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Kubelka und wie er die Welt (und das Kino) sieht - Stadtkino

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Das Kommunale Kino Wiens, Schwarzenbergplatz 7-8, 1030 WienSeptember 13 | #514
Martina Kudlácek, „Fragments of Kubelka“, ab 6. September 2013 im Gartenbau Kino
Houchang Allahyari, „Robert Tarantino“, ab 6. September 2013 im Filmhaus Kino
Amir Naderi, „Cut“, ab 6. September 2013 im Filmhaus Kino
Kubelka und wie er
die Welt (und das Kino) sieht
Das angemessen monumentale Porträt eines unitären Filmmachers und Kulturphilosophen:
Martina Kudláceks „Fragments of Kubelka“. Christian Höller
B
ruchstücke und wie sie sich zu einem mosaikhaften Monument formen. Fragments of Kubelka setzt dem Filmmacher und Großkünstler Peter Kubelka ein filmisches
Denkmal zu Lebzeiten. Darüber hinaus schafft das fast vierstündige Porträt aber auch, in exkursiven wie diskursiven Schleifen,
ein veritables Monument für die schwindende Ära des analogen
Kinos. Eine Ära und ein Medium, dessen ureigenste Spezifik und
Materialität hochzuhalten Peter Kubelka niemals müde geworden ist; ein Medium, von dessen Sinnlichkeit und Welthaltigkeit
sich der 1934 in Wien geborene Künstler auch heute noch nicht
zu verabschieden bereit ist. Und so verzahnen sich, kunstvoll und
kompositorisch hochwertig, Kubelkas Worte und Bilder, seine
Sinnes- und Denkmaterie, zu einem „vertrauensvollen Mosaik“,
das den Künstler und sein Ansinnen in reichen Facetten erstrahlen lässt.
Fragments of Kubelka begleitet den Filmmacher, wie er sein
Werk, sein Leben, ja das Sensorium seiner durch und durch
körperlichen Welterfassung erläutert, die auf nicht weniger als
eine Weltumarmung aus ist. Wie er in einem nahtlos erscheinenden Monolog einen weiten, sinnlichen Bogen spannt von
seinen künstlerischen Anfängen in den 1950er-Jahren über
Exkurse in seine Familiengeschichte bis hin zu den wiederkehrenden Lieblingsthemen des Kochens, der Metrik und der
Zeit, der Sprache und Metaphorik der Dingwelt. Wie er in
stillen Momenten des Einhaltens das Essenzielle seiner Rede
zum Nachhallen bringt. Und wie er seine Filme, deren Transfer ins digitale Medium er sich strikt verbittet, über Umwege
und sekundäre Hilfsmittel zur Anschauung bringt. „I would
like that there is no fake, and no acting if it’s possible“, schickt
Kubelka gleich zu Beginn vorweg. Die mottohafte Direktive
zielt darauf ab, dass Martina Kudláčeks Agieren mit der Kamera selbst nicht unsichtbar bleiben soll, sich nicht der Schaffung
Fortsetzung auf Seite 2 »
Inhalt
Trash? Liebe!
Houchang Allahyaris neuer Dokumentarfilm
„Robert Tarantino“.
4
Konsequente Cinephilie
Amir Naderi geht mit „Cut“
an die Grenzen.
5
Demnächst im (Stadt-)Kino
Unser Verleihprogramm
der nächsten Monate.
Zulassungsnummer GZ 02Z031555
Verlagspostamt 1150 Wien / P.b.b.
6/7
Martina Kudlácek, „Fragments of Kubelka“
02
StadtkinoZeitung
Berühren, berühren lassen, das Kino weiterdenken: Der Filmemacher und Kulturphilosoph Peter Kubelka in Aktion.
» Fortsetzung von Seite 1
eines fiktiven Konstrukts verschreiben soll –
als sei die Regisseurin gar nicht da und das
Gezeigte mithin reiner Repräsentationsraum.
Vielmehr sollen „Filmende“ und „Gefilmter“
– und Fragments setzt dies gekonnt in Szene –
auf geradezu partnerschaftliche Weise miteinander agieren. In Wechselwirkungen, wobei
die Filmmacherin auf die unvorhersehbare,
ausladende Gestik Kubelkas ebenso sensibel einzugehen versucht wie umgekehrt der
Porträtierte sich kaum einen Moment lang
vor der Kamera kalkulierend oder befangen
geriert. Aufeinander eingehen und sich im
daraus entstehenden Bild auf positive Weise
miteinander verhaken – so lässt sich die Interaktion von Kudláček und Kubelka verknappt
umreißen. Dass Fragments of Kubelka nicht
aus schnellen, statischen Interviewsitzungen
hervorgegangen ist, liegt auf der Hand. Das
Ausholende und Umfassende von Kubelkas
Selbst- und Weltdarstellung lässt sich zwangsläufig nur in einem weiten filmischen Bogen
einfangen. Und so hat Martina Kudláček den
Grandseigneur des österreichischen wie auch
internationalen Avantgardefilms über einen
langen Zeitraum beim Philosophieren beo-
Book by Terrence McNally
Music by Marc Shaiman
Lyrics by Scott Wittman, Marc Shaiman
Based on the DreamWorks Motion Picture
che g
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eu ro f f ü h ru r
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J
der
Ab 24. Oktober in den
Kammerspielen der Josefstadt
Mit
Regie Werner Sobotka
Rasmus Borkowski als Frank Abagnale Jr.,
Martin Berger als Carl Hanratty
und Sarah Bowden, Lisa Habermann, Daniela Harbauer,
Emma Hunter, Maren Kern, Miriam Mayr, Karin Seyfried,
Ariane Swoboda, Salka Weber, Axel Herrig, Dominik
Hofbauer, Tim David Hüning, Christian Petru,
Andreas Wanasek, Dean Welterlen
Das Musical „Catch Me If You Can“ basiert auf einer
wahren Begebenheit: Die abenteuerliche Erfolgsstory
des 16jährigen Scheckfälschers und Hochstaplers
Frank W. Abagnale, der sich in den 1960ern mittels
Scheinidentitäten erfolgreich durchs Leben schwindelte, verfolgt vom FBI. Eine mitreißende und wahre
Geschichte, die von Steven Spielberg verfilmt wurde.
www.josefstadt.org
Karten und Info unter:
T +43 1 42700-300
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12.08.13 15:11
bachtet – mit aktiver Handkamera, was den
Bildern eine geradezu körperliche Signatur
verleiht.
Kubelka, wie er mit seiner umfassenden
Objektsammlung hantiert und sie erläutert,
in seiner Küche sitzend, kochend und essend,
oder bei Vorträgen, die sich eins zu eins in
den einnehmenden, musikalisch angelegten
und oft in Refrains mündenden Sermon fügen. Wobei der Porträtierte mit seinem regen, mit einer Ausnahme selbst nie vor die
Kamera tretenden Gegenüber all das zu teilen versucht, was Kunst und Welt für ihn im
Innersten zusammenhält. Dass manche seiner
Ausführungen, etwa zur ästhetischen Perfektion einer afrikanischen Frauenskulptur,
durchaus auch vor den Kopf stoßen können,
nimmt der ungeschönte Porträtansatz wohlwollend in Kauf.
Die Handkamera
verleiht den Bildern
eine geradezu
körperliche Signatur.
Als Ankerpunkte oder besser: als substanzhältigste Strophen dieser epischen Bruchstückmontage fungieren Kubelkas filmische Werke.
Ausgehend von seiner ersten metrischen Arbeit Adebar (1957) über Schwechater (1958),
Arnulf Rainer (1960) und Unsere Afrikareise
(1966) bis hin zu Pause! (1977) führt Fragments in die haptisch verfasste Denkwelt des
Künstlers ein. Dabei werden Themen, Variationen und Improvisationen sowohl in Kubelkas Rede als auch in Kudláčeks Montage mit
geradezu musikalischer Bravour ausgebreitet.
Indirekt und subtil wird dabei der Charakter der einzelnen Filme veranschaulicht, etwa
wenn der Filmmacher sich mit der Schere den
Kadern des Zelluloidstreifens nähert und so
ihre elementare, auf kleinste metrische Einheiten zurückgehende Struktur verdeutlicht.
Oder wenn man den harten, staccato-artigen
Schwarz-Weiß-Wechsel von Arnulf Rainer
als flackernden Lichtschein auf Kubelkas Gesicht sieht. Oder wenn der Künstler schließlich den dieser Projektion zugrundeliegenden
Filmstreifen zu einem in einer Ausstellung
gezeigten Wandbild arrangiert. All dies zeugt
von einer erfinderischen Annäherung an ein
Werk, dessen raison d’être in der metaphorischen Verdichtung von Zeit, Rhythmik, Bewegung und Licht liegt und das, so konzentriert es in den „Originalen“ festgehalten ist,
in keinem anderen Medium wiedergegeben
werden kann. An mehreren Stellen zelebriert
Fragments das Öffnen archivarischer Behält-
nisse und Kubelkas Eingehen auf deren preziöse Inhalte. Einmal ist es eine Schachtel mit
Familienfotos, anhand derer er seine Genealogie von einer brasilianischen Ururgroßmutter und einem Großvater väterlicherseits, der
k. u. k. Offizier war, bis hin zum Aufwachsen
bei der Mutter im oberösterreichischen Taufkirchen nachzeichnet. Ein andermal breitet
er die Inhalte einer Filmdose aus, worin mit
Schreibmaschine „getippte“ Vorstudien zur
Partitur von Arnulf Rainer aufbewahrt sind.
Annäherung und Umgang mit derlei protofilmischen Essenzen zeugen von einem hohen
Grad an sinnlicher und taktiler Ehrerbietung.
Vier Mal kommt während der 233 Minuten
jemand anderer als der Meister selbst zu Wort,
stets unterstützend und dessen Ansatz bekräftigend – als seien nur minimale Echos möglich
zu Kubelkas weltumspannendem Akkord, der
die größtmögliche Resonanz bereits in sich
trägt. So erzählt der Filmmacher Jonas Mekas
von der Errichtung des ersten „Unsichtbaren
Kinos“ 1970 in New York, und der Filmvorführer Paul Shepherd demonstriert stolz, dass
er sich eine Kaderfolge aus Arnulf Rainerauf
seinen Oberarm tätowieren hat lassen. Gemäß
dieser Logik der verknappten Bruchstückhaftigkeit dürfen vereinzelt auch Archivalien für
kurze, funkelnde Momente das Mosaik anreichern: ein früher Auftritt Kubelkas in einer
US-Talkshow, eine 1972 in den USA produzierte Kochshow (Eating the Universe), oder
filmische Tagebuchskizzen, die Jonas Mekas
bei Besuchen in Österreich zu Beginn der
1970er-Jahre gedreht hat. All dies unterfüttert und potenziert Kubelkas maßvoll wogenden Denkfluss, der von derlei Strandgut
zusätzlich angereichert wird. Und so strömen,
verzweigen und bündeln sich Wort und Werk
des Künstlers – „zeitelnd“, wie er diese Art
der Strukturierung einmal genannt hat, und
zugleich metaphorisierend, den Kern seines
Schaffens noch weiter verdichtend. So wie es
das Werk Kubelkas exemplarisch vorgeführt
hat und auch angesichts stundenlanger Ausführungen nicht in einer abgeschlossenen Totalität aufgehen will, sondern offen bleibt. •
Martina Kudlácek
Fragments of Kubelka
(Österreich 2012)
Regie und Drehbuch Martina Kudlácek
Kamera Martina Kudlácek
Schnitt Henry Hills
Produktion Martina Kudlácek
Verleih StadtkinoFilmverleih
Format HDCam / 16:9 (4:3 pillarbox) / Farbe
Länge 232 Min.
Ab 6. September 2013 eine Woche
lang täglich im Gartenbau Kino.
Es folgen Sondervorführungen
in ganz Österreich.
Foto: Nadine Wille.
04
Houchang Allahyari, „Robert Tarantino“
StadtkinoZeitung
Der Herr über Killer und Vampire
Kino, Arbeit, Liebe muss man nicht immer mit Godard verbinden:
Houchang Allahyari tut es rund um den Wiener Trashfilmer „Robert Tarantino“.
E
igentlich ist diese Doku ein hochdramatisches Kammerstück. Houchang
Allahyari hat dem Wiener Trash-Regisseur Robert Tarantino ein filmisches Denkmal gesetzt, indem er ihn einen Monat lang
beim Dreh eines Horrorthrillers begleitete.
Was sich hinter der Kamera abspielte, war bei
dem B-Movie-Dreh mindestens so spannend
wie das Schlachten davor.
Laut einer zweifelhaften Biografie in der Internet Movie Database (IMDb) ist Tarantino
34 Jahre alt. Die Info könnte stimmen,Tarantino wäre beim Dreh des Porträts dann 32 Jahre
alt gewesen. Mit dem Filmen hat er 2007 begonnen. Inspiriert von seinen Helden Robert
Rodriguez und Quentin Tarantino wählte er
seinen Nom de guerre und begann, nach dem
Vorbild internationaler No-Budget-TrashFilmer als Autodidakt mit der Produktion von
Vampir, Zombie- und sonstigen Horrorfilmen.
Tarantino ist theoretisch beschlagen - er
kennt sein Metier. Sich selbst bezeichnet er,
einem Zitat folgend, als „Rebel without a
Crew“. Er überlegt sich die Geschichten,
kauft eine Packung DV-Kassetten und sucht
dann über diverse Internetforen nach Schauspielern. Natürlich nimmt er selbst immer
eine der Hauptrollen ein. Diesmal soll Blood
City Massacre gedreht werden. Gemeldet haben sich unter anderem die Salzburger OffTheater-Schauspielerin Marie-Therese Lind
und ein über und über tätowierter Star der
Wrestling School Austria (WSA), der sich
Humungus nennt.
„Heast Dracula, du Oaschkretzn“
Die Kämpfer der WSA kennen Tarantino bereits von einem früheren Projekt. Dank Allahyaris Doku weiß man jetzt, dass hinter den
schrägen Vögeln starke Charaktere und Persönlichkeiten mit viel Humor stecken. Die
Momente mit den Wrestlern zählen zu den
stärksten des Films. Bemerkenswert aber auch
jener Gothic-Typ, dem kein Text beizubringen
war und der schließlich improvisierte: „Heast
Dracula, du Oaschkretzn, du g’schissene - wos
is - du bist mei’ Todfeind.“
Wer sich einen ganzen Monat für ein Projekt Zeit nimmt, das mit Sicherheit kein
Geld einbringen wird, gehört schon einmal
einer nicht näher definierten, aber sehr speziellen Zielgruppe an. Vor allem wenn dabei
Untote herumwandeln und Serienkiller ihr
Unwesen treiben. Es geht dabei um Spaß
und darum, innerhalb der rührigen internationalen Trash-Movie-Szene wahrgenommen
zu werden. Entweder jemand hat Sinn für
diese Art von selbstironischem Dadaismus,
oder eben nicht.
Mutiger als seine Filmhelden
Der Wiener Tarantino kennt die Regeln des
Genres. Allzu professionell darf das alles nicht
wirken. Seiner ob der nicht nachvollziehbaren
Handlung verzweifelnden Hauptdarstellerin
Marie erklärt er sinngemäß: Logiklöcher gehören zwingend dazu. Und dass übertrieben
gespielt wird, auch das ist ein Teil des Spiels.
Gegenüber Allahyari erklärt er, dass er absichtlich schlecht spielt. Nach Ansicht der Szenen,
die man in der Doku sieht: Tarantino spielt
manchmal gut schlecht und manchmal auch
einfach nur gut. Man merkt jedenfalls, dass er
sich vor der Kamera wohlfühlt.
Dass das nicht selbstverständlich ist, daraus
leitet sich der andere Spannungsbogen neben dem hochkomischen und chaotischen
Filmdreh ab. Denn Tarantino hat ein Kreuz
zu schleppen. Er ist schüchtern, der Kontakt
zu Menschen scheint ihn nervös zu machen sehr nervös. Bei alldem ist Tarantino mutiger
als sämtliche seiner Filmhelden. Denn er gibt
seinen Ängsten nicht nach, im Gegenteil.
Sogar auf die Bühne traut er sich - unter dem
Namen Wolf Morrison spielt er selbst komponierte Songs, außerdem gibt er Kabarettnummern zum Besten. Schriftsteller ist er dazu.
Sein Metier, zumindest vermittelt Allahyaris
Doku diesen Eindruck, ist trotzdem der Film.
Hier verliert er zusehends die Scheu, man arbeitet ja eng zusammen.Wie eine Familie werde das Team für ihn bei einem Filmdreh, sagt
Tarantino. Für das Liebesleben sorgen Kussszenen. Nur seine angehimmelte Marie hat sich
verweigert.
Allahyari hatte wohl kein leichtes Leben
als Regisseur einer Doku über Tarantino. Er
hat große Hochachtung vor dem Filmemacher und seinem Team. Mit Tarantino hält er
nun schon seit Jahren Kontakt, und MarieTherese Lind wird in einem seiner nächsten
Filme mitspielen. Aber dennoch war es nicht
möglich, über so einen Filmdreh zu berichten
und sämtliche Sonderbarkeiten und Probleme
auszublenden.
Respekt einerseits, wahrhaftig bleiben andererseits - eine Gratwanderung, die man als
Zuschauer der Doku mit einigem Bangen verfolgt. Man will nicht, dass hier jemand vorgeführt wird. Aber wird es zu verhindern sein?
Im Großen und Ganzen ist Allahyari die Gratwanderung gelungen. Die Frage von ORF.
at, ob es nicht schwer war, als Regisseur den
Amateuren beim Horrorfilmdreh keine Tipps
zu geben, bejaht Allahyari. Er habe sich zurückhalten müssen, sehr sogar, aber es sei ihm
gelungen.
•
Simon Hadler, ORF.at
Österreichisches Kino im Keller…
Houchang Allahyari
Robert Tarantino
(Österreich 2013)
Regie und Drehbuch Houchang Allahyari
Darsteller David Baumgartner, Franciscus Beacon-Schandl, Hans Jörg Cerny, Nicolas Dinkel,
Isabella Enzenhofer, Anna Grünwald, Gertrude
Hell, Rudolf Hell, Wolfgang Hell, Gerhard Hradil
(Humungus), Albert Kessler, Ines Körner, AnnaKatherina Lind
Kamera und Schnitt Daniel Kundi
Ton OFFLINE-Hudecek & Partner KG,
Christofer Frank
Produktion Houchang Allahyari
Filmproduktion
Verleih Stadtkino Filmverleih
Format 16:9 / Farbe
Länge 77 Min.
Ab 6. September 2013
im Filmhaus Kino am Spittelberg.
Kino und Leidenschaft…
Budget: 100 Euro!
„Robert Tarantino“ - das Porträt eines Getriebenen.
E
ine Filmpremiere. No-Budget-Filmer
Robert Tarantino begrüßt schüchtern
das Publikum. Nach dem Upload des
Trailers habe er bereits eine Einladung zu einem
Underground-Filmfestival erhalten, verkündet
er stolz. Die Premierengäste – Crew, Freund/
innen, Trash-Aficionados – sind begeistert.
Von hier aus geht Houchang Allahyari einen
Schritt zurück: ins Privatleben Tarantinos, der
im bürgerlichen Leben eigentlich Wolfgang
heißt.Vor Jahren hat dieser seinen Brotjob gekündigt, um sich ausschließlich der Kunst zu
widmen. Unter dem Pseudonym Wolfgang
Morrison tingelt er seither als Liedermacher
durch kleine Lokale. Seine Eltern haben diesen Traum ignoriert, eine Enttäuschung, die
Wolfgang heute unter anderem in seinen
Trashfilmen aufarbeitet: Filmemachen als Leidenschaft, Filmemachen als Therapie.
Als Robert Tarantino hat der Wiener bereits
ein Dutzend B-Movies gedreht, darunter klingende Titel wie Wild Rebel oder Vampires in
Vienna. Der Name ist Programm:Vampire und
Psychopath/innen treffen auf toughe Agent/
innen und blutrünstige Zombies. Inspirieren lässt sich Wolfgang von Genrekinogrößen
wie Robert Rodriguez, als „Rebel Without
a Crew“ zeichnet er bei sämtlichen Filmprojekten persönlich für Drehbuch, Regie, Kamera, Schauspiel und Schnitt verantwortlich.
In seinem neuesten Streifen macht Wolfgang
Jagd auf einen Serienkiller, gespielt vom österreichischen Wrestling-Original Humungus.
Als Budget wurden hundert Euro veranschlagt,
hauptsächlich für Kunstblut und Mini-DVKassetten. Allein das Förderansuchen hätte ein
Vielfaches gekostet.
Allahyari begleitet die intensiven Dreharbeiten zu Blood City Massacre und skizziert mit
Ausschnitten aus früheren Tarantino-Werken
eine Filmografie, die sich in keinerlei Konventionen fügt. Bis zum Drehschluss wird aus dem
(Laien-)Ensemble eine eingeschworene Familie,
die für Wolfgang zum absoluten Lebensmittelpunkt avanciert. Speziell Hauptdarstellerin Marie hat es ihm angetan. Nur kommt es auch im
richtigen Leben – ganz so wie in seinen Filmen
– oft anders als zunächst erhofft. Ein Genrefilm
im wahrsten Sinne des Wortes. Das humorige
Porträt eines leidenschaftlich Getriebenen. •
diagonale red.
Impressum Telefonische Reservierungen Kino 712 62 76 (Während der Kassaöffnungszeiten) Büro 522 48 14 (Mo. bis Do. 8.30–17.00 Uhr Fr. 8.30–14.00 Uhr) 1070
Wien, Spittelberggasse 3 www.stadtkinowien.at / office@stadtkinowien.at Stadtkino 1030
Wien, Schwarzenbergplatz 7–8, Tel. 712 62 76 Herausgeber, Medieninhaber Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebsgesellschaft m.b.H., 1070 Wien, Spittelberggasse 3
Graphisches Konzept Markus Raffetseder Redaktion Claus Philipp Druck
Druck Styria GmbH & Co KG, Styriastraße 20, 8042 Graz Offenlegung
gemäß Mediengesetz 1. Jänner 1982 Nach § 25 (2) Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebsgesellschaft m.b.H. Unternehmungsgegenstand Kino, Verleih, Videothek Nach § 25 (4) Vermittlung von Informationen auf dem Sektor Film und Kino-Kultur. Ankündigung von Veranstaltungen des Stadtkinos. Preis pro Nummer 7 Cent / Zulassungsnummer GZ 02Z031555
Verlagspostamt 1150 Wien / P.b.b.
StadtkinoZeitung
Amir Naderi, „Cut“
05
Rettet das Kino!
Der iranischstämmige Regisseur Amir Naderi lässt keinen Zweifel daran:
Das Ende des Kinos ist nah! Weshalb er mit seinem leidenschaftlichen „Cut“
beinahe schon eine Brandrede für dessen Fortbestand gedreht hat. Matthias Greuling
M
it Vegas: Based on a True Story (2008)
hat der gebürtige Iraner Amir
Naderi, der seit 25 Jahren in den
USA lebt, seine Sicht auf dieses Land festgehalten; der Film erzählte die Geschichte eines
von Gier getriebenen Paares, das Opfer einer
„Real Life“-Wette wird und sich den amerikanischen Traum durch das Umgraben des eigenen Grundstücks zerstört.
Dort soll ein Geldkoffer vergraben sein, doch
am Ende bleibt Verwüstung. Ein glänzendes
Kinostück über die USA und ihr profitorientiertes Gehabe, das international leider nie die
Beachtung gefunden hat, die es verdient hätte.
In Cut, Naderis neuem Film, verbeugt sich der
Regisseur vor dem japanischen Kino.
Protagonist ist Shuji, ein junger Regisseur
und Filmclubbetreiber (Hidetoshi Nishijima).
Er ist ein Getriebener, der vor dem Ende des
Kinos warnt, der gegen Multiplexe wettert
und durch seinen unablässigen Einsatz für die
Cinephilie sogar von der Polizei gejagt wird.
„Das Kino ist nicht nur Unterhaltung“, schreit
er durchs Megafon, „erinnert euch an die
Zeiten, als es Kunst und Unterhaltung war!“
Dazwischen die Namen großer japanischer
Regisseure wie Kenji Mizoguchi, Akira Kurosawa oder Nagisa Oshima; Immer wieder
besucht Shuji deren Grabstätten, die Kamera
zeigt den Grabdeckel von Yasujiro Ozu, auf
dem „Nichts“ eingraviert ist.
Weil eine Yakuza-Gang von Shuji fordert,
die Schulden seines toten Bruders zu zahlen,
beschließt er, sich gegen Geld verprügeln zu
lassen; 100 Schläge, schafft er das? Shuji assoziiert jeden der 100 Schläge mit einem seiner
100 Lieblingsfilme; sein Blut und seine unstillbare Liebe zum Kino sind es, die ihn in dieser
Phase am Leben halten. Naderis flammendes
Pamphlet für das Kino hat er auch in unserem
Gespräch fortgesetzt.
Mit ihrem Film „Vegas“ haben Sie ein verstörendes Bild der US-Gesellschaft gezeichnet,Welche
Meinung haben Sie heute von Ihrer Wahlheimat?
Ich habe versucht, mich in den USA einzuleben und mir dafür New York ausgesucht, weil
es die multikulturellste Stadt ist. Trotzdem ist
das nicht leicht, denn die USA sind ein sehr
kompliziertes Land. Es wird einem dort als
Ausländer sehr schwer gemacht, einen Job
zu finden und Geld zu verdienen. Es ist eine
sehr leistungsorientierte Gesellschaft, in der
jeder die Nummer eins sein will. Nach fünf
oder sechs Filmen musste ich in eine andere
Stadt. Ich drehte Vegas: Based on a True Story
und lebte deshalb auch insgesamt drei Jahre
in Las Vegas. Das sollte jeder machen, einmal im Leben dort zu leben. Nicht wegen
des Gambelns, sondern weil man dort sieht,
wie sehr sich Leute über ihr eigenes Limit
hinaus pushen. Niemand in Vegas fragt dich,
wer du bist. Alle sind dort unbeschriebene
Blätter, obwohl sie eine Vergangenheit haben.
Das gibt dir ein Freiheitsgefühl.Vegas ist für
mich ein eigenes Land innerhalb der USA,
nicht bloß eine Stadt. Vegas ist ein Film über
Amerika geworden. Und danach sagte ich
mir: Cut. Nun kommt Japan an die Reihe. Ich
überlegte mir eine Geschichte über das Kino
an sich, und um ehrlich zu sein, hätte ich diese Story auch in New York drehen können.
Wieso sind Sie dann nach Japan gegangen?
Ich fand schnell heraus, dass meine emotionale Seite nicht mit jener der Amerikaner
harmonisierte. Hingegen hatte mein iranisches Seelenleben viel mehr gemein mit
jenem der Japaner. Japan ist ein sehr stilles,
minimalistisches Land. In Japan geht es nur
um Details. Man kann dort nicht sagen: Let’s
go. Man muss sagen: Wenn wir dort hin
gehen, dann nur um diese oder diese Uhrzeit. Die japanische Gesellschaft ist schwer zu
Mit jedem Schlag ins Gesicht voller Einsatz für die Filmkunst: Hidetoschi Nishijima in Amir Naderis „Cut“.
knacken. Denn sie ist wie eine eiserne Wand.
Aber ich passe mich gerne an die jeweilige
Situation an. Nur in Japan ist das besonders
schwer, denn dort läuft das alles sehr organisiert ab. Japan ist Disziplin. Dort kann man
nicht improvisieren. Dort wird gearbeitet von
8 Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags. Und
jeder, vom Schauspieler bis zum Fahrer, weiß
Bescheid, was gemacht wird.
Japan ist Disziplin.
Dort kann man nicht
improvisieren.
In „Cut“ lassen Sie Ihren Protagonisten leidenschaftlich für das Kino kämpfen. Ist das Kino Ihrer
Meinung nach in Gefahr?
Ich mache mir Sorgen um die Zukunft des
Kinos. Denn bald wird es keine Orte mehr
geben, an denen man Filme zeigen kann.
Ich mache mir keine Sorgen um die Filme,
denn talentierte Filmemacher gibt es genug.
Aber wie viele Filme von den 5000 pro Jahr
werden tatsächlich gezeigt? Wie viele laufen
auf Festivals? Was passiert mit den vielen
Filmkünstlern, deren Filme nicht gezeigt
werden können? Sie werden drogensüchtig
oder Alkoholiker. Und sie versuchen immer
wieder, einen neuen Film zu machen. Aber
was nützt das, wenn es keinen Ort mehr gibt,
an dem man sie zeigt? Wissen Sie, die großen
Multiplex-Kinos, die nur mehr Blockbuster
zeigen, die töten das Kino insgesamt. Sie
fressen das Kunstkino auf. Oder besser gesagt,
das pure Kino, so will ich das nennen. Die
Blockbuster-Kinobetreiber glauben, dass wir
gegen Unterhaltung sind. Aber das stimmt
nicht. Unterhaltung ist etwas Großartiges. In
meinem Film Cut gibt es viele Referenzen an
das Unterhaltungskino.Von einem Poster von
Singin’ in the Rain bis zu Hitchcock-Filmen.
Das Mainstream-Kino pocht doch aber darauf,
unterhalten zu wollen.
Heutige Blockbuster sind keine Unterhaltung
mehr, sondern sie benutzen die Unterhaltung
dazu, die heutige Kinogänger-Generation einer Gehirnwäsche zu unterziehen, indem sie
ihr beschissene Filme zeigen. Diese Leute sind
dann verloren für die wirklich guten Filme.
Das pure Kino ist damit am Ende, davon bin
ich überzeugt. Das Kino macht sich selbst
kaputt. Das pure Kino kann nirgends mehr
gezeigt werden. Talent existiert, aber keine
Kinos mehr. In New York, wo ich seit 25
Jahren lebe, gibt es nur mehr drei Kinos, die
Arthaus-Filme zeigen. Früher waren es 50. In
Tokio gibt es zwei. In Wien gibt es drei, und
niemand geht hin. Ich war dort, ich habe das
gesehen. Wir brauchen eine neue Generation
an Kinogänger, die nicht einer Gehirnwäsche
unterzogen wurden. Mein Film heißt Cut,
und ein solcher Film hätte in Zukunft keine
Chance mehr. Man sollte diese BlockbusterScheiße killen. Cut!
Ein cinephiles Gangsterstück
Amir Naderi hat mit „Cut“ seinen
ersten Film in Japan realisiert
W
erk und Biografie des aus dem Iran
stämmigen Filmemachers Amir
Naderi bilden einen faszinierenden
Knoten. Zunächst als einer der frühen Repräsentanten des neuen iranischen Kinos gefeiert The Runner (1985) und Water,Wind, Dust (1989)
gelten inzwischen als Klassiker -, emigrierte
Naderi in die USA, als er den Gegenwind des
Systems zu spüren bekam. In New York fand er
eine neue Heimat und kehrte zum Filmschaffen zurück - mit klein budgetierten Arbeiten,
die einen besessenen Regisseur zeigten, der im
neorealistischen Stil veränderte Gegenwarten
überprüfte. Mit seinem jüngsten Film Cut geht
Naderi nun noch einen Schritt weiter und erfindet sich als Weltkino-Autor neu, handelt es
sich doch um ein zur Gänze in Japan realisiertes
Projekt, das ausdrücklich auch seine Bewunderung des Kinos zum Thema hat. Shuji (Hidetoshi Nishijima), der cinephile Protagonist, ist ein
Filmemacher ohne Geld (und mit zu hehren
Ambitionen), der regelmäßig die Gräber von
Größen wie Kurosawa, Mizoguchi oder Ozu
besucht. Außerdem betreibt er am Dach eines
Wohnhauses seine eigene Cinemathéque, für
die er auf den Straßen Tokios lautstark Werbung
macht. Die Passion für Film und Kino ist schon
auf dieser Ebene eine Absetzbewegung zum
kommerziellen Ausverkauf des Mediums, die
mit hohem persönlichen Einsatz verbunden ist.
Doch dies ist noch gar nichts im Vergleich zu
der Leidensbereitschaft, die Shuji im weiteren
Verlauf des Films demonstriert. Denn Naderi
lässt die Geschichte seines tapferen Kinofreunds in eine Gangsterstory münden.
Ein Yakuza-Boss fordert von Shuji eine Geldsumme ein, die dessen verstorbener Bruder
schuldig geblieben ist. Shuji entscheidet sich, in
Ermangelung von Alternativen, für einen sonder-
baren Opferweg: Er lässt sich auf der Toilette einer
Bar gegen Geld verprügeln. Dies tut er freilich
mehr im Sinne einer großen Geste, die gegen all
die Verkommenheit gerichtet ist: die Gängelung
der Kunst durch den Markt, das Ausdünnen der
Autoren, die Armut des Künstlers, seine Einsamkeit etc. Ein Ein-Mann-Fight-Club, der seine
Kraft aus unauslöschlichen Bildern schöpft.
Bemerkenswert daran ist nicht zuletzt, wie es
Naderi gelingt, eine Balance zwischen Pathos
und Pulp zu halten, sodass man seinem Helden
mit einer Mischung aus Abstoßung und Ergriffenheit folgt. Shujis Rechnung geht indes nur
um den Preis der Selbstzerstörung auf. Wenn
er am Höhepunkt hundert Schläge mit einem
Kanon aus hundert Filmklassikern pariert, zeigt
der Kampf für das Wahre und Schöne hier ein
ganz schön blessiertes Gesicht.
•
Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD
Amir Naderi
Cut (Japan 2011)
Regie und Drehbuch Amir Naderi
Darsteller Hidetoschi Nishijima,
Takako Tokiwa, Takashi Sasano
Kamera Keiji Hashimoto
Schnitt Amir Naderi
Ton Takeshi Ogawa
Produktion Tokyo Story, Bitter Ends
Verleih Stadtkino Filmverleih
Format DCP / 1:1.85 / Farbe
Länge 132 Min.
Fassung OF mit englischen Untertiteln
Ab 6. September 2013
im Filmhaus Kino am Spittelberg.
Vorschau Stadtkino Filmverleih
06
StadtkinoZeitung
„Und Äktschn!“
Ein Ausblick auf die Filme des Stadtkino Filmverleihs für Herbst/Winter 2013/2014.
Menschen und Mikrophone: „La maison de la radio“ von Nicolas Philibert, einer der unterhaltsamsten
Dokumentarfilme der letzten Jahre, eröffnet das neue Stadtkino im Künstlerhaus am 26. September 2013.
Das persische Krokodil
Regie: Houchang Allahyari,
Maziyar Moshtagh Gohary,
Österreich 2010
Zwei iranische Wildhüter im abgelegenen Balutschestan schlagen eine titanische Schlacht
gegen ein riesiges Krokodil. Der spannende,
oft auch komische Kampf wird zur Rettung
der Echse geführt, die sich in eine Zisterne
verirrt hat. Mithilfe einer dünnen Schnur und
einer Decke ringen die Männer darum, das
Tier zu fangen und zu fesseln. Das Krokodil
faucht und kämpft - um zu überleben, muss es
verlieren.
allahyari filmproduktion
Fahrtwind Aufzeichnungen
einer Reisenden
Regie: Bernadette Weigel
Österreich 2013
Blaue. Sie haben Lust auf Fahrtwind und Meer!
Also macht die Reisende sich auf. Die Donau
bringt sie auf einem Frachtschiff zunächst nach
Bulgarien, dann fährt sie mit den verschiedensten Transportmitteln durch Rumänien,
in die Ukraine, nach Georgien, Aserbaidschan
und schließlich nach Kasachstan. Am Ende der
Reise kommt sie mit einem eingegipsten Fuß
aber ungebrochen nach Wien zurück als ob
die Füße erst ruhig gestellt werden müssten,
bevor die Reise enden kann.
Ein Reisefilm, bei dem die Augen (die Kamera) nicht genug bekommen vom Unterwegssein, von in ihrer Mannigfaltigkeit flirrenden Impressionen, von fast ehrfurchtsvollen
Eindrücken atemberaubender Landschaften,
von dem Hin und Her des Straßenlebens und
vor allem von der Vielfalt der Bewegungen,
der Emotionen und des Minenspiels in den
Gesichtern der Menschen...
Birgit Flos
Fragments of Kubelka
Die beiden Füße, die zu Beginn im Badewasser spielen, sind das Leitmotiv dieser Fahrt ins
Regie: Martina Kudláček
Österreich 2012
Der epische Dokumentarfilm reflektiert subtil die vielschichtige Weltsicht des legendären
Avantgardefilmers und Kulturtheoretikers Peter Kubelka (geboren 1934 in Wien). Die radikalen Filme Kubelkas zählen zu der Essenz des
Kinos. Martina Kudláček komponierte detailreich ein offenes Portrait, welches über das Biographische hinausgeht und frische Einsichten
in das Phänomen Film gibt. (sixpackfilm)
Harmony Lessons Uroki Garmonii
Regie: Emir Baigazin
Kasachstan/Deutschland/Frankreich 2013
Während einer ärztlichen Untersuchung wird
der 13-jährige Aslan vor den Augen vieler Mitschüler gedemütigt, was seine latente Persönlichkeitsstörung zum Ausbruch kommen lässt.
Ständig befallen ihn Zweifel an sich selbst, zugleich strebt er verbissen nach Sauberkeit und
Perfektion. Alles, was ihn umgibt, muss er unter
seine Kontrolle bringen. Wegen dieses Zwangs
gerät Aslan, der bei seiner Großmutter in einem
kasachischen Dorf lebt, in immer ernstere Konflikte. Mit tiefer Abscheu beobachtet er, dass die
meisten Mitschüler in einem System krimineller Machenschaften gefangen sind, darunter auch Bolat, von dem sich Aslan besonders
erniedrigt fühlt. Bolat erpresst Schutzgeld von
kleineren Kindern. Für den Außenseiter Aslan
hat er nur Verachtung übrig.
In seinem ersten abendfüllenden Spielfilm
zeigt Emir Baigazin die Konfrontation des
Individuums mit Mechanismen der Ausgrenzung und Gewalt. Die wachsende Brutalisierung des öffentlichen Lebens bildet dabei
den Hintergrund. In streng kalkulierten optischen Tableaus, die der Film durch symbolistische Szenen aus der Tierwelt ergänzt, entfaltet sich das Schicksal eines Jungen, der sich
wehrt und dabei selbst zu zerstören droht.
Berlinale Katalog 2013
Im Keller
Regie: Ulrich Seidl
Österreich 2013
Eröffnungsfilm 2: „Fahrtwind“ von Bernadette Weigel.
Im Keller will die Beziehung der Österreicher
zu ihren Kellern skizzieren; will versuchen,
Antworten zu finden auf die Fragen, was das
Eigentümliche an österreichischen Kellern
ist bzw. ob es das Eigentümliche überhaupt
gibt. Dieser filmische Streifzug durch den
Alltag österreichischer Keller könnte Antworten finden und auch neue Fragen aufwerfen und damit ein wenig Licht in die unterirdische Verborgenheit bringen.
Ulrich Seidl Produktion
I Used to Be Darker
Regie: Matt Porterfield
USA 2013
Taryn hat es von Nordirland in die USA
verschlagen – der Liebe wegen, die jedoch
nach kurzer Zeit beendet ist. Zuflucht sucht
sie bei ihren Verwandten in Baltimore. Doch
Tante Kim und Onkel Bill besiegeln gerade das Ende ihrer Ehe. Würdevoll soll die
Trennung verlaufen, denn ihre Tochter Abby
hat sich für die Semesterferien zu Hause angekündigt. Ein Zuhause, das es aber nicht
mehr gibt. Jedem Anfang wohnt ein Ende
inne – und umgekehrt. Das gilt auch für Beziehungen. „I used to be darker, then I got
lighter …“ Liedzeilen, die über der Handlung schweben. Wie Melodien lässt Regisseur Porterfield tiefgründige Themen aufleben: ein Spaziergang durch Musikgenres und
das Innenleben der Figuren, mit einer behutsamen Kamera, eindringlich, aber nicht
aufdringlich. Dramatische Wendepunkte erfolgen fast beiläufig und entfalten sich umso
intensiver. Ablösung und Erlösung, Verlust
und Veränderung, Aufbau und Zerfall – alles
ist im Fluss. Auch das Wasser im hauseigenen
Swimmingpool, der ähnlich eindrucksvoll
inszeniert ist wie bereits in Hamilton, Porterfields Erstlingswerk. I Used to Be Darker
ist ein Film über das Loslassenkönnen. „And
then I got lighter …“ Berlinale Katalog 2013
La Maison de la Radio
Regie: Nicolas Philibert
Frankreich/Japan 2012
Nicolas Philibert, bekannt für seine präzise
beobachtenden Dokumentationen, hat die
Sendestation von Radio France besucht und
mit seiner Kamera festgehalten, was wir sonst
nur zu hören bekommen. Wir blicken in enge
Studios, wo Talkrundenteilnehmer hinter den
Mikrofonen verschwinden, erleben, wie der
Vorschau Stadtkino Filmverleih
StadtkinoZeitung
Philosoph Umberto Eco seine Stirn runzelt, während er nachdenkt, und entdecken
die abenteuerlichen Instrumente von Klangkünstler Pierre Bastien. Bei Philibert wird das
„Radio-Haus“ zum Bienenstock, aus dem
aus hundert Waben Stimmen, Töne und Geräusche erklingen. Eine faszinierende Reise
in die unsichtbare Welt der akustischen Illusionen.
Dunja Bialas
L’Innconu du lac
Regie: Alain Guiraudie
Frankreich 2013
Einziger Schauplatz in L’inconnu du lac ist ein
Strand mit Wäldchen an einem See, der von
schwulen Männern als Cruisingzone genutzt
wird. Mit großer Selbstverständlichkeit setzt
Guiraudie die nackt in der Sonne Badenden
ins Bild und begleitet sie auf ihren Streifzügen durchs Gestrüpp, wo sie Sex im Freien
haben.
L‘inconnu du lac ist ein Film, in dem zunächst alles direkt und unverstellt erscheint:
die taxierenden Blicke, die aufrichtigen Konversationen, die körperliche Lust, die auch in
expliziten Szenen manifest wird. Aus den Beobachtungen, die sich mit kleinen Verschiebungen wiederholen, tritt jedoch allmählich
auch eine komplizierte Ökonomie der Gefühle hervor - ein Erotizismus, der manche
einschließt, andere wieder nicht.
Lust und Liebe,Vertrauen und Abwehr werden hier auf denkbar engem Terrain verhandelt und formen die widerstreitenden Pole
des Films. Ein gut aussehender, aber potenziell
gefährlicher Besucher weckt schließlich das
größte Interesse von Franck (Pierre Deladonchamps), der Hauptfigur - und damit gelangen
auch noch unberechenbare Gefahren in diesen
reichen Film. Dominik Kamalzadeh
Michael Kohlhaas
Regie: Arnaud des Pallières
Darsteller: Mads Mikkelsen, Bruno Ganz
Frankreich/Deutschland 2012
Michael Kohlhaas basiert auf der gleichnamigen
Novelle von Heinrich Kleist und erzählt die
wahre Geschichte über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Synonym für Selbstjustiz
wird. Von einem Adeligen ungerecht behandelt, wird aus dem aufrichtigen Familienvater
ein unerbittlicher Kämpfer, dessen Credo „Es
soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch
die Welt daran zugrunde!“ die Radikalität seiner Handlungen erahnen lässt.
Omsch
Regie: Edgar Honetschläger
Österreich 2013
„Das hohe Alter ist das Schönste in meinem
Leben.“ „Wenn du diesen Saft trinkst wirst
du 100 Jahre alt“ sagt der junge Mann zu
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seiner alten Nachbarin. „Ich bin auch ohne
Saft 100 Jahre alt geworden“ entgegnet die
alte Dame. Humor und Witz bilden die Basis einer Freundschaft, die mehr als ein halbes
Jahrhundert Altersunterschied überbrückt und
die 102-Jährige sagen lässt: „Für mich ist das
Schönste das Alter.“
Regisseur, Drehbuchautor und Künstler Edgar Honetschläger hat für seine Doku über
eine betagte aber lebensbejahende Wienerin
den „Prix Buyens-Chagoll 2013“ im Rahmen
des Filmfestivals „Visions du Réel“ erhalten,
der jedes Jahr an „ein Werk mit humanistischer
Dimension, welches Werte vermittelt, die der
Zukunft der Menschen einen Sinn geben“,
geht.
Robert Tarantino
Regie: Houchang Allahyari
Österreich 2013
Eine humorvolle Dokumentation über Leben und Arbeit eines jungen Filmemachers,
der sich Robert Tarantino nennt. Sein Name
ist Programm: Als „Rebel without a Crew“
und gegen alle Widerstände, dreht der Wiener
einen No-Budget-Trash-Horrorfilm angelehnt an die Arbeiten seiner Vorbilder Robert
Rodriguez und Quentin Tarantino. Regisseur
Houchang Allahyari (Die verrückte Welt der
Ute Bock) begleitet den leidenschaftlichen
Filmemacher bei den Dreharbeiten zu Blood
City Massacre, in dem neben Tarantino, Theater-Schauspielerin Marie-Therese Lind und
ein Wrestler namens Humungus mitwirken.
Shirley Visions of Reality
Regie: Gustav Deutsch
Österreich 2013
Shirley ist eine Frau im Amerika der 30er,
40er, 50er und frühen 60er Jahre. Eine Frau,
die in ihrem beruflichen und gesellschaftspolitischen Engagement den Lauf der Geschichte mitbestimmen möchte. Eine Frau,
die die Wirklichkeit der Depressionsjahre, des
Weltkriegs, der McCarthy Ära, der Rassenkonflikte und Bürgerrechtsbewegungen nie
als Gegebenheit ansieht, sondern als gemacht
und veränderbar. Eine Frau, die als Schauspielerin mit der Inszenierung von Realität
vertraut ist, sie hinterfragen und selbst gestalten kann, eine Schauspielerin, die nicht in
der Einzelkarriere und als Star ihre Zukunft
und Bestimmung sieht, sondern als Mitglied
eines Kollektivs gesellschaftliche Wirksamkeit des Theaters anstrebt. Eine Frau, die
sich mit dem herrschenden Rollenbild einer
Ehegattin nicht identifiziert und trotzdem
einen Lebenspartner haben möchte. Eine
Frau, die sich im Moment der beruflichen
Krise nicht arrangiert, keine Kompromisse
eingeht und sich trotzdem nicht scheut, Jobs
anzunehmen, die ihr das Überleben sichern.
Eine Frau, die sich im Moment der privaten
Eröffnungsfilm 3: „Harmony Lessons“ von Emir Baigazin.
Krise für den Partner entscheidet und ihre
beruflichen Interessen zurückstellt. Eine
Frau, die auf politische Repression mit Wut
aber nicht mit Verzweiflung reagiert und die
für Verrat nur Verachtung über hat. Shirley,
das ist die Geschichte einer attraktiven, charismatischen, engagierten, emanzipierten
Frau.
In 13 durch den Film zum Leben erweckten Gemälden von Edward Hopper
wird die Geschichte einer Frau erzählt, die
uns durch ihre Gedanken, Gefühle und Reflexionen eine Epoche der Amerikanischen
Geschichte betrachten lässt.
Soldate Jeannette
Regie: Daniel Hoesl
Österreich 2012
Fanni hat genug vom Geld, sie kauft sich ein
Zelt. Anna hat genug vom Schwein und lässt
den Bauern Bauer sein. Fanni mischt die Karten neu. Wer holt nun das Heu? Anna trifft
ins Schwarze und die Kegel fallen. So singen
sie den Augustin und reichen sich die Hand.
Unterschiede ziehen sich an, heiter ziehen sie
weiter. Gemeinsam auf getrennten Wegen, wo
ihre Träume spielen. Einem neuen Blau entgegen.
European Film Conspiracy
Und Äktschn!
Regie: Frederick Baker und Gerhard Polt
Deutschland/Österreich 2013
Hans A. Pospiech (Gerhard Polt), leidenschaftlicher Amateurfilmer und letzter Kino-
AUN der Anfang und das Ende aller Dinge
Le Havre
ein film von
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Edgar Honetschläger
DVDEdition
saurier, hält sich nur über Wasser, indem er
Weltkriegs-Memorabilien aus dem Nachlass
seines Vaters verscherbelt. Sein größter Konkurrent um den Rang des Filmexperten im
örtlichen Amateurfilmclub ist dessen Direktor Nagy (Nikolaus Paryla), erfolgloser Immobilienmakler mit missgünstigem Charakter. Dieser baut seinen Expertenruf darauf
auf, die Großen des Films gekannt zu haben
– in Wahrheit ist er ihnen aber nur als Bratwurst-Verkäufer auf dem Bavaria-Studiogelände begegnet.
Treffpunkt des täglichen Provinz-Hahnenkampfs ist die Schwankwirtschaft von Grete
Neuriedl (Gisela Schneeberger), die mit lauter klammen Kunden auch keinen Blumentopf gewinnen kann. Das mitspielende Publikum besteht aus ebensolchen Pleitegeiern:
Pospiechs Neffe Alfons (Maximilian Brückner), der Musikgeschäfts-Besitzer Fleischbauer (Robert Meyer) und Hobbyhistoriker
Brunnhuber (Olaf Krätke). Die Posse beginnt, als Bankdirektor Faltermeier (Michael
Ostrowski) ein äußerst kreatives Finanzmanöver ersinnt, das seine Bilanzen wieder auf
Vordermann bringen soll: Kulturförderung
heißt der Trick. Er schreibt einen Filmwettbewerb aus, wobei der Sieger für ihn schon
feststeht … der mit dem größten Schuldenberg. Doch das weiß keiner. Pospiech sieht
seine Chance, Filmgeschichte zu schreiben
und denkt groß: ein Kassenschlager soll sein
Film werden! Und während allein das Thema seines Vorhabens im Ort für Furore sorgt,
entwickeln sich die Dreharbeiten zu einem
Desaster, das alle ins Verderben zieht...
Aki Kaurismäki
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AB 7. NOVEMBER 2013 IN GANZ ÖSTERREICH
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Seele and Geist
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