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.Hallo wie gehts. Nr.4 - Dunlop

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Christmann, Werner (MSa 47/2003)
Der Terminator
erner Christmann hatte zwar kein
W
Geld, aber die Gabe, verdammt schnell
Autofahren zu können. Deshalb betrat er
149
zwischen 1968 und 1973 meist dann die
Rennsportbühne, wenns eng wurde. Entweder brauchte man im Team einen, der
mal richtig Gas gab. Oder der zahlende
Stammfahrer musste pausieren, da die fällige Rate nicht eingegangen war. Das war
dann die Stunde des hageren, grossgewachsenen Tischlers aus Lippstadt. Weder
Tod noch Teufel fürchtend, klemmte sich
der Kamikaze-Pilot wild entschlossen hinters Lenkrad und erledigte den Job im Stile eines Terminators. Die Fans hatten an
den Umtrieben des Westfalen zwar ihren
Spass, aber die Begeisterung der Teamchefs (u.a. Steinmetz, Gerstmann, Zakspeed) hielt sich mitunter in Grenzen.
Denn neben Siegen fabrizierte Christmann nur allzu häufig auch Schrott. So
flog er mit dem vollgetankten GerstmannCapri in Spa über die Leitschiene, das Auto
ging in Flammen auf und brannte völlig
aus. Auch Opel-Tuner Steinmetz kann von
verbogenen GT 1900, Ascona und Commodore berichten. Andererseits gelang es ihm
aber auch, an einem Tag gleich zweimal
aufs Podium zu fahren.
Als Christmann sich Anfang der 70erJahre, kurz vor einem Vertragsabschluss
mit Zakspeed stehend, auf eine «verhängnisvolle Affäre» mit der damaligen Ehefrau
des Teampatrons einliess, war der Skandal
perfekt. «Ich werde dafür sorgen», liess
ein empörter Erich Zakowski verlauten,
«dass der Kerl nie mehr in einem siegfähigen Rennauto sitzt.» Tatsächlich war
dieses Ereignis der Anfang vom schleichenden Ende der Karriere Christmanns,
«denn Erichs Einfluss war nun mal gewaltig».
Nach elf Jahren trennten sich beide wieder, seitdem lebt der heute 64-Jährige allein in Lippstadt, treibt viel Sport und hat
noch immer sein altes Kampfgewicht von
60 kg. Wirtschaftlich geht’s ihm dagegen
nicht so gut, nachdem sein Autohandel
1986 Konkurs anmelden musste. «Aber ich
komme über die Runden und will nicht klagen, Hauptsache, man ist gesund.»
Seit 28 Jahren freut sich Christmann jeden Dienstag auf die neue MSa-Ausgabe,
und vorm TV gibt er sich zusätzlich die volle Renn-Dröhnung («täglich bis zum Abwinken»). Deshalb wäre es für den Mann,
der bei 85 Starts in elf verschiedenen Autos 34 Siege erreichte, auch ein Traum, irgendwann alle DTM- und F1-Rennen im
Wochenturnus mit dem Wohnmobil abzufahren. «Wenn ich das noch hinkriege, bin
ich glücklich und zufrieden.»
Wilde Auftritte: Christmann 1972
Ruhiges Leben: Christmann heute
Da tobte Steinmetz: Christmanns zerlegter GT 1900 am Nürburgring 1972
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