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Fremdrekrutierung: Wie Firmeninhaber sich Spitzenmanager angeln

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8. Dezember 2011
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Fremdrekrutierung
von Katrin Terpitz | Quelle: Handelsblatt Online
Viele Familienunternehmer tun sich mit der Rekrutierung von Spitzenleuten schwer. Eine Umfrage zeigt nun, was
Fremdmanagern wichtig ist - und wofür viele sogar auf ein Spitzengehalt verzichten würden.
Für Manager ist wichtig, an der langen Leine der Unternehmensinhaber agieren
zu können.
Quelle: REUTERS
Düsseldorf. Angestellten Geschäftsführern und Vorständen in Familienunternehmen ist Handlungsfreiheit im Tagesgeschäft
fast genauso wichtig wie ein hohes Fixgehalt. Das ist Ergebnis einer Umfrage der Beratungsfirma Dr. Heimeier & Partner unter
rund 100 Fremdgeschäftsführern oder -vorständen.
Die Studie, die von der Anwaltskanzlei Binz unterstützt wurde und dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, beleuchtet
Familienunternehmen quer durch alle Branchen und Größenklassen. Fremdmanager würden danach auf mehr als zehn Prozent
ihres Festgehalts verzichten, wenn sie hierdurch mehr Handlungsfreiheit im täglichen Geschäft bekämen.
Nach Schätzungen des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) stehen nach einem Generationswechsel nur in etwa 43
Prozent der Familienbetriebe weiter Manager aus der Familie an der Spitze. Viele Unternehmer seien jedoch unerfahren bei
der Rekrutierung von externen Führungskräften.
Die Umfrage zeigt, was für Fremdmanager bei Vertragsverhandlungen in mittelständischen Familienunternehmen wichtig ist.
Schon während der Vertragsverhandlungen möchten externe Manager sicherstellen, dass sie an der langen Leine der
Eigentümer agieren können. Für Familienunternehmen ist eine größere Handlungsfreiheit der Externen jedoch ein heikler Punkt
– bedeutet sie doch Verzicht auf Einflussnahme.
„Wenn Familienunternehmen die Führung in die Hände von Fremdmanagern legen, dann müssen sie bereit sein, die
Verantwortung für das Tagesgeschäft zu übertragen. Ansonsten gelingt es Familienunternehmen nicht, an Topkräfte zu
kommen“, sagt Rechtsanwalt Mark Binz.
Anreize schaffen
Die Umfrage zeigt weiter: Fremdmanager bevorzugen traditionelle Vergütungsmuster und Sicherheit. Laut Binz sind lange
Vertragslaufzeiten etwa von fünf Jahren ein wichtiger Anreiz. Auch auf eine angemessene Versorgung im Alter und eine
Managerhaftpflichtversicherung legt die Mehrheit der externen Manager großen Wert. Ein Dienstwagen ist dann ein guter
Anreiz, wenn sie über Fabrikat und Modell mitbestimmen können.
Ein variabler Gehaltsanteil nach Erfolg steht bei den meisten Externen ebenfalls hoch im Kurs. Dieser sollte sich laut Studie
am Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) orientieren. „Wenn angestellte Manager unternehmerisch handeln sollen, reicht ein
Fixum als Anreiz nicht aus“, sagt Tom Rüsen, Geschäftsführer des Wittener Instituts für Familienunternehmen.
Das Angebot, auf Zeit Gesellschafter zu werden, finden die meisten externen Manager dagegen weniger attraktiv. Eine
Beteiligung am Unternehmen ist nur dann verlockend, wenn diese unbefristet oder vererblich ist.
Interessant: Jeder Zweite würde es nicht akzeptieren, wenn er bei der Besetzung des Sekretariats nicht mitreden dürfte.
08.12.2011 08:20
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