close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Diagnose Fibromyalgie – und jetzt, wie weiter?

EinbettenHerunterladen
-VON MIR PERSÖNLICH – F¨ÜR SIE PERSÖNLICH-
Diagnose Fibromyalgie – und jetzt, wie weiter?
Géraldine May
Die Fibromyalgie ist eine chronische,
schmerzhafte und nicht-entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparates, betroffen sind Muskeln,
Sehnen und Bänder. Man redet auch
von Weichteil-Rheumatismus da die
Gelenke nicht betroffen sind. Das Typische an der Fibromyalgie sind
starke Schmerzen vor allem im Bereich der Muskulatur und der Sehnenansätze mit Druckschmerzen an
definierten Punkten (Tender points).
Dazu kommen häufig vegetative
Symptome wie Übelkeit oder Schlaflosigkeit. Vor allem Frauen zwischen
30 und 40 Jahren leiden darunter.
Doch auch Jugendliche und ältere
Menschen nach den Wechseljahren
können betroffen sein.
Schmerzen, ohne die Ursache
zu kennen
Der Umstand, dass es sich bei der Fibromyalgie um eine schleichende
und unauffällige Erkrankung handelt, die sich nicht kontinuierlich
verschlimmert, erschwert den Umgang damit. Viele Patientinnen und
Patienten leiden unter Schmerzen,
ohne zu wissen, woher diese kommen und wie sie therapiert werden
können. Oftmals dauert es Jahre, bis
sich das Vollbild der Erkrankung
zeigt und eine Diagnose gestellt wer-
den kann. Bis dahin wird in der Regel die Ausschlussdiagnose angewendet, die zumindest den Vorteil
der Entwarnung in Bezug auf viele
andere Krankheiten bietet.
Fibromyalgie-Patienten
haben
aufgrund der problematischen Diagnose oft Schwierigkeiten, als arbeitsunfähig oder nur beschränkt arbeitsfähig anerkannt zu werden. Das wiederum führt nicht selten zu großen
sozialen, beziehungsweise finanziellen Missständen. Die Krankheit ist
nicht lebensbedrohlich, kann jedoch
unter Umständen zu einer massiven
Beeinträchtigung der Lebensqualität
führen.
Sowohl die Ursache der Fibromyalgie als auch die Mechanismen der
Krankheitsentstehung sind ungeklärt. Es besteht eine Vielfalt von Befunden, die genetische, hormonelle,
neurophysiologische,
psychische
und weitere Faktoren betreffen. In
der Zusammenschau der Befunde
wird derzeit vorwiegend eine Störung der Schmerz verarbeitenden
Systeme im zentralen Nervensystem
mit der Folge einer geringeren
Schmerzschwelle diskutiert.
Bei Patienten mit Fibromyalgie
liegen überdurchschnittlich häufig
psychische Beschwerden wie Depressivität und Ängstlichkeit vor. Es
ist ungeklärt und Gegenstand der
wissenschaftlichen Diskussion, in-
Géraldine May.
Foto: zvg.
wieweit diese psychischen Störungen selbst Folge der chronischen
Schmerzen sind - oder aber die
Symptome der Fibromyalgie eine zugrundeliegende psychischen Belastung reflektieren.
Durch Medizin unheilbar
Die Fibromyalgie ist durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar. Deshalb baut das heutige Behandlungskonzept auf der multimodalen Therapie entsprechend den Erkenntnissen
der
modernen
Schmerzforschung auf. Ziele der
Maßnahmen sind hierbei die Erhaltung oder Verbesserung der Funktionsfähigkeit im Alltag und damit der
Lebensqualität sowie die Minderung
und Linderung der Beschwerden.
Das Beschwerdebild besteht ein Leben lang. Deshalb werden insbesondere
Behandlungsmassnahmen
empfohlen, die vom Betroffenen eigenständig durchgeführt werden
können (Selbstmanagement), die
keine oder nur geringe Nebenwirkungen haben und deren langfristige
Wirksamkeit gesichert sein sollte.
Danach werden folgende mögliche Behandlungen und Maßnahmen,
die auf den jeweils Betroffenen individuell abgestimmt werden müssen,
empfohlen:
• Patientenschulung, Nutzung der
Möglichkeiten von Selbsthilfeorganisationen
• kognitiv-verhaltenstherapeutische
Schmerztherapie
• eine ausreichende schmerzlindernde Therapie unter Einsatz von Antidepressiva
(schulmedizinisch
und/oder pflanzlich)
• körperliches Training hat auf die
Befindlichkeit einen guten Einfluss.
Geeignet sind deshalb Walken, Radfahren, Langlauf oder auch Schwimmen
• psychologische Therapie in Form
von Hypnotherapie, geleitete Imagination, oder sanfte Körperarbeit
• Bäder und Badekuren als auch
Ganzkörperwärmetherapie (Sauna,
Thermalbäder)
• Entspannungsverfahren zur Verbesserung des Schlafes wie auch der
Stressbewältigung. Hierzu können
autogenes Training, Meditation oder
Yoga und ähnliche Techniken hilfreich sein
Die Fibromyalgie kann bis heute
nicht geheilt werden. Dennoch ist es
für jeden Klienten und jede Klientin
möglich, Lebensqualität zurückzugewinnen und diese aufrechtzuerhalten. Und vielleicht ist sogar die Tatsache, dass Schmerzfreiheit nicht
selbstverständlich ist, eine Chance,
um die kleinen und schönen Dinge
des Lebens mehr zu schätzen.
Diese Informationen stellen bei längerem Krankheitsverlauf keinen Ersatz für professionelle Beratungen
oder Behandlungen durch Therapeuten, Ärzte oder Apotheker dar.
Die Einnahme von klassischen Medikamenten wird durch die obgenannten Tipps nicht ausgeschlossen.
Géraldine May ist Phytotherapeutin
(Pflanzenheilkunde), Ernährungsberaterin sowie Naturheilpraktikerin mit
Schwergewicht Körperarbeit. Sie hat Ihre
Praxis «lebensraum & entwicklung» an
der Waffenplatzstrasse 84 in 8002 Zürich. Zuhause ist sie in Adliswil. Als Publizistin schreibt Sie einmal im Monat zu
Themen rund um Mensch und Körper.
Weiterführende Informationen finden Sie
unter www.geraldine-may.ch
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
5
Dateigröße
63 KB
Tags
1/--Seiten
melden