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Mittwoch, 24. Oktober 2007
INTERNET COMPUTER KOMMUNIKATION
Stuttgarter Zeitung Nr. 246
Wie man bei Google ganz weit oben landet
IT BELEUCHTET
Eine prominente Platzierung in den Listen der Suchmaschinen bedeutet harte und langwierige Arbeit – ohne Experten geht es kaum
Damit war es mit der Kaltakquise vorbei.
Seither fließen über den „Internethahn“ täglich neue Anfragen in das Unternehmen: fast
30 000 waren es in den vergangenen fünf
Jahren, was den Umsatz deutlich in die Höhe
schnellen ließ. Doch damit die Zahlen so
bleiben, muss Macfarlane am Ball bleiben: 15
bis 20 Stunden wöchentlich investiert der
Chef persönlich in die Positionierung seiner
Seite. Jeden Morgen ruft er die Statistiken ab.
Trotz zahlreicher Suchmaschinen im Netz
beherrscht der Monopolist Google zu über 90
Prozent den Markt. Das bringt Tücken für
SEOs mit: Google ändert immer wieder seine
Suchstrategien und stellt neue Spielregeln
auf. Wer sich nicht daran hält, wird ins
Google-Jenseits befördert. Im schlimmsten
Fall heißt das, die Webseite wird aus der
Google-Datenbank gestrichen. Allerdings
geht Google dabei recht willkürlich vor. Für
kleine Firmen, deren Hauptvertriebskanal
das Internet ist, ist eine Sperrung fatal. „Vorletztes Jahr wurde unsere Webseite plötzlich
gesperrt“, sagt Macfarlane. Kurze Zeit später
sei sie wieder drin gewesen.
Wer im Internet nach etwas Bestimmten
sucht, nutzt Google & Co. Deshalb rangeln Firmen darum, bei der Suche möglichst unter den ersten Treffern zu landen
– und investieren zunehmend in Spezialisten, die Webseiten so verbessern, dass die
vordersten Plätze garantiert sind.
Von Judith Gehrold
Gefunden werden, statt intensiv um Kunden
werben zu müssen – das ist das Ziel von
Suchmaschinenoptimierung, auch SEO (Search Engine Optimization) genannt. Wahrlich
kein neuer Gedanke und doch wird SEO nur
von wenigen Unternehmen als Akquiseinstrument eingesetzt. Im Internet findet man
zahlreiche Suchmaschinenoptimierer (SEOs),
deren Angebote für Laien oft schwer zu
beurteilen sind. Zu komplex ist das Thema
inzwischen geworden, und nicht jeder hat
Lust und Zeit, sich damit zu beschäftigen.
Dabei kann Suchmaschinenoptimierung gerade für kleine und mittelständische Unternehmen messbare Erfolge bringen.
Einer, der auszog, die Geheimnisse der
Suchmaschinenoptimierung zu ergründen,
ist Bruce Macfarlane, gebürtiger US-Amerikaner und Inhaber der gleichnamigen Tübinger
Übersetzungsfirma Macfarlane. Als der ehemalige Exportleiter 1999 sein eigenes Unternehmen gründete, hatte er bereits ausreichend Erfahrung im Aufbau von Vertriebsstrukturen gesammelt. Die Geschäfte der
Übersetzungsfirma liefen gut, doch irgendwann geht jeder Vertrag zu Ende. So war
Macfarlane ständig auf der Suche nach neuen
Kunden: „Die Frage, wo bekomme ich neue
Kunden her, ließ mir keine Ruhe.“ Sein Stiefsohn Fabian, der in Onlinemagazinen Berichte darüber gelesen hatte, wie Websites
zur Neukundengewinnung genutzt werden
können, brachte ihn 2002 auf die Idee der
Suchmaschinenoptimierung. Macfarlane las
sich in das Thema ein und analysierte die
Algorithmen der Suchmaschinen. Als studierter Mathematiker und Volkswirt begeisterte
ihn diese neue Form der Kundenakquise:
„Erfolg haben durch ,gefunden werden‘ – das
hat mich fasziniert“, sagt der Unternehmer.
Sanktionen ohne Vorwarnung
Schlüsselwörter sind notwendig
Eine wichtige Rolle für die Suchmaschinenoptimierung spielen unter anderem die
sogenannten Keywords, das sind die Schlüsselwörter, nach denen die meisten Internetuser suchen. Bei der Firma Macfarlane sind
dies zum Beispiel Begriffe wie Übersetzung,
Übersetzungen, Übersetzer, übersetzen, Übersetzungsbüro und Übersetzungsdienst.
Noch wichtiger als die Verwendung von
Keywords ist der Einsatz von „Backlinks“,
Apple lässt den
Leoparden los
Apple-Kunden können von Freitag an das
neue Macintosh-Betriebssystem Leopard kaufen. Die Software für den Betrieb von AppleComputern soll in Deutschland um 18 Uhr in
die Läden kommen, teilte das Unternehmen
in München mit. Die Auslieferung hatte sich
um Monate verzögert, da der Konzern einige
Entwickler von Leopard zur Entwicklung des
Apple-Handys iPhones abgezogen hatte.
Apple wirbt für das neue Betriebssystem mit
über 300 neuen Funktionen, die das Arbeiten
mit einem Apple-Rechner einfacher machen
und praktischer gestalten sollen. Leopard sei
„die beste Aktualisierung, die wir je herausgegeben haben“, warb der Chef von Apple,
Steve Jobs, für das neue System.
Unter den neuen Funktionen sei ein Programm zur Sicherung von Dateien, E-Mails
und „absolut allem“, was ein Nutzer auf
seinem Mac speichere, sagte der Apple-Vize
Scott Forstall. Besonders attraktiv soll diese
automatische Datenspeicherung durch die
Funktion „Time Machine“ sein: Die Anwendung legt Sicherungskopien von jeder Datei
an und merkt sich zugleich, wie das gesamte
System zu einem bestimmten Tag aussah.
Damit könne man bei Bedarf nach verloren
geglaubten Dateien in der Vergangenheit suchen. Auch soll die Suche nach Daten auf
allen Computern eines Netzwerks möglich
sein. Zudem soll die Bedienung für Blinde
durch eine bessere Unterstützung sogenannter Braille-Zeilen einfacher werden.
Mac-Nutzer in Deutschland können eine
Einzellizenz des Mac OS X 10.5 Leopard für
129 Euro erstehen, die Lizenz für fünf Anwender kostet 199 Euro.
StZ
Firmen kämpfen darum, auf der Trefferliste von Suchmaschinen oben zu stehen.
also Links, die von anderen Websites auf die
eigene Seite verweisen. Einen guten Listenplatz bei Suchmaschinen erlangen demnach
Webseiten, die Schlüsselwörter und Backlinks intelligent einsetzen. Zudem helfen Ranking-Analysen, die oftmals von Dienstleistern angeboten werden. Dabei geht es letztendlich immer darum, dass die eigene Seite
Foto
Vario-Press
mit den Seiten verglichen wird, die als Top
Ten in den Suchmaschinen landen. Passt man
die entsprechenden Werte an, steigen die
Chancen, ebenfalls auf den ersten Plätzen zu
landen. Auf diese Weise gelang es Macfarlane
nach und nach, seine Webseite zu optimierten. Dann trug er sich in insgesamt 200
Suchmaschinen und Webverzeichnisse ein.
Warum Macfarlane von der Suchmaschine ausgeschlossen wurde, weiß er bis
heute nicht, er kann nur mutmaßen: „Google
ändert seine Suchstrategien dynamisch, man
weiß nie genau, welche Strafaktion folgt und
warum.“ An dieser Stelle verfolgt Google eine
ganz eigene Politik: Der Suchmaschinenbetreiber fordert Webmaster dazu auf, „verdächtige“ Seiten zu melden. Bestraft werden
Inhaber von Webseiten und SEOs dann, wenn
sie durch Spamming versuchen, die Suchergebnisse zu beeinflussen. Unerlaubt ist etwa
der Einsatz von verborgenen Texten oder
Links sowie irreführende oder sich wiederholende Wörter und doppelt vorhandene Seiten. Bestätigt sich der Spam-Verdacht, folgt
meist ohne Vorwarnung die Sanktion.
Google hat noch weitere Züchtigungen
parat, wie etwa die „Sandbox“: Arbeiten
Neuankömmlinge mit unlauteren Mitteln,
droht ihnen für Monate der Sandkasten,
sprich ein unattraktiver Listenplatz. Ältere
Seiten, die auf verdächtig viele Backlinks
verweisen, werden von Google ebenso für
lange Zeit auf dem weit hinten liegenden 31.
Listenplatz verwiesen. „Der Aufruf, verdächtige Webseiten zu melden, hat zu einer
unfairen Petzkultur geführt“, sagt Macfarlane. „Leider wird immer wieder versucht,
Mitbewerber über eine Spam-Meldung bei
Google auszuschalten.“
Der ständige Wechsel der Suchalgorithmen seitens Google wird in SEO-Kreisen
auch gerne „the Google dance“ genannt. Für
SEOs ein recht willkürlicher Tanz, bei dem
der nächste Schritt ungewiss ist.
Von Cinthia Briseño
Bisweilen begegnet einem beim Einrichten
eines neuen E-Mail-Kontos folgende Nachricht: „Wenden Sie sich an Ihren Systemadministrator, bevor Sie folgende Option ändern.“ Systemadministrator? Der ist, wie
so oft, just in diesem Moment nicht zur
Stelle. Also gilt es, selbst zu entscheiden,
ob man in dem Kästchen „SSL verwenden“
ein Häkchen setzt oder nicht – wüsste
man nur, was das bedeutet.
Der „Secure Sockets Layer“ ist ein Protokoll, das zum Aufbau verschlüsselter
Kommunikationskanäle führt. Wichtig ist
das SSL-Verfahren etwa für Kunden, die
online ihre Kontodaten, Kreditkartennummer und dergleichen hinterlegen müssen.
Der Webserver der Firma baut so mit dem
Webbrowser des Kunden eine sichere Verbindung auf. Das erkennt man an der
Adresszeile im Browser: sie beginnt dann
mit https://. In der Regel erscheint auch
ein Schlüsselsymbol in der Statuszeile des
Webbrowsers. Mit Hilfe von SSL soll es
Unberechtigten nicht möglich sein, Zugriff
auf sicherheitsrelevante Informationen zu
haben. Zwar bietet SSL keine garantierte
Sicherheit, doch die Verschlüsselung, die
durch komplexe Algorithmen gewährleistet wird, schafft ein großes Maß an Schutz.
Ob es sinnvoll ist, E-Mails über SSL zu
übertragen, darüber scheiden sich die Geister. In der Tat sollten sich Laien aber dazu
an ihren Systemadministrator wenden.
Sicherheit in der Informationstechnik sollte jedes Unternehmen ernst nehmen – auch ein Laie kann gefährlich werden
Hacken kann jeder. Das haben IT-Sicherheitsexperten auf der Computermesse Systems in München eindrucksvoll demonstriert: Mit einfachen Mitteln kann jeder
zum Internetbetrüger werden. Ein geschärftes Bewusstsein für Sicherheitsdenken ist daher gefragt.
Von Cinthia Briseño, München
Sebastian Schreiber ist ein junger, sympathischer Typ. So wie er auf der Bühne steht, im
adretten Anzug, vermittelt er nicht gerade
den Eindruck eines typischen Hackers, wie
man ihn sich als Laie wohl vorstellen mag.
Doch ganz schnell wird deutlich: Sebastian
Schreiber ist ein Experte. Er weiß genau, wie
sich Betrüger im Internet bewegen.
Vergangene Woche hatte Schreiber in der
Sendung „Stern-TV“ vorgeführt, wie man sich
Musik kostenlos über das Internet ziehen
kann, ohne sich dabei strafbar zu machen.
Jetzt – auf der Computermesse Systems
in München – hat es der Geschäftsführer der
Tübinger IT-Sicherheitsfirma Syss auf eine
Webseite der Erdinger Brauerei abgesehen:
Im Forum des Erdinger Bundesliga-Tippspiels
können sich Mitglieder gegenseitig Nachrichten schicken. Es geht ganz schnell: Schreiber
registriert sich als Nutzer des Forums, schickt
sich selbst eine Nachricht, ruft diese ab und
verändert dann in der Adresszeile des Webbrowsers einfach eine Zahl. „ID=40632“ steht
dort irgendwo. Schreiber löscht die „2“, tippt
stattdessen eine „1“ ein, drückt die Eingabe-
taste und schon landet er in einer E-Mail von
einem gewissen Harry, die Sebastian Schreiber eigentlich nichts angeht.
URL-Manipulation nennt sich diese recht
simple Art eines Hackerangriffs. So funktionieren viele Betrügereien im Netz. Ein ähnlicher Trick genügt, und Schreiber hat eine
Pizza Quattro Stagioni für einen statt 5,90
Euro in seinem virtuellen Warenkorb.
An Schreibers Seite auf der Bühne des
Computermesseforums der IT-Security-Area
steht der Rechtsanwalt Jyn Schulze-Melling.
Bisher hat er alle Aktionen Schreibers kommentarlos beobachtet. Doch als Schreiber auf
den Bestellknopf drücken möchte, schaltet er
sich ein: „Wer sich durch einen solchen
Vorgang im Internet einen Preisvorteil verschafft, begeht Computerbetrug.“ Der Strafbestandskatalog im Strafgesetzbuch sei umfassend. Mittlerweile gebe es für alle möglichen
Internetdelikte einen passenden Strafbestand. So verzichtet Schreiber lieber darauf,
die billige Pizza zu bestellen, und fährt mit
der Demonstration seines Live-Hacks fort.
Für ein großes Aha-Erlebnis unter den
Zuschauern sorgt Schneiders präparierter
USB-Stick. Einmal in den Computer gesteckt,
öffnet sich automatisch ein Trojaner. Es bedarf nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen,
dass sich mit dieser Methode ziemlich leicht
großer Schaden anrichten lässt.
„Für Trojaner gibt es einen Markt, sie
sind käuflich ohne weiteres erwerblich. Ab
1500 Euro sind schon sehr effektive Tools zu
haben“, sagt Schreiber und warnt davor,
fremde USB-Sticks einfach in den Computer
Sebastian Schreiber kennt die Tricks der BetrüFoto Syss
ger im Internet.
zu stecken. Neuere USB-Sticks seien in der
Lage, dem Computer vorzugaukeln, ein CDROM-Laufwerk zu sein. Deshalb würden sich
selbst startende Programme auch als solche
erkannt und ausgeführt. Schreiber empfiehlt
darum jedem, die „Autorun-Funktion“ auf
dem Rechner zu deaktivieren, selbst wenn
dieser kein CD-ROM-Laufwerk habe. Dies sei
der einzig wirksame Schutz vor böswilligen
Absichten, sagt Schreiber, „Firewalls und Antivirensoftware helfen da gar nicht.“
Mit Hilfe eines Trojaners die Rechner
anderer auszuspionieren ist das eine. Mittlerweile haben Hacker aber auch Handys im
Visier, weshalb trojanische Pferde auch für
Mobilfunkgeräte entwickelt werden. Ein „trojanisiertes Handy“, wie Schreiber es nennt,
liefert dann unter Umständen ganz neue
Arten privater Daten. Zum einen lässt sich
darüber der Aufenthaltsort einer Person ermitteln, zum anderen kann ein Handy mit
einer solchen Schnüffelsoftware auch leicht
zu einer Wanze werden: Das Handy baut
unbemerkt eine Verbindung zum Handy des
Hackers auf, und so kann dieser alle Gespräche des Handynutzers mithören.
Und so liefern sich Hacker und Unternehmen zur IT-Sicherheit ständig ein Rennen um
die neueste Sicherheitslücke und die dazu
passende Schutztechnologie. Der Präsident
des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Udo Helmbrecht, spricht nicht
ohne Grund von möglichen Bedrohungsszenarien, weshalb der IT-Sicherheitsmarkt auch
künftig weiterhin wachsen würde – ebenso
wie der „Cybercrime“.
Polizei schließt
illegale Musikbörse
Selbst Profis haben kaum Durchblick im Dschungel der Lizenzen
Cory Doctorow ist jemand, den man vor ein
paar Jahren als Digerati bezeichnet hätte –
ein Mitglied jener tonangebenden Schicht
schöpferischer Geister, deren Absichten und
deren Lebensstil maßgeblich von den neuen
Möglichkeiten der digitalen Technologie geprägt sind. Bis zum Jahr 2006 koordinierte er
die europäischen Aktivitäten der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF), die ihren Sitz in London hat.
Seither tritt er von Los Angeles aus in
Gehört oder gelesen hat sie jeder schon
irgendwann, diese kleinen Kürzel aus
der Computerwelt. Doch was verbirgt
sich hinter dem Buchstabensalat? Unsere Serie beleuchtet die Informationstechnologie und erklärt Fachbegriffe
aus dem PC-Alltag.
Hackerangriffe sind nicht immer kompliziert
PETER GLASER
Das Urheberrecht
und die Versuche,
es zu modernisieren, sind schon
kompliziert genug. Manchmal
verschlimmert Enthusiasmus die
Lage zusätzlich.
SSL
Erscheinung, vor allem als Mitautor des
Onlinemagazins „Boing Boing“, für das er
schon seit gut sechs Jahren schreibt.
Eines seiner Hauptanliegen ist die Modernisierung des Urheberrechts. Doctorow wendet sich nicht nur gegen die weitere Einschränkung von Nutzerrechten durch sogenanntes Digital Rights Management (DRM),
sondern er setzt auf ein alternatives Verfahren: „Creative Commons“. Dabei handelt es
sich um Lizenzvereinbarungen, mit denen
ein Urheber selbst darüber bestimmen kann,
wie freizügig seine Arbeit weiterverbreitet
werden darf. Rechtswissenschaftler haben
diese Art von Lizenzen ausgearbeitet, jeder
kann sie verwenden. Statt sich wie beim
klassischen Copyright alle Rechte vorzubehalten, können Autoren oder Musiker hier
durch unterschiedliche Vereinbarungsvarianten selbst festlegen, auf welchen Rechten sie
bestehen oder ob sie ihr Werk beispielsweise als Gemeingut freigeben möchten.
Cory Doctorow ist auch Science-Fiction-Autor. Auch seine Bücher stehen unter einer
Creative-Commons-Lizenz, die eine nichtkommerzielle Weiterverbreitung erlaubt.
„Boing Boing“, die prominente Plattform für
seine Bemühungen um eine Liberalisierung
des Copyrights, ist eines der meistgelesenen
Blogs im Netz.
Vor ein paar Wochen veröffentlichte
Doctorow dort eine Kurzgeschichte der kalifornischen Science-Fiction-Autorin Ursula
Kroeber Le Guin. In einem offenen Brief auf
ihrer Website wies Le Guin darauf hin, dass
sie von Doctorow nicht um ihr Einverständnis zu der Veröffentlichung gefragt worden
sei. Außerdem habe man ihr durch einen
Hinweis auf der Seite untergeschoben, dass
der Text einer Creative-Commons-Lizenz unterliege. Für Doctorow war das ganze doppelt unangenehm – Le Guin ist eine der
literarischen Heroinen seiner Jugend. In einer etwas gewundenen Entschuldigung beruft er sich auf die „Fair Use“-Regelung im
amerikanischen Copyright, die das Zitieren
aus Texten gestattet. Allerdings war die
komplette Geschichte „zitiert“ worden.
Vollends kompliziert wurde die Angelegenheit durch ein modernes Problem, das
manche für eine Lösung halten – Automatik
statt Auseinandersetzung. Die Mails von Andrew Burt, der von Ursula Kroeber Le Guin
darum gebeten worden war, Doctorow anzuschreiben, landeten nicht in dessen Mailbox,
sondern in einem „Killfile“. So nennt man
einen Filter, den jemand einrichtet, um Nachrichten einer unliebsamen Person ungelesen
in die Löschtonne umzuleiten.
Burt und Doctorow waren im August
aneinandergeraten, als Burt im Namen des
amerikanischen Verbands der ScienceFiction-Autoren eine Texttauschbörse an der
Verbreitung geschützter Werke zu hindern
versuchte. Dabei wurde irrtümlich auch der
Zugriff auf einen Roman von Doctorow,
dessen Weiterverbreitung ausdrücklich gestattet ist, kurzzeitig gesperrt. Der Fehler ist
längst behoben. Doch die verbliebene Unversöhnlichkeit hat neue Probleme erzeugt.
E-Mail an den Autor: p.glaser@stz.zgs.de
In einer gemeinsamen Aktion der britischen
und niederländischen Polizeibehörden ist die
weltgrößte illegale Internet-Musikbörse,
Oink, geschlossen worden. Das teilte die
Internationale Vereinigung der Phonographischen Industrie (IFPI) in London mit. Die
Website mit geschätzten 180 000 Mitgliedern hatte seit Anfang des Jahres bereits 60
bekannte Musikalben angeboten, einige davon mehrere Wochen vor ihrem offiziellen
Erscheinen. Die Bedingung für eine Mitgliedschaft bei Oink war, dass der Anwärter selbst
Musik anzubieten hat. Die von Interpol koordinierte Fahndung führte den Angaben zufolge am Dienstag zur Festnahme des 24-jährigen Verantwortlichen von Oink, der in der
Nähe von Middlesbrough in Nordostengland
lebt. Die Server der Website seien vergangene Woche in Amsterdam von der Polizei
beschlagnahmt worden. „Das war keine Website, auf der Freunde zum Spaß ihre Musik
austauschten“, erklärte Jeremy Bansk, der bei
der IFPI für Internetpiraterie zuständig ist.
„Es handelte sich um ein weltumspannendes
Netzwerk, das sich Musik beschaffte, für die
es keine Rechte erworben hat und das diese
Musik im Internet verbreitete.“
AFP
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Seele and Geist
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