereich
14
Dienstleistungen /
Waldpädag.
Betriebsleiter
10 Betreuungsforstämter
Geschäftsbereich Gernrode
Geschäftsbereichsleiter
Sachbereich
21
Sachbereich
22
Forstplanung
Betreuung
Sachbereich
24
Waldökologie
Sachbereich
25
Kartografie /
GIS / IT
Sachbereich
23
Privatwaldinformationssystem
Sachbereich
26
Freiwilliger
Landtausch
- 85 Reviere
- 450 ha bis 2600 ha
Betreute Revierfläche
- Reviergröße
Ø 1540 ha
Waldpädagogik
Leistungsangebote
Materielle Basis
• 1
•
•
•
•
•
•
•
Haus des Waldes
5 Jugendwaldheime
1 Wald – Mobil
41
Waldlehrpfade
3 Waldpädagogische
(Klein-) Zentren
6 Waldschulen
3 Waldkindergärten
59 zertifizierte Waldpädagogen
• Informations- und Erlebniszentrum
• Jugendwaldheimeinsätze
• Waldjugendspiele
(Wissenstest und Sport)
• Walderlebnisführung
(Wald soll gefühlt und erlebt werden)
• Waldprojekttage
• Waldführung / Försterwanderung
• Kreativ- und Freizeitangebote
Waldeigentum in Sachsen-Anhalt
Treuhandwald
13%
Privatwald
38%
Körperschaftswald
6%
Bundeswald
12%
Landeswald
31%
141 anerkannte Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse (FWZ)
davon 125 vom LPF ständig betreut (17.663 Mitglieder)
Ø
Flächengröße der FWZ: 670 ha (von 23 ha bis 5800 ha)
Ø
Privatwaldverordnung (PWaldVO LSA) unterscheidet
Ø Ständige Betreuung
Ø Fallweise Betreuung
Aufgaben des LPF
•
Privat- und Körperschaftswaldbetreuung
• Rohholzmobilisierung
• Umweltbildung, Waldpädagogik und damit in Zusammenhang
stehende Aktivitäten
• Entwicklung der touristischen Infrastruktur
•
Nachhaltigkeitskontrolle bei der Waldbewirtschaftung, Standortserkundung,
Waldbiotopkartierung, Forstbaumschule, Saatgutplantagen
• Waldschutz, Waldgenressourcen
ständig
• GIS, Digitalisierstationen
• Vermessung und Kartografie
• Liegenschaftsmanagement, soweit nicht dem LFB übertragen
• Waldbewertung
• Mitwirkung bei der forstlichen Förderung auf der Grundlage GAK und
Landesprogramme
temporär
(Unterstützung der Antragsteller)
• Zertifizierung der Waldbewirtschaftung
• Betriebliche Ausbildung der Waldarbeiter
Angebot zur Betreuung von Privat- und Kommunalwaldflächen
nach § 3 der Privatwaldverordnung (PWaldVO LSA)
1. Erstellung der jährlichen Betriebsplanung und Kontrolle des
Vollzuges
2. Planung, Projektierung oder Vorbereitung konkreter Forstarbeiten
3. Leitung und Kontrolle von Forstarbeiten
4. Aufnahme und Sortierung des Holzes oder deren Überprüfung
5. Vorbereitung von Vertragsabschlüssen
6. Ermittlung der für die Lohnabrechnung erforderlichen Daten
7. Abrechnung der Forstarbeiten
(Abrechnung erfolgt nach ALLGO-Gebührensätzen)
Privatwaldbetreuungskonzept
Oberziele
• Entwicklung
leistungsfähiger Forstbetriebe
unter Beachtung des Erhaltes des Waldes und Sicherung seiner
Funktionen nach Maßgabe des Eigentümers
• Entwicklung leistungsfähiger forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse als
Selbstverwaltungsorgane, speziell hinsichtlich Größe und Effizienz der
Organisation
• Entwicklung einer Betreuung durch die Betreuungsforstämter, die als
effiziente und kostengünstige, markt- und kundenorientierte Dienstleistung
mit klarer betriebswirtschaftlicher Ausrichtung, insbesondere auch zur
Sicherung einer nachhaltigen Rohstoffversorgung der heimischen
Industrie führt
Teilziele
Einkommensverbesserung
• Mobilisierung
von Holzreserven
• Optimierung der
Vermarktung
• Erschließung
neuer Geschäftsfelder
Strukturverbesserung
im Privatwald
Betreuung
der Waldbesitzer und
Forstwirtschaftlichen
Zusammenschlüsse
Aus- und Fortbildung
Öffentlichkeitsarbeit
• Optimierung der Struktur • kundenorientierteBetreuung
•
sowie Erhöhung des
•
Optimierung
des
Personaleinsatzes
Organisationsgrades
im Kleinprivatwald
• Unterstützung bei der
Erfüllung gesetzlicher
•
• Förderung der
Verpflichtungen
Bestandesstabilität und
der Wertsteigerung in
• Konsolidierung und Ausbau des
den Beständen
Marktanteils in der Betreuung
• Weiterentwicklung und
Ausbau des
Dienstleistungskatalogs
Förderung der Selbstverwaltung, Steigerung
der Eigenständigkeit
Vermittlung moderner
Methoden zur Waldbewirtschaftung und
Betriebswirtschaft
• Erarbeitung eines
Waldinformationssystems
• Verbesserung der
Arbeitssicherheit
Sachbereich Betreuung
Betreute Fläche (Tha)
140
132
Holzeinschlag (Tfm)
120
100
700
80
Hiebssatz (fm/ha/Jahr)
651
600
5
60
500
40
4
400
20
0
3,5
300
2002
2003 2004
4,98
4,5
3
2005 2006 2007
200
2,5
2
100
1,5
0
2002
2003
2004
2005
2006
2007
1
0,5
0
2002
2003
2004
2005
2006
2007
Zielvereinbarung (Auszug)
für den Zeitraum vom 01.01.2008 bis 31.12.2008
mit dem Betreuungsforstamt:
Harz
________________________________________________
• Sicherung einer kundenorientierten Betreuung
Erhöhung der Betreuungsfläche:
380 ha
. ganzjähriger effektiver Einsatz der Waldarbeiter:
Nonprofitbereich
Borkenkäferbekämpfung im Harz einschließlich Nationalparkverwaltung
Arbeiten auf der Grundlage der Vereinbarung LFB und LPF
• Waldpädagogische Arbeit
Summe der Teilnehmer an waldpädagogischen Aktivitäten
Anzahl zu erreichender Teilnehmer: 12.100
Spezialaufgaben
• Gewährleistung der Digitalisierarbeiten ( Standort Roßla )
• Abschluss der Außenaufnahmen für die Naturaldatenerfassung
des Privatwaldinformationssystems
I. Quartal: 15 % II. Quartal: 25 % III. Quartal: 30 % IV. Quartal: 30 %
Jugendwaldheime
Drei Annen :
1000 Personen (Belegung)
Lindenberg:
900 Personen (Belegung)
Wildenstall :
925 Personen (Belegung)
Die o.g. festgeschriebenen Ziele sind verbindlich. Abweichungen bedürfen der
Genehmigung durch die Betriebsleitung.
Diskussionsthesen:
„… nach der Strukturreform ist vor der Strukturrreform…“
- kleinstrukturierter Privatwald braucht noch langfristig
staatliche Unterstützung in personeller und/oder finanzieller Form
- weitere Intensivierung der Eigenständigkeit
(Geschäftsführung, Holzvermarktung) von Forstwirtschaftlichen
Zusammenschlüssen und ihren „Dachorganisationen“
- Die staatliche Betreuung des Privat- und Körperschaftswaldes
muss sich als Dienstleistung verstehen
(Bearbeitung und Umsetzung in Textdatei: H. Geisler)
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