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Den Moment einfangen, wie er ist – nicht, wie er sein soll - ofChors

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Stichwort:
Ersch.: 14.03.08
Auszug: f
Bearb.:
16
016
Ressort: bb5
Seite: 16
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STADT UND KREIS BÖBLINGEN
Nummer 63
ie Fotografie ist unter Jugendlichen
nicht eben ein cooles Hobby. Doch das
D
schert Jan Wittkopp nicht. Wenn das Wetter danach ist, schnappt sich der 17-jährige Schönaicher die „Spiegelreflex“, radelt mit dem Rad vom Vater in die Natur
hinaus, guckt durch den Sucher – und
schaltet ab.
Freitag, 14. März 2008
Den Moment einfangen, wie er ist – nicht, wie er sein soll
Schönaicher Gymnasiast Jan Wittkopp hat ein Faible für die Naturfotografie – Streifzüge durch Gemarkung
VON SIEGFRIED DANNECKER
Das ist es, was dem Elftklässler am Böblinger AEG am Freizeitvertreib mit seiner
Nikon so gefällt. „Es entspannt. Man vergisst Raum und Zeit. Es gibt mir ein Freiheitsgefühl.“ Manchmal ist Jan schon vorm
Frühstück draußen auf Motivsuche. Denn
schräg fallendes Licht modelliert. Natur
und geometrische Natur-Architektur kommen so besser zu Geltung.
Jan Wittkopp war 14, als er die Fotografie für sich entdeckte. Da nahm er die
Canon Power Shot seines Herrn Papa und
hielt erstmal wild drauflos. „Ich hab alles
fotografiert.“ Später reduzierte Jan sein
Auge für die Schönheiten rund um Schönaich – und streifte durch Wiesen, Wälder
und Felder. Für die Natur hat er viel übrig.
„Die rennt nicht weg. Ihr kann man sich
konzentriert nähern“, witzelt er. Menschen
seien flüchtiger. Er traue sich noch nicht so
recht, sie anzusprechen, direkt auf sie zuzugehen, räumt der Keyboarder in den beiden Bands „In the Age of Sail“ und „Cyon
Rocket Orchestra“ ein.
Seit er seinen Vater – IBM-Manager –
und seine Mutter – Regionalrätin Beate
Wittkopp – überreden konnte, eine
„gscheite“ Nikon D 80 als Gemeinschaftseigentum zu kaufen, ist der junge Mann
noch öfter hinterm Okular zu finden. Oder
am PC, um die Ausbeute ordentlich abzu-
Hat ein gutes Auge: Jan
Foto: Wandel
Ackerstimmung
im warmen
Abendlicht –
eines von so vielen Fotowerken,
die der 17-jährige
Gymnasiast Jan
Wittkopp mit seiner Nikon auf
Schönaicher Gemarkung eingefangen hat.
Fotos: Wittkopp
legen. Ob er die digitale Ernte dann auch
eifrig nachbearbeitet? Jan Wittkopp schüttelt die blonde Mähne. Klar, Kontraste und
Helligkeiten ändere er schon mal. An „Inhalten“ aber werde nichts manipuliert,
gibt sich Jan als Purist: „Ich will den
Moment einfangen, wie er war – und nicht,
wie ich ihn mir wünsche.“ Ein beinahe
philosophischer Satz.
Was er aus seinen Talenten mal machen
will, weiß Jan noch nicht. „Erstmal ist das
Abitur wichtig“, erklärt der 17-Jährige.
Aber seit seinem BOGY-Praktikum in der
KREISZEITUNG hat den Chefredakteur
der AEG-Schülerzeitung „Nasobem“ der
Journalismus gepackt. „Das war cool bei
Euch“, fand er. Wer weiß, vielleicht macht
der Schönaicher seine Neigung noch irgendwann zum Beruf. Neben Spürsinn und
Neugier ist ein gutes Auge schließlich ein
wichtiger Grundstock für kreatives Medienschaffen.
Manche Schönheit liegt im Detail: eine Makroaufnahme
Schattenriss im Gegenlicht: mein Freund, der Baum
Männlichkeit – eine hochriskante Lebensform?
Krise und Zukunft des „starken“ Geschlechts Thema beim Internationalen Frauentag
Kreis Böblingen (red) – Der Mann im
Mittelpunkt des Internationalen Frauentags? Das Gleichstellungsbüro des
Landkreises wagt das Experiment und
thematisiert ihn dieses Jahr: den
Mann.
„Das Ziel unserer Bemühungen geht – ganz
im Sinne des Grundgesetzes - in die Richtung des chancengleichen Miteinanders der
Geschlechter. Dabei spielen nicht nur mittelbare und unmittelbare Diskriminierungen von Frauen eine wichtige Rolle, wir
müssen auch wissen, was sich auf der ,Männerseite’ bewegt“, so die Stellungnahme der
Gleichstellungsbeauftragten Heidi BonerSchilling. Männerforschung wird noch zu
wenig wahrgenommen und für gleichstellungspolitische Strategien nutzbar gemacht.
Die Verunsicherungen auf Seiten der
Männer haben selbstverständlich auch immer Auswirkungen auf die Frauen als Partnerinnen, Mütter, Arbeitskolleginnen, Che-
Heidi Boner-Schilling
Foto: Ruchay/A
Die Männer kommen ins Gerede, zumindest in den Medien. Jungs werden zunehmend als die Verlierer im Bildungssystem
ausgemacht. Väter wollen neu wahrgenommen werden. Die klassische Ernährerrolle
bröckelt schon lange. Traditionelle Männerbilder verlieren an Orientierungskraft. Die
Zusammenfassungen dieser Entwicklungen
lauten medial provokativ etwa so: „Vom
Macho zur Memme“, „Angeknackste Helden“ oder „die Krise der Kerle“.
finnen der Männer. Wie wirken sich von
Männern selbstgewählte Veränderungen
wie Väter in Elternzeit, höheres Engagement in der Familie, verbessertes WorkLife-Balancing auf die Gesellschaft und
präziser auf die Frauen aus? Wie wirken
sich unfreiwillige Veränderungen wie zunehmende Dauerarbeitslosigkeit, vermehrte
Brüche in Erwerbsbiografien, schlechte Berufschancen, weil gering qualifiziert aus?
Alba-Marathon in
Etappen
„ofChors“ feiert
Geburtstag
Böblingen (red) – Zum dritten Mal findet
vom 17. bis 20 Juli in Alba die Veranstaltung „Maratona a Tappe“ statt. Das Tourismusbüro der Stadt Alba und die Gruppo
Podisti laden alle Lauffreudigen ab 18 Jahren zur Teilnahme an diesem Marathon in
Etappen ein. Die 42,195 km lange Strecke
ist in vier Etappen unterteilt, die an vier
Tagen zu bewältigen sind.
Am 17. Juli sollen die Teilnehmer in Alba
und Umgebung eintreffen und ihre Unterkunft beziehen. Am selben Tag beginnt der
Lauf um 20 Uhr. Die erste Etappe (8 km)
verläuft durch und rund um Alba. Der
nächste Streckenabschnitt (13,3 km) führt
am 18. Juli von Trezzo Tinella nach Lequio
Berria. In Verduno starten die Läufer am
19. Juli und am 20. Juli von Castellinaldo,
Magliano Alfieri, Priocca zurück nach Castellinaldo. Die Transfers zu den Strecken
werden im Vorfeld organisiert. Zusätzlich
wird ein umfangreiches Begleitprogramm
angeboten. Für die vier Tage andauernde
Veranstaltung bietet das Tourismusbüro
Alba ein Pauschalangebot ab 227 Euro pro
Person für drei Übernachtungen im Doppelzimmer an. Auskünfte, auch in deutscher
Sprache, unter 0039 / 0173/ 35833, Email:
info@lagheroero.it bzw. über die Website:
www.langheroero.it . Die Organisatoren der
Veranstaltung bieten nähere Informationen
unter www.gruppopodistialbesi.it an.
5 Jahre, Konzerte, Städte
„Uneducated – unemployed - unmarried“
(ohne Ausbildung, ohne Job, ohne Liebe),
prognostizierte das renommierte Londoner
Wirtschaftsblatt „Economist“ bereits vor
zwölf Jahren die Karriere vieler junger
Männer.
Was bedeuten diese Umwälzungen für
Frauen und Männer, für eine Gesellschaft?
„Es ist höchste Zeit, diese Umwälzungen
nicht nur medial reißerisch zu diskutieren,
sondern konkret und an Lösungen orientiert“, heißt es in einer Pressemitteilung
weiter. Einen ersten Schritt in diese Richtung unternimmt das Gleichstellungsbüro
des Landkreises in Kooperation mit dem
Frauenbüro der Stadt Herrenberg und der
Kreiszeitung Böblinger Bote mit Prof. Dr.
Walter Hollstein, Soziologe und bekanntester und renommiertester Männerforscher
im deutschsprachigen Raum.
„Abenteuer der
Offenheit wagen“
Sein Resümee: „Die Idealisierung des je
eigenen Geschlechts und die Diabolisierung
des je fremden bestätigt Vorurteile und Klischees, stabilisiert die eigene Meinung und
verhindert den wahren Blick auf das Andere. Das gilt für Männer wie für Frauen.
So werden Unverständnis, Feindschaft und
Geschlechterkampf mit Anstrengung kulti-
viert, statt das Abenteuer der Offenheit zu
wagen. Wenn Männer ihre Animaprojektionen zurücknähmen und Frauen ihre Animusübertragungen, dann gäbe es weniger
Engel, Teufel, Hexen, Opfer und Täter und
dafür wesentlich mehr Menschen aus
Fleisch und Blut und mit Fehlern, die korrigierbar sind, mit Vorzügen, die sich genießen ließen, reale Frauen und ebensolche
Männer.“
Aus organisatorischen Gründen zeitversetzt, lädt das Gleichstellungsbüro des
Landkreises interessierte Frauen und Männer zum Empfang anlässlich des Internationalen Frauentags ein und zwar am Freitagabend, 25. April, 18 Uhr in die Kongresshalle Böblingen.
Das Referat von Prof. Dr. Hollstein mit
anschließender Diskussion wird kabarettistisch umrahmt von Lioba Albus. Sie spielt
aus ihrem Programm „Wenn Männer zuviel
liegen“. Anschließend erwartet die Teilnehmenden ein kleines Buffet und Raum für
Begegnung, Vernetzung und Austausch.
Der Kostenbeitrag für die Abendveranstaltung beträgt 10 Euro. Detaillierte Information und Kartenreservierungen sind über
das Gleichstellungsbüro möglich: Telefon
(0 70 31) 663-19 28, Mail s.koller@lrabb.de
oder über www.gleichstellung.landkreis-boeblingen.de.
Gegen verbindliche
Schulempfehlung
Kreis Böblingen (red) – „Die Grundschulempfehlung für weiterführende Schulen
findet viel zu früh statt und wird den Kindern nicht gerecht“, so die Überzeugung der
SPD-Landtagsabgeordneten Birgit Kipfer
und ihrer Fraktion.
Diese fordert in einem Antrag die Landesregierung auf, den bindenden Charakter
der Grundschulempfehlung abzuschaffen.
„Schulexperten mahnen schon lange, dass
der frühe Notendruck und die Konzentration auf die Wahl der weiterführenden
Schulart dem Unterrichtsklima und der
Lernmotivation schaden“, bemängelt Kipfer. Die neueste IGLU-Studie belege, dass
Kinder aus eher bildungsfernen Familien
deutlich höhere Leistungen erbringen
müssten, um eine Gymnasialempfehlung zu
erhalten, als Kinder aus bildungsnahen
Familien. Zudem könne in diesem Alter
noch keine verlässliche Beurteilung des Leistungs- und Entwicklungsstandes von Kindern vorgenommen werden.
„Die Eltern sind diejenigen, die ihre Kinder genau kennen. Sie müssen in ausführlichen Beratungsgesprächen viel intensiver
in den Entscheidungsprozeß miteinbezogen
werden“, so Kipfer. Die Veränderung des
Empfehlungsverfahrens sei ein wichtiger
Schritt hin zu einer wirksamen Bildungsund Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Schule.
Kreis Böblingen (red) – „ofChors“ wird
fünf. 2008 steht daher unter dem Motto
„Wir machen Party!“ Fünf Konzerte an
fünf Orten laden zum Mitfeiern ein.
Im April 2003 war es so weit, ofChors wurde
aus der Taufe gehoben. Nun gab es zwar 15
Gründungsmitglieder, aber niemanden, der
diesen wilden Haufen zu einem „Ganzen“
zusammenfügen und das vorhandene Potenzial ausschöpfen konnte.
So begab man sich auf die Suche nach
einem Dompteur. Kompetent, engagiert und
innovativ, aufgeschlossen und kooperativ
sollte er oder sie sein. Aber das Wichtigste die Chemie sollte zu 100 Prozent stimmen.
Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch keine/r der
Gründer/innen, wie schwierig, nervenaufreibend und langwierig sich diese Aufgabe
in den darauffolgenden Wochen gestalten
sollte. Nach etlichen, zähen Versuchsabenden mit zahlreichen Aspiranten für diesen
Posten – mit stets ungewissem Ausgang –
fand ofChors mit Guido Löflad den „Mann
fürs Leben“. Der Startschuss erfolgte kurz
darauf mit einem (noch) kleinen Weihnachtskonzert. Danach ging’s Schlag auf
Schlag, die Ereignisse überschlugen sich.
Nach fünf Jahren kann ofChors auf eine
bewegte Vergangenheit mit zahlreichen En-
Singen ist für sie das Natürlichste der Welt: „ofChors“
gagements, Konzerten und Auftritten zurückblicken und möchte mit seinem Jubiläumsprojekt 2008 sowohl seinen Fans als
auch seinen Sängern und Sängerinnen ein
besonderes High-Light bereiten.
Die Idee hinter dem aufwändigen Konzertprojekt 2008, welches schon fast eine
Tournee zu werden scheint, ist schnell erklärt. Es wird jeweils ein Konzert in einem
Ort stattfinden, aus dem ein oder mehrere
ofChors-Akteure stammen. Geografisch erstreckt sich dieses Gebiet von Waiblingen
über Stuttgart, Renningen, Böblingen bis
hin nach Calw. Damit noch nicht genug, es
wird darüber hinaus bei jeder Veranstaltung einen weiteren (lokalen) Show-Act
geben. Das heißt, dass sich ofChors bei
jedem Konzert Gäste einlädt. Eine im jeweiligen Kreis bekannte Band, Gruppe, Orchester oder Gesangsformation wird das Pro-
Foto: red
gramm verstärken, ergänzen und abrunden.
Das Projekt verspricht viel Abwechslung
und Spaß für den Chor, die „Gaststars“ und
fürs Publikum. Der Startschuss für die
Konzertreihe 2008 fällt am 19. April in der
Zehntscheune in Dagersheim.
Weitere Informationen im Internet
www.bb-live.de
www.ofChors.de
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Seele and Geist
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