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Manchmal stehen Häuser wie am Schnürchen - Textetage

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BLACK ‘N’ WHITE IN BERLIN:
Elf, abwechselnd schwarze
und weiße Häuser bilden das
„Artists Village III“-Ensemble.
RENAISSANCE DER REIHENHÄUSER?
Als Hausgruppe bezeichnen Architekten ein Projekt von mindestens drei oder mehr aneinandergebauten Wohngebäuden. Einen regelrechten Reihenhausboom gab es im Nachkriegsdeutschland. Knappe Grundstücke und wenig Geld
waren die Auslöser. Heute werden Reihenhäuser oft als Stadthäuser nach dem Beispiel des vorindustriellen mehrgeschossigen Bürgerhauses auf kleiner, schmaler Grundfläche gebaut.
leben › WOHNEN › IM REIHENHAUS
TEXT: KRISTINA SIMONS
BILDER: TOM PISCHELL
Aus der Reih e gefallen
Manchmal stehen Häuser wie am Schnürchen. Reihenhäuser sind normalerweise nicht gerade für Individualität bekannt.
Doch genau das ist es, was das Reihenhaus von Jan Kröger und Claudia Seidel ausmacht.
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MÄRZ + APRIL 2010
MÄRZ + APRIL 2010
DER ATELIERRAUM ist das Prachtstück des Hauses, nicht nur wegen
seiner 49 Quadratmeter Wohnfläche.
leben › WOHNEN › IM REIHENHAUS
DIE KÜCHE ist angenehm hell. Durch
die bis zum Boden reichenden Fenster
kommt viel Tageslicht.
AUTOMATISCH FRISCHE LUFT:
NATÜRLICH WOHNEN: Eine große Holzarbeitsfläche im Küchenblock, Feldsteine, die Holzdecke und der
Stampflehm erzeugen eine natürliche Wohnumgebung.lzarbeitsfläche im Küchenblock, Feldsteine, die
Holzdecke und der Stampflehm erzeugen eine natürliche Wohnumgebung.
D
ie äußere Hülle ist
heilig, alles andere
frei gestaltbar, hatten
die Architekten
Beyer-Schubert versprochen. „Das hat uns überzeugt“, sagt Jan
Kröger. Er und seine Lebensgefährtin sind
Ende 2008 in eines der insgesamt elf abwechselnd schwarzen und weißen „Artists
Village III“-Häuser eingezogen. Schon dieses Farbenspiel lockert die Häuserzeile auf.
Doch erst beim Blick hinein fallen die Unterschiede zwischen den einzelnen Häusern
richtig auf. Es gibt im Innern keine tragenden Säulen oder Wände, die Häuser werden
nur durch Stahlbetonbügel in Decke und
Außenwänden gestützt. „Also hatten wir
beim Grundriss tatsächlich völlig freie
Hand“, erzählt Kröger. „Als wir dann überlegt haben, wie wir 200 Quadratmeter
Wohnfläche am besten aufteilen, standen
wir erst mal vor der Qual der Wahl“, ergänzt
Seidel lachend. Herausgekommen sind
großzügige Grundrisse und Räume mit
Loftcharakter. Das Erdgeschoss prägt eine
großzügige Wohnküche mit einer breiten
Mittelinsel. Ein großes Schiebefenster verbindet die Küche mit dem Garten. Am Ende
des Gartens hat jedes Haus noch einen
Pavillon. Claudia Seidel nutzt ihn als Büro
für ihre Firma, die Outdoor-Training und
Events organisiert. Die Schlafräume liegen
im ersten, Lounge und Bibliothek auf der
Atelieretage im zweiten Obergeschoss. Von
hier aus geht es noch eine Treppe höher
zum Ausstieg auf die Dachterrasse. „Die
ist für uns ein wunderbar abgeschiedener
Rückzugsbereich im Freien, denn die Gärten unten grenzen direkt aneinander“, sagt
Seidel zufrieden.
E
ines war Claudia Seidel und
Jan Kröger von Anfang an klar:
Das Haus sollte zum Niedrigenergiehaus werden und energetisch noch
besser sein, als es ohnehin vom Architekten
geplant war. Schon während seines Studiums der Elektrotechnik hat sich Jan Kröger
viel mit alternativen Energien beschäftigt.
„Das war damals eine gute Nische“, erinnert
sich der Mittvierziger. Zusammen mit einigen Kommilitonen hat er 1992 in Berlin die
Syrius Ingenieur-/innengemeinschaft gegründet. Seine Firma entwickelt energie-
sparende Konzepte vor allem für Baugruppenprojekte. „Da lag es auf der Hand, für
sich selbst auch ein energieeffizientes Haus
mit entsprechender Haustechnik zu planen.“ Das fing schon bei der Entscheidung
an, wie hoch der Atelierraum im zweiten
Obergeschoss sein soll. Während die anderen Wohnräume durchgehend drei Meter
hoch sind, hatte der Architekt den Bauherren hier die Wahl gelassen zwischen
3,75 Meter, viereinhalb oder fünfeinhalb
Meter Deckenhöhe. Kröger und Seidel
haben sich für die niedrigste Variante entschieden. „Sonst hätte der Raum unnötig
viel Heizenergie verschlungen.“ Die Nachbarn links und rechts haben sich jeweils für
eine der beiden anderen Höhen entschieden, was zusätzlich für eine aufgelockerte
Bebauung sorgt. Der Atelierraum ist das
Prachtstück des Hauses, nicht nur wegen
seiner 49 Quadratmeter Wohnfläche. Die
große, mit Sprossen durchsetzte und nach
Süden ausgerichtete Fensterfront mit Blick
auf einen kleinen begrünten Platz lässt viel
Licht und Wärme rein. Gegen Überhitzung
gibt es einen speziellen Sonnenschutz. Zusätzlich zur Fußbodenheizung steht hier ein
Specksteinofen, den Seidel und Kröger mit
Holzscheiten befeuern. „Ins Feuer zu
schauen ist doch tausendmal besser als
Fernsehen“, sagt Claudia Seidel. Deshalb
bestand sie anfangs auf einem möglichst
großen Sichtfenster. „Jan kam dann aber
einfach mit dem Specksteinofen an, der nur
Eine kontrollierte Lüftungsanlage entzieht Bad und Küche die verbrauchte Luft und leitet sie nach draußen. Die
darin enthaltene Wärme wird mittels Wärmetauscher im Winter dafür genutzt, die Frischluft zu erwärmen. Bei Jan Kröger
und Claudia Seidel wird die Außenluft am Pavillon angesaugt. Die Lüftungsleitung zum Lüftungsgerät im Haus ist im Garten verlegt (Bild links), sodass bei tiefen Außentemperaturen die angesaugte Luft ausreichend durch das Erdreich erwärmt
wird und somit der Wärmetauscher im Lüftungsgerät nicht vereisen kann. Das spart außerdem Energie, da für diesen
Frostschutz kein Strom nötig ist. An der tiefsten Stelle neben der Terrasse wurde ein Kondensatschacht in den Boden eingelassen. Von hier kann das Wasser, das sich bisweilen an den Rohrwandungen sammelt, abgeführt werden.
eine relativ kleine Öffnung hat.“ Heute ist
sie heilfroh darüber: Der Kamin schmückt
mit seinem grauen Speckstein den ganzen
Raum. „Aber vor allem strahlt er eine
gleichmäßige Wärme bis in die hinterste
Ecke ab.“ Bei anderen Kaminen geht die
Wärme dagegen erst mal nach oben und
verteilt sich dann vor allem in der unmittelbaren Umgebung des Ofens. Ist das Feuer
an, wird es schnell viel zu heiß, ist es aus,
wird es genauso schnell wieder kalt. „Wir
spüren die Wärme dagegen noch bis zum
nächsten Abend.“ Das Rohr zum Schornstein verläuft seitlich vom Kamin bis zur
Wand, versteckt unter einer Bank, ebenfalls
aus grauem Speckstein.
ENERGIEKONZEPT MIT ERFOLG
Die Reihenhäuser sind standardmäßig so
konzipiert, dass sie dem KfW-60-Niveau
entsprechen. Kröger und Seidel haben ihres
jedoch – als Einzige in der Baugruppe –
energetisch so verbessert, dass es den KfW40-Standard sogar noch unterschreitet: Der
Primärenergiebedarf, also die Energiemenge, die für Heizen, Lüften und Warmwasser benötigt wird, liegt bei gerade mal
26,7 Kilowattstunden pro Quadratmeter
DIE KOSTEN FÜR Heizung und
Warmwasser liegen gerade
mal bei einem Drittel im Vergleich zu anderen Reihenhausneubauten.
und Jahr –
beim KfW-60Haus dürfen es
bis zu 60 Kilowattstunden sein. Auch der Transmissionswärmeverlust liegt beim Haus von Kröger
und Seidel um mehr als 50 Prozent unter
dem Anforderungswert, den die Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) für Neubauten vorschreibt. Dieser zweite, für die Energieeffizienz eines Hauses entscheidende
Kennwert beschreibt, wie viel Wärme über
die Gebäudehülle verloren geht. „Die guten
Energiewerte haben wir dadurch erreicht,
dass wir die Wärmebrücken einzeln berechnet und dann vermieden haben, die Bodendecke, das Dach und die oberste Geschossdecke zusätzlich zu dämmen, überall Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung
eingesetzt und eine Zu- und Abluftanlage
mit effizienter Wärmerückgewinnung eingebaut haben“, erklärt Kröger.
An Wärmebrücken, häufig werden sie
auch Kältebrücken genannt, kann Wärme
leichter nach außen gelangen, weil die
Dämmung hier nicht so gut ist. Das kann
zum Beispiel an Fensteranschlüssen oder
Trennwänden schnell passieren. Normaler-
“Wir verbrauchen nur halb so viel Heizund Wasserenergie wie unsere Nachbarn”
Jan Kröger über sein neues Reihenhaus
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weise werden Wärmebrücken pauschal berechnet, Kröger hat sich jedoch die Mühe
gemacht, das für jede „Gefahrenstelle“ einzeln zu tun. Detektivarbeit also. „Dadurch
konnten wir wirklich jede undichte Stelle
aufspüren und außerdem nachweisen, wie
gut unsere Dämmwerte sind.“ Wärmebrücken zwischen Bodenplatte und Außenwänden konnte Kröger etwa dadurch vermeiden, dass er einen speziell isolierten
Kimmstein verwendet hat. Kimmsteine
gleichen Unebenheiten in der Bodenplatte
aus, sodass große Mauerblöcke darauf vollkommen waagerecht gesetzt werden können. ISO-Kimmsteine sorgen dafür, dass
hier auch die letzte Energielücke zum Erdreich geschlossen wird.
leben › WOHNEN › IM REIHENHAUS
Zehn- bis zwölftausend
Euro mehr haben die
beiden für die energetische Verbesserung ihres
Hauses gezahlt.
NATURSTEIN ZUM HEIZEN:
Für Specksteinöfen wird meist der sehr harte und damit kratzfeste finnische oder brasilianische Speckstein verwendet: Er kann
Wärme besonders lange speichern. Specksteinöfen heizen deshalb so
gut, weil sich zunächst der Stein aufheizt und er die Wärme dann über
einen längeren Zeitraum gleichmäßig in den Raum abgibt. Manche
Öfen können die Wärme bis zu 24 Stunden speichern. Ein einfacher Kaminofen erhitzt dagegen sofort die unmittelbare Umgebung und kühlt
schnell wieder ab, wenn kein Holz nachgelegt wird. Specksteinöfen
gibt es in ganz unterschiedlichen Texturen und Farben. Sie können
dadurch gut auf den jeweiligen Raum abgestimmt werden.
D
ie Außenwände bestehen aus
36,5 Zentimeter dicken Porotonplanziegeln. Dieser natürliche Baustoff isoliert dank seiner vielen
Luftkammern so gut, dass eine zusätzliche
Dämmschicht überflüssig ist. Doch Poroton
ist nicht gleich Poroton. Für den Ausstieg
zur Dachterrasse und den Pavillon haben
Kröger und Seidel Porotonziegel genommen, die wärmetechnisch noch mal 40 Prozent besser sind. „Im unteren Bereich ging
das wegen der Statik leider nicht“, sagt Kröger. Das Dach und die oberste Geschossdecke wurden zusätzlich mit 30 statt, wie
eigentlich vorgesehen, 20 Zentimeter Polystyrol gedämmt. Für die Fenster war eigentlich nur vorne, zur Straße hin, Dreifach- und
ansonsten Doppelverglasung vorgesehen.
Kröger und Seidel haben sich jedoch dafür
entschieden, überall die besser isolierenden
Dreifachscheiben einbauen zu lassen. Die
Fenster strahlen wie auch die Außenwände
keinerlei Kälte ab.
Gerade die kontrollierte Lüftungsanlage
kann Kröger jedem empfehlen. Sie gewinnt
zwischen 85 und 95 Prozent der Wärmeenergie aus der Abluft zurück und führt sie
der Frischluft zu. „Der Blick auf den Wärmemengenzähler ist jedes Mal sehr beruhigend“, sagt er. „Er steht fast still.“ Lüften
über die Fenster ist nicht mehr nötig.
„Genau der Punkt hat mich ehrlich gesagt
am Anfang abgeschreckt“, erinnert sich
Claudia Seidel. „Ich will ja die Fenster öff-
nen können, um frische Luft ins Haus zu
lassen.“ Doch das ist mit der Zu- und Abluftanlage gar nicht mehr nötig: Sie sorgt
automatisch dafür, dass kontinuierlich
Frischluft in die Räume gelangt. „Und wenn
ich das will, kann ich ja immer noch das
Fenster öffnen.“ Positiver Nebeneffekt der
Anlage: Wegen ihres Einbaus hat Kröger
schon während der Bauphase mit Hilfe
eines Blower-Door-Tests gemessen, ob das
Haus auch wirklich dicht ist. „Ist es das
nämlich nicht, funktioniert die Wärmerückgewinnung nicht so gut und es kann zu
Bauschäden kommen.“ Die Zuluftleitungen
wurden direkt in den Betondecken verlegt.
„Das macht die Anlage besonders elegant,
da wir so auf abgehängte Decken verzichten konnten“, sagt Kröger. Der Statiker
habe allerdings anfangs nicht glauben wollen, dass man die Rohre derart verlegen
kann. „Wir hatten das mit Syrius bei einem
Kunden aber schon einmal genauso gemacht und wussten ja, dass es funktioniert.“
KONTROLLIERTE LÜFTUNG
In Berlin sind kontrollierte Lüftungsanlagen noch sehr wenig verbreitet, ist Krögers
Erfahrung als Haustechnikplaner. Sein
Haus soll deshalb auch als Referenzobjekt
dienen, um Kunden von dieser energieeffizienten Technik zu überzeugen.
Das bisschen Heizenergie, das dank
guter Dämmung und Lüftung überhaupt
noch nötig ist, wird mittels effizienter Kraft-
Wärme-Kopplung im etwa einen Kilometer
entfernten Fernwärmekraftwerk erzeugt –
eine Auflage der Stadt. „Wir verbrauchen
nur halb so viel Energie für Heizung und
Warmwasser wie unsere Nachbarn und nur
ein Drittel von dem, was ein Standardneubau benötigt“, erzählt Kröger begeistert.
Die Fußbodenheizung sorgt selbst in den
großzügigen, hohen Räumen für eine kontinuierliche, sanfte Wärme, die sich in der
Breite verteilt und nicht, wie bei normalen
Heizkörpern, vor allem nach oben steigt.
„Selbst bei minus 19 Grad hatten wir’s
im letzten Winter immer kuschelig warm.“
Während die Nachbarn überall Heizkörper
haben, haben Seidel und Kröger nur welche
im ersten Obergeschoss – anstelle der Fußbodenheizung. „Und selbst die machen wir
eigentlich nie an.“ Fürs Schlafzimmer eignen sich Heizkörper, da sie schnell abkühlen, wenn die Raumheizung abgedreht wird.
Die Fußbodenheizung ist dagegen träger
und heizt noch nach. Die Heizkörper hängen wie die Fußbodenheizung an einem
Heizkreislauf mit einer niedrigen Vorlauftemperatur von maximal 50 Grad Celsius.
Je Haus gibt es eine Fernwärmeübergabestation, an der auch das Trinkwasser erwärmt wird. Die beiden Bäder im Parterre
und ersten Obergeschoss liegen übereinander und wie die Küche ganz nah dran an
dieser Station im ebenerdigen Technikraum. „Durch kurze Warmwasserleitungen
konnten wir auf eine Zirkulationsleitung
KURZE WEGE: Küche und Bad liegen nahe am
Wasserspeicher. Durch kurze Warmwasserleitungen wurde Energie gespart.
SPANNEND: „Ins Feuer
zu schauen ist doch
tausendmal besser als
Fernsehen“, sagt Claudia Seidel. Der Specksteinofen strahlt eine
gleichmäßige Wärme
bis in die hinterste
Ecke ab. Beheizt wird
er mit Scheitholz.
gen. „Eigentlich haben wir nur nach einer
größeren Wohnung in unserm alten Bezirk
gesucht“, erzählt Seidel. Beim Paddeln auf
dem Rummelsburger See sind ihnen dann
die vielen neu entstehenden Wohnhäuser ins
Auge gefallen. Beim näheren Hinschauen
waren sie allerdings zunächst gar nicht so
begeistert. „Viele der Häuser haben zum Beiverzichten und sparen dadurch wiederum
spiel eine Garage im Erdgeschoss und der
Energie“, erklärt Kröger. Auf eine solarthereigentliche Wohnbereich beginnt erst im
mische Anlage zur Warmwasserbereitung
ersten Stock“, sagt Kröger. „Das kam für uns
haben Kröger und Seidel
nicht in Frage, zumal wir
verzichtet, da sie nur sehr
ohne Auto ja gar keine
wenig warmes Wasser
Garage brauchen.“
brauchen. Vorerst. „Die
Die Artists-VillageAnschlüsse liegen und wir
Häuser boten dagegen
Jan Krögerspricht eine wichtige Voraussetzung für das Wohnen im Reihenhaus an
können sie jederzeit nachall das, was den beiden
rüsten.“ Zehn- bis zwölftausend Euro mehr
wichtig war: Freiraum bei der Innengestalauf dem Alexanderplatz sehen. Es gibt hier
haben Kröger und Seidel für die energetitung und dadurch die Möglichkeit, energeviele Parkanlagen und einen durchgängische Verbesserung ihres Hauses gezahlt.
tisch sinnvoll zu bauen, außerdem einen
gen Uferweg an der Bucht und der Spree.
großen Garten mit direktem Zugang von der
Seit 1994 hat sich das Gebiet enorm entwias haben wir durch die EinspaKüche aus, eine ruhige Lage und viel Sonne
ckelt. Bis dahin dominierten auf dem 131
rungen beim Heizen bald wiedurch die Südausrichtung des HauptwohnHektar umfassenden Areal vor allem altinder drin“, sagt Kröger. Außerbereichs. Die monatlichen Zinsen liegen
dustrielle Anlagen und Brachen, nur verdem haben die beiden dadurch von der
dabei nicht viel höher als die Miete für eine
streut gab es einzelne Wohninseln. Seitdem
KfW-Förderbank einen deutlich günstigegroße Wohnung. Das Bauen in einer Bauder Berliner Senat es als städtebauliches
ren Förderkredit mit besserer Verzinsung
gruppe sei zwar wegen der regelmäßigen
Entwicklungsgebiet ausgewiesen hat, entbekommen als ihre Nachbarn. Ohne Jan
Treffen manchmal sehr zeitaufwändig gewesteht hier ein neues Stadtquartier mit ReiKrögers Fachwissen hätten er und Seidel
sen. „Aber dafür haben wir hier keine anohen- und Mehrfamilienhäusern. Selbst eine
sich sicher so manche energetische Errunnyme Nachbarschaft, sondern wir kennen
ehemalige Haftanstalt wurde zu Wohnungenschaft in ihrem Haus ausreden lassen.
und verstehen uns alle“, sagt Kröger.
gen umgebaut. Die zentrale und doch ruSo wie es bei einigen Nachbarn passiert ist.
hige Lage direkt am Wasser macht die
Doch die beiden sind eben ÜberzeugungsGegend attraktiv. Jan Kröger und Claudia
mehr zum artikel: Links & Adressen
www.greenhome.de/links
täter, sind Mitglieder einer ökologischen
Seidel hat es hierhin mehr zufällig verschlaEinkaufsgemeinschaft, verzichten ganz bewusst aufs
Auto und steigen stattdessen lieber aufs Fahrrad.
Auch deshalb war es ihnen
wichtig, zentrumsnah zu
wohnen und nicht an den Stadtrand zu ziehen. Ihr Haus liegt in der Rummelsburger
Bucht am Ufer der Spree im Berliner Bezirk
Lichtenberg. Von ihrer Dachterrasse aus
können Kröger und Seidel den Funkturm
“Wir kennen und verstehen uns in
der Nachbarschaft alle”
D
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