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Gott spricht: ,,lch will euch trösten, wie einen seine Mutter - ABCÖ

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Gott spricht: ,,lch will euch trösten,
wie einen seine Mutter tröstet." Jes.66,13
Kennst du Gott so? In der Tat: Es gibt nicht nur Leid, es
gibt auch den Trost im Leid! Und den gilt es zu entdecken. Wie sieht er aus?
Denk an deine Mutter: Da bist du als kleiner Bub draußen herumgetobt und hast dich verletzt. Weinend bist du
zu deiner Mutter gelaufen. Sie hat das Bein angeschaut,
dich auf den Schoß genommen, beruhigend mit dir gesprochen und deine Tränen abgewischt. Schon bald bist
du fröhlich wieder davongerannt. Im Zlg war ein Baby
aufgewacht und schaute erschrocken in die fremde Um-
gebung. Es fing an zu weinen Die Mutter nahm
schnell in ihre
es
Ame und sofort wurde es ruhig.
Wenn wir als Kinder krank waren, da versorgte uns die
Mutter am Bett, brachte etwas zu trinken und zu essen.
Es tat gut, umsorgt zu werden. Das tröstete über manchen Kummer hinweg.
Ein Baby kann flirchterlich schreien, vor allem, wen es
Hunger hat, aber wenn es dann gestillt wird an der Brust
der Mutter, dann ist es wirklich still und geborgen, ganz
nah verbunden mit der Mutter.
So nahe will Gott, unser Vater dir und mir sein, ja noch
näher als unser liebster Mensch. Das ist der Trost. Dieses
Bibelwort war zLt Menschen gesprochen, die in einer
schweren Zeit lebten: Sie standen wohl vor dem Tnimmerhaufen der zerstörten Stadt Jerusalem. Alles musste
neu aufgebaut werden. Wo anfangen. Viele Menschen
verloren den Mut. Niedergeschlagenheit machte sich
breit. Es war wirklich trostlos. Und wo war jetzt Gott?
Es fiel ihnen schwer, ihm jetzt trotzdem zu vettrauen.
Doch da trat ein Prophet auf und sagte im Namen Gottes
dieses Wort: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Du bist nicht vergessen. Ich bin dir garrz rßhe. Seht, so will Gott, unser Vater, uns trösten wie einen
seine Mutter tröstet. Das heißt doch: Gott will dir der
Nächste sein.
Am deutlichsten wird dieser Trost sichtbar an Weihnach-
ot
ten: Da kommt Gott selbst zu uns. In einem dunklen
schmutzigen Stall liegt er in der Futterkrippe. Aber genau dort, in diesem Stall, wird es durch Jesus hell, werden traurige Hirlen froh, ziehen die Weisen aus dem
Morgenland getröstet in ihre Heimat zurück. Denn sie
erfahren hier: Gott hat mich lieb, so lieb, dass Jesus 33
Jahre später den schweren Weg ans Kreuz geht mit dieser Botschaft: So viel bist du mir werl! Ich will dich
wieder ganz in meiner Nähe haben. Durch den Kreuzestod zahlt Jesus den Preis, um uns aus aller Dunkelheit
freizukaufen... Ja, es gibt Dunkelheit, ja es gibt trostlose
Situationen, ja, es gibt Schuld und Versagen, aber es gibt
es Vergeburng, deshalb
gibt es Hoffnung und deshalb gibt es Trost! Gott ist uns
jetzt auch Jesus und deshalb gibt
nahe!
Darüber lasst uns an Weihnachten neu staunen und wie
die Hirlen uns Jesus im Gebet lobend und dankend nahen. In diesem Sinne ,,frohe Weihnachten"!
Pfarrer Mag. Martin Rößler, Rutzenmoos
Der Verein Arbeitsgemeinschaft bekennender Christen in Osterreich (ABCO) will auf der Grundlage der Heiligen Schrift und der
reformatorischen Bekenntnisschriften den Dienst der Erneuerung, der Evangelisation und der inneren Stärkung der Evangelischen
Kirche in Österreich fordem, kirchliche Aktivitäten und Vorhaben kritisch begleiten und den konstruktiven Dialog zur Lihre und
Einheit der Kirche unterstützen. Der Rundbrief dient insbsondere der Information von Mitgliedem und Freunden des Vereines.
Fomiliy - Moinstreoming
Es sind nun schon einige Monate vergangen seit jenen
in den großen britischen Städten. Gewalt, die
praktisch aus dem Nichts ausbrach und dann in ein bisher unbekanntes Ausmaß von Aggression, Zerstörungswut und Plünderungen mündete. Zwar gab es auch in
früheren Jahren immer wieder Unruhen: In Großbritannien sind zum einen die sozialen Unterschiede recht
groß, zum anderen lebt dort eine Vielzahl von Ethnien,
als Erbe der Kolonialzeit. Das, was mir als Tourist in der
Londoner U-Bahn so geftillt die ,,Buntheit" der Bevölkerung - hat auch eine Kehrseite: Es kommt zu Ghettobildungen; Spannungen bestehen nicht nur zwischen
Einheimischen und Migranten, sondem auch etwa zwischen Pakistanis und Menschen aus der Karibik oder
woher immer die Menschen ursprünglich kamen. Alle
bisherigen Unruhen waren jedoch begrenzt, wurden
schnell beendet oder liefen sich tot.
,,riots"
Diesmal war es anders. Als ich die ersten Fernsehbilder
sah, wie Häuser brannten und Jugendliche vor den laufenden TV-Kameras Schaufenster zetrümmerten, dachte
ich mir noch: ,,Wieso greift die Polizei nicht ein, notfalls
mit Wasserwerfern?" Ein Kommentator erläuterte: ,,Die
Aufgabe der Polizei wird nur im Schutz von Personen
gesehen, deshalb werden die Straßenzüge abgeriegelt."
Wie sich zeigte, eine falsche Strategie. Der Funke der
Gewalt sprang von London auf andere Städte über. Die
Situation geriet völlig außer Kontrolle. Und sie traf ein
Nation unvorbereitet. Britische Gelassenheit nach dem
Motto ,,Sie werden schon wieder aufhören" verwandelte
sich in einen Schockzustand.
Eine Nation - und nicht nur sie begann nach den Ursachen zu fragen. Der ORF interviewte den in Cambridge
lehrenden politischen Philosophen Raymond Geuss.
Politisch inkorrekt oder zumindest ungewohnt, wie er
manches beim Namen nannte. ,,Man müsse aber die Fra-
ge stellen, warum in dieser Gesellschaft so viele Menschen zu derartigem Verhalten bereit sind. Es seien jedenfalls keine Rassenkrawalle, sondem es sei eher eine
Frage der Klassenzugehörigkeit. Es gehe aber nicht um
Armut, sondern um Selbstachtung, um die Möglichkeit,
eine sinnvolle Arbeit und ein halbwegs intaktes Familiengeftige zu haben", so Geuss. ,,Diesen Menschen zu
sagen, ihr müsst brav sein, reicht nicht." (Zitat von
Andere Stimmen wurden laut. ,,Die da oben (Politiker
und Finanzleute) machten es doch vor: Nehmt euch, was
ihr haben wollt, ob es recht ist oder nicht." Kom-rptionsskandale ohne Folgen, Milliarden - Zockerei auf Kosten
der gesamten Gesellschaft ohne regulatorisches Eingreifen der Politik nun kamen Politik und Medien darauf,
dass sie offenbar viel zu lange auf falsche Werte gesetzt
,,Wir wollten zu,lange nicht darüber reden, was richtig
und was falsch ist. Wir vermieden zu oft zu sagen! was
hätte gesagt werden müssen über alles, von der Ehe
zum Gemeinwohl zur allgemeinen Höflichkeit.
Manchmal waren die Gründe daflir nobel wir wollten
niemanden beleidigen oder verletzen. Manchmal waren
sie ideologisch wir dachten, es wäre nicht Aufgabe des
Staates, über das Verhalten der Leute zu urteilen oder
persönliche Moral vorzuschreiben.Und manchmal waren
sie einfach menschlich - wir sind selbst nicht perfekt
und wollten nicht als Heuchler dastehen.
So konnten wir nicht sagen, Ehe und Verbindlichkeit
wären gute Dinge aus Angst, alleinerziehende Mütter
auszugrenzen. Du befasst dich nicht wirklich mit Kindem, die wiederholt in der Schule versagen - vielleicht
um nicht beschuldigt zu werden, sie als Versaser zu
brandmarken. Du vermeidest, über die zu reden, die nie
gearbeitet haben und nie arbeiten wollen - damit dir
nicht vorgeworfen wird, keine Ahnung zu haben und als
Mittelklässler daneben zu stehen.
Auf dieser risikofreien Basis der moralischen \eutralität
gibt es keine schlechten Entscheidungen. nur unterschiedliche Lebensstile. Menschen sind nicht die Baumeister der eigenen Probleme, sondern die Opt-er der
Verhältnisse. ,,Leben und leben lassen" uurde zu ..mach.
was dir geftillt".
Aber das, was uns die letzte Woche gezeigt hat. ist. dass
es diese moralische Neutralität und der Relatir ismus
nicht mehr bringt. Eine der größten Lektionen der Unruhen ist, dass wir beginnen müssen. ehrlich über \ierhalten zu sprechen und dann zu handeln u eil schlechtes
Verhalten buchstäblich an den Türschrrellen der Leute
angekommen ist." ... ... ...
,,Wir wissen, was falsch gelaufen ist: die Fraee ist. haben
wir die Entschlossenheit, es wieder in Ordnung zu brin-
gen? Haben wir die Entschlossenheit. dem in Zeitlupe
abl aufenden moralischen Kollaps ent_seservutreten. der
während der letzten Cenerationen über unser Land gekommen ist?
Verantwoftungslosigkeit. Selbstsucht. \'erhalten. a1s hätten unsere Entscheidungen keine Konsequenzen. Kinder
ohne Väter. Schulen ohne Disziplin. Belohnuns ohne
Anstrengung. Verbrechen ohne Bestrafung. Rechte ohne
Verantwortun g. Gemeinsch aft en ohne Kontro I Ie.
Manche der übelsten Aspekte der menschlichen Natur
wurden tolerierl, nachgesehen - manchmal sosar angeregt -, durch den Staat und seine Dienststellen. die im
wörtlichen Sinne de-moralisiert u,urden.
Also: Haben wir die Entschlossenheit. all dem enrsegenzttreten und die Umkehr zu schaffen? Ich habe den ganz
starken Eindruck, dass die verantu,ortliche Vehrheit der
Bevölkerung dieses Landes nicht nur dazu entschlossen
ist; sie schreit nach der Regierung, dass sie handelt."
Im folgenden zählte Cameron etliche Punkte auL an denen Politik und Gesellschaft handeln müssen. Schon der
zweite nach dem,,Gegenschlag
fiir die
Sicherheit" ist
,,Familien und Erziehung".
hatten.
Wenige Tage danach hielt Premierminister Cameron eine
bemerkenswerte ,,post-riot'1Rede. Auch er sah einen
Zusammenhang
mit den Skandalen in Banken, Politik
und Journalismus und beklagte den moralischen Kollaps
der Gesellschaft.
,,Wo waren die Eltern, die ihre randalierenden Kindern
von der Straße holten? Warum tauchten sie nicht einmal
auf, wenn ihre Kinder verhaftet wurden?"
Cameron sieht zerbrechende Familien als eine der
Hauptursachen der zerbrechenden Gesellschaft.
,,Dieses Problem muss ganz oben auf unsere Prioritätenliste."
,,Schulen",,,Respekt
für die
Gemeinschaft/Gesell-
schaft",,,Verantwortlichkeit und Gemeinwohl",,,Menschenrechte, Gesundheit, Sicherheit" sind weitere
Schlaglichter seiner Rede.
Mit
einem Appell beschloss Cameron seine Rede: ,,Wie
immer man argumentieren mag: Wir alle gehören zur
selben Gesellschaft. Und wir alle haben unseren Anteil
daran, sie zu verbesserx. Es gibt kein ,,sie" und ,,wir" es sind ,,wir". Wir stecken alle gemeinsam drinnen, und
wir werden diese zerbrochene Gesellschaft wieder instand setzen
-
Respekt vor Premierminister Cameron. Für seinen Mut,
so klare Worte zu finden. Aber ist er bereit, einen Weg
wie Wilberforce z\ gehen? Politik denkt heute eher in
Zeiträumen zwischen den Wahlen, nicht in Jahrzehnten.
War der Schock der ,,riots" groß genug, um auch dafi.ir
einen Lernprozess einzuleiten? In unserer globalisierten
Welt würden auch andere Nationen und Gesellschaften
davon profitieren können.
Dr. Harald Höger
Kuratorstv. und Lektor in Mödling
gemeinsam."
Zwei Dinge sind an der Rede bemerkenswert: Die Deutlichkeit, mit der Cameron die Ursachen der zerfallenden
MELDUNGEN
Gesellschaft beschrieb, und der zentrale Stellenwerl, den
er der Familie als dem stabilisierenden Faktor zumisst.
zusammengestellt von Dr. Harald Höger
,,Family mainstreaming": Die Familie soll nun ztm zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht werden. Jede politische Entscheidung soll
Mehr Schutz für Embryonen
auf ihre Auswirkung auf die Familien gepnift werden.
Das, was bisher nur einzelne zu fordern wagten - die
dafür als reaktionär angesehen wurden, wo doch Gender
mainstreaming das Gebot der Stunde
schien
steht nun
auf der Prioritätenliste eines der wichtigsten europäischen Politiker gauz oben. Damit die Gesellschaft wieder heil werden kann.
Ist das realistisch? Braucht es dazu nicht mehr?
Vor drei Jahren schrieb ich an dieser Stelle über den englischen Politiker William Wilberforce (1759-1833) und
die Clapham-Gruppe. Der Name steht nicht nur die Abschaffung der Sklaverei. Wilberforce erkannte - wie
Cameron heute dass die Gesellschaft eine neue Moral
brauchte; und dass dieses ganz oben, an den Spitzen der
Gesellschaft, anfangen muss. Bei den Parlamentariern
und bei den Bossen. Bei den Mächtigen und den Meinungsbildnern. Es war ein jahrzehntelanges Arbeiten und
Ringen, eine daftir hingegebenes Leben, im Glauben
gegründet , mit einer kleinen Zahl von Mitstreitern aus
allen politischen Lagem, die sich regelmäßig zum Bibellesen trafen. Viel Gebet wurde ,,investiert". Die neue
Moral, die geforderl wurde, hatte eine solide Basis im
eigenen Leben. Es brauchte eine Generation, bevor die
Gesellschaft begann, sich zum Positiven zu verändern.
Aber das wirkte ftir weitere Generationen nach. bis in
die Anftinge des 20. Jahrhunderts hinein.
Die Verwendung menschlicher Embryonen für die Forschung verstößt gegen die Menschenwürde.
Das ist die Quintessenz des Urteiles C-34110 des Gerichtshofes der Europäischen Union vom 18. Oktober
2017 zur Auslegung der ,,Richtlinie 98l44lEG über den
rechtlicher Schutz biotechnologischer Erfi ndungen ".
Der deutsche Bundesgerichtshof hatte im Zuge eines
Patentrechtsprozesses um grundsätzliche Klärungen ersucht. Die wichtigste war, was eigentlich unter einem
menschlichen Embryo zu verstehen sei. Der Europäische
Gerichtshof, der in seinem Urteil betonte, dass er ,,nicht
dazu aufgerufen ist, auf Fragen medizinischer oder ethi-
scher Natur einzugehen, sondern sich darauf zu beschrdnken hat, die einschlcigigen Vorschriften der Richtlinie juristisch auszulegen" definierle wie folgt:
,,Jede menschliche Eizelle vom Studium ihrer Befruchtung an, jede anbefruchtete menschliche Eixelle, in die
ein Zellkern aus einer ausgereiften menschlichen Zelle
lransplantiert worden ist, und jede unbefruchtete
menschliche Eizelle, die durch Parthenogenese zur
Teilung und Weiterentwicklung angelegt worden ist, ist
e
in
I
mens chlich er E mbry o'."
Dies ist die weitest mögliche Formulierung, die menschlichen Embryonen den größtmöglichen Schutz bietet.
Der Gerichtshof hielt ferner fest, dass ,,YerJahren zum
Klonen von menschlichen Lebewesen, Verfahren zur
Vercinderung der genetischen ldentitcit der Keimbahn
des menschlichen Lebewesens und die Vetwendung von
menschlichen Embtyonen zu industriellen oder kommer-
ziellen Zwecken als Versto/3 gegen die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten und daher als nicht patentierbar gelten ... und dass alle Verfahren, deren Anwendung gegen die Menschenwürde verstö/it, ebenfalls von
der Patentierb arkeit aus zunehmen s ind.
Das Ur1eil ist nachzulesen unter
"
Abtreibung ols Menschenrecht?
Der UN Menschenrechtsrat (Human Rights Council)
befasste sich in seiner 18. Session im Juli 2011 unter
anderem mit vermeidbarer mütterlicher Sterblichkeit.
Der Bericht des Büros des UN Hochkommissars stellt
Forderungen nach breiten sozialen und gesetzlichen Anderungen zur Verbesserung des Status der Frauen, zur
Gleichwertigkeit der Geschlechterrollen , zum verbessertem Ztgang zu Empflingnisverhütung und Familienplanung und verbesserlen Gesundheitssystemen, fachgerechter Geburtshilfe und notfallmedizinischer Versorgung bei Komplikationen. Daneben wird unter Berufung
auf internationales Recht fl.ir alle Staaten aber auch der
freie Ztgang zu Abtreibungen gefordert.
Schon im März 2011 traf sich eine andere Konferenz,
hochkarätig besetzt mit Menschenrechtsexperten, Juristen, Wissenschaftlem, gewählten Amtsträgern, Diplomaten, medizinischen Experten und solchen in internationalem Recht. Sie formulierten die neun ,,San Jose-Artikel",
benannt nach dem Konferenzofi in Puerto Rico. die sie
in einem Anhang ausflihrlich erläuterten.
Ausgehend von einer Definition des menschlichen Lebens ähnlich dem Ufieil des EU-Gerichtshofes bestreiten
Sie ein Recht auf Abtreibung unter internationaler Gesetzgebung. Kein lJN-Verlrag könne dafür herangezogen
werden. Menschenrechtsbeobachtungsgruppen wie CE-
DAW (Komitee zur Beseitigung der Diskriminierung
von Frauen) änderlen in ihrer Interpretation die Substanz
der Verträge, um daraus Verpflichtungen liir Staaten abzuleiten.
Ihrerseits stellen die Unterzeichner Forderungen auf,
unter anderem an ,,Regierungen und Mitglieder der Gesellschaft ... sicherzustellen, dass nationale Gesetze und
Politik das Menschenrecht auf Leben von der Empflingnis an."
Auszeichnungen
für Vonholdt und Hofmonn
Wie der Informationsdienst der deutschen Evangelischen
Allianz (www.idea.de) und das christliche Informationsforum Medrum (www.medrum.de) berichteten, vergab
die der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis
Begleitung von Personen mit Identitätskonflikten, insbesondere solcher, die Probleme mit ihrer Homosexualität
haben. ,,Wüstenstrom" hilft nach eigenen Angaben ,,homosexuellen Menschen, die unter seelischen Konflikten
leiden und einen Ausweg aus ihrer inneren Zerrissenheit
suchen".
Beide machen also Arbeit gegen den Strom der veröffentlichten Meinung, die Homosexualität für unabänderlich und Therapieangebote für unverantwortlich hält.
Entsprechend heftig reagiefien Homosexuellenorganisa-
tionen auf die Preisverleihung. Vonholdt und Hofmann
spüren diesen Gegenwind ständig und arbeiten trotz
zahlreicher persönlicher Angriffe und Unterstellungen
weitel um Menschen in seelischen Konflikten und Krisen zu helfen. Der Förderpreis würdigt auch diese Standfestigkeit.
Beide waren übrigens schon mehrfach zu Vorträgen und
Seminaren in Osterreich.
OSZE fordert Moßnohmen gegen
Diskriminierung von Christen im Westen
Wie europe4christ (www.europe4christ.net) berichtet,
hat am 11. Juli 2011 die Parlamentsversammlung der
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Mitgliedsstaaten aufgeforderl, gegen
Intoleranz und Diskriminierung von Christen vorzugehen. Die Versammlung ,,ruft die Medien dazu auf, keine
Vorurteile gegen Kirchen zu verbreiten und gegen negative Stereotype vorzugehen". Die Kirchen werden aufgerufen, ,,ihre Teilnahme am öffentlichen Leben fortzuflih-
ren, die zum Schutz der Würde aller Menschen und zu
Freiheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt beiträgt".
Europe4christ würdigt die Klarheit des Dokumentes ,,in
Anbetracht der Tatsache, dass nicht einmal allen Christen die Entwicklungen ... voll bewusst sind und wie sich
diese Entwicklungen, besonders in der Gesetzgebung,
auf sie auswirken werden."
,,
Bayem nahestehende Christliche Bildungsstiftung erstmals einen Förderpreis. Preisträger sind die Fachärztin
für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Christl Vonholdt
vom Deutschen Institut fiir Jugend und Gesellschaft
(DIJG; www.du'g.de) und DSA Markus Hofmann von
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der Seelsorge- und Beratungsorganisation Wüstenstrom
(wrvw.wuestenstrom. de).
Vonholdt wird für ihre Grundlagenarbeit über die Zusammenhänge von ldentität, Entwicklung und Homosexualität geehrl. Diese Zusammenhänge seien wesentlich
fiir die christliche Bildungsarbeit, heißt es in der Begründung. Hoffirann erhält die Auszeichnung flir die
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ABCÖ-teitu n gskreissitzu n g
ouf Schloss Tollet/Oö.
Am l5.Oktober 2011 traf sich - bei strahlendem Schönwetter - der Leifungskreis des ABCÖ zu einer Sitzung
auf Schloss Tollet bei Grieskirchen in Oberösterreich.
Dieses Schloss gehörle in der Reformationszeit dem
evangelischen Adelsgeschlecht der Jörger, das sich damals um die Förderung der Evangelischen Kirche in
Oberösterreich und Niederösterreich sehr verdient gemacht hat. Leider wurde dieses Adelsgeschlecht im Zu,ge
der Gegenreformation von Kaiser Ferdinand II. fast zur
Gänze enteignet, einer der Jörger verstarb in dieser Zeitsogar in Festungshaft in Passau. Nach Abhaltung der
Leitungskreissitzung begrüßte der Vorsitzende einige
weitere Gäste aus Oberösterreich und hielt anschließend
im reichlich mit Stuck verzierten "Jörgersaal" eine kurze
Rede über den ABCÖ. In der Folge berichtete Herr Pfar-
rer Mag.Fritz Neubacher vom Werk fiir Evangelisation
und Gemeindeaufbau der Evangelischen Kirche in einem Power-Point-Vortrag über "Neue Wege der inneren
Mission" mit höchst interessanten Erkenntnissen zu diesem Thema. Innere Mission ist eine Zukunftsfrage unserer Kirche - Interessierte können sich an Herrn Pfarrer
Mag.Fritz Neubacher, pA Werk ftir Evangelisation und
Gemeindeaufbau in der Evangelischen Kirche in Öster-
reich,
Mitterweg
4,4522Sierning,
e-mail: eurrdg@evang.at wenden. Danach versammelten
sich die Teilnehmer zu einer Führung durch die RäumI ichkeiten des Schlosses mit interessanten Informationen
zu Geschichte und Architektur. Zum Abschluss gab es
einen gemütlichen Ausklang bei einem
italienischen Buffet.
Mag.Rudolf Jindrich
Vöter und Mütter im Glouben
Ludwig Schworz
Frankfuit am Main und waren dorl in sechs Generationen in unmittelbarer Folge evangelische Pfarrer. Es gab
in der Familie eine geprägte positive Pfar:rertradition.
Der Vater des Kurators war aus Frankfurl ausgewandert,
hatte in Wien ein Handelshaus gegründet und hatte in
den Napoleonischen Kriegen ein Schiff mit Salpeter
beladen durch die Kontinentalsperre geschmuggelt. A1s
Dank wurde er vom Kaiser in den Adelsstand erhoben
und reichte ein Wappen ein zur Bewilligung mit dem
Schiff, siehe unteres Wappenfeld und in dem oberen
Feld ein schwarzer Arm mit einem Hirlenstab. das ist der
Arm des evangelischen Pfarrers im schwarzen Talar.
Dazu gehört das Jesusworl: Weide meine Schafe.
Ludwig Schwarz ca. 1870
Vorgeschichte der Gründung
diokonischer Einrichtungen
Am 28. November I863 wurde in Görz Ludwig Schwarz
als evangelischer Pfarrer in eingeflihrt. Sein Alter: 28
Jahre, unverheiratet, aufgewachsen in Melk als zweiter
Sohn des Wasserbauingenieurs Ludwig Schwarz zusammen mit sechs weiteren Geschwistern. Aus der
Kindheit ist ein Gebet des kleinen Ludwig überliefert:
,,Lieber Vater im Himmel, gewähre mir die Bitte den
Armen zu helfen und viel Gutes zu tun". Nach dem Besuch des Gymnasiums in Melk studierte er evangelische
Theologie in Wien, Leipzig und Jena. Nach seinem Examen wurde er zunächst Pfarrer in Nasswald und bewarb sich von dort auf die ausgeschriebene Pfarrstelle
Auf einem Bild aus der Görzer Zeit zeigt er
sich als schlank, groß gewachsen, dunkle Haare und
nach Görz.
ernstes Gesicht. Er hat noch ein studentisches Flair.
Görz, eine sehr kleine evangelische Pfarrgemeinde.
Bei Dienstbeginn von Pfarrer Schwarz zählte die Pfarrgemeinde 172 Gemeindeglieder. Diese wohntet zum
größeren Teil in und um Görz aber auch in dem politischen Gebiet der gefürsteten Grafschaft Görz - Gradisca. Bis zum Jahre 1860 wurde das Görzer Gebiet von
dem evangelischen Pfar:ramt Triest betreut, nun waren
sie eine selbständige Pfarrrgemeinde. Der neue Pfarrer
hatte wenige Gemeindeglieder seelsorgerlich zu betreuen, musste aber bei den Dienstreisen große Entfernungen
zurücklegen. Die Gemeinde hatte 1863 mit dem Bau
einer Kirche begonnen, der Rohbau war errichtet, stand
aber für Gottesdienste noch nicht zur Verfügung. Als
Kurator stand ihm zur Seite der Großindustrielle Hektor
Freiherr Ritter von Zdhoty. Seine Vorfahren kamen aus
Wappenbild von Freiher-r Ritter von Zähony
Auch wenn die Nachfahren keine Pfar:rer mehr waren, so
wollten sie doch diese Familientradition in Ehren halten.
Für Ludwig Schwarz war dies sicher wertvoll, einen
Kurator mit dieser Familientradition an der Seite zu haben. Warum hatte sich die Familie Ritter in Görz niedergelassen? Einerseits brauchten sie die Wasserkraft des
Isonzo, der ihnen verlraglich zl 90oÄ zur Verfligung
stand, zum Betreiben der Fabriken, andererseits hatte
sich Triest zum Hafen der Donaumonarchie entwickelt,
über den die Produkte der Fabriken in aller Welt verschifft werden konnten.
Sei nicht zögerlich, wenn du etwas Neues beginnst.
Es ist, als ob Ludwig Schwarz den obigen Spruch beherzigte in seiner Görzer Tätigkeit. Im März 1864 kam es
zur Gründung eines Gustav Adolf Frauenvereins, der
sich der Finanzierung der Inneneinrichtung der neuen
Kirche annehmen sollte. Die Frauen gingen von Anfang
an fleißig ans Werk und sammelten Gelder flir die Innenausstattung der neuen Kirche. Bereits im Sommer
I864 konnte die Kirche eingeweiht werden. Ebenfalls im
Mdrz 1864 wurde die Gründung einer Elementarschule
beschlossen. Der nun frei werdende Betsaal wurde unverzüglich umgebaut zur neuen Elementarschule. Der
Kirchenvorstand schrieb die Lehrerstelle aus. Von 11
Bewerbungen, die eintrafen, fiel die Wahl auf den aus
Wiener Neustadt gebürtigen Lehrer Emil Kaiseq der
noch im gleichen Jahr angestellt wurde. Der neu gegründete Frauenverein beschloss weiters in Görz auch sozial
tätig zn werden. Sie kauften Stoffe zur Herstellung von
Kleidern flir 50 Gulden und gründeten eine Arbeitsschule flir Mädchen. Die Gattin des neu angestellten Lehrers
Kaiser übemahm den Unterricht. Die Mädchen wurden
in die Stoffverarbeitung eingeflihrt und nähten aus den
vom Verein angekauften Stoffen Kleider flir arme Bewohner in Görz. Noch einen Hinweis auf eine Eintragung im Tagebuch von Ludwig Schwarz. 11. Januar
1864: ,,Bei Hektor Ritter zu Mittag gegessen. Familie
Escher aus Triest, das heißt Mutter und Tochter waren
da". Die Familie Escher stammte aus Zürich, Herr Escher betrieb ein internationales Handelshaus und frihrten verschiedene Fabriken . Bei der anwesenden Tochter
dürfte es sich um Cäcilie handeln der späteren Ehefrau
von Ludwig Schwarz. Die Trauung fand 1868 in der
reformieften Kirche in Triest statt.
Ludwig Schworz
und die Allgöuer Erweckungsbewegung
Über die geistliche Entwicklung von Ludwig Schwarz
zu schreiben ist problematisch, da uns geeignete Unterlagen fehlen. Sicher ist, dass er in seiner Kindheit und
Jugend nur wenige Kontakte mit evangelischen Gemeinden hatte. In Melk gab es noch keine evangelische
Pfarrgemeinde. Die katholische Mutter nahm den Sohn
oft an Sonntagen mit in die Messe. So ist es verwunderlich, dass er sich bei der Berufswahl der evangelischen
Theologie zuwandte um evangelischer Pfarrer zu werden. Uber besondere geistliche Eindrücke im Studium ist
uns nichts bekannt. In Görz begann er seinen Pfar:rdienst
sehr forsch, vielleicht wollte er damit Unsicherheiten in
Glaubensfragen kaschieren. Einer Besucherin der Gottesdienste muss dies aufgefallen sein. Sie schenkte ihrem
Pfarrer ein Buch, herausgegeben von Johannes Goßner
mit dem Titel: ,,Martin Boos, der Prediger der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt." Martin Boos (1762 - 1825) ist
der Begründer der katholische Allgäuer Erweckungsbewegung. Er war durch das Zeugnis einer sterbenden
Bauersfrau auf den Tod Jesu am Kreuz als Opfer flir
unsere Sünden aufmerksam gemacht worden und entschloss sich im Kreuz Jesu die alleinige Gerechtigkeit zu
sehen, die vor Gott gilt und dieses auch so zu predigen.
Er sammelte in Bayern Kapläne und Pfarrer um sich,
die nun vollmächtig zu Christus riefen. In der katholischen Kirche erregte dies Aufsehen, da die guten Werke
und der Verdienst der Heiligen zurückgestellt wurden
und die kirchliche Obrigkeit begann die Bewegung zu
verfolgen. Sie ließen sich aber nicht einschüchtern und
so wurde beschlossen alle, die sich zu dieser Bewegung
halten, aus Bayern zu entfernen. Martin Boos erhielt
einen Ruf nach Gallneukirchen bei Litz, eir.er 4000 Seelen großen Gemeinde, wo er 1806 1816 als röm. katholischer Pfarer wirkte. I 81 0 kam es in Gallneukirchen
zu erner Erweckung. Bald taten sich auch in Gallneukirchen Feinde dieser Bewegung zusammen und erreichten
es, der Martin Boos Osterreich verlassen musste und den
Rest seines Lebens in Deutschland im Rheinland verbrachte. Zurück blieben die Boosianer in Gallneukirchen, von denen einige zur evangelischen Kirche übertraten. Als Ludwig Schwarz das Buch über Marlin Boos
las und von dem Inhalt tief ergriffen wurde, lag die Zeit
der Wirksamkeit von Boos in Gallneukirchen schon über
50 Jahre zurück. 1868 begann Ludwig Schwarz das neue
Jahr mit der Tagebucheintragung: ,,Das fünfte Jahr meines Görzer Amtes, das dritte Jahr meines Heils". Er hatte
in der Botschaft des Buches sein Heil in Christus gefunden, das eine neue Zählutg seiner Lebensjahre eröffnete.
Die Predigten von Ludwig Schwarz erhielten nach sei-
nem Erfassen der Gerechtigkeit aus dem Glauben an
Jesus eine neue Ernsthaftigkeit. In seinem Tagebuch
erfahren wir, dass er in dieser Umbruchszeit eine Predigt
hielt über Johannes 21, 1-14, der Auferstandenen erscheint den Jüngern am See Genezareth. In der Geschichte fragt Jesus den Petrus drei Mail ,,hast du mich
Iieb" und erteilt nach der Antwort den Neuen Lebensauftrag: ,,weide meine Schafe". Ludwig Schwarz scheint
darauf hingewiesen haben, dass wir in unserer Zeit eine
eindeutige Antworle auf die Frage Jesu ,,hast du mich
lieb" finden müssen. In einem Fall ist uns eine solche
Antwort eines Görzer Gemeindeglieder überliefert. In
ihrem Alter schreibt sie: ,,Als ich einstmals sinnend den
ergreifenden Worten Jesu gegenüberstand (Joh. 21,55)
,Simon Jona, hast du mich lieber, denn mich diese haben?' und die Antwort des Petrus erwog: ,,Ja, Her:r, du
weißt, dass ich dich liebhabe" und darauf den Auftrag
Jesu vernahm: ,Weide meine Lämmer' da dachte ich:
Auch ich liebe den Heiland und möchte seine Lämmer
weiden." Diese fiir das ganze Leben gültige Antworl
wurde unter der Verkündigung und Seelsorge durch
Ludwig Schwarz getroffen. Natürlich erkundigte sich
Pfarrer Schwarz, was denn aus der Erweckung in Gallneukirchen geworden sei. Er erhielt Adressen der noch
vorhandenen Boosianer, setzte sich brieflich mit ihnen in
Verbindung und daraus wuchs der Wunsch, Seelsorger in
Gallneukirchen zu werden.
Entdeckung der Diokonie in Görz
Wir sahen, dass bald nach dem Dienstantritt von Pfarrer
Schwarz erste Versuche einer Liebesarbeit in Görz
entstand. In der Arbeitsschule wurden Kleider genäht,
die an Arme verteilt wurden. Später traf ihn ein innerfamiliäres Schicksal, das ihn tief bewegt hat. Sein Bruder
Gustav, Schiffsingenieur, begleitete Erzherzog Ferdinand Maximilian mit den kaiserlichen Truppen nachMexiko, wo Maximilian den Kaiserthron von Mexiko bestieg, sich aber nicht halten konnte, 1867 in Gefangenschaft geriet und zum Tode verurleilt wurde. Gustav
erkrankte in Mexiko und kam schwer krank mit anderen
Soldaten in Triest an. Der Vater war sofort nach Görz
gekommen um nach dem kranken Sohn zu sehen. Im
Tagebuch lesen wir: ,,10. Juni 1867: morgens von Gustav ein Telegraf, Depesche erhalten." ,,11. Juni um 8
Uhr mit Vater nach Triest auf der Bahn...Gustav im Lazareth gesucht und nach langem Waften gefunden ."
,,17. Juni mit Vater und Gustav abgereist (Cilli - Wien)"
,, 14. August Gustav ist wieder in Gör2." Die Behandlung in Wien war ohne Erfolg.,,6. September 1867 bei
Gustav zeigen sich
Lähmungserscheinungen der Füße". Kttrze Zeit später
erlag der Bruder seiner schweren Krankheit. Hier lernt
Ludwig Schwarz mit Leid umzugehen, eine wichtige
Erfahrung. 1866 wurden in Görz eirrige Lazarette einge-
richtet für verwundete Soldaten der österreichischen
Arme, die im Westen mit den Truppen des königlichen
Italien im Kampf lagen. Damals gehörte Venetien noch
zu Österreich. Pfarrer Schwarz wurde die Seelsorge evangelischer Soldaten in den Lazaretten übertragen.
Damals brach unter den Truppen die Cholera aus. Im
Tagebuch lesen wir: ,,12. August 1866: im Garnisonsspital gewesen..", ,,13.August: im Gamisonsspital und dort
Cholerakranke gefunden (8), deren Zustand wirklich
traurig war. Außer ihnen waren drei ihrer Epidemie erlegen. Es galt bei diesem Besuch einen eigentümlichen
horror morbi zu überwinden." Horror morbi ist die Angst
vor der Krankheit. Er begegnete ansteckenden Krankheiten, die bei Ansteckung auch flir ihn tödlich sein konnten. ,,Besuch im Truppenspital, Kärntner getroffen." ,,
6. September 1866: 5 Cholerakrake besucht." ,,9. September: Im Spital gewesen und erfahren, dass alle Cholerakranke gestorben seien" Mitte September erhalten
die Cholerakranke ein eigenes Lazarett. ,,Mitte September bis Ende Oktober täglich in den Spitälern. Viele Tote. Viele evangelische Soldaten werden seelsorgerlich
betreut." Ludwig Schwarz hat seinen Horror vor ansteckenden Krankheiten überwunden ist täglich im Spital
und den Lazaretten unterwegs um mit den Patienten zu
flir ein Studium der
evangelischen Theologie und wurde evangelischer Pfarrer. Die Brüder pflegten in der Görzer Zeit einert intensirufswahl. Er entschied sich auch
ven Austausch, der auch die Glaubenskrise zu Beginn
der pfar:ramtlichen Tätigkeit von Ludwig einschloss. Die
Entscheidung des großen Bruders zu einer eindeutigen
Christusnachfolge wurde von Ernst geteilt. Beide wurden dem Pietismus zugerechnet. Löhe hat im Band flinf
der gesammelten Werke über die Gründerpersönlichkeiten der Inneren Mission geschrieben: ,,Die sogenannten
Pietisten sind es, eitel geistliche Pfar:rerskinder, Pfarrerkreise. Die ganze äussere, die ganze innere Mission wird
nur von diesen Pfarrerkreisen getragen...." Die Bnider
Schwarz lebten einen lebendigen Bibelglauben, waren
missionarisch interessiert, kannten eine Bekehrung in
ihrem Leben und hielten viel vom Gebet, auch vom gemeinsamen Gebet. Die Nachfolge Jesu im Alltag stand
in der Mitte ihres Christsein.
Wos entwickelte sich
noch der Görzer Zeil?
sprechen.
Pfar:rer Ludwig Schwarz beginnt sich emsthaft mit der
Schaffung von Liebeswerken zu befassen. Hier aus dem
Tagebuch:,,18. Mai 1868: Vorstandssitzung
des
Frauenvereins....(mit den Frauen des Vorstandes) ..einen
großen wichtigen Plan wieder aufgenommen und besprochen, die Gründung einer Diakonissen Erziehungsanstalt flir Mädchen." Er meint wohl die Gnindung eines
Mutterhauses ftir Diakonissen. ,,3 1. Juli 1868. Mein Geburlstag. Mit Carl von Ritter ein eingehendes Gespräch
über die Berufung zweier Diakonissen." Auch hier tauchen wieder Diakonissen auf. Am 15. Februar traut er
Graf La Tour mit Elvine Ritter, ab jetzt Gräfin Elvine de
La Tour. Gegen Ende seiner Görztätigkeit werden die
Besuche bei Gräfin La Tour intensiver. Auch sie beschäftigt sich mit der Frage nach der Diakonie.
Ernst Schwarz
Elvine de La Tour
Der Bruder Ernst Schworz
1871 wechselte Ludwig Schwarz von Görz nach Gallneukirchen bei Linz. Seine eigentliche Gründerzeit drakonischer Einrichtungen begann., ebenso bei seinem
Bruder Emst..
1873 nahm Pfar:rer Emst Schwarz in Waiern erste Kinder
auf in sein Haus. Ebenfalls 1873 begann Gräfin La Tour
durch die Aufnahme von Mädchen eine Kinderarbeit.
Ludwig Schwarz in Gallneukirchen begann 1874 eine
Kinderarbeit in Gallneukirchen. Aus allen drei Anftingen
entwickelten sich bedeutende diakonische Werke. Sie
entwickelten sich auch in der Vielfalt diakonischer Aufgaben. Sowie einst die Gebnider Schwarz und Gräfin
La Tour sich ratend ein Leben langzur Seite standen, so
halten auch in unserer Zeit die Werke zusammen. In
Gallneukirchen konnte Pfarrer Schwarz seinen Lieblingstraum verwirklichen und ein Diakonissenmutterhaus ins Leben rufen. Heute werden im diakonischen
Werk Gallneukirchen etwa 3.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Werke Treffen und Waiern haben eine
Ludwig war 72 Jahre älter als sein Bruder Ernst. Beide
waren lebenslang miteinander verbunden und haben sich
gegenseitig beraten. Der große Bruder Ludwig war zu
Beginn das große Vorbild für Ernst, auch in seiner Be-
Betriebs
Gesmbh gegründet mit dem Namen Diakonie de La Tour
und beschäftigen zusammen 1.000 Mitarbeiter. Auf der
Arbeit lag Gottes Segen.
Rektor i. R. Roland Ratz
Evongelische Synode A.B.
vom 25.bis 2T.Oktober
ouf Schloss Seggou
bei Leibnitz in der Steiermork
Anderung der Kirchenverfossung
Einführung
eines neuen "Kirchenpresbyteriums"
Die Evangelische Kirche A.B. hat einige Abänderungen
der Kirchenverfassung beschlossen. So wurde ein so
genanntes "Kirchenpresbyterium" eingeführ1, der bishe-
rige Synodalausschuss fiillt weg. Dem Kirchenpresbyterium gehören die Superintendent/innen, die Superintendentialkurator/innen, die Mitglieder des Oberkirchenrates und der Synodenpräsident an. Die Aufgabe dieses
Kirchenpresbyteriums sollen längerfristige strategische
Planungen flir die Kirche sein. Einige Aufgaben des
Synodalausschusses - wie etwa die Budgetverantwortung - gehen nunmehr an die Synode.
Kommentor:
Durch die Einflihrung des neuen Kirchenpresbyteriums
neben dem schon bestehenden Oberkirchenrat werden
die Probleme der Evangelischen Kirche sicher nicht geIöst. Im Gegenteil: es fallen neben den Kosten des Oberkirchenrates nun auch die Kosten des neuen Kirchenpresbyteriums an. Die Evangelische Kirche verlierl pro
Jahr Mitglieder im Ausmaß von ca. einer Pfarrgemeinde
(gerechnet mit etwa 1 500 bis 2.000 Personen). Bei derart fundamentalen Problemen können solche Struktur:reformen nicht (mehr) helfen. Da ist vielmehr konsequente
innere Mission an jenen ca. 90 oÄ der Pfarrgemeindemitgliedem nötig, die sich kaum oder nie in den Gottes-
diensten sehen lassen und möglicherweise latent austrittsgefährdet sind. Das lehrt uns schon die Heilige
Schrift: ohne Mission, ohne Evangelisation ist die Kirche unweigerlich zum Sterben verurteilt.
Verobschiedung einer Orientierungshilfe
zum Verhöltnis Christentum und lslom
Die Generalsynode der Evangelischen Kirche hat eine
umfangreiche Orientierungshilfe zum Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in Österreich beschlossen.
Nach den Aussagen der Autoren versucht die Orientie-
rungshilfe, sowohl das Selbstverständnis des Islam
als auch das von evangelischen Christen darzustellen,
Unterschiede und komplexe Sachverhalte aufzuzeigen,
Vorurteile nicht weiterzufi.ihren und Begegnungen mit
dem Islam vor Ort zu unterstützen.
Kommentor:
Wer den Umfang dieser ,,Orientierungshilfe" gesehen
hat (1 15 Seiten), hat wohl ein längeres Studium dafür
nötig. Es werden wohl nur wenige Interessierte die Zeit
finden, sich da durchzulesen, wahrscheinlich wird das
Werk fniher oder später in den meisten Pfarrgemeinden
verstauben. Schade, dass die Chance verabsäumt wurde,
die wesentlichen Unterschiede zwischen Christentum
und Islam kurz und prägnant atfztzeigen
tesbild oder
- z.B. im Gotin der Bewertung von Christus und
Mohammed. Wahrscheinlich konnte man auch wegen
theologischer Auffassungsunterschiede nicht zu einer
eindeutigen und gemeinsamen Position zum Thema Islam finden.
Synode H.B. zur Sterbehilfe
Michoel Meyer und Heinrich Benz
in den Oberkirchenrot gewöhlt
Resolution für Christen in lndonesien:
Das Thema Sterbehilfe war Inhalt der evangelisch-reformierten Synode, die in Oberwarl in Burgenland tagte.
Professor Ulrich Kör1ner stellte den Delegierten aus den
reformierten Gemeinden Österreichs die Orientierungs-
hilfe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa
(GEKE) mit dem Titel "Leben hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit" vor.
Leider konnten wir in der Kürze bis zum Redaktionsschluss des Rundbriefes keine Bewertung durchflihren,
wir sind aber für Leserbriefe hier dankbar.
Weiters wurden von der Synode H.B. auch zwei Oberkirchenräte gewählt, nachdem die Oberkirchenrätin Helene Horwath verstorben war und der Oberkirchenrat
Richard Schreiber sein Amt zurückgelegt hatte. Es wurden der Dornbirner Pfarrer Michael Meyer zum geistlichen Oberkirchenrat sowie der fhihere AHS-Lehrer
Heinrich Benz aus Linz zum weltlichen Oberkirchenrat
gewählt.
Die Synode H.B. verabschiedet auch eine Resolution, in
der die Unruhen gegen Christen in Indonesien verurleilt
werden. Die dortige Regierung wird aufgefordert,
die Religionsfreiheit zu achten, die Unruhestifter zur
Rechenschaft zu ziehen und Christen und ihre Einrichtungen besser zu schützen. Das Feiem von Gottesdiensten und die Möglichkeit, Kirchen zu errichten, seien
stark eingeschränkt, Angehörige christlicher Kirchen
würden teilweise vertrieben und ermordet.
Hohe stootliche Auszeichnung für den
früheren Londeskurotor Horst Lottinger
Mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für
Verdienste
um die Republik Oster:reich wurde der ehemalige Lande.s(kirchen)kurator der Evangelischen Kirche A.B. in
Oster:reich Horst Lattinger von der Steiermärkischen
Landesregierung ausgezeichnet.
Bischof Dr. Michoel Bünker zur Bonkenund Finonzkrise: Europöische lntegrotion
nicht ouf Wirtschoftsthemen reduzieren
Gerade in einer Zeit, in der Europa durch die anhaltende
und sich verschärfende Banken- und Finanzkrise geftihrdet sei, sei die Frage wichtig, welchen Beitrag der Pro-
zu einem zusammenwachsenden Europa
leiste, sagte Bischof Bünker in seinem Bericht. Die evangelischen Kirchen hätten gemeinsam mit den anderen Kirchen immer betont, dass die europäische Integration keinesfalls ausschließlich auf den Bereich der Wirttestantismus
Die Dömme bröckeln
Im Jänner dieses Jahres wandten sich acht emeritierle
deutsche Bischöfe, durchwegs hochkarätige Theologen
wie etwa der Lübecker Neutestamentler Ulnch Wilckens
und die Landesbischöfe Theo Sorg und Gerhard Maier,
in einem offenen Brief an die Mitglieder der Landessynoden mit der flehentlichen Bitte, dem § 39 des soeben beschlossenen neuen Pfarrdienstgesetzes der EKD
in der vorliegenden Form ihre Zustimmung zu ver-weigeln, genauer gesagt nicht dem Text des eigentlichen
schaft reduzierl werden könne.
Kommentor:
In
diesem Punkt kann man Bischof Bünker durchaus
zustimmen. Wenn anstatt Gott und seinen Geboten Wirtschaft und Wohlstand die obersten Werle der EU sind
und wenn der Mammon zum Götzen gemacht wird, wird
die Staatengemeinschaft unweigerlich früher oder später
scheitern. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die wir derzeit erleben, hat ihren Ursprung in einer gewaltigen
Paragraphen, sondem der angefligten,,Begründung".Ein
bislang beispielloser Vorgang, dessen Signalwirkung
noch nicht abzuschätzen ist.
Gegen den Wortlaut des §39, , ,,(1) Pfarrerinnen und
Pfarrer sind auch in ihrer Lebensflihrung im familiären
Zusammenleben und in ihrer Ehe an die Verpflichtungen
aus der Ordination (§ 3 Absatz 2) gebunden. Hierflir sind
Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung maßgebend" ist ja in der Tat nichts einzuwenden. In der ,,Begründung" aber wird die Katze aus
dem Sack gelassen. Da heißt es: Der Begriff ,,familiäres
Zusammenleben" ist hingegen bewusst weit gewählt. Er
umfasst nicht nur das generationsübergreifende Zusammenleben, sondem jede Form des rechtsverbindlich geordneten Zusammenlebens von mindestens zwei Menschen, das ... den ... inhaltlichen Anforderungen Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung
genügt. Soweit diese Anforderungen erfrillt sind, bleibt
,,Moralkrise", die mit enorner krimineller Energie an
Gieq Betrug und Komrption zu Tage getreten ist.
Bildungsongebote der Kirche ietzt ouch in
gedruckter Form
Die "Bildungsangebote für haupt- und
ehrenamtliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Kirche in Osterreich" gibt es jetzt auch in gedruckter Form.
Dieses "Programm" soll an alle Pfarrgemeinden gesendet werden, damit es auch jene haben, die keinen Zugarrg zum Intemet haben. Die Broschüre kann bei Bedarf
und Verfligbarkeit unter ok-bildung@evang.at bestellt
es den Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen überlassen, ihr eigenes Profil flir die Anwendung von § 39 Abs. 1 zu entwickeln und die Norm auf
werden.
diese Weise näher auszugestalten.
Weltki rchen rot u nterstützt
koptische Christen
Was die Gliedkirchen da ,,zu entwickeln und auszugestalten" ermutigt werden, wird im nächsten Absatz
konkretisierl: Damit ermöglicht es Absatz 1 den Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen insbesondere, ihre jeweilige, häufig in engagierten Diskussionen erungene Praxis zum Umgang mit Eingetragenen
Lebenspartnerschaften ohne erneute Diskussion forlzusetzen. Besondere Bedeutung besitzt in diesem Ztsam-
Der Weltkirchenrat unterstützt die ägyptischen Christen.
Die Kirchen verurteilen die gewalttätigen Auseinandersetzungen, die im Oktober gegen koptische Christen
begangen wurden, erklär1e Generalsekretär Olav Fykse
Tveit in Genf. Die religiösen Konflikte könnten nur
durch den entschlossenen Widerstand der Menschen in
menhang die Empfehlung der Bischofskonferenz der
Agypten, Christen und Muslimen gleichermaßen,
VELKD
ftiLr den dienstrechtlichen Umgang mit Eingetragenen Lebenspartnerschaften und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften von Pfamern und Pfarrerinnen...
gestoppt werden. In einer Erklärung im O_ktober hat auch
der Okumenische Rat der Kirchen in Osterreich seine
Solidarität mit den koptischen Christen zum Ausdruck
gebracht, die Generalsynode der Evangelischen Kirche
A.u.H.B. in Österreich hat sich bei ihrer Sitzung in
Leibnitz am 25. Oktober ebenfalls mit den koptischen
lm Klartext: diese Formulierung
ermöglicht es
den
Gliedkirchen, das Zusammenleben homosexueller Paare
im Pfarhaus auf eine dienstrechtliche Basis zu stellen.
Ein Weg, den die bayerische Landessynode auch beschritten hat. Ein in der Tat unerhörter Vorgang, und
entsprechend heftig waren auch die Reaktionen, vor allem seitens der ABC in Bayern.
Angesichts der Gefahr, dass ähnliche Beschlüsse in anderen Landeskirchen die EKD an den Rand einer Kirchenspaltung bringen könnten, warb der bekannte Evangelist Ulrich Parzaty (,,ProChrist") fi.ir eine Schrift mit
dem Titel ,,Für die Freiheit des Glaubens und die Einheit
der Kirche". In dieser Schrift entwickeln namhafte Theologen - u.a. Altbischof Prof. Dr. Ulrich Wilckens (Lübeck), Oberkirchenrat i.R. Klaus Baschang (Karlsruhe),
Prof. Dr.Dr. Rainer Mayer (Stuttgart), Prof. Dr. Reinhard
Slenczka (Erlangen) - ,,Sieben aktuelle Grundaussagen
Christen solidarisch erklärt.
Kommentar:
Die koptischen Christen in Agypten sind derzeit einer
schweren Verfolgungswelle durch radikal eingestellte
Islamisten ausgesetzt. Tausende Kopten haben das Land
in den letzten Monaten schon verlassen.
Mag.Rudolf Jindrich, ABCO-Vorsitzender,
Evangelische Pfarrgemeinde Rutzenmoos
Hinweis: Als Grundlage dienten Berichte des epd - Evangelischen Pressedienstes der Evangelischen Kirche in
Osterreich, die Kommentare enthalten die Ansicht des
Verfassers.
l0
des christlichen Glaubens" mit ausflihrlichem Kommen-
Recht können nicht Veränderungen in der Auslegungstradition der Kirche begninden oder gar erzwingen.
Sehr lesenswert ist der Kommentar, in der bibelwidrige
Entwicklungen in der EKD ausflihrlich dokumentiefi
tar und der Einladung zu einem gemeinsamen Zeugnis.
In der Einleitung verweisen die Autoren auf eine Bekenntnisnot in den Kirchen und Gemeinden, einen
,,Zwiespalt, der so tiefgehend bisher nicht wahrgenornmen wurde". Auch wenn sie die ,,neueren Diskussionen
und Beschlüsse zum landeskirchlichen Pfarrerdienstrecht" als den Stein des Anstoßes benennen, so greifen
sie doch wesentlich tiefer: ,,Dabei geht es keineswegs
werden. Die gesamte Schrift kann unter
unter www.ksbb-ba),ern.de
heruntergeladen werden.
Richtungsweisend an dieser Initiative aber ist die Einlawww.bb-baden.de oder
dung, sich in einer Selbstverpflichtung an die Bibel als
Norm für Verkündigung und Lehre zu binden - eigentlich eine Selbstverständlichkeit! - und dies der Kirchen-
nur um theologische Richtungen und kirchenpolitische
Entscheidungen, auch nicht nur um sexualethische Fragen, die sich in den Vordergrund gedrängt haben. Vielmehr hat sich gezeigt, dass es um die Wahrheit der Heiligen Schrift geht und um ihre Autorität für Clauben und
Leben aller Christen ... Seit langem schon wird in unseren Kirchen und Gemeinden die zentrale Heilsbedeutung
des Todes Christi und seiner Auferstehung bestritten und
behauptet, sie seien für heutige Christen unannehmbar.
Dagegen haben sich kaum ein Bischofoder Synoden zur
Wehr gesetzt. Aber diese Grundaussagen der Heiligen
Schrift sind auch heute die entscheidende Mitte des
christlichen Glaubens und der tragende Grund der Bekenntnisse der Kirche. Darum müssen sich die Christen
zusammentun, gemeinsam dafür werben und notfalls
auch dafür streiten, dass die Bekenntnisse der Kirche
Jesu Christi neu emstgenommen werden.
Leider spiegelt sich dieser universelle Ansatz
in
leitung zur Kenntnis zu bringen. Solcherart zu dokumen-
tieren, dass man bekenntniswidrigen Synodenbeschlüssen schlicht den Gehorsam ver-weigert, ist zumindest ein
bedenkenswerler Versuch.
Nun hat es in unserer Kirche ein vergleichbares dienstrechtliches Argemis - noch! - nicht gegeben. Aber die
stillschweigende Duldung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Pfarrhaus ist nur eine Etappe auf dem
Weg dahin. Wenn in solch fundamentalen ethischen Fragen erste Risse auftreten, ist der endgültige Dammbruch
und damit eine Zer:reißprobe flir die Kirche nur mehr
eine Frage der Zeit. Und es ist das Gebot der Stunde, die
Folgen bekenntniswidriger Beschlüsse flir die Einheit
der Kirche in aller Deutlichkeit klar zt machen. Dabei
mag auch eine solche,,Selbstverpflichtung" gebührend
dokumentiert durchaus hilfreich sein.
den
,,Sieben akruellen Grundaussagen" nicht wider. Sie ori-
entieren sich weitgehend am Anlass der dienstrechtlichen Sanktionierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen im Pfarrhaus. Doch auch in dieser Engfiihrung haben die Sätze Gewicht und den Mut, lrrlehre auch als
solche zu benennen. Einige Beispiele:
o Wenn die Ehe nur als eine ,,Lebensform" neben anderen zu beliebiger Wahl behauptet wird, dann ist das fal-
Prof. Mag. Wilfried Kerling,
Kurator der Evangelischen Muttergemeinde
Gmunden/O.ö.
sche Lehre.
o Die Behauptung, eine eingetragene
Lebenspartnerschaft sei gleichwerlig mit der Ehe, ist Irrlehre. Denn die
gleichgeschlechtliche Lebensparlnerschaft kann die bib-
österreirhische Bibelgesellsrhoft
lisch bezeugte Gottebenbildlichkeit des Menschen so
wenig abbilden wie das tiefe Geheimnis der Verbindung
von Christus und seiner Gemeinde nach Eph 5. Darum
ist es eine Verflihrung zur Irrlehre, wenn unter der Überschrift ,,Ehe und Familie" in dem § 39 des EKD-Pfandienstrechts in einem einzigen Satz ,,Ehe" und ,,familiäres Zusammenleben" einfach nebeneinander gestellt
werden und die Erläuterung dazu ausdrücklich erklärt,
diese Bestimmung umfasse auch gleichgeschlechtliche
Lebenspartnersch aften.
o Es ist falsche Lehre, wenn behauptet wird, berufene
und ordinierte Diener am Evangelium seien zu keiner
besonderen Vorbildlichkeit in ihrer Lebensführung verpflichtet und könnten ein angebliches Menschenrecht
zum Leben nach eigenem Gutdünken flir sich in Anspruch nehmen.
o Es ist lrrlehre,
wenn behauptet wird, die Heilige
Schrift habe zur Homosexualität unter heutigen Bedingungen nichts zu sagen. Auch die Behauptung, Jesus
habe zur Homosexualität nichts gesagt, ist schlicht irrig:
Er hat die Ehe-Ethik des Alten Testaments sogar noch
verschärft . ... Selbstverständlich erfolgt Schriftauslegung
immer im Kontext gesellschaftlicher Verhältnisse. Es ist
aber ein Unterschied, ob sie problematische Anderungen
gesellschaftlicher Verhältnisse zusätzlich begünstigt oder
ob sie solchen Anderungen mit biblischen und kirchlichen Gründen entgegentritt. Neuerungen im staatlichen
ll
Arbeitsgemeinschoft
Bekennender Christen
in Österreich (ABCÖ)
Moil: obcoe@oon.ot
Mortin - Luther - Str. 7l
8970 Schlodming
AUF FESTEM GRUND
Österreichische Post AG
Info. Moil Entgelt bezohlt
Verlogspostomt: 4844 Regou
Retouren on:
ABCÖ, Postfoch 45,
4840 Vöcklobruck
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